Montag, 31. März 2014

Limburger Wunschkonzert II und Bischof Karl Klein

Bischof Karl Klein
Heute waren die Jungs vom hr mal wieder bei uns im Dom und sind mir im Weg rumgestanden. Daneben haben sie auch ein paar Szenen in der Kirche und ein paar Interviews auf dem Domplatz abgedreht. Daraus ist dann ein etwa drei minütiger Beitrag geworden, der durch ein Gespräch mit Stadtdekan zu Eltz - seines Zeichen erster selbsternannter Medienbeauftragter des Domkapitels - auf fünf Minuten gestreckt wurde.

In der Folge kann man sich schon denken, was der Beitrag für einen Tenor hat. Wenn man dann weiss, dass der örtliche Vorsitzende von Wir-sind-Kirche ins Bild durfte, dann kann man den Rest mitsprechen.
Interessanterweise scheinen weder der hr, noch Stadtdekan zu Eltz oder WisiKi zur Kenntnis zu nehmen, dass sie schon beim neuen Apostolischen Administrator gar nicht gefragt wurden, was sie denn wollen. Man versucht es nicht mal irgendwie auszudeuten, sondern nimmt es schlicht nicht zur Kenntnis und fantasiert schonmal von einer Laienbeteiligung, obwohl unter den besagten Umständen eine Beteiligung des Domkapitels nicht mal sicher ist.

Es wäre ja auch nicht das erste mal, dass man in Limburg das Domkapitel nicht fragt. 1886 wurde Karl Klein vom Papst in Übereinstimmung mit der preussischen Regierung unter Umgehung des Domkapitels zum Bischof ernannt. Wegen "außerordentlicher" und "besorgniserregender" Umstände, wie man in Rom erklärte. Damals ging es lediglich darum, einen regierungstreuen Kandidaten gegen eine ultramontane Mehrheit durchzusetzen. Heute wären die Umstände noch viel außerordentlicherer und ein Eingreifen Roms noch dringender.

Video hier.

Kirchenquiz

Wo steht diese Kirche?


Auflösung am Mittwoch

Freitag, 28. März 2014

"Ich bitte um Vergebung" Bischof Tebartz-van Elst entschuldigt sich

In einigen Bereichen ist der neue Limburger Altbischof seinen Kritikern voraus. Nicht nur wurde er vor ihnen entlassen, er entschuldigt sich auch vor ihnen. Während offenbar im Bistum einige meinen, ihr einziger Fehler sei die Wahl des Bischofs gewesen und nicht ihr Umgang mit ihm, gesteht Tebartz-van Elst seine Fehler ein. Zwar bleibt er etwas wage und nennt keine konkreten Punkte, doch deckt er mit seiner jüngsten Erklärung alle wichtigen Bereiche ab.

Er nennt den Eindruck, der bei vielen in der Diözese entstanden ist, dass er sich nämlich vor allem für sich und nicht für sie und das Wohl der Kirche interessiert. Er gesteht ein, damit Vertrauen zerstört und Leiden verursacht zu haben. Entsprechend bittet er konsequent um Vergebung. Er kommt auch noch einmal darauf zurück, dass er sein Amt in die Hände des Papstes gelegt hat. Was damals für viele eher wie eine Floskel klang, hat er aber ganz wörtlich gemeint, indem er seinen Rücktritt anbot. Er bietet auch eine Interpretation für sein Statement zum Untersuchungsbericht. Denn damit wolle er keine neuen Gräben aufreißen, sondern den Prozess abschließen. Er drückt dann seine Hoffnung aus, dass die verschiedenen Gruppen in Limburg mit der Zeit versöhnt werden können. Er schließt den Brief, wie man es von einem Bischof als dem obersten Beter seiner Diözese erwarten darf: "Dafür werde ich beten, meine ganze Kraft einsetzen und bitte auch um das Gebet."

Wenngleich man auch an diesem Text noch Kritikpunkte finden kann, so finde ich, dass er von Reflexion, Einsicht in die Situation und persönlicher Konsequenz zeugt. Zugleich bleibt Tebartz-van Elst seiner Linie treu, sich nach Rom auszurichten, indem er den Wunsch des Papstes nach einem Neubeginn und einer Versöhnung aufnimmt. Damit dürfte er weiter sein als mancher, der immer noch seine kirchenpolitischen Ziele durchzusetzen sucht.

Der Text kann hier gelesen werden.

Limburger Wunschkonzert: Domkapitular zu Eltz über die Wahl des neuen Bischofs

FotoPedelecs
Man sollte meinen, aktuell üben sich alle Entscheidungsträger in Limburg in Demut. Immerhin hat nicht nur der Bischof bei der Bewältigung der Probleme versagt, sondern auch viele andere Gremien und Personen. Dabei ist das, was im Prüfungsbericht steht, nur die Spitze des Eisberges, weil man sich dort auf einen konkreten Bereich beschränkt hat.

Doch das sehen offenbar nicht alle so. Stadtdekan Johannes zu Eltz, seines Zeichens auch Domkapitular, muss noch etwas an seiner Demut arbeiten. Zwar gesteht er im hr hier ein, den Bischof mitgewählt zu haben - was ja auch schwer zu leugnen ist - ansonsten scheint er jedoch der Meinung zu sein, er habe alles supi gemacht. Auf jeden Fall ignoriert er völlig, dass der Papst das Domkapitel keinen Diözesanadministrator hat wählen lassen und es damit übergangen hat. Stattdessen denkt er schonmal laut darüber nach, wie denn der neue Bischof sein sollte, den dieses Domkapitel wählen wird. Und fordert auch eine größere Beteiligung des Volkes ein, was bei ihm als Fan der Kölner Kircheninitiative nicht weiter verwundert. 

Rom neigt dem Domkapitel aktuell wenig zu

Man fragt sich allerdings, ob Stadtdekan zu Eltz bei allen seinen guten Eigenschaften nicht doch etwas voreilig ist. Anstatt darüber zu reden, unter welchen Bedingungen er den neuen Bischof zu wählen gedenkt, wäre wohl eher zu fragen, ob er und die anderen Domkapitulare überhaupt an der Wahl des neuen Bischofs beteiligt sein werden. In Rom scheint man zumindest aktuell wenig Neigung zu haben, das Domkapitel an irgendetwas zu beteiligen. 

Das restliche Domkapitel ist abgetaucht

Bezeichnenderweise sind auch alle anderen Domkapitulare außer zu Eltz erstmal abgetaucht. Der Weihbischof ist meines Wissens noch auf einer Wallfahrt in Israel - oder hat man ihn zwischendurch zurückbeordert? - Domdekan Günther Geiss ist nicht zu sehen, Dompfarrer Rehberg hat sich ohnehin immer bedeckt gehalten und Prälat Wanka scheint auch wenig Lust auf Positionierung zu haben. Wozu sollen sich die Herren auch groß äußern. Höchstens könnten sie dem neuen Führungsduo ihre Bereitschaft und Mitarbeit versichern und still hoffen, dass sie heil aus der Sache wieder rauskommen. Vielleicht sollte sich zu Eltz daher lieber ein Beispiel an seinen Kollegen nehmen, als große Pläne zu schmieden.

Donnerstag, 27. März 2014

Bischöflich wohnen: Priesterseminar, Domberg, Kloster, ?

Über die zahlreichen Fragen, denen wir uns in der Causa Limburg stellen müssen, sollten wir auch die menschliche Dimension nicht vergessen. Dazu gehört auch: Was passiert mit Bischof Tebartz-van Elst und wo wird er wohnen?

Jahrelang wohnte der Bischof im Limburger Priesterseminar, das für alles, nur nicht für seinen Luxus bekannt ist. Man kann sich gut vorstellen, wie er sich da auf seine neue Wohnung auf dem Domberg gefreut hat. Dann konnte er endlich am Ende des Jahres 2012 einziehen, um im Oktober 2013 schon wieder weg zu müssen. Zwar damals noch nicht für Dauer und hin und wieder war er auch nochmal da. Aber im Wesentlichen war er doch woanders, nämlich im Kloster Metten in der Diözese Regensburg. Hier kann er auch weiterhin bleiben, wenn er möchte. So erklärte Bischof Vorderholzer, Tebartz-van Elst sei ein gern gesehender Gast. Die Abtei selber bestätigte, dass sich der vormalige Bischof von Limburg zwar nicht in der Kloster aufhalte, dort aber auch noch nicht ausgezogen sei.

