Donnerstag, 31. Oktober 2013

Bischof Tebartz-van Elst in Metten

Schon immer waren die Klöster Anlaufstellen für diejenigen, die keiner mehr haben wollte, für die Flüchtlinge und die Problembeladenen.
Das weiss auch Bischof Tebartz-van Elst und er hat den Platz für seine Auszeit entsprechend gewählt: Er ist im Kloster Metten.

Wie der Abt des Klosters mitteilte, wohnt der Bischof seit Mittwoch in der Abtei, die er von vielen früheren Aufenthalten kennt und wo man ihn kennt. Der Abt bat darum, das Kloster als Ort des Rückzugs und der Stille zu respektieren.

Indem die Benediktinergemeinschaft den Bischof aufnimmt leistet sie für das Bistum Limburg eine wichtige Hilfe in schwerer Zeit. Als Limburger Diözesaner daher ein Dank an die Abtei.

Statement der Abtei hier.
FAZ berichtet hier.
kathnet hier.

Franziskanischer Rosenkranz der Sieben Freuden Mariens

Als ich vor Jahren das Erste mal im Rahmen eines Umbrien-Urlaubs in Assisi war, wollte ich mir einen Rosenkranz kaufen. Ich hatte bisher noch keinen gehabt und fand den Gedanken schön, mir einen am Grab des Hl. Franziskus zu besorgen. Und im Shop gleich neben der Basilika hingen auch Rosenkränze wie Sand am Meer. Ich habe denn auch eine ganz Weile gebraucht, um mich zu entscheiden und mich schließlich für einen geflochtenen mit normalgroßen Perlen und Franziskus-Kreuz entschieden. Erst später bemerkte ich, dass mein Rosenkranz anders war. Er hatte nämlich sieben Zehner statt fünf. Ich habe mich ewig gefragt, was mir da passiert ist und warum die Franziskaner auch einen XXL-Version verkaufen. Ich hab mich dann allerdings auch nicht weiter gewundert, sondern halt immer den normalen Gebetet. Es stört ja auch nicht, da man ja nach fünf Gesätzen fertig ist. Nur die Länge ist mitunter unhandlich, zudem ist er langsam schon etwas derangiert und wird nur noch durch ein Klebeband zusammengehalten.
 
Was aber ist mit dem Geheimnis des Siebener-Rosenkranzes? So geheimnisvoll ist das gar nicht, wenn man sich mit franziskanischer Spiritualität auskennen würde. Oder mit dem Franziskaner-Habit. Denn die Franziskaner tragen eine Rosenkranzschnur an ihrem Gürtel, die auch Sieben-Zehner hat. Denn es gibt eine Rosenkranzform mit sieben Gesetzen, den Rosenkranz der Sieben Freuden Mariens. Das ist typisch franziskanisch oder war es zumindest, solange die Minderbrüder ihn noch regelmäßig gebetet haben, was Berichten zufolge etwas aus der Übung gekommen ist.

Wie kam es aber zu diesem Rosenkranz?
Im 15. Jahrhundert pflegte ein junger Novize der Minderbrüder eine besondere Andacht zu Maria. Er brachte der Gottesmutter jeden Tag einen Kranz frischer Blumen. Im Kloster konnte er diese Andachtsform aber nicht mehr ausüben und war darüber so bedrückt, dass er einen Austritt erwog. In großer seelischer Not wandte er sich an die Hl. Jungfrau, die ihm tatsächlich auch erschien. Sie erklärte, er könne die natürlichen durch geistige Blumen ersetzen, die ihr noch angenehmer seien. So kam der junge Novize dazu, einen neuen Kranz „aus Gebeten zu flechten“: „Diese Blumen sind mir kostbarer und bereiten mir weit grössere Freude als die Blumenkränze von früher“.

Die „Sieben Freuden Mariens":

1. Freude:
Den du, o unbefleckte Jungfrau 
mit Freuden vom Heiligen Geist empfangen hast.
2. Freude:
Den du, o unbefleckte Jungfrau 
mit Freuden zu Elisabeth getragen hast.
3. Freude:
Den du, o unbefleckte Jungfrau 
mit Freuden geboren hast.
4. Freude:
Den du, o unbefleckte Jungfrau 
mit Freuden den drei Weisen zur Anbetung dargereicht hast.
5. Freude:
Den du, o unbefleckte Jungfrau
mit Freuden im Tempel wiedergefunden hast.
6. Freude:
Den du, o unbefleckte Jungfrau
mit Freuden nach seiner Auferstehung zuerst begrüßt hast.
7. Freude:
Der dich, o unbefleckte Jungfrau 
mit Freuden in den Himmel aufgenommen und gekrönt hat.
Weitere Infos zum Thema hier und hier.

Dienstag, 29. Oktober 2013

Johannes zu Eltz: Angriff ist die beste Verteidigung

Der Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz gibt in letzter Zeit den Kirchenrebellen. Erst empfielt er dem Bischof im ZDF den Rücktritt, dann mosert er auf der Pressekonferenz des Domkapitels zur Suspendierung rum, jetzt legt er dem Papst nahe, Bischof Tebartz-van Elst doch endlich zurück zu treten.

Denn der Papst sieht merkwürdigerweise gar nicht ein, sich vom Bischöflichen Kommissar für Frankfurt rein reden zu lassen und weigert sich, die kraftvolle Entscheidung zu treffen, die zu Eltz sich von ihm erwartet hat. Offenbar vergessend, dass er selber nur noch im Amt ist, weil der Bischof zu einer kraftvollen Entscheidung ihm gegenüber nicht mehr in der Lage war.

So greift er seine Idee wieder auf, Kritik als Zeichen der Nächstenliebe zu werten - er muss seinen Bischof ja sehr lieben - und kritisiert den Papst für seine Entscheidung recht deutlich. Gleichzeitig ruft er den Kampf der Flügel in der Kirche aus und bietet sich selber als Exponent der Gegner eines konservativen Role-Backs an. Allerdings scheint er sich dann doch ein wenig vor den Konsequenzen zu fürchten und versucht den Spagat, auch für die anderen Gläubigen da sein zu wollen. Denn das er sich eigentlich nicht so klar exponieren dürfte, weiss er schon. Macht es aber dann doch.

Überhaupt ist das Verhalten des Stadtdekans durch zahlreiche Unstimmigkeiten gekennzeichnet. So greif er den Bischof an, unterschreibt aber brav ein Versöhnungspapier, an dessen Umsetzung er nie wirklich geglaubt hat. Er lässt eine Unterschriftenkampagne gegen den Bischof nicht nur zu, sondern fördert diese, will aber Frankfurt dem Bischof gegenüber nicht als Feindesland sehen. Er gibt den liberalen Reformer, gilt in Frankfurt selber aber als eher konservative Type.

Man kann sich also des Eindrucks nicht enthalten, dass ihm nicht vorwiegend um das Bistum, das Wohl der Gläubigen und die Reform der Kirche geht. Sondern vor allem um sich selber. Möglichst mit den Siegern zu sein, der mächtigsten Fraktion anzugehören, als Anführer oder Sprachrohr einer wichtigen Gruppe zu gelten, sich aber gleichzeitig auch immer eine Hintertür offen zu halten, das scheint momentan sein Hauptziel zu sein.

Das er dabei unter Druck steht, macht keiner so deutlich wie Pfarrer Hubertus Janssen, der Erzkritiker aus Eschhofen:
"Um neues Vertrauen im Bistum Limburg zurück zu gewinnen, braucht das Bistum nicht nur ein neues Gesicht, sondern mehrere neue Gesichter. Auch das Domkapitel und der Vermögensverwaltungsrat müssen Konsequenzen ziehen und sollten den Weg für einen Neuanfang freimachen."
Wer aber sitzt auch im Domkapitel? Johannes zu Eltz!

Weltartikel hier.
Übersetzung zu Eltz-Deutsch bei Geistbraus hier.

