Mittwoch, 31. Juli 2013

Endlich hört der Papst die Beichte

Endlich hört der Papst die Beichte! Es freut einen doch zu sehen, wie ein Papst erstmals herabsteigt, um bescheiden und demütig sich die Nöte und Sorgen der Jugend direkt anzuhören. Das gab's noch nie!


Ähhmmm .... noch nie ohne Mozetta

Dienstag, 30. Juli 2013

David Berger lesen

Papst Franziskus plaudert im Flugzeug mit Journalisten und sagt ihnen ein paar Dinge die ... ja, ganz normal sind. Schwule sind nicht zu diskriminieren, aber homosexuelle Akte sind Sünde. Lobbys sind keine gute Idee. Frauenpriestertum gibts nicht, Frauen müssen aber mehr gefördert werden.

Für jemanden, der sich gut mit Kirche auskennt, ist das alles nix neues. Aber für Journalisten, die es nicht tun - man kann eingestandermaßen auch nicht alles wissen - ist das eben was ganz neues, weil sie zum ersten mal einem Papst zuhören, anstatt sich gleich die Ohren zuzuhalten, wie das unter Benedikt oft der Fall war. Auch einige Liberale wittern Morgenluft und proklamieren schonmal den Einmarsch von Schwulen und Frauen in die Priesterseminare.

Wie wohltuend ist es da, jemanden zu lesen, dem die Medien tatsächlich bereit sind ein Forum zu geben und der den ganzen Hype zurechtrückt. Das derjenige David Berger heisst und zum homosexuell-linken Rand der Kirche gehört, sei dahingestellt. Denn er hat dem Spiegel ein Interview gegeben, indem zwar auch manches persönliche Beleidigtsein und Betroffensein vorkommt, das für die Interpretation der Aussagen des Papstes aber viel wertvolles enthält.

Daher, ausnahmsweise, David Berger lesen. Klerikal-traditionalistischer Schwulenfeindlichkeit absolut unverdächtig und als Betroffener praktisch unangfreibar. Interview zu lesen hier.

Das Anthropische Weltbild

Fortsetzung von hier.

Betrachten wir das Phänomen der Feinabstimmung, so scheint uns das Universum, indem wir uns befinden, geradezu perfekt auf den Leib geschneidert zu sein. Mit den Worten von Carter: "Obwohl unsere Lage nicht notwendiger Weise zentral ist, ist sie doch zweifellos in gewissem Ausmaß privilegiert."

Dieses Privileg ist, wie wir bereits im letzten Post gesehen haben, etwas so ungewöhnliches, dass es nach einer Erklärung verlangt, also einer Ursache, warum das Universum genauso ist, wie es ist. Wir fragen also nach dem Grund für dieses ungewöhnliche Phänomen im Universum, nachdem Carter erklärt hat, wie es beschaffen sein muss, damit wir Fragen können.

Die Wissenschafts-Philosophie spricht hier von zwei Gründen oder Ursachen, causae, nämlich der causa formalis, wie etwas ist, und der causa finalis, warum etwas so ist. Nachdem Carter festgestellt hat, wie ungewöhnlich die Formalursachen gegeben sein müssen, sodass es uns gibt, liegt die Annahme nahe, die Finalursache sei, die Dinge sind so, damit es uns gibt. Höheres Leben ist also der Grund, warum die Feinabstimmung so existiert.

Und damit haben wir, ihr merkt es, den Grund der Naturwissenschaften verlassen und beschäftigen uns mit einem Weltbild, nämlich dem Anthropischen Prinzip.

Dem Anthropische Prinzip liegt eine teleologische Deutung zugrunde. Demnach kann etwas nicht nur von seinem Anfang, sondern auch von seinem Ende erklärt werden, also von dem Ziel, das mit der Handlung verfolgt wird. Bleiben wir z.B. bei meinem Tisch. Ich kann die Entstehung auf das Zusammenwirken von Holz, Metall und Glas erklären, also die Formalursachen beschreiben. Zugleich kann ich seine Entstehung ergänzend durch den Wunsch des Herstellers erklären, einen Tisch herzustellen, den er mir vermittels eines Möbelverkäufers andrehen will.

Das gleiche Prinzip kann man auch auf das Universum anwenden. Allerdings braucht man hier wie da einen Willen für die Finalursache und dieser Wille muss Personal verfasst sein, weil nur Personen einen Willen haben und die einzige Person, die ein Universum wollen kann, ist Gott. Entsprechend lehnen viele Wissenschaftler ein solches Bild des Universums als vorkopernikanisch ab.

Das Anthropische Prinzip bietet indes zwei Vorteile: Es erklärt sinnvoll, warum das Universum seine Gestalt hat, indem es dieser Gestalt Sinn verleiht. Der zweite Vorteil ist sie Ermöglichung von gesellschaftlicher Anschlusskommunikation. So sagt Otto Heckmann, ein deutscher Astronom: "Die kosmischen Grundbedingung des Menschen oder menschlich-ähnlicher Wesen besteht ... in der Existenz nicht irgendeines, sondern eines höchst spezifischen Kosmos ... Wenn der Mensch Wert legt auf kosmische Würde und kosmischen Rang: Hier sind beide zurückerstattet in einer Größenordnung, die man kaum steigern kann." Für die Menschen kann also dieses Modell als eine Grundlage für Sinnsuche, für psychologische, gesellschaftliche und ethische Grundvollzüge dienen.

Fortsetzung folgt. 

Montag, 29. Juli 2013

Das neutrale Weltbild der Wissenschaft - Eine Legende


Eine der größten Legenden der Populärwissenschaft ist die Behauptung, die moderne Wissenschaft stütze ein Weltbild ohne Gott. Denn da sie Gott nicht als eine Grundlage ihrer Berechnungen annehme, das Universum aber trotzdem erklären könne, brauche der Wissenschaftler Gott nicht. Es gebe daher das neutrale wissenschaftliche Weltbild ohne Gott und das voreingenommene Weltbild mit Gott.

Das ist Unsinn!

Richtig ist, dass für die Wissenschaft Gott nicht Teil ihrer Datengrundlage ist. Das geht ja auch gar nicht. Ein Physiker sagte einmal, man könne als Naturwissenschaftler nur mit dem arbeiten, was man in einem Experiment kontrollieren könnte. Gott aber wäre nicht Gott, wenn man ihn in einem Experiment kontrollieren könnte.

Falsch ist aber die Behauptung, es gebe ein neutrales Weltbild, gestützt auf wissenschaftliche Beweise. Ein Weltbild ist nie neutral, weil immer mit einer Festlegung verbunden. Eine Festlegung aber ist nie neutral. Ich kann mich z.B. der Existenz meines Schreibtisches gegenüber nicht neutral verhalten. Entweder ich lege mich darauf fest, dass es ihn gibt, weil es erklärt, worauf mein Laptop liegt. Oder ich verneine seine Existenz, dann wird mein Laptop irgendwie von irgendetwas anderem auf Brusthöhe gehalten, z.B. durch stabile Luftströme. Wobei halt mehr für die erste Feststellung spricht.

Ebenso ist es mit einem Weltbild, indem Gott vorkommt. Entweder ich sage, es gibt ihn oder es gibt ihn nicht. In beiden Fällen hat das Einfluss auf meine Sicht des Universums und Konsequenzen auf die Schlussfolgerungen, die ich über dieses Universum ziehe.

An dieser Stelle möchte ich euch die beiden dominierenden Weltbilder vorstellen, die sich mit dem Universum befassen: Das Kopernikanische Weltbild und das Anthropische Weltbild. Die folgenden Ausführungen basieren nicht etwa auf meiner eigenen überragenden Kenntnis der Materie, sondern auf einem Vortrag, den ich vor kurzem gehört habe und auf einem Artikel in der KU.

Beide Modelle sollen in auf Basis des physikalischen Modells der Feinabstimmung vorgestellt werden, das sie auf zwei unterschiedliche Weise interpretieren und daraus unterschiedliche Konsequenzen ziehen.

Bei der Feinabstimmung handelt es sich um ein durch Brandon Carter entdecktes Phänomen, nachdem die Naturkonstanten, also die Naturgesetze, ganz exakt so zusammenwirken, dass im Universum Lebensformen auf Basis komplex strukturierter Materie möglich sind. Wenn diese Konstanten auch nur ein bisschen, bisschen, bisschen voneinander abweichen würden, gebe es keine Wissenschaftler, die sie beobachten könnten, ja selbst keine Materie. Das ist umso beeindruckender, weil es ein außerordentlich unwahrscheinlicher Fall ist, den wir erleben. So unwahrscheinlich, wie wenn ein Scharfschütze auf der Erde eine Centmünze trifft, die sich am Ende des sichtbaren Universums befindet.

Fortsetzung hier.

Selig sind die Armen im Geiste!

Abbas Johannes von der Thebais sprach: "Der Mönch muß vor allem die Demut festhalten. Sie ist das erste Gebot des Erlösers, der sagte: "Selig sind die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich."
Weisung der Väter, Spruch 408.

Samstag, 27. Juli 2013

Samstäglicher Newsticker

Rio: Papst Franziskus begrüßte seine argentinischen Landsleute in einer Predigt und forderte sie auf, den Glauben nicht zu verwässern. Dankbar nimmt die Organisation "Church for ab better world" den Gedanken des Papstes auf. Sprecher Jake Incomprension: "Endlich hat sich ein Papst einmal dem Thema Wasser gewidmet. Der Aufruf von Papst Franziskus sagt klar, wie dringend sich die Kirche der Vergiftung des Wasser widmen muss und wie nötig gerade es bei den Jugendlichen ist, sich für gutes Wasser einzusetzen."

Rio: Am Rande des Weltjugendtages hat WisiKi eine eigene Glaubensfeier ins Leben gerufen: "Wir sind Jugend-Tag". Die 165 Teilnehmern aus 6 Ländern sollen auf zahlreichen (auf Nachfrage vier) Veranstaltungen Kontakt zu ihrer inneren Jugend aufnehmen und ihr jugendliches Revolluzzertum aus der Zeit des Vatikanums II wieder aufleben lassen. 

Rio/Kleinkleckersdorf-Ost: Papst Franziskus erklärt auf dem Weltjugendtag: "Nicht die pastorale Kreativität, nicht die Begegnungen oder die Planungen garantieren die Früchte, sondern die Treue zu Jesus". Mit großer Freude nimmt die Sprecherin der "Denkfabrik für Pastoraltheologie gewidmet Hans Küng", Wilhelmine Küsselbecker, die Worte von Papst Franziskus auf: "Der Papst sagt, worum es geht und wie man noch heute die Menschen begeistern kann. Indem man die Botschaft der Jesus-Bewegung in der Treue zum Heute kreativ, planerisch und begegnungsstark umsetzt."

Vermischtes aus der Szese

Hochwürden Jolie hat kurzfristig thematisch umgesattelt und bringt jetzt im Tagebuch eines Landpfarrers das Tagebuch eines WJT-Pilgers. Im bekannten Stil etwas surrealistisch geschrieben bringt es schöne Eindrücke aus unbeleuchteten Ecken ds großen Ereignisses. Leider nicht als Label ausgewiesen, daher verlinke ich nur zum ersten Post.

Pro spe salutis steigt in die Diskussion mit ein, ob und wieweit man einen katholischen Jugendlichen, der mal seine Meinung artikuliert, als Repräsentativ für die katholische Jugend betrachten kann. Da er dabei zugleich eine Übersicht und Verlinkung auf die übrigen Teilnehmer der Diskussion bietet, sei dieser Post sehr empfohlen. Zu lesen hier.