Auch was seine Anschlussverwendung angeht, gibt es noch keine klaren Aussagen. Rom hält sich bedeckt, meint lediglich, man werde ihm zu gegebener Zeit eine neue Aufgabe geben. Es wird wohl auch darauf ankommen, wie mit dem Prüfungsbericht im Weiteren umzugehen sein wird und ob Bischof Tebartz-van Elst seinen Willen zur Besserung in Rom glaubhaft machen kann.

Bischof Tebartz-van Elst legt nach

Aktuell häufen sich die Materialien über die Vorgänge in Limburg ziemlich. Auf das Bulletin aus Rom folgte die Pressekonferenz des Apostolischen Administrators Weihbischof Grothe und seines Vertreters Rösch sowie die Veröffentlichung des Prüfungsberichtes. Der Kreuzknappe hat eine erste Zusammenstellung hier veröffentlicht.

Nun legt Bischof Tebartz-van Elst mit einer eigenen Stellungnahme zum Bericht nach. Denn er ist mit einigen Aussagen und Einschätzungen dort unzufrieden. Der Tenor scheint mir: Ich bin kein Fachmann und mein Generalvikar hat Mist gebaut. Das Generalvikar Kasper als Manager die meisten Entscheidungen zur Residenz führend vorbereitet hat, haben schon viele vermutet. Allerdings mag man fragen, ob der Bischof nicht ein wenig zu leichtfertig die Vorschläge und Entscheidungen abgesegnet hat, weil sie seinen Vorstellungen so gut entsprachen.

Nachdem ich aber gestern bei der Lektüre des Bulletins ein wenig gehuddelt habe - ein Danke an die Hinweisenden - lasse ich mir jetzt bei der Lektüre des Berichtes und der Gegendarstellung etwas Zeit und schaue dann - was auch technischen Gründen aktuell nicht möglich ist - am Wochenende die Pressekonferenz.

Die Gegendarstellung gibt es u.a. hier zu lesen.

Mittwoch, 26. März 2014

Der Vatikan ist Limburg nah. Zum Rücktritt von Bischof Tebartz-van Elst - ein vorläufiger Eindruck

Was wir heute zwischen 12 - 16 Uhr an Aussagen und Materialien zur Causa Limburg bekommen haben, kann uns noch ganze eine Weile beschäftigen. Daher kann ein zeitnaher Kommentar nur fragmentarisch sein. Nach meinem ersten Eindruck wird die Zukunft des Bistums nach dem Willen des Vatikan aber nicht nur ohne Bischof Tebartz-van Elst gestaltet werden.

Bischof Tebartz-van Elst hat seinen Rücktritt angeboten und der Papst hat ihn angenommen. Damit ist zunächst das vollzogen worden, was die meisten schon erwartet haben: Der Limburger Bischof wird nicht in seine Diözese zurückkehren. Damit ist der Bischof aber auch einem Rauswurf zuvorgekommen und hat den besten Weg für alle gewählt, indem er über das Rücktrittsgesuch den Weg frei gemacht hat. Damit hat er als Bischof von Limburg seiner Diözese einen letzten Dienst erwiesen. Interessanterweise ist dieses Gesuch schon auf den 20.10. des letzten Jahres datiert. Die Schritte des Vatikans sind also gründlich vorbereitet worden.

Aufarbeitung nach dem Willen des Vatikans

Dazu passt, wer jetzt wie als Verwalter der Diözese eingesetzt wird. Nach dem normalen Gang der Dinge würde das Domkapitel in Limburg einen Diözesanadministrator des Bistums wählen. Doch darüber setzt sich der Vatikan hinweg und bestimmt Weihbischof Grothe aus Paderborn zum neuen Apostolischen Administrator. Auch das ist eine kluge Wahl. Grothe ist fast 75 und würde nornalerweise bald eremitiert. Er hat also keine persönlichen Karriere-Ambitionen mehr. Er kommt von außen und ist damit von den Flügeln und Problemen im Bistum persönlich unbelastet. Er kennt aber auch das Bistum und vor allem die medienwirksamste Baustelle, da er der Vorsitzender der Untersuchungskommission für das Diözesane Zentrum St. Nikolaus war. Seine Aufgabe wird es sein, so deuten er und sein designierter Stellvertreter Rösch es an, die Aufarbeitung der Konflikte fortzusetzen.

Rom wird auch weiter die Richtung bestimmen - und das ist gut so

Mit diesen Entscheidungen hat der Vatikan einen Prozess weitergeführt, indem das Heft des Handelns nicht in Limburg, sondern in Rom liegt. Diese Entwicklung zeichnete sich schon vor Monaten ab, als Bischof Tebartz-van Elst Hilfe in Rom gesucht und diese dort auch gefunden hat. Seitdem bestimmt Rom, was in Limburg passiert. Es ist zu erwarten, dass dies auch noch eine Weile so bleiben wird. Denn mit dem Bischof gehen nicht alle Probleme, sondern die Streitigkeiten zwischen den Flügeln und Fraktionen werden jetzt um die Zukunft des Bistums weitergehen. Ruhe wird frühestens mit einem neuen Bischof wieder in die Diözese einkehren. Das Rom diese wichtige Wahl wie üblich dem Limburger Domkapitel überlassen wird, darf aktuell bezweifelt werden.

Zu welchem Schluss kommt der Bericht der Limburger Untersuchungskommission

Ich habe schonmal in den Bericht hineingesehen. Ganz durch werde ich ihn wohl eher nicht durchackern, 106 Seiten sind ja schon eine Menge. Den Bericht kann man hier studieren und dort gibt es eine Lesehilfe. Neben ein paar anderen Kapiteln habe ich die Zusammenfassung. Hier die letzten vier Absätze, die es in sich haben:
Nach den Feststellungen der Prüfungskommission weis t der Ablauf der verschiedenen Pro- zesse zur Vorbereitung und der anschließenden Durch führung der Baumaßnahme keine klare organisatorische Zuständigkeit auf d.h. keine klare Abgrenzung von Aufgaben und Kompe- tenzen, da das Bistum Limburg, das Domkapitel und d er Bischöfliche Stuhl bis zum Erlass des Statuts im Jahre 2003 als Einheit gesehen wurden.
Die Entscheidung, mit minimalem Budget an dieser Stelle zu bauen, belastete das Projekt von Anfang an. Mit Übernahme der Bauherrenschaft durch den Bischöflichen Stuhl haben der Bischof und sein Stellvertreter ein in sich geschloss enes System geschaffen, in das auch Auf- tragnehmer integriert wurden (z. B. vertragliche Ve rpflichtung zur Verschwiegenheit). Das systematische Fehlen von Vorgaben sieht die Prüfung skommission als Indiz für den intensi- ven Wunsch des Bauherrn, seine Anforderungen und th eologischen Vorstellungen und Ziele ins Bauliche ohne Kostenkontrolle umzusetzen.
Den handelnden Personen gelingt keine situations- u nd bedarfsgerechte Lösung, der Wille zu einer unbedingt erforderlich offenen Kommunikation aller Fakten der Baumaßnahme mit kirchlichen Gremien sowie mit der Öffentlichkeit fe hlt. Kirchenrechtliche Bestimmungen und für den Bischöflichen Stuhl geltende satzungsmäßige Normen werden weitestgehend nicht beachtet (Zur Problematik des St. Georgswerkes vgl. Ziff. 2.4.5 und 6.3.6). Eigentlich im Bis- tum zur Verfügung stehende Kompetenzen werden syste matisch nicht genutzt. Die oben ge- machten Feststellungen haben zum fast völligen Fehl en der zur Projektsteuerung erforderlichen Instrumente eines Bauherrn geführt.
Es kann zwar festgestellt werden, dass eine allseit s als achtbare und beachtliche Architektur- leistung gewertetes und gewürdigtes Bau-Ensemble en tstanden ist, das sowohl in seiner äuße- ren Gestalt als auch in seiner inneren Ausgestaltun g hohen fachlichen und ästhetischen Krite- rien gerecht wird. Seine Entstehung hat jedoch insg esamt gesehen – und zwar nicht nur im Hinblick auf seine bis zum 18.10.2013 aufgelaufenen Gesamtkosten von 30,717 Mio. € und seine komplizierten Entscheidungswege, sondern auch in seinen Auswirkungen auf die betrof- fenen Personen – einen sehr hohen Preis gefordert.

Bischof Tebartz-van Elst kehrt nicht nach Limburg zurück!