Generalvikar Rösch in Limburg

Gestern hat sich der neue Limburger Generalvikar den Mitarbeitern des BOs offiziell vorgestellt. Die Stimmung im Kreuzgang des Alten Ordinariatsgebäudes war gut und optimistisch, ein wenig Aufbruchstimmung lag in der Luft.
"Ich habe keine Angst vor meiner neuen Aufgabe und ich fühle mich hier im Ordinariat nicht allein oder fremd", sagte Rösch vor mehreren hundert Mitarbeitenden. Er nehme das herzliche Willkommen in Limburg gerne an und wolle gemeinsam mit vielen die Verantwortung, die die neue Aufgabe mit sich bringe, wahrnehmen. "Die Nachricht aus Rom erreichte mich auf dem Fahrrad als ich auf einem Pilgerweg nach Santiago war", so Rösch. Natürlich sei er zunächst etwas geschockt gewesen. Aber die Ruhe des Pilgerns, habe ihm gut getan. So trete er mit Elan, mit der nötigen Ruhe und mit viel Freude das Amt des Generalvikars an.
Mit Blick auf die aktuelle Situation im Bistum Limburg machte Rösch deutlich, dass er "Freude am Gestalten unter nicht perfekten Umständen" hat. "Wir leben in einer konkreten Realität und in einer konkreten Welt. Hier ereignet sich Glück und hier gibt es viele Dinge, die angefasst werden müssen", sagte Wolfgang Rösch. Offenheit, Wahrheit und Transparenz seien dafür unabdingbar. Er habe das Ziel, dass das Bistum wieder zu Ruhe komme und das die Mitarbeitenden wieder stolz auf ihren Dienst für die Kirche von Limburg sein können. Es gelte Gott im Alltag zu erleben und die gegenwärtige Krise als Chance zu sehen. "Ich bin stolz ein Limburger zu sein", erklärte Rösch seinen Mitarbeitern. Bereits beim Studium an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen habe er die Vielfalt an Charismen und Spiritualität sowie die Vielfalt an Meinungen und Kompetenzen schätzen gelernt. Dieser Reichtum sei nach wie vor da und darauf gelte es konstruktiv und vertrauensvoll aufzubauen. "Als Mitarbeiter in der Kirche von Limburg sind wir dann erfolgreich, wenn durch uns Menschen näher zu Gott kommen. Sein Geist wirkt in der Kirche", so der 54-Jährige.
Rösch wurde vom Präfekten der Bischofskongregation als Generalvikar eingesetzt. Er hat die Rechte, Pflichten und Vollmachten, die das Kirchenrecht für dieses Amt vorsieht, ist aber "allein und ausschließlich" dem Heiligen Stuhl informations-, und rechenschaftspflichtig.
Nach der Vorstellung gab es einen Gottesdienst in der angeschlossenen Stadtkirche. Zelebrant war Weihbischof Löhr, der auch an den Bischof und den vormaligen Generalvikar erinnerte, derer man im Gottesdienst auch Gedenken wollte. Auch Rösch wollte nicht gegen Nachtreten, das liege ihm nicht, wie er in der Predigt meinte. Es gehe vielmehr darum, nunmehr im Vertrauen nach vorne zu schauen.

Quelle: hier.

Montag, 28. Oktober 2013

Werfen wir uns Gott in die Arme

Werfen wir uns Gott in die Arme, und seien wir gewiß: Wenn er etwas von uns will, wird er uns die Kraft geben, es auszuführen.

Philipp Neri

Samstag, 26. Oktober 2013

Das Domkapitel zu Limburg: Geis führt, zu Eltz mosert, der Rest guckt zu

Heute fand ich endlich Zeit, mir das Video der Pressetermins des Domkapitels anzusehen.

Leider war nicht das ganze Domkapitel anwesend, da Pfarrer Rehberg nicht anwesend war. Da wäre wenigstens Stimmung in der Bude gewesen. Was einen zur Frage bringt, wo der eigentlich war? Aber auch so war es sehr aufschlussreich. Es wurde nämlich klar, wer im Domkapitel momentan die Hosen an hat. Geis saß als Domdekan nicht nur rangmäßig im Mittelpunkt, sondern hatte auch die meiste Sprechzeit. Wanka, immerhin Vize-Generalvikar, durfte interessiert gucken, Direktor Platen war nie im Bild - was hat der da eigentlich gemacht? - Weihbischof Löhr hat einige Sachfragen beantwortet. Ansonsten dozierte Geis in der gewohnt ruhigen, diplomatischen Sprache des langjährigen Verwaltungschefs und Kirchenjuristen.

Die Botschaft von Geiss war klar: Wir nehmen den Spruch aus Rom zwar an, wissen aber auch nicht mehr als sie (weil der Bischof uns nicht informiert hat), haben aber alles unter Kontrolle und uns stets korrekt verhalten. Dagegen sprach allerdings das wenig korrekte Auftreten des Stadtdekans zu Eltz. Der sah schon kleidermäßig so aus, als habe ihn der Domdekan gerade aus dem Wohnzimmer gezerrt und hat auch sonst so gewirkt. Brummig auf den Tisch gestützt, moserte er hin und wieder rum und zeigte seine Unzufriedenheit mit der Situation im Allgemeinen und dem Bischof im Besonderen.

Welche Schlussfolgerungen können wir ziehen?
Geis will sich aus der Affäre ziehen und ist auch nicht wirklich zufrieden mit der Entscheidung, arrangiert sich aber mit der neuen Situation und schaltet auf Kooperation, das Domkapitel im Schlepptau. Von dem seilt sich zu Eltz gerade ab und macht sein eigenes Ding, wie er ja mit seinem neuesten Interview schonmal gezeigt hat (hier). Der neue Generalvikar wird also erstmal wenig Freude an seiner neuen Aufgabe haben.

Franziskus trifft Franziskus

Freitag, 25. Oktober 2013

Kirchenquiz

Wo steht diese Kathedrale?
 
 
Auflösung am Sonntag

Altvater Paulos gießt Wasser ins Meer

Ich fragte den Vater Antonius:
Sag mir ein Wort.

Da antwortete er:
Der Altvater Paulos war auf der Pilgerschaft nach Jerusalem. Da ging er am Meer vorbei und sah einen Eremiten, der zwei Eimer Wasser mit sich trug und ins Meer goss. Da fragte der Altvater ihn: "Sag mir Abbas, was tust du da?" Der sprach: "Mein Kellion liegt 5 Kilometer im Landesinneren an einem kleinen Bach. Dort erschien mir ein Engel und sagte zu mir: "Gieß Wasser ins Meer!" Also gehe ich hin, schöpfe Wasser aus dem Bach und gieße es ins Meer." Da warf sich der Altvater Paulos vor ihm nieder uns bat: "Lass mich heute bei dir übernachten und dir bei deiner Aufgabe helfen." Der Eremit reichte ihm einen Eimer "Also vollbringen wir gemeinsam den Auftrag des Herrn." Da raffte der Altvater Paulos sein Gewand, ging knietief ins Wasser, schöpfte Wasser daraus und goss es wieder hinein. Da fragte ihn der Eremit überrascht: "Was tust du?" Und der Altvater sprach: "Ich gieße Wasser ins Meer."

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Der Papst hat sich für die christliche Lösung entschieden

Papst Franziskus hat sich für die christliche Lösung im Fall Tebartz-van Elst entschieden. Und damit nicht für die Leichteste. Denn die leichteste Lösung wäre es gewesen, den Bischof einfach des Amtes zu entheben. Damit wären sowohl die Medien befriedigt als auch die meiste Gläubigen im Bistum. Denn mittlerweile haben sich zu viele Mitarbeiter so gegen den Bischof exponiert, dass eine Rückkehr für sie eine persönliche Niederlage wäre. Auch viele Gläubige haben keine Lust mehr, sich wegen dem Bischof ständig fragen zu lassen und wären froh, wenn er weg wäre, damit man endlich Ruhe hat.

Doch sind das alles an sich keine Gründe, den Bischof abzusetzen. Denn ein Bischof wird nur seines Amtes enthoben, wenn er sich wirklich etwas relevantes hat zuschulden kommen lassen. Und das ist so noch nicht raus. Zwar hat der Bischof viele Fehler gemacht, aber menschliche Schwäche ist ja ein Thema, dem sich der Papst als Notarzt besonders annimmt.
Zugleich geht der Bischof auch auf die Schwächen der Gläubigen und der Kirchenoberen ein. Denn er setzt ihnen den Bischof, den sie nicht mehr wollen, nicht einfach wieder vor. Stattdessen setzt er den alten Generalvikar, der ohnehin in zwei Monaten gehen würde, ab und den Neuen ein, der sich in der Krise ebenso wie der Weihbischof bisher nicht exponiert hat. So kann der Apparat beruhigen und Tebartz-van Elst verschwindet für eine gewisse Zeit aus dem Blickfeld.
Und da die Medien eine kurze Aufmerksamkeitsspanne haben, wenn sie nicht regelmäßig neues geliefert bekommen, wird der Limburger Bischof im medialen Bewusstsein deutlich schrumpfen. Dadurch kann auch Tebartz-van sich erstmal beruhigen und in sich gehen. Der Druck, der in den letzten Wochen auf ihm lastete, wird ihm nicht geholfen haben, seinen Fall in Ruhe zu reflektieren. Die abgetauchten Monate werden ihm auch zur Besinnungszeit werden.

So hat der Papst die Möglichkeit geschaffen, auf drei Ebenen Lösungswege zu gehen. Zum einen im Bereich der Institution, die jetzt wieder ins normale Arbeiten kommt und die Unterlagen über die Residenz sichten kann. Zum anderen auf der persönlichen Ebene des Bischofs, der in sich gehen und fragen kann, ob und wie er in Limburg Bischof sein kann und will. Die dritte Ebene sind die Gläubigen, die jetzt auch mal über ihr eigenes Christentum nachdenken können, ob sie die hohen Maßstäbe, die sie an ihren Bischof ansetzen, für sich selber auch bereit wären zu erfüllen und wenn nicht, wo man anspruchshalber Abstriche machen müsste.

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Der Vatikan bestätigt: Tebartz bleibt, macht aber Pause

Bischof Tebartz-van Elst bleibt Bischof von Limburg, ihm wird aber eine Auszeit außerhalb der Diözese gewährt. Das Bulletin des Vatikans ist auf der Bistumshomepage veröffentlicht.
Der Hl. Stuhl Stuhl hält es für angeraten "S.E. Mons. Franz-Peter Tebartz-van Elst eine Zeit außerhalb der Diözese zu gewähren. Auf Entscheidung des Heiligen Stuhls tritt die durch den Bischof von Limburg zum 1. Januar 2014 ausgesprochene Ernennung des Hw. Herrn Stadtdekan Wolfgang Rösch zum Generalvikar bereits mit dem heutigen Tag in Kraft. Der Hw. Herrn Generalvikar Rösch wird die Diözese Limburg während der Abwesenheit des Diözesanbischofs im Rahmen der mit diesem Amt verbundenen Befugnisse verwalten."

