Montag, 30. April 2012

Pius XII. in Farbe

Hier ein paar neue Farbbilder von Pius XII. hier gefunden.



Kurzkommentar zu Joh 3,30

"Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden."
Johannes spricht damit ein wesentliches Grundprinzip des christlichen Glaubens an. Man könnte sogar von der Kernmaxime des Christentums sprechen.
Ich muss kleiner werden widerspricht aber unserem modernen Streben nach Selbstverwirklichung. Wir wollen nicht kleiner werden, im Gegenteil. Wir wollen größer werden undd uns aus eigener Kraft den Himmel entgegenstrecken. Dabei vergessen wir, dass wir den Himmel niemals selber erreichen können, egal wie viel wir wachsen. Nur einer kann den Himmel erreichen; Christus!
Nur mit ihm gelangen wir zum Ziel. Dafür aber müssen wir ihn in uns wachsen lassen, indem wir wegräumen, was ihn hindert. Das ist vor allem der Eigenwille und der Stolz, sprich das Ego. Das muss kleiner werdenm damit Christus in uns wächst. Ein hervorragendes Beispiel bietet uns Johannes der Täufer. Sein Ruhm durch alle Zeiten ist nicht begründe auf eigenes Vermögen oder auf eigene Taten, sondern dadurch, dass er dem Herrn vorangegangen ist. In seinem ganzen Leben hat er nichts anderes getan, als auf kommenden Christus hinzuweisen. Und als er da war, erklärte er, der Hochverehrte, er sei nicht würdig, dem Messias auch nur die Schuhe auszuziehen. Ein Wort, ein Gedanke, eine Leitlinie, die bis heute gilt. Je mehr wir uns verdemütigen, je näher werden wir mit Christus dem Himmel kommen.

Der demütige Mitarbeiter

Mit ein bissel Verspätung ein kleiner Spruch zum Tag der Berufungen:
"Abbas Petrus sprach: "Wir dürfen uns nicht überheben, wenn der Herr durch uns etwas tut, vielmehr müssen wir danksagen, daß wir gewürdigt wurden, von ihm berufen zu werden." Er pflegte zu sagen, daß dieser Gedanke für jede Tugend wertvoll sei."
Quelle: Weisungen der Väter, Spruch 785.

Sonntag, 29. April 2012

Seligsprechung Innozenz XI.

Weisungen der Väter

Im Kloster hat man mir ein Buch empfohlen: Apophthegmata Patrum, die Weisung der Väter. Da es die im Klosterladen gab, hab ich es mir auch gleich gekauft und passend zum Blogthema auch schon ein paar schöne Aussprüche gefunden. Im Grunde könnte ich ein halbes Jahr bestreiten, nur indem ich aus dem Weisungen abschreibe und das Niveau des Blogs würde steigen. Aber leider ist dafür mein Ego doch noch zu groß. Trotzdem gibts jetzt erstmals eine väterliche Weisung:
"Ausspruch des Altvaters Antonius: "Ich sah alle Schlingen des Feindes über die Erde ausgebreitet. Da seufzte ich und sprach: Wer kann ihnen denn entgehen? und ich hörte, wie eine Stimme zu mir sagte: Die Demut!"
Quelle: Weisung der Väter. Apophtegamata patrum, Spruch 7

Mittwoch, 11. April 2012

Das Eingreifen Konstanins

Fortsetzung von hier

Unter Konstantin begann eine für das Christentum in vierlei hinsicht folgenschwere Veränderung. Zum einen setzte sich die Politik der Duldung des Christentums, wie sie bereits unter den späten Tetrarchen teilweise realisiert wurde, allgemein durch, zum anderen begann erstmals eine Privilegierung des Christentums. Doch wurde das Reich unter Konstantin nicht christlich. Vielmehr normalisierte sich das Verhältnis zwischen Imperium und Sacerdotium, da das Christentum zu einer normalen, geschützten aber auch genutzten Religion des Imperiums wurde. So wie Konstantin das Christentum ins Reich einholte, so beanspruchte er auch seine Unterwerfung unter die pontifikale Autorität des Kaiser, der als Pontifex Maximus Oberster Hüter aller Religionen im Reich war.

Allerdings stellte das Christentum eine gewisse Besonderheit im religiösen Konzert des römischen Reiches dar. Denn es war als weitgehend einheitliche Religionsgemeinschaft eine der größten. Insoweit hatte das Christentum für Konstantin verschiedene Funktionen zu erfüllen: Zum einen sollte es ein einendes Band der Reichsbevölkerung darstellen, zum anderen sollte durch den Kultus, also Gottesdienst und Gebete, das Reich gefördert werden. Denn der alte römische Grundsatz, dass Rom seine Stellung gerade seinem guten Verhältnis zu den Göttern und der peinlichen Einhaltung ihrer Kultvorschriften verdankte, wirkte auch bei Konstantin noch nach.

So musste Konstantin die Situation, die er im Osten des Reiches bei seiner Machtübernahme vorfand, problematisch erscheinen. Denn anstatt eine Gemeinschaft zu sein hatte sich die östliche Christenheit in zwei Lager aufgespalten, die Anhänger des Arius und die des Alexander.
Für Konstantin lag darin verständlicherweise eine Bedrohung jener Funktionen, die er dem Christentum zugedacht hatte. Und da die Kirche nicht in der Lage zu sein schien, die Spaltung aus eigener Kraft zu überwinden, griff der Kaiser in das geschehen ein.

