Mittwoch, 29. Februar 2012

Basilius der Große über die Demut

Die 12. Predigt des Basilius von Caesarea hat er über die Demut gehalten. Aus ihr sollen im folgenden einige Teile genannt werden. Wir beginnen, sinnvollerweise, mit dem 1. Kapitel:
"Das größte Glück für ihn, die Heilung von seiner Krankheit und die Rückkehr zum ursprünglichen Zustand, liegt in der Demut begründet und darin, daß er sich nicht irgendeine Ruhmesherrlichkeit aus eigenem Vermögen träumen läßt, sondern solche von Gott erbittet. So wird er den Fehler wieder gutmachen, so die Krankheit heilen, so zum hl. Gebote, das er verlassen, zurückkehren. ...
Allein der Teufel, der den Menschen durch die Hoffnung auf falschen Ruhm gestürzt hat, ruht nicht, ihn mit denselben Lockungen zu reizen und zu diesem Zwecke tausend Ränke zu ersinnen. Als etwas Großes hält er ihm den Besitz von Reichtum vor, damit er darauf stolz werde und darum sich bemühe. Freilich dient das nicht zur Ehre, bringt nur große Gefahr. Er- werb von Schätzen ist Gegenstand der Habsucht; doch ihr Besitz trägt keineswegs zum guten Namen bei, führt vielmehr zu törichter Verblendung, eitler Selbstüberhebung und verursacht in der Seele eine Krankheit, die einer Entzündung ähnlich ist. Denn die Geschwulst der entzündeten Körperteile ist nicht gesund noch nützlich, sondern eine Krankheitserscheinung, schädlich, der Anfang einer Gefahr und Ursache des Endes. Etwas Ähnliches ist es um den Hochmut der Seele. ...
Nicht bloß auf Reichtum ist man stolz, nicht bloß mit prunkender Lebensart und Kleidung, die der Reichtum erlaubt, prahlen die Menschen - sie leisten sich nämlich unnötig kostspielige, luxuriöse Mahlzeiten, machen unnötigen Kleideraufwand, bauen mächtige Häuser und schmücken sie herrlich aus, halten viele Diener und schleppen Scharen zahlloser Schmeichler nach sich -, sondern sie fühlen sie auch ungemein wegen der Würden, zu denen sie berufen worden. Wenn das Volk ihnen ein Amt verleiht oder sie mit einem Vorsitze beehrt oder für sie eine ganz besondere Auszeichnung beschließt, dann glauben sie dadurch über die menschliche Natur hinauszuragen, fast auf den Wolken zu thronen, halten ihre Untergebenen für eine Art Fußschemel, erheben sich gegen die, welche ihnen die Würde gegeben haben und lassen die ihren Übermut fühlen, denen sie ihren Scheinglanz danken. Freilich ist das ein höchst törichtes Handeln; denn ihre Ehre ist nichtiger als ein Traum, und der Glanz, der sie umgibt, ist eitler als nächtliche Erscheinungen, da er ja mit einem Winke des Volkes da ist und auf einen Wink hin verschwindet. ...
Übermütig macht den Menschen ferner die Stärke seiner Hände, die Schnelligkeit der Füße, des Körpers Schönheit, lauter Dinge, die von Krankheiten verzehrt und vom Zahn der Zeit zerstört werden, und er merkt nicht, daß „alles Fleisch Gras ist und alle Herrlichkeit des Menschen wie des Grases Blume"

Dienstag, 28. Februar 2012

Wahre und falsche Demut

Christus mahnt uns, das Fasten nicht nach außen zu tragen, sondern still und heimlich zu fasten. Zugleich sind wir aber auch aufgerufen, Beispiele für unsere Mitmenschen zu sein und so sollten diese unseren Glauben natürlich sehen. Wie mit dem Fasten verhält es sich auch mit der Demut. Denn zum einen drängt es den Demütigen nicht, seine Tugend zu zeigen, zugleich aber ist er auch ein Befürworter dieses Modells, das an seinem Leben ablesbar sein muss. Deshalb noch einmal Johannes Cassian über wahre und falsche Demut
"Da ich nun also sehe, daß ihr die Grundsätze unseres Berufes von der besten Art der Mönche angenommen habt, nemlich, von der lobenswerthen Ringschule der Klöster aus zu den hohen Gipfeln der anachoretischen Lebensregel zu streben, so übet die Tugend der Demuth und Geduld, die ihr, wie ich nicht zweifle, dort gelernt habt, mit wahrer Neigung des Herzens, und erheuchelt sie nicht, wie so Manche, mit falscher Demüthigung in Worten, oder mit angenommener und überflüssiger Beugung des Körpers in gewissen Leitungen. Diese verstellte Demuth hat der Abt Serapion einmal herrlich verspottet. Als nemlich Einer zu ihm kam, der die größte Erniedrigung seiner selbst in Haltung und Rede zur Schau trug, und der Greis ihn nun der Sitte gemäß mahnte, das Gebet zu sprechen, gab dieser der Aufforderung keineswegs nach, sondern behauptete voll Unterwürfigkeit, er sei in so große Laster verstrickt, daß er nicht einmal verdiene, die gemeinsame Luft mitzubenutzen. Auch vermied er das Sitzen auf der Matte, und setzte sich lieber auf den Boden. Nachdem er noch weniger seine Einwilligung zur Abwaschung der Füße gegeben hatte, begann Abt Serapion nach vollendetem Abendessen, wo ihm die gewöhnliche Unterredungsstunde Gelegenheit gab, ihn gütig und sanft zu ermahnen, er fülle doch besonders bei seiner Jugend und Kraft nicht müssig und unstät mit wechselvollem Leichtsinne überall umherlaufen, sondern er solle in einer Zelle bleiben und lieber nach der Regel der Altväter sich durch seine Arbeit ernähren als durch die Freigebigkeit Anderer. „Der Apostel Paulus wollte, damit er nicht in so Etwas falle, obwohl ihm für seine Mühe in der Predigt des Evangeliums eine Darreichung mit Recht gebührte, lieber Tag und Nacht arbeiten, um sowohl sich als Denen, die in seinem Dienste waren und ein Geschäft nicht ausüben konnten, den täglichen Lebensunterhalt mit seinen Händen zu verschaffen.“ Darauf wurde dieser mit solchem Widerwillen und Mißmuth erfüllt, daß er die im Herzen empfundene Bitterkeit nicht einmal in der Miene verbergen konnte. Da sprach der Greis zu ihm: „Bisher, o Sohn, beludest du dich mit aller Schwere der Unthaten, ohne Furcht, du möchtest etwa durch das Bekenntniß so furchtbarer Verbrechen deinem Rufe einen Schandfleck anhängen; wie kommt es denn nun, ich bitte dich, daß ich dich auf meine einfache kleine Mahnung, die doch nicht nur keine Schande in sich schloß, sondern die Meinung, zu erbauen und Liebe zu beweisen, — von solchem Unwillen bewegt sehe, daß du ihn nicht einmal in der Miene verbergen oder durch eine heitere Stirne uns täuschen kannst? Glaubtest du vielleicht bei deiner Selbstdemüthigung aus unserm Munde jenen Spruch zu hören: „Der Gerechte klagt sich am Anfange seiner Rede selbst an?“ Man muß also die ächte Demuth des Herzens bewahren, welche nicht in der erheuchelten Erniedrigung durch Haltung und Rede, sondern in der innerlichen des Geistes besteht. Diese wird dann in den klarsten Beweisen ihrer Geduld glänzen, wenn Einer nicht selbst Verbrechen von sich ausschreit, die Andere nicht glauben können, sondern wenn er Das, was ihm von Andern in anmaßender Weise zugefügt wird, nicht achtet, und die ihm widerfahrenen Beleidigungen mit sanfter Ruhe des Herzens erträgt."

Johannes Cassian über die Demut

Zweite Unterredung des Abtes Moyses über die Klugheit.
"Darauf sprach Moyses: Die wahre Klugheit wird nur durch wahre Demuth erlangt. Die erste Probe dieser Demuth ist, wenn nicht nur alle Handlungen, sondern auch alle Gedanken der Prüfung der Väter vorbehalten werden, so daß Keiner Etwas seinem Urtheile glaube, sondern in Allem sich bei den Aussprüchen Jener beruhige und durch ihre Lehre erkenne, was er für gut oder bös halten solle. Diese Anleitung wird einen Jüngling nicht nur lehren, auf dem wahren Pfade der Klugheit geraden Weges einherzugehen, sondern ihn auch unverletzt bewahren bei allem Trug und Hinterhalt des Feindes. Denn es wird Einer durchaus nicht getäuscht werden können, wenn er nicht nach seinem Urtheile, sondern nach dem Beispiele der Vorfahren lebt – und es wird der schlaue Feind nicht Denjenigen als Unwissenden täuschen können, der Nichts davon weiß, alle im Herzen entstehenden Gedanken mit verderblicher Scham zu verbergen, sondern sie nach der reifen Prüfung der Väter entweder verwirft oder zuläßt. Sobald nemlich ein böser Gedanke geoffenbart ist, verliert er seine Kraft, und noch ehe das Urtheil der Klugheit ausgesprochen ist, wird die scheußliche Schlange aus ihrem finstern unterirdischen Schlupfwinkel ans Licht hervorgezogen durch die Kraft deines Bekenntnisses und weicht überführt und mit Schande bedeckt von dannen. Denn so lange herrschen ihre schädlichen Einflüsterungen in uns, als sie im Herzen verborgen werden."

Zwei Weisen Gott zu dienen

Fragt ein evangelischer Pfarrer einen Opus-Dei-Priester: Was ist denn nun eigentlich noch der Unterschied zwischen uns?
Sagt der Opus-Dei-Priester: O, jeder von uns beiden dient Gott - Sie auf Ihre Weise, wir auf Seine.  

Quelle: hier

Montag, 27. Februar 2012

Die Vierte Stufe der Demut

Heute wollen wir uns der vierten Stufe der Demut widmen:
"Die vierte Stufe der Demut: Der Mönch übt diesen Gehorsam auch dann, wenn es hart und widrig zugeht. Sogar wenn ihm dabei noch so viel Unrecht geschieht, schweigt er und umarmt gleichsam bewusst die Geduld. Er hält aus, ohne müde zu werden oder davonzulaufen, sagt doch die Schrift: "Wer bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet" Ferner: "Dein Herz sei stark und halte den Herrn aus."
"Wer bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet."
Da hab ich mir gedacht: Dann hast du aber ein Problem. Denn standhaft sein ist ja meine Stärke nicht unbedingt. Sicher, ich nehme mir oft vor, dieses oder jenes zu tun oder zu lassen; z.B. geduldig sein, Unrecht leicht und gern zu ertragen. Oder auch mal mehr in der Bibel zu lesen oder endlich die Reihe der 12 Stufen der Demut abzuschließen. Aber klappt das? Nee.

Man kennt das ja. Man lädt sich etwas auf, weil es neu, gut oder nützlich ist, Vielleicht sogar weil es der Heiligung dient. Man geht mit Elan rein und denkt: So, das ziehst du jetzt durch. Und dann kommen die Schwierigkeiten, die Probleme, die Sorge, der Widerstand. Nach den Gesetzen der Welt entscheidet sich dann, ob man in etwas scheitert oder Erfolg hat. Die Großen dieser Welt zeichnen sich dadurch aus, dass sie bei Widerständen nicht eingeknickt sind, sondern weitergemacht haben. Die Widerstände wurden überwunden, man hat sich freigeschwommen und schließlich die Lorbeeren eingefahren. Erfolg will hart verdient werden. Und so ist es ja in gewisser Weise auch mit dem Glauben. Auch hier muss Erfolg mühsam errungen werden.

Von alten Mönchen hört man gerne das Wort: "Das Schwierigste ist der Gehorsam" Recht haben sie. Gerade im Kloster, aber auch in der Welt ist kaum etwas schwieriger als Gehorsam zu sein. Es ist sogar noch etwa schwieriger als in anderen Dingen Erfolg zu haben. Denn da ist man ja selbst der der Aktive, der Kreative, der Macher. Man legt sich selbst für die eigenen Ideen in's Zeug und hat dann, optimalerweise, Erfolg. Mit dem Gehorsam verhält es sich anders. Hier ist man nicht selbst der Macher, hier setzt man nicht selbst seinen Willen um, hier hat man den Willen eines anderen umzusetzen. Und anstatt Widerstände einer als ungerecht empfundenen Welt erfolgreich zu überwinden, liegt der Erfolg gerade daran, dass man sich den Widerständen beugt, sie erträgt. Ja mehr noch, man soll die Widerstände sogar umarmen als das Kreuz, das man von Gott zur Heiligung erhalten hat.

Was sagt uns das: Christ sein ist kein Spass.
Und das ist, wenn man so will, der Beginn und die größte Beschwernis, die wir auf uns nehmen müssen. Die Grundvoraussetzung: Nicht Christ sein, weil es so toll und lustig ist. Manchmal denke ich mir, es wäre alles doch viel leichter, wenn ich kein Christ wäre, sondern Agnostiker. Dann müsste ich mich nicht an den Werten der Kirche und der Bibel ausrichten, sondern könnte mir meine eigenen Basteln, in Übereinstimmungen mit den Normen der Gesellschaft. Mein Leben würde deutlich ruhiger verlaufen. Vom Gründungsgedanken durchaus verständlich, ist das Vorbild des Christen doch jemand, der ans Kreuz geschlagen wurde. Leicht und easy kann Christentum da nicht sein und wo es das ist, macht man sicherlich was falsch.

Doch sind es gerade solche Gedanken, die gefährlich sind und vor denen uns Benedikt eindringlich warnt. Denn der Kern, die Ultima Ratio, die Frage aller Fragen ist ja nicht, ob ich jetzt dieses oder jenes mache. Sondern ob ich daran festhalte, Christ zu sein. Wie viele haben sich dafür entschieden, es nicht mehr zu sein, weil sie eben nicht mehr dieses oder jenes machen wollten. Weil sie meinten, es sei einfacher, es einfach sein zu lassen. Und hiervor warnt Benedikt uns eindringlich. Wenn wir es nicht mal mehr schaffen, am bloßen Christsein festzuhalten, können wir auch nicht dieses oder jenes tun. Halten wir aber an Christus fest, auch und gerade wenn wir dafür unser Kreuz tragen müssen, dann können wir auch noch mehr tun, dann können wir noch mehr sein. Dann ist Christus unser Anspruch und nicht wir selbst. Und dann hab ich auch kein Problem mehr, wenn der Evangelist schreibt: "Wer bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet". Denn dann ist das primär keine Drohung mehr, keine Warnung, sondern eine Verheißung. "Wer bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet"

Ein Apfel



Einmal kam der Nuntius Roncalli neben eine etwas gewagt gekleidete Frau zu sitzen. Er schien es nicht zu bemerken. Am Ende des Mahles reichte er ihr einen Apfel und, als sie abwehrte, sagte er: "Nehmen Sie nur, auch Eva bemerkte erst, als sie den Apfel gegessen hatte, dass sie unbekleidet war."

Quelle: hier

Sonntag, 26. Februar 2012

Weil heute Sonntag ist


Kurzgedanken zu Mk 1,12f

"Danach trieb der Geist Jesus in die Wüste. Dort blieb Jesus vierzig Tage lang und wurde vom Satan in Versuchung geführt. "
Hierüber lehrt der Hl. Johannes Chrysostomos:
"Alles, was Christus tut und erträgt, geschieht zu unserer Belehrung. Nach der Taufe beginnt er, in der Wüste zu wohnen und gegen den Teufel zu kämpfen. So soll jeder Getaufte die größeren Versuchungen nach der Taufe geduldig ertragen und sich nicht verwirren lassen, als ob etwas wider Erwarten geschehen würde; er soll alles ertragen und so Sieger bleiben. Wenn Gott viele verschiedenartige Versuchungen zuläßt, dann deshalb, damit du erkennst, daß der Mensch, der versucht worden ist, in größerer Ehre steht. Denn der Teufel naht sich nur, wenn er jemanden in höherer Ehre stehen sieht. Darum heißt es: Und sogleich trieb ihn der Geist in die Wüste."
Der Hl. Chrysostomos weist uns hier auf ein wesentliches Phänomen des Fasten und besonders der vorösterlichen Fastenzeit hin: Der Gang Jesu in die Wüste greift unserem Gang in die Wüste voraus. Dieser Gang leitet eine Kampfzeit ein. Der Christ, der sich jetzt besonders bemühen will, sich Gott zu nahen, ist daher auch einer größeren Versuchung durch den Teufel ausgesetzt. Denn je wichtiger die Schlacht und desto größer der Sieg, desto mehr Kraft und List wird der böse Feind aufwenden, um uns doch noch niederzuringen. Deswegen wird, wenn wir unsere Bemühungen verstärken Christus durch Beten und Fasten ähnlicher zu werden, auch der Teufel seine Bemühungen vergrößern, uns zu verführen.

Um diese Gefahr der Gläubigen wissend spendet die Hl. Kirche in mütterlicher Fürsorge zum Beginn der Fastenzeit das Sakramentale des Aschekreuzes. Hierdurch werden wir zum einen durch das Kreuz als Eigentum Christi gekennzeichnet und im Bewusstsein gestärkt, ihm anzugehören. Zum anderen werden wir daran erinnert, wie vergänglich wir sind, um uns die rechte Demut zu lehren. Denn keine Waffe des Teufels ist mehr dazu geeignet, uns vom Pfade Christi zu trennen als der Hochmut.

Behalten wir daher das Aschekreuz während unserer Ganges durch die Wüste in Erinnerung. Dann werden wir die Angebote des Teufels zurückweisen, weil wir erkennen, dass sie nicht zu uns passen. Zugleich werden wird den Hochmut, den der böse Feind uns eingibt, verachten, indem wir uns selbst verleugnen und uns erinnern: Bedenke o Mensch: Staub bist du und kehrst zurück zum Staube.

Samstag, 25. Februar 2012

Unzerstörbar

Ein Mann wollte zum katholischen Glauben übertreten und fuhr deswegen nach Rom. Tief verstört kehrte er zurück; nach einiger Zeit ließ er sich doch in die katholische Kirche aufnehmen. Als man ihn fragte, warum er dies trotz seiner Enttäuschung getan habe, sagte er: "Ich hab mir überlegt: Eine Religion, die das aushält, muss die wahre sein."

Eine ähnliche Geschichte gibt es auch zwischen Pius VII. und Napoleon. Gegenüber Napoleon meinte Pius einmal: "Eure Majestät können die Kirche nicht zerstören. Das haben nicht einmal wir geschafft."

Segen Urbi et Orbi

Mal wieder ein Video mit Pius XII. Nicht besonders aufregend, aber ich finde, man sollte die Bemühungen, alte Aufnahmen der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen, würdigen.

Da diese Woche ja Aschermittwoch war gibt's mal ein paar Bilder von diesem Tag mit Papst Benedikt XVI. vor ein paar Jahren. Erneut hiervon

PS: Ich finde ja immer noch, der Liturgy-Style wird immer besser.



10.000

10.000 Jahre riefen früher die chinesischen Untertanen ihrem Kaiser als Huldigung zu.
9.999 Räume hat die Verbotene Stadt, weil lediglich der Palast der Götter 10.000 Räume haben durfte.
10.000 BC ist auch der Titel eines Films, der jedoch nichts mit der genannten Zeit zu tun hat.
10.000 ist eine besondere Zahl der Steigerung der schon mysthisch umflorten 1000.

Aber kommen wir zum Thema.
Gestern, kurz vor Mitternacht, ging der 10.000. Seitenaufruf auf Demut Jetzt! ein.

Damit haben ich sozusagen die Schallmauer eines kleinen Blogs wie des meinen erfolgreich überschritten.


Hierfür möchte ich allen, die daran mitgewirkt haben, danken. Natürlich zuvorderst meinen Lesern, ohne die das ganze hier reichlich sinnlos wäre. Besonders meinen regelmäßigen Lesern und allen, die durch Kommentare zur Verbesserung meines Blogs beitragen. Ein weiterer Dank geht an alle Mitglieder der Blogzene, die auf mich verlinkt und mich in ihren Blogroll aufgenommen haben. Ohne euch würde mich kaum einer kennen.

Das erinnert mich an eine schöne Widmung, die ich mal in einem Buch gelesen haben:
Meinen Eltern, denen ich es - nächst Gott - verdanke, dieses Buch schreiben zu können. Das gleiche kann ich auch von diesem Blog aussagen.

In diesem Sinne einen herzlichen Dank an alle und auf die nächsten 10.000.

PS: Auf dem Plakat bin ich der Kerl links, der Rechte ist die Küsselbecker.

Freitag, 24. Februar 2012

Napoleon und die neue Religion

Zu Zeiten seiner höchsten Macht wurde Napoleon durch den damaligen englischen Gesandten in Paris geraten, er solle den Papst abschaffen und seine eigene Religion gründen. Nur dann würde er wirklich unumschränkt herrschen.
Hierauf antwortete der Kaiser, er habe weder das eine noch das andere vor. Denn um eine neue Religion zu gründen, müsse man auf den Kalvarienberg steigen. Und das habe er nicht vor.

Zudem soll Napoleon zu einer anderen Gelegenheit gemeint haben, wenn es die Kirche nicht geben würde, hätte er sie erfinden müssen.

Wenngleich beides natürlich einen gewissen Zynismus des Machtmenschen Napoleon wiederspiegelt, steckt doch Wahrheit drin:
Alle neuen Religionen unserer Tage zeichnen sich durch einen Mangel an dem aus, was Jesus einst Golgota besteigen ließ: der Liebe. Und ohne diese Liebe sind sie, langfristig, nicht konkurrenzfähig.
Und die Bedeutung der Kirche oder der Religion für die Gesellschaft. Wir erfahren gerade die ersten Vorboten der Ereignisse, die das große Vakuum der späten 60er und beginnenden 70er Jahre in unserem Denken und Leben hinterlassen haben. Vorboten, die auf weit schlimmere Probleme hinweisen. Glücklicherweise müssen wir jedoch die Lösung nicht erst erfinden. Wir müssen uns aber sehr wohl darum bemühen.

Donnerstag, 23. Februar 2012

Über die äußeren Übungen zur Erlangung der christlichen Vollkommenheit

Mahnungen Lorenzo Scupolis zu die äußeren Übungen, aus: Der geistliche Kampf, S. 20-26

"Ohne reiflich darüber nachgedacht zu haben, glauben viele, dass die Vollkommenheit in einer strengen Lebensweise bestehe, in der Abtötung der Sinnlichkeit, in Geißelung und Bußübungen, in Fasten, langen Nachtwachen und anderen körperlichen Bußwerken.
Andere, und namentlich Frauen, meinen, einen hohen Grad an Vollkommenheit erreicht zu haben, wenn sie viele mündliche Gebete verrichten, oft der heiligen Messe und dem Gottesdienst beiwohnen, häufig die Kirche besuchen und die heiligen Sakramente empfangen.
Wieder andere, und unter diesen hie und da auch Ordenspersonen, reden sich ein, dass die Vollkommenheit hauptsächlich vom eifrigen Besuch des Chorgebetes, dem Stillschweigen, der Zurückgezogenheit und einer genauen Beachtung der Regel abhänge.
Auf diese Weise verlegen die einen die Vollkommenheit in diese, andere wieder in jene äußere Übung. …
Ohne Zweifel sind sie für diejenigen, die sie recht zu gebrauchen wissen, äußerst wirksame Mittel, um sich den wahren Geist anzueignen, durch den sie Kraft und Stärke gegen ihre eigene Bosheit und Schwäche erlangen, gegen die Anfechtungen und Nachstellungen des höllischen Feindes gesichert werden und schließlich in den Besitz jener geistlichen Hilfsmittel gelangen, die allen Dienern Gottes und insbesondere den Unerfahrenen im geistlichen Kampf so notwendig sind. …
Jenen aber, welche die vorgenannten äußeren Werke zur alleinigen Grundlage ihrer Vollkommenheit machen, können diese oft mehr als selbst wirkliche Sünden eine Ursache zum Falle sein; nicht deshalb, weil diese Übungen etwa nicht gut wären, sondern ihrer fehlerhaften Einstellung wegen. …
Sei überzeugt: Die wahre Vollkommenheit besteht in nichts anderem als in der Erkenntnis der Größe und Güte Gottes, wie auch in der Erkenntnis unserer eigenen Nichtigkeit und unserer Hinneigung zum Bösen; in der Liebe zu Gott und dem Haß gegen uns selbst; in bereitwilliger Unterwürfigkeit nicht allein Gott gegenüber, sondern auch gegen jedes Geschöpf; im gänzlichen Verzicht auf unseren eigenen Willen und der vollständigen Hingabe in den Willen Gottes, und zwar so, dass der alleinige Beweggrund all unseres Wollens und Handelns einzig Gottes Ehre, seine Verherrlichung und sein Wohlgefallen sein darf, weil er es so will und weil er es verdient, dass er von allen Geschöpfen geliebt werde."

Kleines Blogfasten

Einigen ist es vielleicht schon aufgefallen: Demut Jetzt! kommt ab gestern in Violett. Das hat natürlich mit der Fastenzeit zu tun. Damit im Zusammenhang – der Zeit, nicht dem Violett – stehen auch noch weitere kleine Änderungen: Bin ich in letzter Zeit auf zwei bis drei Posts pro Tag gekommen, wird der Turnus erstmal auf einen täglich reduziert. Außerdem ergehe ich mich in Bilderserienabstinenz. Dafür gibt’s in den nächsten 39 Tagen mehr Geistliches und Gewichtiges. Außerdem wird in den nächsten Tagen meine Serie über die 12 Stufen der Demut wieder fortgesetzt.

Das Gesagte gilt natürlich nicht für Sonntag. 

Mittwoch, 22. Februar 2012

Hurra, es ist Fastenzeit!

Wenn ich mir in den letzten Tagen und Wochen nach einem reichlichen Essen meinen Ranzen gehalten habe, so meinte ich gerne, es sei gut, dass bald die Fastenzetit anfangen würde.

Das ist natürlich auf zweierlei Weise Unsinn:
1. Geht es bei der Fastenzeit nicht ums abnehmen.
2. Könnte ich auch ohne Fastenzeit weniger essen.

Dennoch liegt in diesem Ausspruch durchaus etwas zutreffendes, wie ich finde. Denn es ist gut, dass jetzt Fastenzeit ist.
Hierzu noch eine kleine Geschichte:
Ich unterhielt mich mit ein paar Kommilitonen besonders christlicher Prägung und wir kamen auf's Fasten. Eine orthodoxe Russin berichtete von den russischen Fastengewohnheiten. Darauf meinten anderen am Tisch, sie müssten nicht fasten bzw. es sei unnötig, das vorzuschreiben. Denn man täte es ja individuell je nach Eingebung des Hl. Geistes. Darauf meinte ich zu der orthodoxen Kommilitonin, dass wir uns darüber nicht wundern sollten, immerhin hätten wir hier eine christliche Elite bei uns sitzen. Das war durchaus ernst gemeint. Denn es handelte sich dabei wirklich um ganz besonders fromme, ganz besonders heilige und ganz besonders eifrige Christen. Und ich füge hinzu, dass sie vermutlich bessere Christen sind als ich und ich will nicht über sie richten. Nun ist es aber so, dass wir es hier aber wirklich mit Ausnahmen zu tun hatten. Die meisten Christen sind so wie ich: Verfressen und stinke faul.

Wir fasten halt nicht nach der Eingabe des Hl. Geistes - nämlich gar nicht - und wir sitzen auch nicht zweieinhalb Stunden täglich über der lectio divina. Deswegen ist es eine gute Idee, wenn wir zu bestimmten Zeiten darauf hingewiesen werden, dass wir unseren Alltag mehr auf Gott ausrichten sollen: Weniger essen, mehr beten, die nächsten 40 Tage. Ob man sich dann dran hält, ist wieder ne andere Schiene, aber zumindest denkt man mal darüber nach, macht sich Vorsätze und hält sich - meistens - auch daran. Und man kann sich darauf einstellen, denn es ist jedes Jahr etwa zur selben Zeit. Zudem ist es nicht nur ne Privatveranstaltung, man fastet nicht alleine. Sondern man tut es mit der ganzen Kirche. Am Aschermittoch kriegt man das Aschekreuz und der Priester steigt von Grün oder dunkles Violett um. Außerdem fällt das Gloria und der Halleluja-Ruf vor dem Evangelium weg. Die Messe wird also stiller - wenn nicht irgendein liturgisches Genie ein Elektro-Gitarrensolo einschiebt.

Die Fastenzeit ist also eine besondere Kampfzeit. Zwar ist jeder Tag im Leben des Christen ein Kampf, aber in der Fastenzeit soll man sich dieses Kampfes besonders bewusst werden. Die Verlockungen des Weltlichen, sei es in Form von Kuchen, Kaffee oder Aufzügen, sollen zurückgewiesen werden, um sich der Vergänglichkeit der Welt bewusst zu werden. Zugleich soll das Gebet besonders intensiv gepflegt werden, um unsere Kommunikation mit der Kommandostelle zu verbessern und daraus Kraft zu tanken. Zugleich erweist sich in der Fastenzeit ein schöner Grundsatz: Nur wer im Kleinen standhaft ist, kann es auch im Großen sein. Wir können nicht glauben, wir würden schon mortz heroisch und christlich handeln, wenn der Berg nur groß genug wäre, wenn wir schon den kleinen Berg nicht tragen wollen. 

Tragen wir also unseren kleinen Berg mit der Hilfe Gottes in dieser besonderen Zeit, über die wir uns freuen können, da sie uns zu reicher Gnade führen kann.

Dienstag, 21. Februar 2012

Beiträge zum Fasten

Fasten ist kurz vor und in der Fastenzeit ja allenthalben ein großes Thema. Es wurden bereits einige Postes zum Thema hier aufgeführt. Da aber deren Zahl zunimmt, sollen hier einige weitere Beiträge zum Thema genannt werden.

Zunächst und allen voran natürlich der Hl. Vater selbst in seiner Botschaft für die Fastenzeit

Eine Reihe von Fastenvorschlägen bei kath.net gibt's hier
Im weiteren Sinne hängt ein Beitrag von Braut des Lammes damit zusammen
Ein Erfahrungsbericht findet sich hier
Eine interessante Idee - Blogfasten - findet sich im Papsttreuen Blog
Auch die Karmelschwestern bemühen sich, uns Ideen für das Fasten geben
Ein Wort zum Thema Fastenzeit des Hl. Vaters aus seiner Vorpontifikatszeit findet sich hier

Jeder, der auch etwas zum Thema geschrieben hat, aber hier nicht aufgeführt wurde, ist herzlich eingeladen, sich zu melden. Er wird dann ebenfalls aufgeführt.

Über das Gebet berichten

Hin und wieder fragen mich Menschen - besonders meine geliebten Brüdern und Schwestern im Irrtum - wie ich denn Gott erfahren habe?
Das ist zum einen eine sehr gute, zum anderen eine sehr schlechte Frage.
Gut, weil sie Möglichkeit gibt zu bezeugen, schlecht weil der Gegenstand zum Berichten ungeeignet ist.
In diesem Zusammenhanf erinnere ich mich gerne an die Worte einer Zisterzienserin über das Gebet:
"Wenn man über das Gebet spricht, berührt man das Tiefste im Menschen: seine Beziehung zu Gott, die einer Beziehung der Liebe ist. Das ist etwas sehr Intimes und Persönliches. Man hat nicht Worte, um darüber zu sprechen."
Quelle: Yvette und Jean-Jacques Antier: Flucht aus der Welt, S. 151

Montag, 20. Februar 2012

Luther, die Vernunft und die Vorstellung

Chesterton zu Luther in seiner Biographie über Thomas von Aquin, S. 183:
"Er (Luther) vernichtete die Vernunft und ersetzte sie durch die Vorstellung."

Beim feierlichen Papstamt

Neulich gab es ein Bild, der den Bereich vor der Kathedra Petri heute zeigt.
Nun beschweren sich viele meiner Leser, es hätte schon seit einem Tag kein Bild oder Video von Pius XII. mehr gegeben. Da haben sie natürlich völlig recht und ich entschuldige mich dafür. Daher zeige ich jetzt, wie es der vormals genannte Bereich aussah, wenn früher im Petersdom ein hochfeierliches Amt gefeiert wurde.

Sonntag, 19. Februar 2012

Fasten




Meine kleine Fastenreihe gibt's hier

Einen schönen Beitrag zu diesem  Thema gibt es hier

Eine ganze Reihe kleiner Beiträge gibt es hier

Mal ne Runde Benedikt-Bilder

Neulich habe ich eine interessante Seite entdeckt: The Pope Benedict Forum. Die haben einen schöne Rubrik über päpstliche Gewänder und liturgische Praxis mit zahlreiche Bildern. Hier eine kleine Auswahl der Highlights.
















Ach, du fängst die Welt noch immer

1846 weilte der damals 28 Jährige Jacob Burckhardt in Rom, um am Himmelfahrtstag dem Segen des alten Papstes Gregors XVI. beizuwohnen. Er schrieb hierüber folgende Zeilen:
"- Da donnert schon
Das Geschütz (hier gibt's nicht viele)
Und es füllt sich der Balkon
Noch ein Schuß! da schiebt sich langsam
Weit hervor der goldne Thron,
Angeweht von Pfauenwedeln,
Und drauf sitzt Sankt Petri Sohn
Alles kniet, die Glocken bimmeln;
Aufrecht steht der alte Herr,
Breitet aus die morschen Arme -
Ach, du fängst die Welt nicht mehr!"
Ein Wort, das auch in unsere Tage passt, hat in den 1870er Jahren das Deutsche Volksblatt geschrieben:
„Von der Hierarchie der Gegenwart hat die Geschichte, diese erhabene Theodizee des Allmächtigen, in selten dagewesener Weise sich abgewandt“
Ich erinnere mich auch an ein Wort - leider finde ich es nicht mehr - eines kommunistischen Historikers:
Der meinte, im 19. Jh. habe es drei Gegner des Kommunismus gegeben: Die russischen Bajonette als Stütze der königlichen Macht, die britische Royal Navy als Stütze des globalen Handels und die katholische Kirche als Stütze der christlichen Religion. Von diesen drei sei nur noch die katholische Kirche übrig geblieben.

In diesem Sinne sehe ich mit einer gewissen Ruhe auf die Untergangsszenarien, die moderne Geister auch heute über die Kirche sprechen. So sage ich, mal an ein Bild Benedikt XVI. denkend:
"Breitet aus die alten Arme -
Ach, du fängst die Welt noch immer!"

Samstag, 18. Februar 2012

Kardinalkreierung

Passend zum heutigen Ereignis


Was man alles so Gottesdienst nennen kann

Das Forum deutscher Katholiken hat zur Unterstützung des Augsburger Bischofs Zsarsa aufgerufen. Der Bischof schreitet momentan gegen die wuchernden Wortgottesdienstpraktiken an Sonntagen ein. Im Rahmen des "Priestermangels" werden an vielen Orten anstatt Messen nur noch Wortgottesdienste am Sonntag angeboten, um die Kirche im Dorf zu halten. Gegen diese "Protestantisierung" der Messe, denn nichts anderes macht man in den meisten protestantischen Kirchen ja auch, geht der Bischof nun dankbarer Weise vor. Damit zieht er sich verständlicherweise den Unmut all jener zu, die lieber auf das Allerheiligste Altarksakrament verzichten als 5 km jeden Sonntag mit dem Auto zu fahren. Denn das ist ja nicht zumutbar, nachdem man schon die ganze Woche 25 km den Schnäppchen hinterhergejagt ist.

Ich kann das beurteilen. Ich fahre auch jeden Sonntag eine halbe Stunde - hin und zurück - bis ich an meiner Kirche bin. Allerdings gebe ich auch zu, dass ich es gerne tue und ich auch bei Bedarf länger fahren würde. Aber das ist natürlich nur die Meinung eines jungen Ministranten und nicht eines altvertrauten Dorfgemeinderats.

Aber egal. Auf jeden Fall haben sich diese Menschen überlegt, dass sie keinen Priester brauchen, sondern das die Lektorin das doch auch alles selber machen kann. Dann gibts halt keine richtige Messe, sondern nur einen Gottesdienst allein mit Gotteswort. Reicht doch, merkt eh keiner. Ohne Keks geht's ja auch. So toll schmeckt der ohnehin nicht.

Aber ich will hier nicht gegen jene stänkern, die sich bemühen, einen zumindest halbwegs gültigen Gottesdienst auf die Beine zu stellen. Denn von ganz anderen Zuständen hat mir neulich eine Kommilitonin erzählt. In Österreich gibt es wohl Pfarrer, die es für eine entspannte Idee halten, einfach mal eine patente Frau aus der Gemeinde ihren Job machen zu lassen. Inklusive Wandlung. Geht doch auch, passiert doch das gleiche. Nämlich nichts. Meine Bekannte hielt das für eine tolle Idee um das Messproblem zu lösen und die Frau aufzuwerten. Ich konnte sie dann doch glücklicherweise davon überzeugen, davon Abstand zu nehmen, es auch mal zu machen. Unabhängig davon, was man davon alles sonst halten kann, ist das nämlich Vorspiegelung falscher Tatsachen. Man tut so, als würde man eine Messe feiern und als würde man das Gedächtnis von Leiden, Tod und Auferstehung begehen und als würde man tun, was Christus getan hat. Faktisch tut man es aber nicht. Sieht nur gleich aus. Ist aber nicht das gleiche. Da können sie noch so einen auf Emanzipation machen. Das ist halt nicht nur unerlaubt, sondern auch ungültig. Und wenn sie das anders sehen, dann können sie das ruhig machen. Aber dann sollen sie zu den Protestanen gehen. Dann ist das ja ... na ja, nicht toll, aber zumindest in Ordnung. Aber wenn ich sage, ich feiere in der katholischen Kirche eine Messe, dann kann ich es eben nur so machen, wie die Kirche es tut. Und die ist ja wohl klar genug gewesen was Frauen am Altar angeht.

Zuletzt noch ein versöhnliches Wort gegenüber allen kleinen Wohlmeindenden. Es geht noch viel schlimmer. So steht meine liebe Kommilitonen zwar auf Frauen am Altar, aber mit diesen spinnerten Donautistinnen will sie nun wirklich nichts zu tun haben. Die weist sie doch von sich.

Es bleibt also wie immer: Es geht immer noch schlimmer.

Pius XII. und die päpstliche Liturgie



Freitag, 17. Februar 2012

Büchertisch

Heute möchte ich drei Bücher vorstellen, die ich sehr empfehlen kann:

Alle drei sind von Carsten Peter Thiede.
Thiede (*1952, †2004) war ein deutsch-englischer Literaturwissenschaftler, Historiker, Papyrologe und anglikanischer Geistlicher. Zu seinen Veröffentlichungen gehören auch drei Bücher, die ich selbst gelesen habe und die ich sehr gut fand:

Jeweils über Jesus, Petrus und Paulus.
Im Wesentlichen fand ich zwei Dinge sehr gut an ihnen:
Erstens bieten sie sich als gut verdauliche Kost an, die zugleich ein hohes Niveau an wissenschaftlicher Reflexion bietet. Eine leichte Schwäche der Bücher besteht darin, dass hier keinerlei Fussnoten gesetzt werden, sodass viele kritische Aussagen nicht leicht am Original nachgeprüft werden können.
Zweitens nimmt das Buch die Bibel ernst. Der Historiker Thiede begreift die Bibel grundsätzlich als eine Quelle, wie jede andere auch. Damit tut er der Bibel nicht etwa Gewalt an oder würdigt sie herab, sondern er anerkennt die Leistung ihrer Autoren. Anders als die sogenannte historisch-kritische Exegese, vor deren historischen Methoden die meisten Historiker schreiend weglaufen, deutet Thiede die Bibel nicht bis zur Unkenntlichkeit um, sondern behandelt die Quelle authentisch. Besonders schön in diesem Zusammenhang sind die gelegentlichen Spitzen gegen die heutigen Exegeten.
Diese drei Bücher sind damit ein hervorragende Beispiele für neue Entwicklungen in der Bibelforschung und sowohl für Laien als auch für Spezialisten zur lehrreichen und unterhaltsamen Lektüre geeignet.



Noch ne Runde Piusbilder


Donnerstag, 16. Februar 2012

Kathedra-Altar von oben

Wir berichteten bereits über den nunmehrigen Altar an der Kathedra-Petri. Jetzt gibts mal ein Bild, wie das ganze von oben aussieht.

Lehre der Kirche - Lehre der Hoffnung

Unter liberalen Menschen geht das Gerücht um, die Lehre der katholischen Kirche sei eine Drohbotschaft. Die bösen Pfaffen würden den Leuten erzählen, sie kämen in die Hölle, wenn sie nicht täglich ihr Ave Maria mümmeln und beim Priester Seelenstriptease machen würden. Außerdem müsse man an den Papst glauben und seine Prada-Schuhe küssen.

Das ist natürlich Quatsch. Für den Fusskuss zieht der Papst Spezialpantoffel an.

Doch kommen wir zum Eigentlichen. Neulich war ich mal wieder bei den geliebten Brüdern und Schwestern im Irrtum - vulgo Protestanten. Genauer gesagt waren es Evangelikale. Die haben einen kurzen Doku-Film gezeigt zum Thema Mission. Er ging um ein Missionsteam, dass auf einer Missionsstation im hintersten Neuguinea arbeitet. Zu denen kamen zwei Angehörige eines Stammes aus dem allerhintersten Neuguinea, nochmal sieben Hügel und Täler weiter im tiefsten Urwald. Ultraarchisch. Weiss der Himmel wie haben die beiden bzw. der ganze Stamm mitbekommen, dass es eine Botschaft von einem Gottmenschen namens Jesus gibt - was auch immer sie darunter genau verstehen. Sie wussten auch, dass sie dem Teufel gehören - was auch immer sie darunter genau verstehen - und baten dringend darum, man möge doch Missionare zu ihnen schicken, damit sie gerettet werden würden. Denn sie wollten nicht dem Teufel gehören und nicht in die Hölle kommen, sondern sie wollten Gott gehören und ihm dienen.

Bis dahin würden wir sagen, dass der Herr selbst ein großes Wunder an ihnen getan hat, indem er gnadenhaft in ihnen den Wunsch geweckt hat, Christus anzugehören.

Aber jetzt kommt die Pointe.
Mit großem Bedauern teilten ihnen die Missionare mit, dass sie leider niemanden hätten, der ihnen helfen könnte. Die Panikattacke der armen Kerle, sie wollten aber nicht in die Hölle kommen und sie wollten doch an Christus glauben und sein Wort hören, mussten sie leider zur Kenntnis nehmen. Denn wenngleich es ihnen unendlich schwer viel, so war es ihnen leider nicht möglich, den Stamm vor der ewigen Verdammnis zu retten, indem sie ihnen das Wort Gottes brachten. So blieb am Ende des Films die Hoffnung und Aufforderung, sich aufzumachen, damit diese armen Leute, die Christus doch angehören wollten aber, aus Ressourcengründen, nicht konnten, doch noch durch das heilbringende Wort vor der Hölle gerettet würden.

Hierzu ein Zitat aus Jakob Linden S.J.: Die Wahrheit des katholischen Glaubens, Stuttgart 2009, S. 67:
"Protestantische Lehre: Selig werden kann man nur, wenn man einer christlichen Religionsgemeinschaft angehört."
Wir finden diese Meinung, Originalausgabe 1912, im vorliegenden Beispiel aus der Mission bestätigt, insoweit man unter "einer christlichen Religionsgemeinschaft" angehören versteht, dass man die Bibel liest bzw. hört, glaubt wie die Missionare es einem Vorgeben/die Bibel auslegen und sich schließlich in eine Gemeinschaft eingliedert.

Lesen wir mal im genannten Buch, welche Meinung die katholische Kirche - zur Erinnerung: Drohbotschaft, böse, rückständig, menschenfeindlich - lehrt; wieder S. 67, 67f:
"Wer ohne eigene Schuld nicht katholisch ist, dabei aber aufrichtig die Wahrheit sucht und nach bestem Wissen Gottes Gebote hält, gehört zwar nicht äußerlich, wohl aber innerlich zur katholischen Kirche und kann darum selig werden."
"Kein Mensch wird ohne seine eigene Schuld von Gott verdammt. Darum können auch die selig werden, die ohne eigene Schuld nicht in die wahre Kirche eintreten."  
Was also hätte ein katholischer Missionar - gleich ob 1912 oder heute - den armen Stammesangehörigen aus dem hintersten aller Winkel wohl gesagt?
"Ja, ihr kommt in die Hölle, weil wir keine Leute haben um sie zu euch zu schicken" oder "Ich erkenne in eurem Wunsch, sich vom Satan zu lösen das gnadenhafte Wirken Gottes. Daher bemüht euch, so gut ihr könnt, diesem eurem Wunsch nach Gott zu folgen, bis wir jemanden zu euch senden können. Und seid gewiss, dass der Herr ein ehrlich zu ihm strebendes Herz nicht verschmähen wird."

Soviel zum Thema: die katholische Religion ist böse, rückständig und menschenverachtend.

Spaziergänger

Weil das Wetter gerade so schön ist und zum Spaziergehen einlädt


Mittwoch, 15. Februar 2012

Ein evangelikaler Prediger an seine Gemeinde:
"Ich frage euch, wenn ihr mit dem römischen Papst vier Minuten hättet, was würdet ihr dann machen?"

Die Gemeinde guckt etwas ratlos.
Daraufhin der Prediger:
"Ich will euch erzählen, was ich machen würde. Ich würde ihn erst fragen, wie er die Rechtfertigung versteht. Nach zwei Minuten - bis dahin muss er fertig sein - würde ich ihm anhand der Bibel nachweisen, wie man Rechtfertigung richtig versteht"

__________________________________________
Leser: Ja und, wo ist jetzt die Pointe?
Redakteur: Wieso Pointe? Die Meinung von dem Mann ist doch lachhaft genug, oder?

Pater Schmidberger

In der, als konservativ verschriehenen, deutsch-katholischen Blogozene kocht momentan mächtig ein gewisses Missfallen über einige Aussagen Pater Schmidbergers - Provinzoberer der Piusbruderschaft in Deutschland - hoch. Nun gilt der Mann ohnehin nicht gerade als Inkarnation von maßvoller Zurückhaltung und diplomatischen Formulierungen. Damit wäre er bei der Piusbruderschaft auch ein wenig deplaziert, die ja eher eine Belagerungsmentalität kultiviert hat. Somit ist es kein Wunder, dass er sich - mal wieder - im Ton vergriffen hat. Zumal es in einschlägigen Kreisen usus ist, das Schmidberger als Redner ohnehin reichlich unkontrollierbar ist.

Doch will ich mich an dieser Stelle zu keinem Kommentar aufschwingen. Denn das haben andere vor mir wesentlich gründlicher und auch fachlich qualifizierter getan. Daher beschränke ich mich darauf, hier eine kurze Aufstellung der mir momentan bekannten Kommentare zu geben mit dem Hinweis, das ich mit den meisten übereinstimme und, als Historiker, sich das ganze Interview durchzulesen. 

Das Interview bei kath.net
Die Antwort P. Martin Lugmayr FSSP
Die zitierten Dokumente
Bei Elsa: Besprechung I und II und Kommentardiskussion
Bei Summa Summarum ebenfalls zweimal
Bei Thessalon
Eine Sammlung von Beiträgen von und mit Schmidberger bietet die Internetseite der Piusbruderschaft
Im weiteren Sinne damit zu tun hat auch
Echo Romeo

Ungewöhnliche Kasel

Wir alle kennen die schönen Bilder der Päpste, in denen sie in goldbestickten Bassgeigen-Kaseln im klassischen römischen Stil herumlaufen. Woraus einige ihnen noch heute einen Strick drehen wollen.
Das es auch anders ging, zeigt dieses schöne Bild (leider nur von hinten) das ich hier gefunden habe.

Dienstag, 14. Februar 2012

Pius XI. und die Polen

Papst Pius XI. hatte sein Leben lang ein ausnehmend gutes Verhältnis zu den Polen.
Woran lag das?
Gut, die Polen sind katholisch, das war sicher hilfreich. Aber es hatte auch geschichtliche Gründe.

Am 14. Februar 1919 begann der Polnisch-Sowjetische Krieg.*
Zu Beginn konnten die Polen zahlreiche Erfolge verzeichnen und tief ins russische Territorium eindringen. Der wesentliche Grund hierfür war der Russische Bürgerkrieg, der damals noch tobte uns die Kräfte der Roten Armee band. Doch nach der Konsolidierung der sowjetischen Macht gelang eine Gegenoffensive, die die Polen tief ins eigene Kernland zurücktrieb. Im August 1920 standen die russischen Truppen kurz vor Warschau. Da die westlichen Mächte mit den Polen verbündet waren - ohne ihnen wirklich zu helfen - und man die bolschewistisch-revoluzinonären Horden reichlich fürchtete, setzte sich das ganze dipomatische Korps gen Westen ab.
Das ganze diplomatische Korps?
Nein, ein kleiner unbeugsamer Diplomat blieb in Warschau und ließ sich nicht von der Roten Armee schrecken. Dieser Diplomat war Achille Ratti, der spätere Papst Pius XI.

*Es soll darauf hingewiesen werden, dass es mehrere Meinungen gibt, wann der Krieg genau begann, die von Anfang 1919 bis Anfang 1920 reichen.

Pionier der Inkulturation

Der große Papst Pius XII. schrieb zur Frage der Musik in den damaligen Missionsgebieten:
"Viele der den Missionaren anvertrauten Völker haben eine überraschende Freude an rythmischer Musik und schmücken die Zeremonien zu Ehren ihrer Götzen mit religiösem Gesang. Darum sollen die Verkünder der Frohbotschaft in den Heidenländern die Freude der ihnen Anbefohlenen am religiösen Lied in ihrer Missionspraxis gern fördern, und zwar so, daß diese Völker ihren religiösen Gesängen, die nicht selten auch bei den Kulturvölkern Bewunderung erregen, ähnliche christliche religiöse Gesänge entgegenstellen."
Quelle: 25. Dezember 1955, Musicae sacrae discipinae  

Zum Thema können die Katholischen Missionen sehr empfohlen werden.

Privatmesse


Montag, 13. Februar 2012

Der Papst des Lächelns


Kirche 2.0

Als Blogger bin ich natürlich ein Fan davon, dass sich Kirche möglichst aller Kommunikationsmittel bedient, die zur Verfügung stehen. Denn nur weil wir seit 2000 Jahren dem gleichen Auftrag folgen, heisst das ja nicht, dass wir nur die Mittel von vor 2000 Jahren verwenden dürfen. Daher halte ich es für wichtig, gerade in den neuen Medien und besonders im Internet präsent zu sein. Denn neben dem Fernsehen erreicht man dort die meisten Menschen. Während der katholische Bereich im Fernsehen vor allem durch K-TV und EWTN abgedeckt wird, ist zudem im Internet mehr persönliches Einzelengagement möglich. Die deutschsprachige katholische Blogozene ist hier ja ein hervorragendes Beispiel (teilweises Eigenlob). Aber auch auf Facebook und anderen Plattformen sind ja Orden, Gemeinschaften, Bistümer etc. präsent.

Dessen ungeachtet kann man fragen, wie weit man es treiben muss. Auf der Veranstaltung Kirche 2.0 hat man ganz besonders eifrig gefacebookt, getwittert und was weiss ich noch alles. Das die Eucharistie noch nicht virtuell ausgegeben wurde darf allerdings positiv gewertet werden. Gerade im, handlungsrahmenbedingten und gewollten, Extrem zeigt sich daher die Stärke und die Schwäche der virtuellen Kommunikation. Wie die ganze Gesellschaft muss sich auch die Kirche auf die neuen Medien einstellen und sie nutzen. Hier werden Räume geschaffen, die geistlich-katholisch ausgefüllt werden müssen. Aber eben nur ergänzend, nicht fundierend. Wer meint, durch twittern und posten allein am katholischen Leben zu partizipieren, der irrt. Die Sakramente gibts glücklicherweise noch nicht virtuell. Dafür muss man noch in die Kirche gehen. Und auch wenn ich es persönlich schön finde, meinen Tag mit der Daily-Mass auf EWTN zu beschließen (bzw. dem Anfang davon), ersetzt das doch nicht den eigenen Gang in die Kirche.

Nutzen wir also Kirche 2.0, damit "die Kirche" wieder voller wird. In dem Sinne gutes katholisches Posten und Bloggen euch allen.  

Vatikan-Expertin Küsselbecker

In den letzten Tagen gibt es Gerüchte, es würden Pläne zur Ermordung des Papstes bestehen. Hierzu möchten wir die Vatikan-Expertin Frau Prof. Dr. Dr. Küsselbecker befragen.

Frau Prof. Dr. Küsselbecker, sie sind eine Expertin für den Vatikan.

Ja, das bin ich. Es gibt kaum jemanden im deutschen Sprachraum, der den Vatikan so gut kennt wie ich.

Sie sind demnach oft im Vatikan?

Nein. Da war ich noch nie. Ich finde es da schrecklich. Alles viel zu pompös.

Aber sie sind oft in Rom?

Nein. Ich mag Rom nicht. Da ist es mir zu römisch. Ich bin rein katholisch, nicht römisch-katholisch. Da kann man sich in Rom nicht wohlfühlen.

Aber sie haben doch schon öfters mit dem Papst gesprochen?

Nein, wo denken sie hin. Glauben sie etwa ich rede mit dem Bischof von Rom, diesem autokratischen Tyrannen. Was soll das bringen? Ich bin ihm zwar weit überlegen, aber das sieht der doch nicht ein.

Aber sie kennen viele römische Prälaten?

Nein, natürlich nicht. Ich finde diese Monsigniori schrecklich. So arrogant, selbstgerecht, bürokratisch, dabei kleinkarriert und engstirnig. Mit sowas redet man nicht, sowas geht man aus dem Weg.

Aber sie reden sicherlich mit vielen Bischöfen?

Och, hören sie mir auf. Ich bin schon froh, wenn ich den Bischof meiner Ortskirche nicht dauernd sehen muss. Schlimm genug das der sich anmaßt, in regelmäßigen Abständen bei mir zur Visitation aufzutauchen. Da suche ich doch nicht auch noch den Kontakt mit anderen Trabanten Roms. Die haben doch alle kein Rückgrat. Alles Karriersten und Erzkonservative.

Ja. Aber sie sind ja eine Expertin für den Vatikan.

Wie wir schon festgestellt haben. Denn es steht ja ganz außer Zweifel, das jemand mit meiner Intelligenz und meinem Stand innerhalb der Kirche eine Expertin für den Vatikan ist, auch ohne das ich die klassischen Informationsquellen der sogenannte Experten habe, die alle meine Niveau nicht erreichen.

Selbstverständlich. Nun Frau Prof. Dr. Küsselbecker, sie als Expertin für den Vatikan, was sagen sie zu ...

___________________
An dieser Stelle beenden wir die Wiedergabe des Interviews, da der verantw. Redakteur schreiend rausgelaufen ist.

Sonntag, 12. Februar 2012

Tiara und Stephanos

Kurzgedanken zu Mk 1,40

"Wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde."
ruft der Aussätzige Jesus an.

Aber es sind mehr als die Worte eines Einzelnen oder einer Gruppe. Es ist der Ruf der ganze Menschheit, die vom Aussatz der Sünde gequält wird. Es ist der Schrei der Ausgestoßenen, die ihre Heimat im Paradies verloren haben.  Wir alle sind dieser Aussätzige, weil wir alle unsere wahre Heimat durch die Sünde verloren haben und zu Verstoßenen in der Welt geworden sind. Wir verkümmern vor den Toren der Himmlischen Stadt Jerusalem und wandeln gleich Untoten über die Felder.

Und doch ist es kein Ruf der Verzweiflung. Es ist ein Ruf der Hoffnung. Denn der Aussätzige hat begriffen, dass Jesus in reinigen kann. Und was vielleicht noch wichtiger ist: Er stellt es Jesus frei, ob er es tut. Er tritt nicht fordernd auf, fussstampfend, über die Ungerechtigkeiten der Welt lamentierend und verlangend, Jesus habe ihn gefälligst zu reinigen. Er erkennt Jesu freien Wahlentscheid an und unterwirft sich ganz seinem Willen. Er hofft wider aller Vernunft das Jesus in reinigen will. Der Aussätzige geht uns darin voran. Wie er so können auch wir nur auf das Mitleid des Weltenrichters vertrauen.

Das es kein falsches Vertrauen, kein irriges Hoffen ist, zeigt uns das Weitere. Denn wie zum Aussätzigen sagt Jesus auch zu jedem von uns: "Ich will es - werde rein!"


Denn Sie sorgen sich nicht nur um die Katholiken, sondern um alle Menschen dieser Welt.

„Diese wundervollen Geschenke sind ein neuer Beweis für die Fürsorge Eurer Heiligkeit, die von der ganzen Welt bewundert wird. Denn Sie sorgen sich nicht nur um die Katholiken, sondern um alle Menschen dieser Welt.“
So ein Schreiben jüdischer Schiffbrüchiger, die auf Initiative Pius XII. von Rhodos nach Italien überführt wurden, wo ihre Überlebenschancen, auch durch Spenden des Vatikans, deutlich größer waren als auf der Ägäisinsel, wo sie dem Tod durch Hunger und Elend überliefert worden waren.
Die ganze Geschichte gibt es hier und sie dürfte zu genüge zeigen, wo Friedenswillen, Nächstenliebe und Fürsorge für alle Menschen in diesem Krieg zu finden waren.

Bei dieser Gelegenheit sei noch ein Buch erwähnt, das ich allen sehr empfehlen kann:
Pinchas Lapide: Rom und die Juden. Papst Pius XII. und die Judenverfolgung.
Wie der Titel schon sagt dreht sich das Werk wesentlich um Pius XII., stellt das jedoch in einen größeren zeitlichen Rahmen. Das Werk halte ich auch deshalb für wichtig, weil es von einem Juden geschrieben wurde, der durchaus auch kritische Töne findet und dem man - anders als z.B. mir - nicht unterstellen kann, allzugroße Sympathien gegenüber Pius XII. zu hegen, die seine wissenschaftliche Arbeit beeinflussen würden.

Samstag, 11. Februar 2012

Katharina adlergleich

Nachdem heute die neue Liste des deutsch-katholischen Bloggernachwuchses veröffentlicht wurde, möchte ich auf einen Blog besonders Hinweisen:
Katharina adlergleich.
Denn es geht darin um Katharina Kasper, ihres Zeichens Selige unseres Bistums Limburg. Da freue ich mich doch mal ganz lokal-patriotisch, dass sie ihren eigenen Blog bekommt.
In diesem Sinne herzlich Willkommen STH.

Liebhaber des Zeitgeistes

Ein Zitat von Prälat Wilhelm Imkamp:
"Liebhaber des Zeitgeistes sind serielle Polygamisten"

(R)Evolution

Es soll ja Leute gegeben haben, die waren echt entsetzt, als sie hörten, Joseph Ratinger sei Papst geworden. Das könne ja nicht gutgehen. Der olle Großinquisitor habe ja gar keinen Geschmack und würde die Kirche in ein neues, modisch-dunkles Zeitalter führen.
Glücklicherweise hatten sie recht. Meiner Meinung nach haben sich die verwendeten Paramente in den letzten Jahren immer mehr verbessert. Zur Begründung hier eine kleine Serie:




Doku über Pius XII.

Vor kurzem wurde auf Youtube eine geschnittene Version einer Dokumentation über Pius XII. mit englischen Untertiteln veröffentlicht. Die Doku kann als neutral angesehen werden und ist somit anschaubar, ohne das man seinen Fuss in den Bildschirm rammen will. Hier der erste Teil davon. Über den Link im Video kommt man dann auf die restlichen Teile.


Hier kommt man auf den italienischen Originalfilm, der mehr Material bietet. Wer gut italienisch kann, sieht sich den am besten an.

Freitag, 10. Februar 2012

Kämpfe im Vertrauen auf Gott

Hin und wieder trifft man auf Menschen, denen es wirklich wirklich dreckig geht und die wirklich wirklich verzweifelt sind. Das sind nicht aber nicht nur Personen, die ernsthafte weltliche Probleme haben, sondern es gibt auch solche, die geistlich ganz arm dran sind. Die von ihren Sünden niedergedrückt werden, kein Fortkommen sehen und verzweifeln.
Diesen Menschen rät Lorenzo Scupoli in seinem Buch "Der geistliche Kampf"
"Hinsichtlich des Vertrauens auf Gott wisse, daß es dem allmächtigen Gott stets ein leichtes ist, alle Feinde zu überwinden; mögen es ihrer nun viele oder wenige, alte und erprobte oder neue und unerfahrene sein. ...
Dennoch darf sie das Gottvertrauen nicht sinken lassen und die Waffen nicht strecken, noch die geistlichen Übungen aufgeben, sondern sie muß hochherzig weiter kämpfen. Denn sie muß bedenken, daß der in diesem Kampfe nicht unterliegt, welcher im Kampfe nicht nachläßt und beständig sein Vertrauen auf Gott setzt. Gott läßt es zwar mitunter zu, daß seine Kämpfer verwundet werden, aber er versagt ihnen niemals seine Hilfe.
Darauf kommt alles an, daß man im Kampfe ausharrt. Den Kämpfern, die Gott und seine Hilfe suchen, stehen ja die Hilfsmittel zur Verfügung, und gerade dann, und gerade dann, wenn sie es am wenigsten vermuten, liegen die Feinde bereits überwunden am Boden."   

Pius XII. betet das Pater Noster

Pius XII. an die deutschen Pilger 1950

Hier mal wieder eine kurze Ansprache Pius XII. in deutscher Sprache

 

Donnerstag, 9. Februar 2012

Unterschied zwischen Katholizismus und Protestantismus

Manchmal werde ich gefragt, wo denn der Unterschied zwischen dem Katholizismus und dem Protestantismus liege?

Das ist eigentlich eine gute Frage und sie kann sehr lang und sehr ausführlich beantwortet werden.
Das machen wir hier aber nicht.

Ich denke, wenn man es zugespitzt sagen wollte, kann man sagen:
Der Katholizismus ist die Religion der Wirklichkeit, der Protestantismus ist die Religion des Bewusstseins.

Das ist jetzt natürlich ziemlich vereinfacht und ziemlich radikal. Aber ich denke, man kann es durchaus so sagen.

Betrachten wir z.B. das Allerheiligste Altarsakrament:
Für die Protestanten ist das nur symbolisch oder zwar real, aber nicht im Sinne einer wirklichen Veränderung, als mehr einer veränderten Identifikation. Für den Katholiken hingegen ist das gewandelte Brot wirklich der Leib Christi, unabhängig davon, ob ich daran glaube oder in welchem Umfeld es sich befindet.

Oder betrachten wir die Taufe:
Für die Protestanten ist sie wieder nur symbolisch, ein Akt, den man zwar durchführt, der auch wichtig ist weil er von Jesus befohlen wurde, aber ohne Taufe ginge es theoretisch auch. Sie ist nicht heilsnotwendig, in ihr fließen uns keine wirklichen Gnaden zu. Für die Katholiken hingegen ist die Taufe ein wirkliches Geschehen am Menschen, hier wirkt Gottes Gnade wirklich und ganz real.

Ein weiteres Beispiel ist die Frage der Rechtfertigung:
Für die Protestanten handelt es sich hierbei um einen Rechtsprechungsakt. Gott übersieht die Sünden des Menschen und erklärt, die Gnade Christi werde auch dem Menschen zuteil werden. Am Menschen selber geschieht keine Veränderung an sich. Zwar steht er fortan unter der Leitung des Hl. Geistes, aber das ist sozusagen ein Zusatzdienst. Der Akt also solcher ändert den Menschen nicht. Für den Katholiken hingegen ist es eine Gerechtmachung. Die Gnade Gottes verändert den Menschen wirklich durch die Reinwaschung von der Erbsünde, ihm werden wirklich Tugenden gnadenhaft eingegossen und fortan in ihm wirken.

Und ein Letztes:
Der größte Theologe des Protestantismus, Luther, war ein Bewusstseinsmensch. Er lebte nur von Bewusstsein, seine ganze Theologie war davon durchtränkt. Luthers "Leistung" bestand darin, dass er sein Bewusstsein, also was er meinte als richtig erkannt zu haben, über die Lehrmeinung der Kirche stellte. Das erklärt auch den Umstand, das Luther derart unstringend war. Denn sein Bewusstsein änderte sich ja dauernd, wie das bei den meisten Menschen ja der Fall ist. Vergleich wir hingegen Thomas von Aquin. Chesterton nennt ihn "Thomas vom Schöpfer". Sein ganzes Denken richtet sich an der Wirklichkeit aus. Er weiss, das Gott die Natur geschaffen hat und er glaubt daher, dass die Natur zum Guten, auf seinen Schöpfer hingeordnet ist. Betrachten wir des Thomas' Werk, dann fällt uns seine große Einheitlichkeit und seine innere Schlüssigkeit auf. Hier tanzt nichts aus der Reihe wie bei Luther, hier ist alles an der Wirklichkeit orientiert und auf ihren Urgrund, Gott, ausgerichtet.

Man könnte das noch weiter ausführen und meine Aussagen treffen sicher auch nicht auf alle Protestanten zu - es gibt einfach zu viele Meinungen, wenn jeder sein eigener Papst ist. Aber ich hoffe doch, das die Grundintention klar geworden ist. Beim Protestantismus geschieht (fast) alles nicht wirklich, sondern im Bewusstsein der Person. Der Katholik hingegen weiss wirklich, dass etwas geschieht, dass etwas an ihm getan wird.

Mittwoch, 8. Februar 2012

Wider den elitären Reformverweigerern

Vor etwas mehr als einem Jahr kam es zu einem Großereignis innerhalb der katholischen Kirche: 300 mutige Theologen unterzeichneten ein Memorandum, indem sie endlich die Reformen anmahnten, die seit 40 Jahren überfällig wären. Denn die Krise der ganzen katholischen Kirche beruhe darauf, dass der Geist des Konzils, vulgo der Hl. Geist 2.0, von den bösen alten Männern in Rom nach wie vor blockiert würde. Deswegen taten sich die guten alten Männer zusammen, um ein Zeichen für eine lebendige, junge und glaubensstarke Kirche zu setzen.

Kurz darauf reagierte die lebendige, junge und glaubensstarke Kirche auf das Memorandum, indem eine eigene Petition gestaltet wurde, in der den Ansichten des Memorandums widersprochen und eigene Position dargelegt wurden. Diese Petition kam innerhalb von ca. zwei Monaten auf knapp 15.000 Unterschriften.

Natürlich haben diese 15.000 Stimmen nicht das gleiche Gewicht wie die 300 des Memorandums. Denn anders als die Petitionsunterzeichner, die aus allen Berufsgruppen kamen und damit keine Qualifiaktion aufwiesen, den Willen des Gottesvolkes zu deuten, handelt es sich bei den Memorandumsunterzeichnern durchweg um ausgebildete Theologen, die aufgrund ihrer Expertise und Lebenserfahrung den wirklichen Willen und die echten Nöte des Gottesvolkes kennen.

Als Mitunterzeichner - der Petition - sehe ich das natürlich etwas anders.
Ich bin durchaus der Meinung, dass die Kirchen nicht voller werden, wenn wir Frauen an den Altar stellen und das die Christen nicht glaubensfester werden, wenn ein buddhistischer Mönch auf der Kanzel meditiert
Dagegen bin ich schon der Meinung, das wirklich zölibatär lebende Priester ein Zeichen für die Nachfolge Christi sind und das Gehorsam und Demut Tugenden sind, die zur Heiligung beitragen.

In diesem Sinne: Wider den elitären Reformverweigerern! Für die Reform, mit dem Papst, zu Christus!

Altar Kathedra Petri

Wir alle denken gerne zurück an die Szene und hoffen, sie möge sich bald wiederholen.


Eine schöne Geschichte ist es auch mit dem Altar, an dem zelebriert wird.

Der sah ursprünglich so aus


Dann hielt es irgendjemand für eine gute Idee diesen Altar zu benutzen, der den scherzhaften Namen "das Bügelbrett" trug


Leider wussten irgendjemand anderes die Schönheit des Altares nicht zu würdigen und beschloss in einem rückwärtsgewandten Reformschritt einen neuen hinzustellen.


Der nach Einschätzung von summorum pontificium (wo die meisten Bilder her sind) beiderseitig zelebrierbar ist. Was erfolgreich unter Beweis gestellt wurde.


In diesem Sinne: Weiter so!

Dienstag, 7. Februar 2012

Der Heilige Vater über die Demut

Frischer Wind hat einen weiteren Beitrag zum Thema Demut gepostet, den ich wieder sehr empfehlen kann.

Newman und die Altkatholiken

Neulich habe ich bereits über eine Unterhaltung mit einer Kommilitonin zum Thema Altkatholiken gepostet.
Jetzt habe ich hierzu etwas bei Newman gefunden.

Wie mir meine Kommilitonin berichtet hat, trat eine bekannte zur altkatholischen Kirche über, um ihrer Berufung zur Priesterin zu folgen, da man das dort werden kann. Diesen Schritt begründete sie, weil sie 1. dem Ruf Gottes folgen würde, 2. ja nicht wirklich übertreten würde, denn die Altkatholiken seien ja auch katholisch, 3. im Herzen römisch-katholisch bleiben würde.
Nun will ich mich nicht dazu erheben, den ersten Punkt beurteilen zu können. Auch will ich nicht fragen, wie man im Herzen römisch-katholisch sein kann aber faktisch bei einem anderen Verein ist. Zumden zweiten Punkt aber will ich die Gedanken Newmans anführen:

"Wenn ich auseinandersetzen müsste, was ich unter anglikanischen Prinzipien verstehe, so würde ich u.a. nennen: die Annahme, das Altertum, nicht die bestehende Kirche sei die Verkünderin der Wahrheit, und die apostolische Sukzession sei eine hinreichende Sicherheit für die sakramentale Gnade, auch ohne die Einheit mit der christlichen Weltkirche."

Newman verneinte das für die anglikanische Kirche. Da diese nun mit den Altkatholiken in voller Ökumene steht, können wir davon ausgehen, für die altkatholische Kirche gelten die gleichen Prinzipien. Und wer sich kurz mit dieser Gemeinschaft beschäftigt, der wird das schnell bestätigt finden.

Nun ist hierzu meiner Meinung nach folgendes kurz zu sagen:

1. zur Frage des Altertums. Die Altkatholiken erkennen alle Konzilien an bis zum Nizäum II.
Wenngleich ich natürlich die Hochachtung vor dem Altertum und die Tradition gut finde, so muss ich doch sagen, dass ich es ein bisschen willkürlich finde zu meinen, der Hl. Geist hätte seine Kirche gegen 787 bzgl. seiner dogmatischen Prägekraft verlassen. Warum nicht später, warum nicht früher? Da bin ich doch ganz schnell bei den Protestanten, bei denen der Hl. Geist nach der Kanonisierung der Schrift Urlaub macht, um im 16. Jh. noch mal bei Luther vorbeizuschauen, um diesem einen korrigierten Kanon zu ermöglichen.

2. Nun sind zwar die Altkatholiken in der apostolischen Sukzession, irgendein Bischof war übergelaufen, aber das muss nun nicht notwendigerweise was heißen. Denn das einzige Sakrament, das sicher nicht an die Konfession, ja nichtmal an den Glauben des Spendenden gebunden ist, ist die Taufe. Bei allem anderen gilt meines Kenntnisstandes nach, das Gültigkeit vorraussetzt, das man tut, was die ganze Kirche tut, wie sie es tut. Und da die Altkatholiken die Transsubstantiation (wie sie im Dekret über die Eucharistie des Konzils von Trient bestimmt wurde) ablehnen, tun sie ja nicht, was die ganze Kirche tut, sondern was anderes. Ist also kein Sakrament. Und wo das Allerheiligste Altarsakrament nicht besteht, da kann man auch getrost draußen bleiben. Das ne Frau am Altar steht macht's da auch nicht mehr besser.

Quelle: John Henry Kardinal Newman: Apologia pro vita sua, Wiesbaden 1922, S. 172f
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