Samstag, 30. Juni 2012

Die Jugend für Gott gewinnen

Neues Video mit Bischof Tebartz-van Elst gefunden. Der Limburger Bischof sprach im Februar 2011 über Wege aus der Glaubenskrise besonders in Bezug auf die Jugend.

Samstäglicher Newsticker

Wien: Die österreichisch-katholische Laienbewegung "Fair religion" ruft zum Boykott von kath.net auf. Begründung: Diese verdammten Antichristenpantoffelknutscher und Pseudojungfrauenanbeter von dieser Faschoseite gießen stündlich ihren schwarz-klerikalen Dreck in ihrer Gossensprache ins Internet. Diese Pädophilenschützer stalinorgeln dabei ultra-perfid in aggresiv-hetzerische Nazi-Art die wahren, engelsgleichen und sachlich-liebevoll argumentierenden Anhänger der wahren Religion vom Umweltschutz, Menschenwürde und Frauenpriestertumsbefürwortern, nämlich uns.

Wien: Pfarrer Meidinger erklärte bzgl. seiner Absetzung als Dechant durch Kardinal Schönborn: Vor die Wahl gestellt, meinem Priestergelöbnis zu Folgen oder einer kurzsichtigen Initative egozentrischer Möchtegernkirchenretter anzugehören habe ich mich für die Initative entschieden, da es unmoralisch ist, mich auf etwas festlegen zu wollen, was ich irgendwann mal versprochen habe.

Berlin: Als Folge des Gerichtsurteils gegen die Beschneidung von Kleinkindern hat das Bundesfamilienministerium neue Richtlinien für religiöse Initiationszeremonien herausgegeben: Neben Beschneidungen dürfen auch keine Taufen an Kleinkindern mehr durchgeführt werden, da das Bespritzen oder Eintauchen beim Kind ein Trauma hinterlassen könnte. Taufen sind daher erst ab dem sechsten Lebensjahr und mit der Zustimmung des Taufkindes erlaubt und dürfen nur von einem amtliche geprüften Taufspender und mit behördlich zertifiziertem Taufwasser in Anwesenheit eines Mitarbeiters der Wasserschutzbehörde und des Jungendamtes erteilt werden.

Hamburg: Der Verband "Abtreibungen für alle und für umsonst" protestierte dagegen, dass die Bahn verbilligte Fahrkarten für die Teilnehmer der Lebensschutzdemonstration ausgibt. Der Verband forderte die Bahn auf, den Transport der Lebensschützer/Verfassungsgegner/Faschos zu verweigern und die Gegendemonstranten umsonst fahren zu lassen.

Dümmeldorf: Der ehemalige Pfarrreferent Knut Wilhelm reichte beim Arbeitsgericht Helmratingen Klage gegen seinen vormaligen Arbeitsgeber aufgrund seiner Entlassung ein. Begründung: Das ich öffentlich in das örtliche Bordell gehe, Trinke, Spiele, mich von meiner Frau habe scheiden lassen, drei Geliebte habe - davon zwei Frauen - den Papst für einen Schismatiker halte, das Dogma der Leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel, der immerwährenden Jungfräulichkeit Mariens und der päpstlichen Unfehlbarkeit leugne, die Transsubstantiationslehre für Humbug halte, für das weibliche Priestertum bin, die Bibel als Schund erachte, das Glaubensbekenntnis verneine und Jesus als Erfindung erachte disqualifiziert mich nicht dazu, bei der Kirche in einer Position mit Verkündigungsauftrag zu arbeiten.

Freitag, 29. Juni 2012

Der Hl. Antonius über den Glauben II

"Euer Glaube wurde niemals verfolgt, im Gegenteil, er wird von den Menschen in jeder Stadt hoch geehrt. Die Anhänger Christi werden dagegen bedrängt, und doch blüht unser Glaube mehr als der eurige und nimmt zu. Eure Lehren werden gelobt und gepriesen und gehen zugrunde. Der Glaube und die Lehre Christi, sie wird zwar von euch verspottet, von den Kaisern oft verfolgt, sie hat aber die Welt erfüllt. Denn wann hat je so die Erkenntnis Gottes emporgeleuchtet? Wann hat sich so stark die Mäßigkeit und jungfräuliche Tugend gezeigt? Wann wurde jemals der Tod so verachtet als seit der Zeit, wo das Kreuz Christi erschien? Niemand zweifelt daran, der auf die Märtyrer hinsieht, die um Christi willen den Tod verachten, der die Jungfrauen der Kirche betrachtet, die um Christi willen ihren Leib rein und unbefleckt bewahrten.
Es sind dies hinreichend Kennzeichen dafür, daß der christliche Glaube allein wahre Gottesverehrung ist. Siehe, jetzt seid ihr ungläubig, indem ihr nach Schlußfolgerungen aus Worten sucht. Wir aber beweisen nicht mit überredenden Worten heidnischer Weisheit, wie unser Lehrer sagte, wir überzeugen vielmehr durch den Glauben, der augenfällig vorwegnimmt zunichte macht das Rüstzeug der Worte.
Warum wundert ihr euch darüber? Nicht wir wirken das, sondern Christus wirkt es, der durch die, welche an ihn glauben, das vollbringt. Glaubet also auch ihr! Und ihr werdet sehen, daß bei uns keine Wortkunst zu finden ist, sondern Glaube durch die Liebe, die auf Christus hinarbeitet. Wenn auch ihr diesen habt, werdet ihr nicht mehr nach Wortbeweisen suchen, sondern ihr werdet den Glauben an Christus für in sich genügend halten."

Quelle: Görg: Die Wüstenväter, S. 98ff. 

Maria von Nazareth



Donnerstag, 28. Juni 2012

Tiara Pius IX.

Der Hl. Antonius über den Glauben

"Dies ist schon, wenn man nur zusieht, Beweises genug! Ihr stützt euch aber doch auf eure Fertigkeit im Beweisreden; ihr habt diese Kunst, und deshalb wollt ihr, daß auch wir Gott nicht ohne den Wortbeweis verehren. Sagt ihr nun zuerst: Wie lassen sich die Dinge und besonders die Gotteserkenntnis genau erfassen, durch Beweisreden oder durch tätigen Glauben? Was ist zuerst vorhanden, der wirksame Glaube oder der Wortbeweis? ...
Ihr habr wohlgesprochen, denn der Glaube kommt aus einer bestimmten Verfassung der Seele, die Dialektik (hier: die Überzeugungskunst) aber geht aus der Kunst ihrer Urheber hervor. Die also, welche den wirksamen Glauben haben, brauchen den Wortbeweis nicht, er ist vielmehr gar überflüssig. Was wir durch den Glauben wissen, das versucht ihr durch Worte aufzubauen; oft könnt ihr aber gar nicht sagen, was wir meinen. Die Tat durch den Glauben ist besser und kräftiger als eure sophistischen Syllogismen (hier: herbeigeredete Vernunftschlüsse). ...
Das Geheimnis von uns Christen liegt also nicht beschlossen in der Weisheit heidnischer Vernünfteleien, sondern in der Kraft des Glaubens, der uns von Gott durch Jesus Christus gewährt worden ist. Und das die Verkündigung wahr ist, sehet jetzt, wir glauben an Gott, obwohl wir keine Bildung haben, indem wir aus seinen Werken seine Fürsorge für alles erkennen. Und das unser Glaube wahr ist, sehet jetztm wir stützen uns auf den Glauben an Christus, ihr aber auf sophistische Wortstreitigkeiten. Eure Scheinbilder der Götter werden vernichtet, unser Glaube aber breitet sich überall aus. Ihr könnt trotz eurer Syllogismen und Sophismen nicht vom Christentum zum Heidentum bekehren; wir aber, die wir den Glauben an Christus lehren, wir nehmen euch die Götterfurcht, da alle erkennen, daß Christus Gott und der Sohn Gottes ist. Ihr hindert durch eure Schönrederei die Lehre Christi nicht; wir aber verfolgen im Namen des gekreuzigten Christus alle Dämonen, die ihr wie Götter fürchtet. Wo das zeichen des Kreuzes aufgerichtet wird, da schwindet der Zauber, und die Geheimmittel haben keine Kraft mehr."
Quelle: Görg: Die Wüstenväter, S. 94ff.

Mittwoch, 27. Juni 2012

Johannes Kolobos über den Nutzen des Fastens

"Abbas Johannes Kolobos lehrte: "Wenn ein König eine feindliche Stadt einnehmen will, dann bemächtigt er sich zuerst des Wassers und schneidet die Zufuhr ab, und wenn sie am Verhungern sind, unterwerfen sie sich ihm. So ist es auch mit den Begierden des Fleisches: Wenn der Mensch mit Fasten und Hungern gegen sie zu Felde zieht, dann werden die Feinde gegen die Seele kraftlos."
Quelle: Weisungen der Väter, Spruch 318.

Der Hl. Antonius an die Weisen

"Was ist schöner, sich zum Kreuze zu bekennen oder Ehebruch und Knabenschändung euren sogenannten Götter anzudichten? Denn was wir verkünden, ist ein Zeichen von Mut und ein Beweis unserer Todesverachtung; das eure aber sind Leidenschaften der Ausschweifung. Ferner, was ist besser, zu sagen, daß das Wort Gottes sich nicht wandelte, sondern als der in sich gleiche zur Errettung und zum Wohle der Menschen einen menschlichen Leib annahm, damit er durch seine Teilnahme an der menschlichen Geburt den Sterblichen zum Anteil an der göttlichen und geistigen Natur verhelfe, oder in unvernünftigen Wesen das Göttliche nachzuahmen und deshalb vierfüßige Tiere zu verehren, Schlangen und Abbilder von Menschen? Denn dies sind die Gegenstände eurer Verehrung, eurer, der Weisen. ...
Was aber das Kreuz angeht, was heißt ihr wohl vorzüglicher, das Kreuz zu tragen, wenn die Schlechten eine Verfolgung erregen, und keine Art des drohenden Todes zu fürchten, oder zu fabeln von den Irrfahrten des Osiris und der Isis, von den Nachstellungen des Typhon, der Flrucht des Krokjos und dem Auffressenb der Kinder und der Ermordung des Vaters? Denn dies sind eure weisen Lehren. Wie kommt es aber, daß ihr zwar über das Kreuz spottet, aber auch nicht verwundert über die Auferstehung? Denn die, welche dieses lehrten, haben auch jenes geschrieben. Oder weshalb schweigt ihr, wenn ihr euch an das Kreuz erinnert, von der Auferstehung der Toten, von den Blinden, die sehend geworden, von den Lahmen, die geheilt wurden, von den Aussätzigen, diee Reinigung erlangten, von dem Wandel über das Meer, von den übrigen Zeichen und Wundern, welche Christus nicht mehr als Menschen, sondern als Gott zeige? Es will mir scheinen, als ob ihr euch selbst großes Unrecht tut und daß ihr euch mit unseren Schriften nicht sorgfältig beschäftigt habt. Leset sie also und sehet, daß das, was Christus vollbracht hat, ihn als einen Gott kennzeichnet, der gekommen ist zum Heil der Welt. ... 
Wenn ihr auch, weil die Schöpfung schön ist, euch diese Ansicht zurechtgemacht habt, so hätte es doch genügt, bei der bloßen Bewunderung zu bleiben, nicht aber die Geschöpfe zu vergöttlichen, damit ihr nicht die Ehre, welche dem Demiurgen (hier: Weltschöpfer) gebührt, geschaffenen Dingen erweiset. Denn sonst ist es soweit, daß ihr die Wertschätzung des Baumeisters auf das von ihm errichtete Haus übertaget oder die des Feldherrn auf den Soldaten."
Quelle: Görg: Die Wüstenväter, S. 91-94.

