Samstag, 29. Juni 2013

Vermischtes aus der Szese

Intensiv setzt sich der Papsttreue Blogger mit der neuen Orientierungshilfe der Evangelischen Kirche zum Thema ähm ... Partnerschaft auseinander. Er bezieht sich dabei auf den evangelischen sola-scriptura Grundsatz und zeigt auf, dass die Evangelischen Kirchen nach ihrem eigenen Grundsatz mit der sogenannten Hilfe kolossal daneben gegriffen haben. Zu finden hier.

Martina Katholik berichtet über einen Vortrag auf der Konferenz Sacra Liturgia in Rom zum Thema Volksaltar. Der Referent Mgs. Heid spricht sich gegen das Volksaltar-Modell aus, das einer fehlerhaften Archäologie und einer falschen Theologie entsprungen sei und plädiert für die These, schon das apostolische Christentum habe einen Altartisch gekannt und spätestens ab dem 2. Jh. sei die vorwiegende Gebetsrichtung versus orientem gewesen. Dankbarerweise bringt Martina auch einige weitere Links zum Thema. Den Post findet man hier.

Zum Danken ist Lauda Sion auf dem gleichnamigen Blog aufgelegt. Aus Zeitgründen verzichtet der Mitblogger in Zukunft auf umfassende Beiträge über dieses und jenes und führt den Blog seiner buchstäblichen Bestimmung zu, Gott zu danken. er lädt uns dabei alle ein, daran mittels Gastbeiträgen mitzuwirken. Zum Post geht's hier.

Eine interessante Diskussion über die Diskussionskultur in der deutschen Blogoezese wird gerade bei Ameleo, Pro spe salutis und Pulchra et Luna ausgetragen, und auch der Kreuzknappe hat dazu eine Meinung.

Einen herzlichen Glückwunsch an den Herrn Alipius, der vor kurzem seinen Millionsten Besucher begrüßen durfte. Zu bemängeln ist indes, dass keine Ballons oder ein Gewinn für diesen besonderen Gast herausgesprungen zu sein scheinen. Beim Zweimillionsten sollte das dann nachgebessert werden. Zum Post mit Statistik geht's hier.

Samstäglicher Newsticker

Berlin: Das Magazin für das Jahr des Dialogs VETO nimmt das CREDO-Magazin unter Beschuss. So wird berichtet: "Das 340 Seiten starke Magazin wurde 22 deutschen Zeitungen beigelegt, wofür Großspenden von mehreren duzend Millionen Euro aufgebracht werden musste. Diese wurden teilweise über die Vatikanbank bereitgestellt, die damit das Geld von im Drogengeschäft tätigen kolumbianischen Opus Dei-Mitgliedern wusch. ... CREDO versteht es auch nicht, vernünftigen und vorurteilsfreien Glauben vorzustellen. Die Autoren bestehen samt und sondern aus Pius-Brüdern und Legionären Christi, ausschließlich Priester, Prälaten und Mönche. Auch ist kein einziger von ihnen Hans Küng, Eugen Drewermann oder Wilhelmine Küsselbecker. ... Indem das Magazin behauptet, es gebe keinen Unterschied zwischen dem historischen und dem Jesus des Glaubens leugnet es die absolut sichere und unleugbare Erkenntnis, dass der historische Jesus in Wahrheit Jeschua hieß und der Ehemann von Maria Magdalena war. ... Das Magazin hat keine Unterstützung unter den deutschen Bischöfen, die allesamt seine Verbrennung in den Ordinariatshöfen angeordnet haben."

Frankfurt: Zahlreiche konservative evangelische Kirchenmitglieder wollen wegen der neuen Orientierungshilfe aus ihrer Kirche austreten. Dazu der Sprecher der Landeskirche Kirche Helgoland-Westküste: "Wir weinen ihnen keine Träne nach. Wer nicht Mitglied einer modernen und offenen Kirche seien will, der soll doch katholisch werden." Die katholische Kirche lädt die ehemaligen Evangelischen herzlich ein, sich ihr anzuschließen.

Washington D.C.: Präsident Obama erklärt: "Wir werden keine Kampfjets losschicken, um die Homo-Ehe in der katholischen Kirche durchzusetzen." Sein Sprecher ergänzt: "Noch nicht."

Austin: Die Demokratische Abgeordnete Wendy Davis wurde von Abtreibungsbefürwortern mit dem Goldenen Schwangerenbauch ausgezeichnet. Für ihr heroisches Eintreten für das Recht der Frauen, über die Existenz eines parasitären Zellhaufens in ihrer Gebärmutter zu entscheiden habe sie ein Bild echten amerikanischen Humanismus und wahren Menschenliebe gezeigt. Man bedaure es jedoch, das die menschenverachtenden Republikaner den Krieg gegen die Befreiungskliniken fortsetzten. Allerdings bestehe nunmehr die Hoffnung, dass es viele weitere Wendys in den anderen Bundesstaaten geben werde, so Befürwortersprecherin Lindsey Perilous.

Freitag, 28. Juni 2013

Abbas Sarmata über den Wert der Einsicht

Der Altvater Sarmata sprach: "Mir ist ein Mensch lieber, der zwar gesündigt hat, aber einsieht, daß er gesündigt hat, und bereut, als ein Mensch, der zwar nicht gesündigt hat, sich aber für einen hält, der Gerechtigkeit übt."
Weisung der Väter, Spruch 871.

Kirchenquiz

Bei diesem schönen Wetter mal eine sonnige Frage:
Wo steht diese Kirche?
 
 
Die Auflösung folgt am Sonntag.

Donnerstag, 27. Juni 2013

Es gibt keine Menschen!

Gestern habe ich einen sehr interessanten Vortrag über den Urknall und die Gottesfrage gehört. Der Redner hat sich dabei unter anderem mit dem Problem auseinandergesetzt, das manche Menschen an Gott nur als Lückenfüller für ihre Unkenntnis glauben. Wenn diese Lücke hingegen gefüllt ist, braucht man Gott nicht mehr und er wird entweder in einen anderen unbekannten Bereich abgedrängt oder  man hört ganz auf an ihn zu glauben.

Wie problematisch, will sagen falsch, dieser Schluss ist, hat er hat mit einem schönen Beispiel illustriert:
Eine kleine Mäusekolonie wohnt in einem Klavierflügel und ist noch nie seit Generationen aus demselben rausgekommen. Sie hören aber alle die Musik des Klaviers. Nach einer alten Legende der Mäuse gibt es Menschen, die diese Musik machen. Eines Tages findet eine Maus ein Loch in der Wand in einen anderen Raum. Dort sieht es die Hämmer und Seiten. Und sie bemerkt, wie die Hämmer sich heben und mit den Seiten die Musik erzeugen. Dann geht sie zurück und erklärt: Die Musik wird von Hämmern und Seiten gemacht. Es gibt gar keine Menschen!

Altvater Antonius und die freizügigen Frauen

Ich fragte den Vater Antonius:
Wenn es sehr warm ist, komme ich beständig in Versuchung, da die Frauen oft so freizügig herumlaufen.

Da antwortete er:
Der Altvater Paulus hatte zwei Schüler, Abbas Thomas und Abbas Alexander. Beide wohnten nicht bei ihm, sondern an einem Ort nahe der Siedlung. Dort, am Rand der Stadt, ihren Kellien gegenüber, gründete sich ein Bordell, vor dem oft die jungen Frauen standen, um Männer anzulocken. Da gingen sie zum Altvater Paulus und baten ihn um Rat. Da sagte der Greis zu Alexander: Gehe du an einen anderen Ort, wo keine Frauen sind. Zu Thomas aber sprach er: Du bleibe in deinem Kellion. Da fragten ihn die Väter: Warum hast du uns so unterwiesen. Da erklärte er ihnen: Alexander ist noch nícht Herr seiner Augen, deswegen erträgt er die Versuchungen nicht. Thomas hingegen gereicht dieser Ort zu Stärkung, denn mit der Gnade Gottes vermag er seine Augen und seine Begierden zu beherrschen und wächst auf diese Weise im geistlichen Leben.

Dienstag, 25. Juni 2013

Fröhlichkeit: Schild gegen den Teufel

Der Teufel kann einem Knecht Christi gegenüber nichts ausrichten, wenn in diesem die heilige Fröhlichkeit des Geistes herrscht.

Franz von Assisi

Campuspilgern

Letzte Woche saß ich am Donnerstag in der Uni-Bibliothek. Allerdings wurde es mir bei der Hitze auf die Dauer etwas zuviel und so wollte ich mir ein bisschen die Füsse vertreten und über unseren grünen Campus laufen. Und weil wir gleich daneben auch noch einen Park haben, bin ich mal schnell abgebogen und bin dort ein bisschen Spazieren gegangen. Dabei kam ich an der griechisch-orthodoxen Kirche vorbei, die grundsätzlich und immer zu ist. Aber beten kann man auch draußen. Und so hab ich mich in den Schatten der Kirchenmauern gestellt und kurz innegehalten.