Bischof Tebartz-van Elst bleibt im Amt

Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst bleibt.

Der Papst lässt den Bischof von Limburg vorläufig im Amt. Nach der FAZ soll die Leitung des Bistums für einige Zeit durch einen Vertrauten des Bischof übernommen werden.

FAZ hier.

Dienstag, 22. Oktober 2013

Der Papst, der Bischof von Limburg und die deutschen Medien als Comedians

Manchmal ist echt Comedy drin in der deutschen Medienberichterstattung.

Da jubelt die Presse vor einigen Wochen über Papst Franziskus, der endlich das Prinzip der Barmherzigkeit in der Kirche eingeführt habe, der auf die Menschen zugehe und versuche, die Wunden der Sünde zu heilen, anstatt zu verurteilen.
Und dann schmeißt der barmherzige Franziskus Tebartz-van Elst nicht einfach aus dem Amt! Manche Medien scheinen sich zu wundern, wie inkonsequent der Papst sein kann.

Das unbedachte Wort: Unser häufigster Fall

Einmal sprach der Altvater Sisoes voll Zuversicht: "Siehe, jetzt sind es dreißig Jahre, daß ich nicht mehr wegen einer Sünde zu Gott bete, aber darum bitte ich: 'Herr Jesus, schütze mich vor meiner Zunge - und trotzdem falle ich täglich durch sie und sündige."
Weisung der Väter, Spruch 808.

Montag, 21. Oktober 2013

Der Fall Limburg: Mehr Transparenz als Triumph der Medien

Die Geschichte um Bischof Tebartz-van Elst scheint langsam ihrem Ende zuzugehen. Heute treffen sich Bischof, Kardinal Meisner und der Papst zum Gespräch.
Doch längst hat sich die Interessenlage der Medien verschoben. Es ist außerhalb Limburgs mittlerweile fast egal, wie das Gespräch ausgeht. Wichtiger ist längst etwas anderes geworden: Nämlich die Transparenz der Kirche mit ihrem Geld.

Die Sozialwissenschaften kennen die Unterscheidung von Indiviuellen- und Gruppeninteressen. Dabei sind die Interessen der Gruppen nicht Deckungsgleich mit der Summe oder dem kleinsten gemeinsamen Nenner der Individuen, sondern können anders geartet sein. Allerdings beeinflussen sich diese Interessen stets gegenseitig. Wenn wir davon ausgehen, dass die Entwicklung vom Limburger Bischof und seinem Haus zu der deutschen Kirche und ihrem Geld keine zufällige, sondern eine logische Entwicklung ist, dann können wir vom Ende der Geschichte den Anfang bewerten.

Denn je mehr Details um das bischöfliche Haus ans Licht kommen, je mehr merkt man, was die eigentliche Kritik der Medien ist. Denn eigentlich geht es nicht um den Bau. Der ist zwar übertrieben worden, doch die Medien loben zugleich durch die Bank die hervorragende Architektur. Der Bischof hat hier also wohl zu viel Geld ausgegeben, aber dafür auch etwas richtig Gutes gekriegt, woran sich seine Nachfolger und die Gläubigen noch lange erfreuen können.

Worum es eigentlich geht ist, ist Vertrauen. Mit Vertrauen meinen die Medien aber nicht das Vertrauen der Gläubigen ihrem Bischof gegenüber. Denn das ist ihnen in den allermeisten Fällen egal. Worum es geht, ist das Vertrauen des Bischofs den Medien gegenüber. Das ist nämlich praktisch nicht vorhanden. Und es war früher nur geringfügig größer. Denn Tebartz-van Elst hat nie besonders viel Vertrauen in die Medien gehabt. Ein wesentlicher Teil der Tätigkeit um sein Bauvorhaben war es denn auch, sich die Medien vom Leib zu halten. Kein Wort zu niemandem, keine Einsicht in gar nix. Wissen ist Macht, das weiss der Bischof. Und diese Macht, diese Kontrolle über sein Vorhaben wollte er behalten.

In seinem Verhältnis zu den Medien ist Tebartz-van Elst nicht untypisch für die Kirche. Man misstraut den Medien, diesen säkularen Politwächtern, die von sich behaupten, Vierte Gewalt zu sein und zugleich von Kirche und ihren Mechanismen keine Ahnung haben oder ihr eher negativ gegenüber stehen. Dazu kommt eine Grundhabitus besonders der Katholischen Kirche in Deutschland, die alles außerhalb des eigenen Bereiches als eher feindlich begreift. Das hat viel mit der Geschichte zu tun, fing in der Aufklärung - teilweise schon davor an - und prägte sich im 19. Jahrhundert besonders aus.

Doch gehen verschiedene Kirchenführer unterschiedlich mit den Medien, die die Öffentlichkeit zu repräsentieren vorgeben, um. Bischof Tebartz-van Elst tat es besonders ungeschickt, das muss man sagen. Darin unterscheidet er sich z.B. von seinem Kollegen in Rottenburg. Bischof Fürst hat ein Gebäude hingeklotzt, das sogar noch teurer war als die bischöfliche Residenz in Limburg. Aber er hat von Anfang an mit offenen Karten gespielt und den Medien brav alle Infos gegeben, die diese haben wollten. Selbst Kardinal Meisner, sonst der Lieblingsfeind der Journalisten, hat beim Bau seines Museums alle Informationen zur Verfügung gestellt und alle Gremien gefragt. In der Folge musste er keine Prügel beziehen - also nicht für das Museum - und die Kirche und ihr Architekt wurden einhellig gelobt. 

Auch die anderen Bischöfe reagieren mittlerweile auf den medialen Druck ihren Lebensstil gegenüber und packen aus. Gut kommt Bischof Overbeck weg, der schon vorher die Daten seines Bischöflichen Stuhles bekannt gegeben hat. Auch die anderen Bischöfe ziehen jetzt nach. Damit hoffen sie, die Medien friedlich zu stimmen.

Die katholische Kirche unterwirft sich damit zwar nicht der 4. Gewalt, sie sieht sich aber doch zur stärkeren Kooperation genötigt. Das ist für die Medien ein Sieg. Denn sie leben davon, Informationen zu verkaufen. Diese Informationen müssen sie aber irgendwo her bekommen und wenn die Kirchen in Sachen Geld nicht mitspielen, haben die Medien ein Problem. Eine größere Transparenz bedeutet damit einen größeren Zugriff der Medien, also mehr Wissen, mehr Einfluss, mehr Macht. Es müssen dies nicht die Interessen der einzelnen Journalisten sein. Es ist das aber das Interesse der Gesamtgruppe Medien, die als 4. Gewalt ihre Kontrollfunktion immer mehr über die Kirche ausdehnen. An dem unwilligen Tebartz-van Elst wurde ein Exempel statuiert, aus dem die anderen Kirchenführer bereits lernen. Ein Triumph der Medien.

Was haben wir besonderes geleistet?

Einmal wohnte der Abbas Sisoes auf dem Berge des Altvaters Antonios, und da sein Diener sich Zeit ließ, zu ihm zu kommen, sah er zehn Monaten keinen Menschen. Als er auf dem Berge umherwanderte, traf er auf einen Pharaniten, der auf wilde Tiere Jagd machte. Und der Greis sprach zu ihm: "Woher kommst du und wie lange bist du hier?" Der antwortete: "Wahrhaftig, elf Monate bin ich auf diesem Berge und habe keinen Menschen gesehen außer dir." Als der Greis das vernahm, ging er im sein Kellion und schlug sich, wobei er sagte: "Schau Sisoes, du hast gemeint, etwas besonderes geleistet zu haben - aber du bist nicht einmal in die Höhe dieses Weltmenschen gekommen."
Weisung der Väter, Spruch 810.

Sonntag, 20. Oktober 2013

Eine heilige Nonne und eine, die es noch werden will

Zum Beginn der neuen Woche möchte ich zwei neuen Blogs erwähnen. Auf der katholischen Bloggerliste sind sie bereits aufgeführt, weswegen die meisten sie schon kennen dürften.

Heute las ich, dass das vormalige Klosterküken sich entschieden hat, das Kloster zu verlassen und wieder ins Berufsleben zurückzukehren. Dafür wünsche ich ihr alles Gute und Gottes reichen Segen. Damit wir aber nicht ganz ohne Ordensnachwuchs bleiben gibt es einen neuen Blog einer Franziskanerinnen-Kandidatin


Zum Blog hier.

Auch die Hl. Teresa von Avila wird seit längerer Zeit ohne mein Wissen mit einem eigenen Blog geehrt, der uns auf der Heiligen 500 Jähriges vorbereitet. Der Blogger ist kein Unbekannter in der Szese.


Zum Blog hier.

Pius am Sonntag

Samstag, 19. Oktober 2013

Benedikt XVI. über Teresa von Avila

Auch wenn es momentan als unfein gilt, auf Gloria-TV zu verlinken - man muss ja nicht alles gut finden - haben die aber im geistlichen Bereich schöne Sachen.

