Donnerstag, 31. Mai 2012

Bischofsweihe

Die Demut des Philagrios

"Unter den Heiligen war einer mit Namen Philagrios. Er wohnte in der Wüste bei Jerusalem und arbeitete mühsam, um sein Brot zu verdienen. Als er auf dem Markte stand, um seine Handarbeit zu verkaufen, da ließ jemand einen Beutel mit tausend Münzen fallen. Der Greis fand ihn, stellte sich auf einen erhöhten Platz und meinte: Notwendigerweise muß der Verlierer wieder kommen, und siehe, er kam weinend. Der Greis nahm ihn beiseite und gab es ihm. Und jeder drang in ihn, er solle einen Anteil davon nehmen. Der Greis aber wollte nicht. Da fing der Mann zu rufen an: "Kommt und seht einen Mann Gottes, was er getan hat!" Der Greis aber entwich heimlich und verließ die Stadt, denn er wollte nicht gerühmt werden."
Quelle: Weisungen der Väter, Spruch 929.

Mittwoch, 30. Mai 2012

Mitra und Tiara pretiosa

Die geöffnete Tür der Kirche

Am Pfingstsonntag hat Bischof Tebartz-van Elst im Limburger Dom eine Predigt gehalten, bei der er sich wieder einmal als Bischof im römisch-katholischen Sinne geoutet hat. Nicht nur, das er den Papst in seiner Predigt erwähnte und es ablehnte, dem Zeitgeist hinterherzurennen, auch die Pfarrer-Initative eines Helmut Schüller wurde indirekt abgewatscht. Dabei hat sich gezeigt, das Pfingsten nicht das Fest eines nostalgisch in  die 60er Jahre blickenden Altherrenklerus und von Berufskatholiken ist, sondern das Fest der Gott und damit der Zukunft entgegenstrebenden Kirche. Zentrum dieser Kirche ist das Offenbarungsereignis mit den Verdichtungspunkten Weihnachten und Ostern, dessen Botschaft unter dem Beistand des Heiligen Geistes bis zur Wiederkunft des Herrn weitergegeben wird. Aus dieser Botschaft erwachsen Konflikte, im Inneren wie gegenüber der Außenwelt. Aber aus dieser Botschaft erwächst auch die Kraft, diesen Widerstand nicht nur auszuhalten, sondern auch daran zu wachsen. Zeichen dieses Wachstums, das durch den Heiligen Geist ermöglicht wird, sind die geöffneten Türen der Kirche, die alle Einladen, die Gott suchen möchten und ihn zu finden bereit sind.

Eine bistumsamtliche Zusammenfassung der Predigt folgt:
"Pfingsten ist das Fest der geöffneten Türen. Dies sagte Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst im Pontifikalamt am Pfingstsonntag, 27. Mai, im Hohen Dom zu Limburg. Nach den Worten des Bischofs von Limburg wirken offene oder gar aufgestellte Türen einladend. Verschlossene Türen hingegen deuteten auf geschlossene Gesellschaften hin. "Wo unter Menschen die Tür zugeschlagen und ins Schloss fällt, scheint alle Kommunikation unterbrochen", so Tebartz-van Elst. Offene Türen wiesen auf das Wirken des Heiligen Geistes hin und hier vermittele sich, dass der an Ostern auferstandene Christus die Öffnung für die Welt bewirkt habe. Diese Öffnung sei kein Gewaltakt, sondern ein geistliches Geschehen.
In seiner Predigt verwies der Bischof auf das Zeugnis der Apostel Paulus und Barnabas, deren Sendung (Mission) keine Anpassung an den Zeitgeist, sondern ein Wagnis im Heiligen Geist gewesen sei. "Sie gehen auf die Menschen zu und sprechen dabei von Gott. Sie tragen Überlieferung des Glaubens und sie trauen ihrer eigenen Erfahrung", so Tebartz-van Elst. Im Kontakt mit der Welt hätten die Apostel Bestärkung im Glauben erfahren und es bringe viele Chancen mit sich, heute als Christ angefragt zu werden und eine Antwort aus dem Glauben heraus geben zu können. Es sei für Christen und für die Kirche nicht leicht, bei aller gesellschaftlicher Kritik und mancher Anfeindung, von innen her den Standpunkt zu klären und nicht umgeweht zu werden. "In stürmischen Zeiten gibt es auch in der Kirche die Versuchung, die Fahne nach dem Wind zu richten. Sie kann aber nur zum Segel werden, wenn wir den Mut haben, sie in den Wind zu halten", sagte der Bischof. Die Kirche finde wahre Bewegung und Fortschritt heute, wo in einzelnen die innere Entschiedenheit wachse, zu bleiben, wo andere sich wegtreiben ließen. Eine Umkehr und Entschiedenheit, die innerlich in allen Getauften und Gefirmten beginne, könne die Kirche erneuern und nicht eine Kritik von außen. Deshalb brauche die Kirche und jeder Christ den Mut einen neuen geistlichen Aufbruch zu wagen.
Bischof Tebartz-van Elst wies auch auf das von Papst Benedikt XVI. initiierte "Jahr des Glaubens" hin, das am 50. Jahrestag der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils im Herbst in Rom eröffnet wird. Es sei das Ziel dieser Initiative Christen zu stärken, den geistlichen Aufbau der Kirche zu fördern und jeden Christen einzuladen, Zeugnis seines Glaubens zu geben. "Glaube so ins Wort zu bringen, dass man ihm anmerkt, durch welche Drangsale er gegangen ist und wo er im Leben getragen hat, macht Christen interessant. Vom eigenen Leben so zu erzählen, dass darin die Deutung des Glaubens aufscheint, ist tägliche Verkündigung", sagte der Bischof. Türen gingen dort auf, wo Gottes Geist die Herzen von Menschen öffne. Wer Türen einrennen oder gar eintreten wolle, erreiche keine Öffnung, von der eine Einladung ausgehe. Die Suche nach einem Dialog in der Kirche, der wirklich weiterführe, komme an dieser Erkenntnis nicht vorbei. Der Glauben der Christen und die Gemeinschaft der Kirche seien dann attraktiv, wenn geöffnete Türen das Spiegelbild eines offenen Herzens sind. Aus dem Gebet und aus dem Geist des Anfangs, komme die Kraft in die Welt hinauszugehen."

Dienstag, 29. Mai 2012

Pius XII. Santo Subito

Tolles Bild, hier gefunden.


Volle Zustimmung!

Priesterweihe im Limburger Dom

Vorgestern hat Bischof Tebartz-van Elst Diakon Christian Fahl, den ein wenig persönlich zu kennen ich die Freude habe, gespendet. Zwar war es leider "nur" ein Weihekandidat, trotzdem ist natürlich auch "nur" eine Weihe schon eine große Gnade für das Bistum und zugleich das zentrale Ereignis im Leben des Neupriesters. So hat denn der Bischof in seiner Predigt besonders den Weihekandidaten angesprochen, aber auch für alle Gläubigen die Aufgabe und Rolle des Priestertums skizziert und damit einen wichtigen Aspekt des christlichen Lebens, das ein Leben in Gemeinschaft und mit den Sakramenten ist, angesprochen. Im weiteren soll daher aus dem entsprechenden Beitrag auf der Internetseite des Bistums zitiert werden:
"Priesterlicher Dienst ist Hirtendienst für die Menschen und für die Kirche", so Tebartz-van Elst. In seiner Predigt machte er deutlich, dass priesterlicher Dienst kein Selbstzweck sei und auch wenig mit Selbstverwirklichung zu tun habe. Es ginge vielmehr darum, Menschen zusammenzuführen und die Herde zusammenzuhalten. Dies sei im Bild des guten Hirten (vgl. Joh 10, 14) erfahrbar, das eine Einmütigkeit zeige, die das Miteinander höher bewerte als die eigenen Meinungen. "Es ist ein Zusammenhalt, der aus dem Innersten der Kirche kommt, der Hingabe des Herrn für seine Herde", erklärte der Bischof. Im priesterlichen Leben gehe es um diese Hingabe und um einen Hirtendienst, der immer auch mit einem geistlichen Gehorsam verbunden sei. "Es geht um eine Hingabe, die sagt, was gesagt werden muss, ohne einen Ton anzuschlagen, der trennt. Es geht um einen Gehorsam, der nicht mundtot machen darf und genauso wenig sich nur das heraus nimmt, was einem passt", so Tebartz-van Elst. Gehorsam in der Kirche sei die Gabe, das Ganze zu sehen und die Bereitschaft, dem Ganzen zu dienen. Gehorsam sei mehr als Disziplin und Loyalität und dürfe nicht blind sein, sondern beinhalte einen "Freimut zum wahren Wort im lauteren Ton und genauso die Haltung des Respekts, sich einbinden zu lassen." Er bewahre geradezu davor, dass einem Hören und Sehen vergehe. Priesterlicher Dienst beginnt nach den Worten des Bischofs jeden Tag neu damit, das Ohr des eigenen Herzens zu neigen, um die Stimme des Herrn, des guten Hirten, zu hören. Nur aus diesem täglichen Lauschen, könne der Priester seine Gemeinde dazu bewegen, "Jesus als den guten Hirten aus den vielen Worten der Medien und der Meinungen herauszuhören". Der Priester müsse geistlich hören können, um ein Lauschender zu sein, aus dem ein Liebender werde. Er müsse Worte und Wege finden die aufrichten und zusammenführten. "Gehorsam ist Liebe und nicht Zwang", so der Bischof. Leidenschaft aus Liebe begründe einen Gehorsam aus freier Gesinnung. Wo der Gehorsam verloren geht, bleibe auch der innere Zusammenhalt einer Gemeinschaft auf der Strecke."

Dem H.H. Christian Fahl gratuliere ich ganz besonders herzlich, wünsche ihm alles Gute für seinen priesterlichen Dienst und Gottes reichen Segen für ihn und alle, denen er Hirte sein darf.

Montag, 28. Mai 2012

Wenn ich über das Maß spanne, dann bricht der Bogen

"Da war einer, der in der Wüste nach wilden Tieren Jagd machte. Er sah, wie der Altvater Antonios mit den Brüdern Kurzweil trieb, und er nahm Ärgernis daran. Da nun der Greis ihm klarmachen wollte, daß man sich zuweilen zu den Brüdern herablassen müsse, sprach er zu ihm: "Lege einen Pfeil auf den Bogen und spanne!" Er machte es so. Da sagte er zu ihm: "Spanne noch mehr!" und er spannte. Abermals forderte er ihn auf: "Spanne!" Da antwortete ihm der Jäger: "Wenn ich über das Maß spanne, dann bricht der Bogen." Da belehrte ihn der Greis: "So ist es auch mit dem Werk Gottes. Wenn wir die Bürder übers Maß anstrengen, versagen sie schnell. Man muß also den Brüdern ab un zu entgegenkommen." Als der Jäger das hörte, ging er in sich, und mit großen Gewinn schied er von dem Altvater. Die Brüder aber kehrten gefestigt an ihren Ort zurück."
Quelle: Weisungen der Väter, Spurch 13.

Pius XII. auf der Sedia gestatoria



Sonntag, 27. Mai 2012

Menschliche und göttliche Hilfe

Teresa von Avila an Jeronimo Gracian:
"Ich fürchte, wenn man auf die menschliche Hilfe zu bauen beginnt, wird man die göttliche verlieren."