Und dann dachte ich mir: Wenn du jetzt schon mal hier warst, kannste auch noch in der KHG-Sakramentskapelle vorbeischauen. Und da ich ja meine Gebetsschnur dabei hatte (made by Kölner Benediktinerinnen) konnte ich den Weg dahin auch noch zu einem schritt-rythmischen Jesusgebet benutzen. Nachdem ich mich durch die KHG in die Sakramentskapelle geschlichen habe konnte ich dann dort noch ein paar Minuten im Gebet verbringen. So kam ich dann bewegt und geistlich erbaut wieder an meinen Platz in der Bibliothek zurück.

Das sollte ich öfter machen.

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Montag, 24. Juni 2013

Intoleranz und Toleranz der Kirche

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Den eigenen Markenkern entdecken. Die Evangelische Kirche und ihre Orientierungshilfe

Die neue Orientierungshilfe der Evangelischen Kirchen in Deutschland zum Thema Ehe macht Furore. Selbst im Spiegel wird schon davon berichtet (hier zu lesen). Offenbar reicht die Selbstsäkularisierung soweit, dass nicht nur fromme Katholiken, sondern auch Säkulare etwas irritiert aus der Wäsche gucken. Was treibt die Protestanten, sich derart der Welt an den Hals zu werfen? Die Ehe mit dem Zeitgeist scheint die einzige zu sein, die der EKD nicht auflösen will, egal wie brüchig und inhaltsleer diese Beziehung längst geworden ist und wieweit weg von den Grundlagen der - dem Anspruch nach - biblisch verfassten Gemeinschaft.

Aber vielleicht ist es ja gerade diese Verbindung zwischen Protestantismus und Zeitgeist, um die es geht. Die Evangelischen waren schon immer Produkte ihrer Umwelt, sind immer den Trends der Zeit und den Befehlen der Mächtigen willig nachgelaufen. Für ihren Widerstand gegen Thron und Medientenor waren sie noch nie bekannt. Und hatten damit auch nie ein Problem. Eine Gemeinschaft, die wesentliche aus der Gier der deutschen Fürsten nach dem kirchlichen Besitz entstanden und einem derart wankelmütigen Charakter wie dem Luthers entsprungen ist, kann ihrem Wesen nach gar nicht zu etwas anderem als Anpassung disponiert sein.

Das kann man schlecht finden. Muss man aber nicht. Man kann es auch als den Markenkern der Evangelischen Kirchen betrachten. Und die Orientierungshilfe als den Versuch, diesen Kern möglichst deutlich herauszustellen. Wenn man jetzt noch den Blick auf die Katholischen Kirche richtet und vergleicht, ergibt das sogar Sinn.

Seit Benedikt XVI. die Entweltlichung ausgerufen und seine Kirche aufgefordert hat, sich auf die eigenen ewigen Werte zu besinnen, sind die Evangelischen in Zugzwang. Auch hier braucht es eine Verinnerlichung, ein Bewusstsein für die eigenen Stärken, um die Anhängerschaft hinter sich zu versammeln. Ökumene war gestern, da können Schneider und Käsmann noch so viele Päpste zum Reformationsjubiläum einladen. Der anti-römische Affekt sitzt tief in einer Gemeinschaft, die sich diesem Affekt wesentlich verdankt. Und auf Entweltlichung kann man auch nicht rekurrieren, zum einen weil die quasi exklusiv von den Katholen abonniert ist, zum anderen weil man dann ziemliche Probleme hätte, worauf man noch aufbauen kann.

Warum also nicht das Prinzip Verweltlichung vorantreiben, den bereits eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen? Die Basis wird es nicht kümmern, die ist entweder eh dafür oder bereits ausgetreten. Und vielleicht überlegt es sich ja mancher homosexueller oder wiederverheirateter Katholik noch, ob er eintreten soll. Gegen die benediktinische Entweltlichung sind ja genug in der deutschen Kirche, da ist doch Abwerbepotential. Und mit dem Reformationsjubiläum steuert man auf ein Datum zu, dass sich wirkmächtig für die zeitgeistliche Kompetenz in Szene setzen lässt - vorausgesetzt natürlich man koppt den wahren Luther in die Tonne und setzt uns den liberal-aufgeklärten und verheirateten Fürstenknecht vor, den Käsmann gerade backt.

Das Vorgehen der Evangelischen Kirche ist also nur folgerichtig. Und nebenbei auch zu durchaus zu begrüßen. Denn jetzt weiss jeder, wofür diese Gemeinschaft steht und kann sich entsprechend daran orientieren. Eine echte Orientierungshilfe also.

Aber vielleicht bringen wir es noch ein bisschen schöner auf den Punkt, damit es griffiger wird. Ich schlage vor: Evangelische Kirche. Wir verstehen sie! Wer sind auch sind, was sie auch glauben, was sie auch tun, wir geben ihnen Gottes Segen! Evangelische Kirche, for all, for You.

Samstag, 22. Juni 2013

Vermischtes aus der Szese

Zum Ende der Woche möchte ich ein neues Label aufmachen. Vermischtes aus der Szese. Damit möchte ich auf einige wenige Posts aufmerksam machen, die ich in dieser Woche besonders interessant, witzig, berührend etc. fand. Natürlich trifft das auf ganz viele zu, aber die kann ich halt nicht alle nennen. Daher nur ein paar, deren Inhalt auch noch kurz erwähnt wird. Die erste Runde:

Der Scholastiker fragt "Strebt Richard Dawkins nach Gott?" und beantwortet die Frage grundsätzlich positiv. Leider scheint jedoch Mr. Dawkins den sehr lesenswerten, wenngleich sehr theoretischen Post nicht gelesen zu haben. Wer's hingegen möchte, hier geht's lang.

Ameleo spricht über diesen Satz des Glaubensbekenntnisses: Von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Allerdings nicht im klassischen Sinne, sondern sie nimmt dabei sarkastisch-polemisch die Gegner der historisch-kritischen Exegese aufs Korn. Zwar nicht mein despektierliches Niveau (wie heisst dieser Blog nochmal) aber trotzdem amüsant zu lesen: hier

Aus dem Geistlichen Kampf von Lorenzo Scupoli zitiert Breviarum Roger und bringt damit dieses schöne Werk der geistlichen Literatur mal wieder ins Gedächtnis. Ich will auch mal wieder reinschauen. Dazu bringt Roger auch einen Link, um das Büchlein online lesen zu können. Zum Post gehts hier lang.

Auf die ebenso praktische wie segensreiche Wirkung des Stundengebetes an so manchen trüben Tagen weist uns Pro spe salutis hier hin.

Ausschnitte aus einem sehr lesenswerten Artikel aus dem Vatikan-Magazin (den ich vollständig gelesen habe) bringt jos.m.betle. Der Text von Alexandra von Teuffenbach behandelt die Stellung der Päpste Pius XII, Johannes XXIII. und Paul VI. zum Konzil. Die Posts gibt's hier und dort.

Samstäglicher Newsticker

Frankfurt: Die FIZ (Frei Intelligente Zeitung) berichtet: "Nachdem die Evangelische Kirche Hessen und Nassau Homosexuelle Segnungen mit der heterosexuellen Ehe gleichgestellt hat ist nunmehr auch die Legitimation der Polygamie in Planung. Pastor Brenner, Gemeinde Kleinzeutsheim: "Ich freue mich darauf, bald polygame Lebensgemeinschaften segnen zu dürfen. Damit ist ein wichtiger Schritt getan, um auch diese Menschen aus dem Ghetto zu holen." Und Pfarrer Ludwig aus Unterammenstadt möchte mit gutem Beispiel vorangehn und hat sich jetzt eine Geliebte, bald Ehefrau Nr. 2, zugelegt." Auf Anfrage der Redaktion war Frau Ludwig für einen Kommentar nicht zu erreichen.

Berlin: Der Verlag Pfaffenschreck reagiert auf das neue katholische Magazin CREDO mit einem eigenen Blatt: VETO. Damit will der Verlag in Deutschland eigene Impulse gegen einen katholischen Glauben setzen, der auf dogmatischen Formulierungen basiert. Gefördert werden soll hingegen eine Position, in der nur gegen Dogmen ein Veto eingelegt wird, während ansonsten eine frei Diskussionskultur in der Christenheit herrschen soll. Entsprechend will VETO ein Dialogforum sein und ein "Jahr des Dialogs" vorbereiten. Der Verlag forderte alle Katholiken auf, ihre Beiträge einzureichen. Auf Nachfrage der Redaktion wurde mitgeteilt, katholische Blogger könnten jedoch wegen ihrer Linientreue Rom gegenüber nicht berücksichtigt werden.

Berlin: Die Gemeinschaft "Obamamania" beantragte bei der Regierung Berlins einen Altar an dem Ort errichten zu dürfen, an dem der US-Präsident gesprochen hat. Begründung: "Zwar sind die messianischen Erwartungen, die mit dem ersten schwarzen US-Präsidenten verbunden sind, in den letzten Jahren zurückgegangen, doch erwarten wir schon bald eine Auferstehung seines Bildes in der Weltöffentlichkeit. Berlin, in der alle Religionen und Ideen einen freien Kosmos vorfinden, muss diesem Prozess avangardistisch entsprechen, indem es bereits vor der Zeit zu einem Wallfahrtsort für Obamarianer in Europa wird." Die Regierung Berlins teilte mit, man werde eine Entscheidung nach Vollendung des Berliner Flughafens treffen.

