Mittwoch, 20. Februar 2013

Das Fasten bei den Wüstenvätern Vol. II


Fortsetzung von hier.

Spruch 318:
Abbas Johannes Kolobos lehrte: "Wenn ein König eine feindliche Stadt einnehmen will, dann bemächtigt er sich zuerst des Wassers und schneidet die Zufuhr ab, und wenn sie am Verhungern sind, unterwerfen sie sich ihm. So ist es auch mit den Begierden des Fleisches: Wenn der Mensch mit Fasten und Hungern gegen sie zu Felde zieht, dann werden die Feinde gegen die Seele kraftlos."
Spruch 412:
Er (Abbas Isidor) sprach wiederum: "Wenn ihr in der rechten Weise durch Fasten Askese übt, dann werdet ihr nicht aufgeblasen; denn wenn ihr euch dessen rühmt, wäre es besser für euch, Fleisch zu essen. Es nützt dem Menschen mehr, Fleisch zu essen, als sich aufzublasen und sich groß zu rühmen."
Spruch 499:
In der Sketis wurde einmal die Verordnung erlassen: "Fastet diese Woche!" Nun traf es sich zufällig, daß Brüder aus Ägypten zum Alvater Moses kamen, und er ließ ihnen ein wenig Brei herrichten. Die Nachbarn sahen den Rauch und sagten zu den Klerikern: "Seht, Moses hat die Verordnung übertreten und hat sich einen Brei gekocht." Sie sprachen: "Wenn er kommt, werden wir es mit ihm bereden." Als der Sabbat kam, sahen die Kleriker die vorbildliche Haltung des Moses und sprachen vor dem Volke zu ihm: "O Altvater Moses, die Vorschrift der Menschen hast du zwar nicht gehalten, wohl aber die Gottes!"
Spruch 605:
Abbas Joseph fragte den Altvater Poimen, wie man fasten müsse. Der Altvater Poimen sagte: "Ich will, daß jeder, der ißt, täglich ein wenig ißt." Da sagte der Abbas Joseph: "Als du Jünger warst, hast du da nicht jeweils zwei Tage gefastet?" Der Greis erwiderte: "Wirklich, auch drei und vier und eine Woche. Und das alles billigten die Väter, weil sie kräftig waren. Sie fanden aber, daß es besser sei, täglich zu essen, jedoch nur wenig. Und sie überlieferten uns den königlichen Weg, weil er leicht ist."
Spruch 763:
Einmal kamen Brüder zum Altvater Pambo, und einer fragte ihn: "Ich faste jeweils zwei Tage und esse zwei Zwiebacke. Rette ich so meine Seele oder bin ich im Irrtum?" Und ein anderer sagte so: "Ich verdiene mir mit meiner Handarbeit täglich zwei Johannisbrotschoten, davon verwende ich ein wenig zu meiner Nahrung, das übrige gebe ich als Almosen. Werde ich da gerettet, oder gehe ich zugrunde?" So stellten sie ihm noch viele Fragen, aber er gab keine Antwort. Nach vier Tagen waren sie daran wegzugehen, und die Kleriker ermunterten sie: "Macht euch keine Sorgen Brüder: Gott gibt euch Lohn! So ist es halt die Gewohnheit des Greises: er redet nicht leicht, wenn Gott es ihm nicht deutlich zu erkennen gibt." Sie gingen also zum Greis hinein und sagten zu ihm: "Vater, bete für unn!" Er sagte zu ihnen: "Wollt ihr denn weggehen?" Sie sagten: "Ja!" Da übertrug er ihre Übungen auf sich selber und schrieb auf die Erde, indem er sprach: Pambo fastet zwei Tage lang und ißt nur zwei Brote - aber wird er dadurch ein Mönch? Nein! Und Pambo erarbeitet zwei Schoten und gibt sie als Almosen - wird er dadurch ein Mönch? Noch nicht! Dann belehrte er sie: "Eure Übungen sind gut, aber wenn ihr euer Gewissen vor Fehlern gegen den Nächsten bewahrt, dann werdet ihr gerettet werden." Zu klarer Erkenntnis gelangt, gingen sie mit Freuden davon.