Sonntäglicher Newsticker

Mannheim: Bischof Müller hat Gruppen wie "Wir sind Kirche und ihr nicht" als parasitäre Existenzformen bezeichnet und damit Widerspruch hervorgerufen. Die Reformgemeinschaft "Weg mit der Amtskirche", eine Gruppe reformfreudiger Pastoralreferent_Innen verbat es sich eine solche Bezeichnung.

Klein-Kleckersdorf-Ost: Wilhelime Küsselbecker zeigte sich von der Aussage Bischof Müllers überrascht, die Kirche müsse evangeliumskonform sein. Dabei sei doch allgemein bekannt, dass die ewige Wahrheit nicht in der Bibel, sondern im Willen der Gesellschaft zu finden sei.

Mannheim: Zum Abschluss des Katholikentages forderten noch einmal verschiedene Gruppen das Frauenpriestertum. Sie rekurierten dabei auf die Bibel und auf Dan Brown. Gerade das letztgenannte Werk begründe den Anspruch der Frauen auf das Priestertum und auf das Papstamt. Widerspruch wiesen sie dabei zurück. Dan Browns Sakrileg käme die gleiche wissenschaftliche und gläubige Autorität zu wie der Bibel, sogar eine höhere, da die Bibel bewusst verfälscht worden sei.

Alcalá de Henares: Nachdem der Stadtrat von Alcalá den dortigen Bischof wegen vermeindlicher Homophobie von allen städtischen Veranstaltungen ausgeschlossen hat, wird nunmehr seine Absetzung und Verbannung aus der Stadt erwogen. Um weitere Konflikte in Zukunft zu vermeiden, sollen zukünftige Bischöfe vor ihrer Ernennung ihre Übereinstimmung mit der Haltung des Stadtrates nachweisen. Denn "uns [dem Stadtrat] kommt es zu, die Kirche zu überwachen und ihre moralischen Richtlinien aufzustellen."

Berlin/Washington: Seit Papst Benedikt XVI. mit den Piusbrüdern in Verhandlungen steht, werfen ihm reformortientierte Christen dem Papst antisemitische Tendenzen vor. Jeder Jude würde sich beleidigt fühlen, wenn Benedikt XVI. die Piusbrüder aufnimmt. In den USA erklärte ein Rabbi und Holocaustüberlebender, er vertraue auf das Urteil des Papstes, auch wenn er die Piusbrüder wieder aufnehme.

Samstag, 26. Mai 2012

Pius XII. und ganz viel rot



Mal ehrlich

Mal ehrlich.
Geht es nur mir so oder ist diese ganze Pius-Brüder-Aufnahmegeschichte langsam nicht mehr auszuhalten. Der Papst kann einem echt leid tun. Das Amt ist ohnehin kein Spass. Aber langsam wird's doch ein bisschen arg.

Fassen wir nochmal kurz zusammen: Der Hl. Vater geht auf eine Gruppe von Christen zu, die sich mit Rom (oder dem aktuellen Rom in ihrer Diktion) überworfen haben, die aber immer noch grundsätzlich daran glauben, dass die Bibel keine Erfindung ist, Jesus wirklich Gott war und das Brot nach der Wandlung der Herr selbst und keine Keks ist, die aber daran zweifeln, ob Rom all das immer noch wirklich und ganz vertritt und die deshalb vor einigen Jahrzehnten einen Zwergenaufstand angezettelt haben und seitdem wagenburgmäßig vor sich hin brüten, auf bessere Zeiten hoffend. Mit diesem Personal also muss der Hl. Vater verhandeln und so geht es jetzt schon seit einer gefühlten Ewigkeit hin und her und her und hin.

Und jetzt, so langsam, so ganz langsam deckt sich das Kernproblem auf: Die Piusbrüder wissen selbst nicht so recht, was sie wollen. Die episkopale Führungsetage besteht aus vier Bischöfen, von denen einer die historische Kompetetenz eines Abfalleimers hat - wo seine Aussagen auch reingehören - und zusammen mit zwei anderen tendentiell der Meinung ist: Rom ist böse, basta! Indessen scheint der Generalobere der Gemeinschaft zumindest die Möglichkeit in Erwägung zu ziehen, dass man sich mit Rom einig werden kann. Wobei spekuliert werden darf, wie Fellay - so der Name des genannten - wirklich denkt und wie viel er aus Rücksicht auf seine Mitbrüder auf die Bremse tritt. Denn ein Teil der Piusbrüder scheint nach Rom zurück zu wollen, der andere scheint sich in der Wagenburg ganz gemütlich eingerichtet zu haben. Und natürlich, das kann ihnen keiner verübeln, wollen die Piusbrüder nicht Selbstmord begehen. Immerhin haben sie schon eine Spaltung hinter sich und eine durch eine weitere Spaltung geschwäche Bruderschaft hat in der Kirche noch schlechtere Karten, als sie das realistisch gesehen ohnehin schon hat. Wir alle wissen ja zu genüge, das Bestimmungen aus Rom vor Ort eher als Empfehlungen denn als Weisungen wahrgenommen werden. Die ganzen, pardon, altlinken Konzilsvergeistigten in den Ordinariaten und Pfarreien werden die Piusbrüder genauso wenig leiden können wie vorher, offizieller Status hin oder her.

Das zeigt ein Interview des neuen Durch Gottes Ganden Großinquisitor für Häresie gegen den Geist des Zweiten Vatikanums und der allgemeinen Mitmenschlichkeit mit jedem außer denen die wir nicht mögen Hans Küng. Der erklärt schonmal prophylaktisch, der Papst sei Schismatiker wenn er die Piusbrüder wieder reinlassen werde und verdiene nicht mehr den Gehorsam der Katholiken - Hans Küng ist der Vorsitzende der Vereinigung papsttreuer Katholiken in Deutschland. Außerdem verliere ein solcher Papst sein Amt - wenn er "Wählt mich! Wählt mich!" rufen würde bekäme er wenigstens Pluspunkte für Ehrlichkeit. Um die Bedeutung dieser Aussage zu ermessen, wollen wir uns nochmal kurz vergegenwärtigen, dass es sich bei Hans Küng und den Seinen um eine Gruppe von Christen handelt, die sich praktisch mit Rom überworfen haben und die grundsätzlich daran glauben, dass die Bibel reine Erfindung ist, Jesus nur Mensch war und das Brot nach der Wandlung immer noch ein Keks ist und die wissen, dass Rom all das immer noch nicht vertritt und die deshalb seit einigen Jahrzehnten einen Zwergenaufstand anzetteln und wagenburgmäßig vor sich hin brüten, auf bessere Zeiten hoffend.

Mal ehrlich.
Ich kann mich des Eindruckes nicht erwehren, dass es hier wie da zwei Gruppen gibt: Bei den Piusbrüdern solche, die wieder in die Kirche rein wollen und solche, die draußen bleiben wollen. Und es gibt in der Kirche solche, die drinnen bleiben wollen und solche, die raus wollen.
Da kann man doch die einen ziehen und die anderen rein lassen.

Freitag, 25. Mai 2012

Abbas Lukios und das unablässige Gebet

"Einmal kamen einige zum Abbas Lukios in Enaton, Mönche, die man Euchiten (Beter) nannte. Der Greis fragte sie: "Worin besteht euer Handwerk?" Sie antworteten: "Wir rühren mit keinem Finger an ein Handwerk, sondern, wie der Apostel sagt, wir beten unaufhörlich." (1 Thess 5,17). Darauf sprach der Alte zu ihnen: "Eßt ihr nicht?" Sie antworteten: "Doch!" Er sagte zu ihnen: "Wenn ihr also eßt, wer betet inzwischen für euch?" Wiederum sprach er: "Schlaft ihr nicht?" Sie sagten: "Doch." Und der Greis darauf: "Wenn ihr also schlaft, wer betet indessen für euch?" Darauf wußen sie keine Antwort zu geben. Er sprach zu ihnen: "Verzeiht mir, aber ihr tut nicht, was ihr sagt. Ich aber will euch zeigen, daß ich trotz Verrichtung meiner Handarbeit unablässig bete. Ich setze mich mit Gott nieder, weiche meine kleinen Palmfasern ein und flechte sie zu einem Seil. Dabei sage ich: "Erbarme dich meiner, o Gott, in deinem großen Erbarmen, und nach der Menge deiner Erbarmungen wasche ab meine Ungerechtigkeiten" (Ps 50,3). Und er fragte sie: "Ist das kein Gebet?" Sie antworteten: "Doch!" Da sprach er zu ihnen: "Wenn ich den ganzen Tag mit Arbeiten und Beten verbringe, dann verdiene ich sechs Münzen, mehr oder weniger. Zwei davon gebe ich an die Tür (als Almosen), und von den übrigen bestreite ich das Essen. Und es betete für mich, der die zwei Münzen bekommen hat, während ich esse oder schlafe. Und durch die Gnade Gottes wird so von mir das unablässige Beten erfüllt" (Lk 18,1; Kol 4,2)
Quelle: Weisungen der Väter, Spruch 446.

Pacelli in den USA


Donnerstag, 24. Mai 2012

Oremus

Der größte Gewinn

Theresa von Avila an Lorenzo de Cepeda:
"Wenn wir uns beunruhigen, so haben wir noch nicht alles losgelassen. Der größte Gewinn für uns ist, alles zu verlieren, was nicht ewig währt und daher kaum zu achten ist im Vergleich zum ewigen Leben ... Wirklich, wir kennen uns selbst nicht."

Mittwoch, 23. Mai 2012

Der Papst weist auf Christus hin

Es ist ja allgemein bekannt, dass der römische Papst sich selbst für den Vizegott hält, das Angesicht der Kirche verdunkelt und vom wahren Hohepriester Jesus Christus ablenkt.


Dienstag, 22. Mai 2012

Schau nach oben

Abbas Serapion im Bordell

"Einmal kam der Altvater Serapion auf einer Wanderung durch ein ägyptisches Dorf. Er sah eine Dirne in ihrem Hause stehen. Der Greis sagte zu ihr: "Erwarte mich abends, denn ich will zu dir kommen und diese Nacht bei dir verbringen." Sie antwortete: "Gut Abbas." Sie schmückte sich und richtete das Lager her. Als es spät am Abend war, kam der Alte zu ihr, trat in die Wohnung und sprach zu ihr: "Hast du das Lager hergerichtet?" Sie antwortete: "Ja!" Er schloß die Tür und sagte: "Warte ein wenig, weil wir die Vorschrift haben, etwas zu warten, bevor wir etwas tun." Und der Greis begann mit seinem Gebetsgottesdienst, mit dem Psalmengebet, nach dem er ein anderes Gebet sprach, in dem er für sie zu Gott flehte, er möge sie bekehren und sie retten. Und Gott erhöhte ihn. Das Weib stand zitternd da und betete mit ihm. Als der Greis den ganzen Psalter vollendet hatte, fiel das Weib auf den Boden, und nun begann der Greis mit dem Apostel und las viel aus ihm. Und so beendete er seinen Dienst. Da war die Frau erschüttert und erkannte, daß er nicht wegen der Sünde zu ihr gekommen war, sondern um ihre Seele zu retten. Sie fiel vor ihm nieder und sagte: "Erweise mit die Liebe, Abbas, und führe mich dahin, wo ich Gott gefallen kann." Da führte sie der Greis in ein Jungfrauenkloster und übergab sie der Amma mit den Worten: "Nimm dieese Schwester auf, und lege ihr nicht das gleiche Joch und die gleiche Vorschrift auf wie den Schwestern. Sondern, wenn sie etwas will, dann gib es ihr und erlaube ihr hinzugehen, wohin sie wünscht." Nach zwei Tagen sagte sie: "Ich bin eine Sünderin, ich will nur alle zwei Tage essen." Und nach weiteren Tagen sagte sie: "Ich habe viele Sünden, ich will nur alle vier Tage essen." Nach einigen Tagen wandte sie sich an die Amma: "Nachdem ich Gott so vielfältig beleidigt habe durch meine Gesetzesübertretungen, so tue mir die Liebe und weise mich in ein Kellion und verschließe es; und durch das Fenster reiche mir etwas Brot und die Handarbeit." Die Amma machte es so. Und während der ganzen übrigen Zeit ihres Lebens war sie Gott wohlgefällig."
Quelle: Weisungen der Väter, Spruch 875.