Montag, 25. Juni 2012

Lesben und Pädophile

Man kennt das ja. Da sitze ich nichts ahnend vor meinem PC, gucke mal so in facebook rein (ja, ich bin in facebook) und scrolle so die Newsseite runter, da sehe ich wieder mal einen Post mit folgender Überschrift: "Lesbische Erzieherin darf ihren Job behalten", der sich auf einen anderen Post "Kirche will lesbischer Erzieherin kündigen" bezieht. Nun ist es ja nicht wirklich neu, das jedesmal, wenn irgendwo eine nachweislich gegen die katholische Lehre handelnde Person von der katholischen Kirche die Kündigung erhält, ein riesen Zeter und Mordio losbricht: Das geht doch nicht ... das dürfen die nicht ... alle Macht den Schwulen und Lesben ... usw. Auch nicht überraschend ist, dass solche Posts immer von den gleichen kommen - wobei ich den postenden Kommilitonen ansonsten sehr schätze. Was mich aber doch überrascht, ist, dass man ständig die gleichen Argumente hört. Ich hoffe ja immer, es fällt mal was Neues ein. Passiert aber leider nie. Daher hier mal die liebsten Klischee-Argumente und meine Antworten darauf:

Die Kirche darf niemanden feuern, der ihrer Lehre nicht entspricht.

Die Kirche ist eine primär Weltanschauungsgemeinschaft und kein Unternehmen. Und das heisst, wer den Regeln der Gemeinschaft nicht entspricht, fliegt. Gerade in Erziehungsberufen können solche Leute, so kompetent sie sicher sind, die kirchliche Lehre nicht mehr authentisch vertreten, für deren Vermittlung sie eingestellt wurden.

Die Kirche hat überhaupt kein Recht, ihre Mitarbeiter in Erziehungsberufen auf ihre Lehre festzulegen, weil die ganzen Einrichtungen vom Staat bezuschusst werden.

Da sich der Staat die Bildungshoheit angemaßt hat, ist es nur folgerichtig, dass er die Hauptlast der Kosten für das Bildungssystem trägt. In dem meisten Bildungseinrichtungen werden ja auch nur zu einem kleinen Teil religiöse Prinzipien vermittelt. Und jener Teil wird denn wesentlich durch die Kirche getragen. Wenn diese Personen die Lehren der Kirche nicht mehr authentisch vertreten können oder wollen, steht es der Kirche zu, die Beschäftigung zu verweigern, weil sie, wenn man so will, nicht mehr das erfüllen, wofür sie auch eingestellt wurden.

Staatsrecht sollte grundsätzlich über Religionsrecht stehen, denn sonst müssten wir auch allen anderen Religionen, Sekten etc. Sonderrechte gewähren. Deswegen sollen die Sonderrechte der Kirchen abgelöst werden, denn diese sind zwar derzeit gängiges Recht, nur sind sie nicht gerecht.

Wer in diesem Fall mit Gerechtigkeit gegen die Kirche argumentiert, bricht sich argumentativ den Hals: Zum einen der Umstand, dass Staatsrecht vor Religionsrecht kommt. Das hat nichts mit Gerechtigkeit zu tun, sondern mit Bajonetten (ganz plakativ gesagt). Dann gilt es zu bedenken, dass viele Verpflichtungen des Staates gegenüber der Kirche aus einem großen Raub kommen, den er Anfang des 19. Jh. begangen hat. Und den Gewinn, der er faktisch bis heute daraus zieht hat er gerechterweise teilweise der Kirche zurückzuerstatten. Auch ist es durchaus gerecht, wenn eine Gemeinschaft, die einen substantiellen Beitrag für unsere Gesellschaft leisten - und das ist bei der Kirche und ihren zahlreichen Organisationen der Fall - nicht wie jede Zeuge-Jehovas-Splittergruppe behandelt wird.

Die Kirchen haben praktisch ein Monopol im Sozial- und Erziehunsbereich, da sie hier fast 90 % der Arbeitsplätze stellen. Daher kommt ein Rausschmiss fast einem Berufsverbot gleich, was verfassungswidrig ist.

Die 90 % beziehen sich auf beide Kirchen. Meines Wissens sind die protestantischen Gemeinschaften wesentlich laxer. Halbieren wir das mal, kommen wir auf 45 % Anteil. Da kann man ja nicht von einem Monopol im eigentlichen Sinne sprechen.

Die Moral der Kirche ist fragwürdig: Eine Kindergärtnerin, die lesbisch oder wiederverheiratet oder geschieden ist, wird entlassen, weil das nicht mit der katholischen Moral zusammenpasst. Wenn dagegen ein Priester Kinder missbraucht, und das bereut, dann ist die Sache erledigt, denn dann ist es ja Vergangenheit und keine dauerhafte Sünde. Wie viele pädophile Priester wurden entlassen? Niemand. Oft wurden und werden sie sogar gedeckt. Manche Bischöfe haben diese Praxis damit verteidigt, dass sie ja aufgrund Nächstenliebe diese Priester weiterbeschäftigen würden. Kurz: Eine lebische Kindergärtnerin ist für die Kirche viel schlimmer als pädophile Priester.

Hierzu sind zwei Dinge zu sagen: 1. sagt die Argumentation im Grunde: Weil die Kirche das eine nicht (genug) ahndet, darf sie das andere auch nicht ahnden. Das wäre etwa so, als würde ein Mann, der einen Diebstal begangen hat zum Richter sagen, er dürfe ihn nicht verurteilen, dem Mörder habe er ja auch laufen lassen. 2. es geht ja nicht darum, dass die Frau lesbisch ist. Sondern es geht darum, dass sie offenbar in keinster Weise einsieht, dass sie sich damit gegen die Lehre der Kirche stellt und offen erklärt, sie finde es gut lesbisch zu sein, sie werde weiterhin in einer solchen Partnerschaft leben und überhaupt könnten die Moralvorstellungen der Kirche sie in diesem Punkt mal kreuzweise. Wenn sich ein Priester hinstellt und erklärt, er finde es gut pädophil zu sein (es soll mal Leute im Bundestag gegeben haben die fanden es diskriminierend sowas unter Strafe zu stellen), er werde das auch weiterhin praktizieren und die Moralvorstellungen der katholischen Kirche könnten ihn in diesem Punkt mal kreuzweise wär der auch schneller weg als er "Rausschmiss" sagen könnte. Wenn sich die Frau aber hinstellen und erklären würde, sie sähe ein, dass Homosexualtität gegen die Lehre der Kirche (und für alle Protestanten auch gegen die der Bibel) verstößt, sie werde nicht mehr so leben und sich fortan an die kirchlichen Gebote halten, hätten wir das Problem nicht. Dann würde ihr verziehen und fertig. Das man mit einem pädophilen Priester, der bereut und Besserung gelobt strenger verfahren sollte, da kann man drüber reden. Das hier aber Äpfel mit Birnen verglichen werden weil der eine bereut und die andere nicht, das muss schon gesagt sein. Und es ist ja nicht Aufgabe der Kirche, die Leute gnadenlos niederzuknüppeln oder ihnen alles abzusegnen, sondern ihnen eine Chance zu geben und umzukehren. Jesus hat ja auch nicht zur Ehebrecherin gesagt: Steinigung abgewendet, sündige mal schön weiter; sondern: neue Chance, sündige nicht mehr. Zusammenfassend kann man den kirchlichen Stellen natürlich Inkosequenz attestieren was die Detailsbehandlung angeht. Wenn man den moralischen Kodex an sich aber betrachtet, ist er nicht etwa fragwürdig, sondern jedem sehr zu empfehlen.

Messgewänder Pius XII.

Sonntag, 24. Juni 2012

Frau aller Völker

Heute war ich auf dem Gebetstag der Frau aller Völker in Köln. Ich war überrascht über die Spannweite dieser Bewegung und den überchristlichen marianischen Geist, den es so in der Welt gibt. Wenngleich die meisten aus Europa - Schwerpunkt Deutschland, Niederlande, Schweiz, Tschechien und Polen - kamen, waren doch mehrere tausend Menschen (geschätzt) in der Lanxess-Arena. Entsprechend stickig war die ganze Sache. Aber es hat sich gelohnt.

Bei der Frau aller Völker oder Mutter aller Völker (mir persönlich sympathischer) handelt es sich natürlich um Maria. Diese soll Mitte des 20. Jh. in Amesterdam erschienen sein und in zahlreichen Erscheinungen viele Botschaften an Welt und Kirche übermittelt haben. Die Visionen wurden mitlerweile auf Diözesanebene kirchlichen anerkannt. Kern der Botschaften ist die Bitte Mariens um ein neues Dogma, das sie als Miterlöserin bekennt.

Um diese Lehre zu verbreiten, die Weihe an das makellose Herz Mariens zu fördern und die Völker der Welt im marianischen Gedanken zu vereinen hat sich die Weltaktion der Frau aller Völker gegründet. Diese Aktion macht besonders durch das Verteilen von Gebetsbildchen auf sich aufmerksam, auf denen neben dem Gnadenbild der Mutter ein Gebet sowie eine kurze Erläuterung zu finden ist. Ich selbst habe einen Stapel derselben erworben und werde ihn in nächster Zeit unter die Leute zu bringen suchen.

Weitere Informationen findet ihr hier

Nachtrag: Allerdings sind weder die Erscheinung noch die Bewegung unumstritten. Zwar sind die Erscheinungen auf Diözesanebene anerkannt, von Rom allerdings nicht. Vielmehr wurden sie von der Glaubenskongregation mehrmals abgelehnt. Besonders der Forderung nach einem neuen marianischen Dogma wird vom Lehramt abgewiesen.

Weitere Informationen über kritische Stimmen findet ihr hier

Pius XII. und die Lateranbasilika

Samstag, 23. Juni 2012

Samstäglicher Newsticker

Kleinkleckersdorf-Ost: Wilhelime Küsselbecker klagte gegen das Angelusleuten der katholischen Pfarrkirche. Sie fühle sich dadurch massiv in ihren Meditationen über Korantexten gestört. Zum nämlichen Zeitpunkt verlange sie entweder Ruhe oder das Rufen eines Muezzins.

