Samstag, 27. Dezember 2014

Jesus war Syrer. Kommentar zur kirchlichen Pegida-Schelte

Die Kirchen üben in den letzten Wochen massive Kritik an der Pegida-Bewegung. Kein Christ dürfe bei Pegida mitmachen, denn Jesus sei auch Flüchtling gewesen, so der Tenor. Nur letzteres stimmt. Denn gegen Jesus demonstriert niemand bei Pegida.

Foto: Wiki Commons
Pegida ist gegen das Jesus-Kind, war ein Thema, das in vielen Predigten und kirchlichen Äußerungen dieser Tage vorkam. Denn Jesus war ein Flüchtling und weil Pegida gegen Flüchtlinge ist, wäre sie auch gegen Jesus gewesen und  daher darf sie nicht die abendländisch-christliche Kultur für sich in Anspruch nehmen. In den Kommentaren der Online-Zeitungen, die diese Verlautbarungen wiedergeben, liest man anderes. Da steht, Jesus sei gar kein Flüchtling gewesen, sondern Maria und Joseph hätten eben nur Herbergen-Probleme auf der Reise gehabt. Also ne Touristen-Geschichte. Genau betrachtet sind beide Meinungen schief.

Jesus: zuerst Tourist, dann politischer Flüchtling


Denn Jesus war tatsächlich Flüchtling. Aber nicht in Bethlehem, sondern in Ägypten. In Judäa war das Problem von Maria und Joseph in der Tat das von Touristen. Man kommt an einen Ort, wo man nicht wohnt, und findet kein Hotel. Also muss man irgendwo unterkriechen, wo man normalerweise nicht nächtigen würde. Von einem Dauerzustand sprechen die Evangelisten aber nicht. Folgt man der These, Joseph und/oder Maria hätten Besitz in oder um Betlehem gehabt, wird es dort irgendwo auch Verwandtschaft gegeben haben oder genug Geld, um sich später in einem Haus einzuquartieren.

Dann jedoch musste die kleine Familie tatsächlich fliehen. Nämlich vor der Häschern des Herodes, der den potentiellen Konkurrenten aus dem Weg schaffen wollte. Glaubt man der Bibel und der Überlieferung, ist die Heilige Familie nach Ägypten geflohen, also in die nächstgelegene römische Provinz mit hohem Judenanteil. Jesus war also ein politischer Flüchtling, weil sein Leben - und übertragen wohl auch das seiner fliehenden Familie - bedroht war.

Kriegsflüchtlinge sollen aufgenommen werden


Nimmt man Pegida ernst, dann kann man in ihrem Programm nachlesen, welche Ziele sie sich gesetzt haben. Davon fühlen sich die Menschen, die dort demonstrieren, offenbar angesprochen. Im Programm steht unter Punkt 1:
Pegida ist für die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen und politisch oder religiös Verfolgten. Das ist Menschenpflicht! 
und unter Punkt 3:
Pegida ist für dezentrale Unterbringung der Kriegsflüchtlinge und Verfolgten, anstatt in teilweise menschenunwürdigen Heimen.
Geht man die weiteren Punkte durch, so wird dort zwar eine Politik gefordert, wie Asylsuchenden skeptisch gegenübersteht und eine deutlich härtere Gangart fordert. Das richtet sich aber vor allem gegen Wirtschaftsflüchtlinge. Zwar ist Armut und die Hoffnung auf ein besseres Leben eine legitimer und verständlicher Grund, seine Heimat zu verlassen und nach Europa zu gehen. Aber das sind dann keine Flüchtlinge, sondern eben Menschen aus dem Ausland, die hier in Deutschland leben wollen. Das sollte ihnen auch ermöglicht werden, zumindest wenn sie die Ordnung des Staates einhalten sowie die Bereitschaft und Fähigkeiten zeigen, sich in die Gesellschaft einzubringen. Aber verfolgt sind diese Menschen nicht und sollten auch nicht so behandelt werden.

Verfolgte und Kriegsflüchtlinge sind hingegen z.B. die Syrer, die hierher kommen, weil in ihrem Heimatland ein Kampf tobt und sie dort nicht mehr leben können, obwohl sie dies überwiegend wollen. Diese Menschen kann ein so reiches Land wie Deutschland aufnehmen und das soll auch geschehen. Das sehen fast alle gesellschaftlichen Gruppen so, Pegida offenbar eingeschlossen.

Offene Türen für das Jesus-Kind


Wenn Jesus heute in Deutschland ein Asylsuchender wäre, dann wäre er Syrer. Ein Kind und seine Familie, das vor den politischen Bedingungen seines Heimatlandes fliehen muss. Das zudem zu einer Minderheit gehört, denn viele Syrer, die nach Europa kommen, sind orientalische Christen oder gehören zu kleinen muslimischen Gruppen. Gerade dieser doppelte Status, den auch das Jesuskind als Jude in einer paganen Umwelt betroffen hat, hätten wir heute Rechnung zu tragen. Das scheint man auch bei Pegida zu wollen. Der Kirche muss man also sagen: Daneben, Hochwürden!

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Neues aus Limburg: Grothes Agenda.

Am Sonntag hat Weihbischof Manfred Grothe, der Apostolische Administrator des Bistums Limburg, in einem Brief an die Diözesanen seine Agenda für die nächste Zeit vorgestellt. Darin waren einige Punkte enthalten, die nicht jedem gefallen dürften.


Das Weihbischof Grothe nicht der liebe Opa ist, als der er auf den ersten Blick scheint, dürfte sich mittlerweile bei den meisten herumgesprochen haben. Noch weniger ist er das willfährige Ausführungsorgan von partikularistischen Sonderwünschen mancher Limburger Kirchenversteher, die in Tebartz-van Elst alles Übel sahen und den Salto rückwärts in die verklärte alte Kamphauszeit wollen. Tatsächlich scheint Grothe in seiner Politik weniger an den alten Limburger Verhältnissen orientiert zu sein, als an den guten Teilen des Tebartz-Kurses und an einem römischen Auftrag.

Verabschiedung für Tebartz-van Elst

Dafür spricht schon der Umgang mit dem Altbischof. In seinem Hirtenbrief erklärt Grothe bzgl. einer Verabschiedung von Tebartz-van Elst: "Eine förmliche Verabschiedung, in welcher Form auch immer, hätte ich mir gerne gewünscht. Sie war trotz verschiedener Bemühungen bisher nicht möglich, bleibt aber dem Bistum aufgetragen." Wenngleich das Bistumssprecher eilig dementiert, es gäbe für eine Verabschiedung Pläne, ist klar, dass Grothe das heimlich, still und leise Davonjagen, was viele im Bistum präferiert haben, weder persönlich wünscht noch als Teil seines Auftrages ansieht. Denn wenn er schreibt, eine Verabschiedung bleibe aufgetragen, dann muss das durch einen Auftraggeber gewollt sein und der kann eigentlich nur in Rom sitzen. Man merkt, die Alleinschuldthese findet in Rom wenig Anklang, sowenig wie mancher Umgang mit dem Altbischof.

Auch die bischöfliche Residenz wird weder abgerissen noch in ein Flüchtlingsheim umgewandelt. Vielmehr soll sie so genutzt werden, wie es der Altbischof bereits angestrebt hat, nämlich als halböffentlicher Raum des Bistums, unbenommen der Privaträume, die auch weiterhin verschlossen bleiben. Also kein plantschen in der Badewanne.

Bischofswahl wird durch Rom angewiesen

Grothe äußert sich auch zur Frage des Limburger Domkapitels. Zunächst kündigt er an, in der ersten Jahreshälfte 2015 die beiden fehlenden Kanonikate zu besetzen. Das ist nun keine besondere Neuigkeit. Allerdings lässt er dabei offen, was mit dem restlichen Teil des Domkapitels passieren soll. Das diese nicht einfach wählen dürfen, wann und wie sie wollen, wird schonmal ganz klar gemacht, denn der Wahlprozess muss durch Rom angestoßen werden. Wenn aber Rom das Kommando zum Wahlprozess gibt, kann auch davon ausgegangen werden, dass Rom die Kontrolle über die Wahl hat. Sonderwünsche, wie sie im Bistum immer mal wieder geäußert werden, dürften aber bei der Bischofskongregation nicht gut ankommen. Die bisherigen Maßnahmen sprechen sehr dagegen, dass man in Rom dem Bistum eine selbstgestaltete Bischofswahl zutraut.

Entmachtung des Domkapitels

Ein weiterer Schritt, der das Domkapitel betrifft, wird in dem Schreiben nur angedeutet. Der Diözesanvermögensverwaltungsrat soll in neuer Besetzung installiert werden. Diese Neuordnung mit Blick auf das Kirchenrecht betrifft das Domkapitel mit, dass bisher personell mit diesem Gremium verflochten war. Bedenkt man zudem, dass Grothe die Aufsicht über das Vermögen des Bischöflichen Stuhles nach wie vor nicht in die Hände des Domkapitels zurückgelegt hat, nimmt der Einfluss des Kapitels weiter ab. Das Domkapitel schrumpft damit auf seine Verantwortung für die Bischofswahl und die Kathedralkirche zusammen. In der bischöflichen Verwaltung ist es dann nur noch durch die Aufgaben einiger Mitglieder als Dezernenten präsent.

Pfarreien neuen Typs kommen

Auch dem frommen Wunsch einiger Personen, man könnte doch die Pfarreien neuen Typs nochmal neu Stecken, wird eine indirekte Absage erteilt. Der eingeschlagene Weg, so Grothe „als Ganzes kann nicht rückgängig gemacht und nicht gestoppt werden.“ Die „Fragen“ der Betroffenen in den Gemeinden seien aber zu „hören und gut zu bedenken“. Zwischen zuhören und auf jemanden hören, also so machen, wie er sich das denkt, ist aber ein weiter Weg. Und Grothe geht es auch nicht darum, allen Wünschen Rechnung zu tragen, sondern zu Fragen, wie Gemeindeleben in den neuen Pfarreien gestaltet werden kann. Das klingt mehr danach, als wollte Grothe den Weg weitergehen, den Tebartz-van Elst gegangen ist und nicht, alles umzustützen.