Montag, 21. Mai 2012

Küsselbeckers Katholikentag

Im Gespräch heute mit Frau Prof. Dr. Dr. Wilhelime Küsselbecker, die uns ihre Eindrücke vom Katholikentag schildert.

Frau Prof. Dr. Dr. Küsselbecker, wir danken ihnen sehr, dass sie die Zeit für uns gefunden haben. Sie waren ja am Wochenende auf dem Katholikentag in Mannheim. Wie fanden sie es denn?

Nun, wissen sie, grundsätzlich war ich nicht so begeistert.

Warum nicht?

Fangen wir mal bei dem Namen an: Mannheim. Ich finde es schon ziemlich dreist, einen Katholikentag in einer Stadt mit einem solchen Namen abzuhalten. Als Frau fühlte ich mich schon bei der Ankunft unheimisch und zurückgewiesen. Des weiteren handelt es sich bei einem Katholikentag ja eigentlich um eine Veranstaltung von Laien für Laien. Ich finde da haben Priester und vor allem Bischöfe gar nichts verloren. Zudem hat mir das Motto nicht gefallen: Einen neuen Aufbruch wagen. Das finde ich so negativ. Das verschreckt doch viele Katholiken, die wie ängstliche Lämmer nichts wagen wollen und können. Denen muss man etwas deutlicher klar machen, wo der Weg lang geht. Deswegen hätte ich als Thema bevorzugt: Einen neuen Aufbruch machen. Aber mich fragt ja leider keiner.

Was uns allen vollständig unverständlich ist. Denn sie haben natürlich vollkommen recht. Wie fanden sie denn das Veranstaltungspogramm?

Na ja, ich war um ehrlich zu sein doch sehr entäuscht. Zum einen waren mir viel zu viele Messen mit Priestern dabei. Denken sie sich sowas: Zollitsch, diese ultrakonservative Giftspritze, durfte eine Messe im Schlosshof halten. Schrecklich! Ich habe sogar gehört, es habe auf dem Katholikentag eine vorkonziliare Messe geben. Können sie sich das vorstellen? Das wäre so, als würde man auf einem Kommunistischen Parteitag Werbung für die Deutsche Bank machen. Des weiteren muss gesagt werden, dass das Programm sich entschieden zu wenig mit den drängenden Problemen der Jesus-Gemeinschaft beschäftigt hat. So gab es kaum Veranstaltungen über Frauenpriestertum, die Gleichberechtigung der Laien, eine demokratische Reform der Kirche und die Ökumene.

Aber es gab doch solche Veranstaltungen?

Ja schon. Aber nicht mit mir! Haben sie mal die Flachpfeifen gesehen, die da die Veranstaltungen und Podiumsdiskussionen schmeißen. Da muss man ja papsttreu werden bei dem Personal. Zudem wurde den Besuchern mitunter tatsächlich eine Wahl geboten! Eine Wahl! Laien, die keine Ahnung haben was Jesus gewollt hätte, solchen Menschen wird z.B. auf Podiumsdiskussionen über die hierarchische Entwicklung der Kirche tatsächlich erzählt, dass es noch eine andere Meinung gibt als die, dass die demokratische Grundlegung Jesu von einer Kammarilla aus machtgeilen Fischern und stupiden pharisäischen Apparatschniks in einer großangelegten Verschwörung zerstört und auf das heutige autoritäre System umgedreht wurde. Wie sollen die denn damit umgehen? Sowas kann man doch nicht machen! Man muss ihnen ganz einfach und ganz klar sagen, was wahr ist und was nicht. Meinungsaustausch hilft da nicht.

Und was vor ihnen Gnade gefunden?

Nun, wie gesagt, das meiste war nicht so wirklich gut. Aber ich fand, es gab doch durchaus ein Paar gute Ansätze. Zum Beispiel gab es am Donnerstag einen Ledergürtelherstellungskurs. Das fand ich sehr interessant und habe mir auch gleich einen gemacht. Auch den Henna-Tattoo-Kurs fand ich gut.
Leider muss ich jedoch bemängeln, dass viele im Grunde anständige Veranstaltungen durch die fachliche Inkompetenz der Referentin verhunzt wurden. So war ich z.B. auf der Veranstaltung: Mächtige Frauen in der Kirche, gestern, heute und morgen. Und die Referentin hatte ganz offensichtlich keine Ahnung vom Thema.

Wieso?

Sie hat mich vergessen.

Schrecklich! Frau Prof. Dr. Dr. Küsselbecker, gibt es abschließende Tipps, die sie den Veranstaltern geben können?

Natürlich. Zum ersten sollte man auf einem Katholikentag nicht derart viele Menschen finden, die an die Vorschriften des Lehramts glauben. Das tut dem ganzen nicht gut, weshalb Gesinnungskontrollen durchgeführt werden müssen. Des weiteren muss klarer für das Frauenpriestertum Stellung bezogen werden. Ich denke hier daran, dass verschiedene geeignete Frauen zu Beginn per Akklamation zu Priesterinnen ernannt werden und dann für Dauer des Katholikentages die Gottesdienste leiten. Auch die Ökumene muss mehr vorangetrieben werden, z.B. an durch gemeinsame Massenmeditationen auf dem Schlossplatz mit Atheisten. Wir müssen außerdem ein Zeichen an die Moderne setzen. Hierfür sollte z.B. in Anwesenheit der Katholikentagsleitung Homosexuelle Ehen feierlich geschlossen werden. Ich denke auch an die Verteilung von Kondomen und dem Einrichten eines Platzes, wo sich Personen, die sich gerade kennengelernt haben, gemeinsam kopulieren können. Außerdem muss dringend ein Diskussionsforum über die Frage her, wie man die Jesus-Gemeinschaft geeignet in das 3. Jahrtausend führen kann. Ich biete an, mit mir selbst über diese Frage zu diskutieren. Das ist zwar nicht optimal, aber es gibt ja niemandem, der auf meinem Niveau argumentieren könnte, weshalb es besser ist, wenn alle anderen mir einfach glauben, wenn ich zu einem Ergebnis gekommen bin. Nicht zuletzt wäre das auch ein gutes Konzept für eine Kirche nach demokratisch-freiheitlichen Grundsätzen. Wobei man natürlich, wie oben gesagt, einige nach meinem demokratischen Entschluss ausschließen muss, aber das ist nunmal der Preis der Freiheit auf mich hören zu können. 

Vielen Dank, Frau Prof. Dr. Dr. Küsselbecker.

Goldig

Sonntag, 20. Mai 2012

Bischof Tebarzt-van Elst über den Katholikentag








Tolles Interview mit dem Limburger Bischof Tebarzt-van Elst auf dem Katholikentag auf domradio.
Ein Beitrag dazu findet man auf kathnet.

Sonntäglicher Newsticker

Wien: Helmut Schüller, Erster Papst der Allheiligen Kirche der Reform wie Jesus sie gewollt hat und der universalen Erlösung für alles und jeden inklusive Bäumen und Kakteen sprach sich für mehr Konflikte innerhalb der römischen-katholischen Kirche aus. Die widerliche Einigkeit, der wenigstens partielle Gehorsam und besonders die demütigen und selbstkritischen Gläubigen würden die Entwicklung der wahren Kirche Jesu Christi, die auf Ungehorsam, Rebellion, Selbstglorifizierung und Ich-Sucht aufgebaut sei im Wege stehen. Papst Helmut I. sprach sich daher nachdrücklich für die Ausgabe von Schlagstöcken an die Kirchenbesucher sowie Hard-Rock während der Messe aus. Das würde die Auseiandersetzungsbereitschaft fördern.

Berlin: Um die Sicherheit im deutschen Luftverkehr zu gewährleisten hat die Bundesregierung eine neue Sicherheitsrichtlinie erlassen. Demnach wird Katholiken aufgrund ihres hohen Gewaltpotentials grundsätzlich das Fliegen verweigert. Des weiteren werden Muslime nunmehr grundsätzlich nicht mehr von Sicherheitskontrollen erfasst, um Diskriminierungsgefühle zu vermeiden.

Klein-Kleckersdorf-Ost: Wilhelmine Küsselbecker erklärt nach ihrem umjubelten Auftritt in Mannheim die Notwendigkeit einer Strukturreform der deutschen Kirche: Man müsse die Führung wieder per Akklamation wählen. Dann würde sie Päpstin.

Mannheim: Bundestagspräsident Norbert Lammert wirft der deutschen Bischofskonferenz vor, das Zweite Vatikanum nicht ernstzunehmen. Daher fordert er von der deutschen Bischofskonferenz Lateinische Messen, Mundkommunion und den Gehorsam gegen Rom.

Mannheim: Das ZdK fordert unter dem Beifall der versammelten Laien, das Zweite Vatikanum zum Superdogma zu erklären, das alle anderen Dogmen aufhebt und einen Rat aus Laien und Professoren einzusetzen, der dieses Dogma im Geist des Vatikanums auslegt. Zur Verhinderung einer Konkurrenzsituation wird der Hl. Geist abgeschafft und der Segen fortan im Namen der Umwelt, des Menschen und des Geistes des Konzils gegeben.

Samstag, 19. Mai 2012

Schweigend tätig sein

"Der Altvater Isaak erzählte: Als ich noch jünger war, lebte ich beim Altvater Kronios. Niemals trug er mir eine Arbeit auf, obwohl er ein zittriger Greis war. Er wachte von selber auf und Bot mir und ebenso anderen den Becher. Auch beim Altvater Theodor von Pherme ließ ich mich nieder, und auch er gab mir keinen Auftrag. Seinen Tisch bestellte er selber und sagte: "Bruder, wenn du willst, komm her und iß!" Ich sagte zu ihm: "Vater, ich bin zu dir gekommen, um einen Gewinn zu haben. Warum sagst du mir nicht, ich solle etwas tun?" Der Greis schwieg sich gänzlich aus. Ich ging weg und teilte es den Alten mit. Da gingen die Greise zu ihm und sprachen zu ihm: "Vater, der Bruder kam zu seiner Heiligkeit, um einen Nutzen zu haben, und warum sagst du ihm nicht einmal, was er tun soll?" Der Greis sagte darauf zu ihnen: "Bin ich denn ein Klostervorsteher, dass ich ihm eine Ordnung vorschreibe? Gegenwärtig habe ich ihm nichts zu sagen, aber wenn er will, kann er tun, was er mich tun sieht." Von da an kam ich ihm zuvor, wenn der Greis etwas wollte, und tat es. Wenn er aber etwas tat, tat er es mit Schweigen. Und das hat er mich gelehrt: schweigend tätig zu sein!" 

Quelle: Weisungen der Väter, Spruch 373.