Köln: Nachdem Kardinal Meisner sich geweigert hat, die Piusbruderschaft als "für alle Ewigkeit" schismatisch zu bezeichnen, eine Zusammenarbeit nicht explizit ausgeschlossen und nicht vorgeschlagen hat, den Papst wegen Demenz und bösem Willen ab- und Hans Küng als Papst einzusetzen, erklärte Hans Küng Kardinal Meisner zum schismatischen Spalter.

Wien/Heiligenkreuz: Die Organisation aufegklärter Katholiken beachtragte beim zuständigen Ordnungsamt ein Verbot des Ausbaus der Hochschule Benedikt XVI. in Heiligenkreuz. Begründung: Es verstoße gegen die antichristliche Gesellschaftsordnung Menschen für den Dienst an der Kirche authentisch auszubilden.

Freiburg: Am Vespertag des Festes Johannes des Täufers erklärte die Gemeinschaft "Priester gegen das Establishment" Johannes zum Schutzpatron ihrer Gemeinschaft. Wie auch Johannes seien sie in die Wüste gegangen, als der Ruf Gottes sie ereilte, lebten streng asketisch, protestierten gegen die religiöse Aristokratie und riefen die Katholiken zur Umkehr zurück zum Willen Gottes auf.

Freitag, 22. Juni 2012

Büchertisch

In seinem Buch gelingt es Peter Görg dem modernen Menschen die überragenden Gestalten des frühen Mönchtums lebendig vorzustellen. Er zeigt dabei ein besonderes Geschick der Personendarstellung, was sich gerade in der Hauptperson des Buches, dem Hl. Antonius, zeigt. Das Buch kann somit am besten als eine Biographie des Antonius mit anschließender Überleitung zum frühen Mönchstum gelesen werden. Leider erreicht die notwendig skizzenhafte Darstellung der Entwicklungen gerade des westlichen Mönchtums aus der Praxis der Wüstenväter nicht die hohe Qualität des Hauptteiles. Auch lässt der Umgang mit den Quellen mitunter eine historisch-kritische Methode vermissen, was für ein populärwissenschaftliches Werk jedoch normal ist. Die Literaturliste am Ende des Buches gibt dann aber einen guten Einstieg in eigene Nachforschungen zum Thema. Kurz: Wer eine prägnante Darstellung des Hl. Antonius und des frühen Mönchtums für Einsteiger sucht ist bei Görg bestens aufgehoben. 

Fliehe zu Gott

"Abbas Johannes sprach: Ich gleiche einem Menschen, der unter einem großen Baum sitzt und sieht, wie viele wilde Tiere und Schlangen gegen ihn herankommen. Kann er gegen sie nicht mehr bestehen, dann klettert er eilig auf den Baum und rettet sich. So auch ich: Ich sitze in meinem Kellion und sehe, wie schlechte Gedanken auf mich zukommen, und wenn ich gegen sie nichts mehr vermag, dann fliehe ich zu Gott  im Gebete und werde so vor dem bösen Feind gerettet."
Quelle: Weisungen der Väter, Spruch 327.

Donnerstag, 21. Juni 2012

Gehorsam und Heiligkeit

Neulich laß ich einen Artikel über das Vorgehen des Vatikans gegen den US-Amerikanischen Nonnendachverband. Der Vatikan hat den Verband der amerikanischen Nonnen unter Aufsicht gestellt, weil die Klosterfrauen neben ihren vielen lobenswerten Eigenschaften auch einige Neigungen kultiviert hatten, die einer Nonne nicht gut anstehen. Dazu gehören eine Leidenschaft für's Politische, ein ausgeprägter Feminismus und Ungehorsam gegenüber dem Lehramt und der Hierarchie. Besonders der letzte Punkt scheint mir besonders dramatisch. Denn der Ungehorsam ist die Wurzel vieler Probleme und das Haupthindernis für deren Beseitigung. Konkret wären die Ehrwürdigen Schwestern sicher weniger Feministisch und weniger weltzugewandt/renitent, wenn sie sich an die Ordensgelübde, Ordensregeln und grundlegenden Aussagen der Hierarchie halten würden.

Doch natürlich ist das nur meine Meinung und eine progressive Kommiltonin stellte sich demonstrativ auf die Seite der Ordensfrauen. Ihrer Meinung nach könne der Vatikan nicht mehr einen Gehorsam einfordern, wie er vor 200 Jahren mal bestand und wenn, dann könne er auf die ganzen emanzipierten Ordensschwestern pfeifen, die sich nicht mehr in die Koch-und-Strick-Ecke verbannen lassen würden. Denn diese Zeit sei vorbei, was augenscheinlich werde, wenn man sich solche ultra-konservativen Orden ansehe, die vor dem Aussterben stünden.

Nun kann man daran vieles bemerken.
Doch am wichtigsten erscheint mir die eher leichthin reingeworfene Bemerkung eines Gehorsams von vor 200 Jahren. Deswegen habe ich mich gefragt, ob Gehorsam etwas zeitspezifisches oder zeitlos ist. Ich würde sagen, dass beides zutrifft. Gehorsam - hier gegenüber dem Lehramt der Kirche - formt sich in verschiedenen Zeiten unterschiedlich aus bzw. ist verschiedentlich ausgeprägt. Er besitzt jedoch eine zeitlose Komponente. Zeitlos am Gehorsam ist (meiner Meinung nach) die grundsätzliche Akzeptanz der Lehre der Kirche als Richtmaß des Glaubens. Natürlich darf und soll darüber diskutiert werden, solange diese nicht festgelegt ist und im Rahmen dieser Lehrmeinung - dogmatisch zumeist ja negativ formuliert - kann es unterschiedliche Auslegungen geben. Auch ist nicht jede Lehre der Kirche von gleicher Autorität (z.B. ist die Zölibatsfrage viel weniger wichtig und auch viel weniger treu zu glauben wie die Lehre von der Transsubstantiation). Aber ich komme vom Thema ab. Das zeitlose am Gehorsam ist also meiner Meinung nach: 1. Das Beispiel Christi, der uns den Gehorsam gegen den Vater vorgelebt hat, 2. die demütige Erkenntnis, dass ich der Belehrung durch die Kirche bedarf, 3. ihre Lehre daher als grundlegend für meine eigenen Glauben anerkenne, denke und lebe.

Eine damit zusammenhängende Frage ist, ob wir heute Gehorsam weniger nötig haben als vor 200 Jahren. Das würde ich glatt verneinen. Denn der Gehorsam ist ja nicht deshalb notwendig, weil wir alle so tolle Menschen und wunderbare Christen sind. Sondern weil wir gerade das nicht sind. Die Notwendigkeit des Gehorsams gegenüber der Kirche als der authentischen Interpretin der Offenbarung steht damit in Kohärenz mit der Heiligkeit. Wenn wir heute heiliger wären als vor 200 Jahren, dann müssten wir auch weniger Gehorsam sein. Doch wenn ich mich so umsehe kann ich keinen Anhaltspunkt für eine solche These entdecken. Es ist eher schlimmer geworden. Die meisten Christen scheinen mir eher weniger heilig als vor 200 Jahren, weshalb wir den Gehorsam eher nötiger hätten als damals.

Dies führt uns zum letzten Aspekt, nämlich dem positiven Zusammenhang von Gehorsam und Heiligkeit. Wenn wir die Geschichte des Christentums überblicken und besonders die zahlreichen Heiligen betrachten, dann finden wir dort - welche Überraschung - keine eigentliche ungehorsamen Christen. Ich denke da z.B. an Thomas von Aquin. Was tat dieser Mann, der wirklich ein überragender Heiliger und Denker war, am Ende seines Lebens? Er wies seinen Schülern nicht etwa an, sie sollten seiner Lehre folgen. Sondern er erklärte seine Unterwerfung unter das Urteil der Mutter Kirche und zeigte sich zuversichtlich, dass diese ihn überall dort, wo er geirrt habe, korrigieren werde. Oder die Hl. Hildegard von Bingen: Brach sie etwa bei der ersten Vision aus dem Kloster aus und erzählte jedem, der es hören wollte davon nach dem Motto: Gott spricht zu mir, hört gefälligst auf mich? Nein! Sie befragte zuerst ihren Abt - kein besonders nobler Mensch, wie die weitere Geschichte zeigte - und dann, um sicher zu gehen, den Hl. Bernhard und unterwarf sich seinem Urteil. Diese Liste lässt sich beliebig verlängern.

Sind all diese Heilige einfach schrecklich unmodern mit ihren Gehorsam von vor 900 Jahren? Kann sowas den heutigen Heiligen nicht mehr zugemutet werden? Oder ist Gehorsam gegen die Kirche ein Merkmal der Heiligkeit?

Abbas Poimen und die Unkscheuschheit

"Einmal kam ein Bruder zum Altvater Poimen und sagte: "Was soll ich tun Vater, denn ich werde zur Unkeuschheit versucht? Und siehe, ich ging zum Abbas Ibistion, und er sagte zu mir: ´Du darfst sie nicht lange in dir verweilen lassen.´" Abbas Poimen aber sprach zu ihm: "Abbas Ibistion und seine Taten sind bei den Engeln droben. Es ist ihm verborgen, daß du und ich noch in der Unkeuschheit sind. Wenn aber der Mensch seinen Bauch beherrscht und die Zunge und das Wanderleben, dann habe Mut: er stirbt nicht!"
Quelle: Weisungen der Väter, Spruch 636.

Mittwoch, 20. Juni 2012

Schau mal wer da lächelt

Ich kenne eine Kommilitonin, die sich momentan mit dem Buddhismus beschäftigt, weil sie das Konzept des Buddhismus interesssant, gut und spirituell findet. Am besten findet sie dabei, dass der Buddhismus ohne einen persönlichen Gott auskomme, den Menschen nicht von einem höheren Wesen oder eine Kirche abhängig mache, also für Freiheit und Selbstverwirklichung stehe. Auch das Konzept des nirwana findet ihre Zustimmung, weil die Überwindung allen Leidens als positiv gewertet und selbst erreicht werden kann.

Eine Vorliebe, die ich nicht teile. Ich gebe zu, meine Kenntnisse über den Buddhismus beschränken sich auf die Erinnerungsreste einer Vorlesung, die ich einmal in Religionswissenschafen darüber gehört habe. Allerdings war schon das, was ich gehört habe, nicht dazu geeignet, mich für ihn zu begeistern. Ebenso wenig wie ich nebenbei ein Fan des Dalai Lama bin. Zwar will ich nicht die spirituellen und religiösen Fähigkeiten des Mannes in Frage stellen, ebensowenig wie seinen Einsatz für sein Land und sein Volk. All das verdient unsere Hochachtung. Aber wir sollten doch nicht meinen, dass der Buddhismus so friedlich, liebevoll und frei ist, weil der Dalai Lama so schön lächelt und wir nichts von einer tibetischen Inquisition wissen. Denn das ist meiner Meinung nach das Hauptproblem, das der moderne westliche Mensch hat: Keine Ahnung mehr über seine eigenen christlichen Wurzeln versucht er sich in einem Buddhismus, den er entweder genauso oberflächlich betreibt wie das Christentum hierzulande betrieben wird oder in den er sich reinversenkt und dann ein Christentum dagegenhält, mit dem er sich nie beschäftigt hat und von dem er nur eine unklare und zumeist falsche Vorstellung hat.