Dienstag, 12. Februar 2013

Stille

Der Hl. Vater hat seinen Rücktritt zum 28. Februar verkündet und damit die ganze katholische Welt in Aufregung gestürzt. Die Kommentare und Fragen hierzu schießen bereits ins Kraut und ich erwarte spätestens Morgen die These, Benedikt XVI. sei von Außerirdischen entführt worden und Erzbischof Gänswein habe sich mittels Bilokation (er saß ja daneben) als Doppelgänger verkleidet, der nun seinen Rücktritt verkündet, um die Kirchenregierung zügig und möglichst reibungslos in neue Hände zu übergeben. Daneben gibt es noch gefühlt eine Milliarde sonstige Beiträge von wüsten Beschimpfungen über Teilnahmslosigkeit zu Respekt. Daran werde ich mich nicht beteiligen. Die Szese hat sich in dieser Hinsicht bereits sehr deutlich artikuliert und ich pflichte der Haltung aus Dankbarkeit, Trauer und Respekt bei. Mehr muss hierzu von meiner Seite nicht gesagt werden.

Die Fastenzeit wird in Kürze beginnen. Schon vor Wochen habe ich mich entschlossen, das Bloggen in dieser Zeit stark zurückzuschrauben, da es doch sehr viel Zeit kostet und ich in Fastenzeiten gerne eine Reduktion und was Neues versuche. Und da es in den nächsten Tagen wahrscheinlich ohnehin kein anderes Thema als den Rücktritt des Papstes geben wird, ziehe ich mein Blogfasten vor. In den nächsten Tagen wird es daher keine neuen Posts geben. Auch der Samstägliche Newsticker wird ausfallen, jedoch nächste Woche wieder aufgenommen werden. Für den Sonntag wird die wöchentliche Pius-Reihe während Fastenzeit eingestellt, dafür aber wird es eine Serie mit Padre Pio geben, die schon vor einer Weile vorbereitet wurde.

Die alte Kirche pflegte in Zeiten großer Entscheidungen und Umbrüche diese mit Beten und Fasten zu begleiten. Indem der Papst kurz vor Beginn der Fastenzeit seinen Rücktritt angekündigt hat, erinnert er uns nocheinmal daran und zeigt uns eine wichtige spirituelle Dimension der Fastenzeit auf. So kann diese Zeit für die katholische Welt noch einmal neu und verstärkt Zeit des Gebetes und des Fastens sein, um den Hl. Vater, die Kardinäle und alle Gläubigen im Geist der Wahrheit zu einen und zu stärken.
Damit ziehe ich mich jetzt in mein Kellion zurück. Bis Sonntag.

Montag, 11. Februar 2013

Benedikt XVI. will zurücktreten

Wie von verschiedenen Agenturen berichtet, hat der Hl. Vater auf einer Vollversammlung der Kardinäle seinen Rücktritt zum 28. Februar angekündigt.

Die Rede des Papstes hierzu (kathnet):
Liebe Mitbrüder!
Ich habe euch zu diesem Konsistorium nicht nur wegen drei Heiligsprechungen zusammengerufen, sondern auch um euch eine Entscheidung von großer Wichtigkeit für das Leben der Kirche mitzuteilen. Nachdem ich wiederholt mein Gewissen vor Gott geprüft habe, bin ich zur Gewissheit gelangt, dass meine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet sind, um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben.
Ich bin mir sehr bewusst, dass dieser Dienst wegen seines geistlichen Wesens nicht nur durch Taten und Worte ausgeübt werden darf, sondern nicht weniger durch Leiden und durch Gebet. Aber die Welt, die sich so schnell verändert, wird heute durch Fragen, die für das Leben des Glaubens von großer Bedeutung sind, hin- und hergeworfen. Um trotzdem das Schifflein Petri zu steuern und das Evangelium zu verkünden, ist sowohl die Kraft des Köpers als auch die Kraft des Geistes notwendig, eine Kraft, die in den vergangenen Monaten in mir derart abgenommen hat, dass ich mein Unvermögen erkennen muss, den mir anvertrauten Dienst weiter gut auszuführen.
Im Bewusstsein des Ernstes dieses Aktes erkläre ich daher mit voller Freiheit, auf das Amt des Bischofs von Rom, des Nachfolgers Petri, das mir durch die Hand der Kardinäle am 19. April 2005 anvertraut wurde, zu verzichten, so dass ab dem 28. Februar 2013, um 20.00 Uhr, der Bischofssitz von Rom, der Stuhl des heiligen Petrus, vakant sein wird und von denen, in deren Zuständigkeit es fällt, das Konklave zur Wahl des neuen Papstes zusammengerufen werden muss.
Liebe Mitbrüder, ich danke euch von ganzem Herzen für alle Liebe und Arbeit, womit ihr mit mir die Last meines Amtes getragen habt, und ich bitte euch um Verzeihung für alle meine Fehler. Nun wollen wir die Heilige Kirche der Sorge des höchsten Hirten, unseres Herrn Jesus Christus, anempfehlen. Und bitten wir seine heilige Mutter Maria, damit sie den Kardinälen bei der Wahl des neuen Papstes mit ihrer mütterlichen Güte beistehe. Was mich selbst betrifft, so möchte ich auch in Zukunft der Heiligen Kirche Gottes mit ganzem Herzen durch ein Leben im Gebet dienen.
Meldungen hierzu:

Das Fasten bei den Wüstenvätern

 
Mit dem Fasten ist es ja so eine Sache. Gerade heutigentags gibt es ja 50.000 Meinungen dazu: Die einen halten es für ganz wichtig und pochen öffentlich drauf, die anderen halten es für Unsinn und erklären stolz, sie brauchen das nicht. Die einen sehen in Jesus denjenigen, der das Fasten ablehnte, die anderen führen die zahlreichen Zeugnisse an, in denen die Urgemeinde fastete. Für manche ist Fasten die Enthaltung von Speise, manche sehen es als Fasten an, wenn sie sich mehr ihrer Arbeit widmen als sonst.
Kurz vor die Fastenzeit beginnt möchte ich daher zur Anregung einige Stellen der Wüstenväter zu diesem Thema anführen in der Hoffnung, dass sie euch erbauen und euch auf die eine oder andere Weise anregen.

Spruch 6:
Der Altvater Pambo fragte den Altvater Antonios: "Was soll ich tun?" Der Alte entgegnete: " Baue nicht auf deine eigene Gerechtigkeit und laß dich nicht ein Ding gereuen, das vorbei ist, und übe Enthaltsamkeit von der Zunge und vom Bauch."
Spruch 36:
Wiederum sprach  er: "Gehorsam zusammen mit Enthaltsamkeit zämt wilde Tiere."
Spruch 102:
Der Altvater Agathon hatte einmal zwei Schüler, die in der Einsamkeit lebten. Eines Tages fragte er den einen: "Wie lebst du in deinem Kellion?! Dieser antwortete: "Ich faste bis zum späten Abend, dann esse ich zwei Bissen." Darauf Agathon: "Das ist eine gute Lebensweise und sie macht fast keine Mühe." Dann fragte er den anderen: "Wie ist es mit dir?" Der antwortete: "Ich faste zwei Tage und dann esse ich zwei Bissen." Da sprach der Alte zu ihm: "Wenn du dich in dieser Weise abmühst, hast du zwei Feinde zu ertragen. Wenn einer täglich ißt und nicht satt wird, hat er Mühe. Anders jedoch steht es mit dem, der zwei Tage fasten will und dann sich sättigt. Du aber fastest zwei Tage und wirst nicht satt."
Spruch 169:
Altvater Benjamin, der Priester in den Kellien, sprach: "Wir kamen in die Kellien zu einem Altvater, und wir wollten ihm ein wenig Öl geben. Er sagte zu uns: 'Da seht, wo das kleine Gefäß steht, das ihr mir vor drei Jahren gebracht habt. Wie ihr es hingestellt habt, so ist es geblieben.' Wie wir das hörten, bewunderten wir die Lebensweise des Greises.
Spruch 242:
Man erzählte: In einem Dorfe lebte einer, der viel fastete, so daß er davon den Namen "Faster" hatte. Alvater Zenon hörte von ihm und beschied ihn zu sich. Er kam mit Freuden. Sie verrichteten ein Gebet und setzten sich nieder. Der Greis begann zu arbeiten, jedoch unter Schweigen. Da er keine Gelegenheit zum Reden erhielt, wurde es dem Faster aus Überdruß beschwerlich. Und er sagte zum Altvater: "Bete für mich; ich will weggehen." Da sprach der Greis zu ihm: "Warum?" Er antwortete: "Das Herz ist mir wie brennend, und ich weiß nicht, was es hat. Als ich im Dorfe war, fastete ich bis zum Abend, aber niemals ist mir so zumute gewesen." Da sprach der Greis zu ihm: "Im Dorfe hattest du deinen Ohrenschmaus. Aber geh weg und speise von jetzt an zur neunten Stunde. Und wenn du etwas tust, dann tu es im Verborgenen!" Als er damit begann, wurde es ihm beschwerlich, bis zur neunten Stunde zu warten, so daß die Leute, die ihn kannten, sagten: "Der Faster ist vom Dämone besessen." Da ging er wieder zum Altvater und erzählte ihm alles. Der jedoch sagte zu ihm: "Dieser Weg ist gottgemäß."

Samstag, 9. Februar 2013

Die Demut ist die Wurzel aller Tugenden

Die Demuth ist die Wurzel, der Grund und die Quelle aller Tugenden. Ohne Demuth ist keine Tugende möglich; - gleichwie die Hoffart die Wurzel aller Sünden ist, eben so ist die Demuth die Wurzel aller Tugenden. - Darum ist sie so nothwendig zu einem christlichen Wandel, und umumgänglich erforderlich zur weigen Glückseligkeit. Ohne Demuth keine Gnade von Gott; denn nur den Demüthigen gibt Gott seine Gnade, den Hoffärtigen aber widersteht Er. - Wie soll es ihne Gnade eine Tugend und eine verdienstliches Werk geben, da wir ohne die göttlichen Gnade nicht einmal einen guten Gedanken fassen können?! Wo ist aber ein Himmel ohne Tugend, ohne Verdienst?!
Quelle: Holzhauser: Büchlein über die Demut, S. 87.

Samstäglicher Newsticker

Berlin: Nach dem Rauswurf Martin Lohmanns als Dozent der Macromedia-Hochschule wegen Homophobie denkt die Gemeinschaft deutscher gerechter Forschungsstätten über eine generelle Überprüfung ihres Personals nach. Der Sprecher: "Es muss sichergestellt werden, dass niemand am wissenschaftlichen Diskurs und der Bildung junger Menschen teilnimmt, dessen Vorstellungen, gleich wie persönlich sie sein mögen, dem allgemeinen Wertekanon widerspricht." Hierfür erwiegt die Gemeinschaft eine Prüfung in Form eines Gesprächs mit allen Lehrenden und bei Bedarf deren Kündigung. Die Forderung einiger Mitglieder, solchen Personen auch die akademischen Titel zu entziehen, wollte der Gesamtverband noch nicht kommentieren.

Berlin: Margot Käsmann stellte im Auftrag der EKD ihr neues Buch vor: "Was Luther eigentlich gewollt hat" Darin umreist sie die große Erzählung der Reformation und führt diese auf den Gründer der Reform, Luther, zurück. So schreibt Käsmann, Luther habe die Gleichstellung von Homosexuellen Partnerschaften gewollt, da er die Ehe als einen normalen Vertrag angesehen habe, den jeder mit jedem schließen könne. Luther habe auch die Frauenordination gewollt, weil er das spezifische Priestertum abgeschafft habe. Er habe die 50% Quote für Frauen in Unternehmen gewollt, da er die Führungsgruppe der Reformation zu 50% aus Frauen bestand - gemeint sind seine Frau und er. Er habe die Freiheit aller für alles und die Gleichstellung aller Religionen befürwortet, da er von der Freiheit des Christenmenschen sprach. Er habe die Juden eigentlich gemocht, denn er wollte sie ja nicht verbrennen wie die spanische Inquisition. Er habe sich für Toleranz der Meinungen ausgesprochen, da er nur die Werke böser Autoren habe verbrennen lassen. An dieser Stelle beenden wir die Aufzählung, da unser Kirchengeschichtsredakteur zu hyperventilieren anfängt.

Freitag, 8. Februar 2013

Der Umgang der Kirche mit der Sünde Wirkungen

Bildquelle hier.
Fortsetzung von hier.

Wenn wir die verschiedenen Folgen der Sünde bedenken, erschließen sich uns auch verschiedene Praktiken und Traditionen der Kirche.

Dem ist vorauszuschicken, dass der Mensch natürlich nicht in der Lage ist, seine Sünden wieder gut zu machen. Denn der von der Sünde betroffene Mensch kann ja auch sich selbst heraus das Gute nicht tun. Sehr wohl kann er aber unter der Führung des Hl. Geistes mit Christus für Christus handeln (vgl. nebenstehendes Bild). In dem Maße also, wie er dem Walten Gottes in sich Raum gibt und sich unter Führung des Geistes der Wahrheit stellt, handelt Christus in ihm. Christi Handeln ist aber ein heilendes und heiligendes Wirken.
Dies eingedenk wollen wir zwei Traditionen betrachten:

Denn in diesem Zusammenhang verstehen wir auch die großen kontemplativen Bewegungen, von den Wüstenvätern zu den heutigen Mönchen. Scheinbar wenig nutzbringend, geht es ihnen um zwei Aspekte: 1. ihre Mitglieder von der Sünde zu schützen und damit die Sünde in der Welt nicht zu befördern, 2. Gott beständig anzubeten und damit die Welt zu heilen. Entsprechend dramatisch ist es, wenn gerade die kontemplativen Orden schwächeln oder ihre Berufung in äußeren Dingen suchen. Der Segen, der von diesen Gemeinschaften ausgeht, ist für uns nicht verifizierbar. Ich gehe jedoch einfach mal dreist davon aus, dass schon ein kleines Kloster von Mönchen oder Nonnen, die ihre Berufung wirklich ernst nehmen und wirklich ohne Unterlass zu beten suchen in seiner geheimnissvollen Wirkung gar nicht zu überschätzen ist.

Des Weiteren kann man auch die Sühne im Rahmen der Beichte im Kontext der Wirkung der Sünde gesehen werden. Die Sünde, die ich beichte, hat mir und der göttlichen Ordnung Schaden zugefügt. Indem ich beichte, nimmt Gott die Sündenschuld von mir, mein Verhältnis zu ihm wird also wieder erneuert. Damit bleibt aber noch die Unordnung außerhalb von mir. Für diese trage ich ja eine (Mit-)Verantwortung. Also ist es nur recht und billig, wenn ich an der Beseitigung des Schadens mitwirke. Und wie wirkt man positiv? Durch Gebet. Was gibt der Priester einem in der Regel auf? Gebet. Je größer die Sünde, umso größer folgerichtig auch die Buße/Gebet. Das hat nichts mit böser Werkgerechtigkeit zu tun, sondern damit, dass Gott uns erst nimmt und will, dass wir an der Schadensbeseitigung mitwirken, indem wir seinem Sohn nachfolgen. Nachfolge im Geiste Jesu aber ist vor allem und für jeden Gebet.

Prälatenquiz

Wer ist dieser Prälat?
(der in der Mitte)

Donnerstag, 7. Februar 2013

Zwei Truhen

Ich sagte zum Vater Antonius:
Viele sagen mir, es sei besser, jene Last zu nehmen, die man sich selbst erwählt habe, als jene, die Gott einem aufbürde.

Da antwortete er:
Abbas Paulos wohnte zusammen mit zwei Schülern in der Wüste. Ein reicher Pilger brachte dem Altvater drei volle Truhen als Geschenk, eine mit goldenen, eine mit silbernen und eine mit bleiernen Beschlägen. Da sprach der Greis zu seinen Schülern: Eine Truhe wollen wir behalten, um die Gäste damit zu versorgen. Die anderen beiden bringt den Vätern. Da nahm der erste Schüler die Truhe mit den goldenen Beschlägen. Der zweite aber fragte den Altvater, welche er nehmen solle. Da sagte er: Die mit den bleiernen Beschlägen. So machten sie sich auf den Weg. Als sie bei den Vätern angekommen waren, brach der erste Schüler unter seiner Last zusammen, der erste aber legte seine Truhe erschöpft aber glücklich den Vätern zu Füssen. Da öffneten diese die Truhen: Die mit den goldenen beschlägen enthielt Blei, die mit den bleiernen Gold.

Mittwoch, 6. Februar 2013

Priesterweihe Benedikts XVI.




Habe vor einiger Zeit bei Gloria TV ein Video (leider ohne Ton) der Priesterweihe des Hl. Vaters gefunden. Nebenstehend ein Bild desselben Ereignisses. Zum Video geht's hier lang. 

Dienstag, 5. Februar 2013

Die Wirkung der Sünde auf andere


Die Sünde, die ich begehen, hat im Wesentlichen drei Folgen:
1. Gott wird beleidigt.
2. Mein Verhältnis zu Gott wird gestört.
3. Das Verhältnis der anderen zu Gott wird gestört.

Jeder, der einen Begriff von Sünde hat, wird dem Punkt 2 sofort zustimmen. Klar, wenn ich sündige, tue ich mir selbst nicht gut, weil mein Verhältnis zu Gott als dem Ursprung alles Guten gestört wird.

Die Meisten machen dann, nach einiger Überlegung, noch einen Schritt mehr, wenn sie darüber nachdenken, warum denn die Sünde die Beziehung zu Gott stört. Weil Gott durch sie beleidigt wird. Denn Gott hat die Menschen zu seinem Lob geschaffen, hat ihnen eine Ordnung gegeben und sich auf eine Beziehung mit ihnen eingelassen. Indem wir sündigen verweigern wir Gott den Lobpreis, brechen aus seiner Ordnung aus und treten die Beziehung mit Gott mit Füssen.

Aber Punkt 3? Gut, Ok, kann man nachvollziehen unter der Bedingung, dass ich mit einem anderen sündige. Einfaches Beispiel: Ich schlafe mit einer verheirateten Frau. Damit sündige ich erstens für mich selber und beteilige zweitens die andere an derselben bzw. ermögliche oder fördere ihre Sünde. Wenn ich jetzt aber, um beim Geschlechtlichen zu bleiben, zuhause Pornos schaue, verstricke ich damit doch niemanden in meine Sünde. Oder? Doch!

Und das auf zwei Weisen:

Zum ersten ändert sich dadurch mein Verhalten. Denn alles, was ich mache, hat ja Einfluss auf mich und damit auf mein Tun. Wenn ich also dauernd Pornos konsumiere, wird das mein Verhalten gegenüber Frauen auf die eine oder andere Weise beeinflussen. Und das nicht zum Besten. Sicher, die wenigsten Männer, von denen die meisten mehr oder weniger mal Pornographie geschaut haben, sehen in allen Frauen potentielle und willige Sexualpartnerinnen. Aber ein Einfluss, gerade bei einer gewissen Regelmäßigkeit, wird jeder Ersti Psychologie bestätigen. Durch die eine Sünde befördere ich also wiederum andere Sünden, wodurch die erste mittelbar die zweite in mir mit hervorbringt.

Der zweite Aspekt aber ist nicht weniger dramatisch, jedoch weniger gut fassbar. Wenn die Sünde der Ausbruch des Menschen aus der göttlichen Ordnung ist, dann schadet jede Sünde dieser Ordnung. Und der Schaden wiederum beflügelt die anderen Sünden. Das wird jetzt vielen Menschen aufstoßen, auch Katholiken. Wenn ich die ganze Sache aber umdrehe, werden viele mir zustimmen: Fast jeder Katholik glaubt, dass es einem anderen Menschen hilft, wenn man für ihn betet, ja wenn man überhaupt betet. Beten aber ist im Grunde das Gegenteil von Sündigen. Beten ist Lobpreis, Sündigen Ablehnung. Wenn Beten also eine positive Folge hat, dann hat Sündigen eine negative. Diese negative Folge kann aber nur sein, dass die Sünde der anderen befördert wird, indem die Ordnung Gottes gestört, der Wille Gottes abgelehnt und der Rauch des Satans in der Welt mehr Raum einnimmt.

Vielleicht, um das ganze etwas weniger hart zu formulieren, fassen wir es etwas thomistischer (unsere Thomas-Spezialisten mögen mich korrigieren, wenn es nicht stimmt): Gott hat die Menschen als Teil der guten Ordnung gut erschaffen. Sünde ist ein Mangel an Gut-Sein. Ein Mensch, der sündigt, ist weniger gut, wie er sein soll. Damit wird die Ordnung im Verhältnis zum Gewollten weniger gut erfüllt. Dieses weniger an Guten nennt man Sünde. Somit hat die meine Sünde zur Folge, dass die ganze Ordnung Schaden erleidet. Da die Ordnung alle betrifft, schade ich durch die Sünde allen.

Fliehe die Menschen

Bildquelle hier.




Abbas Isaias fragte den Altvater Makarios: "Sage mir ein Wort!" Der Alte antwortete: "Fliehe die Menschen." Da sprach Abbas Isaias zu ihm: "Was heißt das: die Menschen fliehen?" Der Greis antwortete ihm: "Dich in dein Kellion setzen und deine Sünden beweinen."
Quelle: Weisungen der Väter, Spruch 480.

Montag, 4. Februar 2013

Tue niemandem etwas Böses und urteile über niemand!





Abbas Paphnutios, der Schüler des Abbas Makarios, berichtete: Ich bat meinen Vater: "Sage mir ein Wort", und er antwortete: "Tue niemandem etwas Böses und urteile über niemand! Das beachte, und du wirst das Heil finden!"
Quelle: Weisungen der Väter, Spruch 481

Machs, aber machs mit Jesus

Huppicke, deren Blog sehr empfohlen werden kann, schrieb vor einiger Zeit über einen Rosenkranz an der Pommesbude (hier). Davon inspiriert will ich mich nun auf den Weg machen, ein liegengebliebenes Projekt aufzunehmen.

*aus einem meterhohen Papierstapel eine Akte herauszieh*

Machs, aber machs mit …

Wer kennt sie nicht, die tollen und überdimensionalen Plakate, die für die Gummihostie … pardon … das Kondom werben, damit wir alle vermeintlich sicher unsere tolle und überdimensionale Libido ausleben können. Der Imperativ könnte dabei fast schon als Nötigung verstanden werden, so oft, wie er uns entgegentritt. Wenn ich es nicht besser wüsste, könnte ich fast meinen, hier soll ein Bedürfnis nicht nur medizinisch abgesichert, sondern geradezu generiert und befördert werden.

Aber können wir Christen das nicht auch. Wäre doch schade, wenn wir die aufdringlichen Imperative den Kollegen von der sexuellen Unter … Befreiungsfront überließen. Denn man kann ja alles mögliche mit allem möglichen machen. Daher rufe ich jetzt mal ganz unaufdringlich - *großflächig Straßenzüge zuplakatier * - dazu auf:

Machs, aber machs mit Jesus.

Was denn alles? fragen mich dann die Leute. Etwa … Wenn’s ihr wollt, wir sind immerhin keine schwarzgewanderten Puritaner, sondern Katholiken mit Halbnackerten an der Kirchendecke. Aber vielleicht fangen wir mal mit etwas weniger Intimen an. Einkaufen zum Beispiel. Einkaufen mit Jesus.

Und wie soll das gehen? Soll ich beim Einkaufen den Rosenkranz beten? Wäre doch mal eine Idee. Wobei die Gebetskette sich natürlich wenig dazu eignet, wenn man mit zwei Händen schieben und zulangen muss. Wenn der Laden aber nicht übervoll ist, man sich etwas langsamer bewegen kann und nicht nicht Angst haben muss, jemanden zu überfahren, kann man das Ave Maria langsam still beten. Wahlweise ist natürlich auch ein anderes Gebet möglich. Zu den mantrischen Gebeten, die sich hierfür besonders anbieten, gehört z.B. das Jesus-Gebet. Wer keine Zeit hat oder in einem hektischen Supermarkt umhergeht, der kann gelegentlich ein Stoßgebet nach oben schicken. Gelegenheiten dazu gibt es bei jedem Einkauf ja reichlich.

Weiter gehts bei: Was kaufe ich?
Spielt denn das eine Rolle, solange ich nicht Sachen kaufe, die geradezu schreien: Ich bin von Kindersklaven in Südbengalen angefertigt worden. Na, da haben wir doch schonmal einen guten Anfang. Das führt uns auch gleich weiter: Nicht soviel billig kaufen, dafür mehr etwas Teureres. Denn der Mensch darf ja durchaus sein Essen genießen, da er ja dafür arbeitet und er es auch als ein Geschenk Gottes ansehen darf, genug zu essen zu haben. Doch die Nahrung ist, wie schon die Wüstenväter wussten, die erste Anlaufstelle der Sünden. Wer überreich ist, der hat nachher keine Lust mehr zum Wachen und Gebet. Wer der Fresssucht huldigt, der lädt die anderen Sünden geradezu ein. Entsprechend gilt es maßvoll zu essen, also genug aber nicht zuviel.

Des Weiteren kann man sich schon beim Einkaufen überlegen, ob man nicht mal die Woche einen Fastentag einlegt. Am Freitag, z.B. Oder zwei, den Mittwoch noch. Für diese Tage kann man entweder weniger einkaufen oder besonderes einplanen. Fisch am Freitag ist durch die Fischpreise heutigentags oft recht teuer. Aber einen vegetarischen Tag einzulegen ist durchaus im Bereich des Möglichen. Gerade die Vegetarier-Fraktion hat ja Ideen und Gerichte en masse dafür hervorgebracht. Wer's bissel strenger mag, der kann nach Art der Wüstenväter Fladenbrot mit Salz essen. Sehr nahrhaft, wenn man ein gutes findet oder selber bäckt und als eine Mahlzeit nicht zu verachten.

Wenn zufällig, wie nun, die Fastenzeit vor der Tür steht, bieten sich auch Experimente an. Mal was Neues versuchen und aus dem alten Trott ausbrechen. Sicher, dass kann man jeden Tag machen. Aber indem die Kirche uns solche Zeiten vorlegt, regt sie unseren trägen Geist an und diese Chancen gilt es zu nutzen. Man glaubt ja gar nicht, was man alles weglassen oder ändern kann, wenn man seine Gewohnheiten mal ein bisschen verändert. Und wenn man sich sowas vornimmt, sind Einkaufstouren eine gute Gelegenheit, den ersten Schritt zu machen.

Ein weiterer Punkt, den man gerade bei vollen Märkten gut einüben kann, ist Achtsamkeit. Auf seine Mitmenschen, sprich seine Nächsten, Acht geben. Nicht nach dem Rammbock-Motto: Hier bin ich, alle aus dem Weg, sonst kommt's ihr unter die Räder. Auch mal jemanden vor lassen, langsam fahren, weitsichtig schieben. Nicht den Wagen längs vors Regal oder quer in den Gang stellen, sondern platzsparend aufstellen.