Er wandte sich hierfür brieflich an die beiden Hauptakteure des Streites, Alexander und Arius, und gab den Brief dem Bischof Ossius von Cordoba mit, damit dieser bei Bedarf einen Schlichtungsversuch vor Ort unternehmen konnte. Denn in dem Brief legte Konstantin seine Interpretation des Problems dar. Es handle sich nämlich bei der christologischen Frage, wegen der sich die beiden derart verkracht hatten, gar nicht um eine bedeutsame, sondern um eine ganz unwichtige Nebensache. Heute würde man von einer Doktorfrage sprechen. Also ein Thema, durchaus interessant für Gelehrte, aber nicht wichtig genug, dafür eine derartige Kirchenkrise herrauf zu beschwören. Zugleich macht Konstantin beiden Vorwürfe. Alexander warf er vor, er hätte Arius nicht über ein derart difilizes Thema befragt werden dürfen. Arius indessen hätte wissen müssen, dass seine Position der Haltung seines Bischofs widerspricht und er hätte deswegen schweigen müssen. Nun aber sollten beide sich wieder versöhnen, um den Frieden innerhalb der Gemeinschaft der Christen wiederherzustellen. Dabei wollte Konstantin die beiden Kontrahenten nicht etwa zwingen, ihre Meinung zu ändern. Sie sollten aber um des höheren Friedensinteresses willen über ihre Standpunkte schweigen und das Thema sozusagen ausklammern.

Daran kann man erkennen, das Konstantin, der damals noch Heide war, vollkommen das Verständnis für das Problem und seine Bedeutung fehlte. Er erkannte nicht, dass mit der christologischen Lehre des Arius an einem Kernpunkt des Christentums gerüttelt war, noch, dass die Eigendynamik des Konfliktes schon zu weit fortgeschritten war, um ihn durch einlenken der beiden Auslöser noch beenden zu können. Zugleich zeigt der Brief Konstantins dessen Prioritäten. Es geht ihm nicht um die wahre Lehre, sondern um die Einheit der christlichen Kirche und die Wahrnehmung des Gottesdienstes zum Wohle von Kaiser und Reich.

Indes scheiterte Konstantins Eingriff in den Konflikt wie auch die Verhandlungsversuche seines Gesandten Ossius. Keiner der beiden Kontrahenten noch ihre Unterstützer waren willens oder in der Lage, dem Wunsch des Kaisers folge zu leisten. So verschärfte sich der Konflikt innerhalb der östlichen Kirche weiter und steuerte auf seinen nächsten Höhepunkt zu, die Synode von Antiochia.

Pacelli im Garten

Montag, 9. April 2012

Johannes Paul II. mal anders


Das Bild scheint aber noch aus seiner Kardinalszeit zu stammen.

Arius und Alexander

Fortsetzung von hier

Der genaue Ablauf der Ereignisse um Arius und seinen Bischof Alexander von Alexandria lassen sich heute nicht mehr genau rekonstruieren. Weder wissen wir wie der Streit um die christologische Frage eskalierte noch wann dies geschah. Sicher ist nur, dass es vor der Übernahme der Macht im Ostreich durch Konstantin geschehen sein muss, also spätestens 323 n. Chr. Vermutlich dürfte der Konflikt in dieser Zeit schon einige Jahre bestanden haben, wenn man berücksichtigt, wie weit er damals schon fortgeschritten war. Aber wir wollen den Ereignissen nicht vorgreifen.

Wie bereits im letzten Post dargelegt hat der alexandrinische Presbyter Arius auf Basis einer oder mehrer Bibelstellen eine eigene Christologie entwickelt, nach der der Sohn zwar noch als Gott angesehen werden kann, jedoch radikal gegenüber dem Vater untergeordnet ist. Denn nur der Vater ist Gott im eigentlichen Sinne, weil nur er ewig, ungeworden, unveränderlich etc. ist. Der Sohn aber wurde vom Vater hervorgebracht und ist, da es eine Zeit gab da er nicht war, nicht ewig, ungeworden und unveränderlich. Damit wollte Arius das Christentum vom Vorwurf des Ditheismus befreien und den Monotheismus endgültig erweisen. Denn im Denken des Arius gab es nur eine Quelle allen Seins, den Vater, aus dem auch der Sohn hervorgegangen ist. Dabei drohte aber die Göttlichkeit des Sohnes verloren zu gehen und spätere Arianer haben dem Sohn denn auch abgesprochen, wirklich Gott zu sein.
Arius scheint Zeit gehabt zu haben, diese seine Lehre zu verbreiten. Um das zu verstehen, muss man bedenken, dass es damals noch keine ausgefeilte dogmatisierte Christologie gab, gegen die sich Arius gestellt hätte, sondern lediglich verschiedene Lehren und Schulen, die sich mitunter gegenseitig heftig bekämpften. Zudem lag Arius noch weitgehend auf der Linie der originetischen subordinatorischen Logostheologie, die damals in Alexandria die Mehrheitsmeinung stellte. Doch die Radikalität seiner Lehre scheint auch in Alexandria zahlreiche Gegner auf den Plan gerufen zu haben, die bei Bischof Alexander gegen Arius auftraten. Alexander, der wohl ebenfalls kein Sympathisant des Arius war, ging nun gegen ihn vor. Spästens auf einer Synode in Alexandria, auf der sich auf zahlreiche Bischöfe Ägyptens zusammenfanden, wurde die Lehre des Arius verurteilt und Arius und seine Anhänger aus Ägypten verband.

