Montag, 26. Oktober 2015

Klappe, die Letzte

Liebe Leserinnen und Leser,

wir alle kennen das: Da liest man einen Blog, irgendwann werden die Einträge spärlicher und dann kommt schließlich nix mehr, während sich der geneigte Leser fragt, was denn da los ist.

So ist das auch hier. Seit etwa einem Jahr passiert auf diesem Blog immer weniger. Und manchmal über Wochen gar nichts mehr. Das ist für euch, liebe Leser, unbefriedigend. Aber auch für mich. Denn eigentlich würde ich gerne weiter schreiben, aber irgendwie ist die Luft raus.

Als ich anfing, wollte ich einfach meine Gedanken ins Netz werfen und schauen, was passiert. Keine Sorge, ich bin nicht weiser oder klüger geworden, sondern ein genauso großkotziger Besserwisser wie immer. Aber mein Anspruch hat sich verändert. Ich will bessere Texte liefern, klüger, geschliffener, mit mehr Reichweite etc. Und dafür fehlt mir aktuell einfach die Zeit.

Und, als ob das nicht schlimm genug wäre, auch das Thema, das mich antreibt. Zwar könnte ich über irgendetwas schreiben, immerhin habe ich zu allem etwas zu sagen. Aber um wirklich fundierte Texte zu liefern, muss ich mir ein paar Themen aussuchen, die ich dann auch konsequent beackere. Und die fehlen mir aktuell.

Lange Rede, kurzer Sinn: Hier ist jetzt Schluss. Aus, Ende.

Aber keine Sorge. Ganz werdet ihr mich nicht los. Dieser Blog wird weiterhin on sein und als Archiv dienen. Außerdem will ich nun wirklich langsam - voll in echt, ich schwöre -  meine neue Homepage in Angriff nehmen. Dort soll auch ein Blog angeschlossen sein. Ich werde euch darüber informieren, wenn es soweit ist.

So schließe ich mit großem Dank, da ihr, liebe Leserinnen und Leser, nächst Gott, diesen Blog getragen und sinnvoll gemacht habt.

Soll ich noch was zum Thema Demut sagen?

Ich gehe demütig davon aus, dass ihr das Ende des Blogs überleben werdet, wenn es euch auch schwerfällt.

Eure Redaktion von Demut Jetzt

Montag, 5. Oktober 2015

Christen zuerst?

Wir können in Europa nicht jeden Flüchtling aufnehmen. Also müssen Kriterien her, welche Flüchtlinge am besten nach Europa kommen sollen und welchen vor Ort besser geholfen ist. Kann Religion ein Kriterium sein?

Rasande Tyskar
Zehntausende Flüchtlinge kamen in den vergangenen Monaten in die Europäische Union. Allein in Deutschland werden in diesem Jahr bis zu 800.000 Asylsuchende erwartet. Während kurzfristig eine „Wir schaffen das“-Euphorie herrschte, nimmt die Sorge derzeit zu. Eine knappe Mehrheit der Befragten sorgen sich laut aktuellem ARD-Deutschlandtrend über die zunehmende Zahl der Flüchtlinge. Das bedeutet eine Steigerung von 13 Prozent der Besorgten allein gegenüber dem Vormonat. Zudem zieht die Bundesregierung mit dem neuen Asylgesetz die Zügel wieder fester an. Und Bundesinnenminister Thomas de Maizière spricht im Bundestag von einer Ankommenskultur, die von den Flüchtlingen eingefordert werden muss.

Dürfen Christen bevorzugt werden

Wenn aber über strengere Grenzkontrollen, Abschreckung und Grenzen der Aufnahmefähigkeit gesprochen wird, dann wirft das die Frage auf, nach welchen Kriterien Asylsuchende in Europa aufgenommen werden sollen. In Osteuropa gibt es derzeit dazu auch eine religionspolitische Antwort: Sie wollten nur Christen aufnehmen, erklärte die Regierung der Slowakei im Sommer. Geht das denn? Kann es eine besondere Solidarität für Christen geben, was automatisch die Muslime diskriminiert? 

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Freitag, 18. September 2015

Zwischen Gott und Mammon. Wem gehören die Young Professionals?

Chris Friedemann Dickhaus www.kingdomphotography.ch

Fünf junge Menschen plantschen Nachts in einem kleinen Stausee im fränkischen Rothenburg ob der Tauber. Der Schlamm und die Schnecken mindern nicht den Spass der Gruppe in Shorts und Bikinis. Ganz normale junge Leute nach einer ausgelassenen Feier, könnte der Betrachter meinen. Doch die fünf sind nicht in das Evangelische Tagungshaus gekommen, um Wein zu trinken und zu schwimmen. Sie denken auf Einladung des Vereins „Christen in der Wirtschaft“ (CiW) gemeinsam darüber nach, was es bedeutet, als zukünftige Entscheider den Glauben im Beruf zu leben.

CiW: In kurzen Hosen Karriere planen

Geht das zusammen: auf den Spuren des armen Wanderpredigers Jesus von Nazareth wandeln und zugleich multinationale Konzernen auf Gewinnmaximierung trimmen? Hat Jesus nicht gesagt: Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon?

In diesem Konflikt stehen die eingeladenen Young Professionals. Die Teilnehmer sind überwiegend zwischen 20 und 35 und fast alle BWLer, lediglich einige Naturwissenschaftler lockern das Bild auf. Viele von ihnen haben ihre Karriere schon begonnen, einige sind in der Unternehmensberatung tätig. Andere dagegen planen noch den Sprung auf dem Weg nach oben und studieren dafür nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA. Doch sie sehen nicht so aus wie eine geschniegelte Banker-Elite: Kurze Hosen, T-Shirts und Sommerkleider dominieren das Bild. Für einen Außenstehenden treffen sich hier junge Leute, um gemeinsam zu quatschen und Spass zu haben.

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Freitag, 11. September 2015

Haus HohenEichen. Ein Geistliches Zentrum am Rand von Dresden

Foto: Maximilian Röll
Ein Mann gießt aus einer Karaffe stilles Wasser in das Glas seines Nachbarn. Der bedankt sich mit einem wortlosen Nicken. Licht fällt durch eine Glasfront in den warmen Raum, indem die Gäste still Suppe essen. Selbst bei der Mahlzeit herrscht im Exerzitienhaus eine konzentrierte Atmosphäre in der die einzigen gesprochenen Worte die Gebete am Anfang und am Ende sind. Das zeichnet das Haus HohenEichen bei Dresden für seinen Leiter, Pater Wilfried Dettling SJ aus: Stille in einem warmen, konzentrierten Hausensemble, indem die Exerzitanten die Freiheit gewinnen, zu Gott und zu sich selbst zu kommen.

Bei Exerzitien Einfachheit bieten und fördern

Die Stille ist das auffallendste Merkmal, das der Besucher wahrnimmt. Es gibt hier keine ablenkende Geräusche. Hektik kennt dieser Ort nicht. Es wirkt etwas surreal, wenn die Gäste durch den Garten und die Räume gehen. Sie sprechen nicht miteinander, schauen wahlweise ins Weite oder richten ihre Augen auf den Boden. Sie schreiten langsam durch den großen Park. Gerade nach den Mahlzeiten sieht der Beobachter, wie die Gäste vom Seminarhaus ausschwärmen oder hinunter zur Elbe schauen.

Das Haus bietet einen Rahmen, indem alle Lebensfragen Platz haben. Menschen kommen aus einer bewegten und bewegenden Umwelt, in der ständig etwas von ihnen verlangt wird und auf sie einwirkt. Dadurch werden wichtige Fragen zugunsten von dringenden Anforderungen verdrängt. Das Haus HohenEichen lässt diese Themen wieder zu. Der Aufbau des Ensembles hilft dabei. „Persönliche Überlegungen verlangsamen, Einfachheit bieten und fördern“ fasst Leiter Dettling das Konzept zusammen.

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Sonntag, 6. September 2015

Buchtipp: Völkermord an den Armeniern

In seinem Werk „Völkermord an den Armeniern“ hat Michael Hesemann ein Buch über den 'ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts’, so Papst Franziskus 2015, vorgelegt.

Foto: Herbig
Während des Genozids vertrieb und ermordete die osmanischen Regierung im Ersten Weltkrieg die christliche Bevölkerung in Ostanatomien. Nach Hesemanns Zählung kamen bei den Deportationen und der Verbannung in die mesopotanische Wüste ca. 2,5 Millionen Menschen ums Leben, der größte Teil davon Armenier, aber auch Griechen und Syrische Christen.

Für den Autor gibt es daher zwei Dimension dieses Völkermordes. Es war zum ersten eine ethnische Säuberung, weil er die Armenier als Volk betraf. Zum zweiten war es die bislang größte Christenverfolgung der Geschichte, weil dabei die Armenier und andere Gruppen als Christen identifiziert wurden und aus der muslimischen Türkei entfernen werden sollten. Hesemann stellt neben den Ereignissen während des Weltkrieges auch die Vorgeschichte des Genozids sowie ihre Nachwirkungen in der Türkei und in Deutschland da. Er nutzt bei der Behandlung des Themas vor allem Quellen aus dem Vatikan, da er die Ereignisse besonders aus der Perspektive der päpstlichen Diplomatie betrachtet.

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Donnerstag, 28. Mai 2015

Daniel Deckers: kennend, kraftvoll, groß und mächtig, reich an Gaben, herrlich, prächtig

Manche Medienerzeugnisse sind einfach nur grausam. Eine selten-schaurige Perle las ich gerade über einen Auftritt von Daniel Deckers.