Erzbischof Pacelli

Freitag, 18. Mai 2012

In der Privatkapelle

Johannes hat ein schönes Bild des Hl. Vaters in seiner Privatkapelle in Castel Gandolfo gepostet. Da will ich natürlich nicht zurückstehen und lege ein Bild von Pius XII. in der gleichen Kapelle nach.

Deutsche Statistik

Neulich habe ich einen Film zum Thema Zölibat gesehen.

Fangen wir mal mit der guten Nachricht an: Offenbar sind 30 % der Gläubigen in Deutschland der Meinung, dass das Zölibat zumindest keine schlechte Idee ist und nicht notwendigerweise abgeschafft gehört.

Nun die schlechte Nachricht: 70 % der deutschen Katholiken sind der Meinung, Zölibat ist Mist und man braucht es nicht.

Wenn wir davon ausgehen, dass diese 70 % sich gleichmäßig auf die praktizierenden Katholiken verteilen und praktizierend als Personen definieren die regelmäßig eine Kirche besuchen und davon ausgehen, dass 3,2 Millionen Personen 2009 in diese Kategorie fielen - ich meine aus diesem Jahr war der Film - dann heisst das, 2,24 Millionen Katholiken die ihren Glauben wirklich irgendwie Leben sind gegen das Zölibat.
Mit diesen 2,24 Millionen stellt sich also der Beitrag vor den Petersdom und erklärt bzw. deutet aufdringlich an, dass sich Rom gefälligst zu bewegen habe, weil 2,24 Millionen Deutsche das Zölibat doof finden.
Das sind ca. 0,2 Prozent aller Katholiken auf der ganzen Welt. Wenn man davon ausgeht, dass nicht alle praktizieren sagen wir mal 0,5 % aller Katholiken auf der ganzen Welt, von denen die Produzenten der Sendung zu wissen meinen, dass sie gegen das Zölibat sind.

Stellen wir mal folgenden Situation vor: Ich mache ine Unterschriftenaktion darüber, dass die Geranie in meinem Vorgarten unter Artenschutz zu stellen sei und sammle von einem 0,5 % aller Deutschen die Unterschrift. Damit ziehe ich jetzt vor den Reichstag, halte die Liste dem Umweltminister unter die Nase und erkläre, der solle das jetzt gefälligst machen, weil ICH das so will und weil MIR 40.000 Bürger zustimmen. Der Minister wird freundlich nicken und wieder seiner Wege gehen. Und keiner wird was anderes erwarten.

Wenn aber 2,24 Millionen Katholiken oder äquivalent 300 Professoren sich hinstellen und eine Änderung im Kirchengesetz fordern, weil IHNEN das nicht passt, dann hat Rom gefälligst vor der Flut der Gläubigen einzuknicken und zu gehorchen.

Nun kann man begründetermaßen erklären, dass es auch außerhalb von Deutschland Zölibatsgegner gibt. Aber dann hätte man sich mal die Mühe machen können, nach anderen Statistiken zu suchen, anstatt Nabelschau zu betreiben und zu erklären, was die deutschen Katholiken wollen. Wir erinnern  uns, sowas gab's schon mal. Da hat man in Deutschland auch darüber nachgedacht, was die Deutschen so wollen und was die Römer alles für böse Menschen sind. Am Ende dieses Gedankens waren die Priester verheiratet und hatten weibliche Kolleginnen. Nannten sich aber nun Pastoren und waren Anhänger eines abtrünnigen Augustinermönches, der in seinem ehemaligen Kloster mehrere Kinder zeugte und der Polygamie das Wort redete.

Interessanterweise wollen die Zölibatsgegner aber nicht diesem Verein beitreteten. Sie sind ja gerne Katholiken, aber die Kirche soll es doch bitte so machen wie sie es wollen.
Wobei manche dieses Problem auch dadurch umgehen, dass sie zwar weiterhin katholisch tun, aber sich weiterhin von ihrem suspendiertem Pfarrer betreuen lassen. Nach dem Motto: Der war unser Pfarrer und der bleibt unser Pfarrer. Scheiß auf die Kirche, wir machen was wir wollen und nennen es Kirche, weil wir ja Kirche sind. Nicht, dass ich was dagegen hätte, wenn vormalige Pfarrer, die aus ersichtlichen Gründen - auf ein Kind zeigend - ausgeschieden sind, weiterhin seelsorgerisch tätig sind. Solche Leute können ja eine Bereicherung sein. Wenn sie denn die richtige Einstellung haben und erkennen, dass sie einen Fehler gemacht haben, aber dazu stehen wollen. Find ich auch in Ordnung. Wenn ich mich aber trotzig hinstelle, mich für unschuldig erkläre, die böse Kirche anklage mir das Zölibat aufgezwungen zu haben - in sieben Jahren Priesterausbildung wurde das ja auch nie erwähnt - und mich als besten Seelsorger aller Zeiten aufspiele weil ich Frau und Kind habe, dann kann sich die Kirchenleitung schon fragen, ob mein Ausscheiden ein soooo großer Verlust war.

Doch ich will nicht unfair sein. Der Beitrag hatte auch seine guten Seiten. Zwar wurde eine abtrünniger Ex-Priester und ein Nikolaitist - Priester mit Konkubine - vorgestellt, aber immerhin auch ein Priester, der erklärte, er habe sich für das Zölibat entschieden, finde das gut und bleibe dabei. Also immerhin nur eine Mehrheit von 2/3. Fast schon ausgewogen.

Ach übrigens: Im Bistum Mexiko-Stadt gibt es 7,58 Millionen Katholiken, von denen mehr als 3 Millionen in die Kirche gehen. Soviel mal zum Thema deutsche Katholiken und ihre Bedeutung für den Weltkatholizismus.

Donnerstag, 17. Mai 2012

Christi Himmelfahrt: Bildhafter Bitte!

Ich war ja schon immer ein Fan von kräftigen, bildhaften und ganzheitlichen liturgischen Ausdrucksformen. Dem biblischen Geschehen Ausdruck zu verleihen und es nicht nur vorzulesen finde ich daher eine gute Idee und bedaure es sehr, dass viele Formen des Ausdruckes heute verkümmert sind. Auch Christi Himmelfahrt wurde im bildliebenden Mittelalter etwas anders begangen als heute:
"In der Kirche wurde eine Christusfigur in das Gewölbe hinaufgezogen, dann regnete es aus dem Gewölbehimmel Blumen, Heiligenbildchen und zum Teil auch brennendes Werg, das die Feuerzungen des heiligen Geistes darstellte. Manchmal war es üblich, zusätzlich zur Himmelfahrt Christi das Gegenstück zu veranschaulichen: aus dem Kirchengewölbe wurde eine Teufelsdarstellung gestürzt, die dann von der Gemeinde geschlagen wurde; mit diesem Himmelsturz bzw. Höllensturz wurde die Herrschaft des Bösen beendet, Christus konnte damit den ihm zustehenden himmlischen Thron einnehmen. Bis heute wird oft an diesem Tag die Osterkerze ausgeblasen, die in der Osternacht entzündet und geweiht worden war, da Christus nun nicht mehr leibhaftig unter den Jüngern ist. Üblicherweise wurde an Christi Himmelfahrt nur Fleisch von Geflügel (fliegendes Fleisch) gegessen."

Quelle hier

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Wie ja heute jeder weiss, war Pius XII. eine menschenscheuer Autokrat,




der zum lachen in den Keller ging,




völlig unmodern,


total emotionslos,


und ein echter Kinderschreck



Bilder von hier

Mittwoch, 16. Mai 2012

Pius XII. cantat Praefatio Paschalis

Katholikentag

Es gehört zu den schönsten Erfahrungen, die ein konservativer Katholik macht, wenn er mit liberalen Katholiken ... oh pardon, Christen ... nein, Jesus-Anhängern ... jetzt aber, erlösten Zellhaufen mit römisch-katholischem Taufschein, wenn er also mit denen zusammentrifft und die ihm erzählen, sie seien ja soooooooo tollerant - von Washington nach Moskau zeigend - und die bösen Konservativ-Katholiken seien ja sooooooooo intollerant - vom Standort zum Erdmittelpunkt zeigend. Auf die höfliche Frage des Piusbrüdersympathisanten - gehört der Papst da jetzt eigentlich auch dazu - ob es denn hier auch eine Messe ohne Kumbaya, Tamburin und Schamanen gebe, erhält man die Antwort, man meine wohl dieses weihrauchschwangere Teufelszeug von Alte Messe, wo ein arroganter Kleriker Latein spreche und die Leute nicht ansehen würde. Wenn man das, teils aus Frust oder weil man die wirklich sucht, bestätigt, wird man beschieden, dass es die wohl geben würde, aber man nicht wisse wo und es auch nicht wissen wolle. Und bevor man fragen kann ob in dem 20.000 seitigen Veranstaltungsheftchen - jetzt auch als App - drin stehen würde, wo man die Messe finden kann, bekommt man noch erklärt, dass niemand diese komische Messe wolle, niemand sie in das Veranstaltungsheftchen aufgenommen habe und man sich jetzt doch bitte verziehen möge, sonst sähe man sich genötigt, mitthilfe von großen Hostienhaltestangen - sponsored by Bistum Linz - einen Einführungskurs in tollerantem Diskurs zu geben.

Gut, das ist ein bisschen übertrieben. Aber sowas ähnliches gibt es wirklich.

Von Pfarrer Jolie
Am Samstag, 19.05., wird unsere Männerschola St. Michael auf dem Katholikentag ein gregorianisches Choralhochamt singen (Maria-Hilf-Kirche im Stadtteil Almenhof, August-Bebel-Str. 47, 68199 Mannheim). Trotz mehrfacher und direkt an die höchste Stelle gerichteter Bitten war es nicht möglich, diese Heilige Messe im Katholikentagsprogramm mit seinen 1200 Veranstaltungen unterzubringen – und dies ohne Angabe von Gründen. Ist das der Dialogstil, der im Vorfeld des Katholikentags mit gigantischem Medienaufwand in Szene gesetzt werden soll? Merken die Verantwortlichen nicht, wie sie sich durch ein solches Vorgehen in den Augen vieler Beobachter unglaubwürdig machen?
Zur Vermeidung von Missverständnissen sei gesagt: Niemals darf die Heilige Messe kirchenpolitisch instrumentalisiert werden. Es ist aber schon zu fragen, wie es gelingen soll, die überlieferte Messe – so wie es vom Papst gewünscht wird – als normalen Bestandteil des kirchlichen Lebens anzusehen, wenn die Verantwortlichen in dieser Weise mit ihr verfahren.
Dennoch oder gerade deshalb lade ich Sie herzlich ein, ein Zeichen der Verbundenheit zu setzen und nach Möglichkeit an dieser Heiligen Messe teilzunehmen. Vergessen wir nicht: Das geduldige und beharrliche Ertragen von Widerständen, Anschuldigungen und Verleumdungen hat nicht wenigen Christen den Weg in den Himmel geebnet. Bitterkeit, Unversöhnlichkeit oder der Wunsch, mit gleicher Münze heimzuzahlen sind menschlich verständlich. Sie waren aber niemals der Weg zur Heiligkeit.
Für alle die hinwollen - hoffentlich viele - hier die beiden Messtermine:
Freitag, 18.5.12, 18.00 Uhr, zelebriert P. Bernward Deneke von der Petrusbruderschaft ein levitiertes Hochamt.
Samstag, 19.5.12, 9.00 Uhr zelebriert Pfr. Hendrick Jolie/Priesternetzwerk ebenfalls ein Hochamt.