Roger bringt in seinem Breviarum mal wieder ein schönes Zitat über die Demut von Franz von Sales. Zu lesen hier.

Auf Katholisch in Südrussland lässt uns Bischof Pickel dieser Tage nicht nur an seinen Erfahrungen in den weitern Südrusslands teilhaben, sondern auch an seiner Reise zum Weltjugentag, wo er die russischen Pilger katechetisch betreut. Zum ersten Post gehts hier.

Die Ew. Schwester verabschiedet sich. Glücklicherweise nicht direkt von uns, sondern von ihrer bisherigen Gemeinschaft. Sie zieht nämlich in ein anderes Kloster um. Ob sie den Orden wechselt oder nur die Lokalität und wie es weiter geht, das werden wir vielleicht bald erfahren. Hoffentlich hat sie sich also auch nicht von uns verabschiedet. Zum Post hier.

Der Herr Alipius denkt über die neueste Einlassung einer "Papstfreundin" nach, die behauptet, der Hl. Vater wolle den Zölibat abschaffen. Während die einen bei dieser Nachricht anfangen zu hyperventilieren und schon mal beim nächsten Piusbrüderpriorat wegen Eingliederung nachfragen wollen, hält es die Liberalen nicht auf ihren Stuhlkreis-Stühlen und sie tanzen Sambatänze um ein mystische Lagerfeuer. Ich halte es da allerdings mit dem Herrn Alipius, was man hier lesen kann.

Freitag, 26. Juli 2013

Donnerstag, 25. Juli 2013

Bescheidenheit und Demut sind nicht das Gleiche!

Papst Franziskus: bescheiden und demütig
Bescheidenheit und Demut sind seit dem Amtsantritt von Papst Franziskus wieder groß in Kommen. Kirchenvertreter müssten bescheiden und demütig sein, schallt es aus allen Ecken der Kirche entgegen und dabei wird mit großer Geste auf den Papst gezeigt, der doch auch bescheiden und demütig sei.

Interessanterweise scheint sich dieses Begriffspaar jedoch in der allgemeinen Darstellung nicht zu ergänzen, also man solle bescheiden UND demütig sein, sondern funktioniert eher im Sinne eines Kausalzusammenhangs, also jemand ist demütig WEIL er Bescheidenheit zeigt. Demnach wäre Bescheidenheit ein Anzeichen von Demut. Genauer gesagt wird es sogar das Hauptanzeichen von Demut  gehalten, ja geradezu als untrügliches Zeichen: Wer bescheiden ist, der ist auch demütig.

Daran habe ich aber meine starken Zweifel.
Der Duden kennt denn auch diese direkte Verbindung nicht. Demut wird nicht als Synonym von Bescheidenheit ausgespuckt. Er nennt vielmehrt Wörter wie Anspruchslosigkeit, Bedürfnislosigkeit, Einfachheit, Genügsamkeit, Selbstbescheidung, Unaufdringlichkeit, zurückhaltende Art, Zurückhaltung. Bei Demut nennt er hingegen als Synonyme: Ergebenheit, Hingabe, Opferbereitschaft. Nach der deutschen Sprachbibel scheinen die Begriffe also wenig bis gar nichts miteinander zu tun zu haben.

Meine Mutter fragte mich einmal, was denn ein Kennzeichen von Demut wäre. Ich (klug, herrlich und weise) meinte darauf: Das man sie nicht sieht. Und das stimmt ja auch. Der Demütige hat original überhaupt gar kein Interesse daran, das man seine Demut bemerkt. Im Gegenteil bemüht er sich sogar, dass sie nicht auffällt. Es gibt zahlreicher Erzählungen der Wüstenväter, wo ein Altvater, der eigentlich keinen Wein trinkt, es doch tut, weil er bei anderen zu Gast ist und sie ihm welchen anbieten und sich selbst auch einen einschenken. Auch gibt es den Rat eines Wüstenvaters, man möge, wenn man zu einer Gemeinschaft stoße, nur das tun, was die anderen auch machen, nicht mehr und schon gar nicht öffentlich, damit man nicht berühmt werde und sich selbst überhebe. Oder der Wüstenvater Pambo, der jahrelang im Gebet bat, es möge ihn doch bitte niemand bemerken.

Merkt ihr was?
Das klingt doch sehr nach Zurückhaltung und Unaufdringlichkeit, die Synonyme für Bescheidenheit sind. Ist das also vielleicht doch das gleiche? Immer noch nein. Betrachten wir nochmal die Synonyme, dann fällt auf, dass Bescheidenheit für den Duden eher passiv ist, aus Verzicht besteht, aus weniger machen oder haben als. Demut hingegen wird als etwas aktives verstanden, gerade Hingabe drückt das aus. Es ist demnach eine Frage des Zieles. Demut ist aktiv auf etwas ausgerichtet, Demut kann nur auf ein Ziel hin gelebt werden, nämlich auf den Größeren hin, von dem man sich beschenkt weiss, dem man dankbar ist und mit Hingabe antwortet. Bescheidenheit hingegen kann auch mit einer Egal-Einstellung zusammenhängen oder mit der Angst, irgendwie negativ aufzufallen.

Bezeichnenderweise bricht hier jedoch die Dudendefínition mit der medialen Definition. Denn die Medien definieren Bescheidenheit als etwas aktives, etwas sichtbares. Der Papst ist ja soooo demütig, er verneigt sich, fährt mit dem Bus etc. Der Pfarrer ist ja soooo demütig, er trägt ja keine Soutane, sondern läuft rum wie jedermann. Bescheidenheit ist also gerade mit Sichtbarkeit, mit Aktivität verbunden. Diese muss aber gar nicht auf ein höheres Ziel hingerichtet sein, sondern kann auch Selbstgenügsamkeit bedeuten. Als Erzbischof kann Kardinal Bergolio sowohl aus pastoralen Gründen in einer Wohnung gelebt haben - damit er die Nöte der Menschen besser nachvollziehen und keinen Wall zwischen sich und ihnen hat, was bei seinen Ausführungen als Papst nahe liegt - oder weil er einfach keinen Sinn für einen Bischofspalast hat und eine normale Wohnung mit ihrer vergleichsweisen Ruhe dem Gewusel eines Minihofes vorzieht. Nicht selten verziehen sich die Herrscher in Palästen in eine Art Klause, wo sie für sich sein wollen und Abstand zu ihrem Hof suchen.

Bescheidenheit kann sogar ein Zeichen für Hochmut sein, wenn man nämlich zeigen will, wie bescheiden, genügsam etc. man ist: Seht mich an, ich brauche nichts, außer eurer Aufmerksamkeit. Und Wilhelm Busch dichtet: Bescheidenheit ist eine Zier. Bescheidenheit ist also auch, in den richtigen Kreisen natürlich, eine Zierde, eine Auszeichnung, die man sich an die Brust wie einen Orden heftet. Und damit das Gegenteil von Demut.

Bescheidenheit und Demut, ruft die Welt der Kirche zu und schreit damit nicht mal nach dem Falschen. Doch hält sie jede Bescheidenheit auch gleich für Demut und bleibt damit oberflächlich. Denn Bescheidenheit kann auf Demut hinweisen, ist ein möglicher Hinweis dafür. Ist sie jedoch nicht der einzige Hinweis. Und wird sie überdeutlich zur Schau gestellt, weist sie auf das genaue Gegenteil hin. Dort hingegen, wo Bescheidenheit nicht auffällt, wo sie nicht ins grelle Licht der Scheinwerfer gerückt wird, da scheint sie wirklich ein guter Hinweis auf Demut zu sein. Bescheidenheit ist also die Bereitschaft, mit weniger auszukommen; Demut ist die Haltung, dass auch dieses Wenige als Geschenk von einem anderen kommt.
Gespräch zwischen dem Limburger Domdekan Göbel und der Gestapo:
"Sie wollen ja doch nur die Kirche kaputt machen!" - "Wissen sie nicht, daß wir Sie verhaften können?" - "Wenn sie meinen ... Und sie wollen ja doch nur die Kirche kaputt machen!"
aus: Hans Pabst: Viel Wasser floß die Lahn hinunter, S. 43.

Dienstag, 23. Juli 2013

Johannes Cassian und Papst Franziskus

Cassianische Impulse bei Papst Franziskus?
Es ist wohl zu früh, um tatsächlich Aussagen über einen möglichen Einfluss von Johannes Cassian auf Papst Franziskus zu tätigen. Möglicherweise besteht dieser zumindest indirekt über die ignatianische und die franziskanische Spiritualität. Gleichwohl gibt es drei unübersehbare Aspekte im Leben und Werk Cassians, die auch Ähnlichkeiten zur Spiritualität von Jorge Mario Bergoglio aufweisen und uns auch heute noch einiges lehren können für unsere Glaubenspraxis:
- Der Vorrang Christi, des Gebets, der Demut und der Nächstenliebe: Wenn Papst Franziskus auf dem Petersplatz den Gläubigen zuruft, dass sie mehr „Jesus!“ und weniger „Papst Franziskus!“ rufen sollten, dann ist dies ein Zeichen für den Vorrang, den Jesus Christus im Leben eines gläubigen Christen eingeräumt bekommen sollte.
Niemand – nicht einmal der Papst oder die Heiligen – darf eine höhere Priorität genießen. Wie schon sein Vorgänger Benedikt XVI. ist Papst Franziskus ein zutiefst christozentrischer Papst und ebenfalls ein Mann des Gebets und der Kontemplation. Seine Vorliebe für die Eucharistische Anbetung ist bekannt, genauso wie sein Tatendrang und seine aus dem Glauben resultierende persönliche Einfachheit.
Johannes Cassian betonte ebenfalls die Notwendigkeit der Verbindung von Kontemplation und Aktion und die Notwendigkeit der Einfachheit, die durch eine durch das Ruhegebet erwirkte „Reinheit des Herzens“ (puritas cordis) erzielt wird. Passend hierzu teilte Papst Franziskus am 16.07.2013 per Twitter seinen Followern mit: "Zu einem christlichen Leben gehören unbedingt Gebet, Demut und Liebe zu allen Menschen: Das ist der Weg zur Heiligkeit." Ein Tweet ganz im Sinne Cassians.
Quelle: kathnet.

Dem gemeinen Kirchensteuerzahler. Ein Dank

Sonntagsgehende Katholiken wie ich blicken ja gerne auf sie herab, diese seltsamen Wesen, die an Ostern und Weihnachten die üblicherweise mittelmäßig besetzten Kirchenbänke voll machen, sonst aber nie gesehen werden. Jene Geschöpfe, deren Christsein zweimal im Jahr, sowie an Taufen, Firmungen, Hochzeiten und bei Beerdigungen durchbricht, die ansonsten mit Kirche aber wenig zu tun haben. Wenig deswegen, weil es durchaus noch etwas gibt, was sie mit der Kirche verbindet: Die Kirchensteuer. Ein absonderliches Reptil aus vorvergangener Zeit, als der Staat die Kirche als Erziehungsanstalt und Kulturinstitut noch dringend nötig hatte und ihr daher nach dem großen Raub des Jahres 1803 das Recht zusprach, ihren Mitgliedern eine verbindliche Abgabe abzuknöpfen und sich zur Mitte des letzten Jahrhunderts sogar bereit fand, diesen Mitgliedsbeitrag über die Finanzämter einzuziehen.