Im Rahmen des Konfliktes legte Alexander auch eine eigene Christologie vor.
Zunächst übernimmt er die arianische Gottesumschreibung: Ewig, unveränderlich, ungeworden etc. Auf Basis derselben verteidigt er jedoch die Gottheit Christi und verwirft den Satz des Arius, dass es eine Zeit gegeben habe, da er nicht war. Denn wenn der Sohn nicht immer schon gewesen wäre, wäre der Vater auch nicht immer Vater gewesen und damit auch nicht unveränderlich. Der Umstand, dass der Vater also immer Vater gewesen sein muss, bedingt die Ewigkeit des Sohnes und garantiert seine Gottheit. Allerdings ist der Sohn nicht wie der Vater aus sich selbst, sondern er ist durch den Vater. Nicht jedoch in dem Sinne, dass er wie die übrigen Geschöpfe geschaffen worden sei oder im Sinne einer zeitlichen Hervorbringung, sondern rein kausal. Der Vater ist die Bedingung des Sohnes und seine Ursache, aber nicht sein Schöpfer. Damit schneidet er das zeitliche Prinzip, dass Arius ebenfalls gedacht hat, aus der Argumentation ab, wodurch seine Lehre zwar rechtgläubiger, aber weniger schlüssig wirkt. Sie konnte daher weniger überzeugen als die des Arius. Das Alexander dennoch die Mehrheit des Episkopates auf seiner Seite hatte, hat mehrere Gründe. Zum einen weil die arianische Lehre vielen zu radikal war, zum anderen bestanden kirchenrechtliche Vorbehalte gegen das weitere Geschehen.

Denn mit der Verbannung des Arius war ja seine Wirkungsgeschichte bei weitem nicht vorbei. Denn Arius ging in die Levante - Palästina und Syrien - und fand dort sowohl im Volk wie unter den Bischöfen Anhänger. Zu den Prominensten gehörten die Bischöfe Eusebius von Caesarea und Eusebius von Nikomedien. Während der erste die Gemeinde der wichtigsten Handelstadt der Levante führte, saß der andere in der Kaiserresidenz Nikomendien nah an der Macht. So fühlten sich diese Bischöfe denn auch bald bemüßigt, sich bei Alexander für Arius einzusetzen, seine Lehre zu verteidigen und seine Wiedereinsetzung in Alexandria zu betreiben.

Versuche, die bei Alexander auf alles außer Gegenliebe stießen. Weder war er bereit, die Lehre des Arius zu akzeptieren noch sich von fremden Bischöfen in seinen Umgang mit Arius hineinreden zu lassen. Denn nach seinem Verständnis und auch dem der meisten anderen Bischöfe wie des damaligen Kirchenrechtes war es einem abgesetzten Presbyter weder gestattet, bei fremden Bischöfen gegen seinen Ortsbischof aufzutreten noch den Bischöfen, sich in die inneren Angelegenheiten einer anderen Diözese einzumischen. So durchmischte sich die dogmatische mit einer disziplinarischen Frage, was den Konflikt weiter anheizte und radikalisierte. Das Episkopat des Reiches wurde dadurch im Osten in zwei Lager gespalten: Die Anhänger des Alexander, die die Mehrheit bildeten, und die des Arius.

Pius XII und der Holocaust


Eine Dokumentation von und mit Guido Knopp. Überraschenderweise kann man sie sogar als weitgehend ausgeglichen und fair bezeichnen. Ich kann sie also empfehlen und stelle daher hier den ersten von vier Teilen ein.

Sonntag, 8. April 2012

Die Kirche nach Macaulay

Ein Zitat des schottischen Staatsmannes und Historikers Th. B. Macaulay im Jahr 1840:
"Es gibt und es hat auf der Erde kein Werk des menschlichen Geistes gegeben, das sosehr zu untersucht werden verdient, wie die katholische Kirche. ... Keine andere Insitution existiert heute noch, die in die Zeit zurückreicht, in der im Pantheon die Opfer rauchten und im Flavischen Amphitheater Leoparden und Tiger sprangen. Die stolzesten Königshäuser sind nur von gestern im Vergleich mit der Reihe der römischen Päpste ... Das Papsttum besteht, es befindet sich nicht im Niedergang, ist keeine bloße Antiquität, sondern voll des Lebens und der jugendlichen Kraft ... (Die katholische Kirche) mag auch dann noch in unverminderter Kraft dastehen, wenn irgendein Tourist aus New Zealand inmitten einer weiten Wüste sich auf den gebrochenen Bogen der London Bridge setzt, um die Ruinen von St. Paul's zu zeichnen."
Recht hat der Mann, auch heute noch.

Quelle: Walter Brandmüller: Licht und Schatten, S.54f.