Freitag, 21. Juni 2013

Der Mensch fiel durch Stolz, Gott kam herab in Gnaden

Der Mensch fiel, aber Gott stieg herab. Erbärmlich ist der Mensch, aber voll Erbarmen kam Gott hernieder. Der Mensch fiel durch Stolz, Gott kam herab in Gnaden.

Thomas von Aquin

Kirchenquiz

Wo steht diese Kirche?

Da sich bisher kaum jemand gemeldet hat, gebe ich einen Tipp und verschiebe die Auflösung auf Mittwoch.

Tipp: Die Kirche hat etwas mit einer/m Heiligen in der Sidebar zu tun.

Donnerstag, 20. Juni 2013

Ein Dreifaches ist dem Menschen notwendig zum Heile

Ein Dreifaches ist dem Menschen notwendig zum Heile: zu wissen, was er glauben, zu wissen, wonach er verlangen, und zu wissen, was er tun soll.

Thomas von Aquin

Ave Maria im Paternoster oder Gute Laune zwischen den Stockwerken

An der Uni haben wir im alten Hauptgebäude immer noch Paternoster laufen, also die alten Aufzüge, die immer durchfahren und in die man lebensgefährlich hineinspringen muss. Das Gebäude hat acht Stockwerke, davon werden sieben durch den Paternoster erschlossen. Ich sitze meistens im Erdgeschoss. Bei der harten Arbeit störte mich jedoch vor einiger Zeit ein gewisses Bedürfnis, für das ich eine Toilette aufsuchen musste.

Der Herren-Ort war jedoch schon besetzt. Ich springe also in den Paternoster, um in den dritten raufzufahren, weil in den beiden Stockwerken drüber ist immer schlecht mit sowas. Und weil der Paternoster nach dem Rosenkranz heisst (früher auch Paternosterschnur genannt) dachte ich mir, bete ich ein paar Ave Maria. Pro Stockwerk eins, klappt super. Ich also hoch in den dritten, Toilette besetzt. Also wieder rein in den Aufzug, ein Stockwerk, ein Ave Maria. Wieder besetzt. Und ich lach so in mich hinein und denk: Da soll ich wohl noch ein paar mehr beten. Fünfter, wieder nix. Im sechsten bin ich dann fündig geworden. Auf dem Rückweg nach unten wurde dann natürlich wieder jedes Stockwerk ein fröhlich befreites Ave Maria gebetet.

Denken wir uns die Situation mal ohne Gebet: Erdgeschoss nix, na gut. 3. Stock nix *brummel*. 4. Stock nix *grummel*. 5. Stock nix *muffel*. 6. Stock na endlich, hat auch lang genug gedauert. Aber jetzt muss ich wieder die gaaanzen Stockwerke runterfahren *moser*.

Fazit: Ist toll, katholisch zu sein. Danke an Gott für seine Gnade. Und danke an Maria für das schöne Erlebnis.

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Dienstag, 18. Juni 2013

Das Erbarmen Gottes

Es darf auf der ganzen Welt niemanden geben, und mag er selbst gesündigt haben, soviel er nur sündigen konnte, der von dir fortgehen müsste, ohne Erbarmen bei dir gefunden zu haben, wenn er Erbarmen wollte.

Franz von Assisi

Demut ist das Mittel zur Rettung

Dorotheos von Gasa:
Durch die heiligen Gebote lehrt uns Christus, wie wir von unseren Leidenschaften frei werden können, um so nicht immer wieder in die gleichen Sünden zu verfallen. Er deckt uns die Ursache auf, die uns zur Missachtung und Übertretung der Gebote Gottes verleitet, und gibt uns so ein Mittel an die Hand, mit dem wir gehorchen und gerettet werden können.
Was ist das nun für ein Mittel, und was ist die Ursache der Missachtung? Hört, was unser Herr dazu sagt: „Lernt von mir, denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele“(Mt 11,29). Damit zeigt er uns kurz und in einem einzigen Wort sowohl die Wurzel und Ursache all unserer Übel auf, als auch sein Heilmittel, die Quelle alles Guten. Er zeigt uns, dass es der Hochmut ist, der uns zu Fall gebracht hat, und dass es uns nur mit der entgegengesetzten Haltung, der Demut, möglich ist, Erbarmen zu finden. Und in der Tat, Hochmut bewirkt Missachtung und Ungehorsam und führt zum Tod; Demut hingegen bringt Gehorsam und das Seelenheil hervor. Ich verstehe darunter echte Demut, nicht bloß eine Demut in Worten und im Verhalten, sondern eine wirklich demütige Grundhaltung des Herzens und des Geistes. Deshalb sagt der Herr: „Ich bin gütig und von Herzen demütig.“ Wer also die echte Seelenruhe finden möchte, übe sich in der Demut.
Quelle: hier.

Montag, 17. Juni 2013

Tridentinische Messe in Notre Dame

Kardinal Lehmann meint, die UA-Liebhaber seien elitär. Andere meinen, sie seinen ästhetizistisch. Ich sage: Stimmt, na und? Ist doch schön, elitär zu sein, wenn alle zur Elite gehören können und toll, wenn man schöne Dinge mag. Daher für alle UA-Liebhaber eine Messe aus der elitärsten und ästhetizistischsten aller Städte, Paris:





 
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Die Bibelkommission über die historisch-kritische Exegese

Ein Leser hat mich vor Kurzem auf die Veröffentlichung der päpstl. Bibelkommission zur Interpretation der Heiligen Schrift hingewiesen. Im Rahmen der Diskussion über die historisch-kritische Exegese in der Blogoezese (meine Beiträge hierzu sind dort zu finden) will ich aus diesem Dokument einige wenige Ausschnitte bringen. Den ganzen Text gibt's hier.
Die Grundprinzipien der historisch-kritischen Methode in ihrer klassischen Form sind die folgenden: Es ist eine historische Methode; nicht nur, weil sie sich auf alte Texte bezieht — im vorliegenden Fall auf die der Bibel — und deren historische Tragweite erforscht, sondern auch und vor allem, weil sie versucht, den historischen Prozeß der Entstehung der biblischen Texte zu klären: dieser diachrone Prozeß war oft kompliziert und von langer Dauer. In den verschiedenen Stadien ihrer Entstehung wandten sich die Bibeltexte an verschiedene Kategorien von Zuhörern oder Lesern, die sich in verschiedenen Situationen in Raum und Zeit befanden.
Es ist eine kritische Methode, denn sie arbeitet in ihrem ganzen Vorgehen (von der Textkritik bis zur Redaktionskritik) mit Hilfe wissenschaftlicher, möglichst objektiver Kriterien, um so dem heutigen Leser den Zugang zum Inhalt der biblischen Texte zu ermöglichen, deren Sinn oft schwer zu erfassen ist.
Als analytische Methode erforscht sie den biblischen Text auf die gleiche Art und Weise wie sie jeden anderen Text der Antike erforscht. Sie erläutert ihn als Erzeugnis der menschlichen Sprache. Sie hilft dadurch aber dem Exegeten, vor allem in der Erforschung der Redaktion der Texte, den Inhalt der in der Bibel enthaltenen göttlichen Offenbarung besser zu erfassen.
Wenn diese Methode auf objektive Weise angewendet wird, schließt sie kein Apriori in sich. Wenn solche Apriori ihre Anwendung bestimmen, so kommt dies nicht von der Methode her, sondern von hermeneutischen Optionen, die die Auslegung bestimmen und tendenziös sein können.
Was den Einschluß einer synchronen Analyse der Texte in die Methode betrifft, muß man anerkennen, daß es sich um ein legitimes Unterfangen handelt. Denn der Text in seiner Endgestalt und nicht in irgendeiner früheren Fassung ist der Ausdruck von Gottes Wort. (5) Die diachrone Rekonstruktion bleibt jedoch unentbehrlich, um die geschichtliche Dynamik, die der Heiligen Schrift innewohnt, und ihre reiche Komplexität aufzuzeigen: so spiegelt z.B. das Bundesbuch (Ex 21-23) eine andere politische, soziale und religiöse Situation der israelitischen Gesellschaft wieder als die anderen Gesetzessammlungen im Deuteronomium (Dtn 12- 26) oder im Buch Levitikus (Heiligkeitsgesetz, Lev 17 -26). Man konnte der alten historisch-kritischen Exegese ihre historistische Tendenz vorwerfen, doch darf man auch nicht in das gegenteilige Extrem verfallen, d.h. in eine ausschließlich synchrone Exegese, die die Geschichte der Texte ignoriert.So ist es Ziel der historisch-kritischen Methode, in vorwiegend diachroner Weise den Sinn hervorzuheben, den die Verfasser und Redaktoren ausdrücken wollten. Zusammen mit anderen Methoden und Zugängen öffnet sie so dem modernen Leser den Zugang zum Verständnis der Bibeltexte, wie sie heute vorliegen.
Ihre Charakteristik ist es, bewußt in der Linie der lebendigen Tradition der Kirche zu stehen, deren oberstes Anliegen es ist, die Offenbarung zu bewahren, wie sie von der Bibel bezeugt wird. Wie oben erwähnt wurde, haben die modernen Hermeneutiken die Unmöglichkeit gezeigt, einen Text zu interpretieren, ohne von irgendeinem Vorverständnis auszugehen. Die katholische Exegese geht die biblischen Schriften mit einem Vorverständnis an, das die moderne wissenschaftliche Kultur und die religiöse Tradition, die von Israel und der christlichen Urgemeinde herstammt, eng miteinander verbindet. Ihre Interpretation steht somit in Kontinuität mit der Interpretationsdynamik, die innerhalb der Bibel selbst zutage tritt und sich im Leben der Kirche fortsetzt. Sie entspricht der Notwendigkeit der unabdingbaren „Verwandtschaft“ zwischen dem Interpreten und dem Gegenstand, von dem der biblische Text handelt. Diese innere „Verwandtschaft“ ist eine Bedingung der Möglichkeit für alles exegetische Arbeiten.
Die Lehrer und Lehrerinnen der Exegese sollen den Studierenden eine tiefe Achtung vor der Heiligen Schrift vermitteln, indem sie zeigen, wie sehr die Bibel eine sorgfältige und objektive Erforschung verdient, um ihren literarischen, historischen, sozialen und theologischen Wert immer besser zur Geltung zu bringen. Sie dürfen sich nicht damit begnügen, eine Reihe von Kenntnissen zu vermitteln, die passiv aufgenommen werden. Sie müssen vielmehr in die exegetischen Methoden einführen und die wichtigsten Schritte der exegetischen Arbeit erklären, damit die Studierenden zu einem eigenen Urteil fähig werden. Da nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung steht, ist es gut, ab wechselnd zwei Unterrichtsmethoden zu verwenden: auf der einen Seite Vorlesungen, die in die biblischen Bücher als ganze einführen und die alle wichtigen Sektoren des Alten und Neuen Testaments behandeln; auf der andern Seite die paradigmatische gründliche Analyse gut ausgewählter Texte, die zugleich eine Einführung in die praktische Ausübung der Exegese darstellt. Im einen wie im andern Fall muß darauf geachtet werden, Einseitigkeiten zu vermeiden, d.h. sich weder auf einen geistlichen Kommentar ohne historisch-kritische Basis zu beschränken noch auf eine historisch-kritische Behandlung, die des theologischen und geistlichen Inhalts ermangelt (vgl. Divino afflante Spiritu, EnchB 551-552; Päpstliche Bibelkommission, De Scriptura Sacra recte docenda, Ench B 598). Der Unterricht muß zugleich die geschichtliche Verwurzelung der biblischen Schriften aufzeigen, ihre Eigenschaft als persönliches Wort des himmlischen Vaters, der sich in Liebe an seine Kinder wendet (vgl. Dei Verbum, 21), ins Licht stellen und die unerläßliche Rolle der Bibel für die seelsorglichen Aufgaben (vgl. 2 Tim 3, 16) verständlich machen.
Postreihe zur historisch-kritischen Exegese hier.