Kurzkommentar zu Joh 3,2

"Der suchte Jesus bei Nacht auf"
Nikodemus geht nicht bei Tage, also offen und ehrlich zu Jesus, sondern bei Nacht, wo ihn keiner sehen kann. Leise, still und heimlich bekennt er vor Jesus dessen Sendung von Gott. Doch es scheint ohne Außenwirkung geblieben zu sein. So verhält es sich auch heute. Unser Christentum entfaltet weniger Wirkung, wenn wir es heimlich tun, als wenn wir es offen zeigen würden. Anstatt unser Christentum offen zu leben, und nach Nietzsche zu überzeugen, indem wir als Christen erlöst aussehen, beten wir bevorzugt in der Kirche und in der stillen Kammer. Auf der Straße oder in der U-Bahn indess sieht man den Christen nicht. Man könnte ja schief angeguckt werden, wenn man seine Ave-Maria mümmelt. Doch ist das ein Grund? Wir verlieren doch dadurch nichts und andere könnten gewinnen, wenn sie Glauben im Alltag erleben. Stattdessen sind wir wie Nikodemus, der heimlich bekennt, aber es nicht offen in seinem Leben wirksam werden lässt.

Dienstag, 15. Mai 2012

Auf dem Petersplatz




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Pius XII. und Hans Küng

Heiliger Vater, Hans Küng hat kürzlich wieder einmal die Kirche als ein quasi-totalitäres System bezeichnet, indem jede Meinungs- und Lebensäußerung der Katholiken unterdrückt wird. Ist ein solcher Gedanke dem Wesen der Kirche nicht fremd?

Die Stimme der Bürger ersticken, sie auf erzwungenes Stillschweigen zurückzudrängen, bedeutet in den Augen aller Christen ein Attentat auf das natürliche Recht des Menschen, eine Verletzung der Weltordnung, wie sie Gott eingerichtet hat.

Und dennoch maßregelt die Kirche auch Gläubige. Warum?

Darf man wirklich mit innerer Überzeugung behaupten, daß die Mehrheit der Menschen fähig ist, die Tatsachen und Strömungen ihrem wahren Gewicht nach zu beurteilen und richtig einzuschätzen?
Es gibt keine Tradition mehr, keine festen Mittelpunkte, keine Sicherheit der Existenz, nichts von dem, was das Werk der Auflösung und nur allzu häufig der Zerstörung hemmen könnte.
Der moderne Mensch nimmt gern eine unabhängige und ungezwungene Haltung an. Aber diese ist häufig nur eine Fassade, hinter der arme Wesen Deckung suchen, die leer und schlaff sind, ohne geistige Kraft, die Lüge zu entlarven, ohne seelische Widerstandskraft gegen die Gewalt derjenigen, die es versuchen, alle Hilfsmittel der modernen Technik, die ganze raffinierte Kunst der Überredung aufzubieten, um sie ihrer Gedankenfreiheit zu berauben und sie den schwachen Schilfrohren ähnlich zu machen, die in jedem Wind schwanken.

Hiergegen aber werden Leute wie Herr Küng aber einwenden, dass dies doch nicht Sache der Kirche ist, sondern eine Privatangelegenheit.

Das ganze Versagen und das ganze Unvermögen, wovon Wir soeben gesprochen haben, laufen auf eine Schädigung der natürlichen Ordnung der menschlichen Gesellschaft, wie Gott sie gewollt, auf eine Verstümmelung des Menschen hinaus.

Quelle: Soziale Summe Pius XII.

Montag, 14. Mai 2012

Johannes XXIII. Posting

Damit es nicht heisst, ich wäre über die Maßen piuslastig ein paar Farbphotografien seines unmittelbaren Nachfolgers.



Kurzkommentar zu Joh 2,17

"Der Eifer für dein Haus verzehrt mich"
Jesus begibt sich in Gefahr, wenn er durch die Reinigung des Vorhofes des Tempels der Tempelaristokratie die Geschäfte vermiest. Zugleich gehört diese Geschichte zu den emotionalsten Begebenheiten im Leben Jesu. Hier wird besonders die Leidenschaft Jesu für Gott und die Ehre des Vaters deutlich. Welche Leidenschaft zeigen wir hingegen für Gott und sein Haus, die Kirche? Verzehren wir uns für sie oder gehören wir zu jenen Lauen, die sich nur im Stillen ärgern, aber um der eigenen Sicherheit und Bequemlichkeit willen schweigen? Verstehen wir das als Nachfolge Jesu? Wie leidenschaftlich und rücksichtslos hat Jesus für die Reinheit des Tempels gekämpft und uns damit den Gradmesser zur Hand gegeben, nach dem wir uns richten sollen. Schweigen wir also nicht, sondern sprechen und handeln offen!

Die andere Wange

"Einer von den Mönchen, dem Alter nach schon ein Greis, wurde Einsiedler. Einmal nun schlug ihn ein Besessener, der in diesem Zustande sogar schäumte, auf die Wange. Da hielt ihm der Greis auch die andere Wange hin, damit er ihn auch auf diese schlage. Der Teufel jedoch konnte diese Demut nicht ertragen und wich sofort von ihm.
Quelle: Weisungen der Väter, Spruch 1058.

Sonntag, 13. Mai 2012

Staatsbesuch im Vatikan

Antrittsbesuch König Umbertos II. von Italien mit seiner Frau Maria bei Papst Pius XII.




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Sonntäglicher Newsticker

Wien: Heute saß Helmut Schüller solidarisch einer priesterlosen Eucharistiefeier in Klein-Kleckersdorf-West vor. Neben dem leitenden Laien war er der einzige im Kirchenraum. Im Anschluss erklärte Schüller: Es sei bedauerlich, wie weit der Arm der römischen Tyrannei reiche. Alle Laien seien durch den Befehl des Papstes verschreckt worden. Die Laien in Klein-Kleckersdorf-West hingegen erklärten sich mit dem Papst solidarisch und haben eine Fahrgemeinschaft zur nächsten Messe mit Priester im Nachbarort gegründet.

Berlin: Die katholische Kirche hat in 100 deutschen Städten 1.000.000 Exemplare des Katechismus verteilt. Volker Beck (Bündnis 90/Die Grünen) erklärte die Aktion zur Provokation und nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. Denn der Katechismus enthalte Lehren, die mit den Grundlagen der Gesellschaftsordnung wie dem Glauben an die Demokratie, den Klimawandel und der weltverbessernden Kraft von gleichgeschlechtlichen Ehen nicht vereinbar seien.

Limburg/Klein-Kleckersdorf-Ost: Hildegard von Bingen wurde in Rom heilig gesprochen. Über die große Frauengestalt des Mittelalters erklärte Wilhelmine Küsselbecker: Wir freuen uns alle über die Anerkennung, die die Powerfrau, emanzipierte Weltbürgerin und ungehorsame Ordensfrau gefunden hat. Wir versprechen uns davon auch Anerkennung für die anderen Powerfrauen, emanzipierten Weltbürgerinnen und ungehorsame Klosterfrauen. Hildegard wäre auf unserer Seite und auch wir werden eines Tages heilig gesprochen.

Washington: Zur Verdeutlichung seiner neuen Haltung in Fragen der Homo-Ehe erklärte Präsident Obama, er werde um der Gleichstellung willen einen Mann heiraten. Denn weder Homosexuelle noch Polygame düften benachteiligt werden. Ein Statement der First Lady liegt momentan noch nicht vor.

Rom: Hans Küng sieht zunehmende Parallelen zwischen der Katholischen Kirche und totalitären Systemen. Ein ungenannte bleibener Monsignore erklärte: Wir wollen Herrn Küng gerne den Gefallen tun und seine Meinung bestätigen. Momentan läuft bereits die Suche nach einem passenden Straflager für ihn.

Samstag, 12. Mai 2012

Wie das Feuer die Demut erwies

"Ein Bruder lebte in einer Gemeinscahft und nahm alle Last und Schuld der Brüder auf sich und ging darin so weit, daß er sich sogar wegen Unzucht verklagen ließ. Einige der Brüder jedoch, die seine Handlungsweise nicht kannten oder verstanden, begannen wider ihn zu murren und sagten: "Wieviel Unheil stiftet der, an dem nichts Gutes ist?" Der Abt, der wusste, was jener tat, sagte den Brüdern: "Mir ist eine einzige Matte jenes Bruders mit seiner Demut lieber, als alle von euch mit eurem Stolz!" Und um ihnen zu zeigen, nach dem Urteil Gottes, welcher Art jener Bruder sei, ließ der Abt alle Arbeiten der übrigen und auch die Matte des Bruders, den man angeklagt hatte, herbeibringen, ließ ein Feuer entfachen und warf alles mitten hinein. Die Arbeiten aller übrigen verbrannten, allein die Matte jenes Bruders blieb völlig unversehrt. Als die Brüder das sahen, erschraken sie, baten ihn um Verzeihung und hielten ihn künftig wie ihren Vater."
Quelle: Weisungen der Väter, Spruch 1061.

Wir brauchen einen Antrieb

Als selbsternannter Beauftragter der deutschsprachigen katholischen Blogoezese für das Thema Demut möchte ich ganz besonders auf einen sehr schönen Post bei Echo Romeo hinweisen. Hier wird ein wichtiger Aspekt der Demut, nämlich das Annehmen unserer Bedürftigkeit Gott gegenüber, hervorragend dargestellt.

Pastor Angelicus

Das Video gibt es schon seit Ende letzten Jahres auf Youtube. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich es damals übersehen habe. Ein toller Film, leider alles auf Italienisch ohne Untertitel. Trotzdem aufgrund vielen mir bisher unbekannten Filmmaterials sehr sehenswert

Freitag, 11. Mai 2012

Eine Zeichnung aus der guten alten Zeit


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Der hinausgejagte Bruder

"Ein Bruder fragte einst einen Altvater: "Was ist das vornehmste Werk unserer Pilgerschaft?" Dieser antwortete: "Ich kennen einen wanderden Bruder, den hielt man einmal in der Kirche zurück, und da es sich traf, daß dort gerade ein Liebesmahl gehalten wurde, setzte er sich dazu, um mit den Brüdern zu essen. Da sagten einige: "Wer hat denn den da zurückgehalten?" Und sie sagten zu ihm: "Steh auf und geh von hier hinaus!" Und er erhob sich und ging vor die Tür. Andere jedoch bedauerten seine Hinausweisung und gingen hinaus und riefen ihn wieder zurück. Hernach fragte ihn einer: "Was hast du doch in deinem Herzen gedacht, als man dich eben verstieß und wieder zurückrief?" Und jener antwortete: "Ich beherzigte, daß ich einem Hunde vergleichbar bin, der, wenn man ihn hinausjagt, hinausläuft und, wenn man ihn wieder hineinruft, hereinkommt."
Quelle: Weisungen der Väter, Spruch 1072.

Exequie Pii XII Sanctae Memoriae


Donnerstag, 10. Mai 2012

Hildegard von Bingen

Hier das Video zur (formalen) Heiligsprechung :

Heilige Hildegard, bitte für uns

Für die Gläubigen des Bistums Limburg ist heute wieder mal ein besonders schöner Tag. Denn wir haben unter uns eine neue Heilige:

Hildegard von Bingen, schon lange verehrt, wurde nun (endlich) auch offiziell von Rom heiliggesprochen. Genauer gesagt wurde sie zur Heiligen der Universalkirche erhoben und damit ihr Status als Heilige - im Missale Romanum wird sie schon lange genannt - für alle Christen bestätigt und ihr Kult für die ganze Kirche freigegeben.

