Mittwoch, 3. Juli 2013

Medienkampagne gegen Bischof Tebartz-van Elst?

Kathnet schreibt hier über die neuesten Ausfä... Auslassungen der deutschen Medien gegenüber dem Limburger Bischof Tebartz-van Elst. Konkret geht es um einen Artikel in der FAZ, in dem sich der Autor wenig schmeichelhaft über den Oberhirten auslässt und nochmal alles Negative aus 5 Jahren fröhlich und einseitig aufkocht. Auch erinnert kathnet an den Spiegel, der sich den Limburger Bischof als katholisches Hauptopfer ausgesucht zu haben scheint. Am Ende spekuliert kathnet darüber, ob der Zeitpunkt des Artikels etwas mit der baldigen Sedisvakanz in Köln zu tun haben könnte und ob es langfristig auch darum geht, Tebartz-van Elst abzusägen:
 Am Ende seines Artikels lässt Daniel Deckers wenig Zweifel, um was es ihm eigentlich geht. Nachdem er mit einer Erinnerung an den Abgang von Bischof Mixa den Boden bereitet hat, schreibt er wörtlich: „Mittlerweile haben sie (die Priester des Domkapitels, A.d.R.) sich mit dem Gedanken vertraut gemacht, dass der Autoritätsverfall des Mannes, der in der Bischofskonferenz immerhin den Vorsitz der Kommission für Ehe und Familie innehat, womöglich unumkehrbar ist.“
Möglicherweise steckt noch mehr dahinter. Es hält sich hartnäckig das Gerücht einer Strategie zur Durchsetzung der bekannten Reformforderungen wie Zölibat, Laiendemokratie, Frauenpriestertum, etc. Teil dieser Strategie sei der Abschuss der Bischöfe Mixa und Tebartz-van Elst.
Hierzu einmal mein Kommentar:

Das fortwährende Tebartz-Bashing kann einem als Limburger und Katholik echt auf die Nerven gehen und man sollte sich mal fragen, ob das dem Mann gegenüber fair ist. Wenn man, wie ich, sieht, wie verhärmt er in den letzten Jahren vom Aussehen her geworden ist, kann man sich denken, dass das nicht nur was mit der normalen Amtsbelastung zu tun hat.

Dessen ungeachtet muss man keine gesteuerte Kampagne gegen Tebartz-van Elst vermuten, um das ständige Draufhauen zu erklären. Vielmehr handelt es sich bei ihm um einen vergleichsweise jungen und konservativen Bischof, der in links-reformerischen Kreisen halt automatisch unbeliebt ist. Und da die schreibenden Katholiken überwiegend diesem Bereich der Kirche angehören müssen wir uns nicht wundern.

Dazu kommt natürlich noch der Kontrast zu Kamphaus, der wegen seiner ausgeprägten Armutshaltung und seiner leichten Revoluzzerigkeit gegen Rom natürlich total beliebt war. Im Grunde normalisieren sich viele Dinge in Limburg nur was Verwaltung, Umgang und Residenz angeht. Das gilt dann als Luxus, weil es Kamphaus nie gemacht hat, allerdings auch nur Kamphaus. Das überlieferte Wort eines Priesters "In einem normalen Bistum wäre ich schon längst Prälat" spricht da Bände. Natürlich kann man sagen, das sei jetzt wieder Titelsucht. Aber wir freuen uns ja wohl alle über sichtbare Anerkennung und sind moserig, wenn unser Chef den Usus derselben ignoriert.

Drauf häufen sich dann natürlich die notwendigen Strukturreformen, die es in den meistern Bistümern gibt und die in einer kleiner werdenden Kirche eben notwendig sind, egal was man macht. Solche Reformen bringen immer Verletzungen mit sich und werden jedem Chef angelastet, egal wer da grad die Mitra trägt.

Das alles bringt natürlich ordentlich Stoff zusammen, um ihn journalistisch zu verwerten. Und wenn sich halt einer der Großen wie der Spiegel auf einen Bischof eingeschossen hat, ziehen die anderen eben nach, weil man auch drüber berichten muss und weil man ihn ja auch irgendwie nicht mag. Das ist eben die Logik in der Medienwelt. Im Grunde kann man nur darauf warten, dass sie eine neue Sau durch den Ort treiben können und die Limburger Provinz wieder vergessen. Der neue Erzbischof in Köln wird vielleicht bald die Ehre haben. Warten wir's ab. Zumindest steht er dann damit in guter Tradition zu seinem Vorgänger.   

Kommentare :

  1. "Dazu kommt natürlich noch der Kontrast zu Kamphaus, der wegen seiner ausgeprägten Armutshaltung und seiner leichten Revoluzzerigkeit gegen Rom natürlich total beliebt war."

    Also Entschuldigung, Ihre Apologie für den amtierenden Bischof in allen Ehren - gut so - aber bitte nicht auf Kosten von Bischof Kamphaus. Der wurde wegen ausergewöhnlicher seelsorgerischer Fähigkeiten und als guter Mensch geschätzt (bis heute!). Muß das immer sein, daß man die Menschen gegeneinander ausspielt und aufwiegt? Um den einen zu rechtfertigen wird der andere schlecht gemacht? Diesen Stil in der Kirche verabscheue ich zutiefst.
    Jeder Bischof hat seine eigenen Stärken und Schwächen, die von Bischof Kamphaus dürften selbst Menschen mit anderen Schwerpunkten als eindeutig untadelig erscheinen: Revoluzzerigkeit gehört NICHT dazu. Und das Arbeiten MIT Krankheit war von heroischem Tugendgrad - wer daran herumkrittelt schürt den Konflikt: der Mann wurde (mit Recht) verehrt!

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  2. @ankerperlenfrau:
    Mir ging es nicht darum, Bischof Kamphaus zu kritisieren, sondern lediglich die Unterschiede darzustellen, wofür Tebartz-van Elst kritisiert wird. Es trifft ja zu, dass beides, die Armutshaltung und gewisse Widerständigkeiten gegen Rom, Gründe dafür waren, warum Kamphaus so beliebt war. Das das noch andere hatte, sei gar nicht in Abrede gestellt.

    Aber gerade diese Punkte fallen im Unterschied zu seinem Nachfolger besonders auf und werden Tebartz-van Elst eben besonders übel genommen. Da les ich z.B. hin und wieder vorwurfsvoll, der neue Bischof fahre mit dem BMW vor, der Alte sei mit dem Golf gekommen. Das das erste der Normalfall ist und der zweite die Ausnahme, wird verdrängt. Dabei ist gegen die Ausnahme absolut nichts zu sagen, aber deswegen den Normalfall abzuqualifizieren ist unangemessen. Daher leidet Tebartz-van Elst letztlich auch darunter, dass er ganz anders als der - zurecht beliebte - Kamphaus ist. Und das sollte hier eben dargestellt werden.

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