Dienstag, 31. Juli 2012

Besuch Viktor Emanuels III. bei Papst Pius XI.

Ein Video über den ersten Staatsbesuch eines italienischen Königs im Vatikan. Leider ist der Film ohne Ton und leider werden auch die Passagen in der Antecamera Pontifica nicht gezeigt - damals durften Kameras nicht überall mit rein. Dennoch besonders in seinem letzten Drittel sehr sehenswert, da man hier einen Eindruck von der Pracht und dem Gewusel der alten Staatsempfänge - vor Pauls VI. Kahlschlag - erhält.

Die schlafenden Brüder

"Einige von den Alten kamen zum Altvater Poimen und sagten zu ihm: "Wenn wir beim Gottesdienst Brüder einnicken sehen, willst du, daß wir ihnen einen Stoß geben, damit sie in der Vigilie wachen?" Er erwiderte: "Wahrlich, wenn ich einen Bruder einnicken sehe, dann leg ich seinen Kopf auf meine Knie und lasse ihn ruhen."
Quelle: Weisung der Väter, Spruch 666.

Montag, 30. Juli 2012

Pius XII. über die Freiheit


Heiliger Vater, könnt ihr uns kurz etwas zur Freiheit sagen?

Freiheit ist für die Unüberlegten und Oberflächlichen nur zu leicht ein Schlagwort, aber für ernsthafte und gewissenhafte Menschen bedeutet sie einen Zustand von eindrucksvoller Verantwortung. Es ist naheliegend und von grundlegender Bedeutung zu beachten, daß der Mensch, obwohl er von seinem Schöpfer mit der Wahlfreiheit zwischen Gut und Böse ausgestattet, nicht das Recht hat, das Schlechte zu wählen, es ist vielmehr sein Vorrecht, frei das Gute zu wählen, das seine Pflicht ist, und so den von ihm von Gott vorbehaltenen ewigen Lohn zu verdienen.

Schwarz: Bapstisten und Katholiken im Vergleich

Heute las ich bei SpiegelOnline einen Artikel. Darin ging es nicht um die katholische Kirche (ausnahmsweise), sondern um eine Bapistengemeinde in den USA. Ein schwarzes Paar wollte dort getraut werden. Allerdings hat der Pastor die Trauung am Hochzeitstag geschmissen, weil ihm einige Gemeindemitglieder auf die Pelle gerückt sind, da sie keine Schwarzen in ihrer Kirche/Gemeinde wollen und schon gar nicht, dass die dort auch noch heiraten.

Beim Lesen viel mir ein Bild vom Herrn Alipius ein, das zeigt, dass wir Katholiken das gleiche Problem haben. Denn auch wir sind ja schrecklich gemein und ausgrenzend und benachteiligen alles, was nicht weiss, italienisch und seit 300 Jahren einen katholischen Stammbaum hat. Hier das Bild um 1960 herum zum Beweis.

Sonntag, 29. Juli 2012

Monsignore May über die Demut

Konstantin, der uns mit großer Mühe, Eifer und Geschick in seinen Blogs zahlreiche Quellen erschließt, die entweder nicht digitalisiert sind oder sonst eher unbeachtet bleiben würden, hat diesmal verschiedene Predigten von Mgr. Georg May verlinkt, die sich mit dem Thema Tugend befassen. Darunter auch zwei über die Demut. Vielen Dank dafür.
Zum Post gehts hier lang.
Einen ganz frischen Post über die Wichtigkeit der Demut auf dem gleichen Blog gibt's hier

Heiligsprechung Ignazius' da Laconi

Samstag, 28. Juli 2012

Gott in allem Danken

"Man erzählte von Abbas Or und Abbas Theodor: sie machten gute Anfänge und dankten Gott in allem."
Quelle: Weisungen der Väter, Spruch 942.

Samstäglicher Newsticker:

Rom: Die "römisch-katholische Priesterin und Bischöfin" Mayr-Lumetzberger zieht aus ihrem Rausschmiss aus dem Petersdom Konsequenzen. Sie rief sich selbst zur allerheiligsten Großpäpstin aus, ernannte 280 neue Kardinälinnen und legte den Grundstein für einen neuen Petrasdom. Hierzu versenkte sie einen Grundstein in der Donau und erklärte, sie werden auf einer Brückenkonstruktion über der Donau eine Kirche bauen, die doppelt so groß sei wie der Petersdom. Sie veranschlagte für das Projekt 9 Monate und zeigte sich zuversichtlich, die etwa 1,4 Milliarden Euro Baukosten binnen Monatsende zusammenzuhaben.

Berlin: Die Gemeinschaft "Abtreibung für alle und für umsonst" widerspricht einer Studie, wonach Eltern mit behinderten Kindern sich überwiegend als glücklich bezeichnen. Das Ergebnis sei irreführend, weil die Studie die falschen Kriterien angewendet habe. Glück werde hier immer noch antiquiert als positives Gefühl und Selbsteinschätzung definiert. Tatsächlich beruhe Glück aber auf realen Indikatoren, nämlich der Fähigkeit, sich materiell und sexuell selbst zu verwirklichen, wobei Selbstverwirklichung die optimale quantitative Mittelausschöpfung bedeute. Personen, die nicht wenigstens 50.000 Euro verdienen und nicht wenigstens 9 Geschlechtsaktpartner bei 104 sexuellen Begegnungen pro Jahr vorweisen könnten, seien daher nicht glücklich zu nennen. Folgerichtig seien sämtliche Eltern in der Studie eigentlich unglücklich, was durch die Abtreibung des Störfaktors behindertes Kind zumindest potentiell hätte verhindert werden können.

Madrid: Nachdem die Klage von Homosexuellenverbänden gegen Bischof Juan Antonio Reig Plá wegen vermeindlicher Diskreminierung der Schwulen und Lesben abgewiesen wurde, erklärten die Ankläger den Kampf für noch nicht beendet. Nötigenfalls werde man den Bischofspalast belagern, stürmen und den Bischof und seine Pfaffen "nachdrücklich" zu Entschuldigung, Rücktritt und Meinungskorrektur auffordern. Denn man lasse nicht zu, das die katholophilen Gerichte die Rechte der Homosexuellen mit Füssen treten würden. Gerechtigkeit müsse hergestellt werden, wenn nötig gegen die Institutionen des sogenannten Rechtsstaates.

Klosterneuburg: Mit der Verleihung der Sonderpreise haben die diesjährigen Robusta-Awards begonnen. Um für die große Preisverleihung gerüstet zu sein steckte daher die Intiative "Gegen Kirche Jetzt!" schon mal die Demonstrationsroute ab, die von der Donau hinauf zum Stift Klosterneuburg führen wird und berechnete den passenden Winkel für die Kanonen des Donaupriesterinnenschlachtsschiffs Päpstin Johanna. Initiativpressesprecherin Frau Dr. Erdfrau-Witzelstein: Wir sind für alles gerüstet und werden die roten Roben der Papistenpantoffelknutscher so braun färben, wie sie in Wahrheit im innersten sind.

Freitag, 27. Juli 2012

Robusta-Sonderpreis

Mit großer Freude habe ich heute beim Herrn Alipius erfahren, diesjährig eine Sonderrobusta für mein Papsting zu erhalten. Das rührt mich wirklich sehr. Nach nicht mal einem Jahr schon so bekannt zu sein erweckt in mir nicht nur demütige Gefühle. Doch ich weiss, dass es nicht vor allem mein Verdienst ist. So möchte ich allen danken, die daran beteiligt sind:

Zunächst einmal den Päpsten, lebend wie verstorben. Sich ablichten zu lassen ist gerade in der Moderne Teil ihrer apostolischen Mission, die nicht immer leicht ist. Beginnend bei Pius IX., der mit einer ihm noch unbekannten und auch noch sehr bescheidenen Technik konfrontiert war zu Benedikt XVI., dem doch die Studierstube viel lieber wäre als die Kameras der Welt. Welches Opfer er und seine Vorgänger im Scheinwerferlicht erbringen mussten, können wir Normalos uns gar nicht vorstellen.

Dann den Photographen und Kameramännern. Was so einfach aussieht ist das Produkt anstrengender Arbeit. Gerade jene Medienleute, die ihre Tätigkeit als Dienst an Gott begreifen, aber auch jene, die nicht versuchen, schlechte Bilder zu schießen, sondern den Papst verantwortlich gut aussehen lassen wollen, verdienen unseren Respekt und unseren Dank, gerade in einer Medienwelt, die dem Hl. Vater nicht immer freundlich gewogen ist.

Auch dem Herrn Alipius gilt mein Dank, da er neben seiner verantwortungsvollen Arbeit als Priester, Chorherr, Blogger, Leittier der katholischen Blogoezese sich noch die Arbeit aufhalst, die Robusta auszurichten, sie zu organisieren und die Gestaltung zu übernehmen.

Zuletzt und ganz besonders aber bedanke ich mich bei meinen Lesern. Ohne euch wäre das ganze hier ein reichlich sinnfreies Geschäft. Gerade jenen, die mich für würdig befunden haben, diesen Preis zu erhalten, möchte ich ganz ganz besonders danken, auch wenn ihr aus Bescheidenheit nicht genannt werden wollt.

Ich beende diese Dankesorgie, die schlimmer ist als das Oskargeflenne, mit der Versicherung, dass mich dieser Preis anspornt, mein Papsting weiter und mit noch mehr Energie zu betreiben. Wie einige vielleicht schon festgestellt haben, gibt es zwei neue Serien: Benedikt am Mittwoch und Pius am Sonntag, die in die entsprechenden Labels Benedikt XVI. und Pius XII. eingeordnet werden. Weitere Ideen sind noch in der Planungsphase, mal schaun was daraus wird.

So verbleibe ich euch allen mit großem Dank euer MC

*sich dreimal verbeugend und winkend von der Bühne abtretend*

Schwester Pascalina

In Zeiten wie diesen, in denen der Hl. Vater von seinen engsten Vertrauten hintergangen wird oder diese zumindest versuchen, an ihm vorbei ihre Ziele und Wünsche zu befriedigen, in solchen Zeiten ist es wichtig, immer wieder daran zu erinnern, dass Loyalität zu allen Zeiten in der engsten Umgebung des Papstes anzutreffen war und ist. Aus gegebenem Anlass möchte ich daher mit einer kleinen Bildserie an eine Frau erinnern, über die selbst kritische Historiker sagen, dass sie "ihrem" Papst bedingungslos loyal war und ihn niemals hintergangen, übergangen oder für ihre persönlichen Wünsche eingespannt hat: Schwester Pascalina Lehnert, die Haushälterin Pius XII.

















Bilder hier gefunden



Donnerstag, 26. Juli 2012

Mayr-Lumetzberger: Was sie sagte und was ich davon halte

Heuer las ich ein Interview mit der "Bischöfin" /"Priesterin"/Exnonne (warum wohl)
Christine Mayr-Lumetzberger (per se schon ein Name zum Weglaufen) und ihrer "priesterinnelichen" Kollegin Juanita Cordero. Dabei vielen solche Sätze wie

"Gott hat mich gerufen, das weiß ich; wir können nicht warten, dass sich die Kirche ändert"

"Ich bin katholisch bis ins Innerste"

"Das trifft mich überhaupt nicht. Es ist eine Bestrafung, die nicht funktioniert."
"Es geht nicht nur um Priesterinnen, sondern auch um Schwule und Lesben, geschiedene Katholiken, Verhütungsmittel; man verschließt sich all diesen Fragen."
Und mein liebester Satz, in indirekter Rede:
"Die Bischöfin meint, dass der Nachfolger des jetzigen Papstes vielleicht die Frauen mit offenen Armen aufnehmen wird."
Ich frage mich, ob es sich wirklich lohnt, derart viel, ich bitte um Entschuldigung, dummes, weinerliches, selbstherrliches und großkotziges Gewäsch noch zu kommentieren.

Es ist wohl überflüssig zu erwähnen, dass die gute Frau "Bischöfin" im letzten Satz diskret übersieht, oder es einfach nicht weiss, dass sich die Kirche ziemlich deutlich zum Thema Priesterinnenweihe geäußert hat. Die Vorstellung, dass ein neuer Papst einfach mal eine neue Regelung einführen kann oder auch mal eben neue Ausnahmen aus dem Saturno zaubern könnte, schreit wirklich zum Himmel. Von den drolligen Beispielen - haben alle was mit'm Zölibat zu tun - die sie anführt, um zu beweisen, dass das geht, mal nicht zu reden. Jeder Mensch, der sich irgendwie mal mit den Quellen beschäftigt hat, wird bemerken, dass wir von Fragen unterschiedlicher Qualität sprechen. Aber vermutlich hat die "Bischöfin" zu viel damit zu tun, ungültige Priesterinnenweihen vorzunehmen, homosexuelle Ehen zu spenden, Hostien zu klauen und sonst all die Dinge zu machen, mit denen sie den Menschen dient. Hat die Frau eigentlich auch mal Kondome gesegnet und Abtreibungskliniken eingeweiht?

Aber besonders schön finde ich ja das erste Zitat: Wenn "das weiß ich" und "Gott" in einem Satz vorkommen deutet das in der Regel darauf hin, dass wir es mit religiösen Fundamentalisten oder Fanatikern zu tun haben. Ganz besonders, wenn sich Menschen hinstellen und erklären, sie wüssten genau, was Gott mit ihnen vor hat um sich anschließend eine Krone aufzusetzen und sich zur Kaiserin von Transamazonien zu erklären, weil Gott es so gewollt hat. Wir wollen an dieser Stelle nicht die zahllosen Heiligen aufführen, die meinten, zu tun, was Gott will und schließlich ganz woanders gelandet sind. Der Hl. Antonius (ausnahmsweise mal nicht der Wüstenvater) ist so ein Beispiel. Aber komm, is' doch egal. Die Frau weiss genau, sie ist zur Priesterin von Gott berufen worden und deswegen ist sie Priesterin in der Nachfolge Christi gemäß der Tradition der Kirche. Nur eben halt ohne Kirche. Und auch irgendwie ohne Christus, da ich von "wer sich für berufen hält ist es auch" nichts bei Christus finde. Ja, Priesterin nach was jetzt eigentlich? Kein Christus, keine Kirche. Gott wird auch mehr so nebulös herbeiphantasiert, was bleibt da noch? Ah genau, Priesterin nach den Menschen. Wird man da geweiht im Namen der Professorin, der Exnonne und der Physiotherapeutin (nichts gegen Physiotherapeutinnen). Oder wirft man sich flach vor den anwesenden Frauen auf den Boden, während sie einen umtanzen und zur Hohepriesterin der weiblichen Was-weiss-ich-es-denn erklären. Nein, mal ganz ernsthaft. Wie läuft das da eigentlich ab? Die Bilder, die ich kenne, vermitteln da keinen guten Eindruck. Da wirkt das alles wie so eine Clownsnummer.

Soll ich noch was zur Exkommunikation sagen? Hm, gut, dass die Exkommunikation zumindest in Rom funktioniert hat man ja gesehen. Und wenn man seinen Kollar verstecken muss, um nicht von resoluten römischen Nonnen mit der Bratpfanne den Tiber entlang gejagt zu werden zeigt das ja schon Wirkung. Gut, wenn man einem "Mitbischof" (Gelächter in der Redaktion) natürlich den Leib des Herrn aus der Schale klaut um damit stolz wie Bolle zu seinem Platz zu stolzieren - seht nur wie mutig und christlich ich bin - kann man natürlich eine Exkommunikation schon umgehen. Aber ok. Wenn man sich natürlich im Recht weiss, macht so ne Bestrafung natürlich nichts.

Fällt mir noch was ein? Hm nein. Fragen wir zum Abschluss unsere Expertin für Frauenordination, Frau Prof. Dr. Dr. Wilhelmine Küsselbecker:

Es ist nicht hinnehmbar, wenn von Gott berufene Priesterinnen und Bischöfinnen von den Dienern des Antichristen verdroschen werden. Es ist an der Zeit, aufzustehen, ein Schlachtschiff auszurüsten und von der Donau aus den Tiber hinaufzufahren um den Stuhl Petri den rechtmäßigen Besitzern, den Frauen, Homosexuellen, Abtreibern und wiederverheiratet Geschiedenen zurückzugeben und für alle Ewigkeit ein Reich von Freiheit, Toleranz und priesterinnenlicher Tyrannis aufzubauen.

Na dann. Wenn mich jemand sucht, ich geh in die Wüste, da gibt's nämlich keine Priesterinnen.

Merry del Val über die Demut

Rafael Kardinal Merry del Val
"Unser Herr hat dreißig Jahre seines Lebens darauf verwandt, die Demut häuslicher Tugenden zu lehren, um deren Bedeutung begreiflich zu machen und die Gnade zu erlangen, dass man ihm nachfolgt. Die erste und größte Lehre Jesu Christi ist die Demut: die Demut des Geistes, des Willens und des Herzens. Wir müssen uns bemühen, die Herzensdemut Jesu, seine Einheit mit dem Vater, seine Hingabe und seine Folgsamkeit dem Willen des Vaters gegenüber nachzuahmen. Überlasst euch wie Er dem Willen des Vaters, in den kleinen wie in den großen Dingen, in den Mühen eines jeden Tages, in den Widrigkeiten und Schwierigkeiten des Lebens. Nehmt die Mühen aus der Hand des Herrn und aus Liebe zu Ihm entgegen und seht in dem Trost, den Er euch spendet, den Beweis seiner barmherzigen Liebe."
hier gefunden

Mittwoch, 25. Juli 2012

Lebensnahe Demut und Sommerferien

Kurz bevor sie sich in die Sommerferien verabschiedet hat, postete Huppicke noch einmal etwas zur Demut, was hier aufgrund der gewohnt hohen Qualität und des lebenspraktischen Bezugs nicht unerwähnt bleiben soll.

In diesem Sinne allen Bloggern, die Ferien machen oder etwas runterschalten gesegnete Sommertage. Spätestens bei der Verleihung der Robusta sehen wir uns alle wieder.

PS: Ich bleibe euch natürlich mit fremder Weisheit und eigener Torheit erhalten und nähe derweil schon mal an meinem Dress für die Preisverleihung.

Man darf ja wohl noch träumen


Hier gefunden.

Dienstag, 24. Juli 2012

Durch den stolzen Gedanken wird alles zunichte

"Wiederum sprach er: "Wenn der Gedanke des Stolzes und der Überheblichkeit über dich kommt, dann erforsche dein Gewissen, ob du alle Gebote beachtet hast, ob du deine Feinde liebst und über ihr Unglück traurig bist, und ob du dich für einen unnützen Diener hälst und für sündiger als alle anderen - dann wirst du nicht so hoch von dir denken, als hättest du alles gut gemacht; denn wisse: durch diesen stolzen Gedanken wird alles zunichte!"
Quelle: Weisungen der Väter, Spruch 944.

Montag, 23. Juli 2012

Hochmut, Demut, Stolz

Vor kurzem las ich einen Post von Huppicke, der mich sehr berührt hat.
Gut, das ist eigentlich bei jedem Posts von ihr der Fall. Aber diesmal ging es um ein Thema, das ich mir selbst groß an meine Zimmerwand plakatiert habe: Demut. In diesem Kontext viel folgender Satz:
"Oh nein, nicht hinknien, du brauchst nie wieder zu knien. Steh auf, steh gerade, halte den Kopf hoch. Du kannst stolz auf dich sein."
Und ich habe mich gefragt, ob dieser Satz der christlichen Demut entspricht oder nicht. Nun kann ich den Kontext nicht ermessen, in dem er gefallen ist und habe auch zu wenige Informationen über die Personen, die ihn gesprochen haben.
Aber selbst wenn man mal all das weglässt bleibt die Frage:
Ist die Demut als die Fundamentaltugend des Christen (nach den geistlichen Tugenden) mit dem Stolz vereinbar?

Zunächst fragen wir einmal, was der Gegensatzbegriff von Demut ist?
Hochmut.

Entscheidend für die Frage, ob Demut und Stolz vereinbar sind, ist also, ob sich Hochmut und Stolz voneinander signifikant unterscheiden.

Schauen wir zunächst einmal im Duden nach:
Über stolz (Adjektiv) steht hier:
von Selbstbewusstsein und Freude über einen Besitz, eine [eigene] Leistung erfüllt; ein entsprechendes Gefühl zum Ausdruck bringend oder hervorrufend
Über Stolz (Substantiv) zusammenfassend:
Selbstbewusstsein und Freude über einen Besitz, eine [eigene] Leistung
Als Synonym gibt der Duden hochmütig oder Hochmut an, der hier definiert wird als:
auf Überheblichkeit beruhender Stolz und entsprechende Missachtung gegenüber anderen oder Gott
Die beiden Worte sind sich also ähnlich, sie entsprechen sich aber nicht genau. Das zentrale Unterscheidungsmerkmal gibt uns der Duden selbst in die Hand, nämlich das Wort "Überheblichkeit". Überheblichkeit aber heisst nach dem Duden:
sich selbst überschätzend
Hochmut ist es also, wenn jemand etwas an sich bemerkt, was er für gut hält - was aber nicht stimmen muss - und wahrheitswidrig meint, er habe dies verursacht.
Stolz sein heisst hingegen, positiv verstanden, wenn jemand etwas Gutes an sich bemerkt, was er selbst verursacht hat, und darüber berechtigte Freude empfindet.