Es ist die Kirchensteuer, die die Mehrheit der Deutschen immer noch mit der Kirche verbindet, obwohl die meisten von ihnen den Sonntag lieber ausschlafen und Sport treiben, als in der Messe zu knien. DIe Kirchensteuer ist in gewisser Weise die Lebensader der deutschen Kirche, die sich durch nichts anderes auszeichnet als dadurch, finanziell gut ausgerüstet zu sein. Dennoch ist die Kirchensteuer immer wieder Kritik ausgesetzt, weil sie den bequemen Sessel bildet, in dem sich wohldotierten Amts- und Berufskatholiken räkeln und der ihren Missionseifer untergräbt, weil die finanzielle Absicherung nicht von der Lauheit der Kirchenmitglieder bedroht ist.

Es gibt also berechtigte Kritik an der Kirchensteuer. Es gibt auch berechtigte Kritik an den Kirchensteuerkatholiken, die außer diese Abgabe zu leisten kein oder kaum Interesse an der Wahrnehmung ihrer religiösen Pflichten haben. Für einen Katholiken, der sich bemüht, seinen Glauben in sein Leben aktiv zu integrieren, ist so etwas ein Graus. Deswegen blickt man ja auch so gerne auf sie herab oder spricht ein wenig despektierlich, optimal mit Verwunderung oder Bedauern über sie.

Aber ist das wirklich die angemessene Haltung ihnen gegenüber? Welche Botschaft senden wir diesen Katholiken, die sie ja immer noch sind, mit dieser Einstellung? Wir wollen euch nicht? Oder nur, wenn ihr es anders macht, intensivere Christen seid? Ist das nicht von uns selbst ein bisschen, wie sag ich das nett, großkotzig. Wer kann schon sagen, er sei ein intensiv lebender Christ? Warum sollte ich zu einem Verein gehen wollen, wo alle auf mich herabschauen. Man kennt das, wenn man zu spät zur Messe kommt oder etwas anders gekleidet ist, wie oft man dann von den anderen Gläubigen mit diesem Blick "Was macht der hier und kann er nicht pünktlich sein, anständig rumlaufen, meine Andacht nicht stören etc."

Wir sollten auch nicht vergessen, dass diese Katholiken, auch wenn ihr Glaubensleben wohl etwas defizitärer ist als das unsere, mit der Zahlung ihrer Kirchensteuer immer noch viel Gutes tun. Nicht nur das viele caritative und kulturelle Aspekte in Deutschland ohne die Kirchensteuer nicht möglich wären. Auch der Umstand, dass viele Seelsorger ihr Leben dieser Aufgabe nicht nur als Berufung, sondern auch als geldwertem Beruf und damit, potentiell, umso intensiver nachgehen können, gehört dazu. Dazu pumpen die reichen Bistümer Deutschlands jährlich Unsummen in die ärmere Weltkirche. Wer mal die endlose Akten an Dankesschreiben auch nur durchgeblättert hat, die in den Ordinariaten für kirchensteuerfinanzierte Beihilfen in afrikanischen, asiatischen und amerikanischen Bistümern eintreffen, bekommt ein ungefähres Bild von der Größe solcher Unterstützung.

Natürlich ist die Caritas nur eine Säule im kirchlichen Leben, aber immerhin. Aber auch in der Liturgie sind diese Christen öfter präsent, als manche denken. Zwar erfüllen sie bei weitem nicht das Sonntagsgebot, was schlimm genug ist. Aber an den hohen Festtagen, bei Taufen, Hochzeiten, Firmungen sind sie oft präsent und füllen die Kirchenbänke. Für den Priester (und den Ministranten) die nicht selten magere Besucherzahlen haben, eine kleine Freude und eine Evangelisierungschance.

Und auch was diesen letzten Punkt, das Glaubenszeugnis angeht, kommen diese Christen zwar oft nicht alltäglich, aber doch auf Aufforderung mal aus ihrem Schneckenhaus heraus. Auch ich bin in keinem Kirchgängerhaushalt aufgewachsen, aber zumindest so ein paar ganz grobe Basics und eine ganz grobe Vorstellung hatte ich denn schon. Und oft schicken die Eltern die Kinder denn auch zur Kommunion (mit Unterricht) und zum Religionsunterricht. Das die Kirche die Chance, die Kinder hier für sich einzunehmen, zumeist grandios versemmelt, das kann man ihnen ja nicht vorwerfen.
 
Man kann also viele Gründe finden, diesem Christen eine Intensivierung seines Glaubenslebens dringend anzuraten. Aber wir haben auch viele Gründe, ihm dankbar zu sein. Daher an dieser Stelle dem gemeinen Kirchensteuerzahler Danke für alles.

Montag, 22. Juli 2013

Tebartz-van Elst unterstützt Einer von uns

Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst hat heute seine Unterstützung für die Europäische Bürgerinitiative "Einer von uns" (one of us) zugesagt: "Ich empfinde es als ein ermutigendes und dringliches Zeichen, dass sich so viele für den Schutz des menschlichen Lebens engagieren."
"Wir Christen sind immer dazu aufgerufen, uns unermüdlich für die Achtung der Menschenwürde einzusetzen", so Tebartz-van Elst. "Für uns ist es selbstverständlich, dass dem Menschen als Gottes ebenbildliches Geschöpf von Beginn seines Daseins bis zu seinem natürlichen Tod mit eben dieser Menschenwürde zu begegnen ist", sagte der Limburger Bischof. Als Familienbischof der Deutschen Bischofskonferenz begrüße er jede Initiative, die dazu beitrage, den Wert des menschlichen Lebens als Gabe Gottes deutlicher ins Bewusstsein zu rufen. "Wenn selbst der Europäische Gerichtshof den Menschen so umfassend schützt, dann sollten wir alles daran setzen, dass auch die politisch Verantwortlichen diesem Gedanken folgen", sagte der Bischof.
Tebartz-van Elst kündigte an, auf den Internetseiten des Bistums um Unterstützung für die Initiative "Einer von uns" werben zu lassen. "Ich werde die Pfarrer und alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter des Bistums bitten, die Menschen in ihren Gemeinden auf diese wertvolle Initiative aufmerksam zu machen. Ich fände es schön, wenn möglichst viele sich beim Unterschriftensammeln engagieren würden", gab der Bischof abschließend seiner Hoffnung Ausdruck.
Quelle: Bistum Limburg.

Warum Christus die Sünderin nicht zurückwies

Zwei Altväter reisten Aigea nach Tarsus in Kilikien, und durch die Fügung Gottes kamen sie in einem Stall, um dort auszuruhen - es war nämlich sehr heiß. Da trafen sie auch drei junge Leute, die auf der Reise nach Aigea waren und eine "Freundin" bei sich hatten. Die Altväter setzten sich auf einen abgesonderten Platz, und einer von ihnen zog sein Evangelienbuch heraus und begann zu lesen. Als die Buhlerin, die bei den jungen Leuten war, das sah, ging sie von ihnen weg und setzte sich an seine Seite. Dieser aber befahl ihr wegzugehen und sagte zu ihr: "Du Unselige, du bist sehr unverschämt, daß du dich nicht scheust, zu uns zu kommen und hier niederzusitzen." Sie aber entgegnete ihm: "Ich bitte dich, mich nicht zu verachten und zu verstoßen! Denn wenn ich auch voll Sünden bin, so hat doch auch Jesus Christus selbst, unser Herr und Erlöser, die öffentliche Sünderin, die zu ihm kam, nicht von sich gewiesen." Der Altvater sagte darauf: "Ja, aber dieses Weib gab ihr sündhaftes Leben auf und bekehrte sich!" Da sprach die Buhlerin: "Ich hoffe auf den Sohn des lebendigen Gottes, daß auch ich vom heutigen Tage an nicht mehr in der Sünde bleibe." Hierauf verließ sie die jungen Leute und alle ihre Habe und folgte jenen Altvätern. Diese aber gaben sie in ein Kloster nahe bei Aigea, namens Makkiba. Ich habe sie selbst als alte Frau gesehen, sie besaß große Weisheit, und ich habe diese Geschichte aus ihrem eigenen Munde selbst gehört. Sie hieß übrigens Maria.
Weisung der Väter, Spruch 1227.

Samstag, 20. Juli 2013

Vermischtes aus der Szese

Sophophilo beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von historisch-kritischer Exegese und Modularisierung. Ein Post, auf den ich gerne hinweise, weil ich dazu auch schon etwas verbrochen habe (dort). Besonders lesenswert ist der Artikel des Kollegen auch, weil er hilfreiche Lesetipps gibt. Zum Post geht's hier.

Pro spe salutis sucht das Positive auch in weniger schönen Kirchen und findet es in der Erinnerung der Christen daran, sich nicht bequem und kuschelig in dieser Welt einzurichten, sondern immer bereit zu sein für den Aufbruch, da die Erfüllung an einem anderen Ort warten. Zum Post hier.

Simplicius deckt die neusten Machenschaften des Limburger Bischofs Tebartz-van Elst hier auf.

Die Katholische Bloggerliste lässt uns Blogger natürlich auch beim Weltjugendtag nicht alleine. Für alle, die wie ich nicht nach Rio können - weil sie keine Zeit haben, zu alt sind oder keine Zeit haben weil sie zu alt sind - wurde eine Linkliste mit Weltjugendtagblogs zusammengestellt. Einzusehen hier.

jos.m.betle macht auf et nunc auf die Verbindung von Liturgie, Katechese und Caritas aufmerksam. Nicht aber Kraft eigener Autorität, sondern er zitiert dabei Alexander King Sample, Erzbischof von Portland. Zum Post hier lang.

Anni Freiburgbärin rezipiert Prälat Imkamp bei der Frage um die Autentizität der Liturgie und diverse Versuche sie, sagen wir mal, angenehmer für junge Menschen zu machen. Eingeleitet wird der Post von einem Zitat aus einem Brief Jugendlicher, die sich über die jugendgottesdienstliche Praxis beschweren. Zu lesen hier.

Frischer Wind postet einen Artikel von P. Denecke über die Vorstellungen der Hl. Theresia von Lisieux zu einer Marienpredigt. Die Hl. Theresia setzte sich mit der Marienfrömmigkeit ihrer Zeit auseinander und sah die Gefahr einer Überladung Mariens, die sie zu einem fernen Andachtsgegenstand macht, statt zu einer nahen Mutter ihrer Kinder. Zugleich wies die Heilige auch den Weg zum Kern einer Gesunden Marienfrömmigkeit. Zu lesen hier.

Auf Breviarum Roger mahnt uns Franz von Sales zu einer gsund-demütigen Reaktion auf Ungeduld. Zum Post hier lang.

Die Ew. Mitbloggerin hat nach einiger Zeit das Posten wieder verstärkt aufgenommen und lässt uns nun, dankbarerweise, an den Gedanken einer kontemplativen Ordensfrau teilhaben. Dazu passend einer schöner Post über das Bei-sich-sein. Zu lesen hier.

Samstäglicher Newsticker

Kuala Lumpur: Die Regierung von Malaysia weist die Katholische Kirche in ihrem Land an, nicht das Wort Allah für Gott zu verwenden, obwohl es in der Landessprache üblich ist. Auf diese Weise würden die Muslime beleidigt. Zur Lösung empfahl die Regierung der Kirche die Verwendung des Lateinischen in der Messe. Mit Deus habe man kein Problem.

Berlin: Der "Berlinische Rat für Weltökumene" will die Ökumene zwischen allen Religionen weiter fördern. Um zu verdeutlichen, dass man den gleichen Gott wie die Muslime anbetet, sollen die christlichen Kirchen ebenfalls Gott zukünftig Allah nennen. Die Muslime fänden das sicherlich als starkes Zeichen für Gemeinschaft und Ökumene gut.