Foto: Flickr Niuton may

Als ich Hospitant bei einer bedeutenderen deutschen Zeitung war, gab es kaum einen schlimmeren Kommentar zu meinen Texten als: Das ist Lokalzeitungsprosa. Gemeint war der adjektivbewehrte, barock-schwülstige Laudatio-Stil von Regionalzeitungen, mit dem Provinzevents zu welthistorischen Ereignissen aufgeblasen werden.

Der Bericht über einen Vortrag von Daniel Deckers ist dafür ein besonders schönes Beispiel. Der Erlauchte dozierte in St. Blasien über Papst Franziskus und die Jesuiten. Die Redakteurin der Badischen Zeitung nimmt das zum Anlass, Deckers derart zu beweihräuchern, dass selbst mir als TvE-gestähltem Domministranten davon schlecht wird. Einige besonders schöne Perlen will ich euch nicht vorenthalten:
durch den brillanten Festvortrag des FAZ-Redakteurs und Kirchenkenners Daniel Deckers inmitten der interessierten Gäste.
Kraftvoll und wirksam spricht der Mann auf dem Podium in der Pater-Alfred-Delp-Halle und gewinnt in Kürze die Macht über den Augenblick
Faktenreich, kompetent und mit Sachverständnis blendet Daniel Deckers dabei auf fesselnde Art den "Menschenfischer ohne Berührungsängste" ein und berichtet zum Thema "Papst Franziskus und die Jesuiten"
Und während seines bemerkenswerten Auftritts in der Pater-Alfred-Delp-Halle macht der FAZ-Redakteur Daniel Deckers diese zur Weltbühne des katholischen Glaubens.
Hätte ich als Hospi jemals einen solchen Artikel abgeliefert, der Blattmacher hätte mich mit der Tastatur vermöbelt. Aber vielleicht hat es Dr. D gefallen. Er ist ja für seine Bescheidenheit bekannt.

Zum Text:
Papst Franziskus und die Jesuiten (Badische Zeitung)

Dienstag, 26. Mai 2015

Bewegung gegen Erstarrung. Ein Jahr Bischof Stefan Oster in Passau

Bischof Stefan Oster ist einer der beliebtesten und umstrittensten Bischöfe in Deutschland.

Foto: Pressestelle Bistum Passau
Als Oster vor einem Jahr die Kathedra von Passau übernahm, war der Jubel groß. Ein junger Bischof, ein Salesianer, einer, der mit Medien umgehen kann und einer, von Papst Franziskus ernannt. Das kann nur super werden! Dachten viele.

Dann aber kam für viele in Deutschland die große Ernüchterung. Denn Bischof Oster pflegt zwar den Lebensstil einer Ordensmannes und zieht in eine WG. Er nutzt tatsächlich die verschiedenen Medien viel intensiver als alle anderen Bischöfe. Er gibt dem Episkopat wirklich ein relativ junges Gesicht. Und er wurde auch von Papst Franziskus ernannt und verbreitet Aufbruchsstimmung.

Aber er zeigt auch klare Kante. Keine Frauenordination, keine Segnung für Homosexuelle und die Familiensynode ist auch kein Hippietreffen. Oster jagd reihenweise die Vorstellungen zum Teufel, er müsse als junger Bischof im Geiste von Franziskus WisiKi-Fan sein. Stattdessen bekommt mittlerweile jeder anstände Reformkatholik Schaum vor dem Mund, wenn er das Wort Oster nur hört. Ostern muss von daher schlimm gewesen sein, diese Generation hört oft nicht mehr so gut.

Oster macht sich auf jeden Fall keine Mühe, dem Zeitgeist hinterherzulaufen. Als Salesianer läuft er zu den Menschen. Diese Bewegung würde auch vielen Laienvertretern gut tun.

Mittwoch, 20. Mai 2015

Eremiten in Deutschland

Eremiten sind eine der ältesten Formen des geweihten Lebens im Christentum. Zwar fallen sie durch ihr Leben kaum auf. Doch allein in Deutschland gibt es etwa 80 von ihnen. Die FAZ hat eine Eremitin besucht.

Flickr Allie_Caulfield

Der durchschnitte Eremit ist älter als 50 und eine Frau. So kann man die Statistik zusammenfassen. Doch das wird den Eremiten, die per definitionem Einzelgängern sind, nicht gerecht. Es gibt den Spruch "Was ähnelt einem Eremiten am wenigsten - ein anderer Eremit." Allein das Kirchenrecht kennt verschiedene Eremiten-Typen, von anderen Konfessionen gar nicht zu reden. In der katholischen Kirche kann man entweder Ordenseremit sein, man hat sich von der Gemeinschaft seines Ordens abgesondert, gehört diesem aber weiterhin an. Oder man ist Diözesan-Eremit und untersteht dem Ortsbischof.

Hardcore-Eremiten

Das ist dann die Hardcore-Version des Eremitentums. Denn die Diözesan-Eremiten haben keine Rücksicherung im Orden und sind maximal auf sich alleine gestellt. Oft fehlt ihnen zudem die Entwicklung in einer asketischen Tradition, die Ordensleute schon vor Beginn der Einsamkeit eingeübt haben. Doch auch für die Ordens-Eremiten ist es ein hartes Brot, sind sie doch oft bewusst in eine Gemeinschaft eingetreten, um nicht zu vereinsamen.

Ihren Lebensunterhalt müssen Eremiten selbst verdienen. Das tun sie häufig in künstlerischen und einfachen handwerklichen Berufen. Kerzenzieher scheint in diesen Kreisen eine häufig gewählte Erwerbsquelle zu sein. Doch können sich die Eremiten oft nicht vollständig von der Welt abschließen, denn Einkaufen tun sie trotzdem. Sie ziehen auch oft Ratsuchende an. Das Urwüchsige und das Asketische der Eremiten scheint die modernen Menschen ähnlich zu faszinieren wie die Römer in der Antike, die nach Ägypten fuhren, um den Heiligen Antonius zu sehen.

Antonius der Große: Der Urvater aller Eremiten

Mit dem Wüstenvater Antonius dem Großen, im Westen auch Säuli-Antonius genannt und nicht dem aus Padua zu verwechseln, begann die Geschichte des Eremitentums. Nach dem Tod seiner Eltern zog sich der ägyptische Fellache zuerst in ein Grab am Rand seiner Siedlung, dann in eine ehemaliges Fort in der Wüste zurück. Dort schlossen sich ihm schon bald Schüler an, die kleine Eremiten-Kolonien bildeten, deren berühmteste in der Sketischen Wüste entstand, westlich von Alexandria.

Unter dem Heiligen Makarios dem Großen sollen sich erstmals einige Eremiten zu losen Gemeinschaften zusammengetan haben. Und auch das Koinobitentum, das Leben mehrerer Mönche unter Abt und Regel, entstand aus dem Eremitentum. Die erste Vorschrift schrieb Pachominos, ein ehemaliger Eremit. Mit dem gemeinsamen Leben wollte Pachominos die Härten des Eremitentums lindern und auch für 'normale' Asketen eine Heimat schaffen.

Faszinierende Einsamkeit

So gibt es auch heute deutlich weniger Eremiten als normale Ordenschristen. Die Zahl der Eremiten in Deutschland wird etwa auf 80 bis 100 geschätzt, genaue Zahlen liegen nicht vor. Das Leben in der Einsamkeit ist hart, die Armut oft größer als in vielen Ordensgemeinschaften, auch die physischen und psychischen Auflagen sind wesentlich strenger. Dennoch ist die Radikalität des Weges anziehend und für viele Außenstehende faszinierend.

Leserfrage:
Wollt Ihr auf dem Blog mehr zum Thema Eremiten lesen? Dann schreibt einen Kommentar oder gebt mir einen Daumen hoch?

Dazu:
Einsam und nicht allein (FAZ)
Wie Eremiten in Deutschland leben (rp-online)
Eremiten in Deutschland - Homepage mit Linkliste
Nicht in dieser Welt (katholisch.de)
Eremiten heute - Homepage und Blog zum "Buch Allein ist auch genug"
Eremiten heute (Sendung bei BibelTV)
Eremiten in der Grossstadt (Tagesanzeiger) über italienische Eremiten

Dienstag, 19. Mai 2015

INA: ZdE erlaubt multisexuelle, polygame Ehen

Albrecht Guck, der Generalsekretär des dogmatischen Büros des Zentralkomitee der deutsch-katholischen Einheitsgemeinschaften, erklärte, dass Zentralkomitee bestimme und definiere nach Abstimmung mit allen deutschen Katholiken und unter Einbeziehung des Glaubenssinnes aller Menschen guten Willens:

Die deutsch-katholische Kirche segnet und traut fortan polygam lebende multisexuelle Paare, soweit es deren erklärter Wunsch ist, einander für den Zeitraum von wenigstens 3 Minuten treu zu sein und für einander für wenigstens die Bezahlung eines Kaffees bei Starbucks inklusive eines veganen Sandwiches Verantwortung zu übernehmen und solange es nicht mehr als fünf Ehepartner gleichzeitig gibt, da das sonst bei den muslimischen Menschen guten Willens zu Irritationen führen könnte, es sei denn, es gibt hierfür eine gute und jedem Menschen aus humanitären Gründen einleuchtete Erklärung, wie das Halten eines gemeinsamen Haustieres, solange es wenigstens ein Goldfisch oder zwei Salamander sind, aber nur dann, wenn der Salamander älter ist als zwei Monate ist und der Goldfisch in einem gemeinsam erworbenen Becken schwimmt. Denn das hätte Jesus genau so gewollt, da auch er nach unbelegten, aber mit absoluter Gewissheit richtigen Aussagen der exegetischen Kommission des Zentralkomitees der deutsch-katholischen Einheitsgemeinschaften ein Salamander haltender, polygam lebender Mensch war.