Und wenn wir dann an der Kasse sind, gibts oft gleich noch eine Gelegenheit: Nicht urteilen. Denn Jesus sagt, wir sollen nicht richten, damit wir nicht gerichtet werden. Aber machen wir das? Nee. Wir ärgern uns, weil da ein ur-ur-uralte Frau das Fließband bepackt, als sei sie 20 und wollte in ihrem wahren Alter fertig sein. Es nervt uns, wenn 5 Euro mit Karte bezahlt werden, was natürlich alles viel länger dauert. Wir trommeln auf den Wagenlenker, weil die Finger der Kassiererin nicht schnell genug sind. Bringt uns das viel Zeit ein? Nee. Die ein-zwei Minunten, die wir damit höchstens gewinnen, vertrödeln wir spätestens zuhause wieder am Küchentisch mit nem Kaffee und der Zeitschrift. Aber jetzt, da wird jede Sekunde mit Gold aufgewogen. Wie schön und wie leicht wäre die Übung, all diese kleinen Verzögerungen an der Kasse gelassen zu nehmen und nicht zu richten, sondern z.B. zu denken: M, du packst aber auch mitunter ziemlich lahm ein. Und wie langsam und schwerfällig bist du in den geistlichen Dingen und wer weiss, wie viel geistliche Reife in diesen alten Händen steckt.

Und damit sind wir am Ende angekommen. Alles eingepackt, Wagen weg, ins Auto rein und losgefahren. Vllt. gibt's beim nächsten mal eine Folge: Autofahren mit Jesus. Auf jeden Fall:

Machs, aber machs mit Jesus.

Samstag, 2. Februar 2013

Samtäglicher Newsticker

London: Nachdem das polnische Parlament am Freitag der letzten Woche die Gleichstellung Homosexueller Paare mit der traditionellen Ehe abgelehnt hatte, bildete sich in London aus Gruppen von Menschenrechtsaktivisten, Homosexuellenaktivisten und Antifaschisten eine Exilregierung. Der Regierungssprecher dazu: Da Polen durch ein antidemokratisches, faschistisches und diskriminierendes Regime beherrscht wird, ist es unsere Pflicht als Exilpolen und Weltbürger eine neue Exilregierung wie zu Zeiten der faschistischen und russischen Besatzung zu bilden, um das wahre Polen zu vertreten. Die Regierung besteht aus 54 Ministern, darunter zwei Polen aus London und neun Personen polnischer Abstammung. Das Parlament, dessen Mitglieder sich selbst wählten, besteht aus 198 Parlamentariern und sei mit 21 Polen mehrheitlich polnisch besetzt, wie der Parlamentssprecher mitteilte. Die EU-Kommission für Toleranz, Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Antidiskriminierend und Menschenwürde erklärte, sie erwäge die Anerkennung der Regierung. Aus dem Topf der Kommission sind bereits Mittel zum Unterhalt des Kabinetts und der Parlamentarier geflossen.

Berlin: Die FETT (Feminismus und Emanzipation, sonst Terror und Tote) fordert die Bundesregierung und den Bundestag auf, strenge Gesetze gegen Sexismus zu erlassen. Dazu sollten gehören: 1 Jahr Haft für anzügliche Blicke auf Hintern und Brust von Frauen;  1 1/2 Jahre Haft für Türaufhalten, Hutziehen und die Bezeichnung Fräulein einer Frau gegenüber; 2 Jahre Haft für Aussagen, die von der betroffenen Frau sexistisch verstanden werden; 3 Jahre Haft für das Eindringen in die weibliche Privatssphäre mittels nichtangeforderter Geschenke; 4 Jahre Haft für Berührungen an Brust, Hintern, Arm, Bein, Hals, oder Kopf, die von den betroffenen Frau als Belästigung empfunden werden; 5 Jahre Haft für Sex mit einer Frau, da Sex grundsätzlich die Frau erniedrigt und unterwirft, es sei denn der Geschlechtsakt wurde ausdrücklich und schriftlich als Eidesstattliche Erklärung beider Geschlechtsaktteilnehmer in Anwesenheit von vier Zeugen und nach einer psychologischen und feministischen Beratung als einvernehmlich festgestellt.

Berlin: Die Geronten-Union forderte eine Debatte über den Umgang mit älteren Menschen und eine Entschuldigung von Himmelreich an Brüderle. Die Journalistin habe die Person Brüderles grob missachtet, indem sie ihm faktisch vorwarf, zu alt für eine politische Tätigkeit zu sein und auch nicht an eine Hotelbar, sondern ins Altenheim gehöre. Außerdem habe sie die Aussagen Brüderles grob missverstanden, weil sie nicht bereit sei, sich mit dem Denkhorizont von Personen über 40 Jahren zu beschäftigen.
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