Freitag, 30. November 2012

Die Fünfte Stufe der Demut

Die fünfte Stufe der Demut: Der Mönch bekennt demütig seinem Abt alle bösen Gedanken, die sich in sein Herz schleichen, und das Böse, das er im Geheimen begangen hat, und er verbirgt nichts. Dazu ermahnt uns die Schrift mit den Worten: "Eröffne dem Herrn deinen Weg und vertrau auf ihn!" Sie sagt auch: "Legt vor dem Herrn ein Bekenntnis ab; denn er ist gut, "denn seine Huld währt ewig." Ebenso sagt der Prophet: "Mein Vergehen tat ich dir kund, und meine Ungerechtigkeit habe ich dir nicht verborgen. Ich sagte: Vor dem Herrn will ich gegen mich meine Schuld bekennen, und du hast mir die Bosheit meines Herzens vergeben."
Diese Stufe hat zwei Aspekte:
Der Abt als Stellvertreter Gottes und die Notwendigkeit, seine Schuld offen zu bekennen.

Da die meisten meiner Leser nicht im Kloster sind und damit keinem Abt unterstehen und auch weil ich selber keine Ahnung habe, wie es ist, einem Abt zu unterstehen, will ich den ersten Punkt ausklammern. Zumal der zweite Aspekt sehr viel besser zur anbrechenden Adventszeit passt.

Bei der ersten Lektüre kann einem der spontane Gedanke kommen: Warum soll ich einem Gott, der alles weiss, erzählen, was ich gemacht habe? Das kennt er doch eh schon alles. Das erinnert mich an Szenen aus meiner Kindheit, in denen ich meinen Eltern Dinge gebeichtet habe, die sie schon wussten, von denen sie aber wollten, das ich es ihnen erzähle. Gerade meine Mutter war eine Meisterin darin, meine kleinen und größen Sünden aufzuspüren und mir dann freundlich mitzuteilen, ich solle es ihr erzählen, wenn ich was zu verbergen hätte.

Man könnte in diesem Zusammenhang von einem pädagogischen Aspekt sprechen. Nur wenn ich meine Schuld ausspreche, sie bekenne wird sie im eigentlichen Sinne Wirklichkeit. Wenn ich sie vorher in meinen Gedanken wälze, dann bleibt sie imaginär, zwar vorhanden, aber ich kann sie mit einer gewissen Distanz betrachten. Denn was ich verberge, das verberge ich nicht nur vor anderen, sondern auch vor mir. Aus den Augen, aus dem Sinn lautet das dazu passende Sprichwort. Dennoch belastet es einen weiter. Denn es bleibt unterschwellig vorhanden. Ich erinnere mich, wie ich in meiner Jugendzeit um die magischen Stellen regelrecht herumgeschlichen bin, in denen ich das eine oder das anderen versteckt habe. Ich wusste sie waren da und waren eine stetige Gefahr, entdeckt zu werden. Aber entsorgen wollte ich es auch nicht, da ich, wenn man so will, fürchtete, durch den Versuch der Vernichtung käme die Sache zur Auflösung. Es war dies vielleicht der Rest eines Kinderglaubens, das alles irgendwie zusammenhängt und man das Schicksal nicht betrügen kann und wenn man es versucht, kommt es nur noch dicker. Noch Jahre nach den eigentlichen Ereignissen fand ich in manchen Büchern negative Hausaufgabenzettel, die ich längst vergessen hatte aber die weiterhin da waren. Um also die Schuld auflösen zu können, muss sie erstmal in meine Wirklichkeit ganz eintreten. Dafür muss ich die Konsequenz der Schuld tragen, deren erste es ist, sie zu bekennen.

Auf ein Vergehen, folgt Strafe. So zumindest läuft es zumeist in der Welt und unserem Gerechtigkeitsempfinden nach sollte es auch so sein. Wer Mist gebaut hat, soll dafür grade stehen und nicht, wie mancher Banker, mit Millionenzahlungen in den Vorruhestand verabschiedet werden. Etwas anderes ist es natürlich bei uns selbst. Wenn wir einen Fehler machen, dann hoffen wir, wie oben gezeigt, das er möglichst unter dem Teppich und ungesündt bleibt. Das ist aber eine Illusion, denn spätestens im Gericht Gottes bekommen wir alles gezeigt. Gott kannst du nicht betrügen, meinte mein alter Fahrlehrer dazu. Der merkt alles.

Aber Gott ist ja nicht nur der strafende Richter (Drohbotschaft), sondern auch der gütige Vater (Frohbotschaft). Deswegen passiert nach der Offenlegung unserer Sünden nun das Tolle und ganz Große. Uns wird Vergebung zugesagt: "du hast mir die Bosheit meines Herzens vergeben" heisst es in der Schrift. Und erst durch diesen Vergebungsakt, der uns auch seinsmäßig von unserer Schuld befreit, wird uns ein Neuanfang ermöglicht. Gott könnte ja sagen: "Macht nix, weiter so". Aber damit nähme er uns zum einen nicht ernst und wäre auch nicht der allliebende Gott. Denn mit der Einstellung gingen wir ja grandios an unserem Lebensziel vorbei: Der Heiligung. Denn Heiligung bedeutet Christus ähnlicher zu werden. Und wie wird man Christus ähnlicher: Geh und sündige nicht mehr, spricht der Herr zur Ehebrecherin und so sollen auch wir handeln.

Demut heisst hier also demütig sein aufgrund der erwiesenen und bekannten Schwäche. Weil ich gefehlt habe, habe ich allen Grund demütig zu sein. Und indem ich dies offen bekenne, mir meine Schuld bewusst mache, fördere ich die Demut. Hierdurch wird mir meine Abhängigkeit von Gott bewusst, denn ich brauche ihn, damitt er mir vergibt. Zugleich blicke ich hierdurch auf Christus, der der Maßstab meines Handelns ist, was meine Demut weiter fördert. Aber damit nicht genug, wird mir von Gott Vergebung zugesagt und meine Sünde wirklich getilgt, sodass ich in die Lage versetzt, mit der Hilfe Gottes auf Christus hin zu streben.