Unter anderem ein Video der Generalaudienz Benedikt XVI., der sich mit Teresa von Avila befasst. Hier nur die deutsche Zusammenfassung, weil die Übersetzung nicht wirklich gut war. Zu schauen hier.

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Borgia-Kommentar

Wie mir mitgeteilt wurde, lief vor kurzem die zweite Staffel einer ZDF-Serie, die den beliebtesten Papst aller Zeiten groß in Szene setzt: Alexander VI. Borgia. Der Tenor dabei: Die Kirche und ihr Oberhaupt waren gaaanz böse. Und vermittels der aktuellen Darstellung von Tebartz van Elst spinnt man dann die ganze Thematik weiter mit der Aussage: ... und ist es immer noch.

Daher verweise ich an dieser Stelle gerne auf meine Reihe:
Das Papsttum als weltliche Macht - Eine historische Skizze
in der ich mich mit den irdischen Bedingtheiten des Papsttums auseinandersetze.

Der Papst als Antichrist - Ein historischer Kommentar zu den Borgia
Der Papst als Renaissancefürst
Der Papst als Spielball
Der Papst als Machtfaktor

Orthodoxe Marienhymnen


Mittwoch, 16. Oktober 2013

Benedikt am Mittwoch reloaded

Momentan ist die Stimmung in Limburg ja ziemlich mies, besonders unter den eher konservativen Mitgliedern der Kirche in und außerhalb des Bistums. Da braucht man mal ein bisschen Salböl für die Tradi-Seele. Besonders in schönen Bildern. Davon liefert aber Papst Franziskus trotz seiner zahlreichen anderen Qualitäten nicht ganz so viele. Daher bin ich auf die Pirsch gegangen und habe in den Tiefen des Netz nach neuem Benedikt-Material gesucht. Erfolgreich. Also gibt es heute ausnahmsweise keinen Franziskus, sondern ein Benedikt am Mittwoch reloaded:






Dienstag, 15. Oktober 2013

Wie war der Glaube Marias?

Aus der Ansprache des Papstes:

1. Das erste Element ihres Glaubens ist dieses: Der Glaube Marias löst den Knoten der Sünde (vgl. Lumen Gentium, 56). Was bedeutet das? Die Konzilsväter haben ein Wort des heiligen Irenäus übernommen, der sagt, dass „der Knoten des Ungehorsams der Eva durch den Gehorsam Marias gelöst [wurde]; denn was die Jungfrau Eva durch ihren Unglauben angebunden hatte, das löste die Jungfrau Maria durch ihren Glauben" (Adversus Haereses III, 22,4).  
Der „Knoten" des Ungehorsams, der „Knoten" des Unglaubens. Wenn ein Kind der Mutter oder dem Vater nicht gehorcht, bildet sich, so könnten wir sagen, ein kleiner „Knoten". Das geschieht, wenn das Kind sich bei seinem Handeln bewusst ist, was es tut, besonders wenn dabei eine Lüge mit im Spiel ist. In diesem Augenblick vertraut es der Mutter und dem Vater nicht. Wie oft geschieht das! Da muss dann die Beziehung zu den Eltern von diesem Fehler gereinigt werden; das Kind bittet nämlich um Verzeihung, damit wieder Harmonie und Vertrauen herrsche. Etwas Ähnliches passiert bei unserer Beziehung zu Gott. Wenn wir auf ihn nicht hören, folgen wir nicht seinem Willen, vollziehen wir konkrete Handlungen, durch die wir einen Mangel an Vertrauen in ihn zeigen – und das ist die Sünde; sie bildet sich wie ein Knoten in unserem Innern. Diese Knoten nehmen uns den Frieden und die Gelassenheit. Sie sind gefährlich, denn mehrere Knoten können zu einem Knäuel werden, das immer schmerzhafter wird und immer schwieriger zu lösen ist. [...]
2. Das zweite Element: Der Glaube Marias gibt Jesus einen menschlichen Leib. Das Konzil sagt: „Im Glauben und Gehorsam gebar sie den Sohn des Vaters auf Erden, und zwar ohne einen Mann zu erkennen, vom Heiligen Geist überschattet" (Lumen gentium, 63). Auf diesen Punkt haben die Kirchenväter sehr beharrt: Maria empfing Jesus im Glauben und dann im Fleisch, als sie „ja" zur Botschaft sagte, die Gott durch den Engel an sie richtete.  
Was will dies besagen? Dass Gott nicht Mensch werden wollte, indem er unsere Freiheit überging; dass er durch die freie Zustimmung Marias, durch ihr „Ja" kommen wollte. Was aber in der Jungfrau Maria auf einzigartige Weise erfolgt ist, geschieht auf geistlicher Ebene auch in uns, wenn wir das Wort Gottes mit bereitem und aufrichtigem Herzen aufnehmen und es in die Tat umsetzen. Es ist so, als ob Gott in uns Fleisch annehmen würde: Er kommt, um in uns zu wohnen, damit er in denen Wohnung nehme, die ihn lieben und sein Wort befolgen. [...]
 3. Das letzte Element ist der Glaube Marias als Weg: Das Konzil sagt, dass Maria „den Pilgerweg des Glaubens" ging (Lumen gentium, 58). Deswegen geht sie uns auf diesem Pilgerweg voran, begleitet und stützt sie uns.  
Inwiefern war der Glaube Marias ein Weg? In dem Sinn, dass ihr ganzes Leben darin bestand, ihrem Sohn zu folgen: Er ist die Straße, und er ist der gegangene Weg. Im Glauben fortzuschreiten, auf diesem geistlichen Pilgerweg des Glaubens voranzukommen heißt nichts anderes, als Jesus zu folgen; als ihn zu hören und sich von seinen Worten leiten zu lassen; zu sehen, wie er sich verhält, und unsere Füße in seine Spur zu setzen; so wie er gesinnt zu sein und sich zu verhalten: Demut, Barmherzigkeit, Nähe zu zeigen, aber auch Heuchelei, Falschheit, Götzendienst entschieden abzulehnen. Der Weg Jesu ist der Weg der Liebe, die treu ist bis zum Ende, bis zur Hingabe des Lebens, es ist der Weg des Kreuzes. Deshalb geht der Weg des Glaubens über das Kreuz. Maria hat dies von Anfang an verstanden, als Herodes den eben erst geborenen Jesus umbringen wollte.

Limburg: Ein Skandal!

Was wir momentan in Limburg um Bischof Tebartz-van Elst erleben, ist ein Skandal.
Skandal nicht nur in dem Sinne, dass es skandalös wäre, wie man mit dem Bischof umgeht. Das freilich auch. Aber es ist auch ein Skandal im Sinne eines bestimmten Typus von Medienereignis.

Ein Skandal ist für die Medien das Beste, was ihnen passieren kann. Denn Medien verkaufen nicht nur Informationen, was sie offen zugeben. Sie verkaufen auch Emotionen, was sie seltener zugeben. Und nichts weckt so viele Emotionen wie die Menschen selber, ihre Taten, besonders ihre Fehler. Denn nichts liebt der Mensch so sehr, wie sich über andere Menschen zu echauffieren. Dann kann er sich selber moralisch überlegen fühlen, dann befriedigt er seinen Neid auf die da oben - wie es bei einem Skandal stets der Fall ist - und träumt von einer Welt, in der gute, ehrliche Menschen wie er selbst das Sagen haben.

Der Skandal kennt zwei Sorten. Da ist zum einen der Boulevard-Skandal, von kleinen und großen Sternchen und Sternen. Der Boulevard lebt von nichts anderem als von den Skandälchen dieser Leute. Doch diese Skandale nimmt keiner wirklich ernst. Sie gelten bei den wichtigen Medien, die den Ton in der großen Debatte vorgeben, als Bääh. Ganz tief blicken die Kollegen von der FAZ schon auf ihre Kollegen von der Bild hinab und es graust ihnen allein bei der Vorstellung, sich einmal in die Vorhölle von Blättchen wie Woche der Frau oder Das Goldene Blatt zu begeben.
Die zweite Sorte ist der Politik-Skandal und er ist der einzige, der den medialen Leitwölfen würdig ist. Nicht, dass er sich substanziell von den Skandälchen vier Stockwerke tiefer unterscheiden würde. Auch hier geht es um menschliche Irrungen, auch hier werden emotionale, zumeist plumpe Bedürfnisse des Publikums bedient. Was diese Form Skandal von der anderen unterscheidet, ist das Personal, um das es geht. Nicht mehr um Sternchen aus der letzten Doku-Soap oder angehalfterte Nachgeborene längst untergegangener Duodezfürstentümer. Hier geht es um wichtige Menschen, über deren Worte und Werke man auch sonst berichten könnte.

Doch  wohnt jedem Skandal auch eine Gefahr inne. Denn anders als die Information, die wenigstens dem Anspruch nach nüchtern und sachlich ist, ist die Emotion fluide, formbar wie Knete aber auch unberechenbar wie ein Flummi, den man auf den Boden donnert. Wenn man Pech hat kommt er einem mit Wucht wieder entgegen und knallt einem ins Gesicht. Was heute noch bei der Mehrheit der Menschen Wut und Selbstgerechtigkeit, kann bei ihnen morgen schon Mitleid und Trauer auslösen. Dann können sich die Emotionen zumindest teilweise gegen ihre Erreger richten, verlieren die Medien an Glaubwürdigkeit und Respekt. Ihre Kollegen in der Vorhölle wissen das. Daher haben sie es schon lange aufgegeben, sich um so etwas wie Glaubwürdigkeit zu scheren und um den Respekt des Publikums zu werben. Doch für ihre großen Brüder ist Glaubwürdigkeit und Respekt eine Notwendigkeit. Jetzt mehr denn je, wo ihnen die Werbung ins Internet davon läuft und ein Ableger der Huffington-Post den Redakteuren Albträume beschert.