In diesem Zusammenhang verweise ich auf ein Interview mit dem vormaligen Buddhisten Paul Willams, durch das dieser Post wesentlich inspiriert ist. Davon ausgehend möchte ich besonders auf drei weitere Punkte möchte ich aufmerksam machen, die mir sehr wichtig sind, weil ich sie immer nur vermutet und nunmehr bestätigt und erklärt bekommen habe: Was der Dalai Lama eigentlich macht, was der Buddhismus eigentlich lehrt und ob es wirklich so leicht ist, Buddhist zu sein.

Es herrscht ja in weiten Kreisen das Gerücht vor, der Dalai Lama sei ein netter alter Mann der alle Menschen versteht und alle Religionen gleich gut findet. Dem widerspricht Williams: "Der Dalai Lama ist von der Wahrheit und Überlegenheit des Buddhismus absolut überzeugt."
Genauso wenig wie es dem Dalai Lama um die Menschen im Westen geht. Wichtig ist ihm allein das tibetische Volk. Und dagegen sagt ja auch keiner was. Nur sollte man sich dessen bewusst sein und sich klar machen, dass er sich dem jeweiligen Publikum anpasst und seinen Tibetern was anderes erzählt als uns Wessis. Das ist nicht etwa Verlogenheit. Sondern einfach clever. Denn da er keine weltliche Macht mehr hat und seine Glaubensgemeinschaft auch zu klein ist, um einen nennenswertes Machtpotential darzustellen, lebt sein weltweiter Einfluss vor allem von Publisity, die man im säkularen Westen am besten mit säkular-spiritistischen Worten erreichen kann. Für eine solche Klugheit gibt es im Buddhismus sogar ein eigenes Wort: "upayakaushalya". Dabei nutzt der Dalai Lama auch den Umstand, dass ein Begriff gleich lauten aber verschiedenes meinen kann. Gott bedeutet für einen Buddhisten z.B. etwas völlig anderes als bei uns. Nur weiss das hier kaum einer.

Die berühmteste westliche Mähr über den Buddhismus aber ist die Frage der Wiedergeburt. Unterstützt von zahlreichen Fernsehsendungen glauben viele Wessis, Wiedergeburt bedeute, der Körper werde zwar ausgelöscht, das Ich des Menschen, also der Kern der Person, bestehe aber in einem anderen Körper weiter. Das ist jedoch eine grobe und tendentiell verfälschende Ansicht der Buddhistischen Lehre. Weil ich das nicht so schön erklären kann, zitiere ich Williams:
"Im Zug einer wissenschaftlichen Arbeit verstand ich zum ersten Mal die Bedeutung der buddhistischen Standard-Behauptung, dass die wiedergeborene Person nicht dieselbe Person ist wie die verstorbene. Es heißt zwar, sie sei weder dieselbe noch eine andere, mir scheint aber, es muss eine andere sein. Selbst im höchst unwahrscheinlichen Fall, dass ich als Mensch wiedergeboren würde, wäre das nicht „ich". Die Identität der Person kann die Veränderungen, die mit einer Wiedergeburt einhergehen, vor allem die Veränderungen, die mit der radikalen Unterbrechung körperlicher Kontinuität einhergehen, nicht überleben. Einflussreiche buddhistische Gelehrte haben genau so argumentiert. Das ist auch ein Grund, warum Buddhisten die Wiedergeburt immer als etwas „Schreckliches" gedacht haben. Da wir in diesem Leben sicher nicht zur Erleuchtung gelangen, ist unser Tod das Ende. Insofern ist der Buddhismus hoffnungslos. Er gibt im Unterschied zum Christentum auch keine Hoffnung für unsere menschlichen Beziehungen, egal wie wesentlich sie sind, wie tief die Liebe ist."
Das führt uns zum letzten Thema. Wer sich für den Buddhismus interessiert, der sollte wissen, dass es sich hierbei nicht um eine Philosophie im luftleeren Raum handelt, sondern um eine indisch-asiatische Religion. Fast alle Gemeinsamkeiten, die der Buddhismus mit westlichen Denksystemen scheinbar gemeinsam hat, gehen verloren, wenn man in die Tiefe blickt. So ist nicht nur unsere säkulare Erziehung, sondern auch unserer Prägung dafür verantwortlich, dass wir Wessis den Buddhismus kaum verstehen und es uns viel schwerer als einem Asiaten fällt, wirklich Buddhist zu werden. Wer Buddhist sein will, richtiger Buddhist, bei dem reicht es nicht, wenn er meditieren lernt. Meditationstechniken ähneln sich durch alle Kulturen stark und die Zen-Meditation hat mit dem christlichen Ruhegebet von seiner Technik her mehr gemeinsam als mit der tibetischen Meditationsform. Daher ist Meditation als reine Technik etwa so mystisch und spirituell wie das Verspeisen eines Brotes in der Kirche. Ohne Gebet, ohne Bewusstein für Tradition und Lehre und ohne Priester ist das nur eine Brotzeit, keine Heilige Kommunion. Dessen ungeachtet ist Brot essen zu empfehlen, und Entspannungstechniken sind auch eine gute Idee. Nur hat das nichts mit Buddhismus zu tun. Das kann ich auch als Christ, Atheist und Animist machen. Wirklich Buddhist zu werden erfordert gerade für den Wessi viel Mühe, Fleiss und Wandlungsbereitschaft.

So darf ich abschließend - ganz unparteiisch - schließen: All diese Mühe, Fleiss und Wandlungsbereitschaft kann der Wessi ebenso gut darin investieren, eine wirklicher und besser Christ zu werden. Machen wir es also wie der Dalai Lama: Verteidigen wir, was wir haben, wachsen wir indem, was wir kennen und bleiben wir, was wir sind.

Pius XII. und Kardinal Stritch

Dienstag, 19. Juni 2012

Die Zeit der Volkskirche ist vorbei

Der neue Kölner Generalvikar Stefan Heße gab vor kurzem ein Interview, in dem er wesentliche Aspekte kirchlicher Entwicklung im Erzbistum beleuchtete. Seine Antworten können als exemplarisch für den ganzen deutschen Katholizismus gelten. Hier einige Ausschnitte:
"Wir müssen zum Beispiel in Projekten einmal neue Wege der Glaubensvermittlung ausprobieren und Erfahrungen damit sammeln. Das halte ich für ganz wichtig. Mir liegt am Herzen, dass unsere Kirche eine missionarische ist und wir neue Wege beschreiten, um den Menschen das Evangelium zu verkünden.
Das Wichtigste ist, den Glauben authentisch zu verkünden und bei den Menschen zu beginnen, zu denen man einen Bezug aufbauen kann.
Theologen und Bischöfe sagen ziemlich deutlich: Die Zeit der Volkskirche ist vorbei. Denn dass Gesellschaft und Kirche nicht mehr deckungsgleich sind, wird jeder bestätigen. Das bedeutet aber nicht, dass wir uns auf "den heiligen Rest" zurückziehen. Der Anspruch bleibt: "Geht hinaus in alle Welt und lehret alle Völker." Wir müssen damit rechnen, dass der Samen nicht überall aufgeht und gedeiht. Trotzdem gilt es zu säen.
Schwerpunkte müssen wir setzen, vor allem aus Gründen der Pastoral. Klar ist für mich, dass wir an zentralen Stätten die Gemeinden stärken und das geistliche Angebot vertiefen müssen.
Unsere Botschaft ist zwar immer an die Menschen und die Welt gerichtet. Dass wir der Welt aber manchmal zum Verwechseln ähnlich sehen und in ihr aufgehen, ist das Problem. Das unterscheidend Christliche ist das Entscheidende."
Das Interview in Gänze kann hier gelesen werden.

Katharina Kasper und die Demut

Dieser Blog trägt ja den Titel Demut Jetzt! und hat sich damit verpflichtet, sich besonders diesem Thema zu widmen, was allerdings nur bedingt gelingt. Doch glücklicherweise muss ich das ja nicht alleine schultern und viele andere Blogger schreiben öfters etwas darüber. Auch Sister T hat sich mit der Demut auseinandergesetzt und zwei lesenswerte Posts darüber geschrieben, was die Sl. Katharina Kasper über diese wichtige Tugend gesagt hat. Zu lesen hier und hier.

Montag, 18. Juni 2012

Das Zölibat als Merkmal des spezifischen Priestertums

Im katholischen Verständnis unterscheidet man das allgemeine Priestertum der Gläubigen und das spezifische Weihepriestertum. Grundsätzlich ist nicht jeder Mann und jede Frau berufen, zölibatär zu leben. Auch diejenigen, die in einer Ehe leben und sexuell aktiv sind können ja selbstverständlich Christus nachfolgen, in dem sie das ihre zur Verwirklichung des Reiches Gottes tun und gemäß ihrem Stand ein christliches Leben führen. Auch zur Zeit Jesu und der Apostel haben sich ja nicht alle Anhänger Jesu bzw. alle Christen zu 100 % in den Dienst der Gemeinde gestellt. Die große Mehrheit dürfte ihr altes Leben im Wesentlichen weitergeführt und nur soweit geändert haben, wie es den Maßgaben ihrer neuen Religion entsprach. Zugleich erfahren wir aber bereits in der Schrift die Herausbildung eines eigenen Standes, der besonders zum Dienst an der Gemeinde berufen war. Hier sind natürlich zuerst die Apostel zu nennen, dann die von ihnen berufenen Diakone (Apg 6,1-7), später die Presbyter (Tit 1,5-9) der neuen Gemeinden im Reich und deren Vorsteher, die Episkopi (1 Tim 3,1-7) – die Bischöfe – die von den Aposteln ihre Weihe empfingen. Für diese Gruppe galt im besonderen, was der Apostel Paulus schreibt: „Als Diener Christi soll man uns betrachten und als Verwalter von Geheimnissen Gottes.“ (1 Kor 4,1) und „An Christi Statt walten wir des Amtes. Gott selbst ist es, der durch uns mahnt. An Christi Statt bitten wir: Lasst euch mit Gott versöhnen.“ (2 Kor 5,20). Für diese Gruppe gilt also eine spezielle Berufung. Hierüber lehrt der Apostel: „Ich wünschte, alle Menschen wären (unverheiratet) wie ich. Doch jeder hat seine Gnadengabe von Gott, der eine so, der andere so.“ (1 Kor 7,7).