Frankfurt: Die Zeitschrift VETO bringt einen zweiten Band heraus. Damit triumphiere sie über die Zeitschrift CREDO, die es nur auf eine Auflage gebracht habe, jubelt der Chefredakteur auf der Internetseite www.ecrasez-l’infâme.de. Die zweite Auflage titelt: Frauen, Saufen, Schwulensex - die Jesusgemeinschaft, wie sie wirklich war. Autoren sind Wilhelmine Küsselbecker (Frauen sind die besseren Priester), Cornelia-Hippolyte Erdfrau-Witzelstein (Maria, Jesus und ihre Kinder), Karl-Heinz Mutig (Petrus, der Großkapitalist), Ludwig von Miese (Das spartanische Ephorensystem und seine Übernahme durch den Wanderprediger Jesus) und viele weitere. Das Heft liegt der FIZ, dem Antirömischen Beobachter, der Magdalena sowie dem Deutsch-katholischen Kirchenblatt bei. Bestellungen bitte über die Internetseite oder direkt per Mail an paraklet@refomer.de.

Brüssel: Seit sich die neue französische Marianne an der Femen-Aktivistin Inna Schewtschenko orientiert hat, macht das Beispiel Frankreichs Schule. Die Kommission für Gleichstellung, Gleichheit und Gleich-fällt-uns-noch-mehr-ein plant die Reform des europäischen Briefmarkensystems. In der EU zirkulierende Briefmarken sollen nicht mehr von den Ausgeberländern frei gewählt werden dürfen, sondern nach EU-Richtlinien bestimmt werden. In diesem Zusammenhang wurd der Vatikan aufgefordert, seine Briefmarken nachzubessern und Motive von Homosexuellen, Atheisten, Muslimen einzuführen und Bilder von Christus, Maria, Heiligen und Päpsten wegen potentiell gefühlter Diskriminierung von Nicht-Christen, Nicht-Marienverehrern, Nicht-Heiligen und Nicht-Katholiken abzuschaffen.

Donnerstag, 18. Juli 2013

Ein Traditionsargument ohne Lehramt: Geht das?


In seinem Blog Balken und Splitter beschäftigte sich Kollege Schnitzler hier vor einiger Zeit mit der historisch-kritischen Methode und hat dafür auch ein Beispiel der Vita der Hl. Thekla ausgegraben. Den Wert der genannten Exegese sieht er in der Beantwortung der Frage, warum Tertullian gegen einige Frauen gewettert hat, die sich am Beispiel der Heiligen orientieren. Die Antwort: Die Figur werde in ihrer Vita ambivalent dargestellt und schwanke zwischen gehorsamer Paulusschülerin und eigenständiger Lehrerin. Dazu Elisabeth Esch-Wermeling
Während die Kirchenväter Thekla als das leuchtende Vorbild bzw. die Personifizierung der heiligen Partheneia feierten, zeigt die Polemik Tertullians in De Baptismo 17,5, dass sich Frauen im 2. Jh. offensichtlich ganz konkret auf Thekla beriefen – und zwar nicht, um ein asketisches Ideal zu verbreiten, sondern um ihre Lehr- und Tauftätigkeit zu legitimieren.“ 
Und Kollege Schnitzler folgert:
Die Polemik gegen die sakramentale Tätigkeit von Frauen kann man auch in anderen biblischen Texten dieser Zeit nachweisen. Sie bekämpft ein Phänomen, dass es in dieser Zeit verbreitet gegeben haben muss! Auch die Paulusbriefe zeigen eine Vielzahl von Frauen in Gemeindefunktionen.
Die historisch-kritische Methode wird hier herangezogen, um die Forderung der Frauen nach einer größeren Gemeindepartizipation zu forcieren, indem neben den biblischen Gestalten, von denen wir ihre genaue Funktion nicht kennen, die Hl. Thekla als Vorbild herangezogen wird. Ein Vorbild, an dem sich tendenziös bereits andere Frauen in der frühen Kirche orientiert haben. Mit diesem Traditionsargument werde indirekt die konservativen Katholiken angezielt, die sich mit Verweis auf die Tradition gegen ein Frauenpriestertum stellen. Die Tradition der Frauenpriesterinnenforderer geht also weit bis in die Alte Kirche zurück und deutet das biblische Phänomen damit aus.   
Kollege Schnitzler schlussfolgert daraus:
Sie bekämpft ein Phänomen, dass es in dieser Zeit verbreitet gegeben haben muss!
Implizit, wenngleich nicht explizit mitgenannt, wird hier damit ausgesagt: Weil es das mal gegeben hat, können wir es doch auch wieder machen. Damit wird, durchaus nachvollziehbar, die kirchlichen Tradition für die Argumentation für ein Frauenpriestertum, denn darauf läuft es ja am Ende hinaus, herangezogen.

Zunächst ist der Rekurs auf die Tradition natürlich zu begrüßen. Und die Argumentation ist auch weitgehend schlüssig. Problematisch ist jedoch der Traditionsbegriff, der hier verwendet wird. Dieser lautet so sinngemäß: Tradition ist, was es mal gegeben hat. Damit ist der Tradition aber jede Unterscheidungsgrundlage gegeben, denn fast alles hat es irgendwann irgendwie mal in der Kirchengeschichte mal gegeben. Es gab auch mal Arianer, Adoptianisten, Katarer, Gnostiker, Pelagianer, Manichäer und was nicht noch alles. Wäre es demnach auch Ok, Gnostiker und Pelagianer zu sein? Auch die meisten Reformer würden dies verneinen. Aber dann natürlich hinzufügen, die Frauenfrage komme ja bereits in der Bibel in apostolischer Zeit vor und daher sei das ja etwas anderes. Nun beziehen sich auch die übrigen genannten Lehren auf die Hl. Schrift und legen sie in ihrem Sinne aus.

Der Rekurs auf die Schrift ist somit kein hinreichendes Kriterium, um verschiedene vorkommende Lehren voneinander zu unterscheiden. Es ist aber bezeichnend, dass dies, zumindest ab einem gewissen Zeitpunkt, immer gegen das Lehramt der Kirche getan wird. Und hier ist das Problem für viele Reformer. Denn das ist die Gemeinsamkeit, die sie mit jenen Irrlehren haben, die sie zumeist selber verurteilen. Sie erkennen zwar die Lehre der Kirche an, aber in diesem einen Punkt oder in einigen anderen, Nee, das muss nicht sein. Da kann man das auch anders denken, das meint die Kirche ja nicht so mit der klaren Absage.

Natürlich verdrehen jetzt alle reformfreudigen Leser - Hallo, ihr zwei - die Augen und murmeln: Jetzt kommt der schon wieder mit dem Lehramt. Ist doch voll das Totschlagargument. Das mag ja sein. Aber es ist eben deswegen ein Totschlagargument, weil es ein Punkt ist, hinter den man nicht zurück kann: Tradition kommt ohne Lehramt nicht aus. Mehr noch ist Tradition ohne Lehramt gar nicht vorhanden, denn irgendwie muss sich Tradition ja gebildet haben und das kann nur innerhalb des Amtes geschehen. Das sieht man überall dort, wo es kein Lehramt gibt. Diverse Freikirchen und Evangelikale Gemeinden kennen kein oder kaum eine Lehrautorität und sie haben daher null Tradition, während Gemeinschaften wie die Protestantischen Kirchen mit ihrer geschwächten Lehramtstruktur zwar eine verwässerte Tradition haben, doch zumindest haben sie eine.

Tradition ist also ohne Lehramt nicht denkbar.
Aber gut, sagen wir mal, das kirchliche Lehramt bedarf wiederum der Ausdeutung und man kann sich jetzt fragen, wieweit man die Frage nach der historischen Rolle der Frau ausdeuten kann. Welche Prinzipien wollen sie zur Ausdeutung verwenden? Beliebt ist immer der Satz: "Das war ja früher anders" garniert mit "die Männer haben ..." Das ist beides richtig. Ist aber ziemlich schwach. Nur weil sich die eine Sache ändert, muss sich ja nicht die andere Sache ändern und nur weil Männer was gemacht haben, heisst das ja nicht, dass es falsch war, oder? In diesem Zusammenhang wird dann oft von einer patriarchale Bewegung gesprochen, die die Frauen aus den Ämtern rausgemobbt habe. Es muss nicht erwähnt werden, dass es gar nicht so klar ist, welche Ämter Frauen denn in der apostol. Zeit inne hatten. Aber gibt es nicht viele Fragen in der Kirchengeschichte, die aus nicht ganz so heeren Gründen entschieden oder durch nicht ganz heere Instrumente durchgesetzt wurden, z.B. das Konzil von Ephesus Trotzdem würde wohl kaum einer sagen: Ja, das Theotokos-Dogma, das glauben wir nicht. Oder: Das Nizäum, ne, da war ja der Konstantin dabei. Das gilt für uns nicht.

Wir sehen also, es bringt nichts, auf die persönlichen Schwächen der Menschen hinzuweisen, die das Lehramt repräsentieren. Denn die wird es immer geben und wenn das Lehramt davon eingeschränkt wäre, bräuchte man es nicht. Dann muss man aber auch nicht über Tradition reden usw.
Auch wenn es so mancher nicht hören will, muss es leider gesagt sein:
Die Verbindung von Lehramt und Tradition und der Gehorsam dem Lehramt gegenüber ist die einfachste, wirkungsvollste und auch die autentischste Form der Traditionsanwendung.

Der Anfänger ist kein Meister

Für Anfänger im spirituellen Leben gibt es nichts gefährlicheres, als den Wunsch, den Meister zu spielen und andere zu führen und zu bekehren.

Philipp Neri

Mittwoch, 17. Juli 2013

Bedrängnis ertrage mit Geduld!

Ein Altvater sprach: Wenn den Menschen die Versuchung überfällt, dann häufen sich seine Bedrängnisse von allen Seiten, so daß er ganz verzagt wird und murrt. Er erzählte dazu folgendes: Ein Bruder befand sich in seinem Kellion, als eine Versuchung über ihn kam. Wenn nun jemand ihn besuchte, dann begrüßte er ihn nicht, noch wollte er ihn in sein Kellion einlassen, und wenn er Brot nötig hatte, lieh ihm niemand etwas, und wenn er von der Ernte kam, lud ihn niemand, wie es üblich war, zu sich, daß er sich erquickte. So kam er auch einmal bei größter Hitze nach Hause und hatte kein Brot in seinem Kellion, trotzdem dankte er Gott. Der Herr sah seine Geduld und nahm die heftige Anfechtungen von ihm weg, und siehe da, plötzlich klopft an seine Tür ein Mann, der ein mit Brot beladenes Kamel aus Ägypten mit sich führte. Als der Bruder das bemerkte, begann er zu weinen und sagte: Herr, ich bin nicht würdig, auch nur mäßiges Drangsaal zu leiden! Nachdem die Bedrängnis vorüber war, nahmen ihn die Brüder in ihre Kellien und in die Kirche wieder auf und erquickte ihn.
Weisung der Väter, Spruch 1140.

Franziskus und "der Alte"

Bildquelle hier.

Dienstag, 16. Juli 2013

Gesetz, Strafe und Gnade

Das Gesetz fordert, die Strafe nimmt, die Gnade gibt.

Franz von Assisi

Priesterliche Armut in Deutschland. Eine Chance?