Grothes Worte atmen Kontinuität

Überhaupt atmet das Schreiben mehr Kontinuität, als auf den ersten Blick sichtbar ist. Denn nur wenige Punkte werden von Grothe direkt angesprochen, in den meisten sind die Aussagen weitgefasst und interpretierbar. Eine Grundtendenz bleibt aber sichtbar: Das Gute, das unter Tebartz-van Elst begonnen wurde, soll weitergeführt, Korrekturen sollen, wo nötig, vorgenommen und Wunden, wo geschlagen, geheilt werden. Ein ausgewogenes Programm, das Zeit braucht und wenig Raum lässt für partikularistische Rechthaberei.

Samstag, 13. Dezember 2014

Philipp Neri: Einschränkungen sind immer gut

Wenn wir solche Gelübde machen sollten wir sie am Besten bedingungsweise machen. z.B.: Ich stifte zwei Messen am Tag der hl. Lucia unter der Voraussetzung, daß ich kann und es nicht vergesse. Ich möchte nicht daran gebunden sein, wenn ich es vergesse.

Philipp Neri hier

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Bloggerszene Adventskalender

Heute ist es an mir, ein Türchen im Adventskalender der Bloggerszene zu öffnen.

Da Adventskalender etwas eine traditionelle Einrichtung sind, lege ich auch ein traditionelles Label von meiner Seite hier auf. Nur heute gibt es also einen großen Schwung meiner Reihe: Pius am Sonntag. Auf einigen Bildern trägt der Papst natürlich auch eine stylisch-passende Weihnachtsmann-Mozetta.








Dienstag, 9. Dezember 2014

Philipp Neri zum Thema Krankheit

Da ich gerade etwas kränkle:

Der Kranke mag sich wünschen gesund zu werden, vorausgesetzt er besiegelt seinen Wunsch mit einem: Wenn es Gott gefällt, oder Wenn es gut für meine Seele ist. Wir können nämlich viele gute Dinge tun, wenn wir gesund sind, von denen uns aber die Krankheit abhält.

Philipp Neri hier.

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Ökumene zur Orthodoxie macht nur wenige Fortschritte

Trotz des Besuches von Papst Franziskus beim Patriarchen von Konstantinopel geht der Dialog zwischen der Katholischen und den Orthodoxen Kirchen nur schleppend voran.

Russisch-Orthodoxe bremsen


Dafür gibt es zwei Gründe. Zum ersten das Verhältnis zwischen der Katholischen und der Russisch-orthodoxen Kirche. Während sich die Päpste mit den Patriarchen von Konstantinopel in den letzten Jahrzehnten mehrfach getroffen haben, gab es bisher noch keine Zusammenkunft mit dem Moskauer Patriarchen. Wenngleich gerade in sozialen und moralischen Fragen viele Überschneidungen vorliegen, tritt die größte orthodoxe Kirche stark auf die Bremse.
Neben theologischen Gründen geht es dabei auch um die Frage von Einflusssphären. So reichen einige unierte Kirchen Roms weit in den russisch-orthodoxen Einflussbereich hinein. Besonders die Griechisch-Katholische Kirche in der Ukraine ist zum Stein des Anstoßes geworden. Dies hat das Moskauer Patriarchat nun wieder betont, als es dieser unierten Kirche vorwarf, in der Ukraine auf Seiten einer Konfliktpartei zu stehen und "Schismatiker", also von Moskau getrennte orthodoxe Kirche, zu fördern. Die Griechisch-Katholischen Kirche solle sich politisch neutral verhalten, so der Wunsch des Patriarchats, dann könne man auch leichter mit Rom reden. Dazu muss man bemerken, dass diese unierte Kirche überwiegend in der westlichen Ukraine vertreten ist, also auch in der am stärksten pro-westlichen Region der Ukraine.
Das man in Moskau versucht, mit dem Ökumene-Argument sowohl kirchliche Politik zu machen - keine Unterstützung anderer orthodoxer Kirchen auf dem Gebiet des Russischen Patriarchats - und auch säkulare Politik - keine Unterstützung einer pro-westlichen Regierung - diesen Eindruckes kann man sich nicht erwehren.

"Dialog der Wahrheit" langsamer als "Dialog der Liebe"


Ein anderer Grund für den schleppenden Dialog ist eine Unterscheidung in verschiedene Aspekte der Diskussion. Das präzisierte Kardinal Koch, der Ökumene-Beauftragte des Vatikans, neuerdings. Demnach gebe es einen "Dialog der Liebe", diesem habe der Papstbesuch gedient. Einen "Dialog der Wahrheit" gebe es auch, der werde aber von einer theologischen Kommission abgewickelt. Und dort sei es bei der letzten Vollversammlung zu Meinungsverschiedenheiten gekommen, besonders die Orthodoxen hätten Nachholbedarf an den behandelten Dokumenten angemeldet. Zu einer erneuten Vollversammlung werde es wohl erst 2017, nach der Panorthodoxen Synode, kommen, so Koch.

Links zum Thema

Russisch-Orthodoxe noch nicht bereit für Papsttreffen (kath.net)
Vatikan: Nächste große Dialogrunde mit Orthodoxie erst 2017 (kathweb.at)

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Die Welt bekehren

Gib mir zehn Menschen, die wirklich losgelöst von der Welt sind, und ich habe die Stirn zu behaupten, ich könnte mit ihnen die Welt bekehren.

Philipp Neri hier.

Montag, 1. Dezember 2014

Manuela Schwesig ist weinerlich. Ja und, heul doch! Ein Wort zum Gleichstellungsgesetz

Heute möchte ich mich mal zum Gleichstellungsgesetz äußern. Denn Manuela Schwesig geht mir massiv auf die Nerven. Und sie tut mit ihrem Gesetz den Frauen keinen Gefallen.

Foto: WikiCommons Bobo
Manuela Schwesig ist die denkbar schlechteste Wahl für den Job der Ministerin für Frauenfragen!
Warum? Weil Volker Kauder sie als weinerlich bezeichnet hat und alle sich darüber aufgeregt haben. Und zu recht. Dieses Quotenpüppchen, von Männern in Posten gehoben, ist politisch viel zu fragil, um ernsthaft etwas aushalten zu können. Das einzige Pfund von Schwesig ist, dass sie eine Frau ist. Und das macht sie so ungeeignet. Denn wenn Quotenfrauen eines nicht sind, dann akzeptiert. Sie sind nur geduldet, geschützt vom Staat und einer politischen Korrektheit, die zu Ende ist, wenn abends der Vorstand zum Feierabendbier lädt.

Zurückkeilen war früher


Nun hat aber Volker Kauder den Fehler gemacht, seine Einlassungen nicht beim Bierchen vorzutragen - die Schwesig, höhö, weinerlich *lach* - sondern in der Television. Und damit zeigt sich der Unterschied zwischen Männern und Frauen, der Schwesig so erfolgreich und ihren Einsatz so nutzlos macht. Denn in den berühmt-berüchtigten Männerseilschaften hätte man nach einer solchen Entgleisung ordentlich zurückgekeilt und damit wäre gut gewesen. Brandt, Wehner, Strauß und Schmidt haben sich Dinge an den Kopf geworfen, wohlgemerkt im Bundestag, dagegen sind die Auslassungen Kauders Geplänkel.

Doch den neuen Frauen a la Schwesig gegenüber muss man(n) sich manierlich verhalten, sonst kommt gleich die Gleichstellungsbeauftragte um die Ecke. Und so musste Sigi das arme Häschen zu ihrem Ministerinnenplatz begleiten. Die alten gestandenen Doppelnamenschlachtrösser hätten Kauder unangespitzt in den Boden gerammt, mit ihren Pömps auf seiner Glatze einen Tanz vollführt und anschließend wieder Platz genommen. Und alle, Männer wie Frauen, hätten das Ok gefunden, Kauder inklusive. Man ist immerhin in der Politik und nicht im Bälleparadies. Aber Manuela kann man ja den rauen Umgangston nicht zumuten.

Frausein geht vor sozialer Leistung


Und damit haben wir auch den Grund, warum Frauen in so wenigen Aufsichtsratsposten sitzen. Denn natürlich ist fachliche Kompetenz nur ein Baustein des Erfolges. Die andere Dimension ist soziale Kompetenz, neudeutsch Networking, klassisch-polemisch Seilschaften genannt. Jeder weiss das. Auch Schwesig ist nicht allein wegen ihrer fachlichen Qualifikation aufgestiegen. Gerade nicht in der SPD. Auch die hatte Seilschaften, die sie hinaufbefördert haben. Aber natürlich sind ihre Seilschaften gut, weil sie eine Frau ist, männliche Seilschaften sind böse, weil es Männer sind. Patriarchalische Unterdrückung und so.

Doch Networking ist eben auch eine Kulturfrage, also Kultur des Umganges. Das schon erwähnte Bierchen am Abend an der Bar - bei Bedarf kann es auch was Härteres sein - ist eben immer noch ein wichtiger Baustein, wenn man in ungezwungener Atmosphäre an der Karriere strickt. Doch das setzt eben einen Konsens voraus, eine allgemeine Sitte, der sich viele Frauen entziehen. Was ich durchaus nachvollziehen kann, meines ist es auch nicht so. Aber anstatt auf gewisse Praktiken zu verzichten und damit auch auf gewisse Aufstiegschancen, rufen einige Frauen nach dem Staat, der ihnen das geben soll, was sie selber nicht bereit sind, sich zu erarbeiten. Denn Seilschaften bilden, das ist harte Arbeit. Und zu dieser Haltung des Beleidigtseins, des "Ich bin eine Frau und will aber auch" ist Manuela Schwesig das Gesicht.

Quotenfrauen sind auf den Staat angewiesen


Manuela Schwesig ist daher eine kolossale Fehlbesetzung. Auf die Stütze der Männer angewiesen, schneidert sie Gesetze, in denen die Frauen den Staat brauchen, um Erfolg zu haben. Dabei ist es ein tönerner Erfolg, denn letztlich hilft diesen Frauen das Gesetz zwar auf neue Posten. Doch sie werden, wie Manuela, immer angewiesen sein auf den Staat und die Öffentlichkeit. Wo deren Einblicke aber enden, regieren die alten Seilschaften weiter und machen die Frauen zu Statistinnen.

Nebenbei kämpft Schwesig in ihrem Gesetz natürlich nur für ca. 150 Spitzenfrauen, also Damen wie sie selber. Für die Kassiererin an der Kasse, um die sich die Sozialdemokratinnen früher mal gekümmert haben, tut Schwesig wenig. Das aber sind gestandene Frauen, vor denen man wirklich den Hut ziehen kann.