Das verweist uns auf einen weiteren Aspekt: Das Priester-Sein als spezifisches Charisma: An verschiedenen Stellen der Heiligen Schrift weist der Herr seinen Aposteln und über sie ihren Nachfolgern bestimmte Funktionen innerhalb seiner Kirche zu. Deren Wichtigste sind die Lehre, die Mission, die Taufe und die Hl. Eucharistie. Mit diesen Funktionen übernehmen die Apostel quasi die funktionale Position Christi. Um dies zu veranschaulichen spricht die Heilige Kirche vom Priestertum, das sich vom einzig wahren Hohepriester Jesus Christus ableitet. Nicht so, dass das Priestertum der Kirche das Priestertum Jesu ersetzen würde. Sondern in dem Sinne, dass sich das Priestertum Christi als dem Haupt der Kirche im konkreten Priestertum inkarniert. Dabei verhält sich das Priestertum des konkreten Priesters zum Hohepriestertum Christi wie das Spiegelbild zum gespiegelten Objekt. Es ist nur insoweit wirklich, als es die Wirklichkeit des Objektes wiedergibt, besitzt aber kein Wesen aus sich selbst. So ist auch das kirchenamtliche Priestertum nur Widerspiegelung des Hohepriestertums Christi. Und so wie es von einem Objekt unendlich viele Spiegelungen geben kann, so kann auch das Hohepriestertum sich in unendlich vielen Priestern widerspiegeln.

Siebzig mal siebenmal

"Ein Bruder fragte den Abbas Poimen: "Wenn der Mensch von einem Fall überrascht wird und sich dann bekehrt, wird ihm dann von Gott vergeben?" Der Greis sprach zu ihm: "Nachdem Gott das den Menschen geboten hat, wird er es nicht viel mehr selber tun? Er gab doch dem Petrus die Vorschrift: Bis zu siebzig mal siebenmal."
Quelle: Weisungen der Väter, Spruch 660

Sonntag, 17. Juni 2012

25. Jahrestag der Bischofsweihe Pius XII.

Das Zölibat in der Lehre der alten Kirche

Wie du bereits festgestellt hast, deutet die Hl. Schrift das Zölibat zwar an und empfiehlt die eheliche Enthaltsamkeit an verschiedenen Stellen, schreibt es aber nicht explizit vor. Doch bedeutet das nicht, dass man es halten kann wie man es gerade will. Vielmehr gilt es der Frage nachzuspüren, welche Position die Väterkirche in diesem Punkt eingenommen hat. Denn aus der Praxis der frühen Kirche lassen sich Schlussfolgerungen auf die Lehren der Apostel ziehen, von denen uns die Bibel ja nur eine Auswahl der Wichtigsten bietet, da die Kirche die autentische Interpretin der Hl. Schrift und die Bewahrerin der apostolischen Überlieferungen ist.

Eine erste Bestimmung über das Zölibat der Priester lässt sich für das Konzil von Elvira (310) nachweisen. Dessen Kanon 33 lehrt: "Über die Bischöfe und Altardiener, dass sie sich nämlich ihrer Ehefrauen enthalten: Man stimmt in dem vollkommenen Verbot überein, das für Bischöfe, Priester, Diakone, d.h. für alle Kleriker, die im Altardienst stehen, gilt, dass sie sich ihrer Ehefrauen enthalten und keine Kinder zeugen; wer aber solches getan hat, soll aus dem Klerikerstand ausgeschlossen werden." Aufgrund des Charakters der Synode als Erneuerungskonzil kann man begründetermaßen davon ausgehen, dass Elvira hier auf eine bereits bestehende Bestimmung rekurriert. Das wir bis dahin keine entsprechenden Bestimmungen kennen, hat mehrere Gründe: Zum ersten wurden Bestimmungen in der frühen Kirche sowohl mündlich als auch schriftlich weitergegeben (2 Thess 2,15). Zum zweiten eine dürftige Quellenlage für die ersten drei Jahrhunderte der frühen Kirche gerade im disziplinären Bereich, dem das Zölibat zuzurechnen ist. Zum dritten und damit zusammenhängend unterlag das Christentum im 4. Jh. einem großen Wandel. Hatte es sich zuvor um eine Religion einer kleinen Minderheit gehandelt, die entsprechend streng ihr Christentum gelebt hat, so wuchs das Christentum unter der Herrschaft Konstantins schnell zu einer Religion für eine größeren Bevölkerungsteil. Das hatte zur Folge, das disziplinarische Probleme, die vorher durch die kleinen Gemeinden und eine hohe Sozialdisziplin aufgefangen wurden, nunmehr kirchenrechtlich festgeschrieben werden mussten, um den Standard zu halten.

Auch das 2. Afrikanische Konzil von Karthago (390) hält im 2. Kanon fest: "Dass die Keuschheit von den Leviten und Priestern behütet werde: (Es ist) angebracht, dass die heiligen Vorsteher und Priester Gottes sowie die Leviten oder alle, die den göttlichen Sakramenten dienen, in allem enthaltsam sind (...) damit so, was die Apostel gelehrt haben und was ein alter Brauch bewahrt hat, auch wir behüten. Einstimmig sagten darauf die Bischöfe: Wir alle sind uns darüber einig, dass Bischof, Priester und Diakon, die Schützer der Keuschheit, sich auch selbst ihrer Ehefrauen enthalten, damit in allem und von allen, die dem Altare dienen, Keuschheit beobachtet werde."

Aus diesen Ausführungen geht hervor, dass die sexuelle Enthaltsamkeit des Priesters damals bereits die Regeln war. Zwar gab es Priester, die vor ihrer Weihe verheiratet waren – auch der Apostel Petrus muss ja verheiratet gewesen sein – aber sich nach ihrer Weihe des sexuellen Verkehrs enthalten mussten.

Gleiches bestätigte eine weitere afrikanische Synode (419), die erklärte: „Als über die Nichtenthaltsamkeit ihren eigenen Ehefrauen gegenüber von Seiten einiger Kleriker, obwohl sie nur Lektoren waren, berichtet wurde, hat man beschlossen, was auch in verschiedenen Konzilien beschlossen wurde: Die Subdiakone, die die heiligen Mysterien berühren, und die Diakone, die Priester und auch die Bischöfe müssen sich, auf Grund der für sie geltenden Bestimmungen, auch der eigenen Ehefrau enthalten, so dass sie als solche gelten, die keine besitzen. Wenn sie sich nicht daran halten, müssen sie aus dem kirchlichen Dienst entfernt werden. Die übrigen Kleriker werden aber nicht dazu angehalten außer in reiferem Alter.“ Hieraus kann man ersehen, dass die Synode auf ältere Dokumente rekurrierte, die uns heute verloren gegangen sind.

Das es sich nicht um eine Sonderregelung der afrikanischen Kirchen handelte, bezeugt Papst Siricius (386), der betont, dass es sich bei den Enthaltsamkeitsbestimmungen nicht um Neuerungen handelte, sondern um Bestimmungen der Apostolischen Väter.

Weitere Beispiele könnten angeführt werden. Aber ich denke, es ist klar geworden, dass die frühe Kirche die priesterliche Enthaltsamkeit zum apostolischen Gut zählte. Das Zölibat im klassischen Sinne entstand dann aus der sinnvollen Überlegung, bevorzugt unverheiratete Männer zu Priestern zu weihen, da diese weniger gefährdet waren, gegen die Enthaltsamkeitsbestimmungen zu verstoßen. Zudem nahm seit dem 5. Jh. die Zahl der Konvertiten im Verhältnis zu den im christlichen Milieu Aufgewachsenen erheblich ab, wodurch die Zahl jener Männer, die schon in jungen Jahren zu Priestern geweiht wurden, erheblich zunahm und diese waren in der Regel unverheiratet. Allerdings haben beide Formen des Zölibats – also der Unverheirateten und der Verheirateten – in der Westkirche lange Zeit nebeneinander bestanden. Erst im 11. und 12. Jh. fand die kirchenrechtliche Entwicklung ihren weitgehenden Abschluss mit der grundsätzlichen Vorschrift, dass ein Priester ehelos leben müsste und auch nicht verheiratet sein dürfte.

Samstag, 16. Juni 2012

Widerspricht das Zölibat dem Alten Testament?

Das 'Problem' mit dem Zölibat ist, dass es zwar im Neuen Testament vor allem durch Paulus Erwähnung findet, jedoch im Alten Testament keine eigentliche Entsprechung hat. Ja, man kann sogar in den 5 Büchern Mose Stellen finden, die dem Zölibat zu widersprechen scheinen. Zwei dieser Stellen hat mein Kommilitone aufgeführt, Gen 2,18 und 2,24:

Du hast hier zwei wichtige Stellen angeführt, in denen sich die Hl. Schrift mit dem Zusammenleben zwischen Mann und Frau befasst. Die Bibel spricht hier von einem Grundvollzug der menschlichen Natur, nämlich der Verbindung zweier Menschen und der Zeugung von Kindern. Auf diese Weise heiligt die Schrift eine solche Verbindung, indem sie sie als gottgewollt ausweist. So weist die Schrift die Ehe und ihre Vollzüge als eine Form der Heiligung des Menschen aus. Wohlgemerkt ist an diesen Stellen und auch an keiner anderen Stellen in der Hl. Schrift eine Anweisung ausgesprochen worden eine Ehe einzugehen, in dem Sinne, dass es sich um ein Gesetz handeln würde, dass der Mensch zu erfüllen habe.
Ja, die Schrift widerspricht einer solchen Interpretation sogar implizit wie explizit. Denn wäre die Heirat und ihr Vollzug ein Teil des Gesetzes, dann wäre Jesus, der das Gesetz ganz erfüllt hat, ja verheiratet gewesen. Hingegen lehrt der Herr: „Denn es ist so: Manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche sind von den Menschen dazu gemacht und manche haben sich selbst dazu gemacht um des Himmelreichs willen.“ (Mt 19,12).
Befassen wir uns nun noch einmal konkret mit den beiden Stellen:
Gen 2,18: „Und Gott der Herr sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei“
Hier wird der Charakter der Beziehung zwischen Mann und Frau beschrieben, ja die Beziehung zwischen Menschen grundsätzlich. Der Mensch wird als Gruppentier ausgewiesen, der von seiner Natur nicht dazu veranlagt ist, allein klar zu kommen. Das entspricht ja auch den Erkenntnissen der modernen Wissenschaften. Zum anderen wird die Frau als Gehilfin des Mannes ausgewiesen. Darüber kann man heute geteilter Meinung sein. Wir würden es daher heute nicht mehr als Subordination, also Unterordnung, sondern als Beiordnung verstehen. Damit weist Gott die Familie, die sich in der Verbindung von Mann und Frau stiftet, als kleinste Zelle der menschlichen Gemeinschaft aus. Eine Notwendigkeit zu einer solchem Gemeinschaft wird hier hingegen nicht allgemein festgestellt.
Gen 2,24: „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden sein ein Fleisch“
Hier wird der Vorgang explifiziert, den ein Mann durchmacht, wenn er eine Frau heiratet. Zunächst einmal löst sich der Mann bis zu einem gewissen Grad von seiner bestehenden Familie, er tritt also aus ihr heraus. Ein solcher Vorgang kann, gerade in einer patriarchalen Kultur, kritisch betrachtet werden, weshalb die Hl. Schrift den bedingten Emanzipationsvorgang autorisiert. In einem zweiten Teil wird erneut das Wesen des Beziehung von Mann und Frau umschrieben. Ein Fleisch bezieht sich sowohl auf die sexuelle Vereinigung, als auch auf die besonders enge Verbindung der Eheleute zueinander. Wie bereits in der Vorhergehenden Stelle wird aber keine Notwendigkeit eines solchen Vorganges verlangt.