Auf katholisches.info las ich neulich hier im Bericht eines Seminaristen vom Priestertreffen in Rom:
Jene, die zur Einfachheit in der Liturgie aufrufen (einschließlich verschiedener Seminaristen, Priester, Ordensfrauen …) haben aber alle das neueste I-Phone-Modell, Tablet, I-Pad, tolle Autos, und dann feiern sie aber, die Heilige Messe in Billigalbe.
Das wirft die Frage auf, wie die Armut, die immerhin zu den Evangelischen Räten gehört, zu verstehen ist? Ein Priester sagte mir mal, in Deutschland sei er mit einer 100% Arbeitsplatzgarantie und Beamtenbezügen wenig von Armut betroffen. Papst Franziskus aber hat die Priester, die gerne mal das neueste Merzedesmodell fahren, öffentlich ziemlich deutlich zusammengefaltet. Zwar kann man argumentiere, in Afrika werden Kinder auch nicht satt, wenn ein Priester einen gebrauchten Citroen fährt, aber die Frage nach dem Bild von Priester in der Gesellschaft stellt er damit wirkmächtig.

Ein Priester zeichnet sich nicht nur durch ein zölibatäres Leben, sondern auch durch eines der Armut und des Gehorsams aus. Aber unfreiwillige Armut ist sowenig eine Tugend wie unfreiwilliges Single-Dasein oder unter einem Zwang zu liegen. Armut sollte also freiwillig sein. Und dafür haben Priester in Deutschland ja nun viel Gelegenheit. Das bedeutet aber nicht nur, kein Geld zu haben, sondern wie ich mit diesem Geld umgehe. Gebe ich es für mich aus, oder für die anderen. Das müssen dabei keine Kinder in Afrika sein. Wer sich anstatt einen neuen BMW anzuschaffen ein Citroen C1 kauft (den fahre ich auch) und das gesparte Geld dem örtlichen Kindergarten oder einem Sozialprojekt zukommen lässt, wird sich des Beifalls der Gemeinde sicher sein können. Wer auch in der Kleidung Bescheidenheit zeigt und nicht überall den Pfarrherrn rauskehrt, hat gute Chancen, auch als konservative Socke in der Gemeinde akzeptiert zu werden.

Dann kann er auch mal drüber laut drüber nachdenken, ob man nicht die alten Neogotik-Kaseln aus dem 19. Jh. entstauben könnte, anstatt einen Schwung neuer Sackalben anzuschaffen. Denn die persönliche Bescheidenheit ist ja das eine, die Messe etwas anderes. Selbst von Franz von Assisi, dem mit Abstand radikalsten Armen der Kirchengeschichte, wird gesagt, er habe als Diakon das Evangelium in prachtvollen Gewändern gesungen und goldene Kelche anschaffen lassen.

Diese Unterscheidung scheint mir besonders wichtig in der Debatte um kirchliches Auftreten. Wo nützt Wohlstand nur den kirchlichen Amtsträgern - das können auch Laien sein - und wo wird er sinnvoll für alle eingesetzt. Sinnvoll ist dabei aber nicht nur die Caritas, die ja nur ein Teil des kirchlichen Handelns ist. Auch die Liturgie und die Mission sind weitere Teile kirchlichen Handelns. Und während es schon mancherorts in der Liturgie ziemlich ächzt, kann man in der Mission endgültig anfangen zu weinen. Auch hier könnte das wohldotierte kirchliche Personal etwas mehr Geld in die Hand nehmen, um Eigeninitiative in den Gemeinden zu fördern. Kurzer Dienstweg ist für viele Engagierte, die gerne etwas machen würden, sich aber an die Verwaltung nicht drantrauen, sicher hilfreich.

So kann der evangelische Rat der Armut gerade in Deutschland reiche Früchte tragen. Denn gerade hier sind die Chancen für Priester, freiwillig arm zu sein, besonders groß. Sowohl im geistlichen Sinne für sie selber, aber auch ganz praktisch durch die Unterstützung von Caritas, Liturgie und Mission. Ein Priester in Lateinamerika hat es bereits vorgemacht und seinen Wagen verkauft, um das Geld anderweitig einsetzen zu können.

Montag, 15. Juli 2013

Das Prinzip Stille Post und der Papst

Papst Franziskus: Ich will eine arme Kirche für die Armen. +++ ZDK: Der Papst will eine an Armen arme Kirche +++ WisiKi: Der Papst will eine an Priestern arme Kirche +++ Schüller: Der Papst will für die Armen eine neue Kirche +++ Wilhelmine Küsselbecker: Der Papst will eine arme Kirche mit reichen Mitarbeitern +++ Die Armen: Werden nicht gefragt.

Alleluja und Evangelium, byzantinische Osterliturgie in Deutsch


Samstag, 13. Juli 2013

Vermischtes aus der Szese

Der Kreuzknappe hat über besonders interessante Altäre abstimmen lassen, die er im Internet gefunden hat. Leider habe ich vergessen, rechtzeitig auf die Abstimmung hinzuweisen, wenngleich ich davon ausgehe, das viele meiner Leser den Kreuzknappen eh kennen. Leider habe ich auch etwas missverstanden. Ich dachte es ging in der Abstimmung darum, welcher Altar in der Pfarrkirche des Knappen aufgestellt werden sollte. Die Sieger sind hier zu sehen.

Auf Laudetur Jesus Christus wird darüber nachgedacht, was ein Papst in der Vanity Fair bedeutet. "Muss ich das gut finden?" fragen sich sicher viele Katholiken und der Autor. Und schiebt gleich die Antwort nach: Müssen nicht, aber es kann als Zeichen der Hoffnung verstanden werden. Zum Post hier.

Johannes schreibt nicht nur tolle Thomaskommentare auf seinem Blog, sondern hat diese über einen Verlag für Blogbücher auch schon analog unter die Leute gebracht. Daraus ist in Zusammenarbeit mit dem Herrn Alipius die Idee entstanden, mal ein gemeines Buch aller Blogger rauszubringen, die Lust dazu haben. Hierfür soll an dieser Stelle geworben werden. Näheres zu dem Projekt findet ihr hier.

Huppicke berichtet von ihrem Erlebnis in einem griechischen Ziegenka... ähm Dorf. Dabei hebt sie besonders die besondere Stimmung in den griechisch-orthodoxen Kirche und das Verhältnis der Griechen zu den Ikonen hervor. Ein schöner Bericht aus einer Welt, die noch nicht durch Kirchenbänke gezähmt wurde. Zu lesen hier.

Braut des Lammes berichtet von den eigenwilligen Blüten, die ein, wie sag ich das freundlich, gestörtes Verhältnis zu Rom bei Katholiken treiben kann. Da ist ein Karmel, der früher mit den Piusbrüdern verbunden war, dem aber selbst diese Gruppe jetzt noch zu modernistisch ist und die jetzt versuchen, sich allein durchzuschlagen. Das passiert halt, wenn man den Felsen der Kirche verlässt, man baut auf Sand und kommt ins schleudern. Der Post ist hier zu finden.

Kleine und große Lesetipps für den sommerlichen Garten- oder Strandliebhaber bringen Sophophilo und Simplicius (dessen Name mir besonders gut gefällt) hier und hier.

Samstäglicher Newsticker

New York: Das "Institute of catholic reform" veröffentlicht neue Daten zur Entwicklung der katholischen Kirche. Pressesprecher: "Aus den vorliegenden Zahlen ergibt sich die unbedingte Notwendigkeit zu einer Reform der katholischen Kirche. Die Zahl der Gläubigen, der aktiven wie passiven, geht seit Jahrne zurück, ebenso wie die Zahl der Priester und Ordensleute. So nimmt die Zahl der Ordensmänner im letzten Jahr um 18 % ab, die Zahl der Ordensfrauen sogar um 22 %. Daher schlagen wir die Einführung eines weiblichen Priestertums, die Abschaffung des Zölibats für Diözesanpriester_innen und Ordensleute sowie die Zulassung von homosexuell verheirateten Geschiedenen zur Kommunion und die Trauung von Hundehochzeiten vor." Auf die Frage des Redakteurs des Monte Cassino Post, ob die vorliegenden Zahlen denn nicht nur Europa betreffen, teilte der Pressesprecher mit: "Da nur aus Europa, Nordamerika und Ozeanien reif genug für belastbare Zahlen sind, rechnen wir diese Zahlen hoch."

Berlin: Der Sprecher von Wir-sind-Kirche-und-ihr-nicht Karl-Heinz Müller-Dehn sprach Papst Franziskus für den Besuch in Lampedusa den Respekt des Kirchenvolkes aus. "Damit ist Bischof Franziskus aus dem Schatten seines Vorgängers herausgetreten, dessen Leben sich zwischen Dogmen und Piusbrüdern abspielte und der sich für die Nöte der Menschen nicht interessiert hat. Benedikt traf sich mit Kardinälen, Bischöfen und Diktatoren, Franziskus mit rebellischen Ordensfrauen, Arbeiterpriestern und Flüchtlingen." Müller-Dehn versicherte darüber hinaus, er freue sich schon darauf, von Papst Franziskus zum Vier-Augen-Gespräch zwischen Gleichrangigen eingeladen zu werden.

Neue Benimmregeln für Rompilger: Das Institut für Memorandums-Förderung gibt neue Regeln für die Rompilger im Sommer heraus: Im Petersdom sind Hotpants und Bauchfreie Tops durch dei Damen zu tragen, Muskelshirts und kurze Shorts durch die Männer. Kardinälen ist heftig zuzuwinken, damit sie einen bemerken und rüberzurufen: "Rotkäppsche, wie is?" Der Papst ist mit "Ei Gude wie?" oder "Franz, wie gehts Keule?" von jungen Menschen mit "Jo, Mother-piep-, mach die Kebekus, voll geil, Du" anzusprechen. Dem Papst emeritus ist zur Begrüßung die Hand auf die Schulter zu legen mit den Worten: "Ich hab ja nix direkt gegen dich, aber ..." und eine beliebige Kritik zu ergänzen, die sich bevorzugt auf Liturgie, Dogma oder Sexualmoral bezieht.

Die Sprecherin der Gemeinschaft für eine arme und gerechte Kirche, Wilhelmine Küsselbecker, freut sich über die feierliche Watsche des Papstes gegenüber Priestern, die großkotzig mit ihrem BMW durch die Gegend fahren. Dies widerspreche dem Geist des Evangeliums, darin stimme man Franziskus voll zu. Man könne nicht Christ sein und so ein protziges Auto fahren, während KInder in Afrika hungern, ergänzte Küsselbecker. In Papst Franzikus hoffe man, nun endlich einen Polo-fahrenden Papst gefunden zu haben. Daher habe man ihm auch schon eine Mitgliedskarte für die Gemeinschaft nach Rom geschickt. Für weitere Fragen stand Frau Prof. Küsselbecker leider nicht zur Verfügung, da ihre Fahrerin mit dem Merzedes wartete, um zum nächsten Termin zu kommen.

Freitag, 12. Juli 2013

Kirchenquiz

Wo steht diese Kirche?
 

Weil es doch die Beteiligung bisher eher gering war, verlängere ich auf Mittwoch und gebe einen Tipp:

Die Kirche hat etwas mit einem Papst zu tun.

Donnerstag, 11. Juli 2013

Durch unser eigenes Bemühen können wir die Sünde nicht überwinden!