Er ist auferstanden


Er ist auferstanden. Er ist wahrhaft auferstanden

Donnerstag, 5. April 2012

Mittwoch, 4. April 2012

Tadel gegen die Agapen der Psychiker

Nun zum Schluss der Schrift Tertullians über das Fasten:
"Du, o Psychiker, der du der Gaumenlust soviel nachgibst, hast wirklich, wenn ich die Wahrheit sagen soll, den Vorzug des Altertums und rühmst mit Recht dein höheres Alter. Ich habe allzeit gewußt, daß Esau einen Jäger nach Wildpret bedeute; gerade so wie er, bemühst du dich überall, Krametsvögel aufzutreiben, wie er, kommst du vom Felde deiner laxen Sittenzucht heim, wie er, bist du schwach im Geiste. Wenn ich dir ein mit Obstgelee rot angemachtes Linsenmus vorsetze, so wirst du sofort alle deine Vorrechte verkaufen; bei dir brodelt die Agape in den Kochtöpfen, der Glaube dampft in der Küche, die Hoffnung liegt auf den Tellern. Die Agape aber wird um so höher gehalten, weil bei Gelegenheit derselben deine Jünglinge bei den Schwestern schlafen. Natürlich, Anhängsel der Gaumenlust sind Ausgelassenheit und Wollust. Diese Verbindung kannte auch der Apostel sehr wohl; er schickte die Worte voraus: "Nicht in Trinkgelagen und Schmausereien", und ließ folgen: "auch nicht in den Kammern der Unzucht". Zum Sündenregister deiner Gaumenlust gehört es, daß bei euch die Ehre der Vorsitzenden in einer doppelten Portion besteht, während der Apostel ihnen nur doppelte Ehre zugebilligt hat, einesteils als Brüdern, andernteils als Vorgesetzten. Als der Heiligste gilt bei euch immer der, welcher am regelmäßigsten mitschmaust, die verschwenderischsten Gastmähler veranstaltet und sich am besten aufs Bechern versteht."
"Mit Recht weiset ihr als Leute, die bloß auf das Seelische und Fleischliche etwas halten, das Pneumatische von euch. Wenn die Propheten den Beifall solcher Leute gefunden hätten, wären sie meine Männer nicht. Warum predigt ihr nicht konsequent: Lasset uns essen und trinken; denn morgen werden wir sterben! Wir unsererseits tragen dagegen kein Bedenken, unumwunden die Vorschrift zu geben: Brüder und Schwestern, fastet, damit wir nicht vielleicht morgen sterben! Wir wollen offen unsere sittlichen Grundsätze vertreten!"
"Wir sind davon überzeugt, daß die, "welche im Fleische leben, Gott nicht gefallen können", nicht etwa die, welche in der Substanz des Fleisches leben, sondern in der Sorge um dasselbe, in der Liebe, in den Werken und im Willen des Fleisches. Die Magerkeit mißfällt uns nicht, denn Gott hat das Fleisch nicht nach dem Pfunde abgewogen, wie er auch dem Geist kein Maß gesetzt hat. Ein abgemagerter Leib wird hoffentlich leichter durch die schmale Pforte des Heiles eingehen, schneller wird ein leichter Körper auferweckt werden, länger wird sich ein vertrockneter Leib im Grabe halten. Es mögen sich die Faustkämpfer und die olympischen Spieler mästen! Jenen steht das Streben nach Leibesumfang wohl an, die da der Kräfte des Leibes bedürfen, und dennoch gewinnen auch sie durch Xerophagien ihre Stärke. Unsere Kräfte aber sind anderer Art, eine andere ist unsere Stärke, wie auch andere unsere Kämpfe sind. "Unser Kampf geht nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Mächte der Welt und die Geister der Bosheit". Gegen sie hat man nicht mit Fleisch und Blut, sondern im Glauben und mit starkem Geiste standzuhalten."

Gott strafte die Übertretungen der von ihm gebotenen Enthaltsamkeit

Zur Mitte der Karwoche kommen wir langsam zum Ende von Tertullians Schrift über das Fasten:
"Auch wenn er die Werke der Gerechtigkeit höherstellt, so will er sie doch nicht ohne Opfer, d. h. ohne eine Seele, die sich durch Fasten kasteiet. Sicher ist er jener Gott, dem auch das Volk, als es unenthaltsamen Gaumens war, sowie der Prophet und der Priester mißfiel. Noch stehen die Denkmäler ihrer Begierlichkeit, wo das Volk begraben liegt, das nach Fleisch lüstern war und sich den Magen bis zum Übelwerden mit Wachteln überfüllte. Der alte Heli stürzt an der Pforte des Tempels tot zu Boden, seine Söhne fallen in der Schlacht, die Schwiegertochter stirbt im Wochenbett, Diese Heimsuchungen hatte die unverschämte Familie, die die Fleischopfer unterschlug, von Gott verdient. Als Sameas, der Mann Gottes, der vom König Jeroboam eingeführten Idololatrie den Untergang prophezeite, nach der Verdorrung und sofortigen Wiederherstellung der Hand des Königs und nach der Berstung des Altars vom König wegen dieser Wunderzeichen eingeladen wurde, damit ihm Genugtuung zuteil werde, da weigerte er sich offen, dort überhaupt Speise anzurühren; denn es war ihm von Gott verboten worden. Da er aber bald nachher von einem andern Greise, der sich lügenhaft für einen Propheten ausgab, sich leichtsinniger Weise beköstigen ließ, wurde er zufolge des Wortes Gottes, das auf dem Fleck noch über Tisch an ihn erging, nicht bei seinen Vätern begraben. Unterwegs von einem Löwen, dem er begegnete, niedergestreckt, bei Fremden begraben, büßte er für jene Preisgabe des Fastens."
"Das wären Beispiele sowohl für das Volk als auch für die Bischöfe, sogar für die Geistbegabten, wenn diese sich eine Unenthaltsamkeit des Gaumens zuschulden kommen lassen. Nicht einmal in der Unterwelt nehmen die Vermahnungen ein Ende; dort wird der reiche Prasser für seine Gelage bestraft, der arme Lazarus aber für sein Fasten erquickt; für beides lagen die Vorschriften des Moses und der Propheten vor. Denn auch Joël rief aus: "Heiliget ein Fasten, verkündet eine Aufwartung", indem er voraus erkannte, daß auch andere Apostel und Propheten Fasten verordnen und Dienste, welche Gottes warten, predigen würden. Daher hat man auch von denen, welche durch die Reinerhaltung ihrer Götzenbilder, durch die Ausschmückung ihrer Altäre und ihre allstündliche Begrüßung sich die Götter geneigt zu machen suchen, gesagt, sie besorgen eine Aufwartung."

Die Theologie des Arius und der Arianismus

Fortsetzung von hier

Zunächst gilt es, zwischen der Theologie des Arius und der Lehre des Arianismus zu unterscheiden. Der Arianismus war bei weitem nicht so stringend wie er in der Kirchengeschichtsschreibung allgemein wahrgenommen wird - is halt ne Häresie - und unterschied sich in Details sogar von den ursprünglichen Denken seines Gründers, des alexandrinischen Presbyters Arius.