2015 Ignaz' Nachrichten Agentur: Unfehlbare Satire aus aller Welt.

Montag, 18. Mai 2015

St. Benedikt als Tagebuch. Ein Meditationskonzept

Papier ist geduldig. Das gilt auch für geistliche Literatur. Sie ist schnell gelesen, aber schwer umgesetzt. Eine Lösung dafür: Ein Tagebuch. Eine Benediktinerin stellt ihres vor.

Flickr Ivar Gullord 
Die Benediktsregel: Kein geistliches Werk hat soviel Einfluss im Abendland ausgeübt wie die Schrift vom Monte Cassino. Noch heute ist der Heilige Benedikt Zehntausenden ein geistlicher Begleiter. Für die Benediktsregel gilt aber das gleiche Problem, wie für jede geistliche Literatur: Man liest sie, ist begeistert und dann lässt der Eifer nach. Am Ende bist du da, wo du auch vorher warst.

Schwester Philippa aus dem Kloster Sankt Hildegard kenn das Problem. Sie hat ihren Weg gefunden, den Heiligen Benedikt intensiver in ihr Leben zu holen: Sie führt ein Tagebuch mit der Benediktsregel. Damit auch wir in der Welt davon profitieren können, stellt sie das Konzept auf der Abteihomepage vor.

Regelmäßige Lektüre

Schwester Philippa nutzt dabei ihre Erfahrungen mit der lectio divina. Wie viele Ordensleute liest die Benediktinerin jeden Tag eine Perikope aus der Heiligen Schrift und meditiert darüber. Das gleiche Prinzip wendet sie auch auf die Benediktsregel an.

Das wird dadurch gefördert, dass die Regel eng an die Heilige Schrift angelegt ist. Zahlreiche Stellen sind der Bibel entnommen und deuten sie aus. Ein weiterer Vorteil der Regel ist ihre Kürze. Damit kann sie im Jahreslauf gelesen und damit immer wieder neu entdeckt werden. Denn die geistliche Lesung bringt vor allem dann Frucht, wenn sie regelmäßig und fortdauernd geübt wird. Dazu Abbas Poimen aus den Apophtegmata Patrum:
"Die Natur des Wassers ist weich, die des Steines hart – aber der Behälter, der über dem Steine hängt, lässt Tropfen für Tropfen fallen und durchlöchert den Stein. So ist auch das Wort Gottes weich, unser Herz aber hart. Wenn nun aber ein Mensch oft das Wort Gottes hört, dann öffnet sich sein Herz für die Gottesfurcht."

Der Heilige Benedikt ist ein idealer geistlicher Begleiter

Grundsätzlich lässt sich ein solches Tagebuch mit den meisten geistlichen Büchern führen. Durch die Praxisnähe und die Kürze ist die Benediktsregel besonders gut für eine die Übung geeignet. Aber auch geistlich gehört der Patriarch Europas zu den besten Lehrern auf dem Weg zu Gott:
Der hl. Benedikt ist dabei ein guter und verlässlicher Wegbegleiter. Und, was am Ende vielleicht das Entscheidende ist: er bleibt nicht bei sich und seiner Regel stehen. Selbstgenügsamkeit oder gar Selbstbespiegelung sind ihm fremd. Er weist über sich und über die Regula hinaus, er will uns anspornen zum „Weiter“, zum „Darüber hinaus“, zum „Mehr“. 
Schwester Philippa spricht sehr offen über die Wirkung ihres Tagebuches auf ihr Leben:
Wenn ich nun ein wenig von meinen Erfahrungen mit dem Regel-Tagebuch berichte, so könnte ich sie in einem Wort zusammenfassen: das Regel-Tagebuch ist für mich zum Lebensatem geworden. Es hilft mir zu leben, ja ist inzwischen untrennbar mit meinem Leben verwoben. Es schenkt mir den Sauerstoff, den ich brauche, um mein geistliches Leben der Christusnachfolge im Geist des hl. Benedikt zu leben. 
Sie stellt den Lesern eine interessante Methode vor, sich dem Heiligen Benedikt oder einem anderen Heiligen zu nähern, um mit ihm den Weg zu Gott zu gehen. Ein Pfad, den es durchzuhalten gilt und den man nicht leichtfertig begehen sollte. Aber eine Chance für alle, die sie ernsthaft ergreifen wollen.

Zum Artikel:
Tagebuch führen mit der Benediktsregel (Abtei Sankt Hildegard)

Dazu auch:
Zur Benediktsregel allgemein (Benediktiner.de)
hora benedicti: Die Lesungen der Benedikts-Regel als App - Google und ITunes

Mittwoch, 13. Mai 2015

Orden im Wandel

Teresa Reulbach ist Nonne der Ritaschwestern. Zur Zukunft der Orden zeigt sie sich verhalten optimistisch.

Foto: Flickr ximena
Die katholischen Orden ringen im Lösungen für die Krisen der vergangenen Jahrzehnte. Es gibt immer weniger, immer ältere Ordensleute, in einer Welt, in der sie ihre traditionellen Aufgaben verloren haben.
Da kurzfristig keine Besserung in Sicht ist, müssen die Orden kreative Lösungen finden. Eine Antwort laut Schwester Teresa: Vernetzung. So treffen sich die Novizen der verschiedenen Orden im Bistum Würzburg regelmäßig. Auch andere Initiativen sind angedacht:
Gemeinschaften, die ähnliche Zielrichtungen haben, könnten gemeinsam ein Bildungshaus leiten oder in einem Konvent zusammenleben. Wir werden weniger, aber wir rücken dadurch näher zusammen.

Orden verlieren ihre Aufgaben

Die Orden gehen durch die gesellschaftlichen Entwicklungen zudem vieler Aufgaben verlustig. Eine große Zahl an Orden entstand im 19. Jahrhundert, um sich einem konkreten sozialen Problem zu widmen. Etwa die Dernbacher Schwestern im Bistum Limburg, die sich der Armen im Westerwald annahmen. Doch viele soziale Nöte verschwanden mit der Wohlstandsgesellschaft der Bundesrepublik, bleibende Probleme werden vom Sozialstaat übernommen. Die Orden werden zu "normalen" Sozialträgern, etwa bei Krankenhäusern. Der Satz eines britischen Staatsmannes, die katholische Kirche habe es immer geschafft, ihren engagierten, selbstständigen Frauen in den Orden Entfaltungsmöglichkeiten zu schaffen, wird von der historischen Entwicklung überholt.

Eine genaue Antwort auf diesen Prozess hat auch Schwester Teresa nicht.
Ordenschristen weisen darauf hin, dass da noch etwas aussteht, dass das Beste noch kommt. Wir sind da, um Menschen aller Generationen Gottes Liebe sichtbar zu machen – dadurch, dass wir ihnen helfen, und dadurch, dass wir für sie beten.
Die Orden tendieren also von der praktischen, sozialen Arbeit zunehmend zu einer kontemplativen Dimension. Das erklärt, warum es den kontemplativen Gemeinschaften tendentiell besser geht, als den sozial engagierten.
Auf eine weitere Option macht Manfred Lütz in seinem Buch "Benedikts Vermächtnis und Franziskus`Auftrag" aufmerksam. Die Orden sollten sich Aufgaben widmen, die durch die Krankenkasse nicht abgedeckt sind und verstärkt die seelische Lage etwa der Kranken ins Auge fassen, so Lütz. Als Beispiel nennt er etwa die Hospizbewegung, in der er auch selbst engagiert ist.

Leserfrage:
Wie seht ihr die Zukunft der Orden in Deutschland?

Zum Artikel
Ordensleben wird neue Formen bekommen (Bistum Würzburg)

Dazu:
Ritaschwestern
Benedikts Vermächtnis und Franziskus`Auftrag (Paul Josef Kardinal Cordes, Manfred Lütz)

Dienstag, 12. Mai 2015

Reliquien zurück in die Kirchen?

Reliquien, Messkelche und Heiligenfiguren finden wir nicht nur in Kirchen, sondern auch in Museen. Dort wirken sie aber für den religiösen Betrachter oft deplaziert. Denn dort sind sie ihrer ursprünglichen Aufgabe entfremdet.

Flickr Fiore Silvestro Barbato
Vor einigen Jahren habe ich den spanischen Ort Alba de Tormes besucht. Dort befindet sich das Grab der Hl. Teresa von Avila. Von der Kirche kam ich in ein Museum, indem auch einige Reliquien aufbewahrt wurden. Die Herzreliquie Teresas fand ich in einen Schaukasten, als handle es sich um eine Münzsammlung. Der religiöse Gehalt der Reliquie wird dabei in keinster Weise berücksichtigt.

Tote im Schaukasten statt im Grab

Museen haben die Aufgabe, Objekte zu konservieren und der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Sie bewahren dabei die Artefakte, entfremden diese aber zugleich. Denn sie reißen sie aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang, definieren einen neuen Zweck für die alten Objekte und stellen sie in einer neutralen Umgebung auf. Vielen Menschen finden es befremdlich, wenn sie im britischen Museum Mumien in Glasvitrinen vorfinden. Menschenkörper, einst für die Ewigkeit im Sarkophag pietätvoll präpariert, werden in einer Glasvitrine den Lebenden zur Schau gestellt. Die Kuratoren holen religiöse Andachtsgegenstände aus den Kirchen in die Museen, wo Besucher oft keinen Sinn mehr für ihren Bezug haben und sie auf ihre historische oder künstlerische Dimension reduziert werden.

 Weiter lesen hier.