PS: Kommentare schäumender Quotenfrauen mögen bitte darauf achten, dass mein schütter werdendes Haar keinen Stepptanz verträgt. Walzer ist aber Ok.

Sonntag, 30. November 2014

Blogger-Adventskalender



Die katholische Bloggerszene verschönert sich selber und den Lesern die Zeit bis Weihnachten durch einen Blogger-Adventskalender. 25 Blogger tragen etwas dazu bei. Den Einstieg findet ihr hier.

Früher mal

Samstag, 29. November 2014

Philipp Neri: Das maßvolle Herz

Das Herz hat eine große Vollkommenheit erlangt, wenn es maßvoll ist und nicht die Grenzen des Anstands und dessen, was sich schickt, überschreitet.

Philipp Neri hier

Freitag, 28. November 2014

Papstbesuch in der Türkei: Hohe Erwartungen allenthalben

Der Besuch von Papst Franziskus in der Türkei wird von vielen Gruppen mit Spannung erwartet. Dabei werden in den Papst ganz unterschiedliche Hoffnungen gesetzt.

Foto: WikiCommons korea.net

Ökumenische Impulse

Den besten Kontakt zum Papst hat der Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I. Beide haben sich schon mehrfach getroffen und setzen den Dialog und das gute Verhältnis, das ihre beiden Kirchen schon unter dem emeritierten Papst Benedikt XVI. hatten, erfolgreich fort. Vom Besuch des Papstes erhoffen sich die griechisch-Orthodoxen zum einen weitere Verbesserung für die Ökumene, zum anderen Impulse für mehr Religionsfreiheit in der Türkei. Denn noch immer werden Christen in der Türkei durch den Staat benachteilit. So ist das Ökumenische Patriarchat immer noch nicht offiziell als Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie anerkannt. Auch das Priesterseminar der Erzdiözese bleibt auf Weisung des türkischen Staates geschlossen.

Erdogans Wünsche an den Papst

Auch die Türkei hat einige Erwartungen an den neuen Papst. Die Erste ist schon der Besuch selber, genauer gesagt, wo der Papst den türkischen Präsidenten besuchen wird: nämlich im Ak Saray, dem "Weißen Palast", den sich Erdogan für ca. eine halbe Milliarde in ein Naturschutzgebiet hat stellen lassen. Papst Franziskus wird der Erste sein, der hier als Staatsgast empfangen wird. Damirt werden schon all jene Türken enttäuscht, die gehofft hatten, der "bescheidene" Papst werde auf einen Besuch im erdoganschen Monumentalbau verzichten. Doch auch der türkische Präsident könnte einige Erwartungen unterfüllt sehen. So ließ er den Papst schon zu Beginn der Reise wissen, er wünsche sich ein Zeichen des Papstes gegen Islamophobie in Europa. Freilich kann gefragt werden, inwieweit der Papst auf Übersensibilitäten des Präsidenten eingehen wird. Vielleicht erzählt ihm Erdogan auch nochmal die schöne Geschichte, Amerika sei ja eigentlich ein islamischer Kontinent.

Kein Besuch in Auffanglager

Beobachter gehen zudem davon aus, dass der Papst sich zum Thema Flüchtlinge äußern wird. So leben aktuell 1,6 Millionen syrische Flüchtlinge in der Türkei, darunter mehrere tausend Christen. Gerade in diesem Bereich gab es aber schon erste Enttäuschungen. So war von einigen erwartet worden, der Papst werde sich mit Flüchtlingen in einem Auffanglager treffen, wurde bereits eine Absage erteilt.

Links zum Thema:

Ökumene und Dialog (Focus)
Hoffen auf mehr Religionsfreiheit (Domradio)
Papst der Armen in Erdogans Palast (Spiegel Online)

Auf Demut Jetzt dazu:

Beim ökumenischen Patriarchen (Demut Jetzt!)
Franziskus besucht Bartholomaios I. Stärkung des Patriarchen
Papst und Patriarch. Zur Einstimmung auf den Papstbesuch in Istanbul (Demut Jetzt)

Mittwoch, 26. November 2014

Plaßmann-Challenge. Christ, und was macht man da so?

Die katholische Bloggerszene hat die Plaßmann-Challenge ausgerufen. Blogger nehmen dabei Stellung zur Frage "Christ, und was macht man da so?". Ich möchte mich bei der Antwort auf auf drei basale Verben konzentrieren: glauben, hoffen, lieben.

© Thomas Plaßmann
Der Spruch, was man als Christ so macht, erscheint dem Betrachter, der selber Christ ist, natürlich schonmal schräg. Die Kollegin Raschelmaschine vom Blog Gardinenpredigerin hat sich entsprechend zu gelehrten Ausführungen aufgemacht, den Machen-Begriff zu dekonstruieren und kam am Ende zur Erkenntnis, als Christin trage sie in der Kirche einen Hut. So wird sie mich sicher tadeln, da glauben, hoffen und lieben keine Verben im eigentlichen Sinne sind, sondern eher Prinzipien und Gefühle, die sich in konkreten Handlungen entfalten. Ich gehe aber meinethalben flapsig davon aus, auf die Frage, was man so mache, kann man mit jedem Verb antworten, das man mit einem Nomen + machen umschreiben kann: Sich von Gott ein Bild machen – glauben, sich Hoffnung machen - hoffen, Liebe machen – ok, schlechtes Beispiel, das ist der Sex. Dann fangen wir auch damit an, also mit der Liebe.

Der in uns die Liebe entzünde

Liebe gehört zum Christentum. Jesus war kein stoischer Weiser, der sich teilnahmslos – muss ja – hat ans Kreuz schlagen lassen, sondern der Gott-Mensch, der sich aus Liebe hingegeben hat. Liebe oder, als Verb, lieben ist also nicht unmittelbar sichtbar wie der Hut der Mitbloggerin, sondern es ist nur mittelbar erfahrbar in dem, wie sie sich ausdrückt, bei Christus final am Kreuz. Dennoch ist sie ein zielgerichtetes und bewusstes Wirken, das den Menschen und seine Umgebung verändert. Dabei ist gerade das berühmte „Liebe machen“ als freundliche Umschreibung für den Sexualakt mittlerweile euphemistisch, hat es doch in der Wahrnehmung der Gesellschaft immer weniger mit Liebe, sondern immer mehr mit Lust zu tun. Für den Christen ist diese Handlung aber nur dann wertvoll und schön, wenn sie mit von einander liebenden Partnern ausgeführt wird, so wie die Wirkung des Liebens allgemein jede Handlung veredelt.

Diese Veredelung ist beim Christen dem Anspruch nach besonders hoch. Denn der Christ liebt in einer schwierigen Hierarchie: Gott, den Nächsten und sich selbst. In der Regel, da tun wir mal nicht so, geht das eher: Sich selbst, den Nächsten (Familie, Freunde), Gott, die Nächsten (der ganze Rest). Der Christ, so der erste Punkt, liebt also im höchstmöglichen Anspruch von Liebe.

Der in uns die Hoffnung stärke

Der Christ hofft auf Christus. Er hofft auf das, was Christus angekündigt hat: Dass er Auferstehen wird, dass er Wiederkommen wird in Herrlichkeit und zwischenzeitlich bei den Seinen sein wird. Er hofft, all das möge wahr sein, denn nur so kann er sein Leben als Christ wirklich entfalten. Denn wenn er auf Christus hofft, so kann er zugleich auf ein gelingendes Leben hoffen und von daher in Aktion treten. Die Hoffnung auf Christus gibt ihm die Perspektive, aktuelle und spätere Niederlagen und Probleme zu ertragen und durchzustehen, zugleich aber auch, Erfolge sich nicht allein selber zuzuschreiben, sondern die Perspektive des anderen, der ihn begleitet und ihn stützt, zu bewahren und sich als Beschenkter zu wissen. Wer in Gott hingegen nur den großen Uhrmacher sieht, der einmal das Universum aufgezogen hat und sich jetzt bei einem Earl-Grey-Tee (Milch, kein Zucker)den Spass ansieht, der wird nicht als Christ hoffen und handeln können.

Der ins uns den Glauben vermehre

Im Hebräerbrief steht: Glauben ist Festhalten in dem, was man erhofft. Glauben und Hoffen sind also eng aufeinander bezogen. Während sich die Hoffnung vor allem auf das bezieht, was Christus angekündigt hat, bezieht sich der Glaube vor allem auf das, was Christus ist. Weil wir Christus glauben, was er von sich selbst gesagt hat, können wir hoffen, dass sich erfüllt, was er angekündigt hat und weil wir so hoffen, entfaltet sich der Glaube an Christus immer weiter und immer wieder neu in unserem Leben. Im Glauben machen wir uns ein Bild von Jesus und schreiben ihm bestimmte Eigenschaften zu. Es geht dabei aber nicht darum, wie Christus ausgesehen hat, sondern darum, was konnte und wer er war. Wunder konnte er vollbringen, Sünden vergeben und, ganz wichtig, auferstehen. So wies er sich als Gott aus. Nur wenn wir als Christen glauben, dass das stimmt, und Christus diese Macht wirklich zukam und immer noch zukommt, wenn er wirklich Gott ist, dann können wir auch glauben, dass er uns erlösen und in unserem Leben wirkmächtig handeln kann.

Christus ist Orientierungspunkt

Dem geneigten Leser katholischer Provenienz wird sicher aufgefallen sein, dass sich die genannten Begriffe am Rosenkranzgebet orientieren, sodass man auch auf die Plaßmann-Frage die Antwort geben könnte: Noja, wir Katholiken beten den Rosenkranz. Wäre auch richtig. Denn die ersten Gebete des Rosenkranz zeigen, dass es auf die Antwort, was man als Christ so macht, weniger darum geht, was man konkret tut, sondern darum, woran man sich orientiert. Richtet man sich auf Christus und die von ihm bewirkten Tugenden aus oder pfeift man fröhlich drauf, macht keine Liebe mehr, sondern hat nur noch Sex; meditiert man sich ins Nirwana oder hofft man auf die Erlösung durch Christus, daran glaubend, dass im Gottmenschen Jesu die Rettung liegt und nicht bei uns selbst.
Was macht man so als Christ? Sich in Glaube, Hoffnung und Liebe ausrichten auf Christus.