Hildegard gehörte zu den großen Frauengestalten des christlichen Mittelalters, die noch heute fasziniert, mit der aber leider auch viel Schindluder getrieben wird. Hildegard, die große Mystikerin, die zutiefst Christin, Katholikin und Klosterfrau war, wird heute gerne zu einer emanzipierten Naturwissenschaftlerin umgedeutet, die gegen die männerbeherrschte Kirche revoltiert und ihre Visionen nur erfunden habe, um sich durchzusetzen. Das finde ich nicht nur der Heiligen gegenüber unfair, sondern auch gegenüber allen Christen, Katholiken und Ordensfrauen. Deswegen sage ich: Wir lassen uns Hildegard nicht wegnehmen! Sie ist ohne Gott, Christus und Kirche nicht denkbar und das möchten wir auch schön festgehalten wissen.

Aber es kommt nicht mir zu, an so einem bedeutenden Tag das Wort zu führen. Das überlasse ich lieber dem Heiligen Vater selbst, der sich zur neuen Heiligen ja schon geäußert hat:
 "Auch in jenen Jahrhunderten der Geschichte, die wir gewöhnlich als Mittelalter bezeichnen, gibt es einige weibliche Gestalten, die sich durch die Heiligkeit ihres Lebens und den Reichtum ihrer Lehre besonders auszeichnen. Heute möchte ich beginnen, euch eine von ihnen vorzustellen: die hl. Hildegard von Bingen, die im 12. Jahrhundert in Deutschland lebte. Sie wurde 1098 in Bermersheim bei Alzey in der Pfalz geboren und starb 1179 im hohen Alter von 81 Jahren, obwohl ihr Gesundheitszustand stets schwach war. Hildegard kam aus einer vielköpfigen adligen Familie und wurde von Geburt an von ihren Eltern zum Dienst an Gott geweiht. Damit sie eine angemessene menschliche und christliche Bildung erhielt, wurde sie mit acht Jahren der Obhut der im Witwenstand lebenden Uda von Göllheim und dann der Lehrerin Jutta von Sponheim anvertraut, die sich in eine Klause beim Benediktinerkloster des hl. Disibod zurückgezogen hatte. Es entstand ein kleines Klausurkloster für Frauen, die der Regel des hl. Benedikt folgten. Hildegard empfing den Schleier durch Bischof Otto von Bamberg, und als Mutter Jutta, die Priorin der Gemeinschaft geworden war, im Jahre 1136 starb, beriefen die Mitschwestern sie als ihre Nachfolgerin. Bei der Erfüllung dieser Aufgabe brachte sie ihre Begabungen ein, als gebildete und geistlich hochstehende Frau, die auch in der Lage war, den organisatorischen Aspekten des Lebens in der Klausur mit Sachverstand gegenüberzutreten. Einige Jahre später gründete Hildegard, auch weil immer mehr junge Frauen an die Tore des Klosters klopften, eine weitere Gemeinschaft in Bingen, die nach dem hl. Rupert benannt wurde, wo sie den Rest ihres Lebens verbrachte. Der Stil, mit dem sie den Dienst der Autorität ausübte, ist vorbildlich für jede Ordensgemeinschaft: Er weckte heiliges Nacheifern im Tun des Guten, so daß, wie aus zeitgenössischen Zeugnissen hervorgeht, Mutter und Töchter einander in gegenseitiger Achtung übertrafen und darin wetteiferten, einander zu dienen."
"Bereits in den Jahren, in denen sie Oberin im Kloster des hl. Disibod war, hatte Hildegard begonnen, ihrem geistlichen Berater, dem Mönch Volmar, sowie ihrer Sekretärin, einer Mitschwester, der sie sehr zugetan war, Richardis von Stade, mystische Visionen zu diktieren, die sie seit einiger Zeit empfing. Wie es im Leben wahrer Mystiker immer der Fall ist, wollte auch Hildegard sich der Autorität weiser Personen unterwerfen, um den Ursprung ihrer Visionen zu erkennen, in der Furcht, daß sie Frucht von Täuschungen seien und nicht von Gott kämen. Sie wandte sich daher an die Person, die seinerzeit in der Kirche höchste Wertschätzung besaß: an den hl. Bernhard von Clairvaux, über den ich bereits in einigen Katechesen gesprochen habe. Dieser beruhigte und ermutigte Hildegard. Aber 1147 erhielt sie noch eine andere sehr wichtige Anerkennung. Papst Eugen III., der den Vorsitz auf einer Synode in Trier hatte, las einen von Hildegard diktierten Text, der ihm von Erzbischof Heinrich von Mainz vorgelegt wurde. Der Papst gestattete der Mystikerin, ihre Visionen niederzuschreiben und öffentlich zu sprechen. Von diesem Augenblick an stieg das geistliche Ansehen Hildegards immer mehr, so daß ihre Zeitgenossen sie als »deutsche Prophetin« bezeichneten. Dies, liebe Freunde, ist das Siegel einer echten Erfahrung des Heiligen Geistes, des Quells jeder Geistesgabe: Die Person, die übernatürliche Gaben empfängt, prahlt niemals damit. Sie stellt sie nicht zur Schau und zeigt vor allem vollkommenen Gehorsam gegenüber der kirchlichen Autorität. Jede vom Heiligen Geist geschenkte Gabe ist nämlich zur Erbauung der Kirche bestimmt, und die Kirche erkennt durch ihre Hirten ihre Echtheit an."

Auch S.E. Bischof Zollitsch hat sich sehr über die Heiligsprechung gefreut und sagte dazu:
"Das ist ein wichtiger Schritt für die Weltkirche. Ich freue mich, dass die bedeutende Persönlichkeit der heiligen Hildegard von Bingen damit nochmals besondere Würdigung erfährt. Hildegard von Bingen wird in unserem Land große Wertschätzung entgegen gebracht. Gerade die Abtei Eibingen ist zu einem wichtigen Wallfahrtsort und Hildegard-Zentrum in Deutschland geworden“, so Zollitsch in einer Aussendung der DBK (Deutschen Bischofskonferenz). Die neue Heilige spiele für das Glaubensleben in Deutschland eine bedeutende Rolle. „Ich bin dankbar, dass die Verehrung des Benediktinerinnenordens und der Abtei Eibingen sowie der Bistümer Mainz, Trier und Limburg so reiche Frucht trägt."

Abschließend sei auf die Internetseite der Abtei Sankt Hildegard hingewiesen, deren Nonnen heute sicherlich eine (ganz klösterliche) Party feiern. Die Gebeine Hildegards finden sich jedoch - säkularisationsbedingt - nicht im Kloster selber, sondern in der nahen Pfarrkirche in Eibingen. Weiter Informationen zur neuen Heiligen gibt es hier.

So verbleibte ich mit dem Ruf: Heilige Hildegard, bitte für uns!

Das Land Demut

"Abbas Poimen sprach: Die Demut ist das Land, von dem Gott befohlen hatte, daß man ihm darin opfern solle."
Quelle: Weisungen der Väter, Spruch 1062.

Mittwoch, 9. Mai 2012

Ein Altvater im Schweinestall

"Ein Altvater, der in der Wüste wohnte, redete sich selbst ein,. er sei in allen Tugenden vollkommen. Er betete zu Gott: "Zeige mir o Herr, die Vollkommenheit der Seele, und ich will sie üben." Gott aber wollte seine Gedanken demütigen und sprach zu ihm: "Gehe zu jenem Archimandriten und tu, was er dir sagt." Und Gott offenbarte jenem Archimandriten seinen Willen, bevor der Bruder kam, und sagte ihm: "Siehe, jener Einsiedler kommt zu dir. Sag ihm also, er solle eine Geißel nehmen und hingehen, deine Schweine zu hüten." Als der Greis kam, klopfte er an der Tür und trat zu jenem Archimandriten ein. Nach der Begrüßung setzten sie sich. Und es sprach zu ihm jener Einsiedler, der gekommen war: "Sage mir, was soll ich tun, damit ich gerettet werde." Und jener darauf: "Wirst du auch tun, was ich dir sage?" Und er antwortete ihm: "Ja." Da sagte er zu ihm: "Siehe, hier nimm die Geißel und gehe, meine Schweine zu hüten." Jene aber, die ihn kannten und von ihm hörten, sagten, als sie ihn die Schweine hüten sahen: Habt ihr jenen großen Einsiedler gesehen, von dem wir gehört hatten? Siehe, sein Herz ist sso verstockt und von Dämonen besessen, und er hütet Schweine. Als Gott aber seine Demut sah, und wie geduldig er alle Beschimpfungen der Menschen ertrug, befahl er ihm, wieder an seinen Ort zurückzukehren."
Quelle: Weisungen der Väter, Spruch 1065.

Das Heilige Jahr 1950

Dienstag, 8. Mai 2012

Pius XII. über die Pfarrerinitiative

Heiliger Vater, in Österreich hat sich vor geraumer Zeit eine Pfarrerinitiative gegründet, die einen Aufruf zum Ungehorsam erlassen hat. Was sagen sie dazu?

Klerus und Laien mögen wissen, daß die Kirche berufen und befähigt ist und daß innerhalb der allgemeinen geltenden Grenzen des Rechtes auch die Orts-Ordinarien, jeder für die ihm anvertrauten Gläubigen, berufen und befähigt sind, die kirchliche Lebensordnung festzusetzen und auf ihre Einhaltung zu dringen. Es ist dem Klerus und den Laien nicht erlaubt, sich dieser Ordnung zu entziehen; alle müssen sich vielmehr befleißigen, daß durch treue Einhaltung der kirchlichen Lebensordnung die Tätigkeit des Hirten sich leichter und wirksamer gestalte, die Verbindung zwischen der Herde und dem Hirten sich festige, in derselben Herde ein friedliches Zusammenleben herrsche, daß der eine dem andern Beispiel und Stütze sei.

Die Pfarrerinitiative behauptet unter anderem, die Kirche sei auch deshalb reformbedürftig, weil sie die Laien unterdrücken würde. Wir sind da anderer Meinung. Können sie uns hier einen Rat geben?

Euer Auftreten muss eine schlagende Antwort auf die Verleumdungen der Gegner sein, welche die Kirche anklagen, sie halte eifersüchtig die Kirche am Gängelband, ohne ihnen irgendeine persönliche Tätigkeit zu erlauben, ohne ihnen in ihrem Bereich eine eigene Aufgabe zuzuweisen. Das ist keineswegs, das war niemals ihr Verhalten.

Und doch behauptet diese Initiative im deutschen Sprachraum genau das. Gibt es, sei es aus der Gegenwart oder der Geschichte Deutschlands, Beispiele, die zeigen, dass sie sich irrt?

Wenn Ihr so schöne Erfolge erringen, die katholische Stellung verbessern, festigen und vervollkommnen konntet zum Nutzen Eures lieben Vaterlandes, - ist das nicht zum guten Teil die Leistung der aktiven Rolle, welche die katholischen Laien spielten? Ist es daher nicht ebenso lächerlich wie gehässig, den Klerus zu beschuldigen, er halte die Laien in einem demütigen Zustand der Untätigkeit nieder? Gehe es um Familien- Schul- und soziale Fragen, gehe es um Wissenschaft oder Kunst, um Literatur und Presse, um Rundfunk oder Kino; gehe es um politische Kämpfe zur Wahl der gesetzgebenden Körperschaften oder zur Abgrenzung ihrer Machtvollkommenheiten und ihrer verfassungsmäßigen Befugnisse, - überall öffnet sich den katholischen Laien ein weites und fruchtbares Tätigikeitsfeld.