Daher macht sich im Fall Tebartz-van Elst auch Nervosität in den Medien breit. Der Skandal-Bischof ist einfach nicht tot zu kriegen. Zwar steht er schon lange nicht mehr, aber er kriecht noch. Am Wochenende hat er den Journalisten ein Schnippchen geschlagen und hat es fast ungesehen bis nach Rom geschafft. Hier in Rom, mit Abstand zu den Medienanstalten, ist er deren direkten Zugriffen entzogen. Und man sieht den Angstschweiss der Journalisten langsam perlen. Sie spüren, dass sie die Kontrolle verlieren über die Emotionen des Publikums. Das reagiert gerade in den liberalen und konservativen Medien zunehmend mit Ablehnung, belächelt gar die Schnellschüsse der FAS. Auch die Linken sind nervös. Schafft die Kirche den Salto mortale und geht auf Transparenzkurs, müssen sich die Journalisten in den Kirchenredaktionen Sorgen machen, ist doch das Aufstöbern des Verborgenen ihre einzige wirkliche Daseinsberechtigung.

Entsprechend fängt man an, sich in Selbstkritik zu üben. Jauch setzt sich mit einer Gruppe von Leuten in die Arena, die bei aller Betroffenheit über die Lage in Limburg auch etwas missbilligend auf die Berichterstattung blicken und sich einig sind, dass Nachtreten (eigentlich) gar nicht geht. Und die FAZ weint in ihrer Frühkritik prompt vor Glück über diese Sternstunde des Journalismus. Selbst im Spiegel schickt man jetzt Alleskönner Jakob Augstein vor, der versucht, den Skandal zu versachlichen und damit kontrollierbarer zu machen. Damit balancieren die Medien jetzt einen komplizierten Drahtseilakt. Sie müssen weiter über den Limburger Bischof berichten, bis er endlich weg ist, um ihren "Erfolg" zu krönen, müssen aber den Ton ändern, aus dem Skandal wieder eine Sachkritik machen. Für den Bischof kommt das zu spät, für das Bistum birgt es aber die Chance, die positiven Seiten seines Pontifikates, zu denen die Residenz durchaus auch gehören kann, später aufzuarbeiten.

Der Fall Tebartz-van Elst zeigt damit die Stärke, zugleich aber auch die Schwäche der Medien. Sie können zwar fast jeden kaputt schreiben, sind jedoch ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten unterworfen. Wer mit ihnen umgehen kann, wer vor allem ihre Kurzlebigkeit kennt, gegen den rennen zu vergeblich Sturm. Über 20 Jahre Kardinal Meisner in Köln zeigen das. Leider, so muss man sagen, ist Tebartz-van Elst dies nicht gelungen.

Montag, 14. Oktober 2013

Agni Parthene

Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer. Ein Kommentar zu Limburg

Vor kurzem hat das Erzbistum Freiburg eine neue Richtlinie für den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen herausgegeben, indem es einen größeren Spielraum der Barmherzigkeit einräumt. Und alle waren begeistert. Endlich kommt die Kirche der Lebenswirklichkeit der Leute entgegen.

Schnitt, Kamera auf Limburg. Da sitzt ein Mann, der Fehler gemacht hat. Seine beiden wichtigsten sind, dass er es mit der Wahrheit dem Spiegel gegenüber nicht besonders genau genommen und ordentlich und unbedenklich Geld für seine neue Residenz ausgegeben hat. Also etwas, was die allermeisten Menschen in gehobenen Positionen schon mal getan und nicht wenige Menschen in wesentlich kleinerem Format auch mal gemacht haben. Er hat sich so gesehen der Lebenswirklichkeit der Menschen angenähert.

Wäre Franz-Peter Tebartz-van Elst ein Mann, der seine Frau sitzen gelassen und ein 10 Jahre jüngere Blondine geheiratet hätte, würde man spätestens nach zwei Jahren seine Zulassung zur Kommunion fordern, weil es doch barmherzig ist. Nun hat der Bischof Geld ausgegeben, das nirgendwo wirklich fehlt, aber er muss geteert und gefedert werden. Oder zumindest gehen. Wo ist da die Barmherzigkeit?

Was mich aufregt ist nicht der Umstand, dass Bischof Tebartz-van Elst kritisiert wird. Das ist gerechtfertigt. Er ist wirklich allzu unbedenklich mit Geld umgegangen und hätte an der einen oder anderen Stelle wirklich mehr sparen sollen. Zwar ist es kein Verbrechen, viel Geld auszugeben. Aber in einer Zeit, in der die Kirche den Gürtel enger schnallen muss und wenn der Bau von Anfang an in der Kritik stand, ist es schlicht nicht angemessen, so zu handeln. Selbst die Rücktrittsforderungen, soweit sie maßvoll vorgebracht werden, kann ich zumindest verstehen. Wie viele Pfarrer müssen sich für den Bischof prügeln lassen und sehen die Gemeinde kriseln. Den Rücktritt als einfachste und schnellste Möglichkeit anzudenken ist da menschlich.
Aber die Häme, die Wut, das wollüstige Auflisten von Fehlern, das genüssliche Wälzen in Formulierungen wie krank, kriminell, Protz-Bischof etc. und das Nachtreten mit Ansage, Anlauf und Applaus einem Mann gegenüber, der am Boden liegt, zeigte eine Geistesart, die einen für einen Kommentar eigentlich disqualifiziert.

Das führt uns zu den Medien. Sie sind einen eigenen Post wert, deswegen soll hier nur bemerkt werden, wie bereitwillig sie die persönlichen Animositäten und Feldzüge gegen den Bischof wiedergeben. Allein der Vorsitzende des Aufsichtsrates wird derart oft eingeblendet, das man die Nase schon nicht mehr sehen kann. Und das bei einem Mann, der offensichtlich zwei Jahre lang seinen Job nicht gemacht hat und der sich jetzt mit Angriffen und Attacken reinzuwaschen sucht. Zu selten werde für mich die wirklich Betroffenen, wie die genannten Priester eingeblendet, die sich um eine ehrlich Darstellung ihrer Situation und zugleich um maßvolle Aussagen bemühen.

Was sich in Limburg daher abspielt, ist alles, barmherzig ist es nicht. Von den Medien können wir sie nicht erwarten. Aber von uns Katholiken schon, vor allem, wenn sie so inbrünstig gefordert wird. Welches Bild wir als Kirche abgeben ist nicht nur Sache des Bischofs, sondern auch des Kirchenvolkes, das Kirche sein will.

Sonntag, 13. Oktober 2013

Irgendwann ist auch mal gut - ein Kurzkommentar zu Limburg

Als ich heute kurz vor 12 Uhr den Dom durch das Hauptportal verließ, fand ich mich auf einmal in einer mittleren Menschenmenge wieder, die von Fernsehkameras umstellt war. Und damit mir nicht langweilig wird, wenn ich über den Domplatz schreite, begann dann gleich drauf ein kleines Lied, von Gitarren unterstützt. Glücklicherweise ging ich schon die Straße runter, als dann ein Sprecher den Domplatz mittels Lautsprecher zu beschallen anfing.

Das ganze firmierte als Demo, vermutlich gegen den peinlichen Umgang der Medien und vieler Katholiken mit dem Bischof. Ein Witz, es ging natürlich gegen den Chef und seine Residenz. Mein Rat: Beim nächsten mal um 180 Grad drehen und 15 Meter nach links, dann guckt ihr in die richtige Richtung.

Die Veranstalter behaupten, sie möchten nicht nachtreten. Immerhin reflektieren sie das Problem schonmal, womit sie weiter sind als viele andere. Dafür sollen sie hier auch mal gelobt werden. Leider blieb es dann weitgehend bei der Erkenntnis, denn ein bisschen nachgetreten hat man dann doch: Denn es muss wohl nicht mehr darüber diskutiert werden, dass sich Tebartz-van Elst nicht wird halten können. Da muss man nicht auch noch den Dom als Kulisse benutzen, um ne Demo zu veranstalten, die ohnehin keinen anderen Sinn hat, als frustrierten Katholiken ein Forum zu geben um sich abzureagieren. Was sie ja selber zugeben. Einer der Gläubigen sagt, er bete für "die Heilung von der Großmannssucht unseres Bischofs" (hier). Schön das er betet. Besser als mit der verbalen Mistgabel vor der Residenz zu stehen, wie manch andere. Das kann er aber auch zuhause, wie in 60 Gemeinden, wie wir es im Dom heute auch gemacht haben. Damit hilft man dem Bistum und dem Bischof sicher mehr als mit einer solchen Demo, die eher der Selbstbespiegelung dient.

Ach ja, eins noch: Heute schau ich in SpiegelOnline. Offenbar haben die ein Facebook-Foto gefunden, das den Bischof zeigt, wie er in der Maschine nach Rom sitzt. Mal ehrlich: Irgendwo ist auch mal gut. Heimlich Bilder zu machen ist schon schlimm genug. Aber das der Spiegel das dann auch noch benutzt, wie der arme Mann - auf dem Bild tut er einem wirklich leid - in aller Herrgottsfrühe von den Journalisten getrieben nach Rom regelrecht flüchten muss, das ist nun echt zuviel!