Alle Beiträge der Plaßmann-Challenge hier.

Dienstag, 25. November 2014

Montag, 24. November 2014

Philipp Neri: In der Schule Christi ist nur der vollkommen, der ...

In der Schule Christi ist nur der vollkommen, dem es nichts ausmacht, verachtet zu werden, der noch froh ist, wenn man ihn gering schätzt und der sich selbst für absolut nichtig hält.

Philipp Neri hier.

Samstag, 22. November 2014

Franziskus besucht Bartholomaios I. Stärkung des Patriarchen

Im Besuch von Papst Franziskus beim Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. in Istanbul sehen Beobachter eine Stärkung des Patriarchen gegenüber den anderen Orthodoxen Kirchen und gegenüber den türkischen Staat.

Foto: WikiCommons Pvasiliadis 
Aktuell macht der ökumenische Patriarch seinem Titel alle Ehre und wagt sich im Dialog mit der Katholischen Kirche weit vor. Das wird besonders vom russisch-orthodoxe Patriarchat kritisiert, die mit dem Patriarchat von Konstantinopel um den Einfluss in der Weltorthodoxie ringen. Zwar ist der Ökumenischen Patriarch traditionell das Ehrenoberhaupt der Orthodoxen Kirchen, die meisten Gläubigen und das meiste Geld haben aber die russisch-Orthodoxen. Gerade mit dieser Kirche kommt der ökumenische Dialog trotz zahlreicher Bemühungen Roms indes nicht in Gang.

2016 findet ein panorthodoxes Konzil statt


Die wiederholten Treffen zwischen den Päpsten und den Ökumenischen Patriarchen können daher auch als Stärkung dieses Patriachats gewertet werden. Rom verstärkt die Stellung des Patriarchen, indem er zur zentralen Figur im katholisch-orthodoxen Dialog wird. In diesem Kontext soll eine gemeinsame Erklärung zu den Bemühungen um eine Wiederannäherung von beiden Kirchenoberhäuptern am Andreasfest unterzeichnet werden. Größere Schritte sind aber in den nächsten beiden Jahren nicht zu erwarten. Denn 2016 findet erstmals seit dem letzten ökumenischen Konzil eine gemeinsame Synode der Weltorthodoxie statt, auf der auch dieses Thema behandelt werden soll.

Links zum Thema:

Papstbesuch stärkt Position von Patriarch Bartholomaios (kathweb.at)
Im Spannungsfeld zwischen Asien und Europa (br.de)
Beim ökumenischen Patriarchen (Demut Jetzt!)

Donnerstag, 20. November 2014

Jesuiten. Ein Orden stellt sich die Frage der Berufung

Foto: Jesuiten.org

Die Jesuiten sind noch immer der bedeutendste Orden der Katholischen Kirche. Wie sich die Jesuiten selber sehen, kann man gut an ihrer Info-Zeitschrift "Jesuiten" erkennen. Aktuell beschäftigt sich diese Zeitschrift mit der Frage der Berufung.

Man könnte sich ja die berechtigte Frage stellen, warum man heutzutage noch in einen Orden eintreten sollte und vor allem in den Jesuiten-Orden. Chronisch überaltert, unsoutaniert, für alles offen und nicht ganz dicht.

Gleichzeitig aber sind Jesuiten nach wie vor die Speerspitze des Katholizismus und stoßen in Räume vor, bevor der Rest der Kirche nachkommt. Das sie dabei des Öfteren maximal auf die Fresse fallen, liegt in der Natur der Sache. Sowohl im dogmatisch-lehrmäßigen, im organisatorischen oder im physischen Sinne.

Über zahlreiche Punkte, Problemstellungen und das Leben im Orden mit Blick auf die Berufungsfrage gibt das aktuelle Jesuiten-Heft Auskunft. Interessant auch für alle, die nicht in einen Orden eintreten wollen.

Heft: "Jesuit sein heute? Gerade heute" (Jesuiten.org)

Mittwoch, 19. November 2014

Philipp Neri: Geduld ist wesentlich

Für einen, der Gott dienen will, ist Geduld wesentlich. In Heimsuchungen soll er sich nicht ängstigen, sondern auf Trost warten.

Philipp Neri hier.

Dienstag, 18. November 2014

Neues aus Limburg: Geistlichen Familie "Das Werk" wächst auf dem Domberg

Neues aus Limburg: Der bisherige Küster Theo Minn geht die Rente, seine Position wird von einem Bruder der Geistlichen Familie "Das Werk" übernommen. Damit baut diese junge geistliche Gemeinschaft ihre Präsenz auf dem Domberg aus.

Theo Minn war 19 Jahre lang am Limburger Dom tätig, zunächst als Domschweizer, später dann als Küster. In Limburg war er über alle Wirren, die es in den letzten Jahren auf dem Domberg gab, eine ebenso geachtet wie beliebte Gestalt.
Bruder Elmar Moosbrugger, der seinen Posten übernehmen wird,stammt aus Bezau/Voraalberg in Österreich und war in den letzten Jahren in Rom tätig, wo er unter anderem einer der offiziellen Führer für die Ausgrabungen am Petrusgrab und in den römischen Katakomben von San Sebastiano war. Seine Ausbildung zum Küster hat er 1993 im Erzbistum München-Freising gemacht.

Damit nimmt die Präsenz der Geistlichen Familie auf dem Domberg zu. Die beiden Schwestern, die seit einigen Jahren die Führungen im Dom betreuen, gehören bereits dieser Gemeinschaft an und wurden mittlerweile um eine weitere Schwester verstärkt, die als Alten- und Pflegeschwester aktiv ist. Da Bruder Elmar Moosbrugger in der großen Küsterwohnung über der Sakristei wohnen wird und die Gemeinschaft eigentlich vorsieht, dass die Mitglieder nicht alleine leben sollen, wird vielleicht in einigen Jahren ein weiterer Bruder oder Pater auf den Domberg entsendet, wenn dazu die Möglichkeit besteht. Mit dem Abzug der Dernbacher Schwestern, die zuvor die Bischofsresidenz versorgten, ist "Das Werk" aktuell die einzige geistliche Gemeinschaft in der Limburger Altstadt.

Geistliche Familie "Das Werk" in der Kritik


Die Geistliche Familie "Das Werk" ist im weiteren Sinne den Movimenti zuzuordnen. Wenngleich es sich, anders als die meisten Gemeinschaften dieses Typs, bereits vor dem Vatikanum II gegründet hat, trägt es viele Züge dieses Aufbruches: Von den klassischen Orden abweichende Strukturen, eine starke charismatische Dimension, enge Bindung zwischen Priestern, Schwestern und Laien und gewisse Probleme des jungen Aufbruches. So unterstellen ehemalige Mitglieder der Gemeinschaft sektenähnliche Strukturen. Vor Kurzem gab es eine apostolische Visitation wegen Missbrauchsvorwürfen, die von der Gemeinschaft mittlerweile eingeräumt wurden. Die Ergebnisse der Visitation liegen allerdings noch nicht vor.

Links zum Thema:

Neuer Küster im Dom (NNP)
'Das Werk' nimmt zu Vorwürfen von Ex-Schwester Stellung (kath.net)
Das Werk: Aussteiger erheben schwere Vorwürfe (ORF)
Stellungnahme zur Veröffentlichung des Buches „Nicht mehr ich“ von Frau Doris Wagner (daswerk-fso.org)

Montag, 17. November 2014

He is back. Der Kreuzknappe bloggt wieder

Große Aufregung war in letzter Zeit in der katholischen Bloggerszene. Zum einen wegen der Robusta-Wahl, zum anderen weil der Kreuzknappe aufgehört hatte.

Glücklicherweise nicht für lange. Von seinen Fans bestürmt, hat er, nachdem er in sich gegangen ist, wieder mit dem Bloggen begonnen.

So rufen wir ihm zu: Willkommen zurück und frohes weiterbloggen.

Sonntag, 16. November 2014

Kardinal Burke-Compilation

Kardinal Burke wurde im Vatikan zurückgestuft. Als Trost für alle Burke-Fans gibt es daher diese Woche eine total unprotzige Burke-Compilation

Roms größter moderner Protz-Bischof vor dem Bild eines Bettelmönches. 
Die Spannung von Kirche in einem Bild.


Diese schönen roten Umhänge. Immer elegant.


Mehr Stoff geht natürlich immer.


Violett steht ihm auch sehr gut.


Wehe, ich kriege einen Kühlschrank


Na komm, das Bild ist doch einfach schön.


Auch durch Qualm nicht abzuschrecken


Und als letztes mein Lieblingsbild. Sagt das nicht geradezu: Stellt mal die Vase weg, sonst guckt keiner zu mir.


Samstag, 15. November 2014

Osters neue Bude: Ein Shootingstar zeigt seine Wohnung

Der Bischof von Passau, Stefan Oster, hat erstmals den Medien seine neue Wohnung gezeigt.

Wie bereits angekündigt, wird er hier mit einer WG wohnen. Das sollen jedoch keine Schwestern sein, wie bei vielen anderen Bischöfen, sondern alte Freunden und Bekannte. Der Bischof ist also nicht von helfenden Geistern umgeben. Allerdings haben die alle Mitglieder der WG Aufgaben im kirchlichen Bereich. Dennoch erprobt Bischof Oster damit ein neues Modell für Bischofswohnungen in Deutschland.



Links zum Thema:

Oster stellt seine Mitbewohner vor (br.de)
Beten und abwaschen (Süddeutsche)

Freitag, 14. November 2014

Die Mauer war die DDR

Als vor 25 Jahren die Mauer in Berlin fiel, war das der emotionalste Moment der Wiedervereinigung in Ost und West. Denn mit der Mauer ist mehr gefallen als nur eine Betonwand. Mit ihr wurde gleichsam die alte DDR von der eigenen Bevölkerung eingerissen.