Heiliger Vater, welches Modell des Zusammenspiels von Hierarchie, Pfarrern und Laien würdet ihr entwerfen, gerade im Blick der steigenden Notwendigkeit eines Apostolats in Europa und Deutschland?

Ganz allgemein ist bezüglich der Apostolatsarbeit zu wünschen, daß das herzlichste Einvernehmen zwischen Priestern und Laien herrsche. Das Apostolat der einen ist keine Konkurrenz für das der andern. Offen gestanden, gefällt Uns da der Ausdruck "Emanzipation der Laien", den man hie und da hört, nicht sehr. Er hat einen unerfreulichen Klang; er ist zudem geschichtlich ungenau. Waren denn jene großen Führer, auf die Wir angespielt haben, als Wir von der katholischen Bewegung der letzten fünfhundert Jahre sprachen, etwa Kinder, Minderjährige, die warten mußten bis zu ihrer Großjährigkeit? Im übrigen werden im Reiche der Gnade alle als Erwachsene betrachtet. Und darauf kommt es an. Der Aufruf zur Hilfe der Laien ist nicht die Folge eines Versagens des Klerus gegenüber der gegenwärtigen Aufgabe. Daß es Fälle des Versagens gibt, liegt in der unvermeidlichen Schwäche der menschlichen Natur, und man trifft es auf der einen wie auf der andern Seite. Allgemein gesprochen aber hat der Priester ebensogute Augen wie der Laie, um die Zeichen der Zeit zu erkennen, und sein Ohr ist nicht weniger empfindlich, um das menschliche Herz abzuhorchen. Der Laie ist zum Apostolat berufen als Mitarbeiter des Priesters, häufig als sehr wertvoller und selbst notwendiger Mitarbeiter aufgrund des Mangels an Priestern, die, wie wir schon sagten, zu wenig zahlreich sind, um allein ihre Aufgaben erfüllen zu können.

Und doch lehnt es die Kirche ab, wenn die Pfarrerinitiative priesterlose Eucharistiefeiern fordert, um dem Priestermangel zu begegnen.

Kann man behaupten, daß alle gleicherweise berufen sind? Gott hat weder allen die Möglichkeit noch die Eignung dafür gegeben.

Wie anders kann aber der momentane Priestermangel auch und gerade mit Hilfe der Laien überwunden werden?

Wir denken an all die hervorragenden Laien, die in den Gebieten, in denen die Kirche wie in den Jahrhunderten des ersten Christentums verfolgt wird, nach besten Kräften die eingekerkerten Priester ersetzen und selbst unter Lebensgefahr in ihrem Umkreis die christliche Lehre verkünden, im religiösen Leben und in der rechten, katholischen Denkart unterweisen, zum Besuch der Sakramente und zur Praxis der Andachtsübungen, besonders der Verehrung der allerheiligsten Eucharistie anleiten.

Ein abschließendes Wort?

Alle Gläubigen ohne Ausnahme sind Glieder des mystischen Leibes Christi. Daraus folgt, daß das Naturgesetz und noch dringlicher das Gesetz Christi es ihnen zur Pflicht macht, das gute Beispiel eines wahrhaft christlichen Lebens zu geben: "Wir sind vor Gott Christi Wohlgeruch unter denen, die gerettet sind, und unter denen, die verloren gehen". Auch sind alle, und heute mehr denn je, dazu verpflichtet, beim Gebet und Opfer nicht nur an ihre privaten Nöte zu denken, sondern auch an die großen Ziele des Reiches Gottes in der Welt gemäß dem Geist Gottes des Vaterunsers, das Jesus Christus selbst uns gelehrt hat.

Quelle: Soziale Summe Pius XII.

Pulviale


Quelle: hier

Montag, 7. Mai 2012

Pius XII. im Damasushof


Kirche und Netz

Am Dienstag war ich als Spion der katholischen Blogozene auf dem Kolloquium "Kirche und Netz", veranstaltet vom Institut Walberberg. Leider komme ich erst jetzt dazu, hierüber Bericht zu erstatten.

Wir hatten drei mehr oder weniger prominente Referenten: Paul Badde, der nicht vorgestellt werden muss; Roland Noe, seines Zeichens Gründer von kath.net, was ich auch nicht wusste; und Matthias Lochner, der ein Projekt vorgestellt hat.

Gerade für uns Mitglieder der katholischen Blogozene finde ich ein Wort des Veranstalters, H.H. Prof. Dr. Ockenfels OP bedeutsam, der Deutschland als Entwicklungsland der katholischen Internetarbeit bezeichnet. Womit er ja durchaus recht hat. Wenn ich daran denke, was in Amerika durch Kirche und Katholiken alles an Internetseiten aufgelegt wird, da stolpern wir hier ziemlich hinter her.

Den besten Vortrag hat natürlich Paul Badde gehalten. Er wurde bereits auf kath.net veröffentlicht, weswegen ich mir die Wiedergabe an dieser Stelle spare.

Der kurze Vortrag von Herrn Noe beschäftigte sich wesentlich mit der Geschichte von kath.net. Besonders erwähnenswert ist für mich die Begründung Noes für die Einrichtung von kath.net. Es sei ihm und den anderen Mitbegründern darum gegangen, 1. dem anti-katholischen Mainstream im Internet wie den öffentlichen Medien etwas entgegenzusetzen und 2. ein Internetangebot für Katholiken zu schaffe, da die zahlreichen Bistumsblättchen sich hierzu bis dato noch nicht hatten aufraffen können - was nebenbei bis heute weitgehend noch der Fall ist. Denn wie Noe und die seinen früh erkannt hatten, muss die Kirche im virtuellen Zeitalter auch und gerade eine eigene Informationspräsenz in diesem immer wichtiger werdenden Medium errichten. Nicht zuletzt deshalb, weil hier mit relativ geringen Mitteln große Gruppen erreicht werden könnten. Was ich persönlich bestätigen kann. Für Umsonst - Zeit ausgenommen - derart viele Menschen zu erreichen wäre mir vor der Erfindung des Internets nicht möglich gewesen. Zudem ist es nun möglich, kirchliche Stimmen authentisch aufzubereiten und wiederzugeben. Wenn man heutzutage die Aussagen des Hl. Vaters nachlesen möchte, muss man nicht mehr auf das Erscheinen der deutschsprachigen Ausgabe des L'Osservatore Romano warten, sondern der kann sie bei kath.net nachlesen - oder der findet sie hier, aber kath.net ist benutzerfreundlicher.

Das Abschlussreferat hielt der Kollege Lochner. Zum einen stellte er dabei das Projekt f1rstlife vor, bei dem er federführend beteiligt ist. Dabei handelt es sich um ein Portal für "junge Leute" - ein Begriff, der im Laufe der Veranstaltung häufig bemüht wurde. Nicht explizit katholisch, aber mit dem Anspruch der Vertretung christlicher Werte werden hier Artikel für eine "junge" Community gepostet. Außerdem hat er in die deutschsprachige katholische Blogozene eingeführt. Dabei hat er, was ich sehr übel nehme, meinen wunderbaren Blog nicht erwähnt und auch keinen anderen den ich kenne. Allerdings, und das wollen wir ihm zugute halten, hat er auf des Predigtgärtners Bloggerliste hingewiesen, sodass sich das geneigte Publikum einen Eindruck der Fülle dieser Szene machen kann. Des weiteren hat er einige Seiten erwähnt, die auch mir bis dato unbekannt waren: dazu gehören das Nachrichtenportal news.va und kathspace, sowie die Community-Page aleteia.

Anschließend gab es wie immer eine Fragerunde, die wie immer eher den Charakter eine Kommentarrunde mit eingeschobenen Co-Referaten hatte. Besonders interessant fand ich die Geschichte von Herrn Dr. Lothar Barth, der von einem Experiment berichtete: Drei Gruppen von Studenten wurden mit der gleichen Studienaufgabe betraut und ihnen vier Stunden Zeit dafür eingeräumt. Die eine Gruppe ließ man in Ruhe, die zweite wurde dauernd mit Mails, Telephonaten, Twitter etc. behelligt, die dritte unter Drogen gesetzt. Zitat Barth: Selbst die Bekifften waren noch besser als die mit der Technik.

Mit dieser positiven Einstellung zu den Segnungen der modernen Medien beende ich diesen Blog Eintrag.

http://kath.net/detail.php?id=36376

Noch ein tolles Piusbild

Ein schönes Bild von Pius XII. hier gefunden

Sonntag, 6. Mai 2012

Sonntäglicher Newsticker

Freiburg: Erzbischof Zollitsch erklärte, dass auch nach dem Brief des Hl. Vaters den Gläubigen eine Änderung der Wandlungsworte nicht zuzumuten sei. Daher werden die Messen nunmehr wieder auf Latein gelesen.

Trier: Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Nikolaus Schneider rät evangelischen Christen zu einem Besuch in Trier während der Heilig-Rock-Wallfahrt ab. Begründung: Durch die gelebte katholische Frömmigkeit komme es zu immer mehr Konversionen evangelischer Christen in Trier.

Limburg: Deutsche Bischofskonferenz ernennt Franz-Peter Tebartz-van Elst zum Beauftragten für Weihrauch. Tebartz-van Elst: Es gibt nicht zuviel Weihrauch, es gibt nur zu kleine Kirchen.

Rom: Ein (standesamtlich) verheirateter Ex-Priester, der sich niemals hat laisieren lassen, bat darum, sein Amt wieder in voller Übereinstimmung mit der katholischen Lehre ausüben zu dürfen. Die Heirat mit der Gemeinderatsvorsitzenden sei "der größte Fehler meines Lebens" gewesen. Das Paar hat sich mitlerweile wieder scheiden lassen.

Samstag, 5. Mai 2012

Die Schwankenden und Verzagten

Pius XII. über die Situation und den Charakter vieler Katholiken in der heutigen Zeit:
"Aber es fehlt unter den Christen leider nicht an Leuten, die unter der täglichen Last von Opfern und Prüfungen aller Art, in einer Welt, die sich von Glauben und Sittlichkeit oder wenigstens vom Eifer christlichen Glaubens und Sittenlebens entfernt, allmählich jene geistige Kraft, jene Freude und jenes Vertrauen - und dies im inneren Leben des Glaubens wie in seinem äußeren Bekenntnis - verlieren, ohne die ein wahres und lebendiges Fühlen mit der Kirche - "sentire cum Ecclesia" auf die Dauer nicht möglich ist und nicht gedeihen kann. Ihr seht, wie sie oft, vielleicht ganz unmerklich, zu Opfern und Zwischenträgern von Anschauungen und Lehrmeinungen, von Gedanken und Vorurteilen werden, die aus fremden und christenumsfeindlichen Kreisen stammen und so den gläubigen Seelen fallen stellen. Solche Charaktere leiden wohl darunter, daß die Mutterkirche - der sie eigentlich treu bleiben möchten - vor dem Prätorium des Pilatus ewig unverstanden bleibt oder in Spottkleidern unter den Höflingen des Herodes einhergehen muß. Sie glauben an das Geheimnis des Kreuzes; aber sie vergessen, es zu betrachten und es auf unserre Tage anzuwenden. In den lichtvollen und trostreichen Stunden des Tabor fühlen sie sich Christus nahe; in den traurigen und dunklen Stunden von Gethsemani werden sie leicht zu Nachahmern der schlafenden Jünger. Und wenn irdische Gewalten ihre äußere Macht fühlen lassen, wie es etwa die Diener des Hohen Rates Jesus gegenüber taten, dann entziehen sie sich in scheuer Flucht oder, was das gleiche ist, sie meiden offene und mutige Erklärungen."
Quelle: Soziale Summe Pius XII., Band II, S. 1828f

Kyrie gefunden

Nach langer Suche habe ich endlich rausbekommen, von wem mein Lieblingskyrie ist: von Mozart.