Limburger Bischof in Rom

Berichten der FAZ zufolge ist Bischof Tebartz-van Elst heute in aller Frühe nach Rom gereist. Das sei durch den Bistumssprecher bestätigt. Auf der Bistumsseite liegt hierzu noch kein Kommentar vor.

FAZ hier.

Samstag, 12. Oktober 2013

Rombesuch von Tebartz-van Elst in der nächsten Woche

Scheinbar sind die Medien Tebartz-van Elst auf den Leim gegangen. Am Morgen berichteten sie noch, der Bischof fliege heute noch nach Rom und konnten sogar die Uhrzeit angeben. Nun müssen sie zurückrudern - bzw. vergessen ihren entsprechenden Artikel eben mal - da der Bischof immer noch in Limburg sitzt und nach Aussage des Bistums erst im Laufe der nächsten Woche nach Rom fliegen wird. Wann wird jedoch nicht gesagt.

Von den Medien wird der Besuch zu einem Showdown mit Erzbischof Zollitsch hochstilisiert. Aber was spricht eigentlich dagegen, dass der Bischof seinen Fall auch persönlich in Rom vorbringt und nicht willfährig abwartet, bis andere ihre Deutung vorbringen. Wir wollen Erzbischof Zollitsch nichts vorwerfen, als Vorsitzender der Bischofskonferenz wird es zu seinem Job gehören, in so einem Fall in Rom ein Statement abzugeben. Aber man wird als Betroffener ja wohl noch selber was dazu sagen dürfen, oder?

Bistumsseite hier.
FAZ und ihr Showdown hier.

Geht Kardinal Meisner auf Distanz?

Jetzt geht Bischof Tebartz-van Elst auch noch seines mächtigsten Fürsprechers in Deutschland verloren. Nach Berichten der FAZ geht Kardinal Meisner auf Distanz zum Limburger Bischof: Für ihn sei mit der Strafanzeige eine neue Lage eingetreten, da Tebartz-van Elst zunehmend der Kirche als Gesamtheit zu schaden beginne. Allerdings lässt sich die Behauptung der FAS noch durch keine Aussage des Kardinals selber stützen.

Aber es gibt Hinweise, die zumindest auf eine gewisse Distanzierung hinweisen. Am deutlichsten kann man es am Domradio sehen. Hier bemühte man sich stets um eine ausgewogene oder zum Limburger Bischof hinneigende Berichterstattung. Seine Befürworter fanden hier immer Raum. Nun jedoch sind aus Köln andere Töne zu hören. Der Domradio-Chefredakteur schreibt einen eher harschen Kommentar über den Bischof, der so vor einigen Wochen noch undenkbar gewesen wäre. Auch ein Interview mit dem Chefredakteur macht deutlich, das man im Schatten des Kölner Doms den Strafbefehl als Einschnitt betrachtet. Und im Rahmen eines anderen Artikels werden schon mal Rücktritts- und Absetzungsszenarien durchdekliniert.

Allerdings weist der Pressesprecher Meisners den Bericht der FAS zurück. Der Kardinal beobachte die Lage im Bistum Limburg nur aufmerksam.

FAZ hier.
Kommentar hier.
Interview hier.
Artikel hier.
Antwort des Pressesprechers hier.

Von Limburg nach Rom: Tebartz-van Elst reist in den Vatikan

Was macht eigentlich der Bischof Tebartz-van Elst momentan? fragt man sich nicht nur in Limburg. Den Brief, den er schreiben wollte, hat er nun doch sein lassen, was bei vielen auf Erleichterung stieß. Man befürchtete wohl, dass die Pfarrer von der Kanzel gejagt würden, wenn sie den Brief am Sonntag vorlesen müssten. Dann hat sich er Bischof mit seinem Generalvikar beraten und ist offensichtlich zu einer ersten Entscheidung gekommen, die typisch katholisch ist: Alle Wege führen nach Rom, und weil's schneller geht, flieg ich hin. So macht sich der Bischof heute in den Vatikan auf. Der Rückflug - das es einen gibt, werden manche schon bedauern - geht erst am Donnerstag. Mal schaun, was in Rom beschlossen wird.

FAZ hier.
Spiegel hier.

Freitag, 11. Oktober 2013

Tut sich was in Limburg?

Am Donnerstag hat Bischof Tebartz-van Elst angekündigt, er wolle in einem Brief am Wochenende einiges klar stellen. Diesen Brief wird es nach KNA-Berichten nun doch nicht geben. Hat das etwas damit zu tun, dass die Erklärungsversuche durch Architekten-Beiträge obsolet sind? Oder mit dem Strafbefehl? Oder verändert sich die Strategie auf dem Domberg?

KNA-Bericht unten auf der Bistums-Homepage hier.

Kirchenquiz

Wo steht diese Kirche?
 

Auflösung am Sonntag?

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Strafbefehlantrag gegen Bischof Tebartz-van Elst

Nach Berichten von FAZ und Spiegel hat die Staatsanwaltschaft Hamburg gegen Bischof Tebartz-van Elst Strafbefehl beantragt. Ein Kommentar des Bistums liegt momentan noch nicht vor.

Spiegel hier.
FAZ hier.

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Tebartz-van Elst: Opfer einer Kampagne?

Momentan dröhnen wieder die schweren Geschütze der deutschen Medienlandschaft in Richtung Limburger Domberg. Man könnte fast meinen, noch nie sei in Deutschland ein Kostenrahmen für ein Projekt irgendwie aus dem Ruder gelaufen.

Daher wird wieder die Frage laut, ob sich hier irgendwer verschworen hat, um den Bischof, dessen Fehler aufbauschend, loszuwerden. Daher schiebe ich jetzt etwas verspätet meine Fortsetzung zum Thema: Bischog Tebartz-van Elst und die Medien, zu lesen hier, nach.

Da das ganze doch schon eine Weile her ist, sollen die wichtigsten Punkte noch einmal schnell rekapituliert werden:
1. Ist zwischen Kampagne und Hype zu unterscheiden. Eine Kampagne ist gesteuert, ihr liegt ein Wille zugrunde, sich mit einem Punkt intensiv und längere Zeit zu beschäftigen. Ein Hype dagegen ist Produkt der Medienmechanismen.
2. Kampagnen wie Hypes zielen darauf ab, die Leserschaft an das Medium zu binden. Ergänzende Ziele liegen nur bei Kampagnen vor.
3. Durch das Zusammenspiel der Medien entsteht die Medienrealität. Medien geben nicht (nur) die Wirklichkeit im eigentlichen Sinne wieder, sondern die von ihnen selbst geschaffenen Darstellung der Wirklichkeit.
4. Die Medienrealität wirkt auf die Gruppen, die von den jeweiligen Medien bedient werden. Da es in Deutschland keine eigenständigen weltanschaulichen Sozialsysteme größeren Formates mehr gibt, liegt auch nur noch eine große, weitgehend gleichmäßige Medienrealität vor, die als Mainstream bezeichnet werden kann.

Nun soll es darum gehen, diese Erkenntnisse auf Limburg anzuwenden.

Im Grunde ist es unmöglich, eine Medienkampagne nur auf Basis von Artikeln nachzuweisen. Hierfür braucht man eigentlich die Aussagen der Medienschaffenden, die dies bestätigen. Dennoch kann man auf Basis der vorliegenden Informationen zumindest begründete Vermutungen aufstellen. Demnach liegt, wie oft, im Fall Tebartz-van Elst eine Kombination aus Kampagne und Hype vor.

Eine Medienkampagne gegen den Bischof kann man am ehesten beim Spiegel ausfindig machen.
Hier scheint man bewusst auf den Bischof angelegt zu haben, plant Attacke um Attacke mit immer neuen und alten Enthüllungen und Behauptungen. Allerdings stellt sich die Frage, wann dieser Plan, diese Kampagne genau entstanden sein könnte. Betrachten wir die verschiedenen Medienschübe, in denen über den Bischof berichtet wird, so steht der Spiegel immer relativ am Anfang und begleitet diese relativ lange. Dabei hat er sich auf den Bischofspalast spezialisiert, macht aber auch gerne mal Rundumschläge. Dabei kann man nicht nur eine, sondern mehrere Kampagnen erkennen, da Journalisten in der Regel in überschaubaren Zeitabschnitten arbeiten. Die letzte Medienkampagne des Spiegels gegen den Bischof begann etwa Ende August mit dem Interview des Stadtdekans zu Eltz. Von da an produzierte der Spiegel fast täglich Berichte, bis Mitte September, für eine Provinzangelegenheit ungewöhnlich lang und intensiv, weswegen man berechtigterweise einen Willen dahinter vermuten kann. Erst als ihm die Munition ausging, weil das Bistum sich beruhigte, wurde die Berichterstattung eingestellt. Doch bereits davor können wir jedoch einige kleinere Kampagnen ausmachen, die sich vor allem um das neue Bischofshaus drehten. Denken wir nur an den tollen Film bei Spiegel TV und die ihn flankierenden Artikel. Momentan ist es ziemlich ruhig geworden, doch auch jetzt ist der Spiegel noch der Hauptinitiator und wichtigster Stichwortgeber für Berichte über den Bischof, wenn wir z.B. an die Artikel über die behaupteten Quasi-Massenaustritte denken. 