Samstäglicher Newsticker

New York/Kaffbeuren: Vor dem Gebäude der UN erklärte der Vorsitzende der Initiative gegen Papst und Kirche im Geiste Jesu des Zimmermanns Hermann von Region seine Initiative sei nun nach kurzer Zeit auch auf internationalem Niveau angekommen. Es sei ein gutes Zeichen, dass sich Priester und Ordensleute in aller Welt endlich gegen die römische Tyrannei erheben würden. Gerade erst habe er zwei neue Priester in Südamerika für seine Sache gewonnen, sodass die Initative nunmehr schon 9 Priester umfasse.

Hannover: Margot Käsman, Lutherbeauftragte der evangelischen Kirche sprach von Luther als einer zwiespältigen Figur. Zwar habe er sich gegen den Antichristen - den Papst - gestellt und gegen das römische Diktat die Gewissensfreiheit ausgerufen. Er sei daher Vorbild für alle Christen. Leider habe er aber die Menschenrechtscharta der UN nicht unterschrieben, nicht an den Heilsweg des Islam geglaubt, nicht auf den Zentralrat der Juden gehört und nicht klar genug Stellung gegen rechts bezogen.

Washington: In Amerika will man das Problem des Kommunionempfanges auf ganz eigenem Wege lösen. Father Wiliam McGloster erklärte, vor der Kommunionspendung werde er ein Gebet sprechen, worin er Gott bitten würde, diejenigen auszuwählen, die er um seinen Tisch nicht sitzen haben wolle. Wenn so jemand zur Kommunion vortrete, solle es Gott donnern lassen.

Dresden: In Sachen hat sich die evangelische Landeskirche gespalten. Aufgrund der Haltung gegenüber Homosexuellen im Pfarrhaus traten zahlreiche Pastoren und Gläubige aus der Landeskirche aus, da sie das Wort der Schrift nachdrücklich verunkläre, die Homosexualität als Sünde ausweise. Der Anführer der Gruppe Pastor Erich Funke erklärte, er werde Kontakt mit Rom aufnehmen, um eine Konversion zu besprechen: "Wir mussten erkennen, das nicht die Landeskirche die Hüterin des Wortes Gottes ist, sondern die römische Kirche.

Freitag, 15. Juni 2012

Zölibat und Bibel

Vor kurzem fragte mich ein Kommilitone, ob ich ihm etwas über das Zölibat erzählen könnte. Besonders würde ihn interessieren, ob es für diese Lebensform eine biblische Begründung gibt. Da ich nun gerade einen Beitrag zum Thema Zölibat bei der Pilgerin - sehr lesenswert, hier zu finden - gelesen habe, erlaube ich mir, die Antwort zu posten, die ich ihm gab.

Der Katechismus der Heiligen Kirche lehrt hierzu:

1579 Mit Ausnahme der ständigen Diakone werden alle geweihten Amtsträger der lateinischen Kirche normalerweise aus den gläubigen Männern gewählt, die zölibatär leben und den Willen haben, den Zölibat „um des Himmelreiches willen" (Mt 19,12) beizubehalten. Dazu berufen, sich ungeteilt dem Herrn und seiner „Sache" zu widmen [Vgl. 1 Kor 7,32], geben sie sich ganz Gott und den Menschen hin. Der Zölibat ist ein Zeichen des neuen Lebens, zu dessen Dienst der Diener der Kirche geweiht wird; mit freudigem Herzen auf sich genommen, kündigt er strahlend das Reich Gottes an.

Die beiden Stellen verweisen auf die besondere Hochschätzung, die man seit den Tagen Jesu und der Apostel dem zölibatären Leben bewiesen hat:

Mt 19,12: Denn einige sind von Geburt an zur Ehe unfähig; andere sind von Menschen zur Ehe unfähig gemacht; und wieder andere haben sich selbst zur Ehe unfähig gemacht um des Himmelreichs willen. Wer es fassen kann, der fasse es!

1 Kor 7,32-38: Ich möchte aber, dass ihr ohne Sorge seid. Wer ledig ist, der sorgt sich um die Sache des Herrn, wie er dem Herrn gefalle; wer aber verheiratet ist, der sorgt sich um die Dinge der Welt, wie er der Frau gefalle, und so ist er geteilten Herzens.... Also, wer seine Jungfrau heiratet, der handelt gut; wer sie aber nicht heiratet, der handelt besser.

Im Übrigen geht ja schon aus der Geschichte des Lebens Jesu und seiner Apostel eine gewisse zölibatäre Lebensform zurück. Bei der Jesus-Bewegung handelte es sich um eine Wanderbewegung, dass heisst, der harte Kern der Jünger war mit Jesus unterwechs, vermutlich von Frau und Kind getrennt. Auch die Reisetätigkeit eines Petrus oder eines Paulus lässt sich schlecht mit einer Ehe vereinbaren und so erfahren wir von Frauen im Leben der wichtigsten Apostel nichts. Auch Jesus war, wenngleich es eigentlich nicht erwähnt werden muss, unverheiratet. Das alles sind die Männer, nach denen sich der Priester ausrichtet, denen er nachzufolgen will. Die Kirche spricht hier von der Ganzhingabe. Diese Ganzhingabe wird durch eine eheähnliche Beziehung gestört bzw. behindert, wie es ja die Schrift selber lehrt. Und es ist ja auch jedem ganz einsichtig, dass eine Ehe einem Menschen Pflichten auferlegt und an ihn Ansprüche stellt. Kann ein Familienvater sich ganz Christus hingeben und in der Nachfolge der Apostel seinen eigenen Willen aufgeben, um ganz allein Christus zu gehorchen? Oder muss er nicht vielmehr Rücksicht auf seine Familie nehmen und muss der radikalen Erfüllung des göttlichen Willens die familiären Interessen voranstellen? Auch der Herr selbst hat ja seine Familie abgewiesen (Mk 2,31; Mt 12,46-50; Lk 8,19ff). Nicht weil er sie nicht geliebt oder er missachtet hätte (Joh 19,25), sondern weil er seine Botschaft von Gott als wichtiger ansah und sich dieser Botschaft ganz untergeordnet hat. So soll auch der Priester handeln und deswegen hat es die Heilige Kirche befunden, ihm das Zölibat vorzuschreiben.

Benedikt XVI. am Schreibtisch


Mittwoch, 13. Juni 2012

Paul VI. am Schreibtisch


Verhalten bei Verwundung durch die Sünde

"Sündige nicht mehr" weist Jesus die Ehebrecherin und uns alle an. Doch befolgen wir, oder zumindest ich, diesen Befehl nicht sehr konsequent. Nicht selten, oft, ja täglich sündigen wir auf verschiedene Weisen und in unterschiedlichen Schweregraden. Manche sind so nebensächlich, ja gering, das ich Normalo sie gar nicht bemerke und man schon das ausgeprägte Empfinden eines großen geistlichen Menschen braucht, um sie wahrzunehmen. Andere Sünden wiederum sind offensichtlich.

Doch wie damit umgehen?
Gerade wenn ich gerade gesündigt habe und es bemerke, bin ich besonders anfällig für die Einflüsterungen des Teufels, der mich in der Sünde halten will. Gerade in dieser Zeit der Schwäche ist es umso dringlicher, richtig zu handeln, um sich nicht immer weiter in die Sünde zu verstricken.

Lorenzo Scupoli hat daher dieser Zeit ein eigenes Kapitel in seinem Buch "Der geistliche Kampf" gewidmet. Ich habe es als sehr hilf- und segensreich emfpunden und möchte es daher an dieser Stelle vollständig wiedergeben:

"Fühlst du dich verwundet, weil du aus Schwachheit oder sogar mit Wissen und Willen fehltest, dann werde nicht kleinmütig und unruhig, sondern kehre auf der Stelle zu Gott zurück und sage zu ihm: "Siehe, Herr, da habe ich wieder gezeigt, was ich bin; von mir aus war ja nichts anderes als ein Fehltritt zu erwarten."
Denke etwas darüber nach und verdemütige dich vor dir selbst. Bereue die Beleidigung Gottes und verabscheue, ohne die Fassung zu verlieren, deine sündhaften Leidenschaften, namentlich jene, die dich zur Sünde führten. Und fahre dann fort: "Herr, auch hier wäre ich weiter gegangen, wenn deine Güte mich nicht zurückgehalten hätte."
Sage ihm jetzt Dank. Umfasse ihn mit noch innigerer Liebe und bewundere seine Güte, daß er dir trotz deiner Sünden seine Rechte bot, um dich vor weiterem Falle zu bewahren. Und voll Vertrauen auf seine unendliche Barmherzigkeit sprich: "Herr, zeige dich wie du bist: Verzeihe mir und laß nie zu, daß ich mich je im Leben von dir trenne; daß ich von dir weggehe und dich noch einmal beleidige." Dann aber grüble nicht mehr darüber nach, ob Gott dir auch wirklich verziehen hat oder nicht; denn es wäre nur Hochmut, Beunruhigung des Geistes, Zeitvergeudung und Hinterlist des bösen Feindes, der dich durch scheinbar gute Vorstellungen täuschen will.
Überlass dich also rückhaltlos Gottes liebevoller Vatersorge und fahre in deinen Übungen gerade so fort, als ob die gar nicht gestrauchelt wärest. Und solltest du tagsüber wiederholt fallen und verwundet werden, dann tu, was ich dir gesagt habe, mit nicht geringerem Vertrauen ein zweites, drittes und auch letztes Mal genau so wie das erste Mal. Und mit noch größerer Selbstverachtung und wachsendem Abscheu vor der Sünde gib dir Mühe, behutsamer zu wandeln. Diese Übung missfällt dem bösen Feind ungemein, weil er weiß, wie wohlgefällig sie Gott ist, und weil er sich von dem beschämt und überwunden sieht, den er vorher besiegt hatte. Darum bemüht er sich, uns durch mannigfache heimtückische Kunstgriffe davon abzuhalten, was uns leider wegen unserer Fahrlässigkeit und geringer Wachsamkeit über uns selbst vielfach gelingt. Stößt du daher auf Schwierigkeiten, dann mußt du dir noch mehr Gewalt antun, indem du diese Übungen auch bei einem einzigen Fehltritt öfters wiederholst.
Bist du nach deinem Fehler unruhig, verwirrt und verzagt, dann mußt du zuallererst den Frieden und die Ruhe des Herzens zugleich mit dem Vertrauen wieder zu erlangen trachten. Die Unruhe, die du nämlich der Sünde wegen empfindest, hat ihren Grund nämlich nicht in der Beleidigung, die du Gott, sondern in dem Schaden, den du dir selbst zugefügt hast.
Das Mittel, um diesen Frieden wiederzugewinnen, besteht darin, daß du dir für den Augenblick den Fehltritt ganz aus dem Sinn schlägst und einzig die unaussprechliche Güte Gottes betrachtest, wie er mit unsagbarem verlangen bereit ist, dir jede, auch die schwerste Sünde zu vergeben, und wie er den Sünder auf die verschiedenste Weise und auf vielerlei Wegen ruft, damit er komme und sich in diesem Leben durch die heiligmachende Gnade und im Jenseits durch die ewig beseligende Glorie mit ihm vereine.
Hast du durch solche oder ähnliche Erwägungen dein Herz beruhigt, dann führe dir deinen Fehltritt wieder vor die Seele und verfahre, wie ich es dir oben sagte. Kommt die Stunde zum Empfang des Bußsakramentes - dessen häufigen Empfang ich dir nicht genug an Herz legen kann -, dann überdenke wieder alle deine Fehltritte und bekenne sie aufrichtig deinem Beichtvater mit erneutem Reueschmerz und Mißfallen über die Gott angetane Beleidigung und mit dem Vorsatz, ihn nicht mehr zu beleidigen."  
Quelle: Lorenzo Scupoli: Der geistliche Kampf, S. 120-123.