Foto: WikiCommons Jurek Durczak, zugeschnitten

Der antifaschistische Schutzwall: Identifikationsobjekt der DDR-Elite


Die Mauer war das aufschlussreichste Objekt der DDR-Elite und ihre eigentlichste Schöpfung. Niemals zuvor und niemals danach hat sich ein Regime so sehr an eine bestimmte Grenze gebunden, abgesehen vielleicht von der großen chinesischen Mauer. Erich Honecker, der damals noch die DDR in seinen greisen Händen hielt, hatte einst, als er noch jünger und auf dem Weg zur Macht war, die Mauer als sein ‚Gesellenstück‘ errichtet. Und sie verkörperte alles, was Honecker und mit ihm die vergreisende Elite dachte: Die eigene Bevölkerung wegzusperren, zu kontrollieren, mit technischer, nüchtern-preussischer Effizienz und in der Einstellung, hier kein Unrecht zu tun, sondern sich gegen ein faschistisch-kapitalistisches Regime im Westen zu verteidigen. Denn die meisten Politbüromitglieder, wie Honecker und Mielke, waren bereits im Dritten Reich gegen den Nationalsozialismus aktiv gewesen und setzten diesen Kampf, so ihre Meinung, mit der Mauer fort.

Die Gefängnismauer: Das Hassobjekt der Bevölkerung


Doch außerhalb der Partei- und Stasikader gab es keine Sympathie für die Mauer. Die Bevölkerung der DDR sah in ihr nichts als eine Gefängnismauer, mit der sie in einer großen, immer mehr abgewirtschafteten Besserungsanstalt festgehalten wurden. Diesen neuen, sozialistischen Menschen wollte das Regime mit Indoktrination und Gewalt erzwingen. Je länger die DDR währte, umso mehr legte sich dieser Filz der Kontrollwut und des Spitzelsystems über die Bevölkerung. Kein sozialistisches Land hatte jemals eine so hohe Dichte an Sicherheitspersonal wie die DDR, für keine war das Gefühl, der Stasi ausgeliefert und systematisch eingesperrt zu sein, so prägend.

Die Grenze: Das Symbol der Teilung


Neben dem Blick des Ostens gab es indes noch den Blick des Westens. Für diesen war die Mauer vor allem eine Grenze. Und zwar eine massive Grenze, die mitten durch eine Stadt lief. Das machte sie präsenter, symbolisch aufgeladener als die anderen Grenzen der DDR, die gleichsam gut gesichert und mit Selbstschussanlagen ausgerüstet, den Westdeutschen jedoch zumeist nur von Klassenausflügen in den Osten bewusst waren. ‚Die Grenze‘, das war ‚die Mauer‘. Zugleich zeigte gerade die Mauer, welche Operettenhaftigkeit die DDR an ihrem Ende für die Westbevölkerung hatte. Denn während sie für die Menschen im Osten ein unüberwindlicher Todesstreifen war, bedeutete die Mauer für die Westberliner ein eher harmloses Objekt ihres Alltags und für Jugendliche eine beliebte Sprayfläche. Der Sozialismus, verkörpert durch die DDR, war Teil der westlichen Lebenswirklichkeit geworden. Jenseits der Mauer konnte die DDR jedoch westwärts keine Furcht mehr auslösten.

Die Mauer muss weg 


So weinte man in Ost und West, als das Volk der DDR sich der Mauer und damit ihres Staates bemächtigte. Die Mauer wurde gegen die Menschen in Ost und West hochgezogen, hatte sie getrennt, eingeschlossen und war zum Fetisch des Regimes geworden, dass so viel Material in ihr verbaute, dass man damit zehntausende Wohnungen hätten bauen können. So fiel mit ihrer Mauer die alte Elite, vielen die Ängste und brachen die Hoffnungen und Träume eines ganzen Volkes wieder aus. Denn wenn die Mauer fallen konnte, dann war nichts unmöglich. Auch nicht die Einheit. Die ein Jahr später neben den Resten der Mauer gefeiert wurde.

Weitere Religiöse Orte auf hinsehen.net

Donnerstag, 13. November 2014

Beim ökumenischen Patriarchen. Papst Franziskus besucht Bartholomaios I.

In wenigen Wochen wird Papst Franziskus den Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., in Istanbul besuchen. Damit soll die Zusammenarbeit gefestigt und ausgebaut werden, was gerade bei diesen beiden Kirchen möglich ist.

Foto: WikiCommons Nir Hason hier

Gegenseitige Besuche zwischen dem römischen Papst und dem ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel haben keinen Seltenheitswert mehr. Nachdem sich mit Paul VI. und Athenagoras I. erstmals die beiden Patriarchen der West- und der Ostkirche persönlich getroffen haben, sind die Beziehungen immer weiter intensiviert worden. Denn anders als der Patriarch von Moskau ist man im politisch schwächeren Konstantinopel wesentlich ökumenefreudiger.

Gerade die Zusammenarbeit und die Ökumene zwischen den beiden Kirchen war bereits ein Schlüsselthema im Pontifikat Benedikts XVI. Die größte Frucht dieser Bemühung um Annäherung fiel dann Franziskus in den Schoss, als Patriarch Bartholomaios bei Amtseinführung des Papstes dabei war. Seitdem haben sich die beiden Kirchenoberen mehrfach getroffen, in Rom sowie in Jerusalem. Ende November wird der Gegenbesuch des Papstes in Konstantinopel erfolgen.

Ökumene zuerst mit den Orthodoxen

In Deutschland wird mit dem Ökumene-Begriff in der Regel die Ökumene zwischen der Katholischen Kirche und den Protestantischen Gemeinschaften verstanden, mitunter auch die Weltökumene mit allen Religionen. Theologisch ist hingegen die Zusammenarbeit mit den Orthodoxen Kirchen naheliegender. Beide erkennen sich gegenseitig als Kirchen an, beide kennen sie die Siebenzahl der Sakramente, beide Kirchen besitzen die apostolische Sukzession. Wenn überhaupt, dann wird Ökumene zuerst mit den Orthodoxen gelingen und wenn sie mit den Orthodoxen gelingt, dann als erstes mit dem Patriarchen von Konstantinopel.

Gerade im Hinblick auf die Situation im Nahen Osten, wo gerade Katholiken (in verschiedenen Riten) und ostkirchliche Christen von Verfolgungen betroffen sind, ist eine Zusammenarbeit der beiden Kirchen dringend notwendig und ermahnt uns Katholiken in Deutschland zu einer ökumenischen Solidarität.

Links zum Thema:

Petrus besucht vor allem Andreas (Tagespost)
"Christen im Mittleren Osten schützen" (Kurier)
Christliche Solidarität ist angesagt (kath.de)

Mittwoch, 12. November 2014

Robusta-Preis: (Für uns) abstimmen!

Wie in der Blogoezese bekannt, läuft in diesen Tagen die Abstimmung für den Robusta-Preis der katholischen Bloggerszene aus.

Zu Verwunderung der Redaktion wurde auch Demut Jetzt für zwei Kategorien, nämlich Dialog und Zwerchfell, nominiert. Wenngleich die Redaktion nicht davon ausgeht, gegen die hervorragenden Mitblogger anstinken zu können, da wir alle total unasketisch regelmäßig duschen, möchten wir unsere Leser dennoch auf die Möglichkeit hinweisen, für diesen Blog in den genannten Kategorien abstimmen zu können. Zur Abstimmung geht es hier lang. Am 15. November ist Schluss.

Solltet ihr natürlich einen Blog in den Listen noch viel besser finden als Demut Jetzt, könnt ihr natürlich auch für diesen abstimmen. Unsere IT hat sich bereits in das Klosterneuburger System gehackt und wird alle unsere abtrünnigen Leser vermerken.

Montag, 10. November 2014

Franziskus braucht keinen 'konservativen Gegenspieler'. Zur Entlassung von Kardinal Burke

Foto: Summorum Pontificium
Papst Franziskus hat im Vatikan mehre Stellen neu besetzt, darunter auch den Chefposten der Apostolischen Signatur, auf dem bisher Kardinal Burke saß. Das Umräumen geht also weiter und das Interpretieren auch.

Während für den größten Teil der Medienschaffenden und der progressive Katholiken der erzwungene Abgang des großen Cappa Magna-Trägers eine Freudenfest ist, bekommen die konservativen Katholiken, besonders die Tradis, Schnappatmung. Allerdings warne ich davor, in dieser Personalie den endgültigen progressiven Sündenfall des Papstes zu sehen.

Der Papst päppelt die Progressiven

Zum Ersten kam der Schritt nicht überraschend. Kardinal Burke hat in der letzten Zeit schon mehrfach die Vermutung geäußert, bald von seinem Posten beim Kirchengericht abberufen zu werden. Und er hat auch nichts getan, um diese Abberufung zu verhindern. Seine klaren, aber auch mitunter sehr scharfen Äußerungen haben gezeigt, dass er zum Konflikt mit der progressiven Fraktion an der Kurie bereit ist. Und da Papst Franziskus diese Fraktion aktuell päppelt, war das Ergebnis vorhersehbar.

Burke bleibt Kurienkardinal

Zum Zweiten bleibt Burke Kurienkardinal. Zwar nur noch auf einem drittklassigen Posten als Kardinalpatron des Malteserordens. Was ein römischer Titel für einen Grüß-Gott-August ist. Aber immerhin hat er nicht irgendeinen Job in einem Dritte-Welt-Land bekommen, wo er gar nichts mehr zu sagen hat und in der Versenkung verschwindet. Jeder weiss, dass es neben der offiziellen auch eine inoffizielle Hirarchie in Rom gibt und die funktioniert am Besten bei Anwesenheit. In Rom sitzend, kann sich Burke nach wie vor für seine Anliegen stark machen. Wenn auch weniger gut als zuvor.

Neuer Chef, neue Personalpolitik

Zum Dritten sind Umbildungen in Strukturen durchaus üblich, wenn ein neuer Chef kommt. Und Franziskus macht sowas eben wie ein Jesuit: Langsam, systematisch, gründlich. Das ist aus seiner Warte auch nötig. Denn auf übergroße Liebe ist er im Vatikan nie gestoßen, weder als Erzbischof von Buenos Aires noch als Papst. Zudem ist das oberste Kurienpersonal stark durch das Doppel-Pontifikat Johannes Paul II. und Benedikt XVI. geprägt. Abgesehen von Nuancen ist es in über 30 Jahren zu keinen wesentlichen Veränderungen in der grundsätzlichen Personalpolitik gekommen, da die die beiden Vorgänger von Franziskus doch weitgehend auf einer Linie lagen. Franziskus ist jetzt ein anderer Typ und baut daher schrittweise die Kurie nach seinen Vorstellungen um.