Von einem Altvater erzählte man, daß er in der Welt verheiratet gewesen sei, und als er sich später bekehrte, quälte ihn oft die Begierde nach seinem Weib. Er aber bekannte dies den Vätern. Da diese sahen, daß er ein sehr arbeitsamer Mann war, der mehr leistete als von ihm gefordert wurde, trugen sie ihm schwere Arbeiten auf, die seine Kräfte weit überforderten. Auf göttliche Fügung reiste ein Altvater nach der Sketis, und als er an dem Kellion dieses Mannes vorüberkam, sah er es offenstehen. Er wollte vorbeigehen, da niemand herauskam, um ihn zu begrüßen. Doch kehrte er nochmal zurück und sagte: "Vielleicht ist er Bruder, der hier wohnt, krank." Er klopfte daher und trat ein. Da fand er ihn sehr krank. Er fragte ihn: "Was fehlt dir Bruder?" Jener antwortete: "Ich lebte in der Welt, und jetzt versucht mich der Feind durch mein Weib. Ich erzählte dies den Vätern und sie legten mir verschiedene schwere Arbeiten auf, und da ich alles gehorsam leisten wollte, wurde ich krank, und doch nimmt meine Begierde immer noch zu." Als der Altvater dies hörte, wurde er traurig und sagte: "Die Väter haben dir als starke Männer solche Lasten auferlegt, unter denen due erliegen mußtest. Aber wenn du auf mich hören willst, der ich nur wie ein kleines Knäblein bin, so laß das sein. Nimm zu gegebener Zeit etwas Speise zu dir, und wenn du deine Kräfte wieder gewonnen hast, dann wirke ein gottgemäßes Werk und wirf deine Sorgen auf den Herrn (Ps 54,23). Denn durch dein eigenes Bemühen kannst du diese Sache nicht überwinden! Unser Körper ist nämlich wie ein Kleid: Wenn man es sorgsam behandelt, hält es lange, wenn man es aber vernachlässigt, verfault es." Als dieser das hörte, machte er es so, und in wenigen Tagen wich von ihm der Reiz.
Weisung der Väter, Spruch 1224

Beste Nonnenszene ever

Mein Lieblingsmoment in Sister Act und meine liebste Nonnenszene liegt bei 1:30

Dienstag, 9. Juli 2013

Tisch des Wortes

WikiCommons:
Thomas Haseloff
Neulich las ich mal wieder so ein Wort, bei dem ich mich tierisch aufregen könnte: Tisch des Wortes. Und weil ich das ja so selten mache, werd ich jetzt auch einfach mal überspitzt und wenig konziliant rumnölen. Wer nicht das nicht mag, möge diesen Post bitte nicht lesen.

Also, Tisch des Wortes. Wer hat sich diesen komischen Begriff eigentlich ausgedacht. Warum sagt man nicht Lesepult oder Ambo? Was ist an diesen Wörtern denn schlecht? Was soll mit dieser Eigenwilligen Formulierung ausgesagt werden, Tisch des Wortes? Zerlegen wir es mal, dann hat es zwei Aspekte: Tisch und Wort.

Nun sieht ein Ambo aber nicht aus wie ein Tisch, sondern eben wie ein Pult. Mit dem Wort Tisch kann also nicht die Form gemeint sein, sondern die Funktion. Nun hat aber ein Ambo nicht die Funktion eines Tisches, denn da kann man weder ne Mahlzeit drauf plazieren noch davon essen. Es kann also kein Tisch im eigentlichen Sinne gemeint sein, sondern ein übertragene Form von Tisch. Also etwas, was nichts mit Essen zu tun hat, sondern abstrakte Tischfunktionen erfüllt. Indem ich also auf diesem Tisch ein Buch ablege, trage ich Nahrung im abstrakten Sinne drauf und indem ich es vorlese, teile ich es aus. Aber um welches Wort geht es? Doch sicherlich nicht um irgendein Wort. Sondern um das Wort der Lesung aus der Hl. Schrift, dem Wort Gottes.

Dennoch bleibt die Frage, warum man sich diese eigenwillige Formulierung ausgedacht hat. Absicht scheint dahinter zu stecken. Gibt es denn noch einen anderen Tisch in der Kirche? Natürlich, den Altar. Der hat ja wirklich eine wie auch immer geartete Tischform. Und damit wären wir beim Grund, warum mich das aufregt. Durch die Formulierung "Tisch des Wortes" wird eine Gleichartigkeit zwischen Ambo und Altar hergeleitet. Diese Gleichwertigkeit führt dazu, dass der Ambo wichtiger wird, der Altar hingegen unwichtiger, weil er nunmehr auch nur ein Tisch wird, aber nur noch bedingt Altar ist, also Ort des Opfers, sondern nur noch Ort des Mahles.

Diese Aufwertung, gegen die grundsätzlich nichts zu sagen ist, hängt mit der Liturgiereform zusammen, in der das Wort, also Lesung und Predigt, wichtiger werden sollten. Um diese Gleichwertigkeit auszudrücken, nannte man den Ambo also auch einen Tisch. Altar des Wortes scheint man nicht in Betracht gezogen zu haben. Das mag auch damit zusammenhängen, dass die Gleichwertigkeit nie ganz eingezogen ist. Oder hat schonmal jemand gesehen, wie der Ambo inzensiert wird? Oder einen Altar, der in der Messe raus und rein getragen wird, wie das bei manchen Lesepulten passiert? Entsprechend ist diese gestelzte Formulierung doch irgendwie sinnlos. Kein Mensch sieht einen Ambo als Tisch des Wortes an, sondern eben als Lesepult, auf dem man dem Wort Gottes andächtig (optimal) lauscht, während das heiligerer Geschehen nach wie vor auf dem Tisch des Mahles, dem Altar, stattfindet. Man kniet ja auch nicht bei der Lesung, wohl aber beim Hochgebet.

Dennoch steht gerade bei modernen Kirch- und Kapellenrenovierungen gerne der Begriff vom Tisch des Wortes im Raum. Absicht? Wenn man jetzt noch zum Altar Mensa oder Tisch sagt, die Kniebänke rausschmeißt, den Ambo dem Altar gegenüberstellt, können wir uns langsam Sorgen machen.

Warum Sorgen? Ist doch nicht tragisch, wenn Wort und Wandlung gleichen Rang haben, oder?
Doch, leider ist das schon dramatisch. Man spricht ja nicht umsonst vom Allerheiligsten. Die Lesung ist ohne Zweifel sehr wichtig und ich persönlich finde es gut, dass man sie etwas mehr herausstreicht und den Gläubigen in der Landessprache vorträgt und nicht auf Latein. Aber das Evangelium ist eben doch nur ein Auszug des Wortes. Im Allerheiligsten allein ist das ganze Wort enthalten, Christus der Logos selber. Wer also die Lesung mit der Wandlung, den Ambo mit dem Altar gleichstellt, der erhebt zwar das Wort, erniedrigt aber das Allerheiligste. Natürlich muss das weder die Intention noch das Ergebnis sein. Gerade wenn man aber von den gleichen Leuten, die Tisch des Wortes sagt, hört, eine Wortgottesfeier sei gleichwertig mit der Hl. Messe, weiss man spätestens, was die Uhr geschlagen hat.
Altvater Makarios der Große kam zum Altvater Antonios auf den Berg, er klopfte, und jener kam zu ihm heraus und fragte: "Wer bist du?" Der sagte: "Ich bin Makarios." Da schloss Antonios die Türe, ging hinein und ließ ihn stehen. Als er aber seine Geduld sah, öffnete er ihm, war freundlich mit ihm und sagte: "Seit langer Zeit wollte ich dich sehen, da ich so viel von dir gehört habe." Er bewirtete ihn und richtete ihm ein Ruhelager, denn er war sehr ermüdet. Als es spät Abend war, weichte er Palmblätter ein. Da bat ihn Altvater Makarios: "Befiel, daß ich mir auch Palmblätter einweiche!" Er sagte: "Tue es!" Er machte sich einen großen Bund und weichte sie ein. So saßen sie da von Abend an, sprachen über das Heil der Seelen und flochten. Das Seil ging durch die Tür bis zur Höhle hinab. Als der selige Antonios in der Frühe hineinkam, sah er die Menge des Seiles des Altvaters Makarios und er sprach: "Viel Kraft geht von diesen Händen aus."
Weisung der Väter, Spruch 457.

Montag, 8. Juli 2013

Franziskus sagt: Wider die alten Strukturen. Und alle jubeln


Päpstliche Verlautbarungen haben ja den Vorteil, dass sie ausdeutbar sind. Das erleben wir immer wieder in der Geschichte, das ein und dieselbe Aussage eines Papstes, egal wie hochoffiziell und präzis sie war, immer wieder von allen möglichen Gruppen angewendet und umgewendet wird, solange, bis jeder das reinlesen kann, was ihm in den Kram passt. Das macht päpstliche Aussagen so attraktiv, weil man sich bequem auf sie berufen kann, ohne Angst haben zu müssen, dass einen der Verfasser anruft und einen zusammenfaltet, weil man grandios an seiner Intention vorbeiinterpretiert hat.

Besonders leicht ist es momentan mit den Predigten von Papst Franziskus, die dieser mehr oder weniger spontan hält. Da diese nicht in einen klassischen lehramtlichen Kontext eingebunden sind , bedarf es für sie eines bestimmten hermeneutischen Schlüssels. Dieser ist allerdings relativ einfach zu finden. Franziskus geht es um die konkrete Erbauung der Zuhörer. Sie sollen einen spirituellen Impuls erhalten. Der Inhalt, der darüber hinaus über die Medien an die Welt geht, soll diesen Impuls auch für die restliche katholische Welt erreichbar machen. Anders als der Dogmatiker Benedikt, dem zuzutrauen war selbst in spontanen Predigten noch Feinheiten von größerer Tragweite unterzubringen, ist Bischof Franziskus eher für die Momentaufnahme großer Linien zu haben. Was Franziskus sagt, müsste man daher ganz lesen, um daraus ein Programm abzuleiten.

Ein gutes Beispiel für diese Problematik ist das Wort von Franziskus:
Im christlichen Leben, auch im Leben der Kirche, gibt es alte Strukturen, hinfällige Strukturen: es ist notwendig, sie zu erneuern
Wie soll man das jetzt verstehen. Die Konservativen lesen daraus etwa:
Wir dürfen nicht stehenbleiben und uns auf den Erfolgen der Vergangenheit ausruhen. Vielmehr müssen wir uns im Licht des Glaubens der Väter immer wieder mit dem neuen auseinandersetzen, den Glauben der Kirche fruchtbar machen für die Gegenwart und müssen uns dabei teilweise auch alte Sturkturen und Pfründe trennen.

Die Liberalen lesen hingegen:
Der Papst findet das Memorandum gut und will das Frauenpriestertum, die Abschaffung des Zölibats und die Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenen und die Orientierung des Glaubensgutes an unseren heutigen Bedürfnissen/Notwendigkeiten.

Das letztere ist natürlich Unsinn und widerspricht ausdrücklich früheren Aussagen von Franziskus, ja der ganzen Linie, die er als Erzbischof und als Papst immer gehabt hat. Vergleichen wir hierzu nurmal die aktuelle Enzyklika:
Jede Epoche macht die Erfahrung, dass einzelne Aspekte des Glaubens leichter oder schwieriger angenommen werden können: Deswegen ist es wichtig, wachsam zu sein, damit das ganze Glaubensgut weitergegeben wird (vgl. 1 Tim 6,20), damit in angemessener Weise auf alle Aspekte des Bekenntnisses des Glaubens bestanden wird. Insofern die Einheit des Glaubens die Einheit der Kirche ist, heißt etwas vom Glauben wegnehmen in der Tat etwas von der Wahrheit der Gemeinschaft wegnehmen.
Die erste Interpretation mag hingegen etwas harmlos sein und die Radikalität der Aussage abmildern.

Dennoch handelt es sich bei den Predigten des Hl. Vaters zunächst nicht um kirchenpolitische, sondern geistliche Reden, die den einzelnen Christen betreffen und ihn mit der Radikalität der Botschaft des Evangeliums konfrontieren wollen. Wenn er also von Strukturen spricht, meint er wohl am ehesten die Strukturen unseres eigenen Lebens, die wir durchbrechen und vom Hl. Geist erleuchten lassen sollen. Damit steht er dann auch voll in der Tradition der geistlichen Väter. Und das ist in der Katholischen Kirche immer ein guter Hinweis, das man richtig liegt.
Sagt der Konservative.