Freitag, 8. Mai 2015

Schönwetter über Heiligenkreuz. Päpstlicher Segen und irdische Gründe

Das Stift Heiligenkreuz boomt seit Jahren wie blöde. Kein anderes Kloster ist so populär und erfolgreich. Das kann doch kein Zufall sein.


Das Stift Heiligenkreuz kann sich vor lauter Zulauf nicht mehr retten. Schon der Konvent würden aus allen Nähten platzen, wenn nicht viele Mitbrüder als Seelsorger in den Pfarren leben würden. Derzeit hat das Stift mit zwei Prioraten in Bochum und Wiener Neustadt einen Höchststand seiner Mitgliederzahlen erreicht. Auch die "Hochschule Benedikt XVI." quillt über und muss erweitert werden, um die Studierendenzahlen aufzunehmen. Die Lage ist so dramatisch, das man einige Seminaristen schon in Containern unterbringen muss.

Ich habe vor Jahren einmal einen Mönch nach dem Grund für den Erfolg seines Kloster gefragt und bekam eine sehr vergeistigte Antwort. Man bete halt viel. Pater Karl Wallner drückte das etwas bildlicher aus: Papst Benedikt kam 2007, hat gesegnet und alles ist explodiert.

Konservatives Revivial begünstigt Heiligenkreuz

Vom Walten Gottes einmal abgesehen, gibt es aber auch ganz weltliche Gründe, warum es dem Stift derzeit so gut geht. Das ist zum einen das konservative Revival unter Benedikt XVI. Das Stift gehört zu den wenigen Gemeinschaften, die einer traditionsorientierten Auslegung des II. Vatikanischen Konzils folgen. Damit liegen die Mönche ganz auf der Linie des Papa emeritus. Auch in ihrer barock-monastischen Liturgie entsprechen sie dem Stil, den der Papst - zu meiner persönlichen Freude - in Rom gepflegt hat. Gerade die hochkirchlichen Konservativen haben unter Benedikt XVI. einen Auftrieb erlebt, von dem auch das Stift Heiligenkreuz profitiert.

Glück mit dem Führungspersonal

Eine selten glückliche Personalkonstellation hat den Erfolg des Stiftes weiter befördert. Gregor Henckel Donnersmarck, Abt zwischen 1999 und 2011, ist nicht nur seiner Persönlichkeit nach eine beeindruckende Führungsfigur. Er ist als Mitglied der Adelsfamilie von Donnersmarck auch hervorragend vernetzt. Besonders in der katholischen Kirche sind Familienverbindungen wie diese noch immer Gold wert. Neben dem Altabt ist Pater Karl Wallner der charismatische "Außenminister" des Konvents. Nach Figur (sooo ein Kreuz) und Geist ein PR-Genie, ist er zudem ein Schaffer vor dem Herrn.

Chant schlägt ein wie ein Bombe

Einige weitere Ereignisse haben die Situation für das Stift zudem noch verbessert. Der Neffe des Abtes, Florian Henkel von Donnersmarck, spielte 2006 mit dem Film "Das Leben der anderen" einen Oscar ein. Auch auf das Stift viel dabei etwas Glanz aus Hollywood, denn der Neffe entwickelte den Film unter anderem in der Ruhe des Wienerwaldes. Dazu kam 2008 der Hype um die "Singenden Mönche" mit ihrer CD "Chant", die derart einschlug, dass die Zisterziesener sogar auf das Sofa von "Wetten dass ..." gezerrt wurde.

Den Mönchen ist es bislang gelungen, den Erfolg maßvoll zu verwalten. Der Ausbau der Hochschule ist dafür ein Zeichen. Er wurde nicht leichtfertig begonnen und Pater Karl legt wert darauf, man habe für den Ausbau keine Schulden machen müssen. Das ist wichtig. Denn wie jeder Boom wird auch dieser eines Tages vorbei sein. Das kann aber ruhig noch eine Weile dauern.

Dazu:
Wenn Mönche bauen (Demut Jetzt)

Donnerstag, 7. Mai 2015

Wenn Mönche bauen

Die Hochschule Heiligenkreuz hat den Ausbau ihres Campus fast abgeschlossen.


Seit drei Jahren sind die Hochschule und das Stift dabei, die alten Gebäude zu modernisieren, zu erweitern und Neue zu bauen. Denn Heiligenkreuz hat ein Luxusproblem: Zu viele Studierende. Schon der Konvent würden aus allen Nähten platzen, wenn nicht viele Mitbrüder als Seelsorger in den Pfarren leben würden. Bei der Hochschule kann man die Studierenden aber nicht so einfach auslagern.

1992 waren es noch 62 Studenten, dieses Jahr hat sich die Zahl mit 274 mehr als vervierfacht. Die Lage ist so dramatisch, das man einige Seminaristen schon in Containern unterbringen muss. Während das Hochschulgebäude fertig ist, bleiben die Blechhütten aber noch eine Weile stehen. Erst im November soll das neue Seminaristenheim eingeweiht werden. Mit dem Ausbau wächst die Hochschule auch räumlich in die Stellung eines führenden Theologenseminars im deutschen Sprachraum hinein.

Ankündigung: Morgen folgt hier mein Kommentar, warum das Stift so boomt.

Dazu:
Heiligenkreuz: Hochschule zu modernem Campus ausgebaut (kath.net)
Heiligenkreuz: Hochschule zu modernem Campus ausgebaut (kathweb.at)
Hochschule Heiligenkreuz zu Campus ausgebaut (ORF)
Bildmaterial: Kardinal weihte den erweiterten Campus der Phil.-Theol. Hochschule ein (Stift Heiligenkreuz)

Dienstag, 5. Mai 2015

Bartgade: Der Limburger Protzbischof is back

Tebartz-van Elst hat sich nicht verändert. Er trägt nur einen arroganten Hipster-Bart. Findet die Zeit.


Der Limburger Altbischof steht nach wie vor unter intensiver Beobachtung der Medien, die jede Handlung und jedes Haar genau sezieren. So hat sich die "Zeit" Anfang der Woche die Mühe gemacht, über die neue Bartmode von Tebartz-van Elst zu philosophieren und ihn als arroganten Modetypen in pseudo-büßer-Gewandung zu enttarnen.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Mensch sich nach einer Krise auch optisch verändern will, weiss auch der geneigte Zeit-Redakteur. Und wer den Altbischof am Ende seiner Zeit in Limburg kannte, der kann einen Bart in diesem hageren Gesicht nur begrüßen, zumal ihm das, nach einhelliger Meinung, gut steht. Das scheint den Neid des geneigten Redakteurs auszulösen, der findet, dass Tebartz-van Elst eine "vergleichsweise kecke und eitle Interpretation fand", um seinen neue Stil auszuleben. Weil am bischöflichen Bart aber wenig super-modisches zu erkennen ist, vergleicht der geneigte Redakteur die episkopale Haarpracht noch schnell mit dem Barte der alten Wüstenväter, die natürlich wesentlich weniger gepflegt waren.

Für den Christen hat der Bart aber noch eine andere Bedeutung, die der geneigte Zeit-Redakteur aber nicht kennt. Bärte sind auch Zeichen der Missionare. Wann immer sich früher der gewöhnliche katholische Geistliche einen Bart wachsen ließ, wurde gemunkelt, er plane zu den Heiden zu ziehen. Auch so kann man Tebartz-van Elst neue Mode lesen, denn er ist ja für die Neuevangelisation zuständig, was ein netteres Wort für die Mission des vormals christlichen Abendlandes ist. Der Limburger Altbischof zeigt damit seinen Willen, sich voll in seine Aufgabe reinzuhängen. Also keine Arbeitsstrafe, wie der geneigte Zeit-Redakteur vermutet, sondern voller Einsatz in einer Stelle, für die der Pastoraltheologe Tebartz-van Elst gut geeignet ist. Hoffentlich hängt sich der geneigte Zeit-Redakteur auch so rein.

Dazu:
Über Bartmoden (Zeit)
Die neuesten Verschwendungen des Tebartz-van Elst (Geistbraus)

Montag, 4. Mai 2015

Gemeinsam Beten im Netz. Geht das?

Gebetsgemeinschaften sind eine uralte Tradition im Christentum. Die digitalen Medien schaffen neue Formen gemeinsamen Betens. Oder? 


Das Internet revolutioniert unsere Kommunikation. Fast alle sind heute schnell und immer erreichbar, egal ob altmodisch via Telefon oder neuerdings über Whatsapp. Doch unser Beten scheint sich kaum verändert zu haben. Noch immer ist die Kirche oder das stille Kämmerlein Ort des Gebetes.

Dabei ist Beten Kommunikation. Mit Gott, aber auch mit anderen Mitmenschen. Am deutlichsten wird das in der Messe, wenn die Besucher gemeinsam beten und sich dabei auch beeinflussen. Die Andacht der anderen kann die eigene fördern, Nachbarn, die auf ihren Smartphones herumspielen, sind hingegen dem Gebet wenig förderlich. Beten ist ein sozialer Akt, oft auch mit Abwesenden. Wenn ich für jemanden anderen bete, begebe ich mich in eine Gemeinschaft mit ihm. Und wenn ich die Psalmen singe, tue ich das zusammen mit zahllosen anderen Menschen verschiedener Konfessionen und Religionen.

Füreinander, aber nicht gemeinsam beten

Doch auch das Beten kommt immer mehr im digitalen Zeitalter an. So kann ich heute das Stundengebet kostenlos als App auf mein Smartphone herunterladen.
Es entstehen auch neue Gebetsgemeinschaften, die den Geist des Internets in sich tragen: Anonym, flexibel und jederzeit erreichbar. Eine der größten Gemeinschaften in Deutschland ist amen.de. Fast 3.500 Menschen haben dort mittlerweile für 27.000 Anliegen 661.596 gebetet, stand Samstag Abend. Jeder kann einfach anonym ein Gebet eingeben, das geprüft und an verschiedene Mitglieder weitergemeldet wird. Die haben sich registriert, für eine bestimmte Zahl Anliegen pro Woche zu beten und schreiben mitunter auch "Ermutigungs-Mails", wenn man seine Mail-Adresse hinterlässt.

So trägt das Internet seine Werte und Mechanismen in das Beten hinein. Ich muss mich nicht schämen, weil jemand mich in meinen Sorgen erkennen könnte, kann aber ein Feedback auf mein Anliegen bekommen. Dennoch fehlt der Charakter der unmittelbaren Gemeinschaft, in der Versammlung an einem Ort mit den Mitbetenden. Zeitlicher und räumlicher Zusammenhang fallen bei amen.de auseinander. Wie so häufig überbrückt das Internet zwar diese natürlichen Grenzen des menschlichen Erlebens. Wie so häufig kann es sie aber nicht aufheben.

Leserfrage:
Kennen Sie weitere Plattformen von Gebetsgemeinschaften?

Dazu:
amen.de
Beten 2.0: Ein Selbstversuch (Radio Vatikan)

Samstag, 2. Mai 2015

7 Tage - im Kloster

Sympathischer Film über das Leben im Kloster Münsterschwarzach. Es fehlt ein wenig der Tiefgang im Film, aber gerade für Einsteiger geeignet, denn die Mönche kommen durchweg gut rüber.

Donnerstag, 30. April 2015

Kardinal Burke in Frankfurt

Vergangenen Samstag war Kardinal Burke in Frankfurt Schwanheim. Anlass war der 25. Jahrestag des Vereins Pro Missa Tridentina.

Mittwoch, 29. April 2015

Kardinal Woelki in Limburg. Viel indirekte Rede

Kardinal Woelki hat vorige Woche Limburg besucht. Er ging auch indirekt auf den Wunsch nach einem neuen Bischof ein.


Die beiden wichtigsten Aussagen standen am Beginn und am Ende der Messe im Limburger Dom. Der Kardinal erklärte zum Abschluss des Gottesdienstes, er bete für das Bistum, damit es einen neuen Bischof erhalte. Zuvor hatte Weihbischof Grothe in der Begrüßung durchblicken lassen, er erhoffe sich vom Kardinal Unterstützung bei der baldigen Normalisierung für das Bistum.

In seiner Predigt ging Kardinal Woelki indirekt auch auf das Bischofshaus ein. So sprach er mehrfach von Prunkbauten, nannte aber nicht das Bistumshaus in Limburg, sondern etwa die Hamburger Philharmonie. Solche Bauwerke strebten die Menschen zwar häufig an, sie nützten den Menschen aber nichts. Die Menschen brauchen laut Kardinal Woelki stattdessen eine wirklich Demut, die er nach Theresa von Avila beschrieb als "in der Wahrheit wandeln". Das bedeutet, im Haus den Herrn zu wandeln: "Sicher kein Prunkbau, wohl aber ein Ort, an dem jeder Mensch aufatmet", so Kardinal Woelki. Das sei dann ein Haus des Herrn. Damit ging der Kardinal auf den Grund seines Kommens ein. Denn er feierte mit dem Bistum das Patrozinium der Bischofskirche Sankt Georg.

Demut für alle

Sowohl Grothe als auch Woelki behandelten indirekt die Causa Tabartz-van Elst. Grothe, indem er den Wunsch der Limburger nach einem neuen Hirten nochmal artikulierte, Woelki, indem er das direkt ansprach und die Vorgänge in Limburg über mehrere Ecken kritisch würdigte. Da er aber die Bischofsresidenz auffälligerweise in der Reihe der "Prunkbauten" vergaß, distanzierte er sich von einer übertriebenen Kritik an dem Bauvorhaben.

Der Besuch des Kardinal kann daher als Unterstützung des Metropoliten für den aktuellen Weg des Bistums gesehen werden, zugleich aber auch als Ruf nach maßvoller Beurteilung der Vergangenheit. Denn "in der Wahrheit wandeln" heisst nicht nur einer Seite die Schuld zuschieben und Demut steht vielen gut zu Gesicht, nicht nur dem Altbischof.

Dazu:
Ausdauer führt zum vollendeten Werk (Bistum Limburg)
Kardinal Woelki in Limburg (Domradio Video)
Den Blick nach vorne richten (Domradio)
Demut statt Profit (NNP)

Montag, 27. April 2015

Aussterben der Orden in England vertagt

In England treten wieder mehr Frauen in Klöster und Orden ein.

Foto: Flickr Ivar Gullord
45 neue Eintritte verzeichneten die weiblichen Orden in England und Wales im Jahr 2015. Damit ist die Zahl in den letzten 10 Jahren signifikant gestiegen. 2004 gab es nur sieben Neueintritte. Anna Rowlands, Dozentin für katholische Studien an der Durham University, führte die steigende Attraktivität auf die Sinnsuche junger Frauen zurück, sowie auf ihren Wunsch, kirchliche Arbeit mit Gemeinschaftsleben zu verbinden.

Dennoch reicht die Zahl der Neueintritte bei weitem nicht aus, um die Schrumpfung der Orden zu verhindern. SO gab es laut kath.net in den 80er Jahren immerhin noch 80 neue Schwestern pro Jahr.

Dazu:
GB: Eintritte in Frauenorden Höchststand seit 25 Jahren (ORF)
Höchststand bei Neueintritten in englischen Frauenklöstern (kath.net)

Freitag, 24. April 2015

Neues aus Limburg: Tebartz-van Elst stirbt doch nicht an Reichtum

Die Befürchtung der Kirchenreformer war schon groß: Könnte Tebartz-van Elst mit zwei Bezügen die ganz dicke Kohle bekommen. Glücklicherweise nicht.


Seit einigen Monaten ist Tebartz-van Elst nicht nur Limburger Altbischof, sondern auch Delegat der Kongregation für die Neuevangelisierung. Als solchem steht ihm auch ein Gehalt zu. Da kam natürlich die Frage auf, ob er nun zwei volle Bezüge erhält, nämlich das römische Gehalt und die Limburger 'Rente', oder ob man das irgendwie verrechnet.

Laut dem Bistum ist die Frage im Prinzip von seit April 2014 geklärt, als sich Tebartz-van Elst mit seiner Diözese auf eine Verrechnung der verschiedenen Bezüge einigte. Die Lohnfortzahlung in Höhe von 6.800 Euro wird also um den Betrag gekürzt, den er aus Rom erhält. Über die Höhe der Summe hat sich das Bistum allerdings derzeit noch nicht geäußert.

Aber das wird natürlich niemanden hindern, über die Zahlungen des Bistums zu klagen. Ich freue mich schon über Pressestatements von Limburger Ruhestandsgeistlichen, die erklären, der Altbischof dürfe gar kein Geld mehr bekommen.

Dazu:
Keine doppelten Bezüge (Domradio)
Kein doppeltes Geld für früheren Limburger Bischof (FNP)

Ein Gang durchs Kloster

Ich bin ein großer Fan von spanischen Klöstern. So freue ich mich, ein Video gefunden zu haben, mit dem man durch das Kloster Santa María de Huerta gehen kann.


Dazu:
Website des Kloster hier.

Donnerstag, 23. April 2015

Durchlaucht gibt den Volkstribun. Johannes zu Eltz weiss es mal wieder besser

Johannes zu Eltz hat nach seiner Auszeit wieder neue Kraft gefunden, über alles zu meckern und sich wichtig zu machen. Natürlich nur im Interesse der Menschen im Bistum Limburg.

Foto: Flickr Stadtlichtpunkte
Das wichtigste zuerst: Johannes zu Eltz hat sich einen neuen Job ausgedacht. Er will jetzt nicht mehr Bischof werden, sondern Volkstribun.
Bischof will zu Eltz nicht mehr werden, die Basis steht ihm näher als die Spitze.
Das ist folgerichtig. Denn nachdem er mit Talent und Familiennetzwerken nicht auf die Kathedra kam, muss er an der Hierarchie vorbei seinen Einfluss stärken. Wie im antiken Rom erfindet er dafür eine neue Stelle, die neben den klassischen Ämtern steht: Den Volkstribun. Der spricht für das Volk und legt sein Veto gegen die Bestimmungen der bösen Amtsträger ein. Außerdem ist er unantastbar und darf weder versetzt, verhaftet noch sonstwie vom Hof gejagt werden. Also die ideale Stellenbeschreibung für einen gescheiterten Bischofsanwärter, der von vielen um den Dom nur "Der Adlige" genannt wird.

Kein Gott, kein Staat, kein Messstipendium!

Bruder Hannes, wie wir ihn in jakobinischer Geselligkeit nennen wollen, erzählt auch von einem seiner dringendsten Reformanliegen: Das Messstipendium muss weg. Weil ... weil es eben rückständig ist:
„Wir haben Kirchensteuer und bezahlen unsere Geistlichen, deshalb muss man sich bei uns keine Messen kaufen“
Ob man nun Messen kaufen kann, das weiss er sicher besser als ich. Aber als Bilderstürmer interessiert er sich nicht für Feinheiten. Als Kirchenjurist bekommt er aber noch den Dreh, die Frankfurter Katholiken könnten sich für die Abschaffung der Messstipendien "einsetzen". Wohlgemerkt "einsetzen". Denn ein Priester muss keine Stipendien mehr annehmen, er muss aber sehr wohl die Alten lesen.

In guter Bilderstürmertradition vergisst Bruder Hannes aber natürlich den sozialen Aspekt der Messtipendien. Denn die werden häufig gar nicht von heimischen Geistlichen gelesen. Sondern sie werden in die Dritte Welt weiter gereicht, wo der afrikanische Dorfpfarrer darauf angewiesen ist, dass die reichen Deutschen Messen "kaufen", damit er zum Beispiel die Dorfschule finanzieren kann. Aber auch in England hat man sich im 16. Jahrhundert nicht dafür interessiert, das mit den Klöstern das Sozialsystem zusammenbrach. Pech halt.

Mit den Alten in die Zukunft

Die Krönung ist ist des Reformators Aussage darüber, mit welchen Gruppen er seine Visionen umsetzen will. Denn dafür seien die jungen Menschen untauglich:
Der Stadtdekan setzt bei der Erneuerung der Frankfurter Stadtkirche durchaus auf die ältere Generation in den Pfarrgremien, die durch die 68-er-Bewegung basisdemokratisch geprägt ist, während jüngere karriereorientierte Menschen im Berufsleben oft eher gewohnt seien, sich in Hierarchien einzufügen.
Heisst: Die 68er Geprägten stehen mir näher. Also 'erneuere' ich mit die Frankfurter Gemeinden mit denen, die schon seit 30 Jahren das Sagen haben. Die jüngere Generation hingegen bleibt ohnehin weg und ist hierarchieorientiert. Die brauche ich also nicht ins Boot zu holen. Die Zukunft gestalte ich mit den Alten für die Alten, ohne die Jungen und nicht für die Jungen.
Na dann: Darauf einen Ebbelwei, euer Durchlaucht. Prost.

Dazu:
Katholische Kirche will die Zukunft gestalten (FNP)

Bevor jemand fragt: Ja, das hat hier satirisches Potential.

Mittwoch, 22. April 2015

Kontrastreiche Vielfalt. Eine Laudatio auf das Bistum Limburg

Das Bistum Limburg ist ein junges und mittlerweile sehr bekanntes Bistum. katholisch.de widmet der Diözese an der Lahn ein kurzes Portrait.

Foto: Flickr Iabete

Der Text bietet einen schönen Überblick. Besonders die pastoralen Schwerpunkte der Diözese werden hervorgehoben. Damit nimmt der Autor weniger eine historische Perspektive ein, sondern bemüht sich erfolgreich um eine sympathische Skizze der Bistums-DNA.

Etwas störend ist lediglich der leicht panegyrische Charakter, wenn etwa Domkapitular Wolfgang Rösch so etwas Frommes sagen darf wie: "Für mich ist das ganze Bistum Limburg eine Perle in der Mitte Deutschlands." Gegenden wie den Westerwald oder den Hintertaunus zudem unter dem Terminus "dicht besiedelten, wirtschaftlich hoch entwickelten Region" zu subsumieren, halte ich zudem für etwas verstiegen. Leider fehlt auch eine Skizze des speziellen synodalen Charakters in Limburg.

Dazu:
Kontrastreiche Vielfalt (katholisch.de)
27 x katholisch - Die deutschen Bistümer im Porträt

Montag, 20. April 2015

Hot Limburg News: Tebartz-van Elst ...

... hat neuerdings einen Bart.

Das meldet die Welt. Wahnsinn. Und auch noch eine neue Brille, totaler Luxus-Style.
Gerüchtweise soll er sich zudem in der Nähe der Anima einquartiert haben. Auf der ""weltlichen" Seite des Tibers" wie die Welt betont. Dann freue ich mich schon auf die nächste Seiten füllende Schlagzeile:

Tebartz-van Elst: Limburger Protzbischof trägt neuen Pileolus. In Violett!

Die Kartause von Marienau

Freitag, 17. April 2015

Ausstellung in Limburg: Die Kirche und ihr Geld

Das Bistum Limburg arbeitet sich weiter an der Causa Tebartz-van Elst ab. Die Diözese zeigt seit Mittwoch eine Ausstellung zu den Finanzen der Kirche.


Kein anderes Bistum wird so stark mit Geld und Prunk verbunden wie das kleine Limburg mit seiner Bischofsresidenz auf dem Domberg. Das Entsetzen und das Unverständnis der Öffentlichkeit führten viele Kirchenvertreter auch auf die mangelnde Transparenz der Kirchenfinanzen zurück. Daher legten seit 2013 zahlreiche Diözesen ihre Bücher offen. Aber wer hat schon die Zeit, sich durch so viele Stapel Papier zu arbeiten und wer traut in solchen Fragen noch Journalisten, die nicht für ihren Sanftmut in der Causa Tebartz-van Elst bekannt geworden sind.

So hat das Bistum Limburg am Mittwoch eine neue Stufe im Erklären gezündet und eine Ausstellung über die Kirchenfinanzen eröffnet. Auf 18 Roll-Ups geht es um die Frage, woher die Diözesen ihr Geld haben, wofür sie es brauchen und wie sie es ausgeben.

"Von den irdischen Dingen – Kirche und Geld im Bistum Limburg"

Bis 30. April im Kreuzgang des Bischöflichen Ordinariats am Roßmarkt 4 in Limburg - Montags bis Donnerstags von 8.30 bis 17 Uhr sowie Freitags von 8.30 bis 13 Uhr. Im Anschluss geht die Ausstellung auf Wanderschaft, weitere Termine wurden bislang nicht bekannt gegeben.
Demut Jetzt wird die Ausstellung weiterhin mit Interesse begleiten.

Dazu:
Von den irdischen Dingen (Bistum Limburg)
Bistum Limburg zeigt Schau zum Kirchengeld (Welt)
Ausstellung über Kirche und Geld im Bistum (katholisch.de)

Leserfrage:
Was haltet ihr von so einer Ausstellung?

Donnerstag, 16. April 2015

Wer sind die Kopten?

Die Kopten sind unter den christlichen Kirchen eine besondere Gemeinschaft. Denn sie waren fast ihre ganze Geschichte hindurch eine unterdrückte Minderheit.

Das Christentum war die längste Zeit seiner Geschichte eine Mehrheitsreligion. Wo immer die verschiedenen Kirchen wirkten, stellten sie das dominierende religiöse Angebot dar, hatten sogar oft das Monopol auf die theologische Weltdeutung. Sie waren eng mit dem Staat verwoben und prägten das Leben und die Kultur ihrer Länder.

Das gilt nicht für die koptische Kirche. Ihr Einfluss ist in der Antike zwar nicht zu unterschätzen, da das Patriarchat von Alexandria nach Rom die wichtigste Referenz für die Oikumene bildete. Doch seit dem 5. Jahrhundert trennte sich die Ägyptische Kirche aufgrund eines Streites um die Naturen Jesu von der Reichskirche. Da das Land am Nil aber immer noch zum Oströmischen Reich gehörte, gab es einen Konflikt zwischen der offiziellen Lehre und der koptischen Bevölkerung. Seit dem 7. Jahrhundert lebte die Gemeinschaft dann unter der Herrschaft des Islam und erlebte dort verschieden heftige Verfolgungen.

Die koptische Generalbischof in Deutschland, Anba Damian, stellt die Gemeinschaft in einem Video vor:




Dazu: 
Jesus in Ägypten: Das Geheimnis der Kopten von Michael Hesemann (amazon)

Leserfrage:
Findet ihr das Thema interessant? Sollte es mehr Beiträge zu den Ostkirchen geben? Kommentare erwünscht.

Mittwoch, 15. April 2015

800 Jahre Predigen für Gott und seine Kirche

Der Heilige Dominikus tat sich vor 800 Jahren mit einigen Gefährten zusammen. Das war die Keimzelle der Dominikaner.

Ökumenisches Heiligenlexikon
Formal wurden der Orden zwar 1216 gegründet, als er durch den Papst approbiert wurde. Aber das ist eine römische Perspektive. Denn die Gemeinschaft begann schon früher mit ihrem Dienst.

Im 12. Jahrhundert breitete sich in Südfrankreich eine religiöse Reinigungsbewegung aus, die Katharer. Stark von synkretistischen Ideen aus dem Orient beeinflusst, forderten die Katharer die Reinigung des Menschen und positionierten sich gegen die reich gewordene Kirche. Trotz ihres extremen Charakters zog die Gemeinschaft viele Gläubige an und wurden für die Kirche zum Problem. Der französische König bot sich als Erfüllungsgehilfe an, um gegen die Katharer vorzugehen. Das hatte politische Gründe, denn der Einflussbereich der französischen Krone reichte damals nur etwa bis zur Loire, während Südfrankreich durch eigenständige Feudalherren kontrolliert wurde, deren mächtigster der Graf von Toulouse war.

Weniger Waffen, mehr Predigt


Gegen eine militärische Lösung des Problems wandten sich hochranginge Geistliche, unter anderem auch Diego von Acebo, Bischof von Osma, im heutigen Spanien. Diego war in Südfrankreich unterwegs, das damals dem spanischen Kulturkreis näher stand als heute. Die Umgangssprache Okzitanisch wies als romanische Sprache viele Gemeinsamkeiten mit dem Kastilischen und dem Aragonesischen auf. Diego und sein Subprior Dominikus konnten auch ohne Latein die Okzitanier vermutlich verstehen.

Beide machten daher die mangelnde Überzeugungskraft der örtlichen Kirchenvertreter als ein weiteres Problem aus. Gegen die authentische Armut der Katharer kamen die reichen Prälaten und beweibten Priester schlecht weg. Zudem war die Predigt vor allem Aufgabe der Bischöfe. Allerdings ließen sie diese Aufgabe schleifen, während der normale Gemeindepriester nur die lateinische Messe las.

Diego und Dominikus wollten hier Abhilfe schaffen und versuchten in ausgedehnten Predigtreisen die Okzitanier für den katholischen Glauben zurück zu gewinnen. Allerdings hielt der Bischof das Arbeitspensum auf die Dauer nicht durch und er hatte auch noch eine Diözese, um die er sich kümmern musste. So beordnetet Rom ihn nach Osma zurück, wo er kurz darauf starb.

Dominikus war damit allein, ohne seinen Förderer. Und alleine blieb seine Wirkung gering. So tat er sich mit einigen Gleichgesinnten zusammen, um eine Gemeinschaft zu gründen. Ihre Aufgabe: Die Predigt. Das war der Startschuss der Dominikaner.

Dazu:
Nur ein Wort (katholisch.de)
Zur Geschichte des Dominikanerordens - Ein Überblick (dominikaner.de)
Okzitanische Sprache (Wikipedia)

Leserfrage:
Findet ihr das Thema interessant? Wünscht Ihr euch, dass die historische Situation und die Gründung der Dominikaner hier noch mehr behandelt wird? Kommentare erwünscht.

Montag, 13. April 2015

INA: Papst Franziskus wegen Volksverhetzung angeklagt

Berlin: Hilmtraud Beck, die parlamentarische Beauftragte für weltgerechten Minderheitenschutz der Fraktion "Die Grünen", hat gegen Papst Franziskus Strafanzeige wegen Volksverhetzung gestellt. Beck erklärte: "Papst Franziskus schürt mit seinen Anschuldigungen gegen die türkische Regierung bezüglich der armenischen Neuansiedlungen Vorurteile und Hass gegen die türkischstämmigen Mitbürger." Sie forderte daher die Staatsanwaltschaft Berlin dazu auf, ein Verfahren gegen den Papst zu eröffnen. Vom Vatikan verlangte Beck, Papst Franziskus als "Hassprediger" auszuliefern.

2015 Ignaz' Nachrichten Agentur

Kein gemeinsamer Ostertermin

Die Orthodoxen feierten an diesem Wochenende die Auferstehung Christi. Denn die Einheit des Ostertermins zerfiel mit der Einführung des gregorianischen Kalenders.

Foto: Flickr / Orthodoxe Akademie Sankt Petersburg

Der julianische Kalender wurde 45 v. Chr. von Julius Caesar eingeführt. Er war auf dem neusten Stand der damaligen astronomischen und mathematischen Erkenntnisse, wies aber dennoch einige leichte Fehler auf. In der Folge kam es im Laufe der Jahrhunderte zu einer Verschiebung gegenüber dem astronomischen Jahr, die sich heute auf 13 Tage beläuft. Von diesem Missstand war auch der Ostertermin betroffen. Daher hat Papst Gregor XIII. 1582 einen neuen Kalender eingeführt, der bis heute seinen Namen trägt.

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Samstag, 11. April 2015

Franz Hitze. Priester und Sozialreformer

Franz Hitze war einer der bedeutendsten Abgeordneten der Zentrumspartei und einer der Väter der katholischen Sozialpolitik. 

WikiCommons: Bubo
Priester in bewegter Zeit 

Hitze gehört zum klassischen Typus des katholischen Geistlichen im ausgehenden 19. Jahrhundert. Er stammt aus einer kinderreichen Bauernfamilie in einer katholischen Landschaft, er ist durch Studium in Würzburg und Rom auf die kirchliche Zentrale ausgerichtet und war in zahlreichen katholischen Vereinen engagiert. Er war ganz im katholischen Milieu sozialisiert und davon umgeben.

Damit musste er sich auch den Herausforderungen der katholischen Lebenswelt stellen. Im ausgehenden 19. Jahrhundert waren Katholiken im Rheinland und in Westfalen von der Industrialisierung betroffen. Die Arbeiterfrage drängte sich der Kirche auf. Denn sie musste den Arbeitern aus den Dörfern in die Städte hinterher ziehen und ein katholisches Leben in den Industrieregionen ermöglichen.

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Freitag, 10. April 2015

Ostern, immerhin was für Christen

Die Kollegin Raschelmaschine vom Blog Gardinenpredigerin hat sich mit dem schönen Ostergruß "Christus ist auferstanden" beschäftigt.

Foto: Gardinenpredigerin
In den Tagen vor Ostern hörte ich früher als Kind häufig zum Abschied "Frohe Ostern". In der Karwoche in diesem Jahr wurde ich mit "Frohe Feiertage" verabschiedet. Der Grund für das Feiern wird immer mehr verdrängt, als ob der Festtag Selbstzweck wäre. Denn irgendwer könnte sich ja durch den Ostergruß in seinem (nicht-)religiösen Bekenntnis gestört fühlen.

Einen lesenswerten Kommentar zu diesem Thema findet ihr auf dem Blog Gardinenpredigerin.

Donnerstag, 9. April 2015

Benedikt XV. setzte sich für Armenier ein

Die Vertreibung der Armenier war der erste Massenmord des 20. Jahrhunderts. Papst Benedikts XV. intervenierte vergeblich zugunsten der vertriebenen Christen.

Die Armenier lebten jahrhundertelange als christliche Minderheit im Nordosten des Osmanischen Reiches. Sie wurden aufgrund ihres Glaubens jedoch zunehmend von der Regierung am Bosporus mit Misstrauen betrachtet und im Krieg mit Russland als Gefahr angesehen. Schon 1915 begannen die osmanischen Behörden daher, hunderttausende Armenier aus ihren angestammten Siedlungsgebieten zu vertreiben. Sie forcierten dabei ihre Entkräftung und den Tod der Christen. Nach Schätzungen von Historikern kamen zwischen 300.000 und 1,5 Millionen Armenier bei den Aktionen ums Leben.

Papst Benedikt XV. erfuhr schon Mitte des Jahres 1915 von der Vertreibung und den katastrophalen Zuständen, unter denen hunderttausende Armenier starben. Er wandte sich daher im September an den osmanischen Sultan mit der eindringlichen Bitte "Mitleid mit dem Schicksal des schwer bedrängten armenischen Volkes, das an den Rand der Vernichtung gebracht wurde", zu haben. Die osmanische Regierung reagierte jedoch erst Monate später mit Beschwichtigungen auf das päpstliche Schreiben.

1918 versuchte der Papst erneut die Lage der Armenier zu verbessern. Er ließ den damaligen Nuntius Eugenio Pacelli bei der deutschen Reichsregierung vorsprechen, den wichtigsten Verbündeten des osmanischen Reiches. Doch auch in Berlin reagierte man nicht auf die päpstlichen Bemühungen.

Dazu:
Benedikt XV. versuchte, die Armenier zu retten (Welt)
1915-2015: Völkermord an den Armeniern (kathweb.at)
Völkermord an den Armeniern, von Michael Hesemann (Amazon)
Völkermord an den Armeniern: Michael Hesemanns Buch für ein Volk der Martyrer (hinsehen.net)

Mittwoch, 8. April 2015

Streit um den Ostertermin

Ostern ist immer an einem anderen Tag im Jahr. Denn für den Ostertermin mussten zwei verschiedene Kalendersysteme zusammengebracht werden: Der römische Sonnen- und der jüdische Mondkalender.

Foto: Fotolia

Das historische Ostern ist eng mit dem jüdischen Paschafest verbunden. Jesus feierte das Paschamahl mit seinen Jüngern am Gründonnerstag und ist am Sonntag nach dem Fest auferstanden. Auch inhaltlich hängen beide Feste miteinander zusammen. Die Juden begehen zum Paschest die Rettung aus Ägypten und schlachten dazu ein Lamm, in Erinnerung an die letzte Plage Gottes und den Schutz, den Gott ihnen bei dieser Plage hat zuteil werden lassen. Damit besteht eine Verbind zwischen der christlichen Symbolik von Jesus als Opferlamm und dem Paschalamm.

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Dienstag, 7. April 2015

Ostern im Limburger Dom

Weihbischof Manfred Grothe, der Apostolische Administrator des Bistums Limburg, hat in diesem Jahr die meisten Gottesdienste an Ostern im Dom zelebriert.


Anders hingegen im letzten Jahr, als Weihbischof Thomas Löhr fast alle Messen gelesen und die Karfreitagsliturgie gehalten hat. Wie schon üblich stand er dieses Jahr nur der Kafreitagsliturgie vor, während Grothe die Messe am Gründonnerstag, in der Osternacht und am Ostersonntag gesungen hat.

Der Administator widmete sich in seiner Predigt vom Gründonnerstag der Eucharistie, die mehr sei als Erinnerung an ein vergangenes Geschehen:
Die Eucharistie stellt für Grothe mehr als nur eine bloße Erinnerung an Vergangenes dar. Durch das Vergegenwärtigen der Ereignisse im Abendmahlssaal durch die Feier der Eucharistie stifte Christus eine neue Gemeinschaft, eine "Gemeinschaft der Liebenden". Die Feier der Eucharistie an Gründonnerstag mache jene Stunde vor 2000 Jahren gegenwärtig und nehme Christen auf geheimnisvolle Art und Weise in das Heilsgeschehen im Abendmahlsaal mithinein. "Wir feiern das Abschiedsmahl. Mit den Jüngern empfangen wir das Vermächtnis Jesu. Wir empfangen ein Testament, das uns bindet und verpflichtet", sagte Grothe.
Am Karfreitag wagte Weihbischof Löhr einen umfassenden Blick auf die Krisen der Welt. Nicht nur die Opfer von Gewalt erlitten schaden. Auch die Täter fügten sich Wunden zu:
"Du verblutest an den Wunden deiner Opfer!", zitierte Löhr aus dem historischen Roman Kaiserin Konstanze von Henry Benrath. Mit diesem Vers schleuderte die Kaiserin ihrem Ehemann, einem gewalttätigen Herrscher, die Wahrheit ins Gesicht. Nicht nur die Opfer verbluteten, sondern auch die Täter. "Die Welt verblutet an den Wunden der Opfer: der Opfer von Hass und Gewalt der einen, der Opfer der Gleichgültigkeit der anderen", sagte Weihbischof Löhr. Nur wo Hass durch Liebe überwunden werde, wo Gleichgültigkeit sich in liebende Sorge verwandle, wo Schuld auf Vergebung hoffe, könne die Welt leben. Der leidende Christus habe am Kreuz Sünde und Tod besiegt, damit Vergebung möglich werde und der Mensch heute leben könne.
Grothe beschäftigte sich in der Osternacht mit der neugeweihten Kerze als Symbol des Festes:
Während der 50 Tage der Osterzeit stehe die Osterkerze im Altarraum und brenne in allen Gottesdiensten. Sie erinnere an die Gegenwart des Auferstandenen in dieser Welt. Mit dem Pfingstfest, dem Ende der Osterzeit, erhalte die Osterkerze einen würdigen Platz am Taufbecken. Bei der Taufe werden die Kerzen der Neugetauften an ihr entzündet. Die Täuflinge erhalten so Anteil am Auferstehungsleben. Bei Begräbnismessen stehe die Osterkerze wieder beim Altar. Ein Hinweis darauf, dass die Verstorbenen in das Auferstehungsleben eingegangen sind und Christus nun im ewigen Licht schauen dürfen. "Die Osterkerze als Symbol des uns zugedachten Auferstehungslebens begleitet uns jahraus, jahrein", sagte der Apostolische Administrator.

Dazu:
Liebt, wie ich euch geliebt habe (Bistum Limburg)
Aus Liebe zu den Menschen (Bistum Limburg)
"Unser Gott ist ein Gott des Lebens!" (Bistum Limburg)

Sonntag, 5. April 2015

Frankfurter Stadtgeläut

Die Glocken der Frankfurter Innenstadtkirchen läuten am Karsamstag synchron. Das Frankfurter Stadtgeläut erinnert regelmäßig in der Bankenstadt an andere Werte als Geld und Gier.

Foto: WikiCommons Norbert Nagel

Die Ursprünge des Geläuts gehen auf das 14. Jahrhundert zurück. Allerdings begann die Stadt erst im 19. Jahrhundert damit, das Läuten der Glocken zu synchronisieren. 1856 wurde ein erstes Konzept entwickelt. In seiner heutigen Genauigkeit gibt es das Stadtgeläut erst seit 1954, als der Mainzer Paul Smets den Klang aller Glocken der Innenstadtkirchen genau aufeinander abstimmte. Das Geläut erklang am Karsamstag von 16.30 bis 17.00 Uhr.

Dazu:
Hörprobe
Großes Stadtgeläut (FNP)
Das Große Stadtgeläute von Frankfurt am Main (frankfurt.de)

Christus ist auferstanden!

Christus ist auferstanden!


Er ist wahrhaft auferstanden!

Donnerstag, 2. April 2015

Wie die Monastische Familie von Bethlehem entstanden ist

Die Bethlehemschwestern sind eine junge geistliche Bewegung in der Tradition des Hl. Bruno.


Die Monastische Familie von Bethlehem gehört zu den jüngeren geistlichen Gemeinschaften. Allerdings ist sie kein Movimenti. Ihr Ausgangspunkt liegt im Jahr 1950, als Pius XII. das Dogma der Leiblichen Aufnahme Marien in den Himmel verkündete. Die erste Frauengemeinschaft gründet sich 1951, 1976 folgen mehrere Männer dem Beispiel der Schwestern.

Die Familie sieht sich in der Tradition des Hl. Bruno, der die Kartäuser gegründet hat. Sie haben von dieser Gemeinschaft viele Formen des Zusammenlebens übernommen. Eine Besonderheit ist dagegen ihre Liturgie, die viele byzantinische Elemente hat.

Dazu:
Webseite des Ordens
Schwestern in den Wäldern Hessens (Blog: Kreuzzeichen)
'Du bleibe in deiner Zelle, sie wird dich alles lehren' (kath.net)

Mittwoch, 1. April 2015

Bischof Tebartz-van Elst: Wieviel Geld zahlt das Bistum?

Es geht immer um das Liebe Geld. Auch und gerade in der Causa Tebartz-van Est


Vor einiger Zeit hat der Limburger Altbischof Franz-Peter Tebartz-van Elst eine neue Aufgabe bekommen: Er wurde Delegat des Rates für Neuevangelisierung. Mit dem neuen Job ist auch ein Gehalt verbunden. Nun wird der Altbischof schon von der Limburger Diözese als Emeritus bezahlt. Da stellt sich natürlich die Frage, wie beide Gehälter des Bischofs gegeneinander aufgerechnet werden. Nach Medienangaben ist aktuell im Gespräch, den Limburger Anteil um die römische Summe zu verringern, die etwa die Hälfte des deutschen Ruhestandsgehaltes ausmacht. Damit könnten sich auch die Kritiker des "Protzbischofs" nicht über die neue Aufgabe von Tebartz-van Elst beklagen. Aktuell kann aber noch nicht gesagt werden, wie sich die beiden Zahlungen zueinander verhalten werden.

Dazu:
Des Bischofs neue Aufgabe (Allgemeine Zeitung)
Bistum prüft Bezüge von Tebartz-van Elst (katholisch.de)

Dienstag, 31. März 2015

Neues aus Limburg: Was Grothe so erzählt


In der letzten Woche hat sich Weihbischof Manfred Grothe, der Apostolische Administrator des Bistums Limburg, über das vergangene Jahr und über Perspektiven in der Diözese geäußert.
Den Artikel über die Entwicklungen in Limburg findet ihr hier.

Benediktinisch leben


Die Benediktinerinnen der Anbetung geben eine kurze Einleitung in die benediktinische Spiritualität hier.

Montag, 30. März 2015

Papst Franziskus Es gibt keine Demut ohne Demütigung

Papst Franziskus hat sich in seiner Predigt am Palmsonntag mit der Demut beschäftigt.
Umfangreich berichtete Radio Vatikan.

Dazu:

Sonntag, 29. März 2015

Freitag, 27. Februar 2015

Protzpalast? Oder sowas.

Bischof Tebartz-van Elst hat ein neues Versailles in Limburg errichtet? Fehlanzeige! Aber vielleicht kann man sprachlich etwas nachhelfen.


"Protzbischof" titelt der Focus bis heute über den Limburger Altbischof Tebartz-van Elst. Die 32 Millionen, die Tebartz-van Elst verbaut hat, erscheinen bis heute als Menetekel für Geldverschwendung. Und bei vielen Auswärtigen ist der Eindruck entstanden, in Limburg sei ein neues Versailles gebaut worden, inklusive Spiegelgalerie.

Schon vor 1 1/2 Jahren hatten sich die ersten Medienvertreter einen Eindruck von der Anlage machen können, als sie sich bei Gruppenführungen in die Residenz geschlichen haben. Obwohl das Bistum bat, davon Abstand zu nehmen. Wie man mir aber damals sagte, waren die ersten Gruppen fast ausschließlich mit Journalisten besetzt. Das sprach sich natürlich schnell rum und der Bischof war dann trotzdem ganz freundlich zu ihnen. Focus und Spiegel schienen es aber nicht bis nach Limburg geschafft zu haben und auch bei anderen breitete sich ein Schleier über ihre Erinnerungen.

Deswegen ging das Bistum letzte Woche in die Großoffensive und lädt ganz offiziell zum großen Pressetermin. Einmal mit Notizblock und Fotografen bitte. Schauen sie sich alles an und dann sehen sie, so schlimm ist es gar nicht. "Entmystifizierung" wird das genannt.

Durchaus erfolgreich. Zumindest die Fotografen hatten ihre Freude und haben jeden Quadratmeter abgelichtet. Besonders die Privatwohnung hatte es den Leuten angetan. Klar, waren sie dort vorher nicht reingelassen worden. Homestory mit Bischof wäre das dann gewesen. So blickten sich die Journalisten um und sahen: Hmm, doch kein Gold. Und wo ist nur der Brokat und der Cappa-Magna-Bügel.

Dennoch scheint bei manchen der Neid über die großzügige Wohnung des Bischofs, mehr als 200 Quadratmeter, durchgebrochen zu sein. Denn die Bildunterschriften sind interessant zu lesen. Während die Fotografen allesamt saubere Arbeit machten und keine Diamanten in die Bilder kopierten, ging es mit manchen Medienvertretern durch.

Die FAZ schickte sicherheitshalber Stefan Toepfer und nicht Daniel Deckers, der selbst jede weiße Wand noch als Hinweis auf eine weiße Weste des Bischofs verstanden und Zeter und Mordio geschrien hätte. So fiel die Berichterstattung maßvoll aus, wenngleich Worte wie "Gemächer" mehr an absolutistische Schlösser denn an Bischofswohnungen erinnern. Nicht an sich halten konnte allerdings die FNP/NNP. Worte wie "verpulvern", "Luxus pur", "Koi-Karpfen" (immer noch?), "Hallenfußball-Turnier" sprechen eine deutliche Sprache.

Dazu:
Bilder und Artikel FAZ
Bilderstrecke FNP
Ein Haus wird entzaubert (Bistum Limburg)
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