Prälatenquiz

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Dienstag, 27. November 2012

Wappne dich gegen die Versuchung

"Der Altvater Hyperichius sprach: Wir müssen uns gegen die Versuchung wappnen, da sie uns auf jede Weise anfallen. Nur so werden wir uns gegen ihre Angriffe bewährt erweisen."
Quelle: Weisungen der Väter, Spruch 1003.

Mein Bauch gehört ...

Als Fundi-Katholiken sind wir gegen Abtreibung.
Das muss hier nicht weiter ausgeführt werden.
Allerdings könnte man meinen, wir sind damit ziemlich allein auf weiter Flur. Denn der allgemeine Gesellschaftstrend geht ja dahin, dass der Abbruch der Schwangerschaft (Achtung Verharmlosungsformulierung!) Ok ist, da die Frau ja selber bestimmen kann, was so in ihr heranwächst.

Dankbarerweise stellt jetzt aber eine betroffene Frau die Frage, ob die Frauen wirklich frei bestimmen können, wie sie z.B. mit einem behinderten Kind in ihrem Bauch umgehen. Denn sie selbst hat das ganz anders erfahren. Monika Hey erfuhr bei einer Ultraschalluntersuchung, dass ihr Kind Das Dawn Syndrom habe. Doch anstatt diese Erkenntnis erstmal Sacken zu lassen, haben ihr die behandelnden Ärzte ziemlich deutlich zum Abbruch der Schwangerschaft geraten. So deutlich, dass sich Frau Hey regelrecht bedrängt, ja schier genötigt und vor allem überfordert fühlte. So hat sie sich letztlich, gegen ihr Bauchgefühl, dazu entschieden, dem Rat bzw. dem Druck der Ärzte und des medizinisch-gesellschaftlichen Systems nachzugeben und das Kind abzutreiben. Über diese Erfahrungen hat sie nun ein Buch geschrieben: Mein gläserner Bauch.

Einige Ausschnitte aus dem Interview, das hierüber mit ihr geführt wurde, mögen das ganze illustrieren:
Wir stehen als schwangere Frauen einem gutorganisierten medizinischen System gegenüber, über das wir zu wenig wissen. Die Schwangerschaft ist der ungünstigste Zeitpunkt, um sich über Fragen der Pränataldiagnostik Gedanken zu machen. Frauen müssen schon vorher besser informiert sein, um sich vor dem schützen zu können, was mit der Pränataldiagnostik an sie herangetragen wird. Sie sollten tun können, was sie wollen, und nicht, was sie wollen sollen.
Ich stand auch unter dem Druck, schnell zu entscheiden. Man sagte mir, dass der Abbruch sonst nur noch als Geburtsvorgang möglich wäre. Da bekam ich Angst. Es erschien als einziger Trost, dass ich das Kind gar nicht mehr zur Welt bringen müsste.
Die Verantwortung wird hin und her geschoben. Natürlich sind die Frauen verantwortlich. Aber Sie haben, auch wenn Sie Akademikerin sind, sehr schnell das Gefühl, von den medizintechnischen Prozessen überrollt zu werden. Pränataldiagnostik ist schließlich auch ein Geschäft.
Ich hatte überhaupt keine Orientierung mehr. Ich war überfordert und allein. Diese Ohnmachtsgefühle sind unbeschreiblich.
Ich habe ihn von Anfang an bereut. Ich hatte durchgängig das Gefühl, ich mache mich schuldig. Aber weder mein Verstand noch meine Gefühle konnten mir helfen.
Es geht um die Tötung eines Kindes. Körper und Seele einer Schwangeren sind darauf ausgerichtet, das Kind zu schützen. Zu unterschreiben, dass das Kind abgetrieben werden soll, und selber dazu beizutragen, dass das Kind getötet wird, ist kaum auszuhalten.
Leistung bedeutet auch Anpassung an äußere Anforderungen. Um sich der Pränataldiagnostik zu verweigern, muss man aber extrem widerständig sein. Man muss - aus einem von Anpassung bestimmten Alltag heraus - begreifen, dass es hier um Leben und Tod geht. Mit der Frage der Pränataldiagnostik ist man darum auch im Zentrum einer Kritik an der Leistungsgesellschaft, die immer weniger Toleranz für Schwache hat.
Das ganze Interview gibt's hier.

Sonntag, 25. November 2012

Pius XII. am Tag der Befreiung Roms


Ausschnitt aus den United News, einem Kriegspropagandafilm, der auch die Befreiung Roms thematisiert. Darunter befindet sich auch eine Aufnahme der Ansprache Pius XII. auf dem Petersplatz an diesem Tag: 6:18 bis 7:30

Video zu sehen auch hier.

Samstag, 24. November 2012

Gregor der Große über die Seelsorger

Nachdem ich in Fragen der Demut nicht nur real, sondern auch was die virtuelle Präsens angeht von Der Katholik und die Welt links überholt werde - hier der Beweis - muss ich jetzt doch mal nachlegen. Und da ja heute jeder nicht nur Hobbypsychologe, sondern auch Hobbyseelsorger ist - ich nebenbei auch - lese wir mal nach, was der Hl. Gregor der Große zu diesem Thema in seinen Pastoralregeln schreibt, besonders im Hinblick auf die Demut. Hier das erste Kapitel: 
"Der Seelenleitung Last hätte ich mich durch die Flucht entziehen wollen, so tadelst du mich, teuerster Bruder, in wohlwollender und demutsvoller Absicht. Damit aber diese Last niemandem gering erscheine, will ich in diesem Buche meine Gedanken über ihren Ernst Ausdruck geben, damit, wer noch frei ist, nicht unbedacht darnach verlange, und damit derjenige, der unbedacht darnach gestrebt hat, sich darob fürchte, daß sein Wunsch in Erfüllung gegangen ist. Das Buch aber zerfällt in vier Teile, um gleichsam schrittweise in geordneter Darlegung in die Seele des Lesers einzudringen. Denn dem Ernst der Sache gemäß muß reiflich erwogen werden, auf welche Weise jemand zum Hirtenamt gelangt, wie derjenige, der rechtmäßig dazu gekommen ist, sein Leben einrichtet, wie er dann, wenn er ein gutes Leben führt, das Lehramt verwaltet, und wie er endlich, wenn er das Lehramt gut verwaltet, täglich seine Schwachheit zu erkennen sucht, damit der Amtsantritt nicht der Demut entbehre, dem Amte das Leben nicht widerspreche, das Leben nicht durch die Lehrweise verliere, die Lehrweise nicht durch Anmaßung Schaden leide. Zuerst soll also Furcht das Verlangen mäßigen, sodann soll das Leben dem ungesucht übernommenen Amte entsprechen, und fernerhin muß das Gute, das sich im Leben des Hirten zeigt, auch durch das Wort sich weiter verbreiten. Endlich erübrigt noch, daß auch bei der vollkommensten Handlungsweise die Betrachtung der eigenen Schwachheit die Demut erhalte, damit die guten Werke nicht durch Selbstüberhebung vor den Augen des verborgenen Richters ausgelöscht werden. Weil aber viele, unerfahren gleich wie ich, es nicht verstehen, an sich selbst den richtigen Maßstab anzulegen und darum lehren wollen, was sie nicht gelernt haben, und die Last des Vorsteheramtes um so geringer schätzen, je weniger sie deren ungeheure Größe kennen, so sollen diese gleich zu Anfang des Buches ihren Tadel empfangen. Denn da sie ungelehrt und ungestüm die hohe Burg der Lehre einnehmen wollen, so sollen sie in ihrem ungestümen Andrängen schon am Eingang unserer Darlegung zurückgewiesen werden."
Quelle hier.

Samstäglicher Newsticker

Brüssel: Die europäische Kommission für Menschenrechte und Gendergerechtigkeit plant ein umfangreiches Programm, um Kinder vor der Indoktrination durch traditionelle Rollenbilder zu schützen. In einem ersten Schritt sollen Mütter grundsätzlich dazu angehalten werden, zu arbeiten, damit Kinder keine Hausfrau als mögliches Identifikationsobjekt vorgesetzt bekommen. Bei Bedarf wird zu Arbeit zwangsverpflichtet. In einem zweiten Schritt sollen die Kinder von geeignetem intersexuellem Personal erzogen werden, weswegen Grippen,  nunmehr Kleinkindervermenschlichungseinrichtungen genannt, ab dem 2. Lebensmonat Pflicht werden. In einem dritten Schritt wird den Kindern ein Chip implantiert, der Radio- und Fernsehsendungen sowie Internetauftritte, die gegen die neue EU-Richtlinien verstoßen, bei Anwesenheit der Kinder sperrt.

Rom: Die Regierung von Italien lehnt die Forderung der EU-Kommission ab, das katholische Erscheinungsbild der Stadt endlich multikulturellen Maßgaben anzupassen. Zwar sei die Regierung bereit, den Vatikan mit einer 25 Meter hohen Mauer zu umgeben, wenn die EU dafür zahlt. Da der Vatikan jedoch ein souveräner Staat sei, könne man die Kuppel des Petersdoms jedoch nicht absägen. Die EU-Kommission für Gleichheit von allen und allem, außgenommen was uns nicht gefällt forderte daher Italien auf, den Vatikan zu untergraben und den ganzen Staat den Tiber abwärts ins Meer hinauszutransportieren.

Brüssel: Nachdem die EU sich bemüht, christliche Symbole auf Euromünzen zu beseitigen, damit die staatliche Neutralität gewahrt werden, sollen nun weitere Schritte in dieser Richtugn unternommen werden. Zu diesem Zweck wurden Schweden, Norwegen, Finnland, Dänemarkt, Island, Griechenland, Großbritannien und die Slowakei aufgefordert, die Kreuze ihrer Flaggen durch neutrale Symbole zu ersetzen. Außerdem sollen die Nationalhymnen von Norwegen und Großbritannien, die sich auf Gott beziehen, geändert werden. Außerdem soll der Gottesbezug in allen Verfassungen gestrichen werden.

Freitag, 23. November 2012

Prälatenquiz

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Weil's doch bisschen schwierig ist, geb' ich einen Tipp:
Die meisten Bischöfe haben mit ihm zu tun.

Donnerstag, 22. November 2012

Pius XII. und der Schmutzkübel

Als er Papst wurde, wechselte Eugenio Pacelli vom schwarz-rote Gewand zu einem weißen. Nachdem er aber tot war, ließ man ihm das weiße nicht. Vielmehr gab man sich Mühe, ihn solange mit Schmutz zu übergießen, bis es wieder schwarz-rot war. Schwarz wie die Seele von Hitlers Papst und rot wie das Blut der Juden, das an seinen Händen klebte.

So oder so ähnlich könnte man patethisch den Vorgang beschreiben, der sich in den 60er Jahren mit dem Bild Pius XII. vollzog. Die Hauptakteure in diesem Drama waren ein Dramatiker und der KGB. Rolf Hochhuth, der sich noch heute etwas auf seinen einzigen Erfolg einbildet und seine heimlichen Helfer, die Agenten der Sowjetunion. Denn es war wohl die kommunistische Führung in Moskau, die den Papst endlich los werden wollte. Mochte auch Stalin noch so spotten, der Papst habe keine Divisionen, so war doch die katholische Kirche mit den USA der einzige Global Player, der sich dem Kommunismus und damit der Herrschaft des roten Zaren entgegenstemmte. Gerade Pius XII., dessen Antikommunismus sehr ausgeprägt war, stellte für Stalin das personalisierte Böse dar. Doch gelang es zu Lebzeiten Pius XII. nicht, ihn im Westen unmöglich zu machen. Zu präsent war der Erlebengeneration noch das Handeln und Reden des Papstes. Doch in den 60er Jahren, als das katholische Milieu ohnehin erodierte, als Kirche out und Mao in war und eine junge Generation Liebe mit Flower Power und nicht mit Opfer und Anbetung verband, waren die Chancen besser. Und wurden prompt genutzt. Mit dem Stellvertreter Hochhuths wurde eines der wirkmächtigsten Stücke der Populärkultur geschrieben, das den Nerv der Zeit traf und dem durch zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten sekundiert wurde. Was immer schon alle gewusste haben - alle sind diejenigen, die es selber nicht erlebt haben - nämlich das die katholische Kirche die Handlangerin der Nazis war - wurde nun eindrucksvoll bestätigt. Auch jenseits der deutschen Grenzen, besonders in Israel, sickerte das Märchen vom bösen Papst in die Köpfe der Menschen und wurde in Yad Vashem auf eine Tafel gebannt - die jetzt stückleweise revidiert wird.

Über die Rolle des kommunistischen Geheimdienstes postet Martina Katholik hier.
Sie wiederum bezieht sich auf ein Buch dort
und einen Artikel hier.

Erklärung: Als Historiker bin ich mir der Einseitigkeit des obrigen Textes bewusst und stelle keinen Anspruch auf wissenschaftliche Genauigkeit.

Das Verweilen im Gebet

Evagrius Ponticus: Spruchlehre über das Gebet:
"Sei nicht traurig, wenn deine Bitte von Gott nicht sofort erfüllt wird. Er will dir dann das höhere Gut des längeren Verweilens mit ihm im Gebet schenken. Ist es nicht wertvoller, mit Gott zu verkehren, als seines freundschaftlichen Verkehrs zu entbehren."
Quelle: Kleine Philokalie, S. 138.

Dienstag, 20. November 2012

Neue Domschwestern im Interview

Vor kurzem sind unsere Franziskanerinnen verabschiedet worden (Bericht hier). Lange müssen wir aber nicht auf eine Gemeinschaft am Dom verzichten, da in Kürze die neuen Schwestern der geistlichen Familie Das Werk eintreffen werden. Hier schonmal ein Video mit den beiden.
 

Weitere Informationen über Das Werk gibt es auf ihrer Internetseite hier.

Die Demut Gregors des Wundertäters

Martina Katholik hat hier einen Post über den Hl. Gregor den Wundertäter geschrieben.
Gregor zeichnete sich nach außen vor durch die zahlreichen Wunder aus, die er tat. Doch diesen maß er selbst eine erstaunlich geringe Bedeutung zu. Viel wichtiger war ihm nämlich etwas anderes:
"Er setzte daher die Heiligkeit, nach der er strebte, und alle Menschen, auch du, lieber Leser, streben müssen, nicht in Wunderwirken, sondern in die Demut, in die Gottesfurcht, in die Zurückgezogenheit von der Welt, in die Verachtung der Erdengüter und in die Liebe zu Gott und dem Nächsten."
Dies korrespondiert mit einem Post von mir über den Hl. Martin (dort), der auf einen Post von Ameleo (da) Bezug nimmt.

Ein weiterer sehr lesenswerter Post auf Der Katholik und die Welt über die aktuellen Ereignisse in Irland gibt's hier.

Kurzkommentar zu Joh 3,8

"Der Wind weht, wo er will."
Niemand kann sagen, wo der Heilige Geist überall wirkt. Zwar können wir anzeichen dafür finden, doch weder wissen wir, woher er kommt, noch, wo er uns hinführt. Niemand kann daher zu einem anderen sagen: "Ich habe den Heiligen Geist, du aber nicht!" Daher beschränkt sich der Weise darauf zu hoffen: Er hofft, er selbst sei vom Geist Gottes geleitet und erlöst und er hofft auch, der andere habe ebenso den Geist und sei errettet. Daher versucht der Weise, die Haltung der Demut einzunehmen. Denn sie behütet vor vorschnellen Urteilen und hochmütigen Erklärungen und bewahrt davor zu meinen, man wüsste, wie der Hl. Geist weht. Nicht umsonst verurteilt das Hl. Konzil von Trient das "eitle Vertrauen der Häretiker". Denn niemand kennt Ihn und niemand kann Ihm befehlen. Nur Der kann den Hl. Geist senden und nur Der weiss genau, wo und wie Er wirkt, Der vom Himmel herabgestiegen und Der wieder in den Himmel hinaufgefahren ist.

Doch wie können wir dann überhaupt hoffen?
Weil uns Christus der Herr versprochen hat, Er werde uns den Hl. Geist zur Führung senden, weil Er es bereits an den Aposteln getan hat und weil die Hl. Kirche in Seinem Auftrag die Firmung als Sakrament des Hl. Geistes spendet.

Montag, 19. November 2012

Das Gebet: Ein Schutzmittel

"Auch das sagte er (Abbas Neilos): "Das Gebet ist das Schutzmittel gegen Traurigkeit und Mutlosigkeit."
Quelle: Weisungen der Väter, Spruch 548.

Samstag, 17. November 2012

Kathedrale von Segovia



 
 

Samstäglicher Newsticker

Brüssel: Zum Wahrung von Toleranz, Rechststaatlichkeit und Demokratie in den europäischen Institutionen hat der_die Antidiskreminierung-Kommissar_in der EU, Torwald_Annemarie Heymeer eine neue Einstellungsregelung für Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst vorgeschlagen. Neben einem Schwur auf die Charta der Vereinten Nationen, die Verfassung der EU und das Gesetz, dass die EU-Kommission immer recht hat soll eine Absage an alle menschenverachtenden Haltungen inbegriffen sein. Dazu gehört nach Aussage der Kommissionssprecherin auch eine Absage an die römisch-katholische Lehre. Diese sei frauenfeindlich und undemokratisch, weshalb ein Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst nicht katholisch sein dürfe. Protestanten können mit Sondergenehmigung weiterbeschäftigt werden.

Köln: Nachdem es in diesem Jahr in Brüssel keinen Weihnachtsbaum geben soll, weil derselbe Muslime beleidigen könnte, will nun auch die Stadt Köln Konsequenzen ziehen. So soll ab dem 1. Advent der Dom komplett mit einem großen Gerüst umgeben sein, über das ein Laken gebreitet wird, dass ein Kaufhaus zeigt. Außerdem soll es nun nicht mehr Advent heißen, sondern Hochfestzeit des deutschen Einzelhandels, nicht mehr Weihnachten, sondern Winterfest und nicht mehr Silvester, sondern Tag vor Neujahr.

Berlin: Dem Vorbild Kölns folgen sollen auch in der Hauptstadt beleidigende Symbole aus dem Stadtbild verschwinden. So sollen Kreuz und Adler vom Feldzeichen der Quadriga entfernt werden. Außerdem soll der Begriff Kirche nicht mehr für christliche Gotteshäuser Anwendung finden dürfen, da damit den Moslems unter die Nase gerieben würde, dass die Christen mehr Gebetsräume haben als sie.

Berlin: Dem Vorbild der Hauptstadt folgend erwägt die Bundesregierung ein Verbot von Tomaten, da das dortige Kreuz die muslimischen Mitbürger beleidigen könnte. Allerdings lehnte die Parteiführung es ab, die CDU umzubenennen. Begründung: Das C bemerkt doch eh schon lang keiner mehr.

Freitag, 16. November 2012

Von der Novizin zur Jungprofessin

Diejenigen von uns, die in den letzten Monaten mit großer Freude und Erbauung das Tagebuch einer Zisterziensernovizin (zu finden hier) gelesen haben, machten sich schon Sorgen, dass es nach der Profess nicht mehr weitergehen und uns dieser großartige und wertvolle Blick hinter Klostermauern zukünftig verwehrt bleiben würde. Glücklicherweise hat sich die Autorin entschieden, weiter zu bloggen. Grazie Ehrwürden.

Zum neuen Blog Nonnige Gedanken und Abenteuer.

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Donnerstag, 15. November 2012

Christen als Missionare im eigenen Land

Wir Katholiken begehen diesjährig das Jahr des Glaubens und sind darin besonders zur Neuevangelisierung aufgerufen. Aber nicht nur wir machen uns Gedanken zu diesem Thema. Auch in den protestantischen Gemeinschaften, die die Exkommunikation über AKW-Befürworter verhängen aber das Leugnen der Auferstehung Christi für Relilehrer zum Ausweis intelektueller Reife erklären, machen sich Amträger darüber (positive) Gedanken. Ein Beispiel:
"Christen müssen zu „Missionaren im eigenen Land“ werden. Das hat der Landessuperintendent des Sprengels Lüneburg der hannoverschen Landeskirche, Dieter Rathing, in einem Vortrag beim „Club von Lüneburg“ herausgestellt. Die Vermittlung des christlichen Glaubens von einer Generation zur anderen funktioniere nicht mehr automatisch. Längst nicht mehr jedes neugeborene Kind werde getauft. Viele Zeitgenossen seien selbst mit Grundtexten wie dem Vaterunser nicht mehr vertraut und wüssten nicht, was Ostern gefeiert wird oder wie eine Beerdigung abläuft. Wie Rathing weiter sagte, erwarte die evangelische Kirche einen jährlichen Mitgliederrückgang um ein Prozent. Der Regionalbischof sprach sich auch für christliche Werbemaßnahmen aus: „Die Gegenbewegung zu Mitgliederverlust heißt Taufe und Wiedereintritt."
Da dürfen wir doch nicht zurückstehen, oder?!

Ganzer Artikel hier.

Montag, 12. November 2012

St. Martin: Zwischen Mantel und Taufbecken

Ameleo hat in ihrem Lesenswerten Blog Frech Fromm Frau wieder einmal eine Breitseite gegen frömmelnde Kirchgänger wie meineiner abgegeben - zu lesen hier.

Aber nein, mal im ernst: Sie hat auf ein reales Problem hingewiesen. Es gibt Leute, die zwar gerne und oft in die Kirche gehen und vielleicht auf fleißig beten, die ihr Christentum aber an der Kirchentür bzw. am Ausgang des Oratoriums abgeben. Diese werden mit den Schriftgelehrten verglichen, die zwar fromm scheinen, nicht aber fromm handeln. Diesen werden die Praktiker gegenübergestellt, die ihre Zeit nicht damit verbringen, über einer Detaildiskussion bzgl. der bestmöglichen Übersetzung der Wandlungsworte zu brüten, sondern rausgehen und Nächstenliebe praktisch verwirklichen.

Aufgehängt hat sie das ganze an Heiligen wie Martin von Tours, Franz von Assisi oder Hildegard von Bingen, die durch ihre Orthopraxie, nicht ihre Orthodoxie zu zeitlosen Stars des christlichen Europas wurden.

An den Überlegungen ist sicherlich viel zutreffendes. Der Sonntagschrist ist sicherlich nicht das, was Christus für seine Jünger gewollt hat. Allerdings  ist die Unterscheidung und Bewertung von Orthodoxie und Orthopraxie kritisch zu würdigen. Nur weil die Orthopraxie eines Heiligen bekannter ist, bedeutet das nicht, dass sie wichtiger ist. Die Heiligen sind ja nicht heilig, weil sie sich so vorbildlich verhalten haben, sondern weil sie so vorbildlich geglaubt haben und weil aus diesem Glauben heraus die Werke geflossen sind.

Einige Punkte mögen das verdeutlichen:
Die bekannteste Tat des Hl. Martin ist in der Hagiographie sicherlich die Szene, wo er einem Bettler, der sich als Christus erweist, die Hälfte seines Mantels schenkt. Allerdings erschöpft sich das Leben des Heiligen damit nicht. So missionierte er in seiner Heimat Pannonien, eine Aufgabe, die er aufgeben musste, weil er sich entschieden gegen den Arianismus wandte. Als Eremit und Asket lebte er in der Nähe von Tours, wo er zum Bischof geweiht wurde. In den nächsten Jahren war er sowohl organisatorisch als auch missionarisch tätig, freilich ohne seinen äußerst bescheidenen Lebenswandel aufzugeben. Wir sehen also, Martin war alles andere als ein freundlicher Gutmensch, der den Glauben Glauben sein ließ, sondern ein Mann, dessen Nächstenliebe sich aus dem Bewusstsein speiste, dass nur der rechte Glaube an Christus dem Menschen das ewige Heil sichern kann und der sein ganzes Leben in den Dienst der Verkündigung durch Wort und Tat stellte.

Auch Franz von Assisi ist kein lieber Naturbursche, als der er modern so gerne dargestellt wird. Bei aller Liebe zu den Mitmenschen hat er ihnen nie nach dem Mund geredet. Streng war das Armutsideal, dem er sich und seine Anhänger unterwarf und hart sein Leben, dass ihn bis an den Nil führte, um den Herrscher Ägyptens zu missionieren.

Und die Hl. Hildegard? War keineswegs die liebe Sonnenblumenölkommunarde im Nonnengewand, die die Esoterik gerne aus ihr macht. In ihr tritt uns eine Frau gegenüber, die an sich und ihre Umwelt hohe Ansprüche stellte, wenn sie ihren  von Krankheit geschwächten Körper über Feldwege quälte um Bischöfen, Priestern und Volk Mahnpredigten zu halten. Zudem ist gerade Hildegard für ihre besondere Liebe zur Liturgie bekannt.

Kurz und gut: Der Reiz und die Vorbildfunktion der Heiligen liegt keineswegs in einigen wenigen Szenen ihres Lebens, die sie uns heute so gerne als gutmenschliche Vorbilder erscheinen lassen. Heilige sind große Menschen und das bedeutet, sie sind schwierige Menschen. Wer einen Heiligen zum Vorbild eines weltökumenischen Do-it-well-Christentums erhebt, der tut ihm unrecht. Der Heilige Martin schenkte dem Bettler seinen halben Mantel, ganz egal, ob der Christ war oder nicht. Aber ob er Christ war, das war Martin ganz sicher nicht egal. Somit sind beide Aspekte im Leben des Heiligen wichtig. Denn beide sind Akte der Nächstenliebe. Wer nicht will, dass der Nächste im Winter friert, der will auch nicht, dass er in der Hölle schmort. Orthodoxie und Orthopraxie bilden hier eine Einheit, die uns Vorbild sein will.

Zum Thema auch empfehlenswert ist dieser Post von Frischer Wind.

Ganz oder gar nicht

... hat sich Rachel Evans gedacht und ein Jahr lang strikt nach den Regeln der Hl. Schrift gelebt, wie hier berichtet wird. Als Experiment. Um zu zeigen, dass es kaum einen Christen gibt, der wirklich genauso lebt wie die Hl. Schrift es vorschreibt, auch wenn er noch so bibeltreu tut. Dabei bezeichnet sich Evans selber als Evangelikale und ist eine Prominente amerikanischen Bloggerin - 100.000 Leser pro Monat (sehr nützlich für mich um Demut zu lernen).

Nun habe ich das Buch von Evans nicht gelesen - werde es auch aller Wahrscheinlichkeit nach nicht. Daher will ich mich nicht aufschwingen, sie zu kritisieren. Erlaubt sei allerdings die Frage, ob die Frau eine ausführliche Vorrecherche betrieben hat? Die Hinzuziehung eines Rabbiners wäre z.B. ne gute Idee, wenn man peinlich genau versucht, jüdische Ritualvorschriften einzuhalten. Die Lektüre eines Kirchenväterkommentars auch, wenn man so manche schwierige Textstelle entschlüsseln will. Außerdem fände ich es interessant, ob Evans bei ihrem Versuch die Entscheidung des Apostelkonzils über die Pflichten der Judenchristen zumindest versuchtheoretisch mit einbezogen hat.

Dessen ungeachtet zeigt Evans Versuch eines ganz deutlich:
1. die Bibel versteht heute keiner mehr wörtlich (wie Evans es getan haben will), von daher sind die Versuche mancher Christen, eine solche Auslegung durchzudrücken Makulatur.
2. Bedarf es einer guten Vorbildung und gründlicher Vorbereitung, wenn man versucht, Vorschriften und Lehren der Bibel zu verstehen und diese allgemeingültig auszulegen.
3. wäre es besser, wenn Rachel Evans katholisch wäre. Denn dann hätte sie sich den Versuch sparen können. Zu dem gleichen Ergebnis wie sie ist die Kirche nämlich schon vor ewigen Zeiten gekommen.
4. wäre es besser, wenn alle Evangelikale katholisch wären. Dann wären schon mal viele Probleme gelöst - und ich hätte ne schön große Gruppe von Bekannten an der Uni.

Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Samstag, 10. November 2012

El Escorial

 
Dem Freund europäischer Schlossarchitektur ist ein Besuch des Escorial erst am Ende seines Lebens anzuraten. Denn wer diesen Koloss aus Stein besucht hat, der wird in Zukunft die übrigen Schlösser mit ganz anderen Augen sehen und sie werden ihm, egal wie groß, klein erscheinen.

Denn dem Escorial fehlt alles, was die meisten Schlösser Europas, überwiegend im Barock entstanden, aufweisen. Zugleich besitzt er etwas, was kaum eines dieser Schlösser aufweist:
Er ist echt!

Der Escorial muss nichts vorspielen, nichts suggerieren oder immitieren. Hart, streng, unzweideutig steht er in der kastilischen Hochebene. Sein bloßes Dasein genügt, um zu beeindrucken und sich Herrschaft zu vergegenwärtigen. Weltenfern ist sein schmuckloses Äußeres von den verspielten Fassaden der übrigen Schlösser. Undenkbar, hier Spiegel einander gegenüber zu hängen, um den Raum künstlich zu vergrößern. Abwegig, durch olympische Deckengemälde das Dach künstlerisch aufzubrechen.

Der Besucher des Escorial ist versucht, dieses Monument spanischer Macht mit dem Sinnbild französischer Macht zu vergleichen, Versailles. Doch wird dies nicht nur ein Vergleich zweier Schlösser, sondern auch zweier Monarchen: Ludwig XVI. und Philipp II.

Dabei scheint der Vergleich eindeutig zugunsten Versailles auszugehen. Denn es ist schöner, größer (im Ganzen), prachtvoller und sein Erbauer gilt auch als der Erfolgreichere.

Wer sich jedoch in das Wesen beider Gebäude vertieft, der wird zu einem anderen Schluss kommen können. Denn die monumentale Fassade von Versailles ist wirklich nur eine Fassade, nur Theaterkulisse. Nichts Entsprechendes, Wirkliches liegt hinter den Mauern dieses überdimensionierten Feenschlosses. Der Escorial dagegen wehrt jede Kulissenhaftigkeit ab, kann sich aber unfreiwillig noch nicht ganz einem irrigen Eindruck entziehen. Denn während Versailles nach außen aussieht wie ein Traumort, war es nach innen Höflingsverwahranstalt und Kaserne. Und währen der Escorial nach außen aussieht wie eine Kaserne, ist er nach innen Kloster und Schule.

Wer durch die Räume und Gärten des Escorial streift und sich das gravitätische, ja düstere Zeremoniell vergegenwärtigt, das hier herrschte, für den wirken die Feste Ludwigs XVI., der als Kind König wurde, wirklich wie Kinderfeste. Und der Sonnenkönig, der den Apoll immitierte und sein Schlafzimmer in die Mitte seines Schlosses rückte, erscheint wie ein großmäuliger Parvenü gegen den größten Monarchen seiner Zeit, der den höchsten Monarchen aller Zeiten zum Zentrum seines Palastes machte. Und während jeden Morgen Ludwig der Sonne entgegensah, richtete Philipp II., wenn er im Bett lag, den Blick auf den Hochaltar.

Doch vielleicht ist der wahre Triumph des Klosterpalastes gegenüber dem Feenschloss das Leben selbst. Wer beide kennt, wird sofort meinen, der Escorial feiere den Tod, Versailles hingegen das Leben. Falsch ist das nicht und dennoch hat sich der Escorial das Leben bewahrt. Das ist auf den Zweck zurückzuführen, den beide Schlösser erfüllen sollten. Versailles, das ist eigentlich nur Ludwig XIV. Alle, die sonst noch in Versailles lebten waren nur Staffage für die Sonne Frankreichs. Als dieses Licht aber erlosch, endete auch die Bedeutung seines Schlosses. Keiner seiner Nachfolger konnte mit dem Riesenbau wirklich etwas anfangen und es blieb, bei allen Bemühungen, ein Torso, dem man das Herz aus der Brust gerissen hatte. Auch heute noch ist Versailles kaum mehr als ein Museumsstück, in dessen Seitenflügel gelegentlich das parlamentarische Frankreich sich die Ehre gibt. Doch Leben kann die Republik dem Monument des Mega-Monarchen nicht mehr einhauchen.

Im Escorial hingegen finden sich zahlreiche, unerwartete und nicht selten eigenartige Spuren von Leben. Die erste Spur bemerkt der, der aus dem Fenster der großen Bibliothek auf den Vorplatz blickt. Dieser wird zu bestimmten Zeiten des Tages von spielenden Kindern geflutet. Es ist Pause. Denn der Escorial nimmt noch immer seine Aufgabe war, Schule zu sein. Eine weitere Lebensäußerung erfährt, wer sich in der Schlosskirche aufhält. Auch hier wird der museale Charakter der Anlage zu manchen Zeiten aufgebrochen, wenn man plötzlich den Gesang von Männerstimmen vernimmt. Im Hochchor, den Blicken der Touristen entzogen, stimmen die Augustiner-Mönche, die hier in der Nachfolge der Hieronymiten leben, das Stundengebet an.

Es ist diese besondere Eigenschaft, die den Escorial noch einmal von den übrigen Schlössern abhebt. Sie sind nur Museen, Erinnerungorte vergangener Größe und Wünsche. Der Escorial erinnert sich nicht nur, er erfüllt auch noch immer, wofür er geschaffen. Er ist lebensvoll, gerade weil er über das Erdenleben hinausblickt. Noch immer werden hier die spanischen Könige begraben, noch immer gebetet, noch immer gelehrt. Philipp II., für den die Krone Spaniens eine Dornenkrone war, hat etwas geschaffen, was bleibt, auch nachdem die Kronjuwelen aus dem Escorial fortgezogen sind. Damit siegten er und sein Palast über Ludwig und sein Schloss, wie Christus über Apoll triumphierte.

Welcome Back

Vor einiger Zeit hat Konstantins Mutter den Blog Heiligstes Herz Jesu eingestellt, da das Bloggen auf die Dauer doch zu zeitaufwendig wurde. Ein Problem, das die meisten von uns, die ca. täglich bloggen und nicht wie ich fast nur von Bildern und Zitaten leben, verstehen können.

Doch glücklicherweise hat sie sich bequatschen lassen und so macht sie uns wieder Quellen aus 150 Jahren Kirchengeschichte und anderes zugänglich. So ein herzliches Willkommen zurück.

Zum neuen Blog Der Katholik und die Welt.

Donnerstag, 8. November 2012

Was ist Caritas?

Heute las ich hier, dass es in der evangelischen Kirche Stimmen gibt, die für die dauerhafte Anstellung von Nicht-Christen plädieren.
Grund hierfür ist nach Ansicht der Befürworter die Veränderung der Gesellschaft:
"Wenn wir als Kirche in der Gesellschaft wirken wollen, müssen wir uns neuen Gegebenheiten stellen.“ Die Anstellung Andersgläubiger biete sich bei der Schuldnerberatung an, auch bei der Krankenpflege: „Es haben nicht nur Christen Schulden, es werden nicht nur Christen krank."
Und die Caritas Oberhausen bläst ins gleiche Horn:
"Die Kirchliche Grundordnung schließt Anstellungen von Nicht-Christen nicht aus. Im Sinne einer interreligiösen Öffnung der Caritas intensivieren nun die Diskussion darum. Wir brauchen Handlungssicherheit.“ Fachkräftemangel spiele dabei keine Rolle. Die Möglichkeit zur Einstellung von Nicht-Christen begrüßt er: „Zumal auch in Oberhausen viele Menschen mit Migrationshintergrund leben."
Nun ist gar ja nichts dagegen zusagen, wenn Organisationen, die im sozialen Bereich tätig sind, auch personell breit gefächert aufgestellt sind, damit sich die Mitarbeiter optimal in die verschiedenen Lebenssituationen hineinversetzen und so gut wie möglich helfen können. Von daher für die Überlegungen der Beteiligten ein dickes Lob.

Allerdings darf man Caritas und Diakonie nicht mehr reinen Sozialhilfeeinrichtung verwechseln. Beide üben, zumindest ihrem Anspruch nach, einen Dienst im kirchlichen-christlichen Rahmen aus und erfüllen damit den Auftrag des Herrn, seinen Nächsten zu lieben und dies ganz praktisch in Hilfe für jeden auszudrücken. Es ist also nicht nur eine sozial-praktische, sondern auch eine religiös-spirituelle Aufgabe, die hier ausgefüllt wird. Zudem haben die kirchlichen Sozialdienste durch gelebte Nächstenliebe und damit das gute Vorbild potentiell Anteil am kirchlichen Verkündigungs- und (Achtung, böses Wort) Missionsdienst.

Von daher wird es problematisch, wenn Nicht-Christen sich dauerhaft in diesen Einrichtungen engagieren. Soweit es sich um Ausnahmesituationen handelt, die durch die lokale Situation bedingt sind, ist dagegen natürlich nichts zu sagen. Die Caritas soll ihren Dienst ja nicht einstellen, weil sie nicht genügend Christen für den Job findet. Sowas fordern nur weltfremde Dogamtiker, und hiervon möchte ich mich klar distanzieren. Das Ideal bleibt aber, dass Christen im Rahmen ihres religiösen Pflichten diese Aufgaben wahrnehmen. War doch Caritas früher kein Job, sondern eine Aufgabe und ein Ehrenamt, dass aus einer zutiefst christlichem Impuls erwuchs.

In diesem Zusammenhang finde ich die Aussage des Caritas-Präsidenten R. Messing von der interreligiösen Öffnung der Caritas doch ziemlich schräg. Vom Argument, dass es in Oberhausen Bürger mit Migrationshintergrund gibt, ganz zu schweigen. Bösartig könnte ich fragen, ob es denen nicht zuzumuten ist, sich von Christen helfen zu lassen. Besser wäre es natürlich zu fragen, ob eine Person, die sich von der Caritas helfen lässt, nicht das Christentum als Teil der Einrichtung nicht nur annehmen, sondern auch als Anreiz verstehen sollte, sich mit den anderen auseinanderzusetzen? Bedeutet also die oben beschriebene Planung nicht eine Verarmung der christlich-kirchlichen Sozialeinrichtungen in ihrem Gesamtauftrag?
Nun will ich ja niemandem etwas unterstellen. Aber nach der Lektüre ist mein Eindruck, dass es hier nicht darum geht, den Auftrag Jesu zu erfüllen und auch nicht, die christliche Nächstenliebe zu propagieren. Sondern vor allem darum, die eigenen Machtbereiche in der Sozialfürsorge zu sichern, indem man die Angebotspalette möglichst optimal auf vermutete Wünsche der Kunden zuschneidet. Nur so ein Eindruck.

Rache und Gebet

Abbas Neilos sprach: "Alles, was du aus Rache gegen einen Bruder tust, der dich beleidigt hat, wird in der Stunde des Gebetes in deinem Herzen auftauchen."
Quelle: Weisungen der Väter, Spruch 546.

Mittwoch, 7. November 2012

Benedikt am Mittwoch


Ich plädiere hiermit für die Anstellung zusätzlichen Personals, das die päpstliche Soutane bei Treppenstufen anhebt. Und damit sich das lohnt kann die Soutane bei öffentlichen Veranstaltungen ruhig länger gemacht und eine Schleppe angefügt werden.

Dienstag, 6. November 2012

Verabschiedung der Domschwestern

Am letzten Sonntag gab es in Limburg ein Ereignis, das durchaus einschneidend genannt werden kann. Unsere Domschwestern räumen ihren Konvent. Allerdings bleibt Limburg nicht lange ohne eine geistliche Gemeinschaft, da Schwestern der Geistlichen Familie "Das Werk" im Dezember nachrücken.

Die kleine Gemeinschaft auf dem Domberg - zuletzt waren es nur noch zwei Schwestern - hat in den letzten Jahrzehnten wesentliche Aufgaben im und um den Limburger Dom wahrgenommen. Das waren vor allem die Domführungen, die den Gläubigen und Touristen die Stein gewordene Himmlische Stadt Jersualem erklärten. Dazu kam der weniger präsente, aber doch wichtige Gebetsdienst der Schwestern. Im linken Querhaus gab es einen kleinen Kasten, in den Gebetsanliegen eingeworfen werden konnten. Daneben kommt natürlich noch die Präsenz der Franziskanerinnen in den Werktagsmessen und verschiedene liturgische und ehrenamtliche Aufgaben. Gerade für Limburg, dem in der unmittelbaren Umgebung der Kathedralkirche eine sichtbare lebendige geistliche Gemeinschaft fehlte, waren sie ein wertvolle Bereicherung, die die spirituelle Dimension des Domes wesentlich mitprägten.

Wir wünschen daher alle, dass sie ebenso fruchtbar in ihren folgenden Tätigkeiten sein werden und hoffen, dass ihre Nachfolgerinnen gleichsam mit dem Dom verwachsen, aber auch eigene spirituelle Impulse setzen werden. So bleibt es ein bedauerlicher Abschied, der jedoch zugleich eine neue Chance für Limburg und seinen Dom ist.

Ausführlicher Bericht über die Verabschiedung hier.

Zwei Kirchen in Avila und ne Mauer



Montag, 5. November 2012

Die Herzensruhe

"Wiederum sagte er: Der Mönch, der die Herzensruhe liebt, bleibt unverwundet von den Geschossen des Feindes. Wer sich aber unter die Masse mischt, der bekommt dauernd schläge."
Quelle: Weisungen der Väter, Spruch 554.

Freitag, 2. November 2012

Ich bin dann mal weg

Bis zum 05. November bin ich auf einer Freizeit.

Daher wird es auf diesem Blog bis dahin keine neuen Posts geben.

Allen Lesern wünsche ich eine gute Zeit.


Prälatenquiz

Wer ist dieser Prälat?
 

Donnerstag, 1. November 2012

Der Altvater Antonios über das gegenwärtige Geschlecht

Wiederum sprach er (Antonios): "Gott schickt dem gegenwärtigen Geschlecht nicht solche Kämpfe wie den Vätern. Er weiß ja, daß es schwach ist und nicht bestehen könnte."
Quelle: Weisungen der Väter, Spruch 23.

Rekord-Bibellesen

Der Heilige Vater fordert uns im Jahr des Glaubens auf, uns besonders der Lektüre der Hl. Schrift zu widmen. Denn gerade diese wichtigste Quelle unseres Glaubens wird heutzutage allzu selten zur Hand genommen. Zumindest für mich kann ich das bestätigen, da mein Bibelstudium in den ersten zwei Jahrzehnten meines Lebens nur sehr rudimentär war und sich erst im Laufe des dritten zu bessern beginnt.

Früher hingegen war das anders. Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein war die Bibel die Lektüre. Bücher waren teuer und so hatte man deren nur wenige, weshalb die Bibel einen herausragenden Platz im kleinen Bücherregal einnahm und entsprechend oft zur Hand genommen wurde. Dazu kam die Tradition eines ritualisierten Bibellesens, das an die klösterliche Praxis erinnert. Entsprechend kam es nicht selten vor, dass Menschen dieser Zeit die Bibel mitunter dutzendfach komplett gelesen haben. Der bekannte Rekord wurde von dem Neuengländer Robert Hall aufgestellt, der die Bibel 134 mal durchgelesen haben will.
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