Weitere Posts zum Thema:
Vom Kreuzknappen hier,
auf Laudetur Jesus Christus hier
und bei Balken und Splitter hier.

Franziskus auf Lampedusa: Endlich ein barmherziger Papst!

Wer sich mal wieder so richtig schön aufregen will, der lese am besten den Artikel auf Spiegelonline über den Papstbesuch auf Lampedusa. Zum rot anlaufen hier .

Ich geh jetzt zur Beruhigung was essen.

Wo Maria ist, da sind ihre Kinder in Sicherheit

Und wo die Mutter ist, da sind die Kinder in Sicherheit! Alle! Bitten wir um die Gnade, keine Angst vor der Neuheit des Evangeliums zu haben, keine Angst vor der Erneuerung, die der Heilige Geist wirkt, keine Angst davor, hinfällige Strukturen, die uns gefangen halten, fallen zu lassen. Wenn wir Angst haben, so wissen wir, dass die Mutter bei uns ist, und wie die Kinder gehen wir mit ein wenig Angst zu ihr und sie – wie die älteste Antifon sagt – ‚behütet uns unter ihrem Mantel, mit ihrem mütterlichen Schutz’.
Quelle. kathnet

Samstag, 6. Juli 2013

Vermischtes aus der Szese

Bellfrell berichtet von einer Begegnung von Papst em. Benedikt XVI. mit einer Delegation aus Freising. Das Ereignis zeigt, wie sich Benedikt an das selbst auferlegte Prozedere hält. Er verlässt kaum sein Kloster, begrüßt zwar einige ganz wenige Gäste - die Freisinger scheinen eine Ausnahme darzustellen - kommentiert aber das kirchliche Geschehen nicht. Zu lesen hier.

Pro spe salutis gewährt uns einen kleinen Einblick in die bunte Welt des Freiburger Ordinariats - also die Ausmalung der Wände desselben. Er geht aber auch auf den Dialogprozess ein und zeigt, wie man schon zu Beginn des 20. Jh. weitsichtig diesen durchschaut hat. Zum Post geht's hier.

Der Herr Alipius frönt mal wieder seiner Leidenschaft für Barockes und Fürsterzbischöfliches und zeichnet ein pittoresktes  und annekdotenreiches Portrait von Lothar Franz von Schönborn. Gleichzeitig macht er auch Werbung für das Schloss Pommersfelden. Zum Post geht's hier lang.

Frischer Wind weist uns auf ein typisches Problem eines Katholiken hin: Falsche und echte Marienverehrung. Dabei verweist sie auf den Hl. Ludwig-Maria Grignon de Montfort und sein berühmten Goldenen Buch. Indem sie zugleich einen Link zu einer Online-Ausgabe des Buches setzt, bringt sie dieses wichtige Werk der katholischen Spiritualität wieder mal ins nachzulesende Bewusstsein der Szese. Zu lesen hier.

Samstäglicher Newsticker

Berlin: Die EKD zeigt sich von der massiven Kritik an ihrer Orientierungshilfe unbeeindruckt und strebt weitere Positionspapiere an, um dem modernen Gläubigen endlich das sagen zu können, was er schon immer hören wollte. Neben der Rechtfertigung der Polygamie - die Patriarchen hatten auch mehrere Frauen - soll auch eine alternative Taufformel für alle geschrieben werden, die die Gottheit Christi oder die Existenz Jesu leugnen - Arianer gab's ja auch mal. Auch soll ein eigenes Glaubensbekenntnis für Frauen aufgelegt werden: "Ich glaube an einen Gott, den Vater und die Mutter, der/die Allmächtige_n ... und an Jesus Christus, sein eingeborenes Kind, unseren Mitmensch ..." Auf diese Weise hofft die EKD sich auch anderen Gläubigen zu öffnen und die eigene Attraktivität zu erhöhen. Vorwürfe, damit das Christentum zu verlassen, erklärt die EKD für nebensächlich: "Christentum ist eh out." so ihr Sprecher.

Irgendwo auf der Donau: Die Großerzpäpstin Maria II. Mayr-Lumetzberger hat heute im Kreis von 17 Kardinälinnen, 23 Bischöfinnen und 3 Priesterinnen ihre neue Enzyklika "Nox fidei" vorgestellt. Darin beklagt sie die "Nacht des Glaubens" in die die Jesusgemeinschaft nach der Ausbotung Maria Magdalenas gekommen sei und wirft besonders einen Blick in die tiefe Dunkelheit des Vatikans, wo "ein böser Mann in schwarzem Weiss die Geschicke eines monströsen Apparates lenkt und dabei vorgibt, die menschinnenfreundliche Botschaft Jesu zu vertreten und doch nur des Finsterlings Petrus Nachfolger ist." Am Ende ruft die Enzyklika alle "Menschinnen guten Willens" auf, endlich Heim zur wahren Gemeinschaft Jesu zu kommen und der "Kirche der Hl. Maria Magdalena der Heiligen der vorletzten Tage" beizutreten.

Kleinkleckersdorf-Ost: Am Freitag dieser Woche gab Wilhelmine Küsselbecker die Heiligsprechung der Shakergründerin von Ann Lee bekannt. Zusammen mit 12 ausgewählten Pastoralprofessorinnen habe sie die Heiligmäßigkeit des Lebens von Ann festgestellt und außerdem vier Wunder ermittelt, die durch sie vollbracht wurden. Durch Ann Lee solle endlich eine wichtige religiöse Frauengestalt geehrt werden, die sich gegen das patriarchale Gottesbild gewandt und die Einheit von männlichem und weiblichem Wesen in Gott propagiert habe. Zudem sei der extatische Schütteltanz der Shaker ein herrausragendes Beispiel für eine emotional-wegweisende Gottesdienstform. Das Ann Lee weder ein Gottesbild im christlichen Sinne vertreten habe und sich durch ihren Adoptianismus auch in der Christologie von der Lehre der Kirche entfernt habe, ließen Küsselbecker und die übrigen Professorinnen nicht gelten. Küsselbecker wörtlich: "Ann Lee ist heilig, weil sie das Alte ablehnte und das Neue erfand. Das machen Heilige so!"

Freitag, 5. Juli 2013

Glauben und Einsicht

Ich würde nicht glauben, wenn ich nicht einsehen würde, dass es vernünftig ist zu glauben.

Thomas von Aquin

Kirchenquiz

Zur Entspannung heute mal was gaaanz Schweres.

Wo steht diese Kirche?


Auflösung am Sonntag.

Donnerstag, 4. Juli 2013

Pluviale in rot

Bildquelle hier.

Der Sabbat ist für den Menschen da

Wer sich in der heutigen Zeit mit Fragen kirchlicher Lehre beschäftigt, der wird früher oder später auf Themen wie die Homoehe oder die Kommunion für Wiederverheiratete kommen. Dabei tritt einem dann auch die Haltung entgegen, man solle Homosexuelle trauen und Wiederverheiratete zur Kommunion  zulassen, weil .... Ja, warum eigentlich? Beliebt und immer wieder wirkmächtig begründet wird dieser Anspruch durch ein Wort der Hl. Schrift "Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat." (Mk 2,27) Heisst: Wenn der Sabbat für den Menschen da ist, dann auch die Ehe. Wenn die Ehe für den Menschen da ist, dann ist der Mensch Herr über die Ehe. Dann kann er sich auch scheiden lassen und sich einen homosexuellen Ehepartner suchen.

Aber entspricht das wirklich der Intention der Schriftstelle, die gerne angeführt wird?

Betrachten wir zunächst den Kontext der Stelle: Die Jünger streifen mit Jesus am Sabbat über Land. Offenbar haben sie Hunger und bedienen sich an den Feldern vor Ort, um den gröbsten Hunger zu stillen. Das sehen einige Pharisäer und legen bei Jesus Protest ein. Nicht wegen Diebstahl. Sondern weil die Jünger den Sabbat gebrochen hätten, denn was sie da getan haben, soll ernten gewesen sein. Nun kann man sich fragen, ob die Jünger hier im eigentlichen Sinne geerntet haben, die Pharisäer scheinen hier doch sehr spitzfindig zu sein. Und genau darum geht. Die Pharisäer, die ohnehin keine Fans von Jesus sind, legen das Sabbatgebot hier auf eine bestimmte Weise aus, dass nämlich die Jünger ernten, wenn sie nur ein bisschen Korn abreißen.

Jesus nutzt die Gelegenheit, um sie zwei Dinge zu lehren: Erstens das der Sabbat einen konkreten Sinn hat und kein Selbstzweck ist. Sinn des Sabbat ist es zum einen, dass Mensch und Vieh an diesem Tag ruhen können. Zum anderen geht es um das Freisein für Gott an diesem Tag. Das Zweite ist der Grundsatz, dass der Menschensohn Herr über den Sabbat ist. Da aber in jüdischer Sicht Gott den Sabbat eingesetzt hat, ist Gott der Herr über den Sabbat. Der Menschensohn wäre damit Gott. Das bringt die Pharisäer natürlich zur Weißglut.

Entsprechend diesem Vorurteil reagieren sie auch beim nächsten mal, als Jesus den Sabbat "bricht". Ein Mann mit einer verkrüppelten Hand kommt in der Synagoge zu Jesus und bittet um Heilung. Jesus heilt den Mann natürlich, verbindet das ganze aber mit der Frage, ob man am Sabbat Gutes tun und ein Leben retten dürfe, worauf die Pharisäer nicht antworten. Das Schweigen ist bezeichnend. Denn Jesu Argumentation entspricht der jüdischen Tradition. Der Mensch darf das Gute am Sabbat tun, wenn es notwendig ist, er darf heilen. Tatsächlich gilt bis heute auch am Sabbat die Erlaubnis, einen Juden medizinisch zu versorgen.Daher können die Pharisäer Jesus eigentlich nichtz widersprechen, können ihm aber auch nicht zustimmen, weil sie ihn auf dem Kieker haben.

In beiden Fällen kann man also von einer Überreaktion der Pharisäer sprechen. Sie wollen offensichtlich Jesus etwas anhängen. Auch den Grund erfahren wir: Weil Jesus sich in einem bestimmten Bereich außerhalb der jüdischen Tradition stellt: Er nimmt für sich in Anspruch, Gottes Autorität zu haben. Das hat er bereits an der Stelle getan, als er dem Lahmen die Sünden vergab, was in jüdischer Sicht nur Gott zusteht. Da Jesus sich in dieser Zeit in der gleichen Gegend um den See Genezareth bewegte, dürften spätestens nach diesem Satz alle Pharisäer wissen, was mit diesem ungewöhnlichen Wanderprediger Sache ist. Und entsprechend empfindlich gewesen sein.

Ansonsten hingegen argumentiert Jesus voll auf der Linie der Pharisäer. Der Sabbat ist für den Menschen da, das würde auch jeder gläubige Jude unterschreiben. Denn beim Sabbat geht es zum einen um Ruhe, aber auch um das Lob Gottes, der das Gesetz gab. Wer also den Sabbat hält, der entspricht dem Wort Gottes und nichts ist für den Menschen im Allgemeinen und den Juden im Besonderen besser, als dem Wort Gottes zu gehorchen. Darf man einen Kranken am Sabbat heilen? Auch diese Frage kann ein Pharisäer mit Ja beantworten, wenn es notwendig und der besagte ein Jude ist. Natürlich kann man über die Anwendung dann streiten, aber der Streit ist ein typisch pharisäisches Phänomen.