Sonntag, 16. Juni 2013

SS. Missa in Dominica Resurrectionis Celebrata est a SS. Pio XII

Samstäglicher Newsticker (heute am Sonntag)

Königswurstelhausen: Gegen-Euko-Sprecherin Eugenia-Cäcilie Bretterdez freute sich über die große Teilnahme am Abschlussgottesdienst, die zeige, wo die wahre und erfolgreiche Kirche zu finden sei. Im Gegensatz zu den leeren Rängen im Kölner Stadion habe es im Gegen-Euko-Stadion keine leeren Sitzplätze gegeben. Oder hätte es nicht gegeben, wie die Sprecherin zugibt. Denn da die Organisatoren es versäumten, die Anlagennutzung mit den Sportvereinen abzusprechen musste man den Platz der lokalen Fussballmannschaft abtreten und ins Gemeindehaus ausweichen. Dessen großer Saal mit 135 Plätzen sei aber gut gefüllt gewesen und beweist nach Ansicht von Bretterdez die Anziehungskraft reformerischer Veranstaltungen.

Königswurstelhausen: Der Abschlussgottesdienst des Gegen-EuKo endete im Streit, als die Priester_innen den Laientheolog_innen die Konzelebration verweigerten. Priesterin Simonie Großkopfler hierzu: "Bei allem Respekt vor den engagierten Laien, aber die Zelebration der Messe ist den geweihten Priesterinnen und Priestern vorbehalten. Da kann doch nicht jeder am Altar stehen und seine Griffel über die Gaben halten." Dagegen wandte sich Dr. Cornelia Erdfrau-Witzelstein: "Ich lasse mir doch nicht von irgendwelchen Tusnelden das Recht verweigern, am Tisch zu stehen und die Gaben wirksam mitzusegnen. Nur weil die geweiht sind haben die doch nicht mehr zu können als ich. Wo kommen wir dann da hin? Da kann ich ja gleich in den Vatikan gehen!"

Frankfurt: Die FIZ (Freie Intelligente Zeitung) berichtet über 100 Tage Franziskus: "Nach 100 Tagen ist klar: Nichts wird in der katholischen Kirche beim Alten, kein Stein auf dem anderen, kein Traditionalistenauge trocken bleiben. Nachdem Franziskus die päpstlichen Privatgemächer, den goldenen Stab Benedikts, die roten Schuhe der römischen Kaiser aufgegeben hat, werden bald weitere Symbole päpstlicher Macht folgen. Es wird erwartet, den Papst in Bälde nicht mehr in weißer Soutane, sondern im normalen Anzug sehen zu können, nicht mehr im Papamobil, sondern zu Fuss, nicht mehr mit Mitra, sondern barhäuptig. Auch andere Reformschritte machen Hoffnung. Mit der Einsetzung eines beratenden Kollegiums ist der erste Schritt zu einer Parlamentarisierung der Kirche getan, dem Weitere folgen werden. Mit der Bitte um das Gebet der Gläubigen beginnt die Demokratie in der Kirche aufzublühen. Bald wird der Papst den amerikanischen Nonnen den Rücken stärken, die tridentinische Messe verbieten und der Befreiungstheologie zum Sieg verhelfen."

Freitag, 14. Juni 2013

100 Tage Papst Franziskus: Er hat mit seinem großen Charisma die Herzen der Menschen erreicht

Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst zu 100 Tagen Papst Franziskus:
Er hat mit seinem großen Charisma die Herzen der Menschen erreicht. Dass der Strom der Pilger nach Rom nicht abreißt, ist ein sehr gutes Zeichen. Er hat markante Worte geprägt in dieser Zeit: dass die Kirche an die Ränder zu gehen hat, nicht nur geografisch, sondern auch im Leben der Menschen. Das ist ein wichtiger Auftrag, für den er in diesen 100 Tagen Orientierung gegeben hat. Wir dürfen sehr gespannt sein, wie es weitergeht.

Kirchenquiz

Wo steht diese Kirche?

(gemeint ist das Gebäude mit dem A)

Donnerstag, 13. Juni 2013

Heilige Homo-Lobby

Mit großer Verwunderung (*Schnarch*) habe ich die Meldung vernommen, im Vatikan gebe es wirklich eine Lobby von sich unterstütztenden Homosexuellen. Als ob Homosexuelle im Priesteramt was Neues wären. Oder der Umstand, dass auch Priester diese Ausrichtung ausleben. Oder die Neigung von Menschen ähnlicher Vorlieben, einander zu bevorzugen.

Eines aber regt mich wirklich auf: Wie der Papst hier zwischen heiligmäßigen Kurialen und der Homo-Lobby unterscheidet. Als ob ein Priester, der seine Homosexualität auslebt, nicht heilig sein könnte. Oder ein Priester mit einer Konkubine. Oder ein Lügner. Oder ein Ehebrecher. Die können doch wohl alle heilig leben. Hat doch Jesus zur Ehebrecherin gesagt: Geh hin und sündige weiter, du kannst auch so heilig sein.

Papst Franziskus: Lasst uns von Maria lernen

Ausschnitt aus dem kathnet-Bericht:
Staunen und Bewahren: Franziskus ging von diesen beiden Schlüsselbegriffen aus, die im heutigen Evangelium (Lk 2,41-51) eine wichtige Rolle spielen. Dieses berichtet vom Staunen der Lehrer des Tempels, als sie Jesus hörten, und davon, dass Maria das Wort Gottes im ihrem Herzen bewahrte. Das Staunen „ist mehr als die Freude“, so der Papst. Es sei ein Moment, in dem das Wort Gottes komme und in unseren Herzen gesät werde.
Es sei jedoch nicht möglich, immer in einem Zustand des Staunens zu leben. Dieses müsse durch das Bewahren ins Leben überführt werden. Gerade dies tue Maria, von der es heiße, dass sie sehr betroffen gewesen sei und alles, was geschehen war, in ihrem Herzen bewahrte.
„Johannes Paul II. sagte“, so der Papst weiter, „dass Maria mit dieser Arbeit eine besondere Mühe in ihrem Herzen hatte: sie hatte ein erschöpftes Herz. Doch das ist keine Art von Kurzatmigkeit, das ist eine Mühe, eine Arbeit. Mit dieser Arbeit wird das Wort Gottes bewahrt: mit der Arbeit, bei der danach gesucht wird, was dies nun in diesem Moment bedeutet, was mir der Herr in diesem Moment sagen will, wie diese Situation im Vergleich mit dem Wort Gottes zu verstehen ist. Das heißt es, das Leben mit dem Wort Gottes zu lesen, und das ist die Bedeutung des ‚Bewahrens’“.
Den ganzen Bericht gibt's hier.
Gleichfalls berichtet Radio Vatikan darüber dort.