Der Papst ist 'Reizfigur' genug

Die Panik und die Freudenfeuer, die an einigen Orten nach der Absetzung Kardinal Burkes umgehen, hängen daher weniger mit dem Papst zusammen, als mit dem Kardinal selber. Burke ist eine Reizfigur, er weiss das und es macht ihm nichts aus. Sowohl in seinem liturgischen Auftreten als auch in seinen theologischen Äußerungen ist er wahlweise der Gott-sei-bei-Uns oder der Fels in der Brandung. Gegen ihn wirkt Kardinal Müller geradezu lieb, chillig und liberal. Reizfiguren darf es aber nicht zuviele an einem Ort geben. Nachdem Papst Franziskus selber schon eine ist, braucht er keinen 'konservativen Gegenspieler' auf einer bedeutenden Position. Deswegen wurde Kardinal Burke kaltgestellt. Der Vatikan wird damit im Führungspersonal etwas liberaler. Das muss einem nicht gefallen. Es ist aber Teil dieses Pontifikates.

Links zum Thema:
Kardinal Burke wird Papst-Vertreter beim Malteserorden (kath.de)
Stühlerücken im Vatikan (Domradio)
Kurienreform: Postenrochade im Vatikan (ORF)

Vom Wert der Ruhe

Ein Altvater sagte: Um alles muß sich ein Mönch die Ruhe erkaufen und darf es nicht beachten, wenn er dabei auch einen leiblichen Schaden erleidet.

Weisung der Väter, Spruch 984.

Sonntag, 9. November 2014

Der Kreuzknappe gibt den Schild ab

Heute endet eine Ära der deutschen katholischen Bloggerszene: Der Kreuzknappe hört auf

Seit vielen Jahren hat er uns zuerst als Predigtgärtner, dann als Kreuzknappe auf dem laufenden Gehalten über Wichtiges in der Orts- und Weltkirche, hat uns mit seinen Videos und Karikaturen erheitert und mit seinen Links leichte Orientierung geboten. Wir wollen auch nicht vergessen, dass seine Bloggerliste das wichtigste Nachschlagewerk der Blogoezese ist und diese wesentlich mit "konstruiert" hat. 

Doch die aktuellen Ereignisse sind dem Kreuzknappen zu viel geworden. Man muss, gerade als Konservativer, unter Papst Franziskus einiges aushalten. Das trifft gerade die besonders Engagierten. Der Kreuzknappe hat jetzt daraus die Konsequenzen gezogen und zieht sich zurück. Nach seinen eigenen Worten wechselt er vom Schreib- in den Gebetsmodus. Das wollen wir nicht vergessen. Auch für diese Aufgabe ein herzliches:

Danke Kreuzknappe!

Pacelli gemalt

Bildquelle hier.

Donnerstag, 6. November 2014

Philipp Neri: Der Heilige und das Unrecht

Harte Kost:

Wer wirklich ein Heiliger werden will, darf sich niemals verteidigen, außer in wenigen Fällen, sondern muß sich immer im Unrecht fühlen, auch wenn das, was gegen ihn vorgebracht wird, unwahr ist.

Philipp Neri hier.

Mittwoch, 5. November 2014

Philipp Neri zum Nachgrübeln

Die Heiligkeit eines Menschen liegt in Drei-Fingers-Breite (dabei berührte Philipp seine Stirn.), d.h. in der Abtötung des Rationalen, weiches gerne über alle Dinge nachgrübelt.

Philipp Neri hier.

Dienstag, 4. November 2014

Priester mit Krawatte, Laien in Kasel: Geht so missionarisch Kirche sein?

Foto: Paramente
Früher war alles einfacher: Der Priester trug Kollar und Kasel, der Laie Schlips und keine Kasel. Heute aber ist alles anders, weil die Priester keine Priester, die Laien aber keine Laien mehr sein sollen.

Neulich wurde mir berichtet, mein alter Pfarrer sei auf einem Unternehmertag gesichtet worden. Das war allerdings für die meisten Teilnehmer nicht ersichtlich. Nicht, dass hier der Ex-Dompfarrer rumlief, sondern dass überhaupt ein Priester da rumlief. Es sei denn, wenn man schlechtsitzende Anzüge als neues priesterliches Erkennungszeichen ansehen würde - worauf man mit Blick auf viele Pfarrer allerdings durchaus kommen könnte.

Gleichzeitig kocht in der Diözese Linz ein Skandal hoch, weil ein Laie bei einem Gottesdienst eine Kasel trug, also ein liturgisches, priesterliches Kleidungsstück. Hätte nur noch gefehlt, dass der Pfarrer in Sackalbe daneben steht, aber so doll werden sie es wohl dann doch nicht getrieben haben. Von anderen Kabalen aus Österreich, etwa einer pseudo-zelebrierenden Wir-sind-Kirche-Vorsitzenden, sei an dieser Stelle diskret geschwiegen.

Fällt etwas auf? Genau, Priester sehen immer weniger wie Priester aus und Laien dafür immer weniger wie Laien. Offenbar gemäß der Taktik, wir treffen uns in der Mitte. Im alltäglichen Geschäft sehen alle wie alle aus, in der Messe alle wie Priester, oder wenigstens alle, die eine theologische Ausbildung haben. Die Exklusive des Priester, für alle immer erkennbar zu sein, wird damit aufgehoben.

Das kann man gut finden. Denn es erspart den Laien Minderwertigkeitskomplexe und dem Priester die Arbeit, im Stadtbild von Fremden angesprochen zu werden, die etwas von ihm wollen. Seelsorge wird damit zum Privileg der wenigen eingeweihten und gleichen Gemeindemitglieder.
Der Limburger Altbischof Kamphaus riet seinen Priestern gerne: Du sollst im Stadtbild sichtbar sein. Einen zelebrierenden Laien oder laienhaften Zelebrierenden aber erkennt man nicht, weder innerhalb noch außerhalb der Kirche. Missionarisch Kirche sein, das geht anders.

Montag, 3. November 2014

Limburg: WG zieht in Bischofsresidenz

Limburg (INA) Das Bistum Limburg reagierte auf die neuesten Meldungen aus Passau. Nachdem Bischof Oster in eine WG mit mehreren Bekannten ziehen will, werde auch die aktuelle Limburger Bistumsführung dem nacheifern, erklärte die Pressestelle. Weihbischof Grothe, Wolfang Rösch und Günther Geiss werden bis Weihnachten in die Bischofsresidenz ziehen. Als weiteres Mitglied komme Daniel Deckers hinzu. Außerdem suche man noch ein Mitglied von Wir-Sind-Kirche und einen Spiegel-Journalisten, erklärte das Bistum. Man sei zuversichtlich, auf diese Weise neues Vertrauen schaffen und die Residenz sinnvoll nutzen zu können.

2014 Ignaz' Nachrichten Agentur: Unfehlbare Satire aus aller Welt.

Freitag, 31. Oktober 2014

Die FAMA: Sagt mal, was hab ich denn getrunken

Die FAMA, die feministisch-theologische Zeitschrift der Schweiz, gehört zu den Zeitungen, die ich normalerweise niemals kennen würde. So verdanke ich es einem Hinweis der Gardinenpredigerin, auf dieses Alpengewächs aufmerksam geworden zu sein.

Denn abstruse Zeitschriften gibt es ja nun wie Sand am Meer, und so wäre auch dieses Organ der Erwähnung kaum wert. Doch nimmt sich die Startseite so köstlich aus, dass ich hier darauf aufmerksam machen möchte. Denn offenbar scheint diese Zeitschrift seit 30 Jahren ihr Unwesen in den Alpentälern zu treiben und sie hat daher prominente Stimmen gesucht, die eine knappe Panegyrik auf sie verfassen. Dabei heraus kam etwas, von dem ich nicht so ganz wusste, was ich davon halten soll.

Einige der Beiträge lesen sich, als hätte ich des Abends mit meiner Gender-Freundin gezecht und anschließend den Beitrag im Delirium geschrieben. Was nicht sein kann, weil sie mich unter den Tisch saufen würde, und das wäre unmännlich. Also habe ich mir nochmal überlegt, ob das ernst gemeint sein kann und war mir dann sicher, die meinen es wirklich so. Und das beruhigt mich. Denn wer solche Antworten kriegt auf "sagt mal, wie euch die Zeitschrift gefällt", der muss sich keine Sorgen darüber machen, dass die Zeitschrift von Normalsterblichen gelesen wird.
Viel Glück also FAMA, auf weitere 30 Jahre, in denen sich niemand für euch interessiert.

Zur Seite hier.

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Robusta-Sondernewsticker: Abschottung von Klosterneuburg geplant

Wien (INA) Am Mittwoch gründete sich in Wien die "Volksfront gegen klerikale Bloggerbeweihräucherung", kurz VgkB. Zur ewigen Präsidentin wurde Frau Univ.-Prof. Dr. Dr. hc. Wilhelmine Küsselbecker gewählt. Küsselbecker kündigte an, die "Pseudoabstimmung von dummen Schafen, die unter dunkelkatholischer Terrorherrschaft stehen", wirkmächtig zu verhindern. In einem ersten Schritt würden die Leitungen zum Stift Klosterneuburg gekappt, um auf diese Weise die "Einflüsterungen des mozettageschmückten Hasspredigers und seiner pimpfsympathischen Schergen" zu unterbinden.

2014 Ignaz' Nachrichten Agentur: Unfehlbare Satire aus aller Welt.

Dienstag, 28. Oktober 2014

Apple-Tempel

Die meisten Konzerne haben Geschäfte, in denen sie ihre Waren verkaufen können. Apple hingegen hat Tempel, die Schauplatz des Apple-Kultes sind. Wie nur wenige andere Architekturen haben die Apple-Tempel einen hohen Wiedererkennungswert und einen durchgestylten Aufbau, ganz dazu geschaffen, dem Kunden ein ganzheitliches Erlebnis des Kultproduktes Apple zu schaffen.

Das erste, was einem auffällt, wenn man den Frankfurter Apple-Tempel sieht, ist die große Glasfassade. Auf der kompletten Front der beiden Stockwerke ist der Raum durchgehend einsehbar. Hier gibt es bereits das erste Versprechen von Apple: Wir bieten dir maximale Transparenz.