Dienstag, 12. Juni 2012

Johannes XXIII. am Schreibtisch


Alles in rechtem Maß

"Abbas Elegrius sprach: Einen unruhigen und ausschweifenden Geist bestärkt das Lesen, Wachen und Beten. Die Glut der Begierde aber löscht der Hunger, die Arbeit und der Fleiß. Und den erregten Zorn unterdrückt der Psalmengesang, die Geduld und die Barmherzigkeit, jedoch alles zur rechten Zeit und in rechtem Maß. Denn unzeitig oder maßlos getan, hilft es nur wenig und bringt fast mehr Schaden als Nutzen."
Quelle: Weisungen der Väter, Spruch 973.

Montag, 11. Juni 2012

Pius XII. am Schreibtisch



Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner



Mein Herr und mein Gott,
nimm alles von mir, was mich hindert zu dir.

Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner.

Mein Herr und mein Gott,
gib alles mir, was mich fördert zu dir.

Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner.

Mein Herr und mein Gott,
nimm mich mir
und gob mich ganz zu eigen dir.

Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner.

Sonntag, 10. Juni 2012

Kurzkommentar Mt 24,45-51

"Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den der Herr eingesetzt hat, damit er dem Gesinde zur rechten Zeit gibt, was sie zu essen brauchen? Selig der Knecht, den der Herr damit beschäftigt findet, wenn er kommt! Amen, das sage ich euch: Er wird ihn zum Verwalter seines ganzen Vermögens machen.  Wenn aber der Knecht schlecht ist und denkt: Mein Herr kommt noch lange nicht!, und anfängt, seine Mitknechte zu schlagen, wenn er mit Trinkern Gelage feiert, dann wird der Herr an einem Tag kommen, an dem der Knecht es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt; und der Herr wird ihn in Stücke hauen und ihm seinen Platz unter den Heuchlern zuweisen. Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen."
Welcher Knecht bin ich? frage ich mich immer, wenn ich diese Stelle lese. Ich würde gerne sagen, ich sei der erste, der kluge Knecht. Doch wenn ich mein Verhalten betrachte, entspricht diese Vorstellung nur bedingt der Realität. Bin ich immer beschäftigt, Gott zu dienen, seinem Wort zu erfüllen? Denn nichts anderes bedeutet ja dieses Wort Gottes. Denn ich weiss ja nicht, wann der Herr wiederkommt. Niemand tut das, wie Jesus selbst sagt. Das bedeutet, Gottes Wiederkunft immer zu erwarten. Aber so dramatisch, so universal muss es ja nicht mal sein. Manchmal denke ich mir, was wäre, wenn du jetzt vor den Richterstuhl Gottes treten musst? Passieren kann schließlich immer was. Man geht über die Straße und bumm, wird man überfahren. Man ist eine Erbse und erstickt dran. Und dann, dann steht man vor Gott. Soll ich sagen, ich hätte damit nicht gerechnet und wolle noch ne zweite Chance? Die Nummer zieht nicht, wie die Schrift lehrt. Nein. Immer muss ich bereit sein, vor das Angesicht meines Schöpfers zu treten, um als kluger Knecht gelten zu können.

Doch finde ich mich mehr im schlechten Knecht wieder. Wie oft denke ich, dass Gott micht jetzt schon nicht vor seinen Richterstuhl ruft. Da kann ich es ja noch ein bisschen, also nur ein bisschen, nicht so genau nehmen. Macht doch nichts. Hab doch noch Zeit. Später, ja später werde ich sicher ein ganz heiligmäßiger Christ. Aber heute noch nicht. Morgen, ganz bestimmt.
Und die Erfahrung bestätigt diese Haltung ja auch. Wir sterben ja nicht und der Herr lässt sich mit seiner Wiederkunft auch Zeit. Also scheint die Position doch gut zu funktionieren.
Und doch ist es eine außerordentlich dumme Haltung. Denn der Herr wird ja nicht nur irgendwann final kommen. Der Herr ist auch schon längst da. Ein Interviewbuch mit Thomas von Aquin trägt den Titel: Ist Dummheit Sünde? Eine weitere Frage ist, ob Sünde Dummheit ist?
Ja! Ganz klar. Ein Beispiel: Wenn ein Mann fremd geht und er sich mit seiner Geliebten im Ehebett tummelt, in dem zur gleichen Zeit seine Frau liegt, wie nennt man das? Dummheit!
Und genau so ist es mit uns. Der Herr ist schon da, er sitzt sozusagen neben uns und wir sündigen fröhlich weiter. Denn noch müssen wir ja nicht vor Gericht. Dummheit ist das, nichts anderes!

Das Ergebnis dieser Überlegungen muss eigentlich gar nicht mehr dargelegt werden. Ja, es wird von Jesus sogar in einem Wort kurz zuvor überdeutlich gesagt: "Darum haltet auch ihr euch bereit!" (Mt 24,44) Jesus fordert uns auf, bereit zu sein, vor Gott zu treten. Jederzeit. Immer sollen wir uns so verhalten, als könnte der Herr gleich wiederkommen, ja, als wäre er schon da. Denn genauso ist es ja auch. Dabei dürfen wir uns auch nicht darauf herausreden, dass Gott doch ein liebender Gott sei und uns schon nicht verurteilen wird. Vergleicht nicht Jesus selbst Gott mit einem strengen Herrn (Mt 25,14-30)? Sicher, wir können auf die Güte Gottes vertrauen, ja wir müssen es sogar, da wir gar nicht dazu in der Lage sind, Gottes Gebote ganz zu erfüllen und immer bereit zu sein. Zumindest nicht aus eigener Kraft. Doch trotzdem sind wir zur Umsicht aufgerufen und dazu, alles zu tun, was wir vermögen; besser, das wenige zu tun, was wir vermögen, um uns auf die Ankunft Gottes vorzubereiten. Sicher, wir werden fallen und wir werden nicht immer bereit sein. Aber wenn wir es nicht mal versuchen, wenn wir nach dem Motto leben: "Wird schon gut gehen" sind wir wie der schlechte Knecht. Und was mit dem passiert, das wissen wir. Mühen wir uns also, das wir dem Kampfplatz als Sieger verlassen (1 Kor 9,24ff). Beten und ringen wir darum, immer bereit zu sein vor Gott zu treten, damit er sagen wird: "du bist ein tüchtiger und treuer Diener ... Komm, nimm Teil an der Freude deines Herrn" (Mt 25,23).

Auch ich bin ein Sünder

"Ein Bruder hatte gesündigt und wurde vom Priester aus der Kirche gewiesen. Da erhob sich auch der Altvater Besarion und ging mit ihm hinaus, indem er sprach: "Auch ich bin ein Sünder!"
Quelle: Weisungen der Väter, Spruch 162.

Samstag, 9. Juni 2012

Pius XI. am Schreibtisch



Samstäglicher Newsticker

Gabrielstadt: Mit einer Kondomverteilaktion am Kirchenportal und der Aufstellung eines großen Wasserbettes in der Sakristei will Pfarrer Hilfrich Rot (73) auf die verquere Sexuallehre der Kirche aufmerksam machen und Anstöße geben. Wer sich daran störe, wenn in der Kirche Kondome verteilt werden, ein Bett zur trauten Zweisamkeit in der Sakristei aufgestellt in der Predigt dazu aufgefordert werden, seinen Banknachbarn doch einmal intimer kennen zu lernen, der verstehe die heutige Zeit nicht mehr und habe in seiner aufgeklärten Kirche nichts verloren.

Wien: Nach der vormaligen Generaloberin der Vöcklabrucker Franziskanerinnen Kunigunde Fürst ist ein Problem im Nachwuchs der Frauenorden auch die falsche Vorstellung der Kirche ihnen gegenüber. Die Klerikerhierarchie sehe die Frauen immer noch als Dienstboten und würde sie auch entsprechend behandeln. Das wollten sich die Frauen aber nicht mehr bieten lassen und würden entsprechend der Kirche fern bleiben. Deshalb müssten nun endlich Schritte in dieser Richtung getan werden. Wenigstens 20 % der Bischofsstühle müssten mit Ordensfrauen besetzt werden. Dann würde die Lage auch wieder besser. Sie selbst bot sich probehalber für den ersten an.

Freiburg: Zahlreiche junge und engagierte Priester (Altersdurchschnitt 70) erklären in aller Offenheit anonym, dass sie wiederverheirateten Geschiedenen, praktizierenden Homosexuellen und Zoophile zur Kommunion zulassen. Erklärung: Wir handeln bewusst gegen das Kirchenrecht. Und wenn wir uns Konkubinen halten, dann können wir auch an Schwule Brot verteilen.

Berlin: Die Gemeinschaft verfolgter Muslime wies die Aussage Volker Kauders über verfolgte Christen als "nicht hilfreich" zurück. Wer die Christen als Opfer hinstelle, verdrehe die Tatsachen. Zwar würden tatsächlich ein paar Christen verfolgt und auch einige wenige in isalmischen Ländern. Aber viel schlimmer sei die Verfolgung und Diskrimierung von Muslimen in christlichen Ländern. So würde man als Frau mit Kopftuch immer noch in einigen Statdtteilen schief angesehen, der Freitag sei immer noch kein Ruhetag, der Rammadan würde immer noch nicht in allen Schulen berücksichtigt und die Scharia sei immer noch nicht eingeführt. Unter solchen Bedinungen sei ein islamisches Leben nicht wirklich praktizierbar.