Bei den übrigen Medien kann jedoch keine Kampagne im eigentlichen Sinne festgestellt werden. Die einzige Zeitung, die dazu die Kraft und die Ortsnähe hätte, wäre die FAZ. Doch gibt es von der FAZ nur wenig eigenständige Artikel zu diesem Thema, zudem sind hier auch neutrale oder bedenkliche Artikel zu lesen. Der große Leidartikel Cave Canem wärmt im Grunde nur die alte Soße vom Spiegel wieder auf und verquirlt diese mit ein paar persönlichen Erlebnissen. Auch in Sachen Stadtdekan zu Eltz kommen die FAZ und ihre kleinen Schwestern FNP und NNP nicht zu eigenem Ruhm. Sie reagieren eher auf Ereignisse in den anderen Medien. Gleiches gilt für die übrigen Medien auch, die noch weniger eigenständig als die beiden Großen - und in Ansätzen die Rundschau - arbeiten. Sie beschäftigen sich daher mit dem Bischof im wesentlichen im Rahmen eines Hypes, der meistens durch den Spiegel initiiert wird oder von einer der großen Fernsehstationen.

Zusammenfassend können wir also sagen, dass es sicherlich ein oder vielleicht einige Medien mehrere Kampagnen gegen den Bischof initiiert haben und initiieren. Jedoch ist der größte Teil der Resonanz und Berichterstattung auf die dadurch ausgelösten Hypes zurückzuführen.

Ein Blick aus der Teeküche nach Limburg

Die aktuelle Lage im Bistum Limburg ist momentan mal wieder nicht besonders gut. Wenn ich böse wäre, würde ich sagen, alle Kritiker kommen wieder aus ihren Löchern und fangen an, am Stuhl weiter zu sägen. Aber man muss auch sagen, dass viele sich durchaus bemühen, eine gewisse Fairniss walten zu lassen, aber mit der aktuellen Situation schlicht überfordert sind. Das kann ich gut verstehen. Letztlich scheinen viele Stellen hier versagt zu haben. Das muss nun ergründet werden - dafür ist eine Kommission der DBK zuständig - und dann kann man über Konsequenzen nachdenken, die dann auch gut und sachlich begründet sind. Rücktrittsforderungen a la "Tebartz MUSS weg, sonst tret' ich aus" sind da allerdings nicht hilfreich. Das der Bischof Fehler gemacht und davon nicht wenige dürfte mittlerweile feststehen. Ob sie einen Rücktritt rechtfertigen, da schaun wir mal.

Ein Aufruf, sich mal zu beruhigen und in Ruhe die Sache durchzuarbeiten, kommt übrigens auch von unverdächtiger Stelle, aus Frankfurt, vom Kapuziner Bruder Paulus. Zu lesen hier.

Fasst Mut!

Christus starb für die Sünder. Faßt deshalb Mut und hofft, daß das Paradies euer ist, vorausgesetzt, daß ihr eure Sünden bereut und Gutes tut.

Philipp Neri

Dienstag, 8. Oktober 2013

Ob sich das mancher wirklich SO denkt?

Die neue Schreckenszahl in Limburg ist 31

31 Millionen hat die Bischofsresidenz in Limburg gekostet, so berichtet die FAZ unter Verweis auf die interne Prüfungskommission des Bischöflichen Stuhles. Die sich zudem vom Bischof getäuscht sieht, was wohl mit nicht vorliegenden Haushaltsplänen zu tun hat. Das Bistum hat die Zahl bestätigt, jedoch keine weiteren Angaben dazu gemacht. Die Unterlagen werden jetzt einer Sonderkommission übergeben und anschließend veröffentlicht. Hoffen wir mal, dass es ein paar wirklich gute Begründungen für diese Kosten gibt.

Denn ich geb jetzt mal den Propheten: Wenn das Bistum die Kosten nicht begründen kann und noch was aus Hamburg kommt, dann können wir schonmal für die neue Bischofsinthronisation üben.

Artikel der FAZ hier.
Der Spiegel springt drauf hier.
Das Bistum bestätigt die Zahl hier.
Ein interessanter Kommentar kann auf katholon gelesen werden, hier.

Montag, 7. Oktober 2013

Die Freude am Rosenkranz: Kennzeichen des wahren Christen

In seinem Buch über die Würde des Rosenkranzes berichtet der sel. Alanus de la Roche, die allerseligste Jungfrau habe ihm geoffenbart: „Wisse, mein Sohn, und teile es allen mit, dass es ein bedenkliches und drohendes Zeichen für die ewige Verdammung ist, wenn jemand Abneigung, Überdruss und Nachlässigkeit gegen das Beten des englischen Grußes an den Tag legt, der die ganze Welt wiederhergestellt hat.
Das sind überaus trostreiche, aber auch schreckliche Worte, die man kaum glauben würde, hätten wir dafür nicht das Zeugnis dieses heiligen Mannes aus früherer Zeit, mit dem der hl. Dominikus und noch andere Heilige und bedeutende Männer, sowie die Erfahrungen mehrerer Jahrhunderte übereinstimmen. Denn man hat noch immer die Beobachtung gemacht, dass alle jene, die das Zeichen der Verdammung an sich tragen, wie die bewussten und hartnäckigen Häretiker, die Ungläubigen, die Stolzen und die Weltmenschen, das Ave Maria und den Rosenkranz hassen und verachten. Sie lernen und beten vielleicht noch das „Vater unser“, nicht aber das „Ave Maria“ und den Rosenkranz. Sie haben einen solchen Schrecken vor diesem Gebet, dass sie lieber eine Schlange bei sich tragen würden, als einen Rosenkranz. Auch die Stolzen, selbst wenn es Katholiken sind, die eine gleiche Gesinnung hegen wie ihr Vater Luzifer, zeigen Verachtung und Gleichgültigkeit gegen das Ave Maria und betrachten den Rosenkranz als eine Andacht, die nur für alberne Weiber und für Ungebildete passe, die nicht lesen können. Dagegen lehrt uns die Erfahrung, dass alle, die sonst große Zeichen ihrer Auserwählung an sich tragen, mit Freude das Ave Maria beten, und, je inniger sie mit Gott verbunden sind, desto größere Vorliebe für dieses Gebet zeigen. Das hat die allerseligste Jungfrau auch dem sel. Alanus gesagt im Anschluss an die Worte, die ich soeben angeführt habe.
Quelle: Ludwig Maria von Montfort: Das Goldene Buch, S. 73.

Für Frauenpriestertum!

Jetzt hat er endgültig den Verstand verloren - denken sich meine Leser bei der Überschrift jetzt sicher.
Aber keine Sorge. Die Aussage des Titels meine nicht ich, sondern die Mädels von diesem tollen Video unten. Die sind sehr ähm ... nett anzusehen. Und das ist nicht sexistisch, denn ich meine die netten Neogotik-Kaseln. Denn was anderes Positives fällt mir nicht ein.
Mal ehrlich, besonders umhauen tut einen der Rhythmus nicht. Und der Text ... sagen wir mal, da hat jemand mehr von Musik verstanden als von Theologie und Kirchengeschichte.

Also Kaseln aus, Hefte raus, wir schreiben einen Test:
1. In welchem Zusammenhang hat die Hl. Therese von Lisieux gesagt, sie wünsche sich manchmal, Priester (ohne in) zu sein? Damit sie über die Hl. Gottesmutter predigen dürfe. Und predigen dürfen die Pastoralreferentinnen, gerne auch über Maria.
2. Welche "Kirchen" weihen Frauen? Entweder keine oder zwei, je nach Definition Kirche: Die Anglikaner und die Altkatholiken nämlich, insoweit diese als Kirche bezeichnet werden könnten. Also maximal zwei, nicht Alle.
3. Wer stellt eine Berufung fest: Ach ja, die Kirche. Und nicht ihr. Das wissen nebenbei auch Anglikaner und Altkatholiken, die auch nicht jedes Ego weihen, was da um die Ecke biegt.
Ergebnis: Drei von drei falsch. Setzen Sechs. Macht weniger Musik, sondern lernt gescheit. Dann reden wir demnächst über die Frage, ob es der Heiligung förderlich ist, Exkommunikation nicht ernst zunehmen.

Samstag, 5. Oktober 2013

Vom Regen in die Vesper. Ein Besuch bei der Gemeinschaft von Jerusalem

Meine aufmerksamen Leser werden sich vielleicht gefragt haben, wo ich Anfang der Woche abgeblieben bin. Ich war in Paris. Und da ich kein Smartphone habe konnte ich von da aus nicht bloggen. Hätte da auch keine Zeit gehabt, denn drei Tage Paris, da muss man schon das wichtigste abarbeiten. Ich hatte auch leidlich gutes Wetter. Nur am Sonntag Abend fing es auf einmal an zu gießen. Und natürlich konnte man sich nirgendwo gescheit unterstellen. So war es einzig die Mutter Kirche, die mir Asyl gewährt hat und ich konnte in eine Kirche fliehen. Und da es draußen natürlich weiterregnete gab es sogar noch einen extra Service. Denn ich bin nicht in irgendeine Kirche reingelaufen - durch den Hintereingang - sondern in Saint-Gervais. Eigentlich keine besondere Kirche von ihrer Architektur her. Aber die Kirche der Gemeinschaft von Jerusalem in Paris. Und gerade war Vesper. Nun ist das in dieser Gemeinschaft etwas anders, da sie einen eigenen, an der Ostkirche orientierten Gesang haben, sodass es zu einem besonderen Erlebnis wurde. Und nach der Vesper hat es draußen auch noch aufgehört zu regnen. Rundum schön.