Du kannst keine Fehler machen

Wenn man dann das Erdgeschoss durch den Eingangsbereich betritt, erblickt man einen fast karg möblierten, nüchtern gestalteten Raum. Die Farben sind hell, die Kanten klar, seriöse Blau- und nüchterne Weißtöne dominieren. Die Tische stehen hier für den Kunden Spalier. Die Produkte – I-Phone, I-Pad und Macbook – sind in dieser Reihenfolge vom Eingang aus aufgereiht. Apple macht ca. 50% seines Gewinns mit dem I-Phone, entsprechend sieht der Kunde dieses Produkt zuerst. Die Botschaft von Apple: Wir bieten dir genau das, was du brauchst, klar und gut strukturiert, hier kannst du keine Fehler machen, bei uns bist du gut aufgehoben.

Eingang in eine digitale Welt

Wenn man dann die Reihen durchgeht, erkennt man, dass es hier keine Schilder gibt, die die Produkte benennen. Die Produktbeschreibung geht aus Tablets hervor, die neben den Objekten angebracht sind. Dort kann man dann den Preis, die Fähigkeiten und den Service erfahren, sowohl der benannten Produkte als auch des anzeigenden Tablets selber, das man nebenbei mal kennenlernt. Der potentielle Käufer wird also ganz in eine Welt der Technik gezogen, die jedem analogen Aspekt entkleidet ist und ganz auf den digitalen Apple-Kosmos setzt.

Keine Angestellten, sondern Specialists

Zu diesem Kosmos gehören auch die Angestellten. Die heißen aber natürlich nicht Angestellte oder Verkäufer, sondern Specialists. Denn hier soll ja kein Produkt verkauft werden, sondern hier werden die Apple-Jünger von Profis beraten, wie man optimal mit dem Kultobjekt arbeiten kann. Dazu passt auch die Kleidung. Alle haben ein blaues Shirt an, passend zur Wand. Und anstelle der klassischen Namensschilder haben die Specialists Kärtchen um den Hals hängen, die an die ‘Hundemarken’ der Militärs erinnern könnten, wohl aber ein I-Phone oder einen I-Pod darstellen sollen. Apple suggeriert dem Kunden auch hier das Besondere, das Einzigartige seiner Welt, zugleich aber auch das dem normalen Geschäftlichen entkleidete.

Individuelle Ausgestaltung des Kultes

Über eine gläserne Wendeltreppe schreitet der Jünger dann in den zweiten Stock. Nachdem er im Erdgeschoss das Produkt in all seiner modernen Klarheit erworben hat, ermöglicht ihm Apple, Zusatzprodukte zu kaufen. Diese durchbrechen die Nüchternheit des Urobjektes und sind so bunt wie das Leben. Hüllen, Taschen, Kabel, Touch-Stifte in allen Formen und Farben kann der Jünger hier mitnehmen, um seinen Kult individuell pflegen zu können.

Das teuerste Produkt betont am wenigsten das Geld

Bezeichnenderweise zeigt einem der Apple-Tempel alles in größter Offensichtlichkeit und auf den ersten Blick. Außer der Kasse. Diese fügt sich so unauffällig in den Raum, dass sie quasi unsichtbar ist. Es ist die Entkleidung des Kultes vom monetären Kontext. Apple, die mit Abstand teuerste Marke im Online-Bereich, ist zugleich jene, die Geld am nachrangigsten zu behandeln scheint. Der Jünger soll möglichst wenig mit den Kosten behelligt werden, er soll eintauchen in die Apple-Welt, der stupide Bezahlvorgang soll ihn psychologisch möglichst wenig in Anspruch nehmen.

Apple-Store als lokales Kultzentrum

So bietet Apple in seinen Tempeln weniger ein Produkt an als einen – das Leben formenden – Kult. Dessen Versprechen sind Klarheit, Effizienz und Ganzheitlichkeit, dessen Kultobjekt ist der über allem thronende Apfel, dessen Priester sind die in einen Habit gekleideten Kultspezialisten, dessen Jünger können sich aufgehoben fühlen in die unhintergehbare Verheißung, das richtige, das bestmögliche Produkt erworben zu haben. So schafft Apple, immer wieder gehyped durch medial omnipräsente Hochämter der Apple-Spitze, ein Format, das religiöse Züge trägt und einen Kult, dessen lokale Zentren die Apple-Tempel sind.

Weitere religiöse Orte bei hinsehen.net hier.

Montag, 27. Oktober 2014

Neues aus Limburg: Pressegezwitscher zu einem Jahr ohne Tebartz-van Elst


Seit gut einem Jahr ist Bischof Tebartz-van Elst nicht mehr im Bistum Limburg aktiv, Rösch als Generalvikar im Dienst und seit einigen Monaten arbeitet Weihbischof Grothe auf die Normalisierung im Bistum hin.


Diese Gelegenheit nutzen die Medien natürlich intensiv, sich mit den neuen Chefs in Limburg zu beschäftigen. Meldungen fallen dabei allenthalben positiv aus. Menschlich freundlich, organisatorisch offener, kommunikativ transparent sind Stichworte, die des Öfteren fallen. An dieser Stelle gebe ich hier erstmal eine kleine Liste von Artikeln an, bis ich im Laufe der Woche dazu komme, meinen Senf intensiver dazu zu geben:

Schwierige Themen werden angepackt hier (Welt)
Abschied von der Taktik hier (FAZ)
Der Ko-Regisseur der Diözese hier (FAZ)
Lob für Bistums-Leitung hier (FNP)

Dienstag, 21. Oktober 2014

Urlaub

Als hart arbeitende Redaktion braucht man auch mal Urlaub. Daher fahren wir alle bis Sonntag nach Wien. Da Ignaz leider seinen Arbeitsvertrag gelesen hat, müssen wir ihn auch mitnehmen. Daher wird auf diesem Blog die Tätigkeit bis Sonntag eingestellt.

Im Auftrag der Redaktion

Antonia Richardis - Sekretärin

Robusta-Sondernewsticker

Wien (INA) In Wien hat zum Start der Wahl der Robusta-2014 die Initiative "Anti-Robusta - gegen Hass, für Menschenrechte und Demokratie in Kirche und Gesellschaft" den ersten Teil ihres Gegen-Programm vorgestellt. Die Sprecherin der Initative erklärte:
"Wir verstehen unser Programm nicht als Anklage gegen die fehlgeleiteten Hassblogger, die von klerikalem Willkürterror so traumatisiert sind, dass sie gar nicht anders können, als Hass und Gewalt zu predigen gegen alle, die nicht ihrer Meinung sind und das Schild der wahren Toleranz und Nächstenliebe hochhalten. Wir wollen daher ein Aussteigerprogramm für all jene anbieten, die sich endlich zum Besseren bekehren und sich der Verkündigung der Liebe des jesuanisch-buddhistischen Allwesens anschließen wollen. Alle anderen, die unser großzügiges Angebot nicht annehmen wollen, seien aber darauf hingewiesen, dass wir gegen niemanden Gnade walten lassen werden, der es wagt, gegen unsere tolerante Haltung zu sein und uns durch die Teilnahme an der Preisverleihung zu scharfen Selbstverteidigungsmaßnahmen zu nötigen.
2014 Ignaz' Nachrichten Agentur: Unfehlbare Satire aus aller Welt.

Montag, 20. Oktober 2014

Neues aus Limburg: Grothe on Tour und alle freuen sich

Wiki Commons Pressestelle EGV
Weihbischof Grothe, der Apostolische Administrator des Bistums Limburg, ist aktuell auf Grand Tour durch die Diözese und wirklich alle scheinen restlos vom ihm begeistert. 

Fast ein Jahr ist es her, dass Bischof Tebartz-van Elst beurlaubt wurde, aber nach wie vor schwelen alte Probleme  vor sich hin. Neben der "Stimmung" im Bistum sind es vor allem die Reformen, die der Altbischof angestoßen hat, die für Unzufriedenheit sorgen. Zwar hört man aus den meisten Bistumsleitungen rundherum, dass Vorgehen von Tebartz-van Elst bei der Neustrukturierung des Bistums gehöre mit zu den besten Ansätzen, die es in der deutschen Bistumslandschaft gegeben habe, doch das tangiert die Verantwortlichen vor Ort natürlich nicht.

Tebartz-van Elsts Reformen auf dem Prüfstand

Faktisch möchten viele von ihnen die "Pfarreien neuen Typs" neu aufgerollt sehen. Zwar ließ der Altbischof bzgl. des Zuschnittes der Pfarreien mit sich reden, an der angepeilten Zahl hielt er aber fest. Was organisatorisch sinnvoll ist, weil es Sicherheit schafft, wikte aber aus der Ortsperspektive wie eine restriktive Vorgabe gegen liebgewordene Gewohnheiten und Sonderwünsche.

Grothe nährt neue Hoffnungen

Mit dem Apostolischen Administrator verbinden sich jetzt neue Hoffnungen, die eigenen Wünsche durchzukriegen. Und Grothe signalisiert auch erstmal Gesprächsbereitschaft. Denn er muss das Bistum ja erst einmal kennenlernen, um abschätzen zu können, wo was noch geändert werden kann und sollte. Als erfahrene Führungskraft lässt er daher erst einmal alles offen, um den Menschen vor Ort unvoreingenommener zuhören zu können.

Mosern gilt im Bistum als Tugend

Leider verstehen manche diese Offenheit etwas fehl. Denn im Bistum Limburg gilt Mosern seit langem als besondere Tugend unter Hauptamtlichen.Aber nur weil berechtigte Kritik aussprechen zu können eine gute Eigenschaft für eine Verwaltung ist, gehört Alles-besser-wissen nicht zur Qualifikation, die man sich als Chef von den Angestellten wünscht.

Probleme miteinander lösen

Weihbischof Grothe ist aber zu klug und wohl auch zu höflich, um sich den Unsinn anmerken zu lassen, den er mitunter zu hören bekommt. Es zeichnet eine gute Führungskraft aus, selbst aus solchen Aussagen konstruktive Schlüsse ziehen zu können. Wenn es dann noch Leute gibt, die wirklich für das ganze Bistum arbeiten und nicht nur ihren Claum verteidigen wollen, kann es mittelfristig gelingen, mit den anstehenden Probleme, so Grothe,
„im Miteinander zu Lösungen zu kommen. Das ist das, was wir uns wünschen.“
Kreisblatt-Artikel hier

Samstag, 18. Oktober 2014

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Nicht-katholisch-sein nach Klaus Mertes

Zu den größten Übeln des innerkatholischen Diskurses gehört die Neigung, sich gegenseitig das katholisch-sein abzusprechen. In die lange Reihe der hierzu Berufenen hat sich nunmehr auch der prominente Jesuit Klaus Mertes eingereiht. In der neuesten Ausgabe der Zeitschrift Jesuiten rechnet er daher machtvoll mit den Rechtskatholiken ab und definiert in diesem Kontext, was alles nicht katholisch ist.