Jesus stellt sich also bzgl. der Bedeutung seiner Person außerhalb des damaligen Judentums. In seiner sonstigen Argumentation aber entspricht er der jüdischen Tradition. Jesus hebt hier den Sabbat keinesfalls auf, sondern legt das Sabbatgebot im Rahmen der Lehre des Judentums seiner Zeit aus.

"Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat" kann also nicht heißen, dass der Mensch mit dem Sabbat oder der Ehe macht was er will. Nicht er ist der Herr über die Ehe, Jesus Christus ist das. Und nicht er kann die Ehe auslegen wie er will, sondern muss das in Zusammenarbeit mit der Kirche tun, die als Leib Christi die lehramtliche Autorität innehat. Diese Perikope erinnert uns demnach nicht an die Verfügbarkeit der Ehe für den Menschen, sondern sie gibt uns vielmehr den Rahmen vor, indem wir die Ehe in Form und Sinn zu verstehen haben.

Mittwoch, 3. Juli 2013

Medienkampagne gegen Bischof Tebartz-van Elst?

Kathnet schreibt hier über die neuesten Ausfä... Auslassungen der deutschen Medien gegenüber dem Limburger Bischof Tebartz-van Elst. Konkret geht es um einen Artikel in der FAZ, in dem sich der Autor wenig schmeichelhaft über den Oberhirten auslässt und nochmal alles Negative aus 5 Jahren fröhlich und einseitig aufkocht. Auch erinnert kathnet an den Spiegel, der sich den Limburger Bischof als katholisches Hauptopfer ausgesucht zu haben scheint. Am Ende spekuliert kathnet darüber, ob der Zeitpunkt des Artikels etwas mit der baldigen Sedisvakanz in Köln zu tun haben könnte und ob es langfristig auch darum geht, Tebartz-van Elst abzusägen:
 Am Ende seines Artikels lässt Daniel Deckers wenig Zweifel, um was es ihm eigentlich geht. Nachdem er mit einer Erinnerung an den Abgang von Bischof Mixa den Boden bereitet hat, schreibt er wörtlich: „Mittlerweile haben sie (die Priester des Domkapitels, A.d.R.) sich mit dem Gedanken vertraut gemacht, dass der Autoritätsverfall des Mannes, der in der Bischofskonferenz immerhin den Vorsitz der Kommission für Ehe und Familie innehat, womöglich unumkehrbar ist.“
Möglicherweise steckt noch mehr dahinter. Es hält sich hartnäckig das Gerücht einer Strategie zur Durchsetzung der bekannten Reformforderungen wie Zölibat, Laiendemokratie, Frauenpriestertum, etc. Teil dieser Strategie sei der Abschuss der Bischöfe Mixa und Tebartz-van Elst.
Hierzu einmal mein Kommentar:

Das fortwährende Tebartz-Bashing kann einem als Limburger und Katholik echt auf die Nerven gehen und man sollte sich mal fragen, ob das dem Mann gegenüber fair ist. Wenn man, wie ich, sieht, wie verhärmt er in den letzten Jahren vom Aussehen her geworden ist, kann man sich denken, dass das nicht nur was mit der normalen Amtsbelastung zu tun hat.

Dessen ungeachtet muss man keine gesteuerte Kampagne gegen Tebartz-van Elst vermuten, um das ständige Draufhauen zu erklären. Vielmehr handelt es sich bei ihm um einen vergleichsweise jungen und konservativen Bischof, der in links-reformerischen Kreisen halt automatisch unbeliebt ist. Und da die schreibenden Katholiken überwiegend diesem Bereich der Kirche angehören müssen wir uns nicht wundern.

Dazu kommt natürlich noch der Kontrast zu Kamphaus, der wegen seiner ausgeprägten Armutshaltung und seiner leichten Revoluzzerigkeit gegen Rom natürlich total beliebt war. Im Grunde normalisieren sich viele Dinge in Limburg nur was Verwaltung, Umgang und Residenz angeht. Das gilt dann als Luxus, weil es Kamphaus nie gemacht hat, allerdings auch nur Kamphaus. Das überlieferte Wort eines Priesters "In einem normalen Bistum wäre ich schon längst Prälat" spricht da Bände. Natürlich kann man sagen, das sei jetzt wieder Titelsucht. Aber wir freuen uns ja wohl alle über sichtbare Anerkennung und sind moserig, wenn unser Chef den Usus derselben ignoriert.

Drauf häufen sich dann natürlich die notwendigen Strukturreformen, die es in den meistern Bistümern gibt und die in einer kleiner werdenden Kirche eben notwendig sind, egal was man macht. Solche Reformen bringen immer Verletzungen mit sich und werden jedem Chef angelastet, egal wer da grad die Mitra trägt.

Das alles bringt natürlich ordentlich Stoff zusammen, um ihn journalistisch zu verwerten. Und wenn sich halt einer der Großen wie der Spiegel auf einen Bischof eingeschossen hat, ziehen die anderen eben nach, weil man auch drüber berichten muss und weil man ihn ja auch irgendwie nicht mag. Das ist eben die Logik in der Medienwelt. Im Grunde kann man nur darauf warten, dass sie eine neue Sau durch den Ort treiben können und die Limburger Provinz wieder vergessen. Der neue Erzbischof in Köln wird vielleicht bald die Ehre haben. Warten wir's ab. Zumindest steht er dann damit in guter Tradition zu seinem Vorgänger.   

Dienstag, 2. Juli 2013

Was zu Gott zu sagen ist

Du unsere Hoffnung und unsere Freude, du Gerechtigkeit, du Maß, du all unser Reichtum, mehr als wir brauchen.

Franz von Assisi

Gott ist wie ein Handy. Und was wir daraus lernen können

Vor einiger Zeit hörte ich einen sehr interessanten Vortrag zum Thema Urknall und Gottesfrage. Obwohl der Vortrag von einem Physiker gehalten wurde, konnte ich ihn sogar verstehen. Nicht allerdings, weil ich auf einmal so intelligent geworden wäre, sondern weil er das Gesagte sehr schön mit Beispielen untermalt hat. Während des Vortrages beschäftigte er sich auch mit der Frage, wie man einem anderen Gott vermitteln kann. Dafür nutzte er ein Handy-Beispiel:

Wenn unsere Ur-Urgroßeltern in unsere Zeit kommen und uns mit unseren Handys am Ohr sehen würden, würden sie sicher sagen: Er ist ja ein netter Kerl, aber er hat schon einen leichten Schatten. Er redet nicht nur mit dem Ding an seinem Ohr, er denkt auch noch, es kommt eine Antwort.

Jetzt wollen wir natürlich nicht, das unsere Ur-Urgroßeltern von uns denken, wir hätten nicht mehr alle Tassen im Schrank. Daher wollen wir es ihnen erklären. Und wenn für Physiker wären, dann könnten wir das auch. Wir würden etwas von Wellen, Empfangsgeräten, Schaltkreisen etc. erzählen. Natürlich verstehen sie kein Wort. Tu ich ja auch nicht. Aber vllt. haben wir ja Glück und es erscheint ihnen alles zumindest mal irgendwie logisch. Und wenn wir dann noch ein wenig ausholen und sie auf den Stand unserer heutigen Technologien bringen, dann könnten sie es sogar eventuell irgendwie nachvollziehen. Aber richtig überzeugt sind sie dann immer noch nicht.

Richtig überzeugt sind sie erst in dem Moment, an dem wir Ihnen das Handy ans Ohr halten und sie die Stimme aus Hamburg hören. Und auch noch mit ihr Rede können. Dann glauben sie uns, dass es geht. Denn dann haben sie es ja selbst erlebt.

Genauso ist es auch mit dem Glauben und Gott. Es gibt sicher viele Leute, die denken, die Christen haben ein Rad ab. Nicht nur das sie sich nach ganz komischen Regeln richten - Sonntags in die Kirche und so - sondern die führen auch noch Selbstgespräche und glauben, es käme was zurück. Dann können wir diesen Leuten natürlich sehr umfangreich und wortgewaltig erklären, warum wir an Gott glauben, wie wir das tun usw. Und das erscheint ihnen dann auch vielleicht nicht mehr ganz so spacig und sie könmnen auch durchaus von positiven Effekten überzeugt sein. Aber deswegen gläubig werden? Dafür müssen sie eben selbst den Versuch machen und beten und hinhören, ob was zurückkommt. Wie schwierig das mitunter ist, muss ich hier keinem sagen. Schwieriger als bei einem Handy. Wenn man aber lernt, hinzuhören, dann merkt man auch, wie Gott wirklich flüstert.

Eine Bekannte fragte mich einmal: Wie kommt denn was zurück. Durch Gefühle oder Gedanken oder so? Da hab ich ihr gesagt: Das kann ich nicht beschreiben, die Erfahrung musst du selber machen. Einige Wochen später sagte sie mir dann: Sie betet jetzt und findet es so toll und ist so dankbar.

Bildquelle hier.

Montag, 1. Juli 2013

Ein großer Jammer

Derselbe sagte auch: Das geistliche Werk ist notwendig, denn dazu sind wir ja gekommen. Aber es ist ein großer Jammer: Mit dem Munde etwas sagen, ohne es im Werk wirklich zu tun.
Weisung der Väter, Spruch 1120.

Frauenpriestertum: Lösung durch Genderforschung

Das Frauenpriestertum zu fordern gilt heutzutage in der Katholischen Kirche als total fortschrittlich. Aber ist es das wirklich? Ich wage zu behaupten: Es ist total rückschrittlich? Ja es ist sogar fortschritts- und sogar frauenfeindlich. Denn es verhindert die Emanzipation der Frau in der Kirche.

Warum? Weil man sich bei der Forderung um das Frauenpriestertum auf das sexuelle Geschlecht bezieht. Sex also, auf Neudeutsch. Dabei ist die Entwicklung der Frauenforschung über diesen überholten Begriff schon seit Jahrzehnten hinweggegangen. Längst haben die echten und wirklichen Frauenemanzipatorinnen herausgearbeitet, dass eine solche Argumentation total biologistisch ist. Völliger Unsinn also. In Wahrheit kommt es auf Sex, also aufs biologische Geschlecht nämlich gar nicht an. Für die Identität entscheidend ist Gender, das soziale Geschlecht.

Daher ist die Lehre der Kirche für die Emanzipation der Frau in der Kirche auch überhaupt gar kein Problem. Jesus hat, wie wir wissen, nur Männer zu den 12 gemacht und die Kirche lehrt in Übereinstimmung mit 2000 Jahren Kirchengeschichte, es gab nur Männer im Priesteramt. Aufgrund der klaren Rollenverteilung in diesen Gesellschaften ist dabei klar, dass es sich natürlich nicht nur um biologische, sondern auch um das soziale Geschlecht handelt.

Doch das muss die Frauen gar nicht daran hindern, Priesterinnen zu werden. Denn während die Pseudo-Emanzen immer noch darauf beharren, Jesus habe auch die biologische Frau für das Priestertum berufen, sind die Gender-Forscherinnen schon weiter. Sie erkennen die Erklärung der Kirche voll an. Denn tatsächlich schränkt sie die Frauen nur minimal ein. Denn während das biologische Geschlecht nicht verändert werden kann, ist das beim sozialen Gender natürlich problemlos möglich. Und auf diese Form kommt es natürlich an, nicht auf das minimalbedeutsamen Sex-Geschlecht. Eine Frau, die sich zum Priestertum berufen fühlt, tut das folgerichtig nicht als Frau, sondern als Mann. Damit kann ihr die Kirche die Weihe aber nicht mehr aus diesem Grund verweigern. Gender sei Dank!
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