Dienstag, 11. Juni 2013

Wunder und Veränderungen

Für Wunder muss man beten, für Veränderungen muss man arbeiten.

Thomas von Aquin

Niebuhrs "Grundinformation Neues Testament" - Zum Loben und zum Haareraufen

Wie hier angekündigt möchte ich ein Beispiel bringen, wie unterschiedlich die historisch-kritische Exegese in einem einzigen Werk wirken kann. Wie beschrieben sind die Studierenden heutigentags in vielen Fragen von Handbuchliteratur abhängig, um sich ein Thema zu erschließen. Die Prämissen und Grundlagen, mit denen die Handbücher arbeiten, werden also wesentlichen Einfluss auf den Studenten haben und oft unhinterfragt übernommen werden.

Als Beispiel für die Problematik habe ich Karl-Wilhelm Niebuhrs "Grundinformation Neues Testament" ausgewählt, was bei uns an der Uni mehrfach im Dauerliteraturapparat für Exegese steht und damit als Empfehlung der Professoren gelten kann.

Betreff der Datierung der synoptischen Evangelien schreibt der Autor (S. 83, 118):
Der Evangelist setzt die Zerstörung des Tempels (vgl. 22,7). Das Evangelium ist also nach 70 entstanden. Frühester Beleg für die Benutzung des matthäusevangeliums dürfte der erste Petrusbrief sein, der wohl zwischen 85 und 95 verfasst wurde. Für das Matthäusevangelium ergäbe sich daraus eine Entstehungszet zwischen 80 und 90 n.Chr.
Nach heutigem Kenntnisstand ist der früheste Zeitpunkt für die Abfassung des Evangeliums die Zerstörung Jerusalems, auf die das Evangelium zurückblickt, wie die entsprechenden Veränderungen der Markusvorlage zeigen (Lk 21,20-24, anders Mk 13,14-20, vgl. Lk 19,43f). Der späteste Zeitpunkt ist vor allem von der Apostelgeschichte her zu bestimmen ... Es ist daher am wahrscheinlichsten, dass Lukas sein Evangelium zwischen 80 und 90 verfasst hat.
In dieser Textstelle geht der Autor eindeutig von der These aus, Jesus könne den Fall von Jerusalem nicht vorhergesagt haben, daher müssten beide Evangelien nach dem Eroberung Jerusalems geschrieben worden sein. Zwar kann man das aus historischer Perspektive durchaus anders sehen und das passiert auch, wie im letzten Post gezeigt. Die Grundthese ist aber vor allem aus Glaubenssicht problematisch, denn wenn Jesus Gott ist, kann er natürlich auch Prophezeiungen machen. Indem diese Möglichkeit ausgeschlossen wird, geht man implizit von einer säkularen Prämisse aus, die Gott bzw. die Gottheit Jesu nicht in der Untersuchung berücksichtigt. Wenn aber die Gottheit Jesu in der Bibel keinen Niederschlag mehr findet, droht die Kernbotschaft der Schrift am Studenten vorbei zu gehen.

Aus den gleichen Buch S. 214, S. 242, 244:
Die Aussagen des Paulus über die Gerechtigkeit Gottes erhalten ihr besonderes Profil auf dem Hintergrund biblisch-jüdischer Überlieferungen. ... Gerechtigkeit Gottes meint bei ihm wie im Alten Testament und im Frühjudentum Gottes Bundes- bzw. Gemeinschaftstreue. Gott erweist seine Gerechtigkeit an den Menschen nicht im strafvollzug für Vergehen, sondern in der Herstellung und Erhaltung einer heilsamen Lebensordnung. Gerechtigkeit ist also keine Eigenschaft, sondern ein Tun Gottes, und zwar zum Heil für die Menschen.
Was wir bisher mit Blick auf das Wirken des Paulus vor seiner Berufung als Grenze zwischen Israel und den Völkern bezeichnet haben, nennt Paulus im Galaterbrief "Werke des Gesetzes". Im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung in Galatien ist damit in erster Linie die Beschneidungsforderung der Gegner des Paulus gemeint.
Die gegensätzliche Haltung gegenüber der Beschneidung im galatischen Konflikt lässt sich also einordnen in den größeren Zusammenhang der Beziehung zwischen Juden und Nichtjuden in der Diaspora. ... Sie [die Gegner des Paulus] wollten aber zuvor mit Hilfe der Beschneidung den Unterschied zwischen Juden und Nichtjuden aufheben. Damit hielten sie freilich gerade an der Grenze zwischen beiden in der Gemeinde fest.
Hier setzt der Autor den Galaterbrief in die konkrete historische Situation, in die hinein Paulus ihn geschrieben hat. Hierdurch werden verschiedene Sachverhalte vertieft und möglichen Missinterpretationen vorgebeugt. Auf diese Weise gelingt es durch Anwendung historischer Hilfsmittel einen Text der Hl. Schrift besser zu verstehen. Es zeigt sich also ein gelungenes Beispiel für historisch-kritische Exegese.

Die angeführten Zitate zeigen sowohl das Krisen- als auch Wachstumspotential der Methode. Dort wo der Exeget die historischen Hilfsmittel auf die Texte anwendet, ohne sich zugleich ihre säkularen Prämissen zu eigen zu machen, gelingt es ihm, unsere Kenntnis der Hl. Schrift zu bereichern und dem Studenten eine gute Einführung in dieses Thema zu geben, wovon dieser sicher Nutzen für die spätere Arbeit ziehen wird. Dort hingegen, wo er zum Zweck der Annäherung an die weltliche Geschichtswissenschaft die Möglichkeit der Prophetie durch den Gottmenschen Jesu ausschließt, entsteht das Bild des Menschen Jesus, der auch zu Wundern und, schlimmstenfalls, zur Auferstehung nicht in der Lage war. Damit bedroht das Werk den Kernbereich des Glauben eines Studierenden, gerade wenn er sich in einer Entwicklungsphase seines Lebens unter großen Druck befindet und besonders empfindlich in Glaubensfragen ist.

Postreihe zur historisch-kritischen Exegese hier.

Montag, 10. Juni 2013

St. Jakobus muss weg! Kreuzritter, Kulturkämpfer und Dunkelmänner in der Szese

Ein Mitblogger, der aus Bescheidenheit nicht genannt werden möchte, hat es aufgedeckt: Die katholische Blogoezese ist von Neo-Kreuzrittern unterwandert. Namentlich der Kreuzknappe und der wummenbewehrte Barockfürst, der sich beim Herrn Alipius rumtreibt, werden genannt. Bei solchen Leitbloggern müsse man sich nicht über den unfriedlich-scharfen Ton und die Schwarz-weiss-Malerei in der Szese wundern, meint der Mitblogger.

Ich persönlich fand den Post ja nicht so gut. Nicht, weil hier vom Sessel hoher Moral vollkommen friedfertigen Stils über andere Leute gerichtet wird. Sondern weil ich nicht erwähnt wurde. Also ich bin doch wirklich dunkelkatholisch genug, um ebenfalls als Menschheitsbedrohung wahrgenommen zu werden, oder? Nicht? Dann soll das mit diesem Bild hier geändert werden.

Limburger Wallfahrt zum EuKo

Gestern war ich zusammen mit 550 anderen Pilgern auf der Bistumswallfahrt zum Eucharistischen Kongress in Köln. Insgesamt standen, neben Freizeit, vier Programmpunkt auf dem Plan: Katechese mit dem Bischof, Pontifikalamt in St. Heribert (Bild links) Anbetung in St. Aposteln und Pontifikalvesper ebenda. Dazwischen konnten wir ein bisschen durch das sommerliche Köln wandern, eine Pizza verdrücken (als Ministranten auf bischöfl. Kosten, Danke Exzellenz) und den Dom besteigen.

Da das Programm ziemlich dicht war und wir natürlich die Wege zu Fuss zurücklegten - macht ein guter Pilger ja so - hatten wir leider keine Zeit mehr für einen Vortrag. Es war aber trotzdem ein sehr schöner und geistlich erfüllender Tag. Gerade um den Dom herum waren viele Rotkehlchen - an den roten Pilger-Bändern zu erkennen - unterwegs und man hatte gar nicht das Gefühl, zu einer miefigen Dunkelkirche zu gehören, die alles unterdrückt was nicht das Unfehlbarkeitsdogma auf Latein hersagen kann.

Die Bistumsseite berichtet über die Wallfahrt hier. Dazu einige Ausschnitte.
Für Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst war die Diözesanwallfahrt ein großartiges Erlebnis. "Es ist gut, dass wir uns hier ganz bewusst mit der Eucharistie beschäftigt und uns um den Herrn versammelt haben", so der Bischof. Aus dieser Sammlung und aus diesem "beim Herrn sein", erwachse ein konstruktiver Blick auf die Welt. Besonders gefreut hat sich der Bischof auch darüber, dass viele Menschen mit Behinderung an der Wallfahrt zum Eucharistischen Kongress teilgenommen haben. "Wir durften heute eine wunderbare Gemeinschaft spüren, die aus der Eucharistie kam und die uns im Alltag begleiten will", so Tebartz-van Elst.
Um die Eucharistie, das Herzstück des Glaubens, und deren Bedeutung im Glauben und im Leben ging es auch in der Katechese und der Predigt des Bischofs. "Die Eucharistie bringt Himmel und Erde zusammen", sagte der Bischof. In der Gestalt von Brot und Wein sei Gott gegenwärtig und wolle dem Menschen das Ewige Leben schenken. Es werde bewusst, dass der Tod überwunden ist und der Mensch für ein Leben in Ewigkeit berufen sei. "Die Eucharistie ist der Vorgeschmack auf etwas Größeres, auf etwas, das mehr ist als unser Alltag. Die Eucharistie stillt unseren tiefen Hunger nach Leben", so Tebartz-van Elst. Jede Eucharistiefeier sei auch eine Begegnung mit den Grenzen des menschlichen Lebens. Deshalb gelte es, sich diese Grenzen und manchen Mangel einzugestehen und immer wieder neu im Gebet vor Gott zu bringen. "Gott ergreift immer wieder die Initiative in unserem Leben. Die Eucharistie will, dass der Mensch an sein Ziel kommt. Sie will begeistern und verändern", sagte der Bischof. Wer glaube, könne alles von Gott erwarten und werde nicht enttäuscht.
Gott habe aus Liebe zu den Menschen seinen einzigen Sohn hingegeben. Er sei bei den Menschen gewesen und geblieben. Dadurch werde deutlich, dass Gemeinschaft in der Eucharistie immer die Summe an Hingabe und daher auch Gemeinschaft an Hingabe ist. "Wer diese Gemeinschaft erlebt, kennt das Bekenntnis, dass unsere Zukunft immer bei Gott in der Ewigkeit grundgelegt ist", so der Bischof.
Neben der Wallfahrt am Samstag reisten am Donnerstag auch 400 Schüler aus dem Bistum Limburg zum EuKo. Ein Ausschnitt aus dem Bericht über diese Fahrt:
Das geistliche Programm des Eucharistischen Kongresses, der noch bis zum Sonntag, 9. Juni begangen wird, steht unter dem Leitwort "Herr, zu wem wollen wir gehen?". Die Eucharistie am Donnerstag hielt die Antwort bereit: "...zu dem, der uns in seiner Kirche versammelt." Bischof Koch ermutigte in seiner Predigt die Jugendlichen ihren eigenen Weg zu suchen und zu finden. Jeder der Anwesenden sei groß, weil Gott ihn so erschaffen habe. Immer wieder rief er deshalb in die Menge: "Lebt groß!" "Macht Euch nicht klein, sondern fühlt Euch mit Euren Gaben angenommen und erkannt", betonte er mehrmals. Bischof Kochs Worte ermutigten. Sie waren ein Aufruf und Trost zugleich. "Auch, wenn wir einmal einen falschen Weg einschlagen, Gott hilft uns. Er steht uns bei!", wiederholte der Bischof.
Bilder von der Wallfahrt gibt's hier
und ein Video an dieser Stelle.
Einen kurzen Medienbericht dort.
Einen virtuellen Rundgang durch St. Aposteln kann man hier machen.
Zu Kirche St. Heribert sei auf den Wikipedia-Artikel verwiesen.

Samstag, 8. Juni 2013

Samstäglicher Newsticker

Köln: Die Gemeinschaft Wir-sind-Kirche-und-ihr-nicht kritisiert den Eucharistischen Kongress in Köln: "An dieser Veranstaltung nehmen keine Mitglieder der reformfreudigen Basis teil. Hier laufen lediglich die Bischöfe mit ihren Pseudo-Schleppenträgern auf, Leute, die der Meinung sind, das gesegnete Brot auf dem Gabentisch sei das Herz der Kirche. Dabei weiss doch jeder, der in der guten Basis verankert ist, dass der gute Wille des Individuums zu Menschenwürde und Gleichstellung der Kern des Glaubens ist."

Köln: Die Gemeinschaft Wir-sind-Kirche-und-ihr-nicht veranstaltet einen Gegen-EuKo in Königswurstelhausen. Neben der Festhalle wurde hierfür auch das lokale Sportstadium gemietet. Die Initiatoren zeigten sich zuversichtlich, ein volleres Haus zu haben als der EuKo in Köln. Auf Nachfrage der Redaktion wurde mitgeteilt, die Festhallte des Ortes fasse maximal 450, das Sportstadium (Bolzplatz mit Rasenrängen) höchstens 1900 Personen. Die Abschlussmesse am Sonntag hält die Großerzsupermegakrasspäpstin, ihre Allerheiligste Allheiligkeit Maria II. Mayr-Lumetzberger.

Königswurstelhausen: Der Gegen-EuKo habe bisher seine Ziel erreicht, mit dem EuKo mitzuziehen, erklärte die Sprecherin Eugenia-Cäcilie Bretterdez. Anders als bei den "Kölner Popen" sei der Kongress hervorragend besucht. Den Festsaal habe man zu den bisher drei Katechesen immer zu ca. 36 % voll bekommen. Zudem seien die Diskussionen nach den Katechesen immer außerordentlich anregend und die Besetzungsliste hochkarätig. Die bisherigen Vorträge waren:
Frau Prof. Dr. Wilhelmine Küsselbecker: Gott ist eine Frau, weil Ich eine bin;
Frau Dr. Cornelia-Hippolyte Erdfrau-Witzelstein: Bibel im Licht der fraulichen Wahrheit. Maria Magdalena als Supermenschin entdecken;
Herr Dr. Dr. Ludwig Drewerleut: Die Eucharistie als zwanghafte Autosuggestion. Der Glaube an die Realpräsens als Krankheitsbild.

Freitag, 7. Juni 2013

Der glückliche Mensch

Glücklich der Mensch, der seinen Nächsten trägt in seiner ganzen Gebrechlichkeit, wie er sich wünscht, von jenem getragen zu werden in seiner eigenen Schwäche.

Franz von Assisi

Kirchenquiz

Wo steht diese Kirche?

Donnerstag, 6. Juni 2013

Die historisch-kritische Exegese und die Studenten

Bildquelle hier.
Die historisch-kritische Exegese wird in der Blogoezese vor allem bzgl. ihres Einflusses auf die Studenten diskutiert. Sowohl Ameleo als auch Volker Schnitzler haben dabei herausgearbeitet, dass die historisch-kritische Exegese für einen Studenten, der sich intensiv mit ihr auseinandersetzt, kein Glaubensproblem darstellt. Zwar werde der Glaube durchaus herausgefordert, jedoch gebe die Exegese in der Gesamtschau zugleich Hilfsmittel in die Hand, damit umzugehen.

Knackpunkt der Argumentation ist dabei das Wörtchen intensiv. Beide setzen ein hohes Maß an Aufwand für die Beschäftigung mit der Exegese voraus. Und unter solchen Bedingungen fallen viele Kritikpunkte auch weg, die von anderen und mir gegen diese Methode erhoben werden. Wer sich z.B. bewusst macht, warum diese Exegese in vielen Fällen mit säkularen Prämissen arbeitet, wird entweder keine Probleme damit haben oder, wenn doch, auf die Suche nach anderen Lösungen gehen, die er auch sicher finden wird. Für das klassische Beispiel der Evangeliendatierung nach dem Fall von Jerusalem kann, wenn es den Gläubigen nicht befriedigt, eine andere Lösung gefunden werden, die den Gläubigen nicht anficht. So stellt H.J. Schulz in seiner hervorragenden Studie „Die apostolische Herkunft der Evangelien“ (S. 29) fest:
Das einstige Tabu des Jahres 70 als terminus post quem muß inzwischen auch für Lk und Mt als gebrochen gelten. Eine Rückschau auf die Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 findet sich in keinem der Evangelien.
Vorraussetzung dafür ist aber, dass der Student die Zeit dafür hat. Was heutzutage angezweifelt werden darf. Ich habe ja bereits selber die beginnende Modularisierung erlitten und habe daher einen praktischen Eindruck von heutigen universitären Gepflogenheiten. Allerdings werden meine Erfahrungen von jüngeren Kommilionen, die gebachelort wurden, noch weit überschritten. Die Fächer und Veranstaltungen werden in einem hohen Grad normiert und durchorganisiert, Prüfungen (abschlussrelevant) finden fortdauernd statt, mitunter werden sogar Hausaufgaben verteilt. Der Student ist kaum mehr in der Lage, eigene Schwerpunkte zu bilden und lernt auch kaum eigenständiges Arbeiten, da ihm alles vorgekaut wird, ja vorgekaut werden muss, damit der Stoff in der Kürze der Zeit behandelt werden kann. So wird Mittelmäßigkeit herangezogen, die im hohen Maß von der Meinung der Professoren und von Handbüchern abhängig ist.

Ich habe mir einmal die Studienordnung unseres katholischen Fachbereichs, Bachelor Hauptfach, durchgelesen. Im exemplarischen Studienverlaufsplan sind in den ersten beiden Semestern 14 Veranstaltungen zu besuchen, die meisten davon mit Prüfungen versehen, darunter 3 in Exegese. Im Gesamten sind nur 5 Kurse in Exegese, Altes und Neues Testament, vorgesehen. Das erlaubt den meisten Studenten nur eine sehr kursorische Beschäftigung mit dem Thema, die über die Rezeption von Grundlagenwerken kaum hinauskommt. Bestenfalls müssen sie Hausarbeiten schreiben, in denen sie sich etwas intensiver mit einer Thematik beschäftigen, haben dabei aber auch keine Zeit mehr, eventuelle Prämissen zu überdenken, sondern reflektieren die Mehrheitsmeinung der Literatur, weil sie ansonsten kritische Blicke und, schlimmstenfalls, Notenabzüge befürchten müssen. So wurde ich z.B. schon damals in meiner Proseminarshausarbeit Neues Testament darauf hingewiesen, ich hätte kein Buch des aktuellen Lehrstuhlinhabers benutzt.

Folgerichtig wird kaum ein Student die Möglichkeit zu jener intensiven Reflexion haben, die bei Ameleo und Herrn Schnitzler zu recht so wichtig ist. Dafür kann man die historisch-kritische Exegese nicht verantwortlich machen. Jedoch setzt es die Lehrenden gerade in der Theologie in die Verantwortung, den kursorischen Überblick so zu gestalten, dass der Glaube keinen Schaden nehme. Dafür muss sie von liebgewordenen Mehrheitsmeinungen abstand nehmen, muss dabei aber nicht das Handwerkszeug dieser Methode aufgeben, das ja unabhängig von der Prämisse angewendet werden kann und durch das diese Exegese auch ihre Berechtigung hat.

Ein Beispiel für die Problematik in den Handbüchern wird in diesem Post angeführt.
Postreihe zur historisch-kritischen Exegese hier.
Einen gut lesbaren Überblick über Methoden der Bibelauslegung liefert Ameleo hier.

Dienstag, 4. Juni 2013

Das Paradoxon des Christentums

Denn, wer da hingibt, der empfängt, wer sich selbst vergisst, der findet, wer verzeiht, dem wird verziehen, und wer da stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

Franz von Assisi

Eine verantwortungsvolle Aufgabe spirituell meistern

Ich fragte den Vater Antonius:
Wenn mir eine Aufgabe zuwächst, nach der ich nicht gestrebt habe, die mir aber Anerkennung bringt, wie soll ich damit umgehen?

Da antwortete er:
Beachte drei Dinge:
1. Du bist nicht der einzige, der diese Aufgabe wahrnehmen kann. Es gibt auch andere, die es genauso gut können wie du. Daher bist du nicht unersetzlich, sondern eben nur gerade derjenige, der es macht.
2. Es gibt jemanden, der kann die Aufgabe sogar noch besser ausfüllen als du. Auch wenn du einigen durch Erfahrung und Können im Vorteil bist, machst du ja weiterhin Fehler. Andere würden weniger machen.
3. Wenn jemand hinzutritt, der bereit ist, deine Aufgabe wahrzunehmen und er es ebenso gut kann wie du oder sogar noch besser, dann trete sofort zurück und lass ihn weiter machen. Du selber aber ordne dich ihm freudig unter. Damit schadest du niemandem, denn die Aufgabe wird ja weiter erfüllt, und du gewinnst viel an Demut, bist den anderen ein Vorbild und dem Neuen, wenn er denn will, eine Stütze.

Montag, 3. Juni 2013

Zuhause ist, wo Christus ist.

Bildquelle hier.
Wir alle kennen das? Wir waren in Urlaub, hatten eine schöne Zeit, haben dort vieles gesehen was in der eigenen Stadt fehlt und waren von lauter netten Menschen umgeben. Dann kommt man nach Hause, setzt sich aufs heimische Sofa und denkt sich: Schön war's, aber Gott sei Dank sin'mer wieder zuhaus'.

So ging es mir auch neulich. Nein, ich war nicht in Urlaub. Ich war auf einer Freizeit. Aber nicht mit Katholiken, sondern mit den Kollegen von der evangelikalen Fraktion. Wirtschaftsspionage, nennt man das in der Ökonomie, ökumenisches Beisammensein bei den Reformern. Ich nenn's einfach eine gute Zeit mit anderen Christen gehabt haben. Ich bin ja ein großer Fan des Engagements der Evangelikalen. Da wird ganz viel gemacht und da ist viel Initiative drin, gerade bei den jungen Christen ohne Amt und Würde. Bei uns wirste vom zuständigen Pfarrgemeinderat - Altersdurchschnitt 65 - beäugt mit der Frage, ob denn das zeitgemäß sei, was der junge Mann da für ne Idee habe. Bei den Evangelikalen ist auch mehr missionarischer Eifer drin. Die SMD, das evangelikal-freikirchliche Missionswerk für Studenten, ist ziemlich rege, deutlich mehr als die KHG. Deren missionarische Impetus lässt etwas zu wünschen übrig, obwohl gerade viele katholischen Studenten es doch ziemlich nötig hätten, missioniert zu werden.

Auf jeden Fall war es da ganz toll, super ansprechend und voll geistlich (megakrass wird mit Rücksicht auf einige Blogger nicht verwendet). Es war eine schöne Zeit, ich hab viel erlebt, was ich in meiner Gemeinde vermisse, es waren lauter nette Menschen da. Aber es fehlte irgendwie irgendwas.

Die Freizeit dauerte von Freitag auf Sonntag, wobei ich am Sonntagnachmittag wieder zuhause war und vor die Frage gestellt wurde: Soll ich jetzt nochmal in die Abendmesse, ja oder nein? Eigentlich hatte ich ja genug gebetet, Bibel gelesen und über Gott gesprochen am Sonntag, dass es als Tag des Herrn durchgehen konnte. Aber im Gottesdienst war ich halt nicht. Da obsiegte dann mein katholisches Gewissen - du gehst jetzt in die Messe, die faule Sau, ist immerhin ein Kirchengebot. Ich fahre also in die Stadt und komm in die Abendmesse im Dom, wo ich mich ganz hinten hin setze, um mich - abendessenszeitbedingt - bei Bedarf nach der Kommunion rauszupirschen. Da war dann wieder das übliche: Die gleichen Leute, die oft etwas missmutig schauen, wenn man durch die Kirche Richtung Ausgang schleicht, die Lieder, vom traditionellen Omatorium vorgetragen, die Predigt durchaus gut, aber nicht ganz so schmissig wie bei der Konkurrenz. Aber ich fühlte mich trotzdem wohler. Ich hab mich gefragt warum? Ich war halt zuhause; oder wie der Bayern sagt: Dahoam is dahoam.

Aber was bedeutet denn nun daheim? Ist es eine reine Gewohnheit, die halt jeder anders hat. Oder ist es mehr? Eine alte Werbung hat mal den Spruch gebracht: Zuhause ist, wo Pudding ist. Und wo ist in der Religion zuhause? Wo Christus ist! Natürlich will ich nicht abstreiten, dass auch bei den Evangelikalen der Geist wehen kann. Aber wirklich ganz real da ist Christus halt nicht. Das ist er nur im Tabernakel und in der Messe nach der Wandlung. Da hilft auch noch so viel Engagement und nette Leute nichts. Das sind wichtige, aber eben menschliche Faktoren. Der wichtigste, weil göttliche Faktor aber ist Christus in Allerheiligsten Sakrament. Da knieste dann in der Bank und denkst dir: Schön war's, aber Gott sei Dank sin'mer wieder zuhause.

Sonntag, 2. Juni 2013

Wiedersehen mit Pius XII.

Mit Pfingsten, Dreifaltigkeit und Fronleichnam ist die Osterzeit jetzt vorbei. 50 Tage Halleluja hallen uns immer noch herrlich in den Ohren. Ein bisschen fad und langweilig wirkt der Alltag ohne diesen Jubel. Aber keine Sorge. Jeden Sonntag kommt es ja wieder. Und damit es noch viel schöner klingt und ihr euch noch mehr auf den Sonntag freuen könnt, kommt auch etwas anderes jetzt wieder. Nach monatelanger Abstinenz ist er endlich wieder da: Pius XII. is back.

Samstag, 1. Juni 2013

Die historisch-kritische Exegese und der Hl. Thomas

Das Debatte um die historisch-kritischen Exegese, die sich an Klaus Bergers Werk "Die Bibelfälscher" in der Blogoezese entzündet hat, geht weiter. Hier habe ich neben eigenen Gedanken auch die mir bekannten Posts zum Thema verlinkt. Zwischenzeitlich sind zwei weitere hinzugekommen, die sich für diese Exegese aussprechen, von Volker Schnitzler und Ameleo verfasst. Nach weiteren Nachforschungen meint Kollege Schnitzler den Grund für Bergers Kritik an dieser Exegese gefunden zu haben: Für ihn ist die Angst Bergers vor dem Nihilismus, dem Verlust des Glaubens, des eigenen und dem der Studenten, die Triebfeder seines Werkes. Ob das so ist, darüber maße ich mir kein Urteil an. Ich halte es aber durchaus für möglich, dass darin ein wichtiger Grund für sein Buch liegt. Es wird ja von niemandem bestritten, wie stark die historisch-kritische Exegese den kindlichen Glauben des Studenten (soweit noch vorhanden) erschüttert. Im Gegensatz zu Berger verteidigen Ameleo und Schnitzler jedoch die historisch-kritische Exegese durch ein Lob eben jener Katharsis.

Sie wenden sich damit gegen eine Exegese, die den Studenten von den Probleme und den Anfragen einer kritischen Moderne abschirmt, um ihn weiterhin in einer geschlossenen katholischen Gedankenwelt zu wattieren, da auf diese Weise ein unreifer Glaube gepflegt werde, der für einen Gläubigen im allgemeinen, für einen Theologiestudenten im besonderen problematisch sei.
Sie beschreiben damit das Theologiestudium nicht nur als einen geistigen, sondern auch als einen geistlichen Vorgang. Ein solcher geistlicher Vorgang ist aber in der ganzen Geschichte des Christentums immer auch mit viel Selbstprüfungen, Zweifeln, geistlichen Nächten und schmerzhaften Reinigungen verbunden. Sowohl der Analyse des Theologiestudiums als geistliches Geschehen als auch einer solchen Katharsis während des geistlichen Lebens ist zuzustimmen.

Doch offenbart die Argumentation ein entscheidendes Problem. Denn das Fach Theologie wird hier zwar als geistlicher Prozess verstanden, es verhält sich aber oft nicht entsprechend. Gerade in der modernen Exegese wird uns dies besonders deutlich. Die moderne Exegese geht in ihren Untersuchungen oft von der säkularen Prämisse aus, dass Gott nicht untersucht werden und daher auch nicht Teil der Untersuchung sein kann. Was bei einem Physiker ebenso klar ist wie bei einem Historiker, ist für einen Theologen hingegen problematisch. Denn da der Exeget über die Bibel spricht muss er sich entscheiden: Folgt er der Prämisse, dass es Gott gibt oder dass es ihn nicht gibt. Der historisch-kritische Exeget wählt für seine Methode häufig letztere. Das bedeutet wohlgemerkt nicht, dass Dozenten und Studenten nicht an Gott glauben. Aber die Erschließung der Bibel kommt dann ohne Gott aus. Damit ist die Exegese jedoch keine Theologie mehr, sondern historische Textkritik und gehört in die Altertumswissenschaften. Denn für die Theologie gilt noch immer das Wort des Hl. Thomas, der im ersten Band der Summa Theologica schreibt:
Gott ist der Gegenstand dieser Wissenschaft. [...] Nun ist aber in der hl. Lehre Gott der einigende Leitgedanke, von dem alles beherrscht wird; und zwar handelt es sich entweder um Gott selbst oder um die Dinge, sofern sie Beziehung haben zu Gott als zu ihrem Ursprung und zu ihren Ziel. [...] Die Prinzipien einer Wissenschaft aber und die Wissenschaft selbst haben notwendig denselben Gegenstand, da die Wissenschaft keimhaft ganz in der Kraft der Prinzipien enthalten ist.
Der Gegenstand der Theologie ist Gott als Ursprung und Ziel des Denkens. Ameleo und Volker haben hervorragend herausgearbeitet, dass die historisch-kritische Exegese durch die Katharsis Gott als Ziel fördern kann. Es bleibt aber die Frage offen, ob diese Exegese Gott als Ursprung der Dinge sieht, mit denen sie sich beschäftigt. Also Theologie wäre dies ihre Aufgabe. Faktisch ist es jedoch oft nicht der Fall. Um die Studenten auf die säkulare Moderne vorzubereiten, greift die Exegese nicht nur auf die Instrumente, sondern auch auf die Prämisse dieser Moderne zurück und klammert Gott als Leitprinzip der exegetischen Untersuchung aus. Die Prinzipien einer Wissenschaft sind aber nach Thomas die Wissenschaft selbst. Damit ist die Exegese ihrem Wesen nach Altertumswissenschaft, die sich mit einer bestimmten Quelle bzw. Thema auseinandersetzt. Ihr Ziel ist es daher, dem Studenten das Handwerkszeug zu vermitteln, mit der er die behandelten Quellen historisch aufschlüsseln kann. Ihr Ziel ist es jedoch nicht, eine geistlichen Weiterbildung der Studenten zu fördern, denn diese Weiterbildung setzt Gott voraus, den sie dem Prinzip nach dann nicht kennt.

Betrachten wir, um diese These zu erörtern, Methoden, mit denen eine solche geistliche Reifung üblicherweise gefördert wird. Das Christentum hat zahlreiche Schulen hervorgebracht, um die Menschen in den geistlichen Wissenschaften reifen zu lassen. Von den Wüstenvätern, zu den Benediktinern und Kartäusern, zur devotio moderna über den Karmel spannt sich der Bogen der großen Schulen, um nur einige zu nennen. Diese Bewegungen weisen viele Unterschiede auf, doch sind sie sich alle in einem einig: Dem radikalen Ja zu Gott. Ein Kartäuser oder ein Wüstenvater, der sich, um Gott zu suchen, in die Zelle des großen Schweigens aufmacht mit der Prämisse, es gibt Gott nicht, ist unvorstellbar. Wenngleich alle diese Traditionen die geistliche Nacht kennen, ja sie sogar mitunter als notwendigen Teil des Prozesses beschreiben, geht doch keine davon aus, ihn mutwillig herbeizuführen. Nur der im Glauben schon gereifte, in der Gottesbeziehung schon Erfahrene wird von Gott zu einem von diesem bestimmten Zeitpunkt mit der inneren Leere konfrontiert, sind die Väter überzeugt. Den Zeitpunkt bestimmt jedoch nur Gott, denn nur er weiss, wann der Betreffende damit umgehen kann. Daher wäre es keinem der Väter des geistlichen Lebens eingefallen, diesen Zustand quasi mutwillig im Schüler hervorzurufen.

Wenn wir nicht annehmen, die historisch-kritische Exegese habe einen vollkommen neuen Weg der geistlichen Wissenschaft gefunden, und nichts deutet darauf hin, kann es also nicht ihr Ziel sein, die geistliche Weiterbildung des Studenten zu fördern. Die von ihr gelehrte Quellenanalyse kann natürlich das Glaubensleben des Studenten bereichern, da sie das Verständnis der Hl. Schrift erweitert. Dies kann sie aber viel besser, wenn sie diesen Glauben in ihre Überlegungen miteinbezieht. Dadurch wird der Student weder von der Welt abgeschlossen, was ohnehin nicht mehr möglich ist, noch wird sein geistliches Fortkommen behindert. Er wird aber in einer geistig-geistlichen Übung die Sicherheit des Ja zu Gott erfahren, das die großen geistlichen Schulen des Christentums ausgezeichnet hat.

Fassen wir zusammen: Ameleo drückt am Ende ihres Posts die Zuversicht aus, ein Theologiestudent werde durch die Exegese wohl erschüttert, aber letztlich in seinem Glauben gestärkt. Das ist bei ihr, Kollege Schnitzler und bei vielen anderen offenbar vorgekommen und ich freue mich für sie. Dennoch ist dies nach dem Charakter, den vielfach die Exegese hat, nicht das Ziel, sondern ein erfreuliches Nebenprodukt bzw. eine glückliche Ausnahme, bedingt durch charakterliche Festigkeit oder eine gute sonstige theologische Ausbildung. Die aus der Prämisse intendierte Regel ist das aber nicht. Zwar intendiert sie auch keinen Glaubensschwund an sich, da sie den persönliche Glauben nicht berücksichtigt, entfaltet aber faktisch diese Wirkung, da sie ein säkulares Verständnis der Hl. Schrift, der Basis des Glaubens, fördert. So wird es auch von Klaus Berger wahrgenommen und so ist es auch in vielen Fällen.

Postreihe zur historisch-kritischen Exegese hier.

Samstäglicher Newsticker

Wien: Die Gemeinschaft für eine weltoffene Kirche lobte den Einsatz der Wieder Donaucitykirche für einen Dialog auf Augenhöhe. Indem der konservativ-katholische Redner Christian Zeitz rechtzeitig ausgeladen worden sei, sprächen in der Gemeinde nur noch Vertreter von toleranten, menschenfreundlichen und heilsrelevanten Religionen.

Washington: Leadership Conference of Women Religious (LCWR) glaubt an eine Verschwörung der Kurialen in Rom. Man könne sich nicht vorstellen, wie ein demütiger und nächstenliebender amerikanischer Papst wie Franziskus die Haltung des arroganten und gesetzlichen Benedikt XVI. bestätigen konnte. Man nehme daher an, Franziskus werde von der Vatikanbank wie einst Johannes Paul I. mit dem Tod bedroht, wenn er nicht die Maßnahmen bestätige. Was die Vatikanbank gegen die LCWR haben soll, konnten die Schwestern auf Nachfrage auch nicht beantworten.

Paris: Die FIZ (Freie Intelligente Zeitung) berichtet vom Aufmarsch einer tausend Rechter gegen die Ehe gleichgeschlechtlicher Paare in Paris. Bei einem Großteil der Marschierenden handle es sich um Rechtsextreme und Neonazis, die Paris in Unruhe versetzten und den halben Champ de Mars abgebrannt hätten. Die offiziellen Zahlen von 100.000 Teilnehmern sei hingegen durch eine unangemeldete Gegendemonstration von Menschenrechtsfreunden zustande gekommen, die auf den Luftbildern der Polizei wie eine große Demonstration gewirkt habe.
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