Nach Pater Mertes sind all jene nicht katholisch, die Mauern zwischen anderen Personen und Gruppen aufbauen, die über andere richten und die andere möglichst übelst beschimpfen. Aus seiner Sicht fallen unter diese Beschreibung alle Personen, die in irgendeiner Weise mit rechtem Gedankengut in Verbindung gebracht werden können.

kreuz.net ist natürlich nicht katholisch

Zunächst steigt Mertes geradezu sanft ein, indem er erstmal über kreuz.net herzieht und die dortigen Autoren als nicht katholisch abqualifiziert. Gegen kreuz.net zu wettern ist erstmal nicht schwer, denn kein Mensch bei Verstand und mit moralischem Empfinden kann die Gülle befürworten, die früher auf kreuz.net üblicherweise ausgegossen wurde. Dabei spricht Pater Mertes natürlich auch einen bestimmten Fall an, den er, ein netter Kerl wie er halt ist, nicht namentlich nennt. Aber wer googeln kann, kommt auch so drauf. Gemeint ist Pfarrer Jolie, der mit kreuz.net in Verbindung gebracht wurde - zurecht - und sein Einsehen bekannt hat. Was natürlich aus Sicht von Pater Mertes nicht ausreicht, denn er hätte sich bei seinen Opfern entschuldigen müssen. Das kein Beitrag bekannt ist, bei dem Jolie irgend jemanden übelst angegriffen, also zum Opfer gemacht hätte, braucht Mertes dabei nicht zu interessieren.

Katholische Seiten dürfen nur auf katholische Seiten verlinken

Als nächstes resümiert er über kath.net. Da er kath.net aber nicht mehr ganz so leicht vorwerfen kann, es sei eine rechtskatholische Hassseite, nimmt er lieber die Junge Freiheit aufs Korn. Diese wird nämlich auf kath.net beworben. Zwar scheinen selbst Pater Mertes die meisten Artikel der JF ganz manierlich, aber sie bildet in seinen Augen eine Brücke zu rechtspopulistischen Kreisen. Also jenen, die nicht katholisch sind. Da das Ansteckungsprinzip gilt - so wie früher bei der Exkommunikation - ist auch die JF damit nicht katholisch - hat sie ja auch nie behauptet - und damit auch kath.net irgendwie nicht, denn katholische Seiten dürfen offenbar nur auf andere katholische Seiten verlinken.

Blogger aufgepasst: Kommentare zeigen, wie katholisch ihr seid

Und weil sich Pater Mertes schonmal tiefschürfende Gedanken macht, nimmt er auch noch gleich die katholischen Blogger ins Visier. Die hat er auch im Verdacht, nicht katholisch zu sein. Natürlich nicht alle, sondern nur jene, die rechtskatholische Kommentare auf ihren Seiten zulassen und andere - linkskatholische? - Kommentare unterdrücken.

Gegen Lagerdenken, gegen Rechtskatholiken

So hat Pater Mertes alle ausgemacht, die nicht katholisch sind. Eben alle Rechtskatholiken. Das war zwar eigentlich der Inhalt des Artikels, er nennt das ganze aber anders. Denn der Text ist mit der Überschrift versehen: "Radikales Lagerdenken" und endet im letzten Absatz:
"Das Evangelium durchbricht die Lager-Unterscheidung zwischen "wir" und "die" an der Wurzel. Ein Blick in die Apostelgeschichte genügt, um das zu begreifen."
Darin ist Pater Mertes nun absolut zuzustimmen. Das er selbst in seinem Artikel Gräben aufgerissen und Lager definiert hat und das auch sonst schonal gerne tut, tangiert ihn dabei leider nicht. Er geht wohl davon aus, zu den Guten zu gehören und damit zu keinem Lager, sondern eben zu der Gesamtheit (der Guten).

Papst und Dogma als Grundlage des katholisch-seins

Doch setzen wir mal Titel und Abschluss aus dem Kontext des restlichen Textes, steckt durchaus Nährwert drin. Denn katholisch-sein setzt neben vielem anderen auch die Fähigkeit und die Bereitschaft voraus, andere Meinungen innerhalb der gleichen Kirche zu akzeptieren. Denn als Katholiken können wir eben nicht nen neuen Laden aufmachen, wenn uns die Visagen in der Kirche nicht mehr passen. Als Katholiken haben wir den Papst als Obersten Brückenbauer, der der Garant der Einheit der Kirche ist und die Dogmen, die den Rahmen unseres katholisch-seins bilden. Wer katholisch ist, das wird durch diese beiden Faktoren bestimmt, durch den Papst und durch die ewigen Lehren der Kirche. Das mag uns nicht immer gefallen und mitunter wünscht man sich, manche Nase möchte sich doch bitte eine andere Kirche suchen, da sie ja eigentlich schon lange nicht mehr katholisch ist.

Nicht immer neue Grenzen ziehen

Doch wenn ich Pater Mertes Abschluss einmal ernst nehme, dann sind solche Zuschreibungen kein Ausdruck von Tugend. Und vielleicht fände auch er es ganz sinnvoll, wenn wir uns gemeinsam an den bleibenden Lehren und Grundsätzen des Leibes Christi orientieren würden, anstatt durch aktuelle Probleme ständig neue Grenzen durch die Kirche zu ziehen. Das wäre dann wohl katholisch-sein.

Aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Jesuiten hier, Text von Klaus Mertes S. 16f.

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Philipp Neri: Ein Beitrag zur Familiensynode?


Vielleicht auch ein Beitrag zur Familiensynode?
Für den, der Gott wahrhaft liebt, gibt es nichts Schlimmeres, als nicht für ihn Leiden zu können.
Philipp Neri hier

Dienstag, 14. Oktober 2014

Geheime Notizzettel des Papstes veröffentlicht

Rom (INA) Die Zeitung "Pubblica catholica" hat am Dienstag einige Notizzettel veröffentlicht, die Papst Franziskus dem Sekretär der Familiensynode, Kardinal Baldisseri, zukommen ließ. Darunter z.B. eine Notiz: "Er möge darauf hinwirken, die Väter sollen offen und frei erklären, sie wünschten Homosexuelle mehr zu würdigen." Und eine weitere Notiz betrifft die aktuelle Erklärung der Synode: "Er könnte sich dafür einsetzen, das aktuelle Papier möchte sich vor allem mit jenen Haltungen beschäftigen, welche den Papst nach Meinung der Synodenväter besonders interessieren." Über die konservativen Synodenväter steht in einer Notiz: "Den hochwürdigsten Herren Kardinälen der schroffen Fraktion sei diskret anzuzeigen, sie wären gut beraten, ihnen gefielen die Ergebnisse der offenen und freien Diskussion besser." Der Vatikan wollte sich bisher nicht zur Authentizität der Dokumente äußern.

2014 Ignaz' Nachrichten Agentur. Unfehlbare Satire aus aller Welt.

Der Erfurter Domberg – Konkurrenz der Stifte

Der Erfurter Dom und seine Nachbarkirche, St. Severin, zeigen bis heute, dass es bei aller echten Religiösität auch beim Kirchenbau sehr menschlich zugehen kann.

Eigentlich gehört Erfurt zu den ältesten rechtsrheinischen Bistümern. Es wurde schon von Bonifatius gegründet, verlor aber kurz vor oder nach dessen Tod diesen Status wieder. Sein Territorium dem Erzbistum Mainz zugeschlagen, dass damit bis zu seiner Neuformierung im 19. Jahrhundert bis nach Thüringen reichte.


Dom und Stiftskirche

Die bereits im Bau befindliche Bischofskirche behielt jedoch den Namen Dom und wurde später Sitz eines mainzischen Weihbischofs, der von hier aus die thüringischen Territorien verwaltete. Des Weiteren gab es im Dom ein Stiftsherrengemeinschaft, sodass man sich mit Weihbischof und Kapitel in Erfurt fast als Bischofssitz fühlen konnte.

Der Dom in Bedrängnis

In Bedrängnis geriet der Dom allerdings durch die Kirche, mit dem er sich den Domberg teilen musste. Schon im 10. Jahrhundert gründete sich gleich neben dem Dom ein weiteres Stift mit der Kirche St. Severi. Vermutlich waren auf dem Gebiet zuvor Benediktinerinnen untergebracht, die aufgrund des zunehmenden Trubels und der räumlichen Enge auf dem Domberg umgezogen sind.

So kam es dazu, dass es gleich zwei Stifte auf einem engen Raum gab, die zudem unklare Zuständigkeitsgrenzen aufwiesen. So lief, nach Interpretation der Domherren, die Grenze des Stiftsgebietes durch die Blasius-Kapelle des Severi-Stiftes, was im 14. Jahrhundert zu mitunter handgreiflichen Auseinandersetzungen geführt haben soll.

Konkurrenz der Stifte

Der Streit der Stiftsherren ist bis heute an den beiden Kirchen gut sichtbar. Denn die Stifte gönnten einander die schönere Kirche nicht und steigerten sich so in einen Wettlauf hinein, der zu immer neuen Bauten führte. Zu sehen ist das z.B. bis heute an den Hauptschiffen der beiden Kirchen. Beides sind Hallenkirchen. Zunächst baute St. Severus das Hauptschiff neu und nahm dabei den Typus des Hallenbaus vorweg, der erst im 15. Jahrhundert in Mode kam. Das veranlasste die Domherren ihrerseits das alte Hauptschiff im 15. Jahrhundert abzureißen und einen noch größeren, noch moderneren Hallenbau an den gotischen Chor anzufügen.

Kulturfördernde Wirkung menschlicher Schwächen

Letztendlich konnte der Dom das ‘Wettrüsten’ der beiden Kirchen für sich entscheiden, auch, weil er als Sitz des Weihbischofes die prominentere Kirche war. Dennoch sind beide Kirchen bis heute Zeugnisse für die kulturfördernde Wirkung von menschlicher Eifersüchtelei und damit ein Zeichen, das menschliche Schwächen auch etwas Positives hervorbringen können.

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