Unten mal ein Video als Beispiel aus der genannten Kirche.
Infos über die Gemeinschaft gibt es hier.
 

Samstäglicher Newsticker

Frankfurt: Die FIZ berichtet: "Papst Franziskus spricht sich gegen die Verurteilung von Personen aus, die ihren Überzeugungen folgen. Daher dürfen Priester, die mit ihren Frauen zusammen leben oder das Priestertum der Frau propagieren oder die Gottheit Jesu leugnen nicht mehr exkommuniziert oder laisiert werden. Vielmehr sind sie in den gesamtkirchlichen Dialogprozess zu integrieren, den der Papst führen will."

Bonn: Die Arbeitsgemeinschaft für eine menschlichere Kirche begrüßte die Aussagen von Papst Franziskus über die römische Kurie. Der Papst habe vollkommen recht, wenn er den römischen Hof und seine Bürokratie als Lepra des Papsttums bezeichne. Die Gemeinschaft forderte zudem, mehr Macht der Laeien in den bischöflichen Ordinariaten und eine Personalaufstockung der bischöflichen Kurien, um, so der Sprecher "die Gemeindeseelsorger besser unterstützen zu können." Die Gemeindeseelsorger waren für einen Kommentar nicht zu erreichen.

Der Weltblick berichtet über die Lage im Bistum Limburg dramatisches. Demnach treten täglich 100 Katholiken aus der katholischen Kirche mit der Begründung aus, Tebartz-van Elst sei immer noch Bischof. Auf Nachfrage der Redaktion erklärt Weltblick, dass die genannten Zahlen geschätzt seien. Effektiv habe man nur zwei Katholiken gefunden, die mit dieser Begründung ausgetreten seien und sich jetzt in der Gemeinschaft "Die Göttin in dir meditieren" engagieren.

Freitag, 4. Oktober 2013

Über den Wert des Rosenkranzes

Die wahren Diener Mariä werden mit Vorliebe das Ave Maria oder den englischen Grußbeten, dessen Wert, Verdienstlichkeit, Erhabenheit und Notwendigkeit nur wenige Christenkennen. Die allerseligste Jungfrau ist mehrmals erleuchteten, großen Heiligen erschienen ausdrücklich zu dem Zweck, um ihnen den Wert dieses Gebetes zu offenbaren, wie z.B. dem hl. Dominikus, dem hl. Johanes Capistran, dem sel. Alanus de la Roche u.a. Diese haben daraufhin ganze Bücher verfasst über die Wunder und die Wirksamkeit dieses Gebetes für die Bekehrung der Seelen. Sie haben es laut verkündigt und öffentlich gepredigt, dass das Heil der Welt mit dem Ave Maria seinen Anfang nahm, sodass auch das Heil jedes einzelnen von diesem Gebete abhängt. Dieser Gruß beschenkte die dürre und unfruchtbare Erde mit der Frucht des Lebens, und gut gebetet, lässt es auch heute noch in unserer Seele das Wort Gottes Wurzel fassen und bringt in ihr die Frucht des Lebens, Jesus Christus, hervor. Das Ave Maria ist ein Himmelstau, der die Erde, d.h. die Seele tränkt, auf dass sie Frucht bringt zur rechten Zeit; eine Seele hingegen, die von diesem himmlischen Gebete nicht betaut wird, kann keine Frucht, sondern nur Dornen und Disteln hervorbringen und verfällt dem Fluche Gottes.
Quelle: Ludwig Maria von Montfort: Das Goldene Buch, S. 72.

Kirchenquiz

Wo steht diese Kirche?

Ein Tipp:
Die Kirche liegt in einer Stadt, die mit einem der bekanntesten Heiligen verbunden ist.

Auflösung am Mittwoch.

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Der Spiegel und die liebe limburger Statistik

Der Spiegel hat momentan ein Problem. Denn gerade gibt es nichts über Bischof Tebartz-van Elst zu berichten, was man gegen ihn ausschlachten könnte. Der Prozess in Hamburg, den der Spiegel hin und wieder auf Ende September mit dramatischen Ausgang für den Bischof vorausgesagt hat, ist immer noch nicht abgeschlossen, die Hütte steht und Stadtdekan zu Eltz macht momentan seinen Job in Frankfurt ohne Schüsse auf Limburg. Tiefste Ödnis also. Was kann man da machen? Man kramt eine Handvoll Daten aus und bauscht sie auf, um dem Bischof einen miesen Job zu unterstellen.

So hat der Spiegel rausgefunden, dass seit Amtsantritt des Bischofs 25.000 Katholiken aus der katholischen Kirche in Limburg ausgetreten sind. Das Amtsgericht Limburg verzeichnete sogar doppelt so viele Austritte wie noch 2004, als Tebartz-van Elst noch nicht Bischof war. Außerdem scheinen einige - also mehr als 1 und weniger als 25.000 - den Bischof als Grund für ihren Austritt angegeben zu haben. Das wollen wir dem Spiegel einmal glauben. Allerdings sind abgesehen von der Zahl 25.000 keine wirklich harten Fakten in dem Artikel, der, welch Wunder, in sechs Absätzen zwei Absätze Neues und 4 Absätze olle Karamellen bringt.

Unterfüttern wir also die Aussagen des Spiegels mit ein bisschen mehr Zahlen.

Wenn man dem Spiegel glauben will, dann treten im Jahr 2012 die Katholiken in Scharen wegen dem Bischof aus. Demnach müssten die Austrittszahlen im Bistum sich von den anderen Diözesen in Deutschland deutlich unterscheiden. Vergleichen wir die Austrittzahlen für das Bistum Limburg des Jahres 2012 mal mit den anderen, dann ergibt sich ein etwas anderes Bild. So kamen in Limburg auf einen Katholiken, der ausgetreten ist ca. 146 Gebliebene. In Mainz, wirklich kein Hort der Reaktion aber von der Rahmensituation etwa vergleichbar, waren es 164 zu 1, also nur geringfügig mehr. In Fulda ist das Verhältnis wesentlich besser, da kommen auf einen Austretenden immerhin 209 die bleiben. Im Bundesdurchschnitt sind es 205. In Berlin, um mal einen Ausreißer zu nennen, sieht es viel düsterer aus, nämlich 80 zu 1. Limburg liegt damit im unteren Bereich der Kirchenentwicklung in Deutschland, was zwar nicht schön ist, aber auch nicht so schrecklich, wie der Spiegel tut.

Auch der durchschaubare Versuch, Kamphaus und Tebartz-van Elst mal wieder gegeneinander auszuspielen, geht bei näherem Hinsehen nicht auf. Die ominösen doppelten Austrittszahlen im Vergleich zum Jahr 2004 implizieren ja goldene Zeiten vor Tebartz-van Elst. Vergleicht man jedoch die Zahlen für das ganze Bistum aus diesem Zeitraum, sieht es da schon anders aus. 2012 traten 4453 Katholiken aus, 2002 und 2003 jeweils ca. 4800. Der Piek lag 2010 bei 6300 Austritten, als sie in ganz Deutschland auf Rekordniveau lagen und seitdem gehen die Kirchenaustritte zurück. Limburg liegt also hier im deutschen Trend ohne besondere Ausschläge.

Wie viele Leute wegen dem Bischof wirklich austreten, ist zudem nicht raus. Es gibt keine Informationen darüber, wie viele Katholiken den Bischof als einen Grund ihres Austrittes angeben und auch keine Vermutungen über die Dunkelziffer. Es ist also ein heiteres Raten. Sicher ist nur, dass es solche Katholiken gibt. Das jeder Katholik, der Austritt, einer zuviel ist, ist natürlich klar. Aber wie stark ist ein Glaube, wenn ich meine Kirche wegen einem Bischofshaus verlasse?

Aber vielleicht lesen wir den Bericht von Spiegel und Co auch nur falsch. Vielleicht geht es gar nicht darum nachzuweisen, wie schlecht Tebartz-van Elst ist, sondern darum, wie toll man selber seinen Job macht. Denn an der Demontage des Bischofs haben die Medien, der Spiegel voran, ja ihren Anteil. Denn das den Spiegel die Sorge um die katholische Kirche umtreibt, kann ich mir nicht vorstellen. Das er sich selber lobt, hingegen schon. Ist ja nicht so, das der Spiegel jemals irgendwem Hochmut vorgeworfen hätte.

Der Spiegel-Artikel kann hier gelesen werden.
Die FR hat immerhin auch mal das Bistum gefragt, zu lesen hier.
Zahlen der DBK hier.

Gebrauche die Gedanken richtig

Ein Altvater sprach: Nicht weil uns schlechte Gedanken einfallen, werden wir ihretwegen verdammt, sondern wenn wir sie schlecht gebrauchen. Denn es ist so, daß wir durch Gedanken sowohl Schiffbruch erleiden können, wie auch, daß wir durch Gedanken gekrönt werden können.
Weisung der Väter, Spruch 1103.

Mittwoch, 2. Oktober 2013

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