Freitag, 4. Mai 2012

Das Konzil von Nizäa

Fortsetzung von hier

Das Konzil von Nizäa ist in vielerlei Weise zwar kein einzigartiges Ereignis innerhalb der Kirchengeschichte, sehr wohl aber ein erstrangiges. Damit entspricht es einem grundsätzlichen Entwicklungsprinzip des Christentums, das als einzigartiges Ereignis lediglich das Leben Jesu Christi kennt. Alles andere ist Ausdeutung, Wiederholung, Interpretation und Annäherung. So steht auch das Nizäum in einer langen Tradition, bildet aber zugleich einen neuen Gipfelpunkt. Es stellt sozusagen den ersten Durchbruch der Schallmauer dar, auf dem alle weiteren Konzilien dann aufbauten. Denn sowohl nach seiner Größe, seiner Funktion als auch seiner Organisation war es bis dahin einmalig.

Doch wollen wir nicht weiter im Abstrakten verweilen, sondern den Gang der Ereignisse begleiten.

Die Synode von Antiochia verurteile sowohl die Lehre als auch die bischöflichen Anhänger des Arius, räumte ihnen aber die Möglichkeit ein, sich auf einer neuen, größeren Synode zu rechtfertigen. Damit entsprach die Synode dem Willen des Kaisers nach Versöhnung und Einheit. Es war denn auch Konstantin, der die Erklärung des Antiochenums aufgriff und sich daran machte, eine neue Synode zu organisieren. Damit waren es erstmals nicht die Bischöfe, die sich um die Berufung und Organisation einer überregionalen Synode bemühten, sondern die weltliche Macht. Wurde dieser Bruch wahrgenommen, dann scheinen die Bischöfe nichts dagegen gehabt zu haben. Denn eine vom Kaiser ausgerichtete Synode bedeutete auch, dass hierfür die kaiserlichen Mittel zur Verfügung standen. So übernahm der Kaiser nicht nur den Transport der Bischöfe über die Reichspost und die Unterbringung im Palast, sondern er ehrte die Bischöfe auch auf vielerlei Weise. Gerade für diese Generation, die noch die Schrecken der diokletianischen Verfolgung erlebt hatte, muss es ein erhabendes Gefühl gewesen sein, nunmehr vom Kaiser hofiert und respektiert zu werden wie Senatoren. Aus dieser Warte wird auch verständlich, dass die Bischöfe auch bereit waren, dem Kaiser die Funktion des Quasi-Vorsitzenden zuzubilligen und damit dem kaiserlichen Anspruch, als Pontifex Maximus auch eine bestimmende Rolle im Christentum wahrzunehmen, genügten, obwohl Konstantin damals noch kein Christ war.

Entsprechend entsprach die Synode auch in ihrer Zielsetzung dem kaiserlichen Wunsch, endlich die verfahrene Situation zu lösen, die die Einheit in der Ostkirche zerstört hatte und die eine Kirche wiederherzustellen. Zu diesem Zweck wünschte der Kaiser ein Reichskonzil, an dem möglichst viele Bischöfe aus dem ganzen Reich teilnehmen sollten. Daher wurde die Synode auch nicht in Ankara abgehalten, wie ursprünglich geplant, sondern in Nizäa. Zum einen war die Stadt am Marmarameer für westliche Teilnehmer leichter zu erreichen, zum anderen war Nizäa kaiserliche Residenz, was sowohl die Logistik erleichterte als auch die kaiserliche Autorität stärkte. Allerdings blieb es im Wesentlichen eine Synode der Ostkirche - wie im übrigen alle frühen ökumenischen Konzilien. Nur wenige Bischöfe aus dem Westen reisten an, der Papst schickte lediglich zwei Gesandte. Der weitaus überwiegende Teil kam aus dem Osten und aus Ägypten. Zwischen 218 und 318 Namen werden in Konzilslisten angegeben, wobei die wahre Zahl wohl eher im 200er Bereich liegen dürfte. Nicht gezählt wurden indes die Begleiter der Bischöfe, unter denen der Wüstenvater Paphnutios und der Diakon Athanasius, der spätere Bischof von Alexandrien, herausstechen.

Nachdem Konstantin als Gastgeber und Bischof für die äußeren Angelegenheiten die Synode eröffnet und als Ziel die Wiederherstellung der Einheit vorgegeben hatte, übergab der Kaiser die Führung an den Tagungsleiter, vermutlich der bereits bekannte Ossius von Cordoba. Allerdings nahm er auch während der Sitzung Einfluss auf den Ablauf und ergriff, wenngleich selten, in der Versammlung das Wort.

Wenngleich das Konzil zahlreiche Probleme anzugehen hatte, so wollen wir uns doch auf den wichtigsten Punkt beschränken, nämlich die arianische Frage. Wie bereits in Antiochia war eine Personalfrage hierfür der Aufhänger. Die exkommunizierten Anhänger des Arius, namentlich die beiden Eusebii, sollten sich rechtfertigen und ihre Rechtgläubigkeit erweisen. Das bekannteste Zeugnis legte Eusebius von Caesarea ab, der als Kirchenhistoriker später zu überragender Bedeutung für die Geschichte des frühen Christentums kam. Um sich zu verteidigen benutzte Eusebius das Instrument des Symbolum, also des Glaubensbekenntnisses. Darin bekannte er sich zum einen ungeschaffenen Gott und zu seinem Sohn, Jesus Christus, der vom Vater gezeugt wurde. Die Thesen des Arius vermeidet er dabei sorgfältig, wie auch die Antithese Alexanders und des Antiochenums. Dadurch versuchte er die verschiedenen Glaubensformeln zu einigen, indem er die vorhandenen Konflikte ausblendete. Eine Taktik, die ja bereits Konstantin empfohlen hatte und von der er hoffen konnte, dass sie die Unterstützung des Kaisers finden würde. Die Gnade der anwesenden Väter aber fand er damit nicht. Zwar behauptete Eusebius später, der Kaiser habe sein Bekenntnis für rechtgläubig erklärt, doch dürfte es sich dabei eher um Propaganda in eigener Sache handeln als um einen Tatsachenbericht. Denn das Bekenntnis genügte in keinster Weise dem Anspruch des Mehrheit des östlichen Episkopats, den Arianismus zu verdammen. Denn auch Arius hätte sich in diesem Bekenntnis wiederfinden können, hätte er es entsprechend ausgelegt. Die Väter aber verlangten ein Bekenntnis ähnlich wie das Antiochenische, also mit einer klar antiariansischen Note. Man kann davon ausgehen, dass der theologisch eher ungebildete und indifferente Konstantin dem Wunsch des Episkopats zugestimmt hat. So entwickelten die Väter ein eigenes Symbolum, dass sie auf Basis bereits bestehender Bekenntnisse nach dem damals üblichen Schema zusammenstellten.

Zwei Punkte sind in diesem Symbolon auffällig: Erstens die oft sehr umständlichen Formulierungen mit vielen Dopplungen und Umschreibungen, zweitens das homousios.
Da heute das Glaubensbekenntnis kaum noch in seiner vollen Länge auf Deutsch gebetet wird, handelt es sich für viele Gläubige nur mehr um lateinische Formulierungen, die so oft ohnehin nicht mehr verstehen. Doch auch dem normalen Kirchenbesucher fallen sie auf:  deum de deo, lumen de lumine, deo vero de devo vero - Gott von Gott, Licht von Licht, wahrer Gott vom wahren Gott. Mit diesen Formulierungen suchten die Väter einer Subordination vom Sohn gegenüber der Vater vorzubeugen, da dadurch die Lehre des Arius hervorgebracht worden war. Damit war der traditionelle subordinatanische Konsens der Hochtheologie gebrochen und ein wichtiger Schritt in der Theologie- geschichte gemacht.
Zum eigentlichen antiarianischen Kampfbegriff wurde das homousios. Nach Euebius wurde es von Konstantin in den Ring geworden, nach anderen Berichten reagierten die Väter damit auf die ablehnende Haltung des Begriffes bei Eusebius von Nikomedien. Auf jeden Fall scheint die Einsetzung des homousios in das bereits weitgehend abgeschlossene Glaubensbekenntnis eine Augenblicksentscheidung gewesen zu sein. Denn das homouisos, das entweder wesenseins oder wesensgleich heißen kann, ließ sich nicht arianisch interpretieren. Was es aber genau bedeuten sollte, darüber war man sich auch nicht einig. Denn der Begriff wurde in der Theologie der Zeit kaum verwendet. Selbst nachdem er ins nizäische Symbolum aufgenommen wurde, fristete er eher ein Schattendasein. Für die östlichen Antiarianer war es eine stumpfe Waffe gegen den späteren Arianismus und die von ihm ausgehenden Häresien; die Originisten mochten es nicht weil sie ihn einst gezwungenermaßen hatten unterschreiben müssen; und für den Westen  umschrieb es ohnehin nur den tertullianischen una-substantia-Begriff. Erst in der neunizäischen Bewegung machte das homousios gerade aufgrund seiner flexibilität Karriere.

Doch kehren wir zum Ablauf der Ereignisse zurück. Um ganz sicherzugehen wurde dem eigentlichen Symbolum noch ein Anathema hinzugefügt, das die Anhänger der Sätze des Arius mit dem Bann belegte. So schrieb das Konzil z.B. fest: "Diejenigen aber, die sagen: Es gab eine Zeit, da er nicht wahr, ... diese verurteilt die katholische und apostolische Kirche."

Der gesammte Text wurde anschließend der Synode vorgelegt, die ihm mit überwältigender Mehrheit zustimmte. Lediglich 17 oder 22 Bischöfe erklärten, sie könnten dem nicht zustimmen. Konstantin, der sein Einheitswerk gefährdet sah, reagierte darauf äußerst ungnädig und verlangte von den Bischöfen zuzustimmen und drohte ihnen bei erneuter Weigerung die Verbannung an. Eine Maßnahme, die selbst der Antiarianer Eustathius als überzogen bewertete. Doch die kaiserliche Strategie hatte vorerst Erfolg. Von der kaiserlichen Gewalt bedrängt und unter ihren Mitbischöfen isoliert gaben fast alle Arianer nach. Lediglich zwei ägyptische Bischöfe verweigerten mit Arius die Zustimmung zum ganzen Dokument und mussten daher in die Verbannung. Eusebius von Nikomedien und Theogis von Nizäa wollten lediglich dem Anathema nicht zustimmen und erhielten Bedenkzeit, wurden dann aber ebenfalls exiliert, weil sie sich hartnäckig verweigerten. Eusebius von Caesarea indes kuschte vor dem kaiserlichen Druck und unterschrieb das Symbolum und das Anathema.

Für Konstantin und die Konzilsväter war das Konzil damit ein voller Erfolg. Der Arianismus war angewendet, die Christologie auf eine erste verbindliche Formel festgelegt, die Einheit des christlichen Ostens schien wiederhergestellt. Doch es sollte nicht lange dauern, bis sich wieder dunkle Wolken über der östlichen Christenheit zusammenbrauen sollten und das Christentum für weitere Jahrzehnte in Streit und Uneinigkeit stürtzen sollte.
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