Über Arius werden zahleiche Legenden erzählt und daher ist es schwierig, Fakten über seine Personen aus der Propaganda von Freund und Feind herauszufinden. Wir können jedoch mit einer Gewissen Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass er ursprünglich aus Lybien stammte und eine gute Philosophische und Theologische Ausbildung in der Tradition des Origines erhalten hat. Bei Ausbruch des Streites um seine Lehre dürfte er bereits 60 Jahre alt gewesen und seit Jahren als Presbyter in der alexandrinischen Baukaliskirche tätig gewesen zu sein. Aufgrund der größe der alexandrinischen Gemeinde nahm Arius auch Aufgaben war, die in anderen Gemeinden eigentlich Sache des Bischofs waren. Hierzu gehörte auch die Predigt und das Auslegen der Hl. Schrift. Es war denn auch eine Schriftstelle, an der sich der Streit entzündete. Allerdings können wir heute nicht mehr genau sagen, welche. Angenommen werden z.B. Sprüche 8,22ff:  "Der Herr hat mich geschaffen im Anfang seiner Wege, vor seinen Werken in der Urzeit; in frühester Zeit wurde ich gebildet, am Anfang, beim Ursprung der Erde. Als die Urmeere noch nicht waren, wurde ich geboren, als es die Quellen noch nicht gab, die wasserreichen." Aus dieser oder einer ähnlichen Schriftstelle entnahm Arius, dass der Sohn weder ewig noch ungeworden sei, sondern noch vor der Welt durch den Vater hervorgebracht worden sei. Sowohl ewig als auch ungeworden sind aber Adjektive, mit denen Arius Gott umschreibt. Nach ihm ist Gott allein ewig, allein ohne Anfang, allein wahr, allein unsterblich, allein bleibend un unveränderlich etc. Doch wenngleich der Sohn bei Arius weder ewig noch ungeworden ist, so denkt er ihn noch als Gott und spricht in der originetischen Tradition von drei göttlichen Hypostasen. Denn die Priorität des Vaters ist bei Arius mehr eine logische als eine zeitliche. Denn die Zeit gehört ja zur Schöpfung, vor der der Sohn entstanden ist. Dennoch konnte Arius das zeitliche Element aus seiner Theologie nicht ganz entfernen. So entstand der arianische Kampfslogan: Es gab eine Zeit, da er nicht war, en pote hote ouk en. Auf diese Weise wurde die Subordination Jesu radikalisiert und ihm der Status eines Gottes im eigentlichen Sinne implizit abgesprochen, wenngleich die logische Präexistenz des Sohnes seinen Vorrang vor allen (anderen) Geschöpfen begründet.

Auf diesem Weg des Arius ging nun der klassische Arianismus weiter, indem er das, was bei Arius lediglich implizit ausgedrückt wurde, explifizierte. Einer der bekanntesten Theologen des Arianismus war der kleinasiatische Theologe Asterius. Er unterschied konsequenter als Arius Gewordenes und Ungewordenes. Durch "Überfließen" des Vaters entsteht eine von diesem unterschiedene Hypostase, der Sohn. Er hat als Abbild jedoch lediglich metaphorisch und nicht mehr substantiell Anteil am Vater und wird diesem lediglich zugeschrieben. Auf diese Weise rückt Asterius den Sohn auf die Ebene der Geschöpfe, wenngleich ihm der erste Rang unter diesen Zukommt. Das ergänzt Eusebius von Caesarea, wenn er schreibt, der Sohn sei nicht wahrer Gott wie der Vater. Wichtig war dem Arianismus wie auch Arius, den Sohn vom Herkommen vom Vater zu unterscheiden. Allein der Vater war ungezeugt, also Ursache seiner selbst, während der Sohn vom Vater hervorgebracht worden sein musste, wenn es nicht zwei Ursachen ihrer selbst geben sollte, was nach dem Arianismus eine ditheistische Position wäre. Durch die gleichzeitige radikale Transzendenz Gottes kam indes der Arianismus dahin, dem Sohn praktisch die Göttlichkeit abzusprechen. Damit löste er zwar das monotheistische Problem so konsequent wie keine andere christliche Lehre bisher, zerstörte jedoch auch den Grundkonsenz, den Sohn, auf welche Weise auch immer, als Göttlich zu glauben.