Und hierin, der Wahrhaftigkeit, trifft sich der Stolz mit der Demut. Denn auch die Demut reflektiert ja die Wirklichkeit. Denn der wahrhaft demütige Mensch ist nicht demütig aufgrund einer falschen Meinung über sich selbst, sondern aufgrund einer zutreffenden Beurteilung. Er erkennt, wie er aus eigener Kraft wäre und was er selbst vermag und wird dadurch begründetermaßen demütig. Damit, den Gedanken weiterspinnend, vertraut er nicht länger auf sich selbst und öffnet sich dadurch dem Wirken Gottes, der allein seine gefallene Natur wieder aufrichten und ihn zur wahren Freude führen kann.

Stolz und Demut sind also keine Gegensatzpaare an sich, da sie beide vom gleichen Ursprung, der Wahrheit, ausgehen. Auf was aber kann der Mensch, kann ich, eigentlich wirklich stolz sein?

Auf das was ich bin, ein Mensch?
Darauf kann ich nicht stolz sein. An meiner Menschwerdung bin ich so unbeteiligt wie an sonst nichts.

Auf meine Fähigkeiten?
Darauf kann ich mir auch nichts einbilden. Denn selbst wenn ich sie durch viele Mühen wie einen rohen Diamanten geschliffen habe, dann ist doch der Rohdiamant doch nicht von mir. Den hat Gott mir gegegebn.

Aber kann ich nicht auf meine Taten stolz sein?
Nein, selbst auf den Schleifvorgang, die Tat oder das Werk, vulgo die Leistung, kann ich nicht stolz sein. Ist die Tat schlecht, gibt es dafür keinen Grund, denn stolz kann ich nur auf etwas Gutes sein. Ist das Werk aber gut, kann ich mir auch das nicht als eigene Leistung anrechnen, denn aus mir selbst heraus habe ich sie nicht vollbracht; lehrt doch das Konzil von Trient:
"Denn Christus Jesus selbst läßt ... in die Gerechtfertigten selbst immerdar Kraft einströmen, eine Kraft, die ihren guten Werken immer vorangeht, sie begleitet und ihnen nachfolgt, und ohne die sie auf keine Weise Gott gefällig und verdienstvoll sein könnten." (DH 1546.)
Fragen wir also nochmal: Auf was kann ich eigentlich wirklich stolz sein, weil es meine eigene Leistung ist?

Gar nichts!

Aus eigener Kraft, aus eigenem Vermögen vermag ich nichts, worauf ich stolz sein kann.
Ist also jeder Stolz Hochmut?

Ja.

Irrt also der Satz von Anfang. Kann man nicht stolz sein, sondern nur hochmütig?

Nicht ganz. Es gibt einen kleinen, einen ganz ganz kleinen Stolz. Einen Stolz, der wie ein kleines Kind hinter den Rockschößen der Mutter Demut hervorlugt. Denn die Demut ist die Mutter des wahren, des wirklichen Stolzes. Des einzigen Stolzes, der nicht Hochmut ist.
Stolz und Demut sind keine Gegensatzpaare.
Wer stolz sein kann, muss demütig sein. Und zwar sehr demütig. Es ist nicht der Stolz auf die Demut. Sondern es ist der Stolz, der durch die Demut ermöglicht wird, weil sie den Hochmut verhindert. Wer wahrhaft demütig ist, der kann nicht hochmütig sein. Wer aber nicht hochmütig sein kann, der kann positiv stolz sein, weil der Faktor der Sünde, die Stolz zum Hochmut wandelt, ausgeschaltet ist.

Und hier hat der Satz vom Anfang recht. Wer nicht zu knien braucht, der kann stolz sein, weil er bereits so demütig ist, das alles an ihm knien, das alles an ihm demütige Anbetung ist. Ein solcher Mensch kann stolz sein, weil er überhaupt nicht stolz ist, weil er reine Demut ist.
Und hier irrt der Satz vom Anfang. Denn es gab und gibt nur eine Person, auf den das zutrifft: Jesus selbst.

Ich kann nicht stolz sein, weil ich nicht demütig genug bin.
Nachfolge Christi ist daher Nachfolge in der Demut. Nachfolge in der Demut aber
"besteht in nichts anderem als in der Erkenntnis der Größe und Güte Gottes, wie auch in der Erkenntnis unserer eigenen Nichtigkeit" (Der geistliche Kampf, S. 25)

Sonntag, 22. Juli 2012

Pius am Sonntag


Die Mutter, die Tochter und die Heilige Geist

Wir freuen uns, heute am Feststag der Hl. Maria Magdalena eine Expertin für diese besondere Jüngerin Jesu zu Gast zu haben, Frau Dr. Cornelia-Hippolyte Erdfrau-Witzelstein.

Frau Dr. Erdfrau-Witzelstein, sie haben vor vier Monaten ihre Dissertation in frauengerechter Gendertheologie veröffentlicht. Darin lesen sie die bekannten Quellen über den Beginn des Christentums neu. Können sie uns etwas darüber verraten?

Zunächst möchte ich die Gelegenheit nutzen, meiner Doktorinnenmutter Wilhelmine Küsselbecker zu danken, die mich in meinem Bemühen, die wahre Entstehung der Jesus-Gemeinschaft aufzudecken, kompetent und engagiert unterstützt hat.
Dann muss ich ihnen sagen, dass ich mit meinen Forschungen einem gewaltigen Skandal auf die Schliche gekommen bin, der alle frauenverachtender Verschleierungstatik der frühen Kirche in den Schatten stellt, die wir bisher vermutet haben.

Inwiefern?

Nun, die heutige Forschung geht davon aus, dass Jesus mit Maria Magdalena verheiratet war und diese eine große Bedeutung in der frühen Jesusbewegung innehatte, die dann später durch die paulinischen Autoren verfälscht wurde. Das stimmt aber so nicht. Denn die Bezeichnung Jesus-Bewegung ist falsch. Man muss vielmehr von Maria-Bewegung sprechen.

Wie dürfen wir das verstehen?

Nicht Jesus war der Lehrer dieser Wanderbewegung, es war Maria Magdalena. Jesus war lediglich ihr Mann.

Kaum zu glauben.

Und doch ist es wahr. Es gibt zahlreiche vermeindliche Jesus-Sprüche im Neuen Testament, die eindeutig von einer Frau stammen, da sie nicht sinnvoll vermännlicht werden konnten. Zudem ist das ganze Vater-Sohn-Verhältnis von der emotional-psychologischen Anlage für die damalige Zeit gar nicht denkbar. Ganz anders hingegen wenn man es mit der Mutter-Tochter-Beziehung vergleicht. Dann und nur dann ergibt das ganze einen Sinn, der auch in die Zeit passt. Daher können wir nicht mehr von Vater, Sohn und Heiliger Geist sprechen, sondern von Mutter, Tochter und Heiligen Geist. Denn Geist ist hebräisch weiblich und Maria Magdalena dachte den Geist weiblich.

Und die Jünger_innen?

Waren aller Wahrscheinlichkeit überwiegend weiblich. Das geht aus einigen Stellen in der Bibel hervor, wenngleich wir die genauen Verhältnisse nicht mehr beziffern können. Aber ein 80% zu 20% Anteil für die Frauen dürfte es schon gewesen sein. Ähnlich verhält es sich übrigens mit den Aposteln. Vermutlich waren lediglich drei Männer: Simon Barjona, später Petrus genannt, Johannes und Judas Iskariot. Alle übrigen dürften Frauen gewesen sein, deren Namen dann später vermännlicht wurden.

Wie kam es dazu?

Ich darf an dieser Stelle darauf hinweisen, dass wir sowohl in den Evangelien als auch in der Apostelgeschichte von den meisten Apostel_innen nichts konkretes hören. Selbst Andrea(s), der in den Evangelien noch eine gewisse Bedeutung hatte, kommt in der Apostelgeschichte praktisch nicht mehr vor. Lediglich Petrus und Johannes treten wirksam in Erscheinung. Das hat Gründe. Die beiden Männer in der Apostel_innenemeinschaft haben zusammen mit ihrem Kompagnon Paulus, der später hinzugestoßen ist, die Frauen systematisch weggemobbt und dafür gesorgt, das ihr Einfluss in der Urgemeinde durch die Schriften nicht mehr erwähnt wird.
Das ganze hat aber auch, so muss gesagt werden, eine soziale Komponente. Die Maria-Bewegung war eine Gruppe der Arbeiterschicht. Jesus war Zimmermann, ein kleiner Handwerker und die meisten Anhänger Jesu waren Arme. Das bestreitet heute niemand. Die führenden Köpfe der Urmeinde gehörten jedoch allesamt zum Großbürgertum. Petrus und Johannes waren Fischereiunternehmer, Paulus gehörte zur pharisäischen Bildungselite. Die Übernahme der Macht dieser Dreiergruppe in der Gemeinschaft bedeutet damit die bougeoise Okkupation einer Arbeitergemeinschaft.

Und Maria Magdalena?

War vermutlich Buddhistin oder zumindest buddhistisch angehaucht. Die Quellen legen nahe, dass Mariam von Magdala in ihren frühen Jahren als wandernde Jungfrau nach Indien getrampt ist, dort den Buddhismus studierte und später wieder nach Galiläa zurückkehrte, wo sie den abgewrackten Handwerker Jeschua kennenlernte und ihn heiratete. Anders macht es keinen Sinn, das Jesus und Maria verheiratet waren, immerhin waren sie beide homosexuell.

Moment, Jesus war homosexuell?

Stockschwul, ja. Der Jünger Johannes war sein Liebhaber. Vermutlich ist in diesem Zusammenhang der Verrat des Judas zu sehen, der gleichfalls eine Beziehung mit Jesus wollte oder sie hatte, sich aber zurückgesetzt fühlte. Das ganze war ein Eifersuchtsdrama.


Und Jesu Ende am Kreuz?

In diesem Punkt müssen wir die Autoren des Neuen Testamentes leider bestätigen. Es ist ja unvorstellbar, eine Frau zu kreuzigen. Ich gehe davon aus, dass Jesus für Maria sozusagen eingesprungen ist und den Anführer der Gruppe gespielt hat, um sie zu schützen. Allerdings können wir ausschließen, das er wirklich am Kreuz gestorben ist. Er war wohl nur scheintot und wurde von Maria wieder aus dem Grab geholt, als sich der Sturm gelegt hatte. Immerhin sind es selbst in den falschen Texten die Frauen, Maria zuerst, die das Grab Jesu besuchten.

Und was dann?

Aufgrund des Endes der Evangelien und der weiteren Entwicklungen gehe ich davon aus, dass Maria und Jesus nach der vemeindlichen Auferstehung gemeinsam nach Tibet gezogen sind, um dort den tibetischen Buddhismus zu begründen. Die Aussage, er sei zum Himmel aufgefahren, kann nur so gedeutet werden, dass sie gen Osten, also Richtung Paradies und in die Höhe, also auf eine Hochebene, gezogen sind. Eine wirkliche Himmelfahrt ist ja Unsinn.

Das klingt alles sehr fantastisch.

Ich weiss. Und ich bin mir auch bewusst, dass viele Leute mir nicht glauben werden. Aber die Quellen lassen, wenn man sie ehrlich liest, keine andere Erklärung zu. Und nicht nur die Quellen. Auch die weitere theologische Entwicklung ist nur vom skizzierten Ausgangspunkt sinnvoll verstehbar.

Ein Beispiel?

Die Verehrung der Jungfrau Maria. Der Kult um Maria als Mutter Jesu ist wirklich sehr alt. Noch so ein Punkt, wo die kirchentreue/wahrheitsverachtende Forschung bedauerlicherweise recht hat. Allerdings übersieht diese Forschung natürlich, dass es sich hierbei lediglich um einen Ersatzkult handelt. Ob Maria von Nazareth wirklich die Mutter Jesu war oder die Mutter Marias von Magdala lässt sich heute nicht mehr bestimmen. Sie kann auch eine bloße Erfindung sein oder eine Kompliation aus verschiedenen Frauen der Maria-Bewegung. Fakt ist aber: Die Jungfrau Maria wurde von der Männerhierarchie in dem Maße in den Vordergrund gestellt, indem es ihr gelang, die letzten Reste des ursprünglich weiblichen Gedankens der Bewegung zurückzudrängen. Um Maria von Magdala vergessen zu machen, ersetzten sie sie durch die Mutter Maria und konnten auf diese Weise auch weibliche Elemente im Gottesbild der Bewegung auf sie übertragen.

Das klingt sehr schlüssig. Frau Dr. Erdfrau-Witzelstein, wir danken ihnen für das Gespräch und hoffen, ihre Forschungen werden die bisherige Communis Opinio, Maria sei nur die Frau Jesu gewesen, konstruktiv herausfordern.

Die Disseration ist im Verlag Küsselbecker&Epigonen unter dem Titel "Die Mutter, die Tochter und die Heilige Geist" erschienen und kostet 6,66 Euro.

Samstag, 21. Juli 2012

Auch der Atheismus kann fundamentalistische Züge annehmen

Volker Beck, seines Zeichens erster Betroffenheitsbeauftragter des Bundestages, hat vor kurzem etwas für ihn vollkommen Überraschendes herausgefunden:
"Auch die Weltanschauung des Atheismus kann fundamentalistische Züge annehmen."
Wirklich?
Sach bloß!

Und es geht sogar noch weiter:
"Es zeigt sich ein tiefes Unverständnis von Religion als Phänomen. Da spürt man oft eine tiefe Verletzung durch Religion. Da wird die Ausübung von Religion immer schon als übergriffig erlebt, als politischer Anspruch, wieder das ganze Leben aller bestimmen zu wollen."
Und ganz am Ende wuchtet sich Beck sogar noch zu einem fast religionsfreundlichen Grundsatz auf:
"Der religiös neutrale Staat muss aber eben beides achten: die Rechte derjenigen, die nicht an Gott glauben, und die der anderen, die an eine transzendente Größe glauben."
Da frage ich mich als geneigter Leser und Fan von Volker "die Krawallnudel" Beck natürlich, wie er das auf einmal herausgefunden hat. Die Antwort: Beck verteidigte das Recht auf Beschneidung von Jungen bei Juden und Muslimen und bekam dafür wütende Hassmails von Atheisten. Seine überraschende Zuneigung zu den Rechten von Religiösen Menschen kommt aber nicht von ungefähr, sondern ist tief in seiner eigenen Vita verwurzelt, wie er selbsr zugibt:
"Als Angehöriger einer Minderheit weiß ich, wie man sich fühlt, wenn die Gesellschaft die Rechte einer Gruppe negiert. Deshalb setze ich mich auch für Roma, Behinderte, Prostituierte und religiöse Minderheiten ein."
Die orthodoxen Rabbiner finden es sich super, mit Prostituierten auf eine Stufe gestellt zu werden. Doch erklärt sich aus dieser Aussage der wahre Grundsatz Becks: Religionen dürfen verteidigt werden, wenn sie eine Minderheit darstellen und müssen angegriffen werden, wenn sie eine Mehrheit darstellen.

Hier meine Frage an Volker Beck: Sind nicht Katholiken in der Minderheit, schließlich stellen die praktizierenden Katholiken eine kleine Minderheit dar, während praktische Atheisten und Agnostiker eine Mehrheit bilden. Folgerichtig müssten sie Atheisten angreifen und Katholiken mit Zähnen und Klauen verteidigen. Ihre Bühne, Herr Abgeordneter!

Das ganze Interview gibt es hier.

Samstäglicher Newsticker

Berlin: Bundesumweltminister Altmaier hält die Klimaformungsziele der UN für nicht engagiert genug: Es könne nicht angehen sich darauf zu beschränken, dem Klima eine Temperaturerhöhung von nur 2 Grad duchgehen zu lassen. Daher strebe die Bundesregierung ein  umfangreiches Klimakontrollprojekt an. Durch eine genaue Kontrolle aller klimatischen und wettertechnischen Details durch eine Weltregierung sei es möglich, eine steigende Weltbevölkerung für die nächsten 100 Jahre zu ernähren. Eine Ausweitung des Programms auf das restliche Sonnensystem werde aber momentan noch nicht ins Auge gefasst, ergänzte der Umweltstaatssekretär.

New York: Die Organisation "Green New World" reichte bei einem New Yorker Gericht Klage gegen Gott ein: Gott, im weiteren Vertragspartner 1 genannt, habe auch nach mehr als einer Million Jahren noch nicht die vollständige Kontrolle der Welt an den Menschen, im weiteren Vetragspartner 2 übergeben. Konkret würden dadurch die Durchsetzung der Klimaformungsziele von Vetragspartner 2 erschwert. Die Höhe des Schadens durch Vetragsbruch des Vetragspartners 1 bezifferte die Organisation auf 2 Billionen Dollar. Einzutreiben sei die Summe bei der zuständigen Rechtsvertretung von Vetragspartner 1, vulgo Katholische Kirche.

Stuttgart: Die Gemeinschaft "Priester für die Freiheit!" warf dem neugegründeten Priesterkreis in der Diözese Rottenburg-Stuttgart Spaltung und Glaubensabfall vor: Es dürfe nicht sein, dass Priester aus der gemeinsamen Front gegen Bischöfe und Papst ausscherten. Ein solches Verhalten, das sich gegen die Interessen des Standes und der Gläubigen wendet, werde nicht toleriert. Auf einem gemeinsamen Treffen sprach die Gemeinschaft über die betroffenen Priester daher die Exkommunikation aus und drohte bei weiteren Aktionen an, auch vor "menschenfreundlichen Überzeugungsmaßnahmen" nicht zurück zu schrecken.

Fulda: Die Initiative "Wir-sind-Kirche-und-der-Papst-nicht" verlieh der Frau, die Bischof Algermissen geohrfeigt hat, die Sonderstufe des Großkreuzes des Ordens von der Unfehlbarkeit der Laien. In der Laudatio rief der Vorsitzende der Gemeinschaft, seine großkopferte Exzellenz Großerzsuperbefreier vom kirchlichen Joch Heinz-Willi von Frusten, dazu auf, dem Beispiel der mutigen Christin zu folgen: "Schlagt die Bischöfe, wo ihr sie trefft!"

Freitag, 20. Juli 2012

So kam ich mir in meinem Innern niedriger vor

"Man wußte von den Altvätern Petrus und Epimachus, daß sie in Rhaitos eines Sinnes waren. Als sie in der Kirche aßen, nötigte man sie, an den Tisch der Alten zu kommen. Mit großem Widerstreben ging der Abbas Petrus hin - er allein. Als sie dann aufstanden, sagte Abbas Epimachus zu ihm: "Wie hast du es wagen können, am Tisch der Alten Platz zu nehmen?" Er antwortete: "Wenn ich bei euch sitzen geblieben wäre, dann hätten mich die Brüder wie einen Alten behandelt und mich bestimmt, als erster den Segen zu sprechen, und da hätte ich mich für mehr als ihr halten können. Nun aber ging ich in die Nähe der Altväter, da war ich der geringste von allen und kam mir in meinem Innern niedriger vor."
Quelle: Weisungen der Väter, Spruch 784.

Die Liturgiereform

Donnerstag, 19. Juli 2012

Dein Wille geschehe

Auf den Exerzitien habe ich ein neues, sehr schönes Gebet gelernt:
 
Herr mein Gott, wo immer ich dir nach deinem Willen dienen soll, dorthin führe mich an der Hand Mariens und mit Hilfe aller heiligen Engel.

Gerichtswesen in Palästina

Die Frage der Pharisäer an Jesus nach den kaiserlichen Steuern  verweist uns nicht nur auf die Steuerpraxis in Palästina, sondern auch auf das Gerichtswesen. denn warum wollte die jüdische Obrigkeit Jesus den Römern ausliefern, anstatt ihn selbst vor Gericht zu stellen?