Freitag, 8. Juni 2012

Ein Glaube aus Liebe, den die Welt sehen soll

Gestern hatten wir in Limburg wie in zahlreichen anderen Orten in Deutschland und unzähligen in der Welt die Fronleichnamsprozession. Wie es Tradition ist - und durch gerade noch rechtzeitig aufklarendes Wetter ermöglicht wurde - fand die Messe im Freien statt, in Limburg auf dem Kornmarkt. Hier hatte eine der Nachbarpfarreien ein großes Blumenbild zusammengestellt, dass einen Pelikan zeigt, der sich aus Sorge um seine Jungen die Brust öffnet, um sie mit seinem Blut zu tränken. Von diesem Bild ging Bischof Tebartz-van Elst in seiner Predigt aus, deren Zusammenfassung folgt:
"Auf die Bedeutung von Bildern für den christlichen Glauben ging auch Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst in seiner Predigt ein: "Unser Glaube braucht Bilder, weil seine Größe darin besteht, dass er ein Geheimnis ist", erklärte er. Dieses Geheimnis gehe über "menschliche Worte und Begriffe, menschliches Verstehen und Erklären hinaus". Der Pelikan symbolisiert eine Liebe, die in der Bedrängnis über sich hinauswächst. So sei es im Leben die Bedrängnis, die Menschen zum Glauben bewege: "Wo Menschen Gott ihren Mangel anvertrauen, ihren Hunger nach Leben, gibt Gott ihnen die nötige Nahrung", so Tebartz-van Elst. "Wo immer Krisen Menschen an den Rand bringen, liegt gerade dort die Schwelle für Gottes Wunder". Nöte im Leben bewegen Menschen, tiefer zu fragen: "Wir sprechen wieder von einem Hunger nach Spiritualiät, die mehr ist als schönes Gefühl." Es sei der Hunger nach einem Glauben, der das Leben in Liebe trage. Das Bild des Pelikans mache ebenso deutlich, dass es keine wirkliche Liebe ohne Wunden geben könne. Wo dieser Zusammenhang deutlich wird, bekommt "die Eucharistie ihre größte Realpräsenz", so Tebartz-van Elst. In diesem Sinne "ist die Eucharistie die heilbringende Speise, in der Jesus, der verwundete Arzt, selbst zur Medizin wird für alle, die an der Liebe leiden und aus Liebe alles geben wollen". Die öffentliche Prozession zu Fronleichnam sei das Bekenntnis eines "Glaubens aus Liebe, den die Welt sehen soll"."

Wie die Häresien in die Kirche kommen

"Eines Tages wies uns der Altvater Palladius zurecht: Glaubt mir, meine Söhne, durch nichts anderes sind die Schismen und die Häresien in die heilige Kirche gekommen als dadurch, daß wir Gott und den Nächsten nicht genug lieben."
Quelle: Weisungen der Väter, Spruch 1035.

Pius X. am Schreibtisch

Donnerstag, 7. Juni 2012

Kurzkommentar zu Mt 11,29

"Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig"
Diese Stelle berührt mich ganz besonders. Hier ist Jesus Fordernder und Fördernder. Er fordert von uns, sein Joch auf uns zu nehmen und er fördert uns, indem er uns dafür wichtige Aspekte seines Beispieles zeigt. Er befielt uns nicht vorwärts, in unbekannte Regionen. Nein, er geht den Weg selber, er bereitet den Weg, den er uns zu gehen auffordert.
Und weil er die Wirklichkeit, die Begrenztheit des Menschen kennt, weil er nicht von usn verlangt, Supermänner zu sein, die alles können und alles schaffen, nennt er uns zwei wichtige Aspekte der Nachfolge: Güte und ein demütiges Herz.

Zur Güte: Gerade mit der Güte wird ja heute viel Schindluder getrieben, wie man am Ungehorsamsaufruf in Freiburg sehen kann. Güte aber bedeutet nicht, alles durchgehen zu lassen. Güte bedeutet dem Nächsten Raum für Heilung und Heiligung zu geben. Denn wie sehr leiden viele Menschen an ihren Sünden und werden sie nicht los, weil sie weder von sich noch von anderen Vergebung erfahren. Der Christ hingegen soll hier Leuchtfeuer sein. So wie ihm vergeben wurde, so soll auch er vergeben, um darin die Güte Gottes fortzusetzen und auf Christus zu verweisen. Nur durch die Güte kann echte Verzeihung, echte Vergebung und damit auch echte Befreiung wirklich werden, für uns und andere.

Das demütige Herz: Leider hat die Demut einen schlechten Klang in unserer Zeit, in der Prophilneurose ein Erfolgskriterium ist. Ein Kriterium jedoch für den weltlichen Erfolg, für die irdische Last. Die himmliche Last aber kann nur mit Demut getragen werden, nur die Demut schenkt himmlischen Erfolg. Denn in der Demut kann man sein Kreuz tragen als Auftrag Gottes, kann erdulden und kann sich selbst klein machen, ohne daran zu zerbrechen. Der wahrhaft Demütige ist nicht feige oder hündisch, nicht ängstlich und nicht selbstvergessen. Vielmehr ist er selbstbewusst, weil er sich selber einzuschätzen weiss und mutig, weil er im Bewusstsein seiner Schwäche auf Gott vertraut.

Und ein letztes: Beide Punkte beeinflussen sich, ja sie bedingen sich sogar. Nur wer wahrhaft demütig ist, kann auch wirklich gütig sein und nur wer wirklich gütig ist, ist auch demütig. Denn wer seine eigenen Schwächen kennt, wer sich seiner Abhängigkeit, seiner Angewiesenheit auf die Güte Gottes und der Menschen bewusst ist, wird auch mit anderen gütig sein, weil er weiterschenkt, was er selbst erfahren hat. Und so ist die Güte ein Kriterium der Demut. Denn wer nicht gütig ist, dem fehlt es an Demut, dessen Demut ist tot und wirkungslos. Wie kann ich streng sein zu einem anderen, wie kann ich mich ihm gegenüber gnadenlos erweisen, wenn ich selbst die Gnade brauche? Dann habe ich weder das Wesen der Gnade verstanden noch die Wahrheit über meine eigene Bedürftigkeit akzeptiert und bin damit nicht demütig.

Aus einem demütigen Herzen aber fließt ein gütiges Handeln. Diese beiden, Demut und Güte, zu leben, mit ihnen zu leben, sie zu erfüllen, ist Nachfolge Jesu, ist das leichte Joch des Himmels tragen.

Tantum ergo

Meine Lieblingsversion des Tantum ergo


Und eine etwas rockigere Version



Mittwoch, 6. Juni 2012

Ruhe finden

"Wenn du dich selbst für gering hälst, hast du Ruhe, an welchem Ort du dich auch niederlassen magst."
Quelle: Weisungen der Väter, Spruch 655.

Fesseln der Macht

Habe gerade eine vierteilige Dokumentarfilmreihe über das frühe Christentum gefunden. Ist mitunter ein bisschen reißerisch, aber so ist das bei Doku-Filmen ja meistens. Wer mal durch 300 Jahre Christentum geführt werden will, ist bei diesen 40 Minuten sicherlich nicht schlecht aufgehoben. Daher habe ich den ersten Teil von Youtube übernommen, wo der Rest angesehen werden kann.

Dienstag, 5. Juni 2012

Bischof Tebartz-van Elst über das Weltfamilientreffen

Tebartz-van Elst, seines Zeichens nicht nur Bischof von Limburg, sondern auch Familienbischof über das Weltfamilientreffen in Mailand:
"Papst Benedikt XVI. hat immer wieder sehr überzeugend deutlich gemacht, dass für ihn Ehe und Familie Hauskirche ist. In ihr wird im Glauben gelebt, was dann auch an Kinder weitergegeben wird. Familie als Biotop der Glaubensweitergabe. Mit dem Motto des Treffens hat er aber auch noch einmal deutlich darauf verwiesen, dass es gerechte Arbeitsbedingungen geben muss, damit Ehen Familien werden können. Junge Leute finden oft nicht die notwendigen Sicherheiten vor, damit sie verlässlich eine Familie gründen können, und dass hält sie bisweilen auch davon ab, Kindern das Leben zu schenken. In diesem Zusammenhang hat der Heilige Vater gestern in seiner eindrucksvollen Predigt dazu aufgerufen, in der Welt der Wirtschaft und Arbeit für sichere und familienfreundlichere Beschäftigungsbedingungen zu sorgen."
Wenn wir über Familien sprechen und die Problematik, die gerade die Wohlstandsgesellschaft Deutschlands damit hat, hilft häufig ein Blick auf die Weltkirche. Denn wenngleich Europa in großem materiellem Reichtum lebt, so ist doch kaum eine Gesellschaft unfähiger geworden, Familien als ihre kleinste Zelle materiell wie ideologisch mitzutragen, was besonders im Vergleich zu Südamerika, Asien und Afrika auffällt:
"Es fällt auf, dass Europa und Nordamerika bei weitem nicht so stark vertreten waren. Man kann also sagen, dass Länder, die materiell oft bei weitem nicht so reich sind wie wir, einen viel größeren Sinn für das verbindende und verbindliche im Leben haben. Und das hat mir noch einmal sehr bewusst gemacht: Wir brauchen unbedingt ein Bewusstseinswandel, wie wichtig Familien für unsere Zukunft sind, und dass Familie in diesem Sinne auch eine Gesellschaftszukunft verkörpern. Hier braucht es Prioritäten, die Politik bemüht sich darum, wir als Kirche sind Anwalt der Ehe und Familien. Und hier sehe ich auch für mich als Familienbischof eine sehr wichtige Aufgabe, das immer wieder ins Wort zu bringen. Und solche Begegnungen, wie wir sie jetzt in Mailand erleben durften, zeigen auch noch einmal, welchen wichtigen Beitrag Kirche hierzu leisten kann."
Das Familentreffen habe auch gerade für ihn und seine Mitreisenden viele Impulse gebracht:
"Vor allen Dingen zur Frage, wie wir Ehen und Familien, die bewusst aus dem Glauben leben wollen und sich oft sogar in ihrer eigene Großfamilie in einer Art Diasporasituation als Glaubende erleben, zusammenführen können, damit sie sich gegenseitig stützen und stärken. Das, was in den Zeugnissen angesprochen wurde, hat mich doch noch einmal sehr beschenkt. Dass sie sagen, wo wir so leben und wo wir den Rückhalt anderer haben, erleben wir auch, dass wir Orientierung geben können für andere. Und in diesem Sinne ist eine Ehe- und Familienpastoral, die dies fördert, zutiefst missionarisch. Das müssen wir nun ausbuchstabieren in die unterschiedlichen diözesanen Situationen hinein."
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