Die Ansicht des Paulus und das Verhalten Christi bzgl. des Fastens

Nachdem wir aufgrund der darin enthaltenen montanistischen Lehre auch das 14. Kapitel übersprungen haben, kommen wir nun zum 15. Kapitel der Schrift über das Fasten:
"Er spricht auch eine Mißbilligung gegen diejenigen aus, "welche Enthaltung von Speisen befehlen". Aber es ist dies nur ein Akt der Voraussicht des Hl. Geistes, der damit bereits zum voraus jene als Häretiker verdammt, die da eine beständige Enthaltung vorschreiben würden, in der Absicht, dadurch die Werke des Schöpfergottes zu zerstören und zu verachten. Solche finde ich bei Marcion, bei Tatian, bei Jupiter, einem jetzt lebenden Häretiker, früherem Pythagoreer, ... Dagegen trifft Paulus euch, die ihr diese Dienstleistung herabwürdigt, wenn er in seinem Briefe an die Römer sagt: "Richtet nicht um der Speise willen das Werk Gottes zugrunde." Welches Werk? Dasjenige, wovon er sagt: "Es ist gut, kein Fleisch zu essen, und keinen Wein zu trinken". "Denn wer in diesen Dingen ihm dient, der ist unserem Gott wohlgefällig und macht ihn sich geneigt". "Der eine glaubt, alles essen zu sollen, der andere aber ist schwach und genießt nur Gemüse. Wer ißt, der mißachte nicht den, der nicht ißt. Wer bist du, daß du über einen fremden Knecht Gericht hältst? Sowohl der Essende als der Nichtessende sage Gott Dank". Wenn er aber schon nach seiner bloß menschlichen Ansicht verbietet, Streit anzufangen, um wieviel mehr auf Grund des göttlichen Willens! So wußte er einige, die Kasteiungen und Verbote in Betreff der Nahrung auferlegten, zu mißbilligen, da sie aus Verachtung und nicht zu religiöser Übung Enthaltsamkeit übten, diejenigen aber zu loben, welche es taten, um den Schöpfer zu ehren, nicht um ihn zu beschimpfen. Und wenn er dir auch zum Fleischmarkt freien Zutritt gegeben, und dir den Genuß von allem, mit Ausnahme des den Götzen Geopferten, gestattet hat, so hat er doch das Reich Gottes nicht an den Fleischmarkt gekettet. Denn er sagt: "Das Reich Gottes besteht nicht im Essen und Trinken" , und: "Die Speise empfiehlt uns nicht bei Gott", und er sagt das nicht, damit du glaubst, er meine damit die trockene Speise, sondern er meint vielmehr die mit Brühe versehene und sorgfältig zubereitete; denn wenn er hinzusetzt: "Wir werden weder etwas gewinnen, wenn wir essen, noch etwas verlieren, wenn wir nicht essen", so ruft er das mehr dir zu, der du zu gewinnen glaubst, wenn du issest, zu verlieren, wenn du nichts issest, und darum jene Dinge heruntersetzest."
"Wie unwürdig ist es ferner, den Umstand, daß der Herr ohne Unterschied ißt und trinkt, zugunsten deiner Ausgelassenheit zu deuten! Ich sollte doch meinen, der, welcher nicht die Satten, sondern die Hungernden und Dürstenden glücklich gepriesen hat, der hätte doch auch gefastet, er, der für seine Speise ausgab, nicht, was die Jünger dafür hielten, sondern die Vollbringung des Werkes des Vaters, er, der lehrte, sich um die Speise zu bemühen, die Bestand hat zum ewigen Leben, der anordnete, daß man auch im regelmäßigen Gebete nur um Brot bitten soll, nicht um die Reichtümer eines Attalus. So hat auch Isaias nicht in Abrede gestellt, daß Gott das Fasten geschätzt habe, sondern er gibt nur an, welches Fasten ihm nicht gefiel. "An den Tagen eures Fastens", sagt er, "zeigt sich euer Wille, und alle von euch Abhängigen bedrücket ihr; bei Streit und Prozessen fastet ihr, und ihr schlaget zu mit Fäusten. Ein solches Fasten habe ich nicht gewünscht", sondern ein solches, wie er es im darauffolgenden beschrieb, und damit nicht aufgehoben, sondern gutgeheißen hat."

Dienstag, 3. April 2012

Arius und Nizäa: Das christologische Problem

Nachdem ich meine schriftliche Klausur nun hinter mir habe komme ich kurzzeitig wieder etwas mehr zum bloggen. Und da ich mir im Zuge der Prüfung ein gewisses kirchengeschichtliches Spezialwissen anfuttern musste und ich es für Verschwendung halte, den Ausstoß desselben auf einen Professor zu beschränken, der das eh schon alles weiss, gibts in nächster Zeit ein paar kirchenhistorische Posts.

Heute beginne ich daher mit meinem Label: Nizäa. Der Streit um den Arianismus.
Und weil das doch alles etwas lang für einen Post ist, mal erst das Kapitel I:
Das christologische Problem

Seit seinem Beginn in der Person Jesu Christi hatte das Christentum ein zentrales theologisches Problem: Es nahm für sich in Anspruch, eine monotheistische Religion zu sein, kannte aber zwei göttliche Wesen: Gott-Vater und Gott-Sohn. Wir finden diesen Konflikt bereits in der Hl. Schrift vorgezeichnet. Denn die verschiedenen Prädikate, die Jesus sich selbst zuschreibt und die ihm zugeschrieben werden, z.B. das Messiasbekenntnis des Petrus, ermöglichen zwar die Annahme einer seinsmäßigen Göttlichkeit Jesu, explifizieren sie aber nicht, weil nach dem damaligen Sprachgebrauch diese Formeln auch als Ehrentitel oder Gottheit dem Begriff, nicht aber dem Sein nach verstanden werden können. So findet sich z.B. die Bezeichnung Sohn Gottes, griech. theou hyios, auch als Titel der römischen Kaisertitulatur. Wie weit hier aber eine seinsmäßige Göttlichkeit des Kaisers aus Gott, theos ek theou, oder lediglich eine besondere göttliche Begnadung oder ein besonderer Verhältnis zu (einem) Gott ausgedrückt werden soll, bleibt an vielen Stellen offen und differiert stark. Auch das Judentum kennt ja die Bezeichnung Sohn Gottes entweder als Bezeichnung für Israel selbst oder den jüdischen König. Einen ersten Hinweis, dass Jesus von den Aposteln als Gott geglaubt wurde, liefert jedoch die Apostelgeschichte 1,24: Die Apostel wählen einen Nachfolger für Judas und beten zum Herrn, er möge den neuen Apostel auswählen. Die Exegese geht allgemein davon aus, dass mit Herr, griech. kyrios, Jesus zu verstehen ist. Beten kann man aber logischerweise nur zu Gott selber und so scheint Jesus von seinen Aposteln als Gott geglaubt worden zu sein. In der apostolischen Zeit scheint dieser Umstand noch nicht als Problem wahrgenommen worden zu sein, zumindest finden wir hierzu weder in der Bibel noch in anderen Quellen aus dem ersten Jahrhundert nach Christus entsprechende Zeugnisse.

Diese Situation änderte sich jedoch spätetens im 2. Jahrhundert. Denn das Christentum, das sich in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunders vom Judentum trennte, konnte den Vorwurf der ehemaligen Brüder nicht ewig ignorieren, sie hätten dem einen Gott JHWH einen zweiten Gott, Jesus, nebenan gesetzt und seien damit Ditheisten - zwei Götter Verehrer. Doch um des eigenen Selbstverständnisses Willen war es den Christen nicht möglich, zwei Götter im eigentlichen Sinne zu verehren. Denn einer solchen Lehre war zum einen im Kanon des Alten Testamentes klar widersprochen, zum anderen gab es die Lehre Jesu nicht her. Das frühe Christentum musste also die Frage beantworten, wie der eine Gott gedacht werden konnte, ohne den Sohn zum reinen Menschen zu machen.

Hierfür wurden im wesentlichen zwei Modelle entwickelt: Der Monarchianismus und die subordinatorische Logostheologie.

Der Monarchianismus legte seinen Schwerpunkt auf dem Erweis, dass es sich beim Christentum um eine monotheistische Religion handelt. Entsprechend betonten sie die monas, die Einheit Gottes. Die bekannteste Form dieser Theologie ist der modalistische Monarchianismus oder Sabellianismus. Sabellius, ihr prominentster Vertreter, ging davon aus, dass es nur den einen Gott geben würde, der sich für verschiedene Handlungen verschiedener Seinsweisen, lat. modi, bedienen würde. So habe er als Vater die Welt erschaffen und sie als Sohn erlöst. Auf diese Weise konnte der Monotheismus gewahrt werden, wenngleich der Sohn sozusagen im Vater verschwindet. Zugleich machte es sich Sabellius zu einfach, denn eine solche Theorie bereitete Probleme mit der Erlösungstat Christi. Während nach heutiger Lehre der Gott-Sohn Jesus am Kreuz gelitten hat und gestorben ist, litt und starb der ganze Gott gemäß der Lehre des Sabellius. Die Gegner der Monarchianer sprachen von ihnen daher auch von den patripassianern, als denen, die das Leiden des Vaters am Kreuze lehrten.

Demgegenüber unterschieden die Logostheologen beide, Gott-Vater und Gott-Sohn dem Sein und der Zahl nach. Erste Ansätze für die Logostheologie liefern bereits frühe christliche Schriften aus dem 2. Jahrhundert wie der Hirte des Hermas. Er beschrieb Jesus als pneuma, als Geist Gottes, der Gott zugeordnet ist, aber nicht das Wesen Gottes beschreibt. Weiter geht der 2. Clemensbrief, der den Sohn ebenfalls als pneuma aussagt, ihn aber als vom gleichen Stoff wie Gott bezeichnet. Doch sprechen beide Modelle noch nicht von einer gleichrangigkeit des Sohnes zum Vater. Eine solche Unterordnung, Subordination, wird explifiziert durch Irenäus von Lyon. Er umschreibt das Verhältnis der drei Personen wie eine Befehlkette. Der Vater entscheidet, der Sohn führt aus, der Hl. Geist nährt und fördert.
Grundlage der Logostheologie bildet spätestens im 3. Jahrhundert die griechische Philosophie und darin besonders der Mittelplatonismus. Dieser kannte zwei große Seinsprinzipien: Den nous und den logos. Der platonische nous ist das höchste Prinzip und absolut transzendent. So transzendent, dass er mit der Welt an sich nichts zu tun hat. Um zu Wirken wird das Prinzip des nous durch den logos vermittelt. Hierbei handelt es sich um das die Welt durchwaltende kosmische Prinzip. Nur den logos können die Menschen begreifen und nur nach ihm sich ausrichten und mit ihm in Einklang kommen. Es bot sich für die christlichen Theologen an, dieses System auf das Verhältnis von Gott-Vater und Gott-Sohn zu übertragen. Darin nimmt der Vater die Rolle des nous ein, der durch den Sohn, den logos, die Welt erschaffen hat und sie lenkt.
Diese philosophischen Grundlagen finden sich auch bei den beiden größten Trinitätstheologen, die erstmals ein ausgefeiltes System vorlegten: Dem Kirchenvater Tertullian und Origines von Alexandria.
Tertullian sah die göttliche monarchia garantiert durch die innere Einheit von Vater, Sohn und Geist der Substanz nach. Allerdings weisen alle drei eine eigenen Subsistenz aus. Hieraus entwickelte sich das Schlagwort von der una substantia - tres personae, der einen Substanz in drei Personen. Allerdings subordiniert auch Tertullian den Sohn, indem er nur dem Vater die Substanz in Fülle zuschreibt, während der Sohn lediglich Anteil daran hat.
Einen ähnlichen Weg geht auch der griechisch schreibende Origines. Nach seiner Theologie zeugte der transzendente Vater von Ewigkeit her den Sohn. Beide bilden zusammen mit dem Geist, der noch nicht näher definiert wird, eine Gruppe von prinzipiell subordinierten, der Sache nach jedoch konsubstanzialen Hypostasen, also Seinsweisen. Vater und Sohn sind damit nach der Substanz geeint. Allerdings hält Origines diese Unterscheidung von Substanz und Hypostase nicht immer durch und spricht teilweise von verschiedenen Substanzen, ousiai. Eine Flexibiltät, zu seiner Zeit noch unbedenklich, die jedoch später folgenschwere Auswirkungen haben sollte.

Fasten zu besonderen Gelegenheiten

Heute wollen wir den Faden in Tertullians Schrift über das Fasten mit dem 13. Kapitel wieder aufnehmen:
"Es kommt mir gut zustatten, daß auch die Bischöfe die Gewohnheit haben, dem gesamten Volke Fasten aufzuerlegen, ich meine nicht in der Absicht, um Geldbeisteuern zusammenzubringen, wie es bei euch aus Geldsucht geschieht, sondern nur zuweilen und wegen irgendeiner kirchlichen Bekümmernis. Wenn ihr daher auf den Erlaß eines Menschen hin, und zwar alle zusammen als eine Einheit, Akte der Verdemütigung vornehmt, wie könnt ihr denn an uns dieselbe Einheit, in der wir fasten, Xerophagien und Station halten, zum Gegenstand des Tadels machen, es sei denn, daß wir damit gegen Senatsbeschlüsse oder Kabinetsordres der Fürsten, die gegen die verbotenen Vereinigungen gerichtet sind, verstoßen?! Als der Hl. Geist in allen Ländern, wo er wollte, und durch den Mund von Personen, die er frei auswählte, seine Kundgebungen erließ, hat er in Voraussicht der bevorstehenden Prüfungen der Kirche und der Plagen der Welt in seiner Eigenschaft als Paraklet, d. h. als Beistand, um den Richter zu besänftigen, dergleichen Verrichtungen als Heilmittel angeordnet, so, nimm an, auch jetzt, um die Zucht der Mäßigkeit und Enthaltsamkeit zu üben."
"Außerdem werden in den griechischen Ländern an bestimmten Orten jene Versammlungen aus allen Kirchen, die man KonzilienÚ nennt, abgehalten, durch die sowohl alle wichtigeren Dinge gemeinschaftlich verhandelt werden, als auch eine Repräsentation der gesamten Christenheit in ehrfurchtgebietender Weise gefeiert wird. Wie angemessen ist dies, sich unter dem guten Wahrzeichen des Glaubens von allen Seiten um Christus zusammenzuscharen! Siehe, "wie schön und lieblich ist es, wenn die Brüder einmütig zusammenwohnen". Du weißt diese Psalmenstelle freilich nur dann zu singen, wenn du es dir mit mehreren andern gut schmecken lässest. Jene Versammlungen aber liegen vorher den Stations- und sonstigen Fasten ob und wissen so zu trauern mit den Traurigen, und dann erst sich zu freuen mit den Fröhlichen"

Montag, 2. April 2012

Dadu

Es gibt ja Dinge in der Kirche, die stehen in keinem liturgischen Handbuch, sind aber unvergesslich. Sowas habe ich gestern während der Palmsonntagsmesse erlebt. Nachdem wir endlich im Dom angekommen waren - ich durfte natürlich das schwerste Turibel schwingen das wir hatten - lief die Messe eigentlich ganz normal. Doch während der Chor Bachs Kreuzigungsszene sang und während der Stillzeit danach, artikulierte sich herrlich unpassend das menschliche Leben. Hinten im Querhaus saß ein kleines Kind im Kinderwagen und meldete sich diskret aber vernehmlich - bei uns hörst du ja alles - zu Wort: Dadu ... dadu ... dadu. Ich gebe zu, ich bin fast von der Bank gerutscht vor verkniffenem Lachen. Liturgisch natürlich ein grausames Unding, aber seien wir ehrlich: Sind wir nicht alle ein bisschen dadu?

Sonntag, 1. April 2012

Newsticker

New York: Der Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki-moon erklärt vor dem Plenum der UN-Vollversammlung: "Der Papst ist toll!". Die UN-Vollversammlung erhob sich zu stehenden Ovationen

Washington: Präsident Obama leistet in der Basilica of the National Shrine of the Immaculate Conception feierlich Abbitte und Buße für seine Angriffe gegen die katholische Kirche und verspricht, fortan ihre und der Katholiken Freiheit zu achten.

London/Birmingham: Am Grab des Apostels der Moderne Sl. John Henry Kardinal Newman treten die Queen und die kgl. Familie zum Katholizismus über. Begründung: Besser katholisch als gar nix mehr.

Paris: Frankreich hat gewählt. Neue Präsidentin der französischen Republik ist die Jean d'Arc, die Jungfrau von Orleans. Ein Wähler erklärt hierzu: Da können wir auch ne Tote wählen, bei den beiden Figuren. Präsident Sarcozy beantragt bereits beim Hl. Stuhl, die Statthalterschaft für die Heilige übernehmen zu dürfen.

Berlin: Bundeskanzlerinm Angela Merkel bekennt sich zum christlichen Menschenbild und verpflichtet die CDU auf christliche Werte. Die Linkspartei fordert daher ein Parteiverbotsverfahren gegen die CDU. Denn bei dem Christentum handele es sich um eine menschenverachtende, antidemokratische Ideologie und bei den Mitgliedern der CDU um Fundamentalisten.

Bern: Hans Küng distanziert sich von seinen früheren Aussagen gegen das Lehramt der katholischen Kirche. Er erklärt seine volle Übereinstimmung mit den Lehren der Kirche und bittet den Hl. Vater um Verzeihung. Er plant in die Kartause Marienau einzutreten, denn er habe in seinem Leben genug Worte gemacht.

Rom/Florenz: Die italienische Republik verkauft die Stadt Rom und ihr Umland an den Hl. Stuhl. Als Gegenleistung gibt der Papst ein Gebet zur Förderung der Wohlfahrt Italiens heraus. Denn nach Ministerpräsident Monti "können uns nur noch Gebete helfen."

Istanbul: Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel Bartholomäus I. verkündet die volle Ökumene mit der römisch-katholischen Kirche und erkennt den Papst als "Obersten Bischof der Gesamtkirche" an. Es wird erwartet, dass in den nächsten Monaten weitere orthodoxe Kirchen ebenfalls diesen Schritt machen werden. 

Jerusalem: Zur Wahrung des Friedens unter den Religionen wird der Tempelberg inklusive allem was drunter liegt der Verantwortung des Lateinischen Patriarchen Twal übergeben. Denn da es sich bereits bewert hat, das der Schlüssel zur Grabeskirche Muslimen anvertraut wurde, sollte das gleiche Modell nun am Tempelberg Anwendung finden.

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