Um diese Frage zu beantworten, muss man sich die Kompetenzen bewusst machen, welche die jüdische Obrigkeit zur damaligen Zeit noch hatte und anschließend jene, welche durch die römische Administration übernommen wurden.
Wäre die Verhandlung unter den Juden geführt worden, hätte sie vor dem Synhedrion stattgefunden, das in den deutschen Bibelübersetzungen üblicherweise mit „Hoher Rat“ wiedergegeben wird. Was war dieses Synhedrion in der Zeit Jesu? Es handelte sich um eine jüdische Behörde, die sich aus den wichtigsten Mitgliedern der Elite zusammen setzte. Synhedrien gab es in jeder größeren Ortschaft, wo sie das wichtigste Organ jüdischer Selbstverwaltung bildeten. Indes ist über diese nur wenig bekannt. Konkrete Informationen liegen lediglich über das Synhedrion von Jerusalem vor, das als einziges auch eine überregionale Bedeutung besaß und wahrscheinlich aus 71 Mitgliedern bestand. Diese setzten sich aus drei Gruppen zusammen. Die Erste sind die Oberpriester des Tempels, also Mitglieder der priesterlichen Aristokratie. Als nächstes kommen die Ältesten. Man kann davon ausgehen, dass damit Mitglieder aus mächtigen Laienfamilien Jerusalems gemeint sind. Zuletzt sind die Schriftgelehrten zu nennen. Während die ersten beiden Gruppen damals zu den Sadduzäern gerechnet werden, handelte es sich bei der dritten um Pharisäer. Das Synhedrion tagte unter dem Vorsitz des Hohepriesters. Hatte es vor der römischen Besetzung weitreichende Kompetenzen in vielen kultischen und politischen Fragen der Juden gehabt, war es danach, was seine politischen Möglichkeiten anging, deutlich eingeschränkt, während seine Zuständigkeit über die Kultgemeinde unangetastet blieb. Wie weit seine politische Kompetenzen gingen ist strittig und soll hier nicht weiter erörtert werden. Wichtig ist, und darin ist sich die Forschung weitgehend einig, dass das Synhedrion weitgehend für das Zivilrecht zuständig war, zusätzlich zu seiner religiösen Jurisdiktion. Dies entsprach auch dem Grundsatz Roms, nachdem all jene Aufgaben, die nicht unmittelbar die Interessen des Reiches betrafen, weiterhin von den lokalen Eliten unter Beibehaltung ihrer Traditionen geregelt werden sollten, um den administrativen Aufwand der Zentrale möglichst gering zu halten. Doch geht es bei der Ausschaltung Jesu nicht um einen Zivil-, sondern um einen Strafprozess. Wieweit hierbei die Kompetenz des Synhedrion geht, ist in der Forschung zwar umstritten, doch hat man sich mittlerweile darauf verständigt, dass der Synhedrion üblicherweise nicht die kapitale Gerichtsbarkeit besaß. Überhaupt war es üblich, dass sich Rom Prozesse, in denen die Todesstrafe verhängt werden konnte, vorbehielt. Lediglich eine Ausnahme von dieser Regel ist überliefert, nämlich dann, wenn die Reinheit des Tempels verletzt wurde. Nur in diesem Fall besaß das Synhedrion nachweislich die Zuständigkeit, einen Kapitalprozess zu führen. Dies aber traf bei Jesus nicht zu.

Wie aber gestaltete sich die Gerichtsbarkeit des Präfekten? Prinzipiell war der Präfekt als ranghöchster Vertreter des römischen Staates in der Provinz Judäa für die ganze Jurisdiktion zuständig. Wie bereits angesprochen, wurde die zivile Gerichtsbarkeit aber weitgehend den lokalen Behörden überlassen, während der Präfekt sich die Strafrechtspflege vorbehielt. Beides beruhte auf dem imperium praefecti, das ihm die kapitale Koerzition und Kognition verlieh. Indes war auch seine Zuständigkeit in diesem Fall nicht unbeschränkt, sondern bezog sich primär auf Provinziale und Unfreie, während römische Bürger ein Provokationsrecht besaßen, dass es ihnen erlaubte, ihren Fall in Rom dem Kaiser vorzulegen. Man muss erwähnen, dass eine Verbindung von politisch-militärischer und juristischer Funktion in der Zeit des Prinzipats nicht mehr notwendigerweise der Fall war. Auch war es nicht üblich, dass der Statthalter diese Aufgaben persönlich wahrnahm. Doch war Judäa, man kann dies schon am Amt des Präfekten sehen, in einer besonders heiklen Situation. Das Land war ständig gefährdet in Unruhe zu versinken, weil das jüdische Volk Palästinas und besonders Judäas aufsässiger war als die meisten anderen Völker, welche die römische Herrschaft längst akzeptiert hatten. In einem derartigen Krisenherd hing die Effizienz der römischen Herrschaft davon ab, dass der Präfekt die uneingeschränkte Kompetenz über die Kapitalsachen hatte. Und dies nicht nur um das Volk unter Kontrolle zu halten, sondern auch um etwaigen Fehlentscheidungen der lokalen Elite vorzubeugen, die nicht mehr rückgängig zu machen waren.

Die römische Gerichtspraxis in der Provinzen ist damit Teil jener Befriedungsstrategie, auf die sich die Römer Zeit ihres Imperiums soviel einbildeten. Das sie vergleichsweise gut funktionierte, zeigt auch die Geschichte Jesu und des frühen Christentums. Zwar wurde Jesus letztlich gekreuzigt, doch zumindest gab es einen ordentlichen Prozess, während der Sanherin einen außerordentlichen durchführte, währende machen Verfolgung des frühen Christentums durch die Juden in Palästina durch die Römer abgewendet wurde.

Mittwoch, 18. Juli 2012

Die jüdischen Steuern

Fortsetzung von hier

III. Jüdische Steuern

Was nun die Belastung angeht, die den in Palästina lebenden Juden durch die eigene Oberschicht auferlegt wurde, so kann man ca. 20-23% veranschlagen. Diese Recht hohe Summe kam zustande, da neben der eigentlichen Tempelsteuer noch weitere Erhebungen aufgebracht werden mussten, die größtenteils in der Zeit der Hierokratie während der Perserherrschaft entstanden sind: Das waren die Abgabe der Erstlingsfrüchte, die in der Menge nicht näher definiert war, und der erstgeborenen männlichen Tiere, die an die Priester abzutreten war, die Teighebe, die Priesterhebe, die 2% der Ernte darstellte, sowie den beiden Zehnten. Dazu kamen noch gewisse Abgaben, wir würden heute sagen Sozialabgaben, die im wesentlichen die Landwirtschaft betrafen und einen Teil des Feldes, Baumes etc. den Armen zur Ernte überließen.

Diese Belastungen aber ertrugen die Juden mehr oder weniger ohne zu klagen, zumindest aber ohne einen ausgeprägten Hass auf die dadurch Begünstigten zu entwickeln. Wie ist dies zu erklären? Hierfür müsste man die entsprechenden Abgaben mit ihrer Geschichte und ihrer Bedeutung umfassend darlegen. Da dies aber weder die Intention dieser Arbeit ist und auch ihren Umfang sprengen würde, soll hier nur die wichtigste und älteste Abgabe erläutert werden: Die Tempelsteuer.

Bei dieser Steuer handelte es sich um eine Kopfsteuer, die jeder männliche Jude über 20 Jahre zu jedes Jahr zu erbringen hatte. Ausgenommen von dieser Regelung waren die israelischen Priester im Tempeldienst. Nach jüdischen Maßeinheiten handelte es sich um einen halben Schekel, nach griechischem Maß, das damals in Palästina allgemeinen Gebrauch fand, um eine Doppel-Drachme. Dabei handelte sich um eine Summe, die ein Tagelöhner ca. in zwei Tagen verdienen konnte. Doch wie legitimierte sich diese Summe. Man muss dazu bedenken, dass sie nicht nur von den Juden in Judäa bezahlt wurde, also auf solche, gegen welche die Tempelpriester tatsächlich Sanktionen hätten erheben können. Vielmehr floss sie dem Tempel aus dem ganzen Mittelmeerraum zu. Auch Jesus und seine Jünger bezahlten sie, wie uns in Mt 17,24 berichtet wird, obwohl er als Galiläer die Tempelsteuer de jure nicht zu entrichten hatte. Seine Legitimation zog diese Steuer aus dem 2. Buch Mose 30, 11-16, nachdem es sich bei ihr um ein Lösegeld handele, dass man an Gott für sein Leben zu zahlen habe. Damit war es Teil jener Pflichten, welche der gesetzestreue Jude zu erbringen hatte, um als gerecht zu gelten. Was indes nicht hieß, dass sie als eine Art moralische Abgabe begriffen wurde. Dort, wo es der Tempeladministration möglich war, sprich in Judäa und Samaria, wurde die Tempelsteuer regelrecht eingetrieben und wer nicht zahlen konnte, der musste die Pfändung seines Besitzes hinnehmen. Daran fand auch niemand, außer vielleicht der Betroffene, etwas
Schlimmes oder Anrüchiges, wie es mit den römischen Steuern der Fall war. Denn die Tempelsteuer war nicht nur eine religiöse Verpflichtung, sie verband das jüdische Volk auch ganz real mit seinem Zentrum, dem Tempel in Jerusalem. Sie wurde als ein Opfer verstanden, dass alle Juden für das Heil des ganzen Volkes gemeinsam zu erbringen hatten und zwar unabhängig davon, wo sie sich befanden und ob die Tempelsteuer als offizielle Steuer anerkannt war. Dieses Gemeinschaftgefühl, das insbesondere die Juden in Palästina empfanden, musste den Juden ihre Rolle als auserwähltes Volk bestätigen, wenn man sich die Zahlen um das Jahr 30 herum betrachtet. Bei einer Bevölkerung von ca. 60 Millionen Menschen im römischen Reich war ca. jeder Zehnte Jude, sodass es zwischen 5-6 Millionen Juden gab, wenn davon auch nur ca. 1,25 Millionen in Palästina selbst lebten. Diese Personen erbrachten gemeinsam an Tempelsteuer und Spenden ca. 4 Millionen Drachmen jährlich auf, die an den Tempel in Jerusalem flossen. Damit hatte dieser eine der höchsten Einkommen im römischen Reich nach dem Zentralfiskus in Rom, aber erheblich weniger Ausgaben. Daneben gab es in dieser Zeit ca. 6 Millionen römische Bürger, sodass die Zahl der Juden und der Römer sich etwa die Waage hielten

Die jüdischen Steuern oder, wie wir jetzt besser sagen sollten, die jüdischen Abgaben konstituierten also ein Gemeinschaftsgefühl der Juden, vergewisserte sie als auserwähltes Volk Gottes und führte ihnen im Tempel von Jerusalem mit seinem Schatz ihre Bedeutung vor Augen. So lässt sich erklären, warum die Juden die römischen Steuern als demütigend erachteten, da sie die jüdische Unterlegenheit versinnbildlichten, während ihre eigenen Abgaben ihre Überlegenheit zum Ausdruck brachten.

Benedikt am Mittwoch

Der Papst ist ja total unmodern und hat noch nie einen Computer gesehen.


Zufall?


oder Vorzeichen


Dienstag, 17. Juli 2012

Fest der Demut Mariens

Heute feiern wir ein Marienfest. Das ist jetzt per se nichts ungewöhnliches. Mitlerweile gibt es derart viele Marienfeste, das sie fast wöchentlich auftreten. Erst gestern war Scalpulierfest. Heute aber ist einer der unbekannteren Marienfeste, das zugleich eine der wichtigsten Qualitäten Mariens hervorhebt: Demut Mariens.Als hauptamtlicher Sonderbeauftragter der deutschsprachigen katholischen Blogoezese für Demut darf ich das natürlich nicht vergessen.
Habe ich aber. Glücklicherweise hat Pro spe salutis hier auf den Festtag hingewiesen.

Ihr Demut und ihr Gehorsam waren es, die Maria zur herausragendsten Person der Heilsgeschichte gleich nach Jesus selber machten. Beide waren Frucht ihrer Sündenlosigkeit, denn die erste Sünde ist der Hochmut des Menschen und sein Ungehorsam gegen Gott. Gerade in diesen beiden Tugenden ist sie das Gegenbild zur sündigen Eva, gerade in diesen beiden Tugenden ist sie die vollkommenste Nachahmerin ihres göttlichen Sohnes, gerade in diesen beiden Tugenden ist sie unser größtes Vorbild.

Ist es uns erlaubt, dem Kaiser Steuern zu zahlen? Eine historische Perspektive

I. Allgemeines

Um die berühmte Frage der Pharisäer an Jesus besser begreifen zu können ist es notwendig, sich die verschiedenen Steuerarten zu vergegenwärtigen, die damals im Raum Palästina erhoben wurden.

Hierfür muss man zuerst bedenken, dass das Gebiet des heutigen Palästina, dass damals überwiegend von Juden bewohnt wurde, kein einheitliches politisches und ethnisches Gebilde war und dementsprechend auch die Steuern nicht einheitlich waren. Zwar war das ganze Gebiet von Rom abhängig und größtenteils auch Teil des römischen Reiches, dennoch herrschten in weiten Gebieten weiterhin die herodianische Dynastie. Judäa, Idumäa und Samaria indes waren zur Wirkungszeit Jesu eine römische Provinz, die aber so unbedeutend war, dass sie lediglich einem Präfekten unterstellt waren, der dem kaiserlichen Statthalter Syriens untergeordnet war. Dieser Präfekt residierte üblicherweise nicht in Jerusalem, sondern in Caesarea Maritima, das an der samaritischen Mittelmeerküste lag. Diese Abwesenheit des römischen Regierungsvertreters brachte es mit sich, dass die meisten hoheitlichen Aufgaben in Judäa von den Mitgliedern der jüdischen Oberschicht, besonders den Tempelpriestern, sowie einigen Sadduzäern und Pharisäern übernommen wurden, die weitgehend innenpolitische Freiheiten besaßen. Sie waren demnach auch dafür verantwortlich, dass die Steuern Judäas an die römische Zentrale abgeliefert wurden.

II. Nähere Differenzierung und römische Steuern

Es gab zwei Arten des Steuereinzugs, jene durch die staatliche Administration und jene durch private Steuereintreiber. Erstes wurde meist durch die Städte erledigt, die in Palästina die lokale Administrationseinheit darstellte. Letzte waren Staatspächter, sogenannte Publicani, die sich zur Zahlung eines festen Betrages an den römischen Fiskus verpflichtet hatten und die dafür auf eigene Rechnung die Steuern eintrieben. Die Mehreinnahmen behielten sie dabei ein.

Was waren das nun für Steuern, die von der Bevölkerung verlangt wurden? Zunächst muss man unterscheiden zwischen den eigentlichen Steuern und den Zöllen. Zölle wurden für den Transport von Waren über bestimmte Grenzen verlangt. Bei diesen handelte es sich nicht nur um die Grenzen des römischen Reiches, sondern auch um Provinz- und Stadtgrenzen. Verzollt wurden Waren wie Kleidung, Schuck, Sklaven, bei Ausfuhr auch Getreide. Daneben bestand noch der Brückenzoll. Die Zöllner waren keine staatlichen Beamten, sondern Publicani. Da sie weit mehr an Zoll verlangten, als für die Zahlungen an den Fiskus nötig gewesen wäre, galten sie als unterstes und verabscheuungswürdigstes Glied im Apparat der römischen Fremdherrschaft und waren, zusammen mit ihren Familien Ausgestoßene der jüdischen Gesellschaft, wofür es im Neuen Testament ausreichend Hinweise gibt. Die Zolltarife, die von Rom vage vorgegeben waren, schwankten je nach Gebiet zwischen 2-25% des Warenwertes. Dementsprechend versuchten die Menschen die Ausbeutung durch die Pächter zu umgehen, indem sie die Zölle hinterzogen, sprich, sie versuchten zu schmuggeln.

Es gilt die eigentlichen Steuern zu unterscheiden in die Staatssteuern, also jene, die an den römischen Staat entrichtet werden mussten und die Tempel- und Gemeindesteuern. Und hier liegt der Knackpunkt der Frage an Jesus. Es geht nicht darum, ob generell Steuern zu entrichten seien, sondern welche Steuern und an wen. Um dies näher zu beleuchten, wird sich der Autor zunächst mit der staatlichen und anschließend mit der Templesteuer befassen.

Man kann die Steuern in zwei Arten aufteilen, die festen und die losen Steuern. Feste Steuern wurden im voraus berechnet. Dies waren die Abgaben auf den Bodenertrag, tributum agri oder tributum solis, und die Kopfsteuer, tributum capitis. Während die erste für die Bauern von großer Bedeutung war, war letztere, die auf das Vermögen erhoben wurde, auf die nicht-agrarische Wirtschaft ausgerichtet.23 Besonders der tributum agri war in einer Gesellschaft, in welcher der überwiegende Teil der Bevölkerung als Bauern tätig war, die wichtigste Steuer. Seine Schwierigkeit und der Grund für seine soziale Problematik lag daran, dass sie, wie alle festen Steuern, alle fünf Jahre durch einen Zensus festgelegt wurde. Dabei wurde die Durchschnittsernte der letzten fünf Jahre berechnet und diese als Basis für die Versteuerung in den nächsten fünf Jahren genutzt. Diese Summe hatte der Besitzer dann zu zahlen, unabhängig davon, wie gut oder schlecht die Ernte tatsächlich in dieser Zeit ausfiel. Bei Missernten führte dies zur Hungersnot, da das System und seine ausführenden Organe darauf keine Rücksicht nahmen. Grundlegende Einheit für die Besteuerung war ein iugum, dass je nach Bodenqualität unterschiedlich war und das ausreichte, den Bauern zu ernähren, der es bearbeitete. Daneben flossen in die Berechnung noch die abreitenden Personen, nicht die Betriebsmittel, sowie der Viehbestand, soweit kein Betriebsmittel, ein. Daraus ergaben sich zwei Formen des tributum solis, die Grundsteuer, welche meistens in Geldform abzuführen war, und die Grundertragssteuer, welche als Naturalabgabe abgeliefert wurde. Die tributum capitis bestand aus mehreren Steuern, hatte ihre Grundlage aber in der eigentlichen Kopfsteuer, die aus einen Pauschalbetrag bestand. Dieser war meist von den ärmeren Schichten zu erbringen. Die Wohlhabenderen zahlten dagegen eine Vermögenssteuer, auf die bewegliche Habe erhoben, und eine Einkommensteuer. In einigen Provinzen wurde noch eine Haussteuer verlangt.

Lose Steuern waren solche, die von Fall zu Fall anfielen, wie Verkaufssteuer, Salzsteuer, Gewerbesteuer, Erbschaftssteuer, Gebühren und die Kranzsteuer, die üblicherweise im Osten erhoben wurde. Daneben gilt es noch zu berücksichtigen, dass Geschenke an staatliche Beamte allgemein erwartet wurden.

Alles in allem musste ein Bewohner Palästinas damals ca. 12% seines Einkommens an den römischen Staat abführen. Das dies als schreiendes Unrecht von der jüdischen Bevölkerung empfunden wurde, ist nicht mit rationalen Gründen, sondern ist nur durch die Eigentümlichkeit der Juden zu erklären. Zumal wenn man bedenkt, dass ersten die Abgaben, die man an den Tempel und die Gemeinden erbringen musste, wesentlich höher waren und zweitens die Vorteile, die Rom für diese tatsächlich geringe Abgabe erbrachte, für jeden offensichtlich waren. Nicht nur bauten Roms Truppen die Infrastruktur aus, sie sicherten Palästina auch nach außen wie nach innen und brachten damit einer Gegend, die jahrhundertelang Schlachtfeld des Vorderen Orients als auch durch die Bürgerkriege der späten Makkabäerzeit erschüttert war, endlich Frieden.

Montag, 16. Juli 2012

Johannes XXIII. im Lateran

Bausteine


Ich war die letzten Tage im Kloster Bochum-Stiepel, einem Priorat des Stiftes Heiligenkreuz. Und da sah ich unter anderem ein kleines Heftchen, Fachwort Folder: Das Stift Heiligenkreuz betreibt ein Priesterseminar, indem Seminaristen und Theologiestudenten tatsächlich noch die katholische Lehre vermittelt bekommen. Folge: Die Hochschule platzt aus allen Nähten. Deshalb soll sie jetzt ausgebaut werden, um die Kapazität der Nachfrage anzupassen. Doch das geht richtig ins Geld und deswegen hat das Stift eine Bausteinaktion gestartet.

Der deutschsprachige Raum braucht viele Priester. Und vor allem viele gute Priester. Und Heiligenkreuz ist einer der Orte, der solche Priester hervorbringt. Daher unterstützt Demut Jetzt! die Bausteinaktion. Und aus Mangel an Geld - Student halt - fange ich erstmal damit an, die Aktion hier in die Welt hinauszutröten. Vielleicht liest das ja jemand, der noch nichts davon gehört hat und denkt: Da könnte ich was spenden!

Alle Informationen gibt es hier.
Den Folder als pdf findet ihr hier.

Dienstag, 10. Juli 2012

Kommentar zu Mk 10,46-52

"Sie kamen nach Jericho. Als er mit seinen Jüngern und einer großen Menschenmenge Jericho wieder verließ, saß an der Straße ein blinder Bettler, Bartimäus, der Sohn des Timäus. Sobald er hörte, dass es Jesus von Nazaret war, rief er laut: Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir! Viele wurden ärgerlich und befahlen ihm zu schweigen. Er aber schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! Jesus blieb stehen und sagte: Ruft ihn her! Sie riefen den Blinden und sagten zu ihm: Hab nur Mut, steh auf, er ruft dich. Da warf er seinen Mantel weg, sprang auf und lief auf Jesus zu. Und Jesus fragte ihn: Was soll ich dir tun? Der Blinde antwortete: Rabbuni, ich möchte wieder sehen können. Da sagte Jesus zu ihm: Geh! Dein Glaube hat dir geholfen. Im gleichen Augenblick konnte er wieder sehen, und er folgte Jesus auf seinem Weg."
Die Heilung des Blinden Bartimäus gehört für mich zu den ergreifensten Heilungsgeschichten des Neuen Testamentes. Normalerweise nimmt Jesus in  Heilungsgeschichten die Hauptrolle ein. In diesem Falle jedoch ist es Bartimäus. Und Bartimäus, der sind wir. Deswegen ist diese Stelle so besonders berührend. Und deswegen offenbart sie so eindringlich den Prozess der Nachfolge, den wir wie jeder Christ immer wieder neu gehen müssen. Dieser Prozess besteht aus vier Etappen: Hören - Bitten - Sehen - Nachfolgen.

Hören: Bartimäus ist blind. Blindheit wird in der Antike gerne bestimmten Krankheitsdämonen zugeschrieben und als Strafe für Sünde begriffen. Eine Folge der Sünde ist auch Blindheit im geistlichen Sinne. Diese Blindheit macht uns unfähig, den göttlichen Willen bewusst zu erfüllen, weil wir ihn nicht mehr erkennen können. Sie macht uns damit zur Nachfolge unfähig. Aber Gott lässt uns nicht allein in dieser Blindheit. Er lässt nicht zu, dass die Sünde uns alle unsere Sinne raubt. Das Hören ist uns geblieben. Wir können Gott noch wahrnehmen, können seine Gegenwart spüren und seine Wirkmacht in der Welt erfahren. Am einfachsten, in dem wir sein Wort, die Hl. Schrift lesen. Doch dieses Erfahren ist defizitär; es ist uns aber auch bewusst, dass es nicht alles ist und weckt in uns den Wunsch, zum vollkommenen Erkennen des Willens Gottes und zur Erfüllung desselben zu gelangen. Dieser Wunsch weckt in uns Hoffnung.

Bitten: "Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir!" 'Herr, erbarme dich' ist ein beliebtes Gebet der Kirche. In diesen wenigen Worten, die auch Bartimäus ausspricht, ja ausruft, offenbart sich die ganze Bedürftigkeit des Menschen und liegt die ganze Hoffung des Menschen auf Gott, seinen Retter. Bartimäus begreift, es jetzt wagen zu müssen. Durch allen Widerstand, der ihm entgegenschlägt ruft er zu Jesus, das der ihn höre, erhöre und heile. So ist es auch mit uns. Auch wir begegnen ja Widerstand, wenn wir uns im Gebet an Gott wenden. Teils durch unsere Umgebung, die das Gebet für Humbug und Scharlatanerie hält und nur unverständiges Kopfschütteln für uns übrig haben. Aber vor allem durch uns selbst. Seien es Gedanken, Wünsche, Hochmut, Eile, vieles in uns widersetzt sich dem Gebet und hält uns fest. Doch darüber dürfen wir nicht verzagen. Wir dürfen die Erkenntnis nicht aufgeben, dass Heil nicht von den anderen und nicht von uns kommt, sondern nur von Gott. Immer und immer wieder müssen wir zu Gott um Erbarmen rufen, damit er uns heilt und heiligt.

Sehen: Herr, ich möchte sehen können. Diese Bitte des Bartimäus ist zugleich die Bitte jedes Christen. Lass mich doch Herr, deinen Willen sehen. Bartimäus ist es ein tiefes inneres Bedürfnis. Aber gilt das auch für uns? Leider allzu wenig. Ich habe einmal darüber nachgedacht, wie oft ich tatsächlich ganz persönlich darum bitte, Gott möge es mir schenken, seinen Willen zu erkennen. Das mache ich zwar öfters, weil ich es mir angewöhnt habe, und doch tritt solches Bitten im Verhältnis zu anderen Gebeten doch zurück. Um was bitte ich nicht alles: Gesundheit, Wetter, Erfolg etc. Der Hl. Thomas hat geschrieben, Gott werde jene Bitten erfüllen, die ihm entsprechen, die das eigentliche Ziel des Menschen im Blick haben: Gott selbst. Und da wundern wir uns, warum uns Gott partout nicht die Traumnote schenkt, die wir haben wollen. Bartimäus hingegen hat erkannt, worauf es ankommt. Er will sehen, er will Jesus sehen, will den Fehler seiner Natur überwinden und zur Vollkommenheit streben. 'Herr, ich möchte sehen' können auch wir von Gott erbitten.

Nachfolgen: Doch damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Im letzten Halbsatz wird die Konsequenz des Vorhergehenden nachgeschoben, so beiläufig, dass man sie fast überlesen könnte und doch so wichtig, dass ohne ihn der Prozess unvollendet bliebe: "er folgte Jesus auf seinem Weg": Echtes Erkennen des Willens Gottes führt zur Nachfolge Jesu. Denn Jesus kannte den Willen des Vaters und ging ihn bis zum äußersten. Bartimäus wird an der vorletzten Etappe Jesu geheilt, als er gerade dabei ist, nach Jerusalem hinaufzuziehen, wo ihn das Kreuz erwartete. Und Bartimäus folgte ihm genau dorthin nach. Wie groß muss sein Schmerz gewesen sein, als sein neu gewonnenes Augenlicht ihm seinen Retter am Kreuzesholz zeigte, wie er geschunden sein Leben aushauchte. Der ihm sein neues Leben gegeben hatte, der verlor und sein eigenes. Vielleicht hat Bartimäus da erkannt, dass Jesus nachzufolgen nicht nur bedeutet, etwas zu gewinnen, sondern auch etwas zu verlieren. Man verliert den Eigenwillen, die Eigenliebe, den Hochmut auf sich selbst und den Glauben an die eigene Macht. Den Willen Gottes zu erkennen setzt uns in die Verantwortung, den Willen Gottes auch zu erfüllen, egal wie steinig er ist und wo er uns letztens hinführt.

Bartimäus, der sind wir. Was am Blinden von Jericho einmal passiert ist, das geschieht in uns jeden Tag aufs Neue. Jeden Tag müssen wir uns neu entscheiden, ob wir als blinde Bettler am Straßenrand der menschlichen Gewalt ausgeliefert bleiben wollen oder unsere Chance wahrnehmen, von Jesus befreit zu werden und ihm nachzufolgen. Wir wollen es nicht verschweigen: Viele Menschen bevorzugen es, am Straßenrand Jerichos zu bleiben. Denn ein solcher Straßenrand kann durchaus sehr konfortabel sein. Wir dürfen nicht meinen, Bartimäus habe zwangsläufig elend gelebt, nur weil er Bettler war. Sowas kann ein durchaus einträgliches Gewerbe sein, wenn man genug Mitleid erregt und an der richtigen Stelle sitzt. Und so leben auch die geistlichen Bettler unserer Zeit nicht notwendigerweise Elend. Viele Menschen, auch viele Christen, füllen die geistliche Leere mit zahlreichen Gütern an, von einem Porsche über New-Age bis Schamanismus. Es gibt viele Möglichkeiten, sich im Elend bequem einzurichten. Bartimäus aber hat sich dafür entschieden, den großen Schritt zu wagen und sich Jesus anzuvertrauen. Und er ist den Weg ganz gegangen: Vom blinden Bettler zum Jünger Jesu. Darin ist er wie wir. Darin ist er unser Vorbild.

Pius XI. auf der Sedia gestatoria

Montag, 9. Juli 2012

Lebenshilfe aus der Wüste

Bruder David Damberg von Lichtblicke hat eine neue Reihe mit den Wüstenvätern gestartet.
Dabei legt er einzelne Vätersprüche aus den Apophthegmata vor und kommentiert diese anschließend. Aufgrund seiner Erfahrung als Mönch und Therapeut besitzt er dafür auch die notwendige Qualifikation, anders als dieser Schreiber hier, der sich mangels Kompetenz auf's Zitieren beschränkt. Hoffentlich lesen wir in dieser Richtung mehr.

Warum Gerhard Müller eine Katastrophe ist. Ein Gespräch mit Wilhelmine Küsselbecker

Heute haben wir das Glück, mit Frau Professor Dr. Dr. Wilhelmine Küsselbecker über die Ernennung Bischof Gerhard Müllers zum Präfekten der Glaubenskongregation zu sprechen.

Frau Prof. Dr. Dr. Küsselbecker, sie kennen Bischof Müller persönlich?

Nein.

Aber sie haben seine Bücher gelesen?

Nein.

Wie dem auch sei. Sind sie der Meinung, das Bischof Müller für diesen Posten fachlich geeignet ist?

Nun, hier muss man differenzieren. Gerhard Ludwig Müller war ja einmal Professor an einer theologischen Fakultät. Zwar hat er dort Dogmatik gelehrt, weshalb er sich vor allem mit den zurückgebliebenen und weltfernen Vorstellungen von toten senilen Männern beschäftigt hat, wogegen Pastoraltheologen wie ich nah am Menschen und der Wirklichkeit sind, aber immerhin. Sein universitärer Posten deutet doch auf eine gewisse Fähigkeit des Denkens hin. Leider ist er dann Bischof geworden und es war Schluss mit der Vernunft

Aus welchem Grund?

Ich habe ja die Theorie, das die Mitren die Blutzufuhr zum Hirn beeinträchtigen, weshalb Bischöfe auch immer reichlich zurückgeblieben, wenigstens aber eingeschränkt denkfähig wirken. Hinzu kommt, dass Personen, die so nahe am Papst stehen, Karrieristen sind, die nur nachplappern, was der Aufseher der römischen Gemeinde sagt. Das führt natürlich im Laufe der Zeit dazu, dass nicht nur die Zunge, sondern auch der Verstand schaden erleidet und automatisch nur noch eintönig denkt. Und ich fürchte bei Herrn Müller müssen wir davon ausgehen, dass dieser Prozess weit fortgeschritten ist.


Welchen Anzeichen entnehmen sie das?

Wo soll ich anfangen? Beginnen wir doch mal damit an, dass er überhaupt für den Posten als Großinquisitor in Frage kommt. Solche Leute sind schonmal per se praktisch hirntot. Sonst könnten sie den Job gar nicht machen. Und wissen sie noch, was er über die Laienorganisationen erzählt hat. Sie seien Schmarotzer. Da können sie den dumpfen Hass eines Möchtegernkirchenfürsten mit Händen greifen. Dazu hat er eine negative Haltung zur Schwangerschaftskonfliktsberatung mit Beratungsschein Donum Vitae. Hier zeigt sich besonders deutlich, dass er über die Haltung des Papstes nicht hinausdenken kann. Niemand bei klarem Verstand kann der Tatsache widersprechen, dass es eine gute Idee ist, Frauen in Schwangerschaftskonfliktsituationen zu beraten und damit sie sich beraten lassen muss man ihnen halt einen Schein ausstellen. Keine Frau geht zu einer Beratung ohne Schein! Aber G.L. Müller kann so vernünftig nicht denken, um das zu erkennen. Er weiss nur, der alte Mann in Rom ist dagegen, also bin ich es auch. Traurig.

Was sagen sie zu der Behauptung, Müller würde der Piusbruderschaft nahestehen?

Vollkommen zutreffend. Jeder, der auch nur ein bisschen Verstand hat, wird sofort merken, dass beide vom gleichen antimodernen, antiprogressiven und menschenverachtenden Baum stammen der sich papalistische Kirchenauffassung nennt. Das fällt schon rein äußerlich auf. Wenn sie Müller und Lefebrve nebeneinanderhalten, dann können sie die beiden praktisch nicht unterscheiden. Auch inhaltlich gibt es praktisch keine Unterschiede. Oder wie kommt es, dass beide den gleichen senilen Quatsch erzählen, die Laien verachten, dem Papst huldigen und sich nicht schäuen, die Wahrheit wie Jesus sie gewollt hat mit Füssen zu treten?

Dennoch kritisiert die Piusbruderschaft Bischof Müller.

Ach, das ist doch alles nur ein Ablenkungsmanöver um törichte Kleingeister hinter's Licht zu führen. In Wahrheit liegen die doch voll auf einer Linie und unterstützen sich gegenseitig. Wo liegt denn das deutschsprachige Priesterseminar der Bruderschaft: Im Bistum Regensburg. Zufall? Natürlich nicht. Müller tut so, als würde ihm das nicht passen. Aber in Wahrheit hat er doch den Laden mitfinanziert. Und die Bruderschaft: Warum sollte die wirklich was gegen Müller haben? Er lehrt doch genau die gleiche rückständige ultra-konservative schwarz-klerikale Soße wie Fellay. Ja, haben sie mal die Piusbischöfe und Müller das Abendmahl der Jesusbewegung verunstalten sehen? Fast identisch. Die gleiche Klamotten, die gleichen Hüte, die gleichen Bewegungen. Nur zum Volk dreht sich Müller, aber das ist ja kein Kriterium. Das macht der römische Aufseher ja auch.

Ein abschließendes Wort?

Nach der Ernennung von Müller hoffe ich umso mehr, dass das Kirchenvolk endlich zur Vernunft kommt und einen längst überfälligen Schritt vollzieht: Den Inquisitionspalast stürmen!

Danke, Frau Prof. Dr. Dr. Küsselbecker


Sonntag, 8. Juli 2012

Abbas Isidor über den Verstand der Heiligen

"Derselbe Abbas Isidor sagte: Der Verstand der Heiligen liegt darin, den Willen Gottes zu erkennen. Über alles wird der Mensch Herr, wenn er auf die Wahrheit achtet, daß er Bild und Gleichnis Gottes ist. Von allen geistlichen Einstellung ist besonders die gefährlich: seinem Herzen zu folgen, das heißt, seinem eigenen Denken und nicht dem Gesetz Gottes. Denn hernach wird es ihm zum Leid, daß er das Geheimnis nicht erkannte, und daß er nicht den Weg der Heiligen fand, um auf ihm zu wirken. Jetzt verlangt es die Zeit, für Gott zu arbeiten, weil das Heil in der Zeit der Heimsuchung gelegen ist. Denn es steht geschrieben: in eurer Geduld werdet ihr eure Seele besitzen (Lk 21,19)."
Quelle: Weisungen der Väter, Spruch 365.

Joseph Ratzinger als Erzbischof von München

Samstag, 7. Juli 2012

Achille Ratti

Samstäglicher Newsticker

Wien: Die Organisation "Freie Religion jetzt!" klagte über die Ernennung des Regensburger Bischofs Müller zum Präfekt der Glaubenskongregation. Zitat: "Wir verurteilen die Ernennung Müllers und lehnen einen konstruktiven Dialog mit ihm schon im voraus ab. Ein Kirchenfürst wie er, der keine andere Meinung als die seine und des Papstes akzeptiert, kann von uns nicht akzeptiert werden, da er nicht die gleiche Meinung hat wie wir. Zudem steht er den Piusbrüdern nahe."

Stuttgart: Das Provinzialat der Piusbrüder in Deutschland bedauert die Ernennung Gerhard Ludwig Müllers zum Präfekt der Glaubenskongregation: Bischof Müller steht nicht für den wahren und unverfälschten katholischen Glauben eines Erzbischofs Lefebvre. Sollte sich der Hl. Vater noch anders entscheiden wollen, werde im Bischof Fellay gerne für den Posten zur Verfügung stehen.

Mainz: Das ZDF weist die Behauptung zurück, gegen die Kirche agitiert zu haben. Das ZDF habe keine religiösen Tendenzen und sei auch nicht antiklerikal eingestellt. Aus dem Umstand, dass ein Goßteil der Belegschaft aus günen Atheisten bestünde, die den Papst nicht leiden könnten und die katholische Kirche gerne abschaffen würden, könnten keine Schlussfolgerungen auf die Sendungen gezogen werden. Die Mitarbeiter verhielten sich hochprofessionell, weshalb man antikirchliche Propaganda nicht so platt brächte wie unterstellt.

Berlin: Die Bundesregierung erklärte ihr Einverständnis zur Ernennung Bischof Gerhard Ludwig Müllers zum Präfekten der Glaubenskongregation: Man hätte es zwar lieber gesehen, wenn z.B. Hans Küng diesen Posten erhalten hätte, aber Bischof Müllerr sei gerade noch akzeptabel. Man müsse jedoch kritisieren, dass der Vatikan die Bundesregierung nicht um ihre Zustimmung gebeten hätte. Damit setze Rom eine bedenkliche Entwicklung fort. Schon 2005 habe man einen Deutschen zum Papst gewählt, ohne vorher die Erlaubnis der Regierung in Berlin einzuholen. Beim nächsten Besuch der Bundeskanzlerin werde sie daher den Papst auffordern, bei weiteren Ernennung ihr Placet einzuholen.

Madrid: Wissenschaftler des Instituts für die Erforschung religiöser Phänomene im Sport haben die Frage untersucht, warum überdurchschnittlich viele katholische Staaten internationale Titel gewinnen. Ergebnis: Die Torschussquantität steht in 2/3 aller Fälle in direkter Proportion zu den gebeteten Rosenkränzen pro Kopf der Einwohner der Länder.

Berlin: Die Gemeinschaft "Atheisten gegen Kirchenverbrechen" protestierte gegen die "Rehabilitation des Hitler-Papstes" in Yad Vashem. Es sei nicht angemessen, dass die Juden beginnen würden, den Kirchengegnern ein so gutes Todschlagargument wie das der Nähe der katholischen Kirche zum Nationalsozialismus wegnzunehmen. Die Leitung von Yad Vashem wurde aufgefordert, die alte Tafel wieder anzubringen und eine weitere zu ergänzen, die den Pacellipapst in brüderlicher Umarmung mit Hitler durch Auschwitz wandernd zeigt. Bei Bedarf sei man bereit den Photoshop zu bezahlen, so die Gemeinschaft.

Freitag, 6. Juli 2012

Audienz im Petersdom

Vor dem Bau der Aula Nervi, der heutigen päpstlichen Audienzhalle, fanden Massenaudienzen an verschiedenen Orten statt. In der Benediktionsaula, im Damasushof oder im Petersdom. Hier mal ein kurzes, leider etwas dunkles Video eines solchen Ereignisses aus der Petersbasilika.



Ein Farbvideo, das in einen Spielfilm eingeschnitten ist, gibt es hier. Daneben ist der ganze Ausschnitt sehr sehenswert und bewegend. Danke an den Kommentator für den Hinweis.

Thomas über die Bedeutungen der Hl. Schrift

Hat in der Hl. Schrift ein Wort einen mehrfachen Sinn?

Die Hl. Schrift übertrifft schon durch die Eigenart ihrer Sprache alle Wissenschaften. Denn wo sie Geschichte erzählt, offenbart sie zugleich ein Geheimnis.
Urheber der Hl. Schrift ist Gott. In Gottes Macht aber liegt es, zur Bezeichnung und Kundgebung von etwas nicht nur Worte zu Verwenden, sondern die Dinge selbst.

Und welche Verschiedenen bedeutungen hat die Hl. Schrift?

Die erste Bedeutung also, nach der die Worte die Dinge bedeuten, wird wiedergegeben durch den ersten "Sinn", nämlich den geschichtlichen oder den Wort-Sinn. Die andere Bedeutung aber, wonach die mit den Worten bezeichneten Dinge selbst wieder andere Dinge bezeichnen, wird wiedergegeben durch den sensus spiritualis, den geistlichen "Sinn", der im Wortsinn gründet und diesen voraussetzt.
Dieser geistige Sinn wird dreifach eingeteilt. Wie nämlich das Alte Testament (nach Hebr 7,19) ein Vorbild des Neuen ist und das Neue Gesetz selbst (nach Dionysius) ein Vorbild der zukünftigen Herrlichkeit, so ist auch im Neuen Gesetz das, was am Haupte [Christus] geschehen ist, Zeichen und Vorbild dessen, was wir [die Glieder] tun sollen. Soweit also die Geschehnisse des Alten Testamentes die des Neuen vorbilden, haben wir den allegorischen Sinn; soweit das, was an Christus selbst oder seinen Vorbildern geschah, zum Vorbild und Zeichen für unser eigenes Handeln wird, haben wir den moralischen Sinn; soweit es aber das vorbildet, was in der ewigen Herrlichkeit sein wird, haben wir den anagorischen Sinn.

Wie können aber diese komplexen Bedeutungen zustandekommen?

Nun bezeichnet man aber das, was der Autor bei seinen Worten "im Sinne hat", als Wort-Sinn. Urheber der Hl. Schrift aber ist Gott, der in seiner Erkenntnis alles zumal begreift. Also ist es (nach Augustinus) ganz angemessen, wenn auch nach dem Wort-Sinn dieselbe Schriftstelle einen mehrfachen Sinn hat.

Aber führen diese verschiedenen Deutungen nicht zur Verwirrung bei den Leser sowie zur Irreführung der Gläubigen und muss daher der Aufgabe der Schrift, die Gläubigen zu versichern, widersprechen?

Ein mehrfacher Sinn ist weder Anlaß zu einer falschen Mehrdeutigkeit noch zu irgendeiner anderen unerwünschten Wirkung von Vielheit. Denn dieser mehrfache Sinn entsteht, wie aus dem Gesagten hervorgeht, nicht dadurch, daß dasselbe Wort die verschiedensten Bedeutungen hat, sondern dadurch, daß die durch die Worte bezeichneten Dinge selbst wieder Zeichen und Sinnbilder sein können für andere Dinge. Also kann daraus gar keine Verwirrung folgen, da jeder mögliche Sinn in einem einzigen gründet, dem Wort-Sinn. Und nur der Wort-Sinn kann als Grundlage des Beweises genommen werden. Das tut der Hl. Schrift in keiner Weise Eintrag, weil unter dem geistigen Sinn keine einzige glaubensnotwendige Wahrheit enthalten ist, die nicht anderswo in der Hl. Schrift im Wort-Sinn klar und deutlich überliefert würde.   

Quelle: Summa Theologica, Buch I,I,10.
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