Bischof Tebartz-van Elst wird nicht nach Limburg zurückkehren! Der Vatikan erklärte heute in einer Pressemeldung, dass der Papst das Rücktrittsgesuch von Bischof Tebartz-van Elst angenommen hat. Zugleich ernannte er den Paderborner Weihbischof Manfred Grothe zum Apostolischen Administrator.

Pressemitteilung des Vatikans hier.

Bernhard Vosicky: Wen schickt der Beichtvater zum Psychiater?

P. Bernhard: Vortragsfoto
In der Fastenzeit ist die Beichte wieder aktuell. Ich kenne Kirchen, da sogar recht voll vor den Beichtstühlen. Für viele Beichtenden ist dabei die Frage wichtig, wie sie sich nach ihrer Beichte fühlen. Andere hingegen meinen, man solle besser zum Psychiater gehen, dann fühle man sich besser. Daher will ich mich heute der Unterscheidung von Beichte und Psychotherapie widmen.

Um diese Frage zu beantworten und mir dabei nicht allzuviel Mühe zu machen - aktuell hab ich doch recht viel zu tun - habe ich einen Video-Vortrag zur Beichte gefunden und diesen kurz zusammengefasst. Das Original kann hier geschaut werden. Der Titel des Vortrages ist ein wenig irreführend. Zwar wird die Frage immer mal wieder aufgegriffen, eigentliches Thema aber ist die Unterscheidung von Psychotherapie und Beichte. Pater Bernhard ist dafür besonders qualifiziert, da er als einer der gefragtesten Beichtvater Österreichs gilt. Was ich bestätigen kann, der Mann hat in der Karwoche vor zwei Jahren den Beichtstuhl praktisch nicht verlassen.

Schuld: Die Grenze der Psychologie

Zunächst widmet sich Pater Bernhard der zentralen Frage der Beichte, der Schuld. Sie ist die Grenzen des Psychologen und des Psychiaters. Dieser kann weder die Schuld vom Menschen nehmen noch ihn in seinem Leiden einen Sinn aufzeigen. Dabei gibt es vier verschiedene Möglichkeiten, mit Schuld umzugehen:

  1. Man  kann sie verdrängen, unterdrücken.
  2. Man kann sie abschieben, dem anderen die Schuld zuweisen. In diesem Kontext auch die Schuld loslassen.
  3. Man kann Gott die Schuld überlassen und sich damit erlösen lassen.
  4. Und zuletzt kann man dem anderen die Schuld vergeben


Die Bewältigung des Leides

Die andere Frage ist das Leid. Wie kann es bewältigt werden? Zunächst muss man es annehmen, akzeptieren und daran reifen. Gott nimmt den Menschen nicht das Leid, er hilft ihnen vielmehr, es durchzutragen. Hierzu zwei Worte bedeutender christlicher Lehrer. Zunächst der Wüstenvater Abbas Poimen: "Eure Niederlagen werden eure Lehrer sein." Und Teresia von Jesus sagte: "Gott kommt durch unsere Wunden." So gilt bei der Beichte, die Befreiung und Heilung ist, dass der eigentlich Heilende und Befreiende nicht der Priester, sondern Gott selber ist. So wie Jesus während seines irdischen Wirkens die Menschen heilte, so setzt er sein Wirken durch Beichte und Krankensalbung auch heute noch fort.

Unterscheidung zwischen Schuld und Krankheit

Dann streift Pater Bernhard die Frage, dass man eine Schuld oder eine diabolische Anfechtung von einer Krankheit unterscheiden muss und kommt von daher zur Unterscheidung von Therapie und Beichte. Denn im Fall von Krankheiten geht man zum Psychiater, im Falle von Schuld und Schulderkenntnis zum Beichtvater.

Transzendentale Dimension der Beichte

Pater Bernhard betont noch einmal die mystische Dimension des Beichtgeschehens, an das der Psychiater nicht heranreicht. Denn Jesus selbst kann und will durch den Priester lossprechen. Der Arzt und Psychotherapeut kann zwar helfen, Neurosen zu orten, festzustellen und aufzudecken. Er kann dem Menschen aber nicht seine Schuld nehmen. So tief wie Jesus in der Beichte kommt, so tief kommen die Therapeuten nie.

Aus dieser Unterscheidung von Transzendenz und Immanenz leiten sich auch die unterschiedlichen Ziele beider Praxen ab. Das Ziel der Psychotherapie ist die Heilung der Psyche. Das Ziel des Beichtvaters ist das Seelenheil. Der Psychiater schaut, dass der Mensch gesund wird, der Priester, dass der Mensch in den Himmel kommt.

Erwartungen und Hoffnungen in Beichte und Psychotherapie

Diese Unterscheidung ist auch deswegen wichtig, weil sie den Erwartungen und Hoffnungen des Beichtenden Richtung gibt. Manche Menschen erwarten, dass sie sich nach der Beichte in irgendeiner Weise erleichtert oder befreit fühlen müssen und glauben, wenn das nicht eintritt, sei die Beichte unwirksam gewesen. Aber Gott ist größer als unser Herz, das uns anklagt und die Geduld mit uns und unseren Gefühlen ist die Retterin unserer Seele.

Der Sakramentale Charakter der Beichte

Denn das Wesentliche der Beichte ist nicht ihre psychiatrische Auswirkung, sondern ihr sakramentaler Charakter. Die Beichte ist göttliches Geschenk, ist Gnade, sie bringt das Wirken Gottes in uns hinein. Sie ist das Wirken Christi im Menschen, sie ist Heilung und Heiligung. Es ist also ein Geschehen, dass von Gott ausgeht. Der Mensch stellt sich nicht selber wieder her, er wird wiederhergestellt. Er empfängt die Vergebung der Sünden, nicht die psychologische Selbstreinigung. Dabei ist Beichte nicht weniger, sie ist mehr als ein solcher emotionaler Prozess. Sie stellt die Ausgießung des Erlöserblutes auf die Geistseele dar. Der Anklagende wird wirklich verändert, er wird neue Schöpfung.

Beichte: Großes Wunder auf kleinem Raum

Durch die Unterscheidung der Grundlagen, der Möglichkeiten und der Wirkungen gewinnen Beichte und Psychotherapie ihren jeweils eigenen, wertvollen Charakter. Beide können einander nicht ersetzen, denn der Kranke wird nicht geheilt durch die Beichte und der von Schuld Beladene kann seine Sünden nicht durch eine Therapie loswerden. Entsprechend verliert aber der Beichtende auch nicht seine Schuldgefühle notwendigerweise durch die Beichte. Er darf sich aber gewiss sein, dass ihm die dahinter stehende Schuld wirklich vergeben und so seelische Heilung und Befreiung möglich ist. Deswegen werden auch in diesem Jahr wieder in der Karwoche die Leute in Heiligenkreuz Schlange stehen und deswegen will auch ich vor Ostern nochmal zur Beichte.

Dienstag, 25. März 2014

Wir wandeln im Glauben, nicht im Schauen

36) Niemand soll, wenn er "Wahrnehmung (Empfindung) des Geistes" hört, darauf hoffen, daß ihm die Herrlichkeit Gottes sichtbar erscheint. Denn wir sprechen davon, daß die Seele in einem unaussprechlichen Kosten des göttlichen Zuspruchs wahrnimmt, d. h. rein ist. Nicht aber sagen wir, daß ihr etwas von den unsichtbaren Dingen erscheint. Denn jetzt wandeln wir ja im Glauben und nicht im Schauen, wie der selige Paulus sagt.

Wenn also einem Kämpfer ein Licht, eine feurige Gestalt oder eine Stimme erscheint, so soll er unter keinen Umständen ein solches Gesicht zulassen; es ist nämlich eine offensichtliche Täuschung des Feindes. Schon viele haben so etwas erlebt und sind gleichsam aus Unwissenheit vom Weg der Wahrheit abgekommen. Wir aber wissen, daß wir, solange wir in diesem vergänglichen Leib wohnen, fern von Gott in der Fremde leben, d. h. daß wir ihn oder etwas von seinen himmlischen Wundern sichtbar nicht sehen können.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, aus: Philokalie, Bd. 1.

Samstag, 22. März 2014

Samstäglicher Newsticker

Limburg: Die NAK-Kommission kritisierte die Offenlegung der Vermögen des Bistums Limburg. Es sei viel zu wenig, nur die Vermögen der drei Körperschaften offenzulegen. Damit werde dem Bedürfnis der Öffentlichkeit nach Transparenz nicht genüge getan. Daher forderte die Kommission, die ganze Führungsebene im Bistum Limburg müsste auch die privaten Vermögen mit Einnahmen und Ausgaben der letzten 25 Jahre veröffentlichen. Nur dadurch könne Vertrauen wieder gewonnen werden.

Berlin: Die UNO kritisierte den Plan der katholischen Kirche in Deutschland, eine neue Studie gegen Kindesmissbrauch zu beginnen. Dies sei nicht mit ihr abgesprochen gewesen und entspreche auch nicht der Vorgabe der UNO, nur gendergerechte diskriminierungsfreie und homophile Organisationen mit solchen Studien zu betrauen. Die UNO verlangte daher von der DBK, die Studie nicht zu beginnen und das Eintreffen eines UN-Sondergesandten und von internationalen Studienbeobachtern abzuwarten.

Wien: Die Gruppe für eine befreite Kirche verlangte die Freilassung der jugendlichen Straftäter, die in der Diözese St. Pölten schwere Sachbeschädigungen gegen Kirchen und Friedhöfe begangen hätten. Das seien keine Straftaten, sondern Aktionskunst gegen klerikale Willkürherrschaft und bürgerliches Wohlstandsspießertum. Daher forderte die Gruppe, den Jugendlichen den Aktionspreis "Weg mit der alten Kirche" zu verleihen.

Freitag, 21. März 2014

Kirchenquiz

Wo ist diese Baustelle ähm Kirche?


Auflösung am Sonntag

Vom ruhigen Zustand der Seele und wie er erhalten werden kann

35) Wenn das Meer erregt ist und man Öl daraufgießt, besitzt es die Eigenschaft, dem nachzugeben, da die Wallung der Wogen von seiner Fettigkeit besiegt wird. Genauso wird auch unsere Seele, wenn sie von der Güte des Heiligen Geistes fett (d. h. üppig genährt) wird, gerne ruhig. Freudig nämlich läßt sie sich von jener leidenschaftslosen und unaussprechlichen Güte überwältigen gemäß dem Heiligen, der da sagt: "Doch unterwirf dich Gott, du meine Seele!“ Darum also bleibt die Seele stets frei von Zorn und jeglicher Freude voll, wie viele Versuche die Dämonen dann auch unternehmen, sie zu verbittern.

Dazu gelangt niemand, noch kann jemand in diesem Zustand verbleiben, wenn er seine Seele unaufhörlich mit der Furcht Gottes würzt. Es erwirkt ja den Kämpfern die Furcht des Herrn Jesus eine gewisse Art der Reinigung. Denn "die Furcht des Herrn", heißt es, "ist rein; sie hat Bestand in alle Ewigkeit."

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, aus: Philokalie, Bd. 1.

Donnerstag, 20. März 2014

Von der natürlichen und übernatürlichen Liebe der Seele

34) Eine ist die natürliche Liebe der Seele und eine andere jene, welche der Seele durch den Heiligen Geist zuteil wird. Erstere nämlich fließt entsprechend unserer Bereitschaft aus unserem Willen. Eben darum wird sie leicht von den bösen Geistern geraubt, wenn wir nicht mit Gewalt unsere Absicht in der Hand haben. Letztere aber entflammt die Seele so sehr zur Gottesliebe, daß alle Bereiche der Seele in der unaussprechlichen Milde der göttlichen Sehnsucht verschmolzen sind, in einer gleichsam unendlichen Einfachheit des Zustands. Denn da der Geist dann durch die Wirksamkeit des Heiligen Geistes gewissermaßen befruchtet wird, läßt er sozusagen eine Quelle der Liebe und der Freude hervorsprudeln.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, aus: Philokalie, Bd. 1.

Mittwoch, 19. März 2014

Wüstenmütter Vol. 3 - Die berühmtesten Wüstenmütter im Wüstentest

Im letzten Artikel zu diesem Thema hier habe ich mich mit der Frage auseinandergesetzt, warum es (fast) keine Wüstenmütter gab. Dennoch werden in der Diskussion mitunter Frauen angeführt, die als Wüstenmütter gelten, wie Syncletica, Melania (hier links) und andere. Mit diesen Frauen will ich mich daher jetzt beschäftigen.

Eine unserer wichtigsten Quellen für das ägyptische Asketentum die Historia Lausiaca von Palladius. Er berichtet auch von zahlreichen Frauen, die einen asketischen Lebenswandel geführt haben.

Alexandra, eine frühe Inkluse

Eine Frau, die oft als Wüstenmutter genannt wird, ist Alexandra. Sie war in der Tat auch Nachfolgerin des Hl. Antonius des Großen. Allerdings in seiner Anfangsphase. Denn wie Antonius schloss sie sich in ein Grabmal ein. Während aber Antonius weiter in die Wüste zog, da ihm das Grab nicht die erwünschte Abgeschiedenheit lieferte, blieb sie dort und wurde bis zu ihrem Tod nicht mehr gesehen. Freilich war sie, von der Welt verborgen, eine wichtige Ratgeberin vieler Frauen, die zum Grabmal kamen, um sie zu hören.

Candida bändigte 'die Wildheit Esaus'

Von den weiteren Frauen, die Palladius erwähnt, kam dem Leben eines Wüstenvaters am ehesten Candida nahe. Von ihr wird berichtet,
daß sie ganze Nächte der Arbeit oblag und eigenhändig Getreide mahlte zur Abtötung des Leibes, indem sie sagte: "Fasten allein ist nicht stark genug: ich geb' ihm darum Arbeit und Nachtwachen als Bundesgenossen, um die Wildheit Esaus zu bändigen."
Sie enthielt sich von allem, was Blut und Leben hatte, nur Fisch und Gemüse mit Öl genoß sie, doch nur an Festen; sonst nahm sie nur Wasser mit Essig und trockenes Brot. Wie ein Wüstenvater lebte sie also sehr asketisch, sowohl was das Fasten, die Nachtwachen und die harte Arbeit angeht. Von einem Eremitenleben in der Wüste wird uns aber nichts berichtet.

Melania die Ältere folgt den Wüstenvätern

In der Literatur wird das Beispiel einer weiteren Frau zum Wüstenmutterdasein aufgeblasen, das Leben von Melania der Älteren. Mitunter könnte man den Eindruck haben, sie habe in der Wüste als Eremitin gelebt. Doch wer Palladius, der von ihr erzählt, genau liest, erkennt, dass es doch etwas anders war. Melania war eine reiche Witwe und reiste nach Ägypten, um die Väter der Nitrischen Wüste zu sehen. Sie gehört damit zu den zahlreichen Touristen, die zu den Wüstenväterkolonien fuhren, um die wundersamen Asketen zu bestaunen. Sie nahm allerdings die Botschaft der Väter besonders ernst und legte einen ungewöhnlichen großen Eifer und Gründlichkeit an den Tag. Sie besuchte nicht nur ein paar der Väter, sondern bereiste ein halbes Jahr lang die Sketis und besuchte jeden Altvater, den sie finden konnte. Und als einige der Väter durch den Stadthalter verbannt wurden, da folgte sie ihnen und unterstützte sie mit ihrem Vermögen. Später gründete sie dann eine Klostergemeinschaft in Jerusalem, was zusammen mit Betlehem ein sehr beliebter Ort für geistliche Gemeinschaften war.

Melania die Jüngere in Kampanien

Das jemand ein asketisches Leben führen, aber weder eine Wüsteneremitin noch in ein Kloster gehen musste, zeigt das Beispiel der jüngeren Melania. Aus steinreicher Familie stammend, wurde sie mit einem Mann verheiratet, dem sie auch zwei Kinder gebar, die aber rasch starben. Da sie dem Beispiel ihrer Großmutter, der älteren Melania nachfolgen wollte, wünsche sie ein Leben in Enthaltsamkeit und Armut. Sie konnte ihren Gatten auch dazu überreden, auf den ehelichen Verkehr mit ihr zu verzichten und führte, nachdem sie den größten Teil ihres Besitzes verschenkt hatte, ein zurückgezogenes Leben. Dennoch hatte sie immer noch zahlreiche Dienerinnen und wohnte in einer größeren Gruppe wahlweise in Kampanien und Sizilien. Wüstenväterliche Armut sah auch anders aus.

Amma Syncletica: Noch eine Inklusin

Eine der berühmtesten Wüstenmütter ist Syncletica. Sie wurde als nur eine von drei Frauen sogar in die Apophtegmata Patrum aufgenommen, was einiges über ihren Ruhm sagt. Sie wird daher gerne als Beispiel einer Wüstenmutter genommen. Doch auch sie war keine. Zwar kann auch sie als Nachfolgerin des Hl. Antonius des Großen betrachtet werden. Doch gilt das nur für seine Anfangszeit. Ähnlich wie Antonius zu Beginn seines Eremitenweges schloss sich Synkletika in ein Grab, genauer eine Grabhöhle ein. Das können wir uns heute am ehesten als eine kleine Gruft vorstellen, die gerade von keiner Familie praktisch gebraucht wurde. Also kein besonders angenehmer Ort, wo man gerne hinkommt, aber ideal, wenn man ein ruhiges Leben möglichst unbehelligt führen wollte, sich aber dennoch einen gewissen Schutz durch nahe Siedlungen wünschte.

Amma Sarrha am Nil

Eine weitere große Asketin war die Amma Sarrha. Sie lebte ebenfalls als Eremitin, aber auch nicht in der Wüste, sondern am Nil, also innerhalb des zivilisierten Bereiches von Ägypten, der weitgehend durch die römischen Truppen gesichert wurde und damit an physischen Gefahren nicht an die Wüsten heranreichte. Dennoch sah sie Sarrha als Frau, die ihre Geschlechtlichkeit in ihrem Denken überwunden hatte und von denn Vätern auch als Asketin akzeptiert wurde.

Theodora steht einer Gemeinschaft frommer Schülerinnen vor

Weniger 'männlich' als Sarrha war die Amma Theodora. Sie wird uns vor allem als Lehrerin einer Gruppe von Frauen dargestellt, die ihre geistlichen Schülerinnen waren. Theodora lebte vermutlich als Oberhaupt dieser Gruppe von Frauen, die man im weiteren Sinne als Klostergemeinschaft bezeichnen kann, in der Nähe von Alexandria. Zumindest pflegte sie einen intensiven Kontakt mit ihrem Ortsbischof, was für eine räumliche Nähe spricht und eher dem Ideal von weiblichem Asketentum entspricht, das uns Palladius zeichnet.

Palladius: Weibliche Asketinnen sind nicht schwächer als die Männer

Zum Schluss soll noch einmal Palladius zu Wort kommen, der noch viele andere Frauen aufzählt,
 "denen Gott die gleichen Kampfpreise gab wie den Männern, damit wir nicht in dem Wahne leben, als seien sie schwächer, wenn es sich um den Fortschritt in der Tugend handelt". 
Soweit er deren Lebensumstände beschreibt, ist jedoch keine davon eine Eremitin in der Wüste. So Theodora, die in einem Kloster starb, wo sie vermutlich auch gelebt hat, da sie von Almosen lebte. Ebenso Asella von Rom, die ihr Leben im Kloster verbrachte. Entsprechend wendet Palladius nicht den Begriff Wüstenmütter auf sie an und kann ihre spezifisches weibliches Asketentum dennoch als bewundernswert ansehen. Hier scheint der spätantike Autor weiter zu sein als viele moderne Schriftsteller.

Die beiden Vorgängerposts zu den Wüstenmüttern:
Wüstenmütter?
Wüstenmütter? Vol. 2

Es ist unmöglich, die göttliche Güte zu kosten oder die Grausamkeit der Dämonen erfahren, wenn nicht ...

33) Wenn die Seele in einer entschlossenen und vorstellungsfreien Regung zur Gottesliebe entbrennt und dabei auch den Leib in den Abgrund jener unsagbaren Liebe gleichsam mit sich zieht — mag dies im wachen Zustand geschehen oder auf die oben erwähnte Weise, oder mag dabei dem Schlaf verfallen, wer unter dem Einfluß der heiligen Gnade steht —, wenn die Seele dann an überhaupt nichts anderes denkt als allein an das, wohin sie sich bewegt, so muß man wissen, daß dieses Wirken vom Heiligen Geist kommt. Denn da die Seele ganz im Genuß jener unsagbaren Süßigkeit steht, vermag sie dann an nichts anderes mehr zu denken; erfreut sie sich doch einer gewissermaßen nie versiegenden Seligkeit.

Wenn aber der Geist in seinem Ergriffensein schlechthin Verlegenheit oder einen schmutzigen Gedanken wahrnimmt — mag er sich auch des heiligen Namens bedienen zur Abwehr des Bösen, doch nicht vielmehr allein für die Liebe zu Gott —, dann muß man erkennen, daß jener Zuspruch unter dem Anschein der Freude gleichsam vom Verführer stammt. Diese Freude aber ist gänzlich inhalts- und gestaltlos. Der Feind möchte nämlich mit der Seele buhlen, wenn er sieht, wie sich der Geist angelegentlich der Erfahrung seines Empfindens rühmt. Denn dann wendet er sich, wie gesagt, mit anscheinend wohlmeinenden Zusprüchen an die Seele, damit sie, von jener eitlen und schlüpfrigen Wonne umhergeworfen, den Beischlaf des listigen (Feindes) nicht bemerke. Daran also können wir den Geist der Wahrheit und den Geist der Täuschung erkennen.

Doch ist es unmöglich, die göttliche Güte in seinem Empfinden zu kosten oder die Grausamkeit der Dämonen wahrnehmbar zu erfahren, wenn man sich nicht völlig klar darüber wird, daß die Gnade in der Tiefe des Geistes Wohnung genommen hat, doch die bösen Geister sich im Umfeld des Herzensbereiches aufhalten. Es ist der Wunsch der Dämonen, daß sich diese Überzeugung niemals bei den Menschen finde, damit sich nicht der Geist aus eben diesem klaren Wissen heraus mit dem Gedenken Gottes gegen sie wappne.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, aus: Philokalie, Bd. 1.

Dienstag, 18. März 2014

Neues von den Wüstenmüttern

Vor einiger Zeit habe ich mit einer Freundin in einem Pub gesessen. Sie erzählte mir, dass sie sich gerade mit Wüstenmüttern beschäftigen würde und über die Posts dazu auf meinem Blog gestolpert sei. Denn wenn Mann Wüstenmütter bei Google angibt, tauchen meine beiden Posts dazu auf der ersten Seite auf.
Das hat mich natürlich motiviert, die Texte nochmal ein bisschen zu überarbeiten. Da ich aber ein eher fauler Mensch bin, hat das alles etwas gedauert. Jetzt aber liegen die beiden Texte in neuem, verbesserten Format auf den altes URLs vor. Daher hier die beiden Links:

Wüstenmütter
Wüstenmütter? Vol. 2

Und morgen gibt es dann noch einen Fortsetzungspost, sodass eine Trilogie draus wird.

Wie nützlich ist das Aufmerksame Gedenken an Jesus

32) Der gute Zuspruch (von seiten Gottes) liegt dann vor, wenn der Leib wach oder auch im Begriff ist, in einen schlafähnlichen Zustand zu verfallen, man dabei aber im glühenden Gedenken Gottes mit seiner Liebe gleichsam verschmolzen ist. Doch der verführerische Zuspruch (von seiten des Bösen) trifft stets dann zu, wenn der Kämpfer, wie gesagt, unter nur mittelmäßigem Gedenken Gottes in einen leichten Schlaf gefallen ist. Ersterer nämlich möchte die Seelen der Kämpfer der Frömmigkeit deutlich zur Liebe unter inbrünstiger Ausgießung der Seele aufrufen, denn er stammt von Gott. Letzterer besitzt die Gewohnheit, gewissermaßen im Wind der Täuschung die Seele hin und her zu bewegen, und versucht deshalb, dem gesunden Geist durch den Schlaf des Leibes die Erfahrung des Empfindens im Hinblick auf das Gedenken Gottes zu rauben.

Wird also der Geist, wie gesagt, im aufmerksamen Gedenken des Herrn Jesu angetroffen, zerstreut er zum einen jenen scheinbar angenehmen Hauch des Feindes, und zum anderen stürzt er sich freudig in den Kampf wider ihn, wobei er nunmehr als Waffe in seiner Rechten zusammen mit der Gnade den Ruhm hält, der aus der Erfahrung stammt.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, aus: Philokalie, Bd. 1.

Montag, 17. März 2014

Wenn der Geist die Täuschungen des Bösen erkennt ...

31) Wenn unser Geist die Gnade des Allheiligen Geistes wahrzunehmen beginnt, dann ruft auch der Satan während der nächtlichen Stille, wenn sich die Neigung zum leichten Dahindösen einstellt, die Seele mittels einer angenehm scheinenden Empfindung an. Wenn es sich nun zeigt, daß der Geist in äußerst glühendem Gedenken den heiligen Namen des Herrn Jesus festhält, und er sich jenes allheiligen und herrlichen Namens als einer Waffe gegen die Täuschung bedient, dann läßt der Verführer zwar von seiner List ab, doch berührt er daraufhin die Seele, um mit ihr einen Kampf zu führen, der ihr tiefstes Wesen ergreift.

Daher macht der Geist, indem er die Täuschung des Bösen genau erkennt, weitere Fortschritte in der Kenntnis der Unterscheidung.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, aus: Philokalie, Bd. 1.

Samstag, 15. März 2014

Samstäglicher Newsticker

Limburg: Die NAK-Kommission protestierte gegen die Reise von Bischof Tebartz-van Elst nach Rom. Anstatt endlich zurückzutreten und sich nach Sibirien in die Verbannung zurückziehen, versuche der Limburger Bischof immer noch, seinen Hals zu retten, indem er sich bei römischen Cappa-Magna-Prälaten wie Müller und Gänswein einschleime. Allein das Bild, als Tebartz-van Elst bei Kardinal Müller konzelebriert habe, spräche Bände: "Als Kardinal darf man mit einem Menschen wie Tebartz-van Elst nicht die Feier der Gemeinschaft begehen. Jesus hätte das nicht gewollt!"

Bonn: Die "Gemeinschaft für eine neue Kirche" zeigte sich mit Kardinal Marx unzufrieden. Das der neue Vorsitzende sich weigere, die Wiederverheirateten Geschiedenen wieder zur Kommunion zuzulassen, sei nicht akzeptabel: "Als Kardinal muss man mit Menschen wie den Wiederverheirateten Geschiedenen die Feier der Einheit begehen. Das hätte Jesus so gewollt!"

Münster: In Münster haben zahlreiche Menschen gegen homophobie, Rassismus und Menschenfeindlichkeit protestiert. Ihr Protest richtet sich gegen Kardinal Onaiyekan. Der nigerianische Kardinal gehört in seinem Heimatland zu den Gegner der Homo-Ehe und angeblich zu Unterstützern des Gesetzes gegen Homosexualität. Die Gruppe "pro-Homo" erklärte: "Wir sind für eine bunte Welt, die unsere Werte und Vorstellungen vertritt und fordern Sanktionen gegen rückständige Völker, die sich nicht an unsere universalen Wertvorstellungen halten."

Donnerstag, 13. März 2014

Protest gegen Marx

München: Die "Gemeinschaft für eine neue Kirche" protestierte gegen die Wahl von Kardinal Marx zum neuen Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz: "Es ist nicht akzeptabel, dass ein tonnenartiger römischer Barockprälat in seinem Palast der Chef-Bischof der deutsch-katholischen Kirche wird. Auf diese Weise wird die Entwicklung zu einer armen Kirche für die Armen verhindert. Schon allein die Verbindung von Marx zur kirchlichen Soziallehre ist ein Grund, ihn abzulehnen. Denn der Papst will eine Kirche der Befreiung, in der ein katholischer Marxismus-Leninismus die kirchliche Caritas bestimmt." Die Gemeinschaft forderte die Rücknahme der Entscheidung und die Wahl von Helmut Schüller zum neuen Papst der deutschen Kirche.

Dienstag, 11. März 2014

Das Empfinden des Geistes ist ein genaues Kosten der unterschiedenen Dinge

30) Das Empfinden des Geistes ist ein genaues Kosten der unterschiedenen Dinge.

Wie wir nämlich durch das Geschmacksempfinden des Leibes das Gute, vom Schlechten sicher unterscheiden, wenn wir gesund sind, und darum nach dem Zuträglichen trachten, so vermag auch unser Geist, wenn er sich kraftvoll und unter großer Sorglosigkeit zu regen beginnt, den göttlichen Zuspruch in reichem Maße wahrzunehmen, ohne sich vom gegenteiligen je mit fortreißen zu lassen. Denn wie der Leib beim Kosten der irdischen Aromen untrügliche Kenntnis der Wahrnehmung besitzt, so vermag auch der Geist, wenn er sich seiner Erhabenheit über die fleischliche Gesinnung rühmt, den Zuspruch des Heiligen Geistes sicher zu kosten. "Kostet und seht," heißt es ja, "daß der Herr gütig ist.“

Zudem vermag der Geist durch die Wirksamkeit der Liebe die Erinnerung an dieses Kosten unvergeßlich in sich zu tragen, wenn er die unterschiedlichen Dinge prüft, ohne fehlzugehen. So sagt der Heilige: "Und ich bete darum, daß eure Liebe mehr und mehr zunehme in der Erkenntnis und jeglicher Wahrnehmung, damit ihr die unterschiedlichen Dinge prüfen könnt."

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, aus: Philokalie, Bd. 1.

Montag, 10. März 2014

Die Empfingsweise der Seele und die Wirkung der Erbsünde

29) Wir wissen, daß es, wie gesagt, nur eine einzige natürliche Empfindungsweise der Seele gibt. Die fünf (sinnlichen) Empfindungsweisen nämlich dienen lediglich den Bedürfnissen unseres Leibes, wie uns der Allheilige und menschenfreundliche Geist Gottes lehrt. Jene Empfindungsweise jedoch wird zusammen mit den entsprechenden Regungen der Seele zerteilt aufgrund der Schlüpfrigkeit, die dem Geist durch den Ungehorsam (Adams) zuteil wird. Eben darum wird sie einerseits zusammen mit dem leidenschaftlichen Teil (der Seele) fortgerissen. Daher empfinden wir gern die Genüsse des Lebens. Andererseits freut sie sich oft an ihrer geistig-erkennenden Bewegung, weswegen unser Geist danach strebt, den himmlischen Schönheiten zuzueilen, falls wir besonnen sind.

Wenn wir also zu dem Zustand gelangen, daß wir die Genüsse der Welt verachten, werden wir auch das erdverhaftete Trachten der Seele mit ihrer geistigen Verfassung verbinden können, wobei die Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist dies für uns in die Wege leitet. Wenn nämlich seine Gottheit nicht die Kammern unseres Herzens wirksam erhellt, dann sind wir außerstande, das Gute mit ungeteilter Empfindung, d. h. in einer vollständigen Verfassung, zu kosten.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese, aus: Philokalie, Bd. 1.

Sonntag, 9. März 2014

Wir sind jetzt auch auf Facebook

"Alle sind auf Facebook! Da müssen wir auch hin!" jammert uns unser Chefredakteur schon seit ewigen Zeiten das Ohr ab.
"Also gut" dachten wir uns "wir haben doch die Sherona eingestellt, die ist eh momentan nicht ausgelastet, die macht jetzt die Facebook-Redaktion." Gesagt, getan.
Für alle jungen und alten Fans: Demut Jetzt! ist jetzt auch Facebook. Besucht uns, liked uns, friended uns und worauf ihr auch immer so Lust habt. Hier geht's lang.

Tür zum Aufstieg

Zum heutigen ersten Fastensonntag ein Bild aus Eigenproduktion


Samstag, 8. März 2014

Samstäglicher Newsticker

New York: Die UN-Organisation zur Emanzipation und Förderung der Frauen sowie zur Überwindung menschenverachtender patriarchaler Modelle veröffentlichte am Weltfrauentag eine umfassende Absichtserklärung. So stellte sie fest: "Die Menschen müssen endlich aus der Herrschaft der Männer befreit und zu einem neuen, glücklichen Zeitalter der Mitmenschlichkeit und der gleichen Rechte für alle Menschen geführt werden." Und weiter: "Mensch sein bedeutet, dass man alles kann, was man will und nicht durch Männer oder vom Mann hervorgebrachte Behinderungsmaßnahmen, vulgo Kinder, behindert wird."

Brüssel: Die EU-Kommissarin für Menschenrechte und Beglückung von rückständigen Gesellschaften verlangte vom Vatikan, sich von seiner Erklärung gegen das Anti-Schwulen-Gesetz in Uganda zu distanzieren: "Es ist nicht zumutbar, wenn der Vatikan gegen das Gesetz ist. Wie sollen wir sinnvoll dem Vatikan Homophobie nachweisen, wenn er sowas verlautbaren lässt. Das ist voll unsozial uns gegenüber."

Limburg: Die NAK-Kommission reagiert auf die neue Internet-Seite Faktenscheck-Limburg und schaltet eine eigene Seite frei: "Faktenscheck-Faktenscheck: Welche rechten Dunkelkatholiken veröffentlichen auf der Seite" Außerdem werden 200.000 reife Tomaten in Limburg verteilt, um die Bischofsresidenz und den Dom damit zu bewerfen. Auf Nachfrage, warum den Dom auch, erklärte der Sprecher: "Solange Tebartz-van Elst Bischof bleibt, ist der Dom kontaminiert und muss durch die Wut des Kirchenvolkes gereinigt werden."

Köln: Die "Initiative für mehr Mitbestimmung" hat eine Kampagne für einen aufgeklärten, menschenfreundlichen Bischof gestartet. Der Sprecher rief alle echten, liberalen und weltoffenen Katholiken dazu auf, mit jeweils 1000 falschen Namen Briefe an das Domkapitel zu versenden. Namen und 100 Versionen des Forderungskatalogs können auf der Internetseite www.mehr-kirchenvolksmacht.net abgerufen werden.

Freitag, 7. März 2014

Kirchenquiz

Wo steht diese Kirche?


Da bisher kaum Antworten eingegangen sind, gebe ich einen Tipp:
Die Kirche ist eng mit einem Heiligen 16. Jahrhunderts verbunden.

Auflösung am Mittwoch.

Donnerstag, 6. März 2014

Neues für die Fastenzeit

Jetzt verrate ich euch mal eine Neuigkeit: Heute ist der zweite Tag der Fastenzeit!

Ok, das ist nichts Neues. Auch auf diesen Blog werden sich die 40 Tage auswirken, wobei nicht ganz so ausgeprägt wie im letzten Jahr. Andere hingegen nutzen die Fastenzeit mal für was Neues - mach ich auch mal gerne - und legen einen eigenen Fastenblog auf. So geschehen Mitbloggerin Huppicke mit Ysop, hier vorbeischauen.

Auch ein weiterer Mitblogger hat einen eigenen Blog für die Fastenzeit aufgelegt, passenderweise mit dem Namen Fastenzeit 2014, der hier zu finden ist.

Mittwoch, 5. März 2014

Blogfastenordnung

Wie jedes Jahr in der Fastenzeit überlege ich mir - mit vielen anderen - was man denn alles so in diesen 40 Tagen anders, besser oder nicht machen sollte. Davon ist natürlich auch das Bloggen betroffen. Nachdem ich mich letztes Jahr sehr zurückgenommen habe, wird es dieses mal nicht ganz so schlimm werden.

Natürlich gibt es weiterhin das Kirchenquiz, den Newsticker und das Papsting am Mittwoch. Wie es schon Tradition ist muss Pius XII. den Sonntag für die Fastenzeit räumen. Ich glaube, dieses mal zeige ich ein paar eigene Fotos. Ansonsten will ich wieder verstärkt Diadochos posten. Und wenn mir hin und wieder noch was einfällt, gibt es das dann auch. Das war's dann schon in diesem Jahr, alles sehr unspektakulär.


Gesegnete Fastenzeit.

Dienstag, 4. März 2014

Franziskus im Hotel: Wir sind Papst und wir tun, was wir wollen!

Quelle WikiCommons Suse
Als Papst Franziskus vor nicht ganz einem Jahr gewählt wurde, war die allgemeine Verwunderung groß: Wie, der Papst wohnt nicht im Apostolischen Palast, sondern weiterhin in der Casa Santa Marta, also im Hotel? Das ist ja so bescheiden. Dabei tut der Papst genau das, was man als Monarch eben macht.

Papst Franziskus ist ja so bescheiden, weil er nicht im Apostolischen Palast wohnt. Das ist natürlich Käse. Also die Schlussfolgerung "so bescheiden". Denn mit Bescheidenheit hat die Wohnung in der Casa Santa Marta orgininal nix zu tun. Oder ist es bescheiden, ein halbes Stockwerk zu belegen und eine ganze Wohnung leer stehen zu lassen, die natürlich weiterhin geheizt und geputzt werden muss?

Das Bedürfnis des Monarchen geht vor

Das mich niemand falsch versteht, ich habe nix dagegen, dass der Papst in der Casa Santa Marta wohnt. Ich find's gut. Denn es ist eine Handlung, die nicht nur zu diesem Papst, sondern auch zum Papstamt passt. Denn damit sagt Franziskus: "Wir sind der Papst und wir tun, was wir wollen." Und wenn der absolute Monarch Franziskus in einem Hotel wohnen will, dann wohnt er in einem Hotel. Egal, was es kostet und wie viele Zimmer er dafür mit Beschlag belegt. Weil es ihm als Herrscher frei steht, die Dinge so zu machen, wie es ihm am besten gefällt, passt, seinen Bedürfnissen entspricht. Und da der Heilige Vater ein sehr kommunikativer Mensch ist, der gerne von vielen Leuten umgeben ist, passt ein Hotel besser zu ihm als eine Wohnung im Apostolischen Palast.

Majestät mag es gerne privat

Damit steht Franziskus in allerbester Monarchentradition. Denn viele Herrscher haben nicht in ihren riesigen Palästen gewohnt, die wir heute staunend bewundern. Selbst wenn sie sie gebaut haben. Oft saßen sie irgendwo anders in Räumen, die sie nur für sich selber errichtet haben und die ihrem Charakter entsprachen, da sie hier keine Rücksicht auf das Zeremoniell nehmen mussten. Was sie natürlich nicht gehindert hat, die Hütte auf Staatskosten hochzuziehen und zu unterhalten, wofür hat man die Krone auf.
Einige Beispiele mögen das für die historisch interessierten Leser verdeutlichen:

Wilhelm I. blieb, wo er als Kronprinz war

Wilhelm I. wohnte als König von Preussen und Deutscher Kaiser nicht im Berliner Stadtschloss, sondern in einem Palais Unter den Linden. Nicht aber aus Bescheidenheit. Sondern weil er dort schon seit Jahrzehnten wohnte und sich als alter Mann, er ist ja erst in seinen 60ern König geworden, nicht mehr umstellen wollte.

Der Alexanderpalast als bürgerliches Zuhause

Zar Nikolaus II. hat praktisch nie im Winterpalast in St. Petersburg gewohnt, der die offizielle Residenz der Zaren war. Er wohnte und arbeitete überwiegend vom Alexanderpalast in Zarskejo Selo (heute Puschkin) aus. Das hat neben psychologischen Gründen - die Zarenfamilie fühlte sich in St. Petersburg nach dem Aufstand 1905 nicht mehr sicher - auch seinen Grund in gewandelten Wohnbedürfnissen. Der Alexanderpalast ist für ein großbürgerliches Familienleben, wie es der Zar bevorzugte, geeigneter als der riesige Klotz an der Newa.

Sanssouci lässt Grüßen

Friedrich II. von Preussen verbrachte die Sommermonate überwiegend im Schloss Sanssouci. Das Berliner Stadtschloss hat ihn kaum je gesehen, da er ansonsten bevorzugt im Potsamer Stadtschloss residierte. Auch hier ging es nicht um Bescheidenheit. Friedrich fühlte sich in seinem Potsdamer Weingarten wesentlich wohler und hatte zudem einen Brass auf die Umgebung des Stadtschlosses, weil er sein Forum Fridrizianum nicht hatte umsetzen können.

Auch Vorlieben kann man als Tugenden verkaufen

Man sieht: Papst Franziskus stellt sich mit seinem Appartement im Hotel in die allerbeste monarchische Tradition. Damit widerspricht er unseren heutigen romatischen Vorstellungen davon, was ein Monarch wie machen soll. Was die gekrönten Häupter aber schon immer gerne gemacht haben. Und was, wenn sie es gut verkauft haben, auch schon immer gut ankam. Denn Majestät ist ja so bescheiden.

Montag, 3. März 2014

Man muß also dem Heiligen Geist stets, vor allem durch den Frieden der Seele, eine Ruhestätte bereiten

28) Den Geist zu reinigen kommt allein dem Heiligen Geist zu. Wenn nämlich der Starke nicht eindringt und dem Räuber die Waffen entreißt und ihn fesselt, wird seine Beute niemals befreit werden. Man muß also dem Heiligen Geist stets, vor allem durch den Frieden der Seele, eine Ruhestätte bereiten, damit die Leuchte der Erkenntnis stets bei uns scheine. Denn wenn sie unaufhörlich in den Kammern der Seele strahlt, werden nicht nur jene kleinen und dunklen Einflüsterungen der Dämonen im Geist offenbar, sondern sie werden auch äußerst schwach, wenn sie von jenem heiligen und herrlichen Licht an den Tag gebracht werden. Darum sagt der Apostel: "Löscht den Geist nicht aus!" Er meint damit: "Betrübt nicht die Güte des Heiligen Geistes, indem ihr Böses tut oder im Sinn habt, damit ihr nicht jener verteidigenden Leuchte beraubt werdet." Es wird ja nicht der ewige und lebendigmachende (Geist) ausgelöscht, sondern seine Betrübnis, d. h. seine Abkehr, läßt unseren Geist finster und ohne das Licht der Erkenntnis zurück.

Diadochos von Photike: 100 Kapitel über die Askese

Kirchenquiz

Wie ich festgestellt habe, wurde dieses Quiz am Freitag gar nicht veröfentlicht. Dann reiche ich das hiermit nach, damit euch zwischen Umzug und 40 Stündigem Gebet nicht langweilig wird.
Wo steht diese Kirche?


Auflösung am Aschermittwoch?

Sonntag, 2. März 2014

Pius XII. Eine Skizze

WikiCommons
Heute vor 75 Jahren ist Eugenia Pacelli zu Papst Pius XII. gewählt worden. Aus Anlass dieses Gedächtnisses widmet kath.net dem Papst ein kurzes Portrait. Das soll hier in Auszügen wiedergegeben werden:
"Der nächste Papst muss ein Heiliger sein oder ein Held." Das soll der damalige Kardinalstaatssekretär Eugenio Pacelli nach dem Tod von Pius XI. (1922-1939) ausgerufen haben. Ob die Überlieferung stimmt oder nicht, muss offen bleiben. Fest steht: Drei Wochen später, am 2. März 1939, vor 75 Jahren, wählten die 63 im Konklave versammelten Kardinäle Pacelli als Pius XII. (1939-1958) zum Nachfolger seines Landsmanns. Ein Heiliger kann er nach dem Urteil der katholischen Kirche auch offiziell noch werden - ein Verfahren zur Seligsprechung läuft seit längerem. Als Held ist er nicht in die Geschichtsbücher eingegangen
Den Namen Pius wählte er, um die Verbundenheit mit seinem Vorgänger zu verdeutlichen. Von diesem unterschied ihn allerdings nicht nur seine feingliedrige Statur, sondern auch sein vorsichtig-abwägendes Naturell. Dies machte sich auch im Verhalten gegenüber dem nationalsozialistischen Deutschland bemerkbar, wenngleich beide Hitlers Kriegspolitik und Rassenwahn zutiefst ablehnten.
"Pius XI. musste man bremsen, Pius XII. drängen"
Pius XI. habe man bisweilen bremsen, Pius XII. drängen müssen, sagte ein Berater beider Päpste einmal mit Blick auf deren Agieren gegenüber Hitlers Deutschland. Schon die Wahl von Pius XII. stand im Schatten des heraufziehenden Weltkriegs: Zwei Wochen später, am 16. März, marschierte die Wehrmacht in der Tschechoslowakei ein. Im Sommer appellierte Pius XII. vergeblich an das Deutsche Reich und die Alliierten zum Frieden. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs war seine oberste Maxime dann die Überparteilichkeit. Hierbei dürfte nicht zuletzt das Scheitern der Friedensinitiative von Benedikt XV. im Jahr 1917 eine Rolle gespielt haben, an der Pacelli als Nuntius in München mitgewirkt hatte. Deshalb enthielt sich dieser Papst strikt eines öffentlichen und ausdrücklichen Protests gegen das nationalsozialistische Deutschland.
Unbestritten ist jedoch, dass Pius XII. durch seine Hilfe im Verborgenen Tausenden Juden das Leben gerettet hat. Seine Verteidiger führen an, dass seine öffentliche Zurückhaltung diese Hilfe überhaupt erst ermöglicht habe, dass offene Proteste die Lage der Juden nur noch verschlimmert hätten.
Familiär besser vorbereitet auf sein Amt hätte Eugenio Pacelli vermutlich kaum sein können. Er entstammte einer römischen Juristenfamilie, die seit zwei Generationen eng mit dem Papsttum verbunden war. Sein Großvater war Stellvertreter des päpstlichen Innenministers und sein Vater Anwalt am päpstlichen Ehegericht, der sogenannten Römischen Rota. Gefördert durch einen mit seinem Vater befreundeten Kardinal trat er 1904 in den Dienst des Heiligen Stuhls. Im April 1917 wurde er zum Nuntius in München berufen. Nach dem Zusammenbruch der Monarchie wurde er im Jahr 1920 zusätzlich erster päpstlichen Botschafter beim Deutschen Reich; 1925 siedelte er endgültig nach Berlin über. Ende 1929 wurde er zurück nach Rom beordert, wo er 1930 das Amt des Staatssekretärs antrat.
Viele dieser Schreiben sind heute für den Alltag der Gläubigen nicht mehr von unmittelbarer Bedeutung. Bis heute geblieben ist jedoch die Liturgie der Karwoche, die auf eine Reform von Pius XII. in den 1950er Jahren zurückgeht. Bis dahin wurden etwa die Feier der "Osternacht" bereits am Vormittag des Karsamstag gefeiert.
Im Seligsprechungsverfahren erkannte der Vatikan Pius XII. im Dezember 2009 den sogenannten heroischen Tugendgrad zu. Damit sei kein historisches Urteil gefällt. Es werde lediglich bestätigt, dass dieser Papst die christlichen Tugenden Glaube, Liebe, Hoffnung in einer für seine Zeit vorbildlichen Weise gelebt habe, stellte der Vatikan dazu klar. Das kirchliche Urteil über Pius XII. ist somit endgültig, auch wenn er noch nicht selig- oder heiliggesprochen ist. Das historische Urteil hingegen bleibt vorerst kontrovers.
Ganzer Text bei kath.net hier.

Päpstlicher Kleiderschrank

Heute vor 75 Jahren wurde Eugenio Pacelli zum Papst gewählt und nahm den Namen Pius XII. an. Zum Anlass heute ein bisschen Kleiderschau aus den vergangenen Tagen:




Samstag, 1. März 2014

Samstäglicher Newsticker

Berlin: Die "Gemeinschaft für eine neue Kirche" lobte den Vortrag von Kardinal Kasper vor dem Konsistorium über Familienfragen. Ihr Sprecher erklärte: Man freue sich, dass der Kardinal die Unauflösbarkeit der Ehe verworfen, die Homo-Ehe befürwortet und die Familie als rein soziale und sehr variable Gruppe ohne religiösen oder ethischen Kontext angenommen habe.

Bonn: Mehrere Reform-Gruppen bedauerten den Rücktritt von Benedikt XVI. vor einem Jahr. Seit Franziskus Papst sei, mache es gar keinen Spass mehr, gegen die Kirche zu sein. Dieses ganze Wohlfühlgeschwurmel des neuen Papstes sei ganz schrecklich, betonten mehrere Vorstände auf einer gemeinsamen Pressekonferenz. Diese ganzen schönen Bilder würden vor der Öffentlichkeit total den Terror-Apparat der Kirche überdecken. Daher fordere man einen Beschluss der EU-Kommission, um "korrekte Darstellungen" in den Medien rechtlich erzwingen zu können.

Limburg: Die NAK-Kommission lobte den Papst für seine Entscheidung, Bischof Tebartz-van Elst abzusetzen und bedauerte, dass dies nicht schon vorher geschehen ist. Man habe bereits das Domkapitel angeschrieben, um sich für die Kontrolle des Wahlprozesses anzubieten. Man frage sich aber, warum es noch keinen Diözesanadministrator gebe. Bei der Pressekonferenz anwesende Journalisten teilten dem Sprecher daraufhin mit, dass der Bischof noch gar nicht abgesetzt ist. Der Sprecher bedauerte dies sehr und verlangte vom Papst ultimativ, Tebartz-van Elst binnen 24 Stunden zu entlassen, oder man werde die Bischofsresidenz abbrennen. Und den Dom und die Michaelskapelle sicherheitshalber gleich mit.

Köln: Die Kölner Kircheninitiative freute sich über ihre ersten Erfolge. Mit der Absetzung von Kardinal Meisner habe der Papst eine ihrer wichtigsten Forderungen erfüllt. Und mit der Befragung von 270 engagierten Katholiken habe die Initiative etwas vollkommen Neues für die Laien des Erzbistums erkämpft. Nun nehme man sich vor, genug Unterstützer für eine Volks-Akklamation im Dom zu sammeln, um einen eigenen Kandidaten zu positionieren. Der Sprecher: "Wir sind zuversichtlich, die Hälfte des Nordquerhauses mit unseren Anhängern füllen und damit den Beweis für den Massencharakter unserer Bewegung beibringen zu können.


Get clean - die Beichte

Bisschen